Neunurifiaehtzigster Jahres -Bericht der Schlesischen Gesellschaft für vaterländische Ciiltur. 1911. I. Band. Breslau. G. P. Aderholz' Bachhandlung, 1912. Adresse für Sendungen: Schlesische Gesellschaft für vaterländische Cultar, Breslau I, Matthiaskunst i/5. h Neunund achtzigster Jahres-Bericht der Schlesischen Gesellschaft für vaterländische Cultur. 1911. I. Band. Breslau. G. P. Aderholz' Buchhandlung 1912. X-4 Inhalts -Verzeichnis des I. Bandes des 89« Jahresberichtes. Allgemeiner Bericht g^.^^ über die Verhältnisse und die Wirksamkeit der Gesellschaft im Jahre 1911, ^.,,^ abgestattet vom General-Sekretär, Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Ponfick 1 _ Bericht über die Bibliothek 13 Bericht über das Herbarium der Gesellschaft 13 Kassen-Verwaltungsbericht 14 Aufruf für die Ausstellung zur Jahrhundertfeier der Freiheitskriege, Breslau 1813 15 Verzeichnis der derzeitigen Mitglieder der Gesellschaft: Präsidium der Gesellschaft — Sekretäre der Sektionen — Beamte ... 17 Ehrenmitglieder 21 Korrespondierende Mitglieder 23 Einheimische Mitglieder 27 Auswärtige Mitglieder 63 Mitglieder der Sektion für Obst- und Gartenbau 70 Berichte über die Sektionen. II. Abteilung: Naturwissenschaften. a. Sitzungen der naturwissenschaftlichen Sektion. Gadamer, J.: Über das Glaucin in Corydalis cava und seine Synthese aus dem Papaverin 38 Gibson, G. E.: Dampfdruckbestimmung mit einem neuen Quarzmanometer . 126 — Bemerkungen zum Planckschen Wirkungsquantum 159 Gross, Gustav: Zur Kenntnis des Lambertschen Kosinusgesetzes 2 — Demonstration einer Vorrichtung zur Vermeidung des Funkenwurfes bei Lokomotiven u. dergl. (Funkenfänger) 126 Herz, W.: Über Bazemisierungsgeschwindigkeiten 88 Jüttner, Ferencz: Kinetische Gastheorie vom Standpunkte der Belativtheorie 88 — Die Gesetze des Stoßes in der Lorentz-Einsteinschen Relativtheorie . . 153 Ladenburg, Rudolf: Demonstrationsversuche mit einem Elektrometer für hohe Wechselpotentiale , 1 — Die Ableitung des Kirchhoffschen Gesetzes und die elektromagnetische Lichttheorie 1 — Bemerkungen zu meinem Vortrage über das Kirchhoffsche Gesetz und die Maxwellsche Lichttheorie 1 — Über die Breite der Spektrallinien 126 IV Inhalts -Verzeichnis. Seite Lummer, Otto: Einige Demonstrationsversuche 1 Meyer, Julius: Verhalten von Flüssigkeiten gegen Zugkräfte 109 V. Oheimb, A.: Das Lüderitzbuchter Diamantvorkommen im Vergleich zu den übrigen Diamantvorkommen Süd-Afrikas 88 Rechenberg, G.: Allgemeine Übersicht der meteorologischen Beobachtungen auf der Königl. Universitäts-Sternwarte zu Breslau im Jahre 1911 163 Sackur, 0.: Die Anwendung der kinetischen Theorie der Gase auf chemische Probleme 91 — Geschmolzene Salze als Lösungsmittel 105 Schlicht, A.: Über neue chemische Meßgeräte 115 Schulz, H.: Über Interferenzpunkte an einem System rechtwinkliger Prismen 116 — Die physikahschen Grundlagen der Lichthoferscheinung 120 Stockmann, W, : Untersuchungen über Interferenz und Beugung von kurzen, gedämpften Schallwellen 41 Waetzmann, Erich: Über den Zusammenklang zweier einfacher Töne .... 1 — Bemerkungen über die Dämpfung der Basilarmembran und über die Tonfarbe 88 — Neue Interferenzkurven gleicher Neigung (Zur Theorie des Michelson- schen Interferometers) 88 — Demonstrationen von Strömungskurven 126 — Demonstration stehender Wasserwellen 126 b. Sitzungen der zoologisch-botanischen Sektion. Baenitz, G.: Allgemeines über Viscum album L. und neue Nährpflanzen desselben in Schlesien und Ostpreußen 24 Dittrich, R.: 2. Fortsetzung des Nachtrages zum Verzeichnisse der schle- sischen Gallen 36 Grosser, W. : Die Schädigungen der landwirtschaftlichen Kulturpflanzen in Schlesien im Jahre 1910 14 Kern, F.: Beiträge zur Moosflora Jotunheims 3 Lauterbach, C.: Die Gebirgsflora Papuasiens 26 Oberstein, O.: Die Schädigungen der landwirtschaftlichen Kulturpflanzen in Schlesien im Jahre 1910 14 — Die Ermittlung der Herkunft von Klee- und Grassamen 27 Pax, F.: Einige neue afrikanische Euphorbiaceae 1 — Einige interessante Pflanzen aus der Karpathenflora 26 — Die Flora des Burzenländer Gebirges 36 Schuhe, Th.: Ergebnisse der Durchforschung der schlesischen Gefäßpflanzen- welt im Jahre 1911 57 — Ergebnisse der phaenologischen Beobachtungen in Schlesien im Jahre 1911 70 — Ergänzungen zum „Waldbuch von Schlesien" 74 0. Sitzungen der Sektion für Obst- und Gartenbau. Ewert (Proskau): Die Jungfernfrüchtigkeit als Schutz der Obstblüte gegen die Folgen von Frost- und Insektenschäden 2 Foerster, Karl (Bornim-Potsdam): Neues Blühen in deutschen Gärten 6 Kölscher, Jelto: Bericht über die Tätigkeit der Sektion im Jahre 1911 1 Rosen, Felix: Bericht über die Tätigkeit der Sektion im Jahre 1911 1 Inhalts - Verzeichnis. Seit« Rosen, Felix, Vegetationsbilder aus Mittel-Norwegen 5 Stammler (Liegnitz): Die Rosen-, Dahlien- und Schlesische Gartenbau-Aus- stellung in Liegnitz 1910 3 — Ausflug nach Pöstyen und Abbazia ; 3 Wink 1er: Die Palmen und ihre Bedeutung für den Menschen 5 Zacher, F. (Dahlem-Berlin): Einige neue Gartenschädhnge aus dem Tierreich 5 III. Abteilung: Grescliichte und Staatswissenschaften. a. Sitzungen der historischen Sektion. Schoenaich: Die Neronische Christenverfolgung 1 b. Sitzungen der Staats- und rechtswissenschaftlichen Sektion. Brück, Eberhard: Treuhand und Testamentsvollstreckung im antiken Rechte 56 Fischer: Der Rechtsschutz der Gläubiger ausländischer Staaten 50 Frank el: Erfahrungen bei dem Jugendgericht und der Jugendfürsorge 1 Freund: Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung und ihre Anwendung im Wirtschaftsleben 28 Leonhard: Die Reichsversicherungsordnung 48 Marcuse: Über das soziologische Element im Vorentwurf zu einem Deutschen Strafgesetzbuche 33 Schlesinger, Martin: Die gegenwärtige Gerichtsverfassung und die Justiz- reform in Rußland 43 Tille (Saarbrücken): Einkommenentwicklung und Kapitalbildung im letzten Jahrzehnt im Deutschen Reiche 44 von Wenckstern: Tolstoj und Marx 47 — Zur Geschichte und Methode der nationalökonomischen und sozialistischen Theorien 51 Wolf, Julius: Die ausländischen Arbeiter in Preußen 26 IV. Abteilung. a. Sitzungen der philologisch-archäologischen Sektion. Brück, Eberhard: Treuhand und Testamentsvollstreckung im antiken Rechte 1 b. Sitzungen der orientalisch-sprachwissenschaftlichen Sektion. Meissner: Assyrische Jagden 1 c. Sitzungen der Sektion für neuere Philologie. Hilka: Über die monströsen Menschen in der mittelalterhchen Literatur... 1 Pillet, Alfred: Beiträge zur Kritik der ältesten Trobadors 1 y. Abteilung. a. Sitzungen der mathematischen Sektion. Caratheodory: Ein Problem der Variationsrechnung 1 Jüttner: Einige Beispiele zur Lorentz-Einsteinschen Relativmechanik 1 VI Inhalts-Verzeichnis. Seite Schnee: Über Fragen der analytischen Zahlentheorie 22 Vogt: Geometrie und Ökonomie der Bienenzelle 1 b. Sitzungen der philosophisch-psycliologisclien Sektion. C h 1 z e n , M. : Über Sexualpädagogik 1 Lewkowitz, Albert: Fichtes Staatsphilosophie 1 Rückle: Vorführung einer ungewöhnlichen Gedächtnis- und Rechenfähigkeit 1 Stern, W.: Psychologische Erläuterungen zum Vortrage von Rückle 1 Wobbermin: Der Kampf um die Religionsphilosophie 1 c. Sitzungen der katholisch-theologisclien Sektion. Blasel: Kirche und Kloster von St. Adalbert 1 Hoffmann, Hermann: Das Menasheiligtum in der libyschen Wüste 1 Nikel, Johannes: Die neuesten Ausgrabungen in Palästina und ihre Ergebnisse 1 Seppelt: Aus den Anfängen der katholischen Bewegung in Deutschland in 1 der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts 1 Wittig, Josef: Der hl. Basilius und der hl. Hieronymus im Kampfe um die „neue Theologie" der Kappadozier 9 d. Sitzungen der evangelisch-theologisclien Sektion. von Dobschütz: Die Thomas-Apokalypse 18 Herrmann: Ägyptische Analogien zum israelitischen Prophetismus 18 Hoennicke: Die Oden Salomo's 18 Schmidt, H.: Der heilige Felsen auf dem Tempelplatz zu Jerusalem 18 — Über „Petra" 18 von Walter: Die neueste Beurteilung des Erasmus 1 VI. Abteiluno'. a. Sitzungen der technisclien Sektion. Schule: Vorführung der Betriebseinrichtungen des Maschinenbaulaboratoriums der Kgl. Höheren Maschinenbauschule, spez. der Wasserturbinenanlage 1 b. Sitzungen der Sektion für Kunst der Gegenwart. Berneker: Leo Tolstoi 1 Grosser: Die architektonische Umgestaltung des Universitätsplatzes und die Errichtung des Studentenheims 2 Koch: Gedenkfeier zu Franz Liszt's 100. Geburtstag 1 Spieler: Die Ausstellung der Kunst des 17. Jahrhunderts im Palais du Cinquantenaire in Brüssel 1910 1 Nekrologe auf die im Jahre 1911 verstorbenen Mitglieder 1—42. Schlesische Gesellschaft für Yaterländlsche Cultur. 89. Jahresbericlit. Allgemeiner Bericht. 1911. Allgemeiner Bericht über die Verhältnisse und die Wirksamkeit der Schlesischen Gesellschaft für vaterländische Cultur im Jahre igii, erstattet von dem General -Sekretär Herrn Geh. Medizinalrat Professor Dr. Ponfick. Am 19. Dezember 1911 wurde unter dem Vorsitze des Präses, Herrn Geh. Reg.-Rat Prof, Dr. Foerster, die Ordentliche Hauptversamm- lung abgeheilten, nachdem sie auf Grund des § 17 der Satzungen durch einmalige Anzeige in der Schlesischen und Breslauer Zeitung bekannt gemacht worden war. Da der bisherige Schatzmeister, Herr Geh. Reg.-Rat Mannowsky, infolge seiner Übersiedelung nach Berlin das ihm anvertraute Amt nieder- gelegt hatte, wurde die Ersatzwahl eines Mitgliedes des Verwaltungs- ausschusses notwendig. Dieselbe fiel auf Herrn Handelsrichter Moeser. In der an die Hauptversammlung sich anschließenden Sitzung des Ver- ■waltungsausschusses wurde sodann der bisherige stellvertretende Schatzmeister, Herr Kommerzienrat Berve, zum Schatzmeister, Herr Moeser zu seinem Stellvertreter gewählt. — An Stelle des letzteren wurde Herr Reichsbank- direktor Leser zum Rechnungsrevisor gewählt. Zunächst erteilte die Hauptversammlung Herrn Kommerzienrat Berve, welcher auch während des letztverflossenen Jahres in Vertretung des auf Reisen befindlichen Herrn Mannowsky die Geschäfte geführt hat, Entlastung für die vom Präsidium geprüfte Rechnung von 1910. Im Anschlüsse hieran sprach der Präses Herrn Kommerzienrat Berve für die bei der Verwaltung der Kassengeschäfte bewiesene Sorgfalt und Umsicht den Dank der Versammlung aus. Hierauf verlas der Generalsekretär, Herr Geh. Med. -Rat Prof. Dr. Ponfick, den Allgemeinen Bericht über das Jahr 1911. Dieser beginnt mit «iner Übersicht der Verluste, welche die Gesellschaft während dieser Zeit sei es durch Tod, sei es durch Ausscheiden von Mitgliedern erlitten hat: a. Von Ehrenmitgliedern sind verstorben: 1. Herr Geh. Archivrat Professor Dr. Colmar Grünhagen in Breslau, 1911. 1 2 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. 2. Herr Geh. Justizrat Carl Robert Lessing in Berlin, 3. ,, Wirkl. Geheimer Oberregierungsrat Professor Dr. Schmidt- mann, Kurator der Universität Marburg i. H., 4. ,, Geh. Regierungsrat Professor Dr. Joh. Vahlen in Berlin, 5. ,, Dr. phil. hon. c. Max Wiskott sen. in Breslau; b. von wirklichen einheimischen Mitgliedern: 1. Frau Auguste Agath geb. Friebe, 2. Herr Regierungs-Präsident von Baumbach, 3. ,, Regierungs- u. Oberbaurat, Oderstrombau-Direktor Hamel, 4. ,, König], Schulrat Dr. Hippauf, 5. ,, Sanitätsrat Dr. Eugen Kabierske, 6. ,, Oberstabsarzt a. D. Dr. med. Eduard Kunert, 7. ,, Dr. med. Felix Loewenhardt, 8. ,, Pastor prim. Dr, Paul Menzel, 9. ,, Geheimer Regierungs- und Provinzial-Schulrat Dr. Robert N i e b e r d i n g , 10. ,, Justizrat J. Ollendorff, IL ,, Kaufmann Heinrich Schäfer, 12. „ Dr. med. Emil Schlesinger, 13. ,, Bankier und Rittergutsbesitzer Julius Schottländer, 14. ,, Regierungsrat z. D. Dr. jur. H. Schultz, 15. ,, Professor Dr. med. Richard Stern, 16. ,, Apotheker Wilhelm Teuber, 17. ,, Pastor Paul Wackernagel, 18. ,, Professor Albert Werner-Schwarzburg; c. von wirklichen auswärtigen Mitgliedern: 1. Herr Dr. med. E. Joel in Görbersdorf i./Schl., 2. ,, Pfarrer Karrasch in Würben, 3. ,, Fabrikbesitzer F. Kauffmann in Tannhausen, 4. „ Königl. Ökonomierat Emil Kroker in Oderwitz, 5. ,, Bankier, Assessor a. D. Erich Rawitscher in Liegnitz, 6. ,, Ober-Markscheider Rüdenburg in Kattowitz O/S., 7. ,, Kaufmann Siegfried Silberstein in Kattowitz O/S., 8. ,, Sanitätsrat Dr. med. Wilde in Peterswaldau. Infolge des Wechsels des Wohnortes oder aus anderen Gründen sind ferner ausgeschieden: 16 einheimische, 4 auswärtige Mitglieder. Dagegen sind (nach dem 1. Mai 1911) neu aufgenommen worden: 65 wirkliche einheimische Mitglieder, nämlich: 1. Herr Realschuldirektor Dr. Roman Molke, 2. ,, Privatdozent Dr. phil. Günther Roeder, 3. ,, Landrichter Ernst Doege, Allgemeiner Bericht. 4. Herr Oberlehrer Friedrich Frey, 5. ,, Landgerichtspräsident Dr, Felsmann, 6. ,, Professor Dr. phil. Julius Meyer, 7. ,, Pastor KarlLillge, 8. ,, Oberbergrat Carl Heinke, 9. ,, Geh. Bergrat Robert Franz, 10. ,, Oberbergrat Wilhelm Fischer, 11. „ Oberbergamts-Markscheider a. D. Carl Gaebler, 12. ,, Oberbergamts-Markscheider Heinrich Ullrich, 13. ,, Dr. phil. Johannes Richter, 14. ,, Privatdozent Dr. phil. Carl Renz, 15. „ Dr. phil. R. N. Wegner, 16. ,, Dr. phil. Richard Lachmann, 17. ,, Oberbergrat Karl Köhler, 18. ,, Zahnarzt Siegfried Brinnitzer, 19. „ Justizrat Siegfried Schuck, 20. ,, Regierungs- und Baurat Conrad Davidsohn, 21. Frau Fabrikbesitzer Schoeller in Strachwitz, 22. Herr Rechtsanv^alt Dr. Georg Tarnowski, 23. ,, Justizrat Georg Bielschowsky, 24. ,, Justizrat Joseph Bitta, 25. „ Justizrat Heinrich Willers, 26. „ Justizrat Salo Mendelsohn, 27. „ Justizrat Dr. Jean Moll, 28. „ Justizrat Carl Joel, 29. ,, Rechtsanwalt Dr. Robert Höer, 30. ,, Rechtsanwalt Dr. Alfred Meidner, 31. „ Rechtsanwalt Dr. Wilhelm Weiß, 32. ,, Rechtsanwalt Eugen Ollendorff, 33. ,, Rechtsanwalt Dr. Drost, 34. „ Justizrat Carl Pradel, 35. ,, Rechtsanwalt Curt Hennig, 36. ,, Rechtsanwalt Adolf Heymann, 37. „ Justizrat Simon Hausmann, 38. ,, Professor Dr. phil. Heinrich Biltz, , 39. ,, Kaufmann und Konsul Simon Grünfeld, 40. ,, Kaplan Adalbert Rother, 41. ,, Kaufmann Richard Grzimek, 42. Frau Marie Grzimek, 43. Herr Privatdozent Dr. med. Richard Stumpf, 44. ,, Professor Dr. med. Ludwig Tobler, 45. ,, Regierungs- und Gewerberat Dr. Ludwig Czimatis, 46. ,, Verwaltungsdirektor, Bergassessor a. D. Otto Saeger, 1* 4 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. 47. Herr Generaldirektor der von Kulmiz'schen Bergwerke, Ober- bergrat a. D. H. Lohmann, 48. „ Konsistorial-Assessor Paul Krüger, 49. ,, Professor Dr. med. Strasburger, 50. ,, Senatspräsident Kloer, 51. ,, Hüttendirektor a. D. Hermann May, 52. „ Kaufmann Ernst Nicolai, 53. ,, Königl. Hofkunsthändler Gutbier, 54. ,, Architekt Erich Grau, 55. ,, Generaldirektor Dr. Eugen Kuthe, 56. ,, Referendar Dr. Arthur Schedwig, 57. „ Geh. Medizinalrat Professor Dr. med. Pohl, 58. „ Primärarzt Dr. med. Franz Bannes, 59. „ Architekt Richard Gaze, 60. „ Architekt S)r.=Sng. Karl Friedenthal, 61. ,, Professor Dr. phil. Paul Di eis, 62. „ Rechtsanwalt Dr. Felix Bie, 63. ,, Professor Dr. phil. Rudolf Kautzsch, 64. ,, Chefredakteur Dr. Otto Tugendhat, 65. ,, Redakteur Kurt Petzold; und nach dem 1. Januar (bis zum 1. April) 1912 folgende 32 Mitglieder: 66. Herr Generaloberarzt Dr. Otto Klihm, €7. „ Dr. phil. Willy Cohn, 68. ,, Privatdozent u. Königl. Kreisarzt Dr. Käthe, 69. ,, Dr. med. Fritz Reche, 70. ,, Privatdozent Dr. phil. Arthur Schaade, 71. ,, Dr. med. Arnold Fuchs, 72. ,, Kaufmann Oskar Wehlau, 73. Frau Geheimrat Elisabet Grünhagen, 74. Herr Dr. Heinrich Taeger, 75. ,, Dr. Günter Dyhrenfurth, 76. „ Dr. phil. Otto Stern, 77. ,, Regierungsbaumeister a. D, Professor Adolf Schilling, 78. ,, Zahnarzt Gurt Proskauer, 79. ,, Oberlehrer Dr. phil. Reinhard Kynast, 80. „ Astronom und Meteorologe Otto Fröhlich, 81. ,, Königl. Hof-Musikalienhändler Arthur Hainauer, 82. ,, Augenarzt Dr. med. Richard Depene, 83. ,, Königl. Archivar Dr. Victor Loewe, 84. ,, Bankdirektor Dr. jur. Hermann Siemsen, 85. ,, Justizrat Paul Hein, 86. ,, Geh. Justizrat Arnold Feige, Allgemeiner Bericht. 87. Herr Rittergutsbesitzer Fritz Katz, 88. ,, Bergassessor Hermann Rösing, 89. „ Dr. med. Erich Brück, 90. ,, Kaufmann Emanuel Bielschowsky, 91. Frau Hanna Bielschowsky, 92. Herr Oberlehrer Dr. phil, Friedrich Sturm, 93. ,, Dr. jur. et phil. Otto Fischer, 94. ,, Professor SDr.^^ng. Ludwig Mann, 95. ,, Kaufmann Hugo Naphtali, 96. ,, Arzt und Zahnarzt Dr. med. Paul Rosenstein, 97. „ Direktor Dr. phil. Moritz Schultz; und 39 wirkliche auswärtige Mitglieder, nämlich: 1. Herr Chefarzt Dr. med. Karl Kerle in Schreiberhau (Weiß- bachtal), 2. ,, Bergassessor Georg Thiel in Bielschowitz O/S., 3. ,, Bergassessor Dr. Franz Ebening in Kattowitz, 4. ,, Generaldirektor M. Boecker in Friedenshütte bei Morgen- roth O/S., 5. ,, Generaldirektor, Bergassessor a. D. Ernst Braetsch in Kattowitz, 6. ,, Bergwerksdirektor Eckert in Neu- Weißstein, 7. ,, Bergwerksdirektor Dr. Gärtner in Mölke, Kr. Neurode, 8. ,, Sanitätsrat Dr. Hartmann in Königshütte O/S., 9. ,, Königl. Bergrat Knochenhauer in Kattowitz, 10. ,, Generaldirektor Lob in Hohenlohehütte O/S., 11. ,, Generaldirektor M.Meier in Bismarckhütte O/S., 12. „ Bergwerksdirektor, Bergassessor Moeller in Waidenburg, 13. „ Bergwerksdirektor Tlach, Gotthardschacht bei Orzegow, 14. ,, Bergassessor Woltersdorf in Beuthen O/S., 15. ,, Bergwerksdirektor Karlik in Gottesberg i./Schl., 16. ,, Justizrat und Generaldirektor Dr. Stephan in Beuthen O/S., 17. ,, Bergwerksdirektor H. Kocks in Miechowitz O/S., 18. ,, Bergwerksdirektor Blume in Lipine, 19. ,, Königl. Bergrat Arbenz in Gleiwitz, 20. ,, Bergwerksdirektor, Königl. Bergassessor s. D. Balzer in Waidenburg, 21. ,, Geheimer Bergrat Ewald Hilger, Schloß Siemianowitz bei Laurahütte O/S., 22. „ Bergrat Dr. G. Williger in Kattowitz, 23. „ Bergrat von Braunmühl in Neurode, 24. ,, Bergwerksdirektor Defert in Michalkowitz O/S., 25. ,, Bergwerksdirektor Notzny in Gleiwitz, 6 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. 26. Herr Generaldirektor Franz Pieler in Ruda O/S., 27. „ Bergassessor G. Prietze in Czerwionka, Kr. Rybnik, 28. ,, Bergassessor Georg Jungeis, Paulusgrube bei Morgen- roth O/S., 29. ,, Bergwerksdirektor, Bergassessor Liebeneiner in Waiden- burg, 30. ,, Bergassessor a. D. Ernst Pietsch in Laurahütte O/S., 31. „ Königl. Regierungsrat a. D. und Generaldirektor Gustav Keindorff, Schloß Waidenburg, 32. ,, Pfarrer A. Heidenreich, Leuthen, Kr. Neumarkt, 33. ,, Pfarrer Bruno Krasel, Bischdorf, Kr. Neumarkt, 34. ,, Pfarrer und Königl. Kreisschulinspektor Paul Kindler in Schmellwitz, 35. „ Pfarrer Hallwig in Schoßnitz, 36. ,, Amtsrichter Chaussy in Sohrau O/S., 37. „ Fürstl. Plessischer Bergwerksdirektor Pistorius in Katto- witz O/S., 38. ,, Bergassessor a.D., Oberbergdirektor Lück in Laurahütte O/S. 39. ,, Rittmeister Gottfried Websky in Wüstewaltersdorf. Zu korrespondierenden Mitgliedern wurden ernannt: 1. Herr Professor Dr. phil. Erich Berneker in München, . 2. ,, Geh, Regierungsrat Professor Dr. phil. Eduard Buchner in Würzburg, 3. ,, Geh. Konsistorialrat Professor Dr. Cornill in Halle a./S., 4. ,, Geh. Medizinalrat Professor Dr. med. Garre in Bonn, 5. ,, Geh. Regierungsrat Mannowsky in Berlin, 6. ,, Professor Dr. med. Freiherr von Pirquet in Wien. Mithin zählt die Gesellschaft: 920 wirkliche einheimische Mitglieder und 181 wirkliche auswärtige Mitglieder, 34 Ehrenmitglieder und 134 korrespondierende Mitglieder. Außerdem zählt die Sektion für Obst- und Gartenbau neben 80 Gesell- schafts-Mitgliedern noch 112 zahlende. In den Verwaltungs-Ausschuß sind gewählt: Herr Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Foerster als Präses, „ Oberbürgermeister Dr. Bender als Vize-Präses, ,, Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Ponfick als General-Sekretär, ,, Prof. Dr. Rosenfeld als stellvertretender General-Sekretär, ,, Kommerzienrat Berve als Schatzmeister, ,, Handelsrichter Alfred Moeser als stellvertretender Schatz- meister. Allgemeiner Bericht. In das Präsidium sind gewählt: Herr Professor Dr. Kükenthal, „ Geh. Med.-Rat Prof. Dr. Küstner, ,, Stadtrat Julius Müller, ,, Oberpräsidialrat Dr. Schimmelpfennig, „ Bürgermeister Dr. Trentin. Als Delegierte der einzelnen Sektionen sind in das Präsidium ge- wählt von der Medizinischen Sektion: Herr Geh. Med.-Rat Prof. Dr. Neisser, . „ Geh. Med.-Rat Prof. Dr. Partsch, „ Geh. Med.-Rat Prof. Dr. Uhthoff, „ Geh. Med.-Rat Prof. Dr. Küttner, ,, Prof. Dr. Tietze, von der Hygienischen; Herr Geh. Med.-Rat Prof. Dr. Pfeiffer, von der Naturwissenschaftlichen: Herr Geh. Reg. -Rat Prof. Dr. Hintze und ,, Prof. Dr. Franz, von der Zoologisch-Botanischen: Herr Prof. Dittrich, von der Sektion für Obst- und Gartenbau: Herr Prof. Dr. Rosen, von der Historischen: Herr Archivdirektor Geh. Archivrat Dr. Meinardus, von der Rechts- und Staatswissenschaftlichen: Herr Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Wolf, ,, Ob. Landesger. -Präs. Wirkl, Geh. Oberjustizrat Dr. Vierhaus, ,, Geh. Justizrat Prof. Dr. Leonhard, ,, Senatspräsident Professor Dr. Engelmann, von der Philologisch-Archäologischen: Herr Prof. Dr. Skutsch, von der Orientalisch - sprachwissenschaftlichen: Herr Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Hillebrandt, von der Sektion für Neuere Philologie: Herr Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Appel, von der Mathentatischen: Herr Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Sturm, von der Philosophisch - Psychologischen: Herr Prof. Dr. Baumgartner, von der Katholisch-Theologischen: Herr Prof. Dr. Joh. Nikel, „ Domherr Dr. Anton Bergel, 8 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. von der Evangelisch-Theologischen: Herr Geh. Konsistorialrat Prof. D. Dr. Arnold, von der Technologischen Sektion: Herr Prof. Kosch, von der Sektion für Kunst der Gegenwart: Herr Architekt Felix Henry, „ Prof. Dr. Koch. Über die Tätigkeit der einzelnen Sektionen berichten die Herren Sekretäre das Folgende: Die medizinisclie Sektion hielt 21 Sitzungen ab, einschließlich 6 klinischer Abende. Für die Periode 1912/13 wurden gewälilt: als 1. Sekretär, zugleich als Vorsitzender der Sektion: Herr Geh. Med. -Rat Prof. Dr. Ne isser, als 2. Sekretär, zugleich als stellvertretender Vorsitzender: Herr Geh. Med. -Rat Prof. Dr. Minkowski, ferner : Herr Geh. Med.-Rat Prof. Dr. Part seh, „ Geh. Med.-Rat Prof. Dr. Ponfick, ,, Prof. Dr. Röhmann, ,, Prof. Dr. Rosenfeld, ,, Prof. Dr. Tietze. Die liygieDische Sektion hielt 4 Sitzungen. Zu Sekretären sind gewählt: Herr Geh. Med.-Rat Prof. Dr. Pfeiffer, „ Geh. Med.- u. Reg.-Rat Dr. Telke. Die naturwissensckaftliclie Sektion hielt 7 Sitzungen. Zu Sekretären sind gewählt: Herr Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Hintze, ,, Prof. Dr. Gadamer, ,, Prof. Dr. Lummer. Die zoologiscli-botanisclie Sektion hielt 6 Sitzungen. Zu Sekretären sind gewählt: Herr Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Pax, „ Prof. Dr. Kükenthal. Allgemeiner Bericht. Die Sektion für Obst- und Gartenbau hielt 5 Sitzungen. Zum Sekretär ist gewählt: Herr Prof. Dr. Rosen, zum Stellvertreter: Herr Kgl. Garteninspektor Hölscher, zum Verwaltungsvorstand: Herr Verlagsbuchhändler Max Müller. Die Mstorische Sektion hielt 1 Sitzung. Zu Sekretären sind gewählt: Herr Geh. Reg. -Rat Prof. Dr. Kaufmann, ,, Archivdirektor Geh. Archivrat Dr. Meinardus, „ Prof. Dr. Krebs. Die Sektion für Rechts- und Staats-Wissenschaften hielt 11 Sitzungen. Zu Sekretären sind gewählt: Herr Geh. Justiz rat Prof. Dr. Leonhard, „ Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Julius Wolf, ,, Oberlandesgerichts-Präsident Dr. Vierhaus. Die philologisch-archäologisclie Sektion hielt 1 Sitzung. Zu Sekretären sind gewählt: Herr Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Foerster, ,, Prof. Dr. S kutsch. Die Orientalisch-sprachwissenscliaftliche Sektion hielt 1 Sitzung. Zu Sekretären wurden gewählt: Herr Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Hillebrandt, „ Prof. Dr, Meissner, „ Prof. Dr. Sehr ad er. Die Sektion für neuere Philologie hielt 1 Sitzung. Zu Sekretären sind gewählt: Herr Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Appel, „ Prof. Dr. Max Koch, ,, Prof. Dr. Sarrazin. Die mathematische Sektion hielt 3 Sitzungen. Zu Sekretären sind gewählt: Herr Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Kneser, Magnifizenz, Realschuldirektor Prof. Dr. Peche. 10 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Die philosophiscli-psycliologisclie Sektion hielt 4 Sitzungen. Zu Sekretären sind gewählt: Herr Prof. Dr. KUhnemann, zugleich Vorsitzender, ,, Prof. Dr. Baumgartner, „ Prof. Dr. Stern. Die katholisch-theologisclie Sektion hielt 6 Sitzungen. Zu Sekretären sind gewählt: Herr Prof. Dr. Joh. Nikel, „ Religions- und Oberlehrer Herrn. Hoffmann. Die evangeliscli-theologisclie Sektion hielt 7 Sitzungen. Zu Sekretären sind gewählt: Herr Geh. Konsistorialrat Prof. D. Dr. Arnold, „ Kircheninspektor Propst Decke. Die technologisclie Sektion hielt 1 Sitzung, Zu Sekretären sind gewählt: Herr Direktor Prof. Dipl.-Ing. Kosch, ,, Dipl.-Ing. Oberlehrer Wohl. Die Sektion für Kunst der Gegenwart hielt 5 Sitzungen. Zu Sekretären sind gewählt: Herr Architekt Felix Henry, „ Baurat Karl Grosser, ,, Professor Irrmann, „ Professor Dr. Max Koch, „ Professor Dr. jur. Georg Dohrn. Allgemeine Versammlungen fanden 5 statt. In ihnen wurden folgende Vorträge gehalten: 1. Am 17. Januar von Fräulein Dr. phil. Barbara Renz: ,,Über Auffassung und Behandlung der Zwillinge im Völkerleben." 2. Am 28. Januar hielt Herr Geh. Reg -Rat Prof. Dr. Buchner einen durch viele Experimente und Lichtbilder erläuterten Vortrag über: „Die Gärungsvorgänge, eine Folge von Enzym-Wirkungen". Allgemeiner Bericht. 1 1 3. Am 8. März Herr Prof. Dr. Lummer: „Über die physikalischen Grundlagen der Luftschiffahrt und Flugtechnik". 4. Am 20. November Herr Priv.-Doz. Dr. Roeder einen durch Lichtbilder veran- schaulichten Vortrag über: ,,Ein Totenfest in Ägypten". 5. Am 19. Dezember Herr Direktorialassistent Dr. Lindner einen gleichfalls durch Lichtbilder erläuterten Vortrag über: „Mona Lisa und das Schönheitsideal des Lionardo-Kreises". Präsidialsitzungen haben 5 stattgefunden. In ihnen wurden folgende Beschlüsse gefaßt: Auf die Einladung von Rektor und Senat der Kgl. Universität zur Bestellung eines Vertreters der Gesellschaft bei deren Jubelfeier, ins- besondere bei dem am Mittwoch, dem 2. August, in der Aula abzuhaltenden Festaktus wurde neben dem Präses, Herrn Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Förster, der Schatzmeister, Herr Komm.-Rat Berve, gewählt. Als Festschrift wurde seitens der Gesellschaft eine vom Präses ver- faßte Arbeit über die Selbstbiographie des Malers der Aula und des Musik- saales der Universität Johann Christoph Handke unter warmer Hervor- hebung der engen Beziehungen der Gesellschaft zur Universität überreicht. Noch kurz vor dem Universitäts-Jubiläum wurde eine von sämtlichen Mitgliedern des Präsidiums unterzeichnete Eingabe an den Herrn Minister der geistlichen und Unterrichts-Angelegenheiten abgesandt, worin die endliche Errichtung sowohl einer neuen Sternwarte, als auch eines neuen archäologischen Museums mit allem Nachdrucke befürwortet wurde. Bei der vom 8. — 10. Oktober 1911 abgehaltenen Feier des 100 jährigen Jubiläums der Naturforschenden Gesellschaft zu Görlitz wurde die Gesellschaft durch den Präses vertreten, welcher unter gleichzeitiger Über- reichung einer Adresse die Glückwünsche der Gesellschaft darbrachte und zugleich die Erinnerung an die erste 1862 in Görlitz gehaltene Wander- versammlung der Gesellschaft erneuerte. Die Einladungen der Polytechnischen Gesellschaft zu Stettin zur Feier ihres fünfzigjährigen Bestehens, sowie des deutschen Vereins für die Geschichte Mährens und Schlesiens in Brunn zur Feier seines sechzigjährigen Bestandes und des Vereins für Naturkunde zu Gas sei zur Feier seines fünfundsiebzigjährigen Bestehens wurden durch Glückwunschschreiben beantwortet. 12 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Dem Mitgliede des Präsidiums^ Herrn Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Sturm überbrachte der Präses, begleitet von Herrn Geh. -Rat Prof. Dr. Hintze, am 6. Januar die Glückwünsche der Gesellschaft zu seinem 70. Geburtstage. Desgleichen wurden dem Ehrenmitgliede, Herrn Geh. Justizrat Dr. Freund am 28. September aus Anlaß seines 80. Geburtstages die Glück- wünsche der Gesellschaft durch den Präses überbracht. Von Herrn Prof. Dr. Lothar Heidenhain in Worms wurde der Gesellschaft ein Gipsabguß der von Professor Volkmann angefertigten Büste seines verstorbenen Vaters Rudolf Heidenhain, des ehemaligen Präses der Gesellschaft, als Geschenk überwiesen. Auf Beschluß des Präsidiums wurde das auf dem alten Kirchhofe an der Friedrich- Wilhelm-Straße befindliche Grab des im April 1827 hier ver- storbenen Physikers und Ehrenmitgliedes der Gesellschaft Chladni in würdiger Weise wiederhergestellt. Zu der auf Anregung einer stattlichen Reihe angesehener, der ganzen Provinz angehörender Fachmänner beschlossenen Begründung einer ,,Sektion für Geologie, Geographie, Berg- und Hüttenwesen" sprach das- Präsidium in seiner Sitzung vom 18. Juli die Genehmigung aus. Auch für den Gedanken der Gründung einer eigenen Sektion für Chemie hat das Präsidium Sympathie bekundet. Auf die am 29. Juli 1910 seitens des Präsidiums an den Herrn Kultusminister gerichtete Eingabe, daß die Befreiung von der Zahlung der Gebühren für die Benützung der Universitäts-Bibliothek auch den künftigen Mitgliedern der Gesellschaft zuteil werden solle, hat der Herr Minister den Bescheid erteilt, daß er einen rechtlichen Anspruch der Mitglieder auf Befreiung von der Bibliotheksgebühr nicht anzuerkennen vermöge, daß er es indes dem Herrn Direktor der Universitäts-Bibliothek überlassen wolle, auf Grund des § 4 der Gebührenordnung vom 2. November 1910 nach eigenem Ermessen auch die künftig eintretenden Mitglieder zu befreien. Unter den Gründen, die der angezogene § 4 für die Befreiung vorsieht, befindet sich der einer besonderen Dankesverpflichtung der Bibliothek. Mit Rücksicht darauf wird der Herr Direktor der Bibliothek laut Schreiben vom 19. Mai in der Regel in der Lage sein von der ihm erteilten Er- mächtigung Gebrauch zu machen. Zu diesem Zwecke werden die Namen der neuaufgenommenen Mitglieder regelmäßig dem Herrn Direktor mit- geteilt. Allgemeiner Bericht. 13 Bericht über die Bibliothek. Die im Austausch eingehenden Gesellschaftsschriften und Zeitschriften lagen im Lesezimmer mehrere Wochen zur Benutzung aus und wurden dann regelmäßig in der üblichen Weise an die Königliche und Universitäts- Bibliothek abgegeben. Als Geschenkgeber seien mit Dank genannt: Der Landeshauptmann von Schlesien, der Magistrat, das Kuratorium der Fraenkel'schen Stiftungen, Fräulein Dr, Barbara Renz und die Herren Justizrat Dr. Heilberg, Königl. Prinzl. Hof-Kunsthändler August Koelsch, Konsistorial-Assessor von Merckel und Professor Dr. Oskar Simmersbach hierselbst, ferner die Herren Kurarzt Dr. Brucauff in Arnsdorf i. Rsgb., Karl Czizek in Brunn und Buchhändler Richard Schuck in Ober-Peilau b. Gnadenfrei. Dem Schriftenaustausch sind im Jahre 1911 beigetreten: 1. Akademie der Wissenschaften in Heidelberg, 2. Geographische Gesellschaft in Rostock i./M., 3. Rijks Herbarium in Leiden, 4. Societe des Orientalistes Russes in St. Petersburg, 5. Königliche Technische Hochschule in Breslau. G. Marquardt. Bericht über das Herbar der Gesellschaft. Zur Vermehrung des Bestandes an Belegstücken seltener Arten und Formen haben außer zahlreichen altbewährten Kräften auch einige jüngere Freunde des Herbarium silesiacum beigetragen; als Spender sind besonders zu nennen die Herren Buchs (Frankenstein), Burda (Reichtal), Czmok (Gleiwitz), Figert (Liegnitz), Höflich (Sorowski), Malende (Leobschütz), Richters (Breslau), Rothe (Klettendorf), Schindler (Reichtal), Schmat- torsch (Neustadt), Schöpke (Schweidnitz), Tischler (Rodeland), Weeber (Friedek) und Werner (Alt-Gleiwitz). Für die Vielgestaltigkeit unserer Brombeerflora lieferte außer dem hierin unermüdlich tätigen Herrn Prof. Spribille auch Herr Barber (Görlitz) eine umfangreiche Probensammlung. — Der Sammlung von Photographien interessanter schlesischer Holzgewächse gingen zahlreiche Beiträge zu, auch diejenige der Meßtischblätter wurde um einige Nummern erweitert, Th. Schuhe. 14 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Kassen-Verwaitungsbericht für das Jahr 1911. Zu dem Bestand des Gesellschaftsvermögens am 31. Dezember 1910 von in bar in Wertpapieren 4 635,55 Mk. 300,— Mk. traten an Einnahmen im Jahre 1911 hinzu 20 609,76 ,, — , — ,, 25 245,31 Mk. 300,— Mk. Verausgabt wurden im Jahre 1911 . . 18 387,51 ,, — , — „ mithin verbleiben: in bar 6 857,80 Mk., in Wertpapieren 300, — Mk. Breslau, den 31. Dezember 1911. Eerve, z. Zt. Schatzmeister. Kassen -Abscliliiss für das Jalir 1911. Allg-emeiue Kasse. Einnahme. Bestand am 31. Dezember 1910 Zinsen von Wertpapieren und Gutiiaben : Div. für 1910 7 '/j »/„ von J( 300 Schles. Bankv.-Ant. Jt 22,50 Zinsen von Guthaben beim Schles. Bankverein . . ,, 278,24 IVlitglieder-Beiträge : a. einheimische für 1911 (883) Jl 8 830,— b. „ für das II. Semester 1911 (12). . „ 60,— c. auswärtige für 1911 (147) ,, 8S2, — Jahresbeitrag der Provinz Schlesien Jahresbeitrag der Stadt Breslau AußerordentUche Einnahmen : Verkauf von Schriften, Leihgebühren etc Einnahmen aus dem Gesellschaftshause: a. durch Vermietungen »)^ 3 445, — b. Rückvergütung für Heizung „ 210, — c. „ „ Beleuchtung „ 1 534,52 Wert- papiere Bar Titel M M 4 1. 300 4 635 55 300 74 2. 9 772 _ 3 000 — 2 000 — 3. 297 50 4 5 6 7 5 239 52 8 9 10 11 12. 13. 14. 15. 300 25 245 31 ireslau, den 31. Dezember 1911. Berve, z. Zt. Schatzmeister. Allgemeine Kasse. 1 200,— 780, 300, Heii e. Gehälter und dauernde Unterstützungen: a. Gehalt an den Kastellan J( b. ,, ,, ,, Hausdiener , c. Unterstützung an die Witwe des früheren Kastellans ,, ;ung, Beleuchtung und Wasserverbrauch: Koks, Kohle, Holz J( 1 358,48 Beleuchtung: Elektrisch Ml 528,10 Gas „ 680,52 „ 2 208,62 Wasser Schreibbedarf und Materialien Zeitungsinserate Druckkosten , Versicherungen (Feuer) Stempel, Steuergebühren, Gerichtskosten Steuern 49,14 Kleine Ausgaben Porto-Ausgaben Fernsprecher: No. 3702 M 196,— „ 9475 ,116, Instandhaltung des Gebäudes Postscheck-Konto Hypothekenzinsen Unbezahlte Quittungen über Mitglieder -Beiträge Barbestand am 31. Dezember 1911 Bestand an Wertpapieren : 300 Schlesischer Bankvereins-Anteil Wert- papiere Geprüft, mit den Belegen verglichen und richtig befunden. Breslau, den 17. April 1912. Leser, z. Zt. Rechnungsrevisor. Voranschlag der Emnalimen und Ausgaben der Allgemeinen Kasse für die Jahre 1912 und 1913, Emnahmen. Zinsen: a. von Wertpapieren M. 22,50 b. von Guthaben ,, 100, — Mitglieder-Beiträge : a. Einheimische M 9 000, — b. Auswärtige ,, 1 000, — Beitrag des Provinzial-Ausschusses der Provinz Schlesien . . . Beitrag der Stadt Breslau Außerordentliche Einnahmen: a. durch Vermietung von Räumlichkeiten ... M 3 300, — b. Rückvergütung für Heizung und Beleuchtung „ 1500, — c. unvorhergesehene Einnahmen ,, 47,50 Summa der Einnahmen 122,50 3 000,- 2 000,- 4 847,50 122,50 10 000,- 3 000,- 2 000,- 4 847,50 19 970,— Ausgaben. Gehälter und Pensionen Heizung, Beleuchtung und Wasser Schreibbedarf Zeitungsinserate Druckljosten Porto-Ausgaben Kleine Ausgaben Verschiedene Sektionen Hypothekenzinsen Gemeinde-Grundsteuer und Kaualgebühr Ausbesserung und Instandhaltung des Gebäudes . . ,, ,, ,, ,, Mobiliars . . Versicherungsbeitrag an die Stadt. Feuer-Sozietät Fernsprecher No. 3702 und 9475 Unvorhergesehene Ausgaben Surama der Ausgaben 3 850,— 150, 450y 4 800, 1 100, 700, 100, 3 375, 750, 1 200,— 500,— 90,— 325, 300, Mark. 2 280,- 3 850,- 150.- 450,- 4 800,- 1 100,- 700,- 100,- 3 375,- 750,- 1 200,- 500,- 90,- 325,- 300,- Breslau, den 16. November 1911. Berve, z. Zt. Schatzmeister. Einer Bitte des Arbeitsausschusses der .Jahrhundertausstellung folgend veröffentlichen wir an dieser Stelle folgenden uns übersandten Aufruf: Ausstellung zur Jahrhundertfeier der Freiheitskriege, Breslau 1913, veranstaltet von der Kgl. Haupt- und Residenzstadt Breslau unter dem Protektorate Seiner Kaiser!, und Königl. Hoheit des Kronprinzen des Deutschen Reiches und Kronprinzen von Preußen. Eine große kunst- und kulturgeschichtliche Ausstellung zur Jahr- hundertfeier der Freiheitskriege veranstaltet die Stadt Breslau, die Stadt des „Aufrufs An mein Volk", im Jahre 1913 von Mitte Mai bis Ende Oktober unter dem Protektorate des Kronprinzen des Deutschen Reichs. Die Ausstellung, mit der die Stadt ein ständiges Ausstellungsgebäude im Scheitniger Parke eröffnet, ist den Fürsten, Heerführern, Staatsmännern, Dichtern, Künstlern und bedeutenden Frauen jener Zeit gewidmet, umfaßt das damalige Heereswesen und vor allem Bilder der Ereignisse, als Rahmen aber die Kunst und das Kunstgewerbe der Zeit vor 100 Jahren. Ein Auf- ruf, den eine große Zahl von bekannten Größen der Politik, der Wissen- schaft und Kunst, des Handels und der Industrie, hohe Staats- und Gemeindebeamte und Nachkommen von Helden der Freiheitskriege aus ganz Deutschland als Mitglieder des Ehrenausschusses unterzeichnet haben, er- bittet Leihgaben für die Ausstellung nicht nur aus Deutschland, auch aus den mit Preußen damals verbündeten Staaten und aus Frankreich. Die Geschäftsstelle der Ausstellung befindet sich im Schlesischen Museum für Kunstgewerbe und Altertümer in Breslau, dessen Direktion die Gesamt- leitung übertragen worden ist. Verzeichnis sämtlicher Mitglieder der Schlesischen Gesellschaft für vaterländische Cultur. Abgeschlossen am 31. Mai 1912. Die römischen Ziffern hinter den Namen der wirklichen Mitglieder bezeichnen die Sektionen (I. die medizinische, II. die hygienische, III. die naturwissenschaftliche, IV. die zoologisch-botanische, V. die Sektion für Obst- und Gartenbau, VI. die historische, VII. die Sektion für Staats- und Rechtswissenschaften, VIII. die philo- logisch-archäologische, IX. die orientalisch-sprachwissenschaftliche, X. die für neuere Philologie, XI. die mathematische, XII. die philosophisch-psychologische, XIII. die katholisch-theologische, XIV. die evangelisch -theologische, XV. die technische, XVI. die Sektion für Kunst der Gegenwart, XVII. die Sektion für Geologie, Geo- graphie, Berg- und Hüttenwesen), denen die betreffenden Mitglieder beigetreten sind. Die beigefügten Jahreszahlen bezeichnen das Jahr des Eintritts in die Gesellschaft. Präsidium der Gresellschaft. A. Verwaltungsausscliiiß. Herr Geheimer Regierungsrat Professor Dr. phil. Richard Foerster, Präses. — Oberbürgermeister Dr. G, Bender, Vize-Präses. — Geheimer Medizinalrat Professor Dr. Ponfick, General-Sekretär. — Professor Dr. Rosen feld, stellvertretender General-Sekretär. - — Kommerzienrat Berve, Schatzmeister. — Handelsrichter Mo es er, stellvertretender Schatzmeister. B. Von der Hauptversammluiig gewählte Mitglieder. Herr Küken thal, Dr., Professor. — Küstner, Dr., Geheimer Medizinalrat und Professor. — Müller, Julius, Stadtrat. — Schimmelpfennig, Dr., Ober-Präsidial- undUni versitäts-Kuratorialrat. — Trentin, Dr., Bürgermeister. 1911. 2 18 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. C. Von den einzelnen Sektionen gewählte Mitglieder. Herr Geheimer Medizinalrat Professor Dr. Neisser, 1 — Geheimer Medizinalrat Professor Dr. Partsch, 1 , -r^ -, ■ , /^ , • ..r T • 1 T^ p T^ TTT 1 PP \ als Delegierte der — Geheimer Medizinalrat Professor Dr. Uhtholi, ; , r- , • „ , . ,T T • 1 T. P T^ T- I med. bektion. — Geheimer Medizinalrat Prolessor Dr. Küttner, — Professor Dr. Tietze, — Geheimer Medizinalrat Professor Dr. Richard Pfeiffer als Dele- gierter der hygien. Sektion. — Geh. Reg.-Rat Professor Dr. Hintze, ) als Delegierte der naturw. — Professor Dr. Franz, ) Sektion. — Professor Dittrich, als Delegierter der zoolog.-botan. Sektion. — Professor Dr.Rosen, als Delegierter der Sektion für Obst- und Gartenbau, — Archiv-Direktor Geh. Archivrat Dr. Meinardus, als Delegierter der historischen Sektion. — Geheimer Regierungsrat Professor Dr. Wolf, x , ^ , . 1 als Delegierte der — Ober-Landesgerichts-Präsident Wirkl. Geh. Ober- r,- n r, ^ . ^ ,^. , ( Sektion lür Staats- u. Justizrat Dr. Vierhaus, > ^ , l Rechtswissen- — Geheimer Justizrat Professor Dr. Leonhard, \ . ^. CN • 1 T^ P T^ T-. n / scliatten. — Senatspräsident Proiessor Dr. Lngelmann, — Professor Dr. Skutsch, als Delegierter der philolog.-archäolog. Sektion. — Geheimer Regierungsrat Professor Dr. Hillebrandt, als Delegierter der orientalisch-sprachwissenschaftlichen Sektion. — Geheimer Regierungsrat Professor Dr. Appel, als Delegierter der Sektion für neuere Philologie. — Geheimer Regierungsrat Professor Dr. Sturm, als Delegierter der mathematischen Sektion. — • Professor Dr. Baumgartner, als Delegierter der philosophisch-psycho- logischen Sektion. — Professor Dr. Joh. Nikel, ) als Delegierte der katholisch- — Domherr Dr, Bergel, \ theologischen Sektion. — Geheimer Konsistorialrat Professor D. Dr. Arnold, als Delegierter der evangelisch-theologischen Sektion. — Direktor der Königl. höheren Maschinenbauschule Professor Kosch, als Delegierter der technischen Sektion. — Architekt Felix Henry, ) als Delegierte der Sektion für Kunst — Professor Dr. Max Koch, ) der Gegenwart. — Königlicher ßerghauptmann und Ober- 1 als Delegierte der Sektion bergamtsdirektor Schmeisser, [ für Geologie, Geographie, — Professor Dr. Frech, ^ Berg- und Hüttenwesen. Sekretäre der Sektionen. Herr Appel, Dr., Geh. Regierungsrat und Universitäts-Professor, Sekretär der Sektion für neuere Philologie. Mitglieder -Verzeichnis. 19 Herr Arnold, D. Dr., Geh. Konsistorialrat und Uni versitäts -Professor, Sekretär der evangelisch-theologischen Sektion, — Baumgartner , M., Dr., Universitäts-Professor, Sekretär der philo- sophisch-psychologischen Sektion. — Decke, Pastor prim., Propst und städt. Kircheninspektor, Sekretär der evangelisch-theologischen Sektion. — Do hm, Dr., Professor, Sekretär der Sektion für Kunst der Gegenwart, — Dyhrenfurth, Günter, Dr., Sekretär der Sektion für Geologie, Geographie, Berg- und Hüttenwesen. — Eckert, Bergwerksdirektor, Sekretär der Sektion für Geologie, Geographie, Berg- und Hüttenwesen. — Foerster, Richard, Dr., Geheimer Regierungsrat und Universitäts- Professor, Sekretär der philologisch-archäologischen Sektion. — Frech, Dr., Universitäts-Professor, stellvertretender Vorsitzender der Sektion für Geologie, Geographie, Berg- und Hüttenwesen. — Gadamer, Dr., Universitäts-Professor, Sekretär der naturwissen- schaftlichen Sektion. — Grosser, Königl, Baurat, Sekretär der Sektion für Kunst der Gegenwart. — Henry, Felix, Architekt, Sekretär der Sektion für Kunst der Gegenwart, — Hillebrandt, Dr., Geh. Regierungsrat und Universitäts-Professor, Sekretär der orientalisch-sprachwissenschaftlichen Sektion, — Hintze, Dr., Geh, Regierungsrat und Universitäts-Professor, Sekretär der naturwissenschaftlichen Sektion. — Hoffmann, Herrn,, Religiöns- und Obei-lehrer, Sekretär der katholisch- theologischen Sektion. — Hoelscher, Königl. Garteninspektor, stellvertretender Sekretär der Sektion für Obst- und Gartenbau. — Irrmann, Professor, Sekretär der Sektion für Kunst der Gegenwart. — Kaufmann, Dr., Geh. Regierungsrat und Universitäts- Professor, Sekretär der historischen Sektion. — Klaatsch, Herm., Dr., Universitäts-Professor, Sekretär der Sektion für Geologie, Geographie, Berg- und Hüttenwesen. — Kneser, Dr., Geh. Regierungsrat und Universitäts-Professor, Sekretär der mathematischen Sektion. — Koch, Dr., Universitäts-Professor, Sekretär der Sektion für neuere Philologie und der Sektion für Kunst der Gegenwart. — Kosch, Professor, Direktor der Königl. höheren Maschinenbauschule, Sekretär der technischen Sektion. — Krebs, Dr., Professor, Sekretär der historischen Sektion, — Kühnemann, Dr., Universitäts-Professor, Vorsitzender der philo- sophisch-psychologischen Sektion. — Kükenthal, Dr., Universitäts-Professor, Sekretär der zoologisch- botanischen Sektion. 2* 20 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Herr Lach mann, Dr., Sekretär der Sektion für Geologie, Geographie, Berg- und Hüttenwesen. — Leonhard, Dr., Geheimer Justizrat und Universitäts- Professor, Sekretär der Sektion für Staats- und Rechtswissenschaften. — Lummer, Dr., Universitäts-Professor, Sekretär der naturwissen- schaftlichen Sektion. — Meinardus, Dr., Geh, Archivrat, Direktor des Staatsarchivs, Sekretär der historischen Sektion. — Meißner, Dr., Universitäts-Professor, Sekretär der orientalisch- sprachwissenschaftlichen Sektion. — Minkowski, Dr. med.. Geheimer Medizinalrat und Universitäts- Professor, stellvertret. Vorsitzender der medizinischen Sektion. — Neisser, Dr. med.. Geheimer Medizinalrat und Universitäts-Professor, Vorsitzender der medizinischen Sektion. — Nikel, Dr., Universitäts-Professor, Sekretär der katholisch-theolo- gischen Sektion. — Partsch, C, Dr. med.. Geheimer Medizinalrat und Universitäts- Professor, Sekretär der medizinischen Sektion. — Pax, Ferdinand, Dr. phil.. Geh. Regierungsrat und Universitäts- Professor, Sekretär der zoologisch-botanischen Sektion. — Peche, Dr., Professor, Realschuldirektor, Sekretär der mathe- matischen Sektion. — Pfeiffer, Richard, Dr., Geh. Medizinalrat und Universitäts-Professor, Sekretär der hygienischen Sektion. — Ponfick, Dr. med., Geh. Medizinalrat und Universitäts-Professor, Sekretär der medizinischen Sektion. — Röhmann, Dr., Universitäts-Professor, Sekretär der medizinischen Sektion. — Rosen, Dr., Universitäts-Professor, Sekretär der Sektion für Obst- und Gartenbau. — Rosenfeld, Georg, Dr. med., Professor, Sekretär der medizinischen Sektion. — Rösing, Bergassessor, Sekretär der Sektion für Geologie, Geographie, Berg- und Hüttenwesen. — Sarrazin, Dr., Universitäts -Professor, Sekretär der Sektion für neuere Philologie. — Schmeisser, Königl. Berghauptmann, Oberbergamtsdirektor, Vor- sitzender der Sektion für Geologie, Geographie, Berg- und Hüttenwesen. ■ — Schrader, Dr., Universitäts-Professor, Sekretär der orientalisch- sprachwissenschaftlichen Sektion. — Simmer sbach, Professor, Sekretär der Sektion für Geologie, Geographie, Berg- und Hüttenwesen. Mitglieder -Verzeichnis. 21 Herr S kutsch, Dr., Universitäts- Professor, Sekretär der philologisch- archäologischen Sektion. — Stern, William, Dr. phil., Universitäts -Professor, Sekretär der philosophisch-psychologischen Sektion. — Supan, Dr., Universitäts-Professor, Sekretär der Sektion für Geologie, Geographie, Berg- und Hüttenwesen. — Taeger, Dr., Sekretär der Sektion für Geologie, Geographie, Berg- und Hüttenv^^esen. — Telke, Dr., Geheimer Medizinalrat und Regierungsrat, Sekretär der hygienischen Sektion. — Tietze, Dr. med., Professor, Sekretär der medizinischen Sektion. — Vierhaus, Dr., Oberlandesgerichts-Präsident, Sekretär der Sektion für Staats- und Rechtswissenschaften. — V\^i]li ger, Dr., Bergrat, Sekretär der Sektion für Geologie, Geographie, Berg- und Hüttenwesen. — Wohl, Diplom-Ingenieur u. Oberlehrer, Sekretär d. technischen Sektion. — Wolf, Dr., Geh. Regierungsrat und Universitäts-Professor, Sekretär der Sektion für Staats- und Rechtswissenschaften. Reclmiings - Revisor. Herr Leser, Kaiserl. Bankdirektor. Kustos des Herbarium. Herr Schuhe, Dr., Professor, Oberlehrer am Realgymnasium am Zwinger. Hauskurator. Herr Kern na, Fritz, Fabrikbesitzer. Beamte: Kastellan: Schätzler, ) Gesellschaftshaus, Hausdiener Schätzler, 1 Gesellschaftshaus, : Ho ff mann,/ Matthiaskunst 4/5. A. Ehren-Mitglieder. 1. Herr Bacelli, Guido, Dr., Professor, Direktor der medizinischen Klinik und des Polyklinikum, Exzellenz, in Rom. 2. — Bender, Georg, Dr., Oberbürgermeister in Breslau. 3. — Blaschnick, Arthur, Maler in Berlin. 4. — Blümner, Hugo, Dr., Professor in Zürich. 5. — Christ, Hermann, Dr., Oberlandesgerichtsrat in Basel. 6. — Chun, Carl, Dr., Professor und Geh. Hofrat in Leipzig. 7. — Dörpfeld, Dr., Professor, 1. Sekretär des Kaiserlich deutschen archäolog. Instituts in Athen a. D., z Zt. in Berlin. 8. • — Dudik, Dr., mährischer Landeshistoriograph in Brunn. 9. — Elster, Dr., Wirkl. Geh. Oberregierungsrat, Vortragender Rat im Ministerium der geistlichen und Unterrichts-Angelegen- heiten in Berlin. 22 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. 10. Herr Engler, Adolf, Dr., Professor, Geh. Ober-Regierungsrat, Direktor des Königl. botanischen Gartens und Museums in Berlin. 11. — Freund, W. A., Dr. med,, Professor in Berlin. 12. — Freund, Dr., Geh. Justizrat und Stadtverordneten-Vorsteher in Breslau. 13. — Fritsch, Heinrich, Dr. med.. Geh. Ober-Medizinalrat und Pro- fessor, Direktor der Universitäts-Frauenklinik in Bonn. 14. — Grützner, Dr. med., Professor in Tübingen. 15. — Henry, Felix, Architekt in Breslau. 16. — Le Jolis, Aug., Dr., Direktor der Societe nationale des sciences naturelles in Cherbourg. 17. — Keen, W. W., Dr., Professor der Chirurgie am Jepherson College in Philadelphia. 18. — Kopp, Georg, Dr., Eminenz, Kardinal und Fürstbischof von Breslau. 19. — Lichtheim, Wilhelm, Dr., Geh. Medizinalrat und Professor in Königsberg i. Pr. 20. — Marchand, Felix, Dr., Geh. Regierungsrat und Professor in Leipzig. 21. — Montelius, Oskar, Dr., Professor in Stockholm. 22. — Nathorst, Alfred, Dr., Professor, Direktor des phytopaläontol. Museums in Stockholm. 23. — Partsch, J., Dr., Geh. Regierungsrat und Professor in Leipzig. 24. — Reye, Theodor, Dr., Professor in Straßburg i. E. 25. — Roux, Wilhelm, Dr., Geheimer Medizinalrat und Professor in Halle a. S. 26. — Stäche, Dr., Hofrat, Direktor der k. k. geologischen Reichs- anstalt in Wien. 27. — Graf von Stosch, Georg, Wirklich. Geh. Rat, Exzellenz, auf Hartau. 28. — Studt, Dr., Staatsminister, Exzellenz, in Berlin. 29. — Tietze, Emil, Dr., Hofrat und Direktor der k. k. geologischen Reichsanstalt in Wien. 30. Se. Durchlaucht Herzog zu Trachenberg, Fürst von Hatzfeldt, Dr., Freier Standesherr zu Trachenberg. 31. Herr Vogt, Friedrich, Dr. phil., Professor und Geheimer Regierungs- ral in Marburg i. Hessen. 32. — Waldeyer, Dr. med.. Geh. Ober-Medizinalrat und Professor, Direktor der Anatomie in Berlin. 33. — Weber, Leonhard, Dr. phil., Professor in Kiel. 34. — Graf v. Zedlitz und Trützschler, Dr. D., Staatsminister, Exzellenz, Berlin-Charlottenburg. Mitglieder -Verzeichnis. 23 ß. Korrespondierende Mitglieder. 1. Herr Abromeit, Johannes, Dr., Privatdozent in Königsberg i. Pr. 2. — Ardissone, Francesco, Professor der Botanik an der landwirt- schaftlichen Akademie und Direktor des botanischen Gartens an der Brera in Mailand. 3. — Ascherson, P., Dr. phil., Professor der Botanik in Berlin. 4. — Auerbach, Felix, Dr., Professor in Jena. 5. — Axenfeld, Theodor, Dr., Professor in Freiburg i. B. 6. — Bachmann, Dr., Professor in Prag. 7. — Baer, Dr., Sanitätsrat in Hirschberg i. Sohl. 8. — Bail, Dr., Professor am Realgymnasium u. Direktor der natur- forschenden Gesellschaft in Danzig. 9. — Barber, E., Lehrer in Görlitz. 10. — Berneker, Erich, Dr. phil., Professor in München. 11. — Binswanger, Otto, Dr., Geh. Medizinalrat u. Professor in Jena. 12. — Biondi, Or., Professore di Chirurgia in Siena. 13. — Bizzozzero, Giulio, Dr., Professore di Patalogia in Turin. 14. — Böttiger, Dr. phil., Professor und Hofrat in Erlangen. 15. — Borzi, A., Dr., Professor der Botanik und Direktor des botan. Gartens in Palermo. 16. — Bosshard, Adolf, Präses des schweizerischen Obst- und Wein- bau-Vereins in Pfäffikon bei Zürich. 17. — Briosi, Dr., Professor der Botanik in Pavia. 18. — Broca, Dr., Chirurgien des Höpitaux, Professeur aggrege in Paris. 19. — Buchner, Eduard, Dr. phil., Geh. Regierungsrat und Professor in Würzburg. 20. — Celakovsky, Ladislav, Dr., Professor der Botanik in Prag. 21. — Claus, Dr., Professor der Zoologie in Wien, Direktor der zoologischen Station in Triest. 22. — Conwentz, Dr., Geh. Regierungsrat und Professor in Berlin- Schöneberg. 23. — Oornill, C, Dr. theol. et phil., Geh. Konsistorialrat u. Professor in Halle a. S. 24. — Czerny, Adalbert, Dr. med., Professor in Straßburg. 25. — Debey, Dr. med. in Aachen. 26. — Debove, Dr., Professeur de Medecine interne in Paris. 27. — von Doeller, Major, Vize-Präses des Karpathen -Vereins in Kesmark (Ungarn). 28. — Durante, Francesco, Dr., Professore di Chirurgia, Senatoredel regno in Rom. 29. — Ehrlich, Paul, Dr., Wirkl. Geh. Rat und Professor, Exzellenz in Frankfurt a. M. 24 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. 30. Herr Eitner, Robert, Redakteur der Monatshefte für Musikgeschichte in Berlin. 31. — d'Elvert, k. k. Finanzrat in Brunn. 32. — Eulenburg, Dr., Geh. Ober-Medizinalrat und Professor in Berlin. 33. — Favre, Alphonse, Dr., Professor in Genf. 34. — Faye, F. C, Dr. med., Professor, Direktor der geburtshilfl. Klinik, Präsident der Societe de Medecine in Christiania. 35. — Figert, E., Gymnasial-Vorschullehrer in Liegnitz. 36. — Fischer von Waldheim, Dr., Professor der Botanik und Direktor des botanischen Gartens in St. Petersburg. 37. — Fitz, R. H., Dr., Professor of Pathalogy in Boston. 38. — Flügge, Dr., Geh. Medizinalrat und Professor in Berlin. 39. — Friedensburg, Dr., Geh. Regierungsrat, z. Zt. in Breslau. 40. — Freiherr von Friesen, Präses des Landes-Obstbau-Vereins für das Königreich Sachsen auf Rötha bei Leipzig. 41. — Fristedt, Dr., Professor in Upsala. 42. — Fritze, R., Gutsbesitzer auf Rydultau bei Czernitz O.-S. 43. — Garre, Dr., Geh. Medizinalrat und Professor in Bonn. 44. — Gaupp, Dr. med., Professor in Freiburg i. B. 45. — Gerhardt, Oberlehrer in Liegnitz. 46. — Freiherr von Gilden fei d, Präses des Vereins für Gartenbau für die Herzogtümer Schleswig-Holstein in Kiel. 47. — Günther, Siegmund, Dr., Professor, Kustos am naturwissen- schaftlichen Museum, South-Kensington, London. 48. — Gürich, Georg, Dr. phil., Professor in Hamburg. 49. — Hagen, Dr. phil., Professor in Königsberg. 50. — Hagen, Dr., Professor in Berlin, 51. — Hartig, Robert, Dr., Ober-Forstrat und Professor in München. 52. — Hasse, Wilhelm, Lehrer in Witten i. Westf. 53. — von Haugwitz, Rüdiger, Ober-Präsidialrat in Münster i. Westf. 54. — Hellwig, Lehrer in Grünberg i. Schi. 55. — Hering, E., Dr. med., Professor, Geheimer Rat in Leipzig. 56. — Hernando y Espinosa, Don Benito, Dr., Professor in Madrid. 57. — Herzog, Dr. phil., Medizinal-Assessor, Apotheker in Braun- schweig. 58. — Heydweiller, Adolf, Dr., Professor in Rostock i. Meckl. 59. — Ho ff mann, Otto, Dr. phil., Professor in Münster i. Westf. 60. — Ho Imgren, Frithjof, Dr., Professor der Physiologie in Upsala. 61. — Jadassohn, Josef, Dr., Professor in Bern. Mitglieder-Verzeichnis. 25 62. Herr Jühlke, Hofgarten-Direktor der Königl. preußischen Gärten in Potsdam. 63. — Kaufmann, Eduard, Dr., Professor in Göttingen. 64. — Kawerau, Dr., Oberkonsistorialrat, Propst und Professor in Berlin. 65. — Kirchner, Dr. phil., Professor in Hohenheim. 66. — Klein, Dr. theoL, Pfarrer in Gläsendorf bei Schreibendorf. 67. — Kny, Dr. phil., Professor, Geh. Regierungsrat, WilmersdorfbeiBerlin. 68. — Köbner, Dr. med., Professor in Berlin. 69. — Koehne, Emil, Dr., Professor in Friedenau bei Berlin. 70. — Kraatz, G., Dr. phil. in Berlin. 71. — Kraus, J. B., k. k. Münz- und Bergwesens- Hofbuchhaltungs- Offizial in Wien. 72. — Krone, Hermann, Privatdozent der Photographie am Königl. sächsischen Polytechnikum in Dresden. 73. — Kükenthal, Georg, Pfarrer in Grub a. Forst b. Koburg. 74. — Küstner, Friedrich, Dr., Professor in Bonn. 75. — Landau, Leopold, Dr., Geh. Medizinalrat und Professor in Berlin. 76. — Langenhan, A., Generalbevollmächtigter der Gothaer Lebens- versicherungsbank in Liegnitz. 77. — Lindner, Theodor, Dr. phil., Geh. Regierungsrat, Professor in Halle. 78. — Litten, Dr. med., Professor in Berlin. 79. — Löhr, Dr., Professor in Königsberg i. Ostpr. 80. — Mannowsky, Geh. Regierungsrat in Berlin. 81. — Meebold, Alfred in Heidenheim a. B., Württemberg. 82. — Milch, Ludwig, Dr. phil., Professor in Greifswald. 83. — Müller, Friedrich, Dr., Professor in München. 84. — Müller, Gustav, Dr., Professor, Hauptobservator der Sternwarte in Potsdam. 85. — Neubert, Wilh., Dr. phil. in Stuttgart. 86. — Neugebauer, Dr. med., Professor in Warschau. 87. — Neuland, Königl. preuß. Oberst a. D. in Berlin. 88. — Neu mann, Dr. med., Kreis-Physikus in Berlin. 89. — Niederlein, Gustav, Inspektor in Buenos Aires, Argentinien. 90. — Norden, Eduard, Dr. phil., Geh. Regierungsrat und Professor in Berlin. 91. — Orth, A., Di-, phil., Professor in Berlin. 92. — Passarge, Siegfried, Dr. phil., Professor in Hamburg. 93. — Penzig, Dr. phil., Professor und Direktor des botanischen Gartens in Genua. 94. — Petzold, Dr. med., Wirklicher Staatsrat u. Professor, Exzellenz, in Dorpat. 26 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. 95. Herr Pillet, Alfred, Dr. phil., Professor in Königsberg i. Fr. 96. — Pinzger, Dr., Gymnasial-Direktor in Saalfeld. 97. — von Pirquet, Freiherr, Dr. med., Professor in Wien. 98. — Pistor, Dr., Regierungs- und Medizinalrat in Frankfurt a, 0. 99. — Räch fahl, Dr., Professor in Gießen. 100. — Rayer, Dr. med., Membre de l'Institut et de l'Academie de Medecine, President de la Societe de biologie in Paris. 101. — Reimann, Eugen, Dr., Professor in Plirschberg i. Schi. 102. — Saccardo, P. A., Professor der Rotanik in Padua. 103. — Sadebeck, R., Dr., Professor in Hamburg. 104. — Salomonsen, Dr., Professor, Direktor des Instituts für Serum- forschung in Kopenhagen. 105. — Sausurre, Henri, Dr., Professor in Genf. 106. — Schmidt, Hugo, Lehrer in Grünberg i. Schi. 107. — Schübel, Pfarrer in Ottmuth bei Gogolin. 108. — Schoepke, Wilhelm, Mittelschullehrer in Schweidnitz. 109. — Scholtz, Max, Dr., Professor in Greifswald. 110. — Schomburg, R., Professor, Direktor des botanischen Gartens in Adelaide (West-Australien). 111. — Schwendener, Dr. phil., Geh. Regierungsrat und Professor in Rerlin. 112. — Sorauer, Dr. phil., Professor in Rerlin. 113. — Spribille, Franz, Professor, z. Zt. in Rreslau. 114. — Stämmler, Ferdinand, Königl. Gartendirektor in Liegnitz. 115. — Stevenson, J. J., Professor an der Universität New-York. 116. — von Strümpell, Dr, med., Geh. Medizinalrat und Professor in Leipzig. 117. — von Tichatscheff, Kaiserlich russischer Kammerherr in Paris. 118. — Temple, Rudolf, Bureau- Chef der General -Assekuranz in Budapest. 119. — Traube, Hermann, Dr,, Professor in Berlin. 120. — Vanlair, Dr., Professor in Lüttich. 121. — Verneuil, Chirurgien des Höpitaux, Professeur aggrege in Paris, 122. — Weeber, k. k. Landes-Forstinspeklor u. Forsttaxator in Rrünn. 123. — Wegehaupt, Gymnasialdirektor in Hamburg. 124. — Welch, H,, Dr., Professor of Pathology in Baltimore. 125. — Wendland, Paul, Dr., Professor in Göttingen. 126. — Weniger, Dr., Geh. Hofrat und Gymnasial-Direktor a. D. in Weimar. 127. — Wetschky, Apotheker i, Gnadenfeld O.-S. 128. — Wiesner, Dr,, Professor und Direktor des pflanzenphysio- logischen Instituts der Universität in Wien. 129. — von Wilmowsky, Geh. Justizrat in Berlin. Mitglieder -Verzeichnis. 27 130. Herr Wingen, Kgl. Baurat in Bonn a. Rh. 131. — Wittmack, Dr., Geh. Regierungsrat und Professor in Berlin. 132. — Wittrock, Dr., Direktor des Reichsmuseums in Stockholm. 133. — Wood, Dr., Professor, Präsident der Philosophical Society in Philadelphia. 134. — Wünsch, Richard, Dr., Professor in Königsberg i. Pr. C. Wirkliche einheimische Mitglieder. 1. Herr Abicht, Rudolf, Dr. phil., Professor, Pastor em., X. XIV. 1900, Herzogstr. 4. 2. — Abramczyk, Felix, Justizrat, Rechtsanwalt, VII. XVI. 1910, Kurfürstenstr. 11. 3. — Alexander, Conrad, Dr. med., Professor, I. II. 1885, Claassen- straße 3. 4. — Alexander, Carl, Dr. med., Sanitätsrat, I. II. III. 1895, Ohlauer Straße 1. 5. — • Appel, Carl, Dr. phil.. Geh. Regierungsrat und Universitäts- Professor, VIII. X. 1902, Wardeinstr. 1. 6. _ Apt, Heinrich, Dr. med., I. II. 1901, Viktoriastr. 114. 7. — Arnold, Franklin, D. Dr., Geh. Konsistorialrat und Universitäts- Professor, VI. X. XII. XIV. 1904, Uferzeile 10. 8. — Asch, Robert, Dr. med., Primärarzt, I. II. 1890, Gartenstr. 9. 9. — Auerbach, Herm., Rentier, III. VI. 1901, Kaiser- Wilhelm-Str. 89. 10. — Augustin, Carl, Weihbischof, XIII. 1904, Uferstr. 1. 11. — Auhagen, Otto, Dr.phil., Universitäts-Professor, 1897 (beurlaubt). 12. — Auras, Reinhold, Stadtrat a. D. und Stadtältester, II. 1892, Zimmerstr. 5/7. 13. — Bach, Joseph, Dr. med., I, II. 1901, Zimmerstr. 4. 14. — Bail, Ernst, Regierungsrat, III. VI. VII. XII. XV. XVI. 1910, Hohenzollernstr. 76. 15. — Balder, Max, Dr. jur., Rechtsanwalt, VII. 1908, Kirschenallee 22. 16. — Bamberg, Alfred, Dr. phil., Fabrikbesitzer, VI. 1903, Ohlauer Stadtgraben 2. 17. — Baenitz, Carl, Dr. phil.. Privatgelehrter, III. IV. V. 1895, Kaiser- straße 78. 18. — Bannes, Franz, Dr. med., Primärarzt, I. II. III. XVI. 1911, Hohenzollernstr, 12. 19. — Barasch, Adolf, Buchhändler, 1909, Opitzstr. 11. 20. Frau Bartenstein, Emilie, VI. VIII. 1908, Moritzstr. 3/5. 21. Herr Barthel, Carl, Dr. med., Sanitätsrat, I. II. 1897, Kaiser- Wilhelm-Str. 61. 28 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. 22. Herr Bartsch, Wilhelm, Dr. med., I. II. III. IV. VI. 1908, Friedrich- Wilhelm-Str. 6. 23. — Bauch, Gustav, Dr. phil., Professor, VIII. 1883, Ohiauufer 32a. 24. — Bauer, Hermann, Fabrikbesitzer, III. IV. V. VI. XV. XVI. 1909, Kaiser-Wilhelm-Str. 120. 25. — Baum, Hugo, Ratszimmermeister, III. V. 1900, Tiergartenstr. 24. 26. — Baumgartner, M., Dr. phil., Universitäts- Professor, I. III. IV. XII. XIII. XVI. 1902, Rosenthaler Str. 31/33. 27. — Bau mm, Paul, Dr. med., Direktor der Provinzial-Hebammen- Lehranstalt und Frauenklinik, I. II. V. 1895, Kronprinzen- straße 23/25. 28. Frau Beck, Elise, 1907, Lindenallee 22/24. 29. Herr Becker, Carl, Dr. med., I. II. 1901, Matthiasplatz 4. 30. — Becker, Paul, Dr. med., I. II. 1908, Tauentzienstr. 32. 31. — Becker, Robert, Professor und Museums-Bibliothekar, VIII. XVI. 1886, Viktoriastr. 14. 32. — Beckmann, Waldemar, Apotheker, II. III. IV. V. XII. 1902, Scharnhorststr. 1 7 . 33. — Bederke, Fritz, Pastor prim., XIV. 1904, Nikolaistadtgr. 25. 34. Frau Bender, Margarethe, III. 1908, Rosenthaler Str. 14. 35. Frl. Bender, Clara, Dr. med., I. 1909, Gartenstr. 58. 36. Herr Bergel, Anton, Dr., Domherr, XIII. 1904, Domstr. 10. 37. — Berger, Adolf, Kulturingenieur und Königl. Landmesser, VI. VIII. XV. 1908, Gabitzstr. 104. 38. — Berger, Otto, Mag.-Baurat, IL III. VII. XV. XVI. 1907, Wölfl- straße 8. 39. — Berliner, Max, Dr. med., I. IL 1898, Kaiser-Wilhelm-Str. 29. 40. — Berve, Emil, Kommerzienrat, VII. XII. 1904, Kaiser-Wilhelm- Straße 100/102. 41. — Beuten, Albert, Dr. phil., Professor, IL III. XVlI. 1908, Auen- Straße 5. 42. — Bial, Wilhelm, Buchhändler, 1908, Tauentzienstr. 41. 43. Frau Bial, Marie, 1908, Tauentzienstr. 41. 44. Herr Biberfeld, Carl, Schriftsteller, XVI. 1908, Ohiauufer 41. 45. — Bie, Felix, Dr., Rechtsanwalt, VII. XII. 1911, Neue Schweid- nitzer Straße 11. 46. — Bielschowsky, Emanuel, Kaufmann, III. VL XV. XVII. 1912, Herrenstr. 26. 47. Frau Bielschowsky, Hanna, IV. VIII. XII. XVL 1912, Herrenstr. 26. 48. Herr Bielschowsky, Emil, Dr. med., I. IL XII. 1889, Kaiser-Wilhelm- Straße 45. 49. — Bielschowsky, Georg, Justizrat und Rechtsanwalt, VII. 1911, Kaiser-Wilhelm-Str. 131. Mitglieder-Verzeichnis. 29 50. Herr Biermer, Herrn., Dr. med., Primärarzt, I. VI. 1907, Kaiser- Wilhelm-Str. 96/98. 51. Frau Bilewsky, Helene, IL III. IV. V. VII. 1907, Höfchenstr. 97. 52. Herr Biltz, Heinrich, Dr. phil., Universitäts- Professor, II. III. XV. XVI. 1911, Kaiser-V^ilhelm-Str. 131. 53. — Bitta, Joseph, Justizrat und Rechtsanwalt, III. VII. XIII. 1911, Körnerstr. 23/25. 54. — Bleisch, Johannes, Dr. med., Primärarzt, I. II. 1906, Feldstr. 16. 55. — Bock, Friedrich, Dr., Stabsarzt, I. IL III. 1909, Lehmdamm 5 b. 56. — Bogatsch, Adolf, Dr. med., Geh. Sanitätsrat, I. IL 1897, Hohen- zollernstr. 68. 57. — Boenninghaus, Georg, Dr. med., Professor, I. IL 1895, Kaiser- Wilhelm-Str. 12. 58. Frau Born, Bertha, IL III. XVL 1911, Zimmerstr. 5/7. 59. Herr Born, iMax, Dr. phil., Privatdozent, XL 1907, Zimmerstr. 5/7. 60. — V. d. Borne, Georg, Dr. phil., Professor, III. V. XV. XVIL 1906, Krietern bei Breslau, Siebenmorgensir. 69. 61. — Brade, Richard, Dr. med., Oberarzt, L VI. XVI. 1910, Wall- straße 1 a. 62. — Brann, Julius, Kaufmann, VIII. 1901, Königsplatz 5. 63. — . V. Braun, Julius, Dr. phil., Professor, I. IL III. IV. VI. VII. X. XU. XV. XVL 1910, Steinstr. 7a. 64. — Breis ig, Hans, Regierungs- u. Geh. Baurat, VL VIII. XVI. 1907, Kirschenallee 38. 65. — Brendgen, Arnold, Kaufmann, IL HL VL VII. VHL 1906, Ohlauer Str. 43. 66. — Breslauer, Albert, Dr., Justizrat, Rechtsanwalt und Notar, IL IIL VII. XV. XVL 1909, Junkernstr. 21. 67. — Breslauer, Erich, Dr. med., LH, 1908, Nikolaistadtgraben 24. 68. — Breslauer, Georg, Architekt, XVI. 1909, Tauentzienplatz 1 a. 69. — Brie, Siegfried, Dr.jur., Geh. Justizrat und Universitäts-Professor, VI. VII. XII. 1907, Auenstr. 35. 70. — B rieger, Oscar, Dr. med., Professor und Primärarzt, I. IL IV. 1892, Königsplatz 2. 71. — Brinnitzer, Siegfried, Zahnarzt, I. III. IV. XII. 1911, Ohlauer Straße 1. 72. — Brößling, Carl, Stadtrat, IIL 1896, Ohlauufer 6. 73. — Brück, Eberhard, Dr. jur., Privatdozent und Gerichtsassessor, VL VII. Vin. IX. XVI. 1909, Auenstr. 14. 74. — Brück, Erich, Dr. med., I. XVL 1912, Kaiser- Wilhelm-Platz 8. 75. — Brück, Sylvius, Dr. phil., Redakteur, VIIL IX. 1904, Charlotten- Straße 16. 30 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. 76. Herr Brück, Walter, Dr. chir. dent., Professor, prakt. Zahnarzt, I. II. III. XII. XV. XVI. 1897, Kaiser-Wilhelm-Platz 15. 77. — Brumme, Otto, Dr. med., I. II. 1899, Moltkestr. 11. 78. — Buch, Georg, Dr. jur., Privatdozent, III. IV. VI. VII. XVI. 1909, Museumplatz 6. 79. — Buchholz, Martin, Ingenieur und Oberlehrer, XII. XV. 1908, Kaiserslr. 76. 80. — Büchler, Oskar, Dr., Kaufmann, II. III. XI. 1885, Kaiser- Wilhelm-Str. 81. 81. — Buchmann, Walter, Dr. jur., Regierungsrat, III. VI. VII. XIV. 1908, Kurfürstenstr. 13. 82. — Buchwald, Arthur, Königl. Baurat, III. VIII. XI. XII. XVI. 1907, Hobrechtufer 17. 83. — Buchwald, Eberhard, Dr. phil., III. XI. XII. 1911, Hohen- zollernstr. 105. 84. — Bu rgemeister, Dr. phil., Regierungs- und Baurat, Provinzial- Konservator, VI. VIII. XI. XVI. 1903, Lessingstr. 14. 85. _ Bürger, Paul, Professor, Oberlehrer, VIII. XII. XIV. 1909, Lehmdamm 60. 86. — Burgfeld, Louis, Rentier, VI. VII. 1892, Tauentzienplatz 8. 87. — Callomon, Paul, Dr. med., Sanitätsrat, I. II. V. XII. 1893, Kaiserstr. 26. 88. — Caratheodory, Constantin, Dr., Professor, III. XI. XVII. 1911, Scharnhorststr. 30. 89. — von Carlowitz, Hermann, Architekt, II. IIL VIII. XII. 1908, Weinstr. 78. 90. — von Caro, Georg, ür. jur., Geh. Kommerzienrat, Berlin, 1877. 91. — Casper, Max, Dr. med., Universitäts- Professor, I. II. 1903, Matthiasplatz 17. 92. — Chotzen, Fritz, Dr. med., Oberarzt, I. XII. 1904, Einbaum- straße 23. 93. — Chotzen, Martin, Dr. med., I. II. VII. XII. 1888, Gartenstr. 48. 94. — Cichorius, Conrad, Dr. phil., Universitäts- Professor, VI. VIII. 1900, Kastanienallee 24/26. 95. — Cohen, Curt, Dr. med., I. II. XVI. 1909, Kaiser- Wilhelm-Str. 76. 96. Frl. Cohn, Grefe, Dr. phil., VIII. XII. XVI. 1909, Kirschenallee 4. 97. Herr Cohn, Georg, Bankier, III. VL VII. XII. XVI. 1909, Kaiser- Wilhelm- Str. 25 a. 98. — Cohn, Hans, Dr. jur., Gerichtsreferendar, III. VII. XII. XVI. 1910, Goethestr. 14. 99. — Cohn, Julius, Bankier, VII. 1909, Hohenzollernstr. 52/54. 100. — Cohn, Moritz, Dr. med., I. II. 1908, Neue Schweidnitzer Str. 8. 101. — Cohn, Richard, Dr.med., I. II. III. VI. XII. 1897, Matthiasplatz 20. Mitglieder- Verzeichnis. 31 102. Herr Cohn, Willy, Dr. phil., VI. XII. 1912, Eichendorffstr. 57. 103. — Coenen, Hermann, Dr. med., Professor und Oberarzt, I. III. IV. 1908, Tiergartenstr. 66/68. 104. — Coste, Theodor, Dr., Oberstabsarzt, I.V. 1907, Augustastr. 55. 105. — Courant, Georg, Dr. med., I. II. III. XII. 1895, Gartenstr. 76/78. 106. -- Gramer, Ernst, Dr. med., I. II. III. 1892, Zimmerstr. 8. 107. — Creutzberger, S., Dr. med., 1. II. VI. 1892, Neue Graupenstr. 9. 108. — Groce, Richard, Dr. med., Sanitätsrat, I. II. III. V. 1894, Paulstr. 9. 109. — Cuno, Hans, Regierungsrat, VII. 1905, Uferzeile 12. 110. — Czimatis, Ludwig, Dr., Regierungs- und Gewerberat, II. XV. XVII. 1911, Garvestr. 28. 111. — Danckwortt, F. W., Dr. phil., II. IH. IV. XII. 1910, Schuh- brücke 38/39. 112. — Daniel, Rudolf, Kaufmann, VI. VII. 1907, Scharnhorststr. 10. 113. — Dannenberg, Paul, Stadt. Garten-Inspektor, 111. IV. V. XVI. 1904, Finkenweg 4. 114. — Davidsohn, Conrad, Regierungs- und Baurat, III. Vlll. XV. XVI. XVII. 1911, Striegauer Chaussee 5 a. 115. — Decke, Julius, Pastor prim., Propst und Stadt. Kircheninspektor, XIV. 1904, Seminargasse 13. 116. — Degenkolb, Ottomar, Bankdirektor, VI. VII. VIII. 1903, Kaiser- Wilhelm-Str. 188. 117. Frau Degenkolb, 1908, Kaiser- V\^ilhelm-Str. 188. 118. Herr Denner, Carl, Kunstmaler, XVI. 1909, Moritzstr. 19. 119. — Depene, Richard, Dr. med., Augenarzt, I. II. 1912, Klosterstr. 5. 120. — Deutschländer, Ernst, Dr. med., Primärarzt, I. II. III. 1899, Ohlauufer 2. 121. — Diels, Paul, Dr. phil., Universitäts-Professor, VIII. IX. X. 1911, Tiergartenstr. 83. 122. — Dienstfertig, Eugen, Dr. med., I. II. 1897, Schuhbrücke 32. 123. — Dierschke, Alfons, Dr. jur., Professor, VII. XVI. 1909, Brockau bei Breslau. 124. — Dietrich, Gotthilf, Oberingenieur und Direktor, VI. XV. 1910, Kaiser-Wilhelm-Str. 9. 125. — Dirlam, Oskar, Oberlandesgerichtsrat, III. VI. VII. 1897, Höfchen- platz 3. . 126. — Dittrich, Rudolf, Geh. Regierungsrat und Fürstbischöflicher Ober-Konsistorialrat, VI. VII. XIII. 1863, Domplatz 11. 127. — Dittrich, Rudolph, Professor, Oberlehrer, III. IV. V. XI. 1896, Paulstr. 34. 128. — V. Dobschütz, Ernst, Dr. theol., Universitäts-Professor, VIII. XIV. XVI. 1910, Kurfürstenstr. 31. 32 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. 129. Herr Doege, Ernst, Landrichter, III. VI. VII. XII. XVI. 1911, Gutenbergstr. 39. 130. — Dohrn, Georg, Dr. jur., Professor, XVI. 1909, Steinstr. 4/6. 131. — Drehmann, Gustav, Dr. med., I. II. 1901, Klosterstr. 10. 132. — Drescher , Dr. phil., Universitäts-Professor, XII. 1906,Wall3tr. 7a. 133. — Drescher, Kar], Geh. Oberjustizrat, Ober-Staatsanwalt a. D., VI. VII. 1907, Monhauptstr. 10. 134. — Dresdner, Max, Dr. med., I. II. III. XII. XVI. 1893, Tiergarten- straße 26. 135. — Drewitz, Richard, Dr. med., Sanitätsrat und Primärarzt, I. II. 1898, Blumenstr. 6. 136. — Drost, Hans, Dr., Rechtsanwalt, VII. XVI. 1911, Gartenstr. 47. 137. Frl. Dyhrenfurth, Hermine, Rentiere, IV. V. 1908, Kreuzstr. 47. 138. Herr Dyhrenfurth, Günter, Dr., III. IV. XII. XVII. 191 2, Breslau XII, Schloß Carlowitz. 139. — Dyhrenfurth, Oskar, Dr. med., Sanitätsrat, I. II. XVII. 1879, Matthiasplatz 17. 140. — Dzialas, Hermann, Dr. jur., Kaufmann, III. VII. 1909, Beethoven- straße 1/3. 141. — Eckardt, Paul, Dr. med., Sanitätsrat und Primärarzt, I. II. XII. 1895, Kaiser-Wilhelm-Str. 59. 142. — Eckert, Erich, Dr. med., I. II. III. XII. 1903, Claassenstr. 1. 143. — Eckhardt, Hans, Dr. med., Kinderarzt, I. III. 1910, Kaiser- Wilhelm-Str. 51. 144. — Eckhardt, Wilhelm, Stadtältester und Stadtrat a. D., IV. V. 1879, Borsigstr. 56. 145. — Ehrbar dt, Arthur, Dr. jur., Landgerichtsdirektor, II. III. VI. Vn. XII. XV. 1908, Parkstr. 36. 146. — Ehrlich, Eugen, Kaufmann, III. V. VII. 1879, Schweidnitzer Stadtgraben 16. 147. Frau Ehrlich, Wanda, IV. 1909, Schweidnitzer Stadtgraben 16. 148. Herr Ehrlich, Felix, Dr. phil., Universiläts-Professor, I. — VII. XII. XV. XVI. 1910, Neue Matthiasstr. 4. 149. — Ehrlich, Fritz, Kaufmann und Konsul, IV. V. VI. VII. 1907 Blücherplatz 1. 150. — Ehrlich, J., Kaufmann, II. VlIL 1889, Eichendorffstr. 39. 151. — Ehrlich, Paul, Regierungsbaumeister a. D., Architekt, II. V. VI. XVI. 1907, Scharnhorststr. 18/20. 152. — Ehrlich, Richard, Regierungsbaumeister a. D., Architekt, U.V. XVI. 1907, Berliner Platz Ib. 153. — Ehr mann, Ignaz, Kaufmann, VU. XVI. 1910, Gartenstr. 26. 154. — von Eichborn, Philipp, Geh. Kommerzienrat, VI, VII. 1900, Schweidnitzer Stadtgraben 21a. Mitglieder-Verzeichnis. 33 155. Herr von Eichborn, Eduard, Dr. jur., Königl. Belgischer Konsul, VI. VII. 1900, Tauentzienstr. 40. 156. — von Eichborn, Kurt, Dr. phil., VI. VII. 1900, Eichendorffstr. 36. 157. — Eicke, Paul, Dr. med., Sanitätsrat, I. II. 1881, Pöpelwitzstr. 44. 158. — Eitner, Eugen, Kaufmann, III. IV. 1895, Alexanderstr. 38. 159. — Elias, Carl, Dr. med.. Geh. Sanitätsrat, I. II. 1875, Elsasser- straße 3. 160. — Engel, Herm., Dr. med., I. IL 1894, Ohlauer Stadtgraben 22. 161. — Engelmann, Dr., Oberlandesgerichts -Senatspräsident und Universitäts-Professor, VI. VII. XII. 1903, Eichendorffstr. 63. 162. — Ephraim, Alfred, Dr. med., I. II. 1895, Goethestr. 19. 163. — Epstein, Eugen, Dr. med., I. II. III. 1897, Gartenstr. 64. 164. — Epstein, Ferd., Dr. med., I. II. III. IV. 1898, Ohlauer Stadt- graben 24. 165. — Erbe, Johannes, Oberinspektor der städt. Friedhöfe, III. IV. V. XII. XVI. 1902, Oswitzer Chaussee. 166. — Ercklentz, Wilhelm, Dr. med., Universitäts- Professor und Primärarzt, I. II. III. 1902, Hansastr. 26. 167. Frau Ercklentz, Wilma, 1908, Hansastr. 26. 168. Herr Falk, Hermann, Dr. med., I. II, 1906, Bohrauer Str. 24. 169. — Feige, Arnold, Geh. Justizrat, VII. 1912, Ohlauer Str. 87. 170. — Feiler, Erich, Dr. med., Arzt und Zahnarzt, I. II. III. 1907, Kaiser-Wilhelm-Str. 76. 171. — Feit, Paul, Dr. phil., Professor, Kgl. Gymnasial-Direktor, VI. VII. XII. XIV. 1902, Rebengasse 4/6. 172. — Felsmann, Ludwig, Dr. jur., Landgerichtspräsident, VII. 1911, Hohenzollernstr, 85, 173. — Fiegler, Hubert, Dr. med., I. IL 1898, Tauentzienstr. 52. 174. — Finder, Felix, Dr. med., 1. IL 1901, Nikolaistr. 53. 175. — Firle, Kurt, Landgerichtsrat, VII. XII. 1901, Kaiser-V/ilhelm- Straße 13. 176. — Fischer, Ludwig, Referendar, 1908, Kopischstr. 53. 177. — Fischer, Otto, Dr. jur., Universitäts -Professor, Oberlandes- gerichtsrat und Geh. Justizrat, VII. 1907, Monhauptstr. 3. 178. — Fischer, Otto, Dr. jur. et phil., Dozent a. d. Kgl. Techn. Hoch- schule, VIL VIII. XVII. 1912, Kaiserstr. 26. 179. — Fischer, Wilhelm, Oberbergrat, III. XV. XVII. 1911, Hansastr. 28. 180. — Flatau, Arthur, Dr. jur., Rechtsanwalt, IL VL VIIL 1897, Krietern bei Breslau, Dorfstr. 10. 181. — Fluhme, Carl, Oberkonsistorialrat, XIV. 1910, Kurfürstenstr. 29. 182. — Foerster, Olfried, Dr. med., Professor, L IL 1903, Tiergarten- straße 83. 183. Frau Foerster, Martha, Tiergartenstr. 83. 1911. 3 34 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. 184. Herr Foerster, Richard, Dr. phil., Geh. Regierungsrat u. Universitäts- Professor, VI. VIII. IX. X. XVI. 1867, Kastanienallee 3 a. 185. Frau Foerster, Angelika, XVI. 1907, Kastanienallee 3a. 186. Frl. Franck, Hedwig, 1908, Blücherplatz 10. 187. Herr Fränkel, Berthold, Amtsgerichtsrat, Geh. Justizrat, VII. 1908, Höfchenplatz 6. 188. — Fränkel, Ernst, Dr. med., Professor, Stadtrat, I. II. III. 1871, Goethestr. 24/26. 189. — Fraenkel, Ludwig, Dr. med., Professor, I. II. III. IV. 1896, Fürstenstr. 102, 190. — Franz, Julius, Dr. phil., Professor, Direktor der Kgl. Universitäts- Sternwarte, I. III. XI. XV. 1897, Moltkestr. 7. 191. — Franz, Robert, Geh. Bergrat, XVI. XVII. 1911, Goethestr. 12. 192. — Frech, Fritz, Dr. phil., Universitäts- Professor, Direktor des geologischen Instituts, III. IV. XVII. 1893, Neudorfstr. 41. 193. — Freter, Julius, Direktor der städt. gewerbl. Fortbildungsschulen, VI. VIII. XV. 1908, Moritzstr. 11. 194. — Freudenthal, Max, Dr. med., I. II. III. 1897, Schweidnitzer Straße 52. 195. — Freund, CS., Dr. med., Primärarzt, I. II. 1889, Gartenstr. 49. 196. — Freund, Joseph, Dr. jur., Amtsgerichtsrat, III. VI. VII. 1894, Lohensteinstr. 9. 197. — Freund, Paul, Dr., prakt. Zahnarzt, I. II. III. IV. 1894, Neue Schweidnitzer Str. 12. 198. — Freund, Walther, Dr. med., Kinderarzt, I. II. IV. XVI. 1909, Tauentzienstr. 29. 199. — Frey, Friedrich, Oberlehrer, XIV. 1911, Moritzstr. 15. 200. — Frey, Julius, Stadtrat a. D. und Stadtältester, III. XV. XVI. 1908, Breite Str. 23/24. 201. — Freyhan, Wilhelm, Kaufmann, VI. XII. XIII. XIV. 1908, Theaterstr. 2. 202. — Freymark, Hermann, Dr. phil., Syndikus der Handelskammer, III. VI. VII. 1902, Salvatorplatz 6. 203. — Friedel, Georg, Dr. jur., Stadtrat, VI. VII. XVI. 1909, Tier- gartenstr. 87. 204. — Friedenthal, Ernst, Privatier, 1909, Kaiser- Wilhelm-Str. 115, -205. — Friede nthal, Ernst, Justizrat, Rechtsanwalt und Notar, VI. VII. 1904, Arndtstr. 18/20. 206. — Friedenlhal, Karl, Dr.-Ing., Architekt, VIII, XV. XVI. 1911, Salvatorplatz 8. 207. — Friedländer, Heinrich, Dr. med., Sanitätsrat, I, II, 1899, Augustastr. 96. 208. — Friedländer, Martin, Dr. med., Sanitätsrat, I. II. 1899, Ring 7. Mitglieder- Verzeichnis. 35 209. Herr Friedländer, Max, Dr. med., I. VI. XVI. 1910, Goethestr. 14. 210. — Friedrich, Heinrich, Sub-Direktor, HI. VI. VIII. XVI. 1909, Kaiser-Wilhelm-Str. 200. 211. — Friedrich, Kurt, Professor, XVII. 1911, Mozartstr. 11. 212. — Friedrich, Wilhelm, Buchdruckereibesitzer, VI. 1903, Herren- straße 20. 213. — Fritsch, Carl, Medizinalrat, II. III. 1887, Hohenzollernstraße 43. 214. — Froböß, Georg, Kirchenrat, VI. VIII. XII. XIV. XVI, 1908, Hohenzollernstr. 57. 215. _ Fröhlich, Fritz, Dr. med., I. II. III. 1906, Ohlauufer 8. 216. — Fröhlich, Otto, Astronom und Meteorologe, III. XI. XVII. 1912, Tauentzienstr. 60. 217. Frau Fromberg, 1908, Schottwitz bei Breslau. 218. Herr Fuchs, Arnold, Dr. med., I. II. III. 1912, Gartenstr. 97. 219. _ Fuchs, Ferdinand, Dr. med., I. II. 1901, Gartenstr. 89. 220. — Fuchs, Otto, Dr. med., I. II. 1902, Telegraphenstr. 8. 221. — Fuchs, Richard, Pastor, VI. VIII. IX. XII. XIV. 1907, Herren- straße 21/22. 222. — Fürst, Siegfried, Rentier, VI. VII. XVI. 1910, Kronprinzenstr. 77. 223. — Futtig, Maximilian, Dr. jur., Oberlandesgerichtsrat, VII. 1908, Körnerstr. 14. 224. — Gaebler, Carl, Oberbergamts -Markscheider a. D. III. IV. VI. XVII. 1911, Hohenzollernstr. 37/39. 225. — Gadamer, Dr. phil., Universitäts-Professor, Direktor des phar- mazeutischen Instituts, II. III. IV. XI. 1902, Auenstr. 8. 226. — Galley, Paul, Dr. med., I. II. 1907, Höfchenstr. 64. 227. — Gärtner, Gustav, Dr. phil., Professor, II. VI. X. 1900, Monhaupt- Straße 16. 228. — Gayde, Pius, Subkustos, XIII. 1904, Kapitelweg 2. 229. — Gaze, Richard, Architekt, XVI. 1911, Kaiser-V^ilhelm-Platz 2 230. — Gercke, Alfred, Dr. phil., Universitäts-Professor, VIII. 1909 Scharnhorststr. 21. 231. — Ginsberg, S., Dr. med., I. II. 1893, Kaiser-Wilhelm-Str. 14 232. — Glaser, Georg, Dr., Sanitätsrat, I. II. III. VI. XII. XVI. 1909 Frankfurter Str. 127. 233. — Glücksmann, Felix, Dr. med., I. II. III. VI. XVI. 1911, Kaiser Wilhelm-Str. 20. 234. — Goebel, Carl, Dr. med., Professor, I. II. IIL VII. 1905, Eichen dorffstraße 21. 235. — Goldfeld, Leo, Landgerichtsrat, III. IV. VI. VII. VIII. XII, XVI. XVn. 1907, Ebereschenallee 13. 236. — Goldmann, 0., Pastor prim. XIV. 1904, Elbingstr. 1. 3* 36 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. 237. Herr Goldschmidt, Rudolf, Kaufmann und Fabrikbesitzer, II. VII. 1908, Arndtstr. 8. 238. — Goldstein, Max, Architekt, VIII. XV. XVI. 1909, Goethestr. 35/37. 239. Frl. Göppert, Emmy, IIL 1908, Kaiser-Wilhelm-Str. 85. 240. Herr Goerke, Max, Dr. med., I. XII. 1904, Gartenstr. 43. 241. — Goetsch, Wilhelm, Dr. med., I. II. 1908, Zimmerstr. 4a. 242. — Gottschlich, Joseph, Dr. med., Oberarzt, I. 1907, Klosterstr. 61. 243. — Gottstein, Georg, Dr. med., Professor und Primärarzt, I. IL IV. 1904, Kaiser-Wilhelm-Str. 27. 244. — Gottstein, Leo, Dr. phil., Kommerzienrat, III. IV. VII. 1899, Kaiser-Wilhelm-Str. 160. 245. — Grabowsky, Fritz, Direktor des zoolog. Gartens, IV. 1901, Grüneicher Weg 1. 246. — Gradenwitz, Kobert, Dr. med., L IL 1911, Königsplatz 7. 247. — Grätzer, S., Dr. med., Sanitätsrat, 1. IL 1904, BerHner Platz 22. 248. — Grau, Erich, Architekt, XV. XVI. 1911, Ohlauufer 17. 249. — • Gretener, Xaver, Dr., Geh. Justizrat und Professor, VII. 1910, Lothringer Str. 19. 250. — Gretschel, Richard, Landesbaurat, IL III. IV. VI. 1906, Guten- berg^tr. 51. 251. — Grieben, Ernst, Apotheker, IIL IV. V. VI. XIL 1908, Breite Straße 20. 252. Frau Gritschker-Kunzendorf, Anna, XVI. 1908, Goethestr. 61. 253. Herr Groenouw, Artur, Dr. med., Universitäls-Professor und Primär- arzt, I. IL 1893, Kaiser-Wilhelm-Str. 93. 254. — Gross, Gustav, Dr. phiL, III. XII XVI. 1911, An der Kreuz- kirche 4. 255. — Gross, Willi., Dr. med., Sanitätsrat, I. IL 1902, Kaiser-Wilhelm- Straße 55. 256. — Grosser, Karl, Königl. Baurat, VIIl. XVI. 1907, Schenken- der fstr. 2, 257. — Grosser, Wilhelm, Dr. phil., Direktor der agrikultur-botan. Versuchs-Station, IIL IV. V. 1898, Matthiasplatz 1. 258. — Grünberg, Juhus, Dr. med., I. IL lb96, Enderstr. 21. 259. — Grünfeld, Simon, Kaufmann und Konsul, VI. 1911, Nikolai- stadtgraben 22. 260. — Grund, Bernhard, Dr. jur., Regierungs-Assessor a. D., Stadtrat, VI. VII. 1908, Arndtstr. 22/24. 261. — Grund, Erich, Kaufmann, VII. 1908, Rüsternallee 11. 262. — Grundmann, Georg, Dr. phil., III. 1897, Am Ohlauufer 42. 263. — Grunert, Herbert, Dr. phil., Oberlehrer, I. IIL IV. VL XL XII. XVI. 1907, Neudorfstr. 95a. 264. Frau Grünhagen, Elisabet, III. 1912, Augustastr. 74. Mitglieder- Verzeichnis. 37 265. Herr Grüning, Georg, Dr. med., Oberstabsarzt z. D., I. III. IV. 1908, Höfchenstr. 104. 266. — Grüttner, Oskar, Kaufmann und Handelsrichter, V. VI. VII. 1883, Ring 41. 267. — Grüttner, Richard, Kaufmann und Handelsrichter, III. VI. 1896, Ring 8. 268. Frau Grüttner, 1908, Ring 8. 269. Herr Grützner, Paul, Justizrat, General-Landsch. -Syndikus, VI. VII. 1892, Taschenstr. 18. 270. — Grützner, Bruno, Dr. phil., Apothekenbesitzer, II. III. 1903, Bärenstr. 4. 271. — Grzimek, Richard, Kaufmann, V. VI. XVI. 1911, Landsberg- straße 20. 272. Frau Grzimek, Marie, V. VI. XVI. 1911, Landsbergstr. 20. 273. Herr Guhr, Ludwig, Pastor, XIV. 1909, Marienstr. 2. 274. — Guhrauer, Leopold, Dr. med., I. II. 1895, Zimmerstr. 23. 275. — V. Guenther, Hans, Dr., Oberpräsident der Provinz Schlesien, Exzellenz, VII. 1910, Albrechtstr. 32. 276. — Gutbier, L. VV., Königl. Hofkunsthändler, XVL 1911, Tauentzien- platz 1. 277. — Guttmann, Julius, Dr. phil,, Privatdozent, XII. 1909, Angerstr. 8. 278. — Haase, Georg, Königl. Geh. Kommerzienrat, III. V. VH. 1903, Olllauer Stadtgraben 17/18. 279. — Haber, Carl, Kaufmann, VII. 1909, Schweidnitzer Stadtgraben 20. 280. — Haber, Siegfried, Kaufmann und Stadtrat, II. V. VI. 1887, Landsbergstr. 8. 281. — Hadda, Siegmund, Dr. med., Assistenzarzt, I. 1909, Hohen- zollernstr. 96. 282. — Hahn, Alfred, Dr. med., I. IL III. 1890, Kronprinzenstr. 65. 283. — Hahn, Ernst, Dr. med., Sanitätsrat und Primärarzt, I. II. IV. 1907, Einbaumstr. 23. 284. — Hain, Kurt, Konsistorialrat, VII. XVI. 1911, Scharnhorststr. 25. 285. — Hainauer, Arthur, Königl. Hof-Musikalienhändler, VI. XVI. 1912, Schweidnitzer Str. 52. 286. — Hamburger, Alfred, Kaufmann, V. VH. XVI. 1909, Karlstr. 27. 287. — Hamburger, Ernst, Dr. med., L IL XIL 1895, Kaiser- Wilhelm- Straße 58.. 288. — Hamburger, Richard, Dr., prakt. Zahnarzt, l. IL IIL IV. XU. 1907, Tauentzienstr. 25. 289. — Hancke, Ernst, Dr. jur., Rechtsanwalt, VIL 1890, Tauentzien- platz 11. 290. — Hannes, Walther, Dr. med., Professor, I. IL XII. 1909, Tiergartenstr. 87. 38 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. 291. Frl. Haertel, Emmy, Vlll. X. XVI. 1908, Tiergartenstr. 65. 292. Herr Haertel, Georg, Bandagist, I. II. III. 1856, Albrechtstr. 42. 293. — Haertel, Hans, Fabrikbesitzer, I. XV. 1908, Weidenstr. 33. 294. — Harttung, Wilhelm, Dr. med., Professor und Primärarzt, I. II. 1897, Ohlauer Stadtgraben 16. 295. — von Hase, Karl, D. Dr., Oberkonsistorialrat und Professor, VI. VIII. XII. XIV. XVI. 1907, Maxstr. 22. 296. Frau Hasse, Olga, XVI. 1909, Opitzstr. 11. 297. Herr Hauck, Reinhold, Dr. med., I. II. 1910, Klosterslr. 19. 298. — Haupt, Ernst, Dr. med,, Stabsarzt, I. III. 1909, Gutenberg- straße 46. 299. — Hauptmann, Kurt, Dr. med., I.II. III. 1911, Rosenthaler Str. 49. 300. — Hau Schild, A., Dr. med., Medizinalrat, I. II. 1902, Hohen- zollernstr. 81. 301. — Hausmann, Simon, Justizrat und Rechtsanwalt, VI. VII. XVI. 1911, Kaiser-Wilhelm-Str. 46. 302. — Heckel, Hans, Dr. med., I. II. VI. 1895, Schweidnitzer Stadt- graben 24, 303. — Heckmann, Johannes, Dr. jur., Fabrikbesitzer, VI, VII. 1908, Eichendorffstr. 36 a. 304. — Heilberg, Adolf, Dr., Justizrat und Rechtsanwalt, VI. VII. XII, 1908, Nikolaistadtgraben 26. 305. — Heilborn, Franz, Dr, med., I. II. 1904, Neue Taschenstr. 25. 306. — Heilborn, Max, Dr. med., Sanitätsrat, I.II. 1876, Junkernstr. 21. 307. — Heilborn, Paul, Dr. jur., Professor, VI. VII. XII, 1908, Tauentzienstr. 42, 308. — Heimann, Adalbert, Dr, med., Sanitätsrat, I. II. 1877, Tele- graphenstr. 7. 309. — Heimann, Georg, Dr, jur., Königl. Kommerzienrat, II. VII. 1897, Hohenlohestr. 1/3. 310. Frau Heimann, Vally, 1908, Hohenlohestr. 1/3. 311. Herr Heimann, Paul, Dr. jur., VI. 1908, Kaiser- Wilhelm-PIatz 10. 312. — Hein, Paul, Justizrat, VI. VII. XII. 1912, Nikolaistr. 7. 313. — Heinke, Carl, Oberbergrat, XVII. 1911, Kaiser- Wilhelm- Straße 157/159. 314. — Heintze, Carl, Dr. med., Primärarzt, I, II. III. 1898, Kaiser- Wilhelm-Str. 48/50. 315. — Heinz, Bruno, Pastor an St. Barbara, V. XII. XIV. 1904, Wallstr, 25, 316. — Hennig, Gurt, Rechtsanwalt, VII, 1911, Ring 42, 317. Frau Henry, Marie, XVI. 1908, Schenkendorfstr. 3, 318. Herr Henschel, Siegmund, Justizrat und Rechtsanwalt, VI, VII. 1910, Schweidnitzer Stadtsiraben 10. Mitglieder- Verzeichnis. 39 319. Herr Hensel, Paul, Stadtgerichtsrat a. D., III. IV. VI. VII. 1877, Elsasser Str. 6. 320. Frl. Hentschel, Margarete, VI. VIII. XII. 1909, Neue Schweidnitzer Straße 15. 321. Herr Hepner, S., Dr. med., Sanitätsrat, I. II. 1906, Sadowastr. 19. 322. — Her big, Augustinus, Dr., Domherr und Alumnatsrektor, XII. XIII. 1909, Domplatz 4. 323. — Herda, M., Dr. med., I. II. III. 1907, Dyhernfurth. 324. — von Hermann, Rudolf, Betriebs -Inspektor, V. XV. 1908, Lessingstr. 1. 325. — Herrmann, Ericli, Dr. med., Sanitätsrat, I. II. III. IV. XV. XVI, XVII. 1894, Friedrich Wilhelm-Str. 12. 326. — Herrmann, Johannes, Lic, Professor, VI. VIII. IX. XIV. XVI. 1910, Sternstr. 38. 327. — Herz, Hans, Dr. med., I. II. III. 1896, Kaiser-Wilhelm-Str. 122. 328. — Herz, Walter, Dr. phil., Universitäts-Professor, II. III. IV. XII. 1906, Kreuzstr. 45. 329. — Hessenberg, Gerhard, Dr., Professor, XI. XV. XVII. 1911, Günther Str. 5. 330. — Hey mann, Adolf, Rechtsanwalt, VII. XII. XVI. 1911, Kaiser- Wilhelm-Straße 57. 331. — Hildebrand, Alexander, Kaufmann, I. III. XVI. 1911, Kloster- straße 18. 332. — Hilka, Alfons, Dr. phil., Oberlehrer, VIII. IX. X. XIII. XVI. 1906, Goethestr. 41. 333. — Hillebrandt, Alfred, Dr. phil.. Geh. Regierungsrat und Universitäts-Professor, VI. VII. VIII. IX. 1902, Deutsch-Lissa. 334. — Hiiisberg, Dr. med,, Professor, Direktor der Universitäts-Klinik für Ohren-, Nasen- und Halskranke, I. II. 1903, Tiergartenstr. 53. 335. — Hintze, Carl, Dr. phil.. Geh. Regierungsrat und Universitäts- Professor, Direktor des mineral. Museums und Instituts, II. III. IV. VIll. XI. XII, 1887, Moltkestr. 5. 336. — Hippe, Max, Dr. phil., Professor, Direktor der Stadtbibliothek, VI. X. 1902, Brandenburger Str. 48. 337. — Hirschstein, Siegfried, Apotheker, I. II. III. IV. 1911, Körner- straße 22. 338. — Hirt, Arnold, Dr., Verlagsbuchhändler, 1907, Königsplatz 1. 339. — Hirt, Willi, Dr. med., I. II. 1901, Kaiser-Wilhelm-Str. 51. 340. — Höer, Robert, Dr. jur., Rechtsanwalt, VII. 1911, Gartenstr. 47. 341. — Hoffmann, Franz, Oberst z. D., VI. XV. XVI. 1908, Kaiser- Wilhelm Str. 5/7. 342. — Hoffmann, Georg, Dr. theol., Pastor und Universitäts-Professor, VI. VIII. XIV. 1904, Seminargasse 13. 40 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. 343. Herr Hoffmann, Hermann, Ober- und Religionslehrer, VI. VIII. XIII. XVI. 1904, Antonienstr. 24. 344. — Hofmann, Friedrich, Wilhelm, Ingenieur und Fabrikbesitzer, m. XV. 1908, Frankfurter .Str. 51/63. 345. — Holdefleiß, Dr. phiL, Geh. Regierungsrat und Universitäts- Professor, II. III. IV. VII. XVII. 1879, Rosenthaler Str. 45. 346. — Hülscher, J., Königl. Garten -Inspektor, IV. V. 1896, Stern- straße 23. 347. — von Holwede, Exzellenz, Wirklicher Geh. Rat, Regierungs- Präsident a. D., II. VI. VII. VIII. 1903, Schweidnitzer Stadt- graben 26. 348. — Holzmann, Siegfried, Dr. med., I. II. XII. 1911. Rreite Str. 19. 349. — Honigmann, Franz, Dr. med., I. II. XII. 1901, Kaiser- Wilhelm- Straße 45. 350. — Honigs wald, Richard, Dr. phil. et med., Professor I. III. XII. 1906, Tauentzienstr. 7. 351. — Hönnicke, Gustav, Dr. theol. et phil., Universitäts-Professor, VI. VHI. XIH. XIV. 1910, Goethestr. 67. 352. — Hörn, J., Dr. med., I. II. XII. 1900, Königsstr. 1. 353. — Hübner, Otto, Dr., Zahnarzt, I. II. III. IV. 1908, Ohlauer Stadtgraben 29. 354. — Hürthle, Dr. med., Geh. Medizinalrat und Universitäts-Professor, Direktor des physiologischen Instituts, I. III. IV. 1893, Maxstr. 8. 355. — Hüsing, Georg, Dr. phil., VI. VIII. IX. XIV. 1906, Moritzstr. 57. 356. — Jacob, Dr., Geh. Sanitätsrat, I. II. III. 1908, Bad Kudowa. 357. — Jacob, Eugen, Pastor, XIV, 1907, Seminargasse 13. 358. — Jaffe, Arthur, Kaufmann, I. II. III. V. VII. 1908, Museumplatz 15. 359. — Jaenisch, Albert, Dr. med., I. II. III. V., Adalbertstr. 66. 360. — Janitsch, Julius, Dr. phil., Direktor des Museums der bildenden Künste, XVI. 1908, Borsigstr. 54. 361. — Janske, Geh. Justizrat u. Landgerichtsdirektor, VII. 1905, Kaiser- Wilhelm-Str. 25 a. 362. — Jaques, Walter, Regierungsrat, III. VI. VII. 1910, Scharnhorst- straße 34. 363. — Jarecki, Julius, Kaufmann, XV. 1908, Gartenstr. 49. 364. — Jentsch, Kurt, Verlagsbuchhändler, VI. 1902, Ring 53. 365. — Illner, Richard, Dr. med., Primärarzt, I. II. 1894, Tauentzien- straße 38. 366. — Joachim, Adolf, Dr. med., I. II. VI. 1876, Klosterstr. 14. 367. Frl. Joachimsthal, Margarete, IV. V. VI. VII. VIII. X. XII. 1907, Zimmerstr. 1 3. 368. Herr Joel, Carl, Justizrat und Rechtsanwalt, VI. VII. 1911, Kaiser- Wilhelm-Straße 31. Mitglieder- Verzeichnis. 41 369. Herr Jonas, V., Dr. phil., Zahnarzt, I. II. 1893, Gartenstr. 89. 370. — Joppich, Carl, ZiviHngenieur, VI. XII. XV. 1908, Flurstr. 1. 371. — Joppich, Paul, Apothekenbesitzer, III. IV. XV. 1907, Kloster- straße 121. 372. — Josephy, Hugo, Rittergutsbesitzer, III. IV. 1908, Kaiser-Wil- lielm-Str. 62. 373. — Irmann, Heinrich, Professor, XVI. 1908, Schweidnitzer Stadt- graben 24. 374. — Isenbiel, Ernst, Dr., Justizrat, Rechtsanwalt und Notar, VI. VII. VIII. 1901, Ring 26. 375. — Ittmann, Ludwig, Dr. med., I. II. XVI. 1895, Kaiser-Wilhelm- Straße 10. 376. — Junger, Ernst, Gärtnereibesitzer, IV. V. 1872, Gärtnerweg 8/12. 377. — Jungfer, Eduard, Apotheker, III. VI. 1903, Kaiser -W^ilhelm- Straße 31. 378. — Jungmann, Dr. med., Primärarzt, I. II. XII. 1894, Tauentzien- straße 13. 379. — Jungnitz, Joseph, Dr., Universitäts-Professor, Ehrendomherr, Geistlicher Rat, Archiv- und Museumsdirektor, VI. XIII. 1902, Göppertstr. 12. 380. — Just, Bruno, Pastor, XIV. 1907, An der Elisabethkirche 1/2. 381. — Jüttner, Ferencz, Dr. phil., Oberlehrer, III. XI. XII. 1905, Wilhelmsufer 4. 382. — Kabitz, Willi, Dr. phil, Privatdozent, III. VI. VII. XII. 1908, Kaiserstr. 88. 383. — Kaim, Emil, Kaufmann, III. VI. VII. XVI. 1909, Hohenzollern- Straße 72. 384. — Kaiser, Oskar, Dr. med., Primärarzt, I. II. III. 1901, Tauentzien- platz 9. 385. — Kaliski, Fabian, Dr. med., I. II. III. 1899, Gartenstr. 28. 386. — Kaliski, Joseph, Dr. med., I. II. XII. 1909, Hohenzollernstr. 45. 387. — Kalkoff, Paul, Dr. phil., Professor, VI. VIII. XIV. 1908, Bismarckstr. 18. 388. — Kamm, M., Dr. med., Sanitätsrat, I. II. 1890, Schmiedebrücke 48. 389. — Kampers, Franz, Dr. phil., Universiläts-Professor, VI. 1905, Körnerstraße 12. 390. — Kaempffer, Eduard, Professor, Maler, XVI. 1909, Parkstr. 29. 391. — Kaposi, Hermann, Dr. med., Primärarzt, I. II. III. 1907, Garvestr. 18. 392. — Karpel, Max, Dr. med., I. II. 1897. Dessauerstr. 2. 393. — Käsehagen, General-Vikariats-Amtsrat, XIII. 1904, KI. Domstr. 4. 394. — Kasperczyk, Paul, Kuratus, XIII. 1910, Schwalbendamm 10. 42 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. o95. Herr Käthe, Johannes, Dr., Privatdozent und Königl. Kreisarzt, I. IL XVI. 1912, Auenstr. 7. 396. — Käthe, Max, Kaufmann, III. V. VI. VII. X. 1907, Ciiarlottenstr. 4. 397. — Kalz, Fritz, Ritlergutsbesitzer, I— V. VII. XVI. XVII. 1912, Neukirch bei Breslau. 398. — Kaufmann, Georg, Dr. phil.. Geheimer Regierungsrat und Universitäts-Professor, VI. VII. 1885, Auenstr. 37. 399. — Kautzsch, Rudolf, Dr. phil., Universitäts-Professor, VI. VIII. X. XVI. 1911, Deutsch-Lissa. 400. — Kayser, R., Dr. med., Sanitätsrat, I. II. XII. Höfchenstr. 12. 401. — Keiler, Benas, Bankier, III. VI. XVI. 1910, Kaiser- Wilhelm- Straße 194 a. 402. — Kemna, Erich, Ingenieur und Fabrikbesitzer, III. XV. 1908, Eichendorfifstr. 38. 403. — Kemna, Fritz, Ingenieur und Fabrikbesitzer, VII. XI. XV, 1899, Ebereschenallee 14. 404. Frau Kemna, Luise, 1908, Ebereschenallee 14. 405. Herr Kemna, Hans, Fabrikbesitzer, VI. XI. 1900, Ahornallee 29/31. 406. Frau Kemna, Philippine, XVI. 1908, Lindenallee 16. 407. Herr Kern, Arthur, Dr. phil., VI. VII. 1903, Monhauptstr. 12. 408. — Kern, Conrad, Dr. med., Stabsarzt, I. XVI. 1909, Augustastr. 65. 409. — Kern, Friedrich, Rektor, IV. 1905, Tiergartenstr. 33. 410. — Kiekheben, Hermann, Stadt. Garteninspektor, III. IV. V. 1909, Scheitnig, Botan, Schulgarten. 411. — Kieseritzky, Ernst, Dr. phil., Direktorialassistent, VI. VH. XII. 1907, Opitzstr. 57. 412. — Kinkeldey, Otto, Dr. phil., Professor, XVI. 1910, Arndtstr. 3. 413. — Kirchner, Johannes, Pastor, XIV. 1909, Roßplatz 24. 414. — Kirsch, Theodor, Oberst z. D., IL IIL XL XII. 1885, Moritz- straße 25. 415. — Klaatsch, Hermann, Dr., Universitäts-Professor, I. XVII. 1907, Auenstr. 18. 416. — Klasmer, Samuel, Ingenieur, Professor, III. XL XII. XV. 1907, Michaelisstr. 36. 417. — von Kleist, Freiherr, Dr. theoL, Professor, Religions- und Oberlehrer, XIII. 1904, Gneisenaustr. 2. 418. — Klihm, Otto, Dr., Generaloberarzt, L III. VL XV. XVI. 1912, Tauentzienstr. 14. 419. — Klingmüller, Fritz, Dr., Universitäts-Professor, VL VH. 1906, Parkstr. 36. 420. — Kloer, Friedrich, Oberlandesgerichts-Senatspräsident, VL VII. XVL 1911, Tiergartenstr. 85. -!21. — Klose, Josef, Domherr, XIIL 1904, Domstr. 12. Mitglieder- Verzeichnis. 43 ► 422. Herr Kneser, Adolf, Dr. phil., Geh. Regierungsrat und Universitäts- Professor, III. VIII. XI. XII. 1905, Tiergartenstr. 106. 423. — Kober, Karl, Dr. med., I. II. 1908, Neudorfstr. 5. 424. — Kober, Max, Kaufmann, VI. XVI. 1910, Kaiser- Wilhelm-Str. 13. 425. — Kober, Robert, Ober- und Religionslehrer, XIII. 1904, Gräb- schener Straße 105/106. 426. — Köbner, Hugo, Dr. med., I. II. 1880, Schweidnitzer Str. 9. 427. — Kobrak, Georg, Dr. med., Sanitätsrat, I. II. 1892, Kaiser- Wilhelm-Str. 54. 428. — Koch, Max, Dr. phil., Universitäts-Professor, VI. VIII. X. XVI. 1900, Kaiser- Wilhelm-Str. 105. 429. — Köhler, Karl, Oberbergrat, HI. XV. XVI. XVII. 1911, Hohen- zollernstr. 46. 430. — Kohn, Richard, Dr. med., I. II. 1884, Telegraphenstr. 9. 431. — Kohn, Siegfried, Dr. med., I. II. IX. 1893, Augustastr. 95. 432. — Konrad, Paul, Lic. theol., Pastor prim., XIV. 1907, Gräbschener Straße 49. 433. — Körber, W., Dr. phil., Professor, Gymnasial-Oberlehrer, VIII. 1883, Palmstr. 21. 434. — Korn, Wilhelm, Dr. phil,, XIV. XV. 1908, Wardeinstr. 6/8. 435. — Körner, Paul, Fabrikbesitzer, II. 1885, Kaiser- Wilhelm-Str. 42. 436. — Körner, Theodor, Dr. med., Geh. Sanitätsrat, I. II. 1875, Claassenstr. 7. 437. — Korpul US, Max, Dr., Bankdirektor, VII. 1908, Hohenzollern- straße 70. 438. — Kosch, Friedrich, Professor, Direktor der Königl. höheren Maschinenbauschule, XI. XV. 1908, Bockstr. 7. 439. — Koessler, Hugo, Amtsgerichtsrat, III. VII. 1897, Augustastr. 54. 440. — Kraeusel, Emil, Pastorprim., VI. XIV. 1903, Hohenzollernstr.90. 441. — Kramer, Franz, Dr. med., Professor, I. III. XII. 1904, Auen- straße 44. 442. — Krause, Max, Dr. med., I. II. 1894, Bohrauer Str. 29. 443. — Krebs, Julius, Dr. med., I. XVI. 1909, Klosterstr. 8. 444. — Krebs, Julius, Dr. phil., Professor, VI. VII. 1873, Güntherstr. 3. 445. Frl. Krocker, Elisabeth, XVI. 1909, Kaiser-Wilhelm-Str. 85. 446. Herr Kropatscheck, Friedrich, D. Dr., Universitäts-Professor, XII. XIV. XVI. 1904, Tiergartenstr. 87. 447. — Krüger, Paul, Konsistorial-Assessor, VI. VII. XIV. 1911, Schwerinstr. 46. 448. — Krull, Rudolf, Apotheker, IL III. IV. V. 1897, Rosenthaler Straße 45. 449. — Kruska, Ernst, Oberlandesgerichtsrat, Geh. Justizrat VI. VII. 1899, Goethestr. 11. 44 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. 450. Herr Kuhn, Leopold, Dr. med., I. II. 1895, Sonnenstr. 28. 451. — Kühnemann, Eugen, Dr. phil., Universitäts- Professor, XII. 1907, Krietern bei Breslau, Schloßparkstr. 29. 452. — Kuhnert, Joseph, Kuratus, IX. XIII. 1905, Nikolaistadtgraben 10. 453. — Kükenthal, Dr. phil., Universiläts - Professor, Direktor des zoologischen Instituts und Museums, III. IV. 1898, Parkstr. 15. 454. — Kunert, Alfred, Dr., prakt. Zahnarzt, I. II. 1903, Tauentzien- straße 37. 455. — Kuntze, Arthur, Hof-Apotheker, V. 1907, Paulstr. 47. 456. — Kunze, Bernhard, Kaplan, VI. XIII. 1912, Zwingerplatz 3a. 457. — Küstner, Otto, Dr. med., Geh. Medizinalrat und Professor, Direktor der Königl. Universitäts-Frauenklinik, I. II. IV. 1893, Maxstr, 5. 458. Frau Küstner, 1908, Maxstr. 5. 459. Herr Kuthe, Eugen, Dr., Generaldirektor, III. VI. XV. XVI, 1911, Kirschenallee 24. 460. — Kutner, Reinhold, Dr. med., I. II. XII. 1908, N. Taschenstr. 4. 461. — Küttner, Hermann, Dr., Geh. Medizinalrat u. Professor, Direktor der Königl. chirurgischen Universitätsklinik, I. XVII. 1907, Birkenwäldchen 6. 462. — Kuznitzky, Ernst, Kaufmann, VII. 1889, Kronprinzenstr. 72, 463. — Kuznitzky, Otto, Dr. med., I. II. XII. 1892, Salvatorplatz 3/4. 464. — Kynast, Reinhard, Dr. phil, Oberlehrer, III. XI. XII. 1912, Arletiusstr. 7. 465. — Laboschin, Siegfried, Kunstmaler und Radierer, XVI. 1908, Tauentzienplatz Ib. 466. — Lachmann, Richard, Dr. phil., HI. VI. VII. XII. XV. XVI. XVII. 1911, Auenstr. 25. 467. — Ladenburg, Rudolf, Dr. phil, Privatdozent, I. IIL IV. XI. XII. 1909, Hohenzollernstr. 103, 468. — Lämmer, Dr. theol et phil. Geheimer Regierungsrat, Prälat und Universitäts- Professor, XIII, 1904, Schmiedebrücke 35. 469. — Landmann, Ernst, Dr. med., Sanitätsrat, I. II. 1890, Tauentzien- straße 29. 470. Frl Landsberg, Anna, XVI, 1909, Landsbergstr. 12. 471. Herr Landsberg, Paul, Dr, med,, Sanitätsrat, I, II. 1892, Monhaupt- straße 3. 472. — Landsberger, Franz, Dr. phil, Privatdozent, VIII. XII, XIIL XIV, XVI, 1908, Garmerstr. 7. 473. — Lange, Paul, Oberlandes-Gerichtsrat und Geh. Justizrat, V. VI, VII. 1903, Sternstr. 54. 474. — Langer, Joseph, Professor, Kunstmaler, VI, VIIL XVI. 1908, Tauentzienstr. 1 . Mitglieder- Verzeichnis. 45 475. Herr Lasch, Fritz, Betriebsinspektor und Dipl.-Ingenieur, III. XII. XV. XVI. 1910, Schillerstr. 5. 476. — Lasch, Otto, Dr. med., I. IL XVL 1895, Gartenstr. 62. 477. — Laudien, Karl, DipL-Ingenieur und Oberlehrer, XV, 1908, Hobrechtufer 17 a. 478. — Ledermann, Bernhard, Dr. phil., Fabrikbesitzer, III. V. 1898, Strehlener Str. 10. 479. — Ledermann, Louis, KgL Kommerzienrat, III. V. 1898, Kleinburg. 480. — Legal, Emmo, Dr. med., Sanitätsrat, I. 11. 1898, Kronprinzen- straße 69. 481. — Legal, Hans, Dr. med., I. IL 1901, Opitzstr. 39/41. 482. — Lejeune-Jung, Paul, Dr., IL IIL IV. VI. VH. VHI. IX. X. XIL XV. XVI. 1910, Weidenstr. 15. 483. — Lemberg, Arthur, Dr., Justizrat und Rechtsanwalt, VI. VII. 1908, Schweidnitzer Stadtgraben 10. 484. — Lenz, Georg, Dr. med., Privatdozent, I. 1907, Maxstr. 2. 485. — Leonhard, Franz, Bankier und Handelsrichter, VIL XII. 1908, Wölflstr. 6. 486. — Leonhard, Richard, Dr. phil., Professor, HL VIH. XVII. 1893, Kronprinzenstr. 72. 487. — Leonhard, Rudolf, Dr., Geh. Justizrat und Universitäts-Professor, VI. VII. 1897, Gabitzstr. 188. 488. — Leopold, A., Dr., Generalarzt, 1. II. IH. VL 1910, Goethe- straße 45/47. 489. — Leser, Paul, Kaiserl. Bankdirektor, IL— VI. XIV. XV. XVL 1910, Wallstr. 11. 490. — Lesser, Adolf, Dr. med., Geh, Medizinalrat und Professor, Ge- richtsarzt, I. II. 1886, Kaiser-W^ilhelm-Platz 1. 491. — Lewkowitz, Albert, Dr. phil., VH. XIL XVL 1909, Kronprinzen- straße 21. 492. — Lichtenberg, Arthur, Kunsthändler, XVL 1909, Gabitzstr. 104. 493. — Lillge, Karl, Pastor, XIL XIV. 1911, Elbingstr. 1. 494. ~ Lindner, Adolf, Dr. med., L IL VL 1901, Gneisenaustr. 17. 495. — Lindner, Artur, Dr. med., I. IL 1901, Gräbschener Str. 5. 496. — Lindner, Arthur, Dr. phil., Direktorialassistent, VIII. XVI. 1908, Hohenzollernstr. 71. 497. — Lindner, Georg, Fabrikdirektor, XV. 1909, Breslau-Gräbschen, Kl. Mochberner Straße. 498. — Linke, Otto, Dr. phil., Professor, Oberlehrer am Realgymnasium zum Zwinger, V. VI. VII. VIII. 1900, Tauentzienplatz 4. 499. — - Lipmann, Ernst, Dr. jur., Kaufmann und Handelsrichter, VL VII. 1895, Eichendorffstr. 57. 500. — von Lippa, Lazar, Regierungsrat, V. VIL 1893, Ahornallee 12. 46 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. 501. Herr Lissuer, Julius, Dr. phiL, Geh. Regierungsrat, VI. VII. VIII. XII. 1906, Goethestr. 35/37. 502. — von Loebbecke, Oskar, Rittergutsbesitzer, VI. 1908, Salvator- platz 6, 503. — Loebinger, Edwin, Dr. med., I. II. III. IV. 1895, Kaiser- V^ilhelm- Straße 21. 504. — Lohmann, Hugo, Oberbergrat a. D., Generaldirektor der von Kulmiz'schen Bergwerke, VI. VIII. XVII. 1911, Tauentzienstr.51. 505. — Lorenz, Georg, Dr., Oberstabsarzt, I. II. III. 1909, Kaiserstr. 26. 506. — Lorenz, Paul, Dr. jur., Oberlandesgerichtsrat, I. II. III. VI. VII XII. XV. XVI. 1909, Kaiser-Wilhelm-Str. 187. 507. — Loeschmann, Emil, Dr. phii., III. IV. XVI. XVII. 1894, Beethovenstr. 6. 508. — Loewe, Theodor, Dr., Direktor, XII. XVI. 1909, Tauentzien- platz 10b, 509. — Loewe, Viktor, Dr., Archivar, 1912, Tiergartenstr. 18. 510. — Loewenberg, Gotthold, Geh. Oberjustizrat, Oberlandesgerichts- Senatspräsident, II. III. VI. VII. XV. XVI. 1910, Telegraphen- straße 2. 511. — Loewenstein, Hans, Dr. med., I. II. VL XII. XVI. 1911, Kantstr. 1. 512. — Löwisohn, Emil, Dr» med., I. IL XII. 1902, Kaiser-Wilhelm- Straße 87. 513. — Lubowski, Robert, Dr. med., L II. IIL IV. 1906, Gartenstr. 96. 514. — Lüdecke, Carl, Dr. phil, Universitäts-Professor, IIL IV. V. XVIL 1898, Monhauptstr. 1 c. 515. — Ludlof f, Karl, Dr. med., Professor, I. IIL IV. 1903, V^agnerstr. 6. 516. — Lummer, Dr. phil., Universitäts-Professor, Direktor des physi- kalischen Instituts, III. XL XVIL 1905, Göppertstr, 1/3. 517. — Lustig, Georg, Dr. med., L IL VI. 1897, Klosterstr. 1. 518. — Maas, Josef, Regierungs- und Geh. Baurat, XVL 1908, Höfchen- platz 1. 519. — Maiß, Carl, Dr. med., Primärarzt, I. IL VL 1901, Neue Taschenstr, 16. 520. — Malachowski, Ernst, Dr. med., Sanitätsrat, I. IL 1889, Am Ohlauufer 15. 521. — Mallison, Arthur, Königl. Eisenbahn-Direktions-Präsident, HL IV. V. VI. VIL XVL XVIL 1909, Gartenstr. 113/117. 522. — Mann, Ludwig, Dr. med., Professor, L IL IIL XII. 1897, Tauentzienstr. 51. 523. — Mann, Ludwig, Dr.-Ing., Professor, III. XV. XVIL 1912, Kaiser- straße 85. 524. — Marck, Alfons, Stadtrat, VII. 1904, Tauentzienplatz 11. Mitglieder -Verzeichnis. 47 525. Herr Marcus, M., Verlagsbuchhändler, VI. VII. 1900, Kaiser-Wilhelm- Straße 8. 526. — Marcuse, G., Dr. med., I. XII. XVI. 1900, Bad Kudowa. 527. ~ Marcuse, Oswald, Justizrat und Rechtsanwalt, III. VII. XII. 1908, Kaiser- V^ilhelm-Str. 185. 528. — Marmetschke, Gustav, Dr. med., I. II. III. IV. 1906, Paulstr. 35. 529. — Marquardt, Georg, Dr. phil., Kgl. Ober-Bibliothekar, VI. VIII. 1900, Brigittental 41. 530. — Martin, Willi, Bankbeamter, III. VI. VII. XII. XVI. 1910, Lehmgrubenstr. 53. 531. — Martini, Hermann, Dr. phil. et med., Medizinalrat und Gerichts- arzt, I. II. III. 1907, Brandenburger Str. 52. 532. — Martins, Oswald, Dr. med., I. IL 1894, Kaiser- Wilhelm-Str. 62. 533. — Maschke, Theodor, Dr. phil., Professor, Oberlehrer, III. XI. XV. 1907, Viktoriastr. 24. 534. — Matthes, Hans, Dr. med., Medizinalrat, I. II. III. 1901, Scharnhorststr. 19. 535. — Matthes, Hans, Stadtkämmerer, II. VII. 1908, Scharnhorststr. 21. 536. — Matzke, Martin, Pastor, VI. XIV. 1906, Friedrich-Wilhelm-Str. 8. 537. — Mauch, Julius, Dr. med., Primärarzt, I. II. III. IV. 1899, Gartenstr. 76. 538. — May, Hermann, Hüttendirektor a. D., II. III. VI. VII. XV. XVII. 1911, Charlottenstr. 36. 539. — May, Paul, Dr. med., Primärarzt, I. II. III. 1897, Kaiser- Wilhelm-Str. 59. 540. — Meidner, Alfred, Dr., Rechtsanwalt, VI. VII. XVI. 1911, Zwingerplatz 1, 541. — Meinardus, Otto, Dr. phil.. Geh. Archivrat, Direktor des Kgl. Staatsarchivs, VI. VII. VIII. 1901, Tiergartenstr. 25/27. 542. — Meissner, Bruno, Dr. phil., Universitäts- Professor, VIII. IX. 1904, Charlottenstr. 6. 543. — Mendelsohn, Salo, Justizrat und Rechtsanwalt, VII. 1911, Kaiser-Wilhelm-Str. 106. 544. — V. Merckel, Friedrich, Konsistorialassessor, VI. VII. XIV. 1910, Schwerinstr, 15. 545. — Merkel, Eduard, Realgymnasiallehrer, III. IV. XII. 1884, Monhauptstr. 13. 546. — Methner, Alfred, Dr. med., Sanitätsrat, Primärarzt, I. IL HL XII. 1891, Ebereschenallee 15. 547. Frau Methner, Katharina, IIL VIII. XV. XVI. 1909, Ebereschen- allee 15. 548. Herr Meyer, Herbert, Dr. jur., Universitäts-Professor, VI. VII. 1906, Parkstr. 25. 48 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cullur. 549. Herr Meyer, Julius, Dr. phil., Professor, III. 1911, Gulenbergstr. 52. 550. — Meyer, Otto, Dr. med., I, IL 1900, Kaiser- Wilhelm-Str. 49. 551. — Michael, Clemens, Pfarrer, XIII, 1904, Ritterplatz 17. 552. — Michael, Hugo, Dr. phil., Gymnasial-Direktor, 1908, Sonnen- straße, König-Wilhelm-Gymnasium. 553. — Milkau, Fritz, Dr., Geh. Regierungsrat, Direktor der Königl. und Universitäts-Bibliothek, VI. VIII. 1908, Neue Sandstr. 3. 554. — Minkowski, Oskar, Dr. med., Geh. Medizinalrat und Professor, Direktor der medizinischen Universitäts-Klinik, 1. II. III. XII. XVI. 1909, Birkenwäldchen 3. 555. Frau Minkowski, X. XII. XVI. 1909, Birkenwäldchen 3. 556. Herr Mirus, Leon, Dr., III. VL VIL XIL XV. XVI. 1910, Weiden- straße 15. 557. — von Mletzko, Eugen, General-Agent, V. VIL XV. XVI. 1909, Forckenbeckstr. 10. 558. — Mühlis, Eduard, Justizrat, Rechtsanwalt und Notar, III. VI. VIL 1903, Ring 6. 559. Frl. Molinari, Cäcilie, 1909, Garvestr. 6. 560. Herr Molke, Roman, Dr. phil., Direktor der kathol. Realschule, III. XL XIL 1911, NikoJaistadtgraben 20. 561. — Moll, Jean, Dr., Justizrat und Rechtsanwalt, I. VII. XIL 191 1, Forckenbeckstr. 13. 562. — Moll, Magnus, Dr. jur., Geh. Juslizrat, VL VII. XVL 1909, Tauentzienstr. 42. 563. — Monski, Hans, Dr. med., I. IL XVL 1910, Kaiser -Wilhelm- Straße 71. 564. — Moeser, Alfred, Kaufmann und Handelsrichter, IIL VIL 1896, Körnerstr. 5/7. 565. — Moeser, Ernst, Dr. med., Sanitätsrat, I. 1908, Körnerstr. 5/7. 566. — Most, August, Dr. med., Professor, I. IL 1899, Gartenstr. 67. 567. — Mühsam, J., Dr. med., I. IL III. 1899, Anderssenstr. 6. 568. — Müller, Eugen, General-Kommissions-Präsident, VL VII. 1909, Goethestr. 24/26. 569. — Müller, Friedrich, Pastor an St. Maria-Magdalena, XIV. 1906, An der Magdalenenkirche 5. 570. — Müller, Georg, Kuratus, XIIL 1904, Ritterplatz 16 S. L 571. — Müller, Julius, Stadtrat, IL IIL XIV. 1873, Hansastr. 24. 572. — Müller, Konrad, Lic. theol., Pastor, IX. XIL XIV. 1910, Brandenburger Str. 46. 573. — Müller, Max, Verlagsbuchhändler und Handelsrichter, IV. V. 1869, Teichstr. 8. 574. — Münzer, Max, Dr. med., I. IL XIL 1901, Wölflstr. 20. 575. — Mysliwiec, Victor, Dr. med., 1, VL 1902, Hohenzollernstr. 27/29 Mitglieder -Verzeichnis. 49 576. Herr Naphtali, Hugo, Kaufmann, VII. XVI. 1912, Kleinburgstr. 7. 577. — Neefe, Dr. phil., Professor, Direktor des städt. statist. Amts, II. VI. VII. XI. 1887, Paradiesstr. 14a. 578. Frl. Nees von Esenbeck, Elise, Kunstmalerin, V. XVI. 1908, Garvestr. 28. 579. Herr Negwer, Josef, Dr., Fürstbischöfl. Geheimsekrelär, VI. XIII. 1907, Domstr. 15. 580. — Neißer, Albert, Dr. med., Geh. Medizinalrat und Professor, Direktor der Königl. Universitätsklinik für Hautkrankheiten, I. II. XVI. 1882, Fürstenstr. 112. 581. Frau Neißer, Toni, 1908, Fürstenstr. 112. 582. Herr Neißer, Emil, Dr. med., I. II. XII. XVI. 1910, Gartenstr. 91. 583. — Neißer, Gustav, Dr. jur., Justizrat, VII. XII. 1895, Am Ohlau- ufer 21. 584. — Neißer, Walter, Dr. phil., VIII. IX. X. XII. 1902, Flurstr. 4. 585. — Neufließ, Max, Dr. med., I. II. III. IV. XVI. 1905, Matthias- straße 94. 586. — Neugebauer, Paul, Dr. phil., Professor, III. IV. XI. XII. 1899, Piastenstr. 3. 587. — Neumann, Hermann, Geh. Ober -Postrat, Kaiserl. Ober -Post- direktor, VII. 1903, Albrechtstr. 24/26. 588. — Neumann, Louis, Dr. med., I. II. XII. 1901, Kohlenstr. 7a. 589. — Neumann, Siegmund, Dr., Amtsgerichlsrat, VII. XVI. 1910, Goethestr. 19. 590. — Neumeister, Oskar, Dr. med., Sanitätsrat, I. II. 1873, Kloster- straße 8. 591. — Neustadt, Louis, Dr. phil., VI. VIL VIIL IX. 1887, Moritz- straße 45. 592. — Niche, Alfons, Dr. med., Primärarzt, I. 11. III. IV. V. 1896, Kaiser-Wilhelm-Str. 191. 593. — Nicolai, Ernst, Kaufmann, III. VI. XVI. 1911, Kaiser-Wilhelm- Straße 107. 594. — Nicolaier, Carl, Dr., I. II. IV. 1901, Höfchenstr. 89. 595. — Nikel, Emil, Dr., Monsignor, Vize-Domdechant, Professor und Päpstl. Geheimkämmerer, XIII. 1904, Domplatz 6. 596. — Nikel, Johannes, Dr., Universitäts-Professor, III. VI. VIIL XIII. 1902, Saridstr. 12. 597. — Nitschke, Kurt, Dr., Chefredakteur, L II. III. VI. VII. XIV. 1906, Kreuzstr. 44 c. 598. — Nitschke, Theodor, Kaufmann, IIL 1889, Fürstenstr. 98. 599. — Noack, Ludwig, Landesrat a. D. und Bankdirektor, VII. 1896, Kaiser-Wilhelm-Platz 1. 1911. 4. 50 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cullui-. 600. Herr Nottebohm, D. theol., General-Superintendent, VI. XIV. 1904, Ohlauer Stadtgraben 14. 601. — Oebbecke, A., Dr. med., Stadtarzt, I. IL 1900, Hedwigstr. 40. 602. — Ollendorff, Arthur, Dr. med., Arzt und Zalmarzt, I. II. XII. 1904, Gartenstr. 36. 603. — Ollendorff, Eugen, Rechtsanwalt, VII. 1911, Gartenstr. 54. 604. — von Oppen, Heinrich, Königl. Polizei-Präsident, VI. VII. 1909, Schuhbrücke 49. 605. — Oppler, Bruno, Dr. med., I. II. III. 1894, Tauentzienplatz 7. 606. — Oppler, Paul, Dr. med., I. II. XVI. 1897, Kaiser-Wilhelm-Str. 10. 607. — Orgler, Ernst, Dr. med., I. IL III. 1903, Gartenstr. 43. 608. — Ossig, Kurt, Dr. med., I. IL III. 1904, Klosterstr. 12. 609. — Octlinger, Walter, Dr. med., Privatdozent, IL 1907, Maxstr. 4. 610. — Otto, August, Dr. phil., Oberlehrer, III. IV. 1900, Tiergarten- straße 16. 611. — Partsch, Carl, Dr. med.. Geh, Medizinalrat und Universitäts- Professor, Direktor des zahnärztlichen Instituts, I. IL 1880, Kaiser-Wilhelm-Str. 80. 612. Frau Partsch, Clara, XVI. 1908, Kaiser-Wilhelm-Str. 80. 613. Herr Pasch, Ernst, Dr. med., I. IL III. IV. 1909, Gartenstr. 82. 614. — Pax, Ferdinand, Dr. phil.. Geh. Regierungsrat und Universitäts- Professor, Direktor des botanischen Gartens, III. IV. V. 1893, Göppertstr. 2. 615. ■ — Peche, Martin, Dr. phil,, Professor, Realschuldirektor, III. IV. VIII. XL XII. XV. 1902, Vorwerkstr. 36/38. 616. — Peiser, Eugen, Dr. med., L IL III. XVI. 1902, Sonnenstr. 18. 617. — Peiser, Georg, Rechtsanwalt, VII. XII. 1904, Junkernstr. 11. 618. — Peritz, Meyer, Dr. med., Arzt und Zahnarzt, 1. IL III. XII. 1900, Kaiser-Wilhelm-Str. 2. 619. — Perle, Eugen, Kaufmann, VL VIII. XV. XVL 1910, Museum- plalz 15. 620. — Perle, Felix, Kaufmann, IL IIL VI. XV. XVI. 1908, Schwert- straße 6. 621. — Perls, Friedrich, Dr. jur., Stadtrat, IIL VIL XIL XVL 1908, Wölflstr. 12. 622. — Perls, Wilhelm, Dr. med., L 1909, Gartenstr. 76. 623. — Perls, Wilhelm, Dr. med., I. IL 1898, Freiburger Str. 29. 624. — Peterson, Julius, Stadtrat, VII.XILXIV. 1907, Körnerstr. 40/42. 625. — Petzold, Kurt, Redakteur, VL VIL XVI. 1911, Weidenstr. 30. 626. — Peucker, Oskar, Dr., Justizrat, VII. 1908, Goethestr. 17. 627. — Pfeiffer, Richard, Dr. med.. Geh. Medizinalrat und Universitäts- Professor, Direktor des hygienischen Instituts, I. IL III. 1909,, Tiergrartenstr. 74. Mitglieder- Verzeichnis. 51 628. Herr Pfeiffer, Theodor, Dr. phil., Universitäts-Professor, Direktor des Agrikulturchem. Instituts, III. IV, 1900, Parkstr. 17. 629. — Pietrusky, Walter, Dr. med., I. II. 1896, Gneisenaustr. 5. 630. — Pill et, Andre, Professor, X. 1902, Kronprinzenstr. 69. 631. — Poebel, Arno, Dr. phil., Privatdozent, VI.— X. XII. XIIl. XIV. XVI. 1910, Piastenstr. 5. 632. — Pohl, Dr. med.. Geh. Medizinalrat und Universitäts-Professor, Direktor des pharmakologischen Instituts, I. IV. XVI. 1911, Kirschenallee 26. 633. — Po hie, Joseph, Dr., Universitäts-Professor, XII. XIII. 1904, Kreuzstr. 44 e. 634. — Ponfick, Dr. med., Geh. Medizinalrat und Universitäts-Professor, Direktor des pathologischen Instituts, I. II. IV. VII. XVII. 1878, Novastr. 3. 635. Frau Ponfick, Anna, VI. VIII. 1908, Novastr. 3. 636. Herr Pradel, Carl, Justizrat, Rechtsanwalt und Notar, VII. 1911, Ohlauer Stadtgraben 16. 637. — Praetorius, Franz, Dr., Universitäts- Professor, IX, 1911, Hedwigstr. 40. 638. — Prausnitz, Carl, Dr, rned., Privatdozent, I. II. III. IV, XV. XVI. 1911, Kaiserstr. 77. 639. — Prausnitz, G., Dr. phil., Chemiker, II. III. XI. 1892, Opitz- straße 39/41. 640. Frau Prausnitz, Olga, 1908, Opitzstr. 39/41. 641. Herr Pre scher, Kurt, Magistrats- Assessor, VI. VII. XVI. 1909, Moritzstr. 21. 642. — Preuß, Georg, Dr. phil., Universitäts-Professor, VI. VII. VIII. XII. 1908, Hobrechtufer 18. 643. — Pringsheim, Ernst, Dr. phil., Universitäts - Professor, III. XI. 1905, Kaiser-V^ilhelm-Str. 64. 644. — Prinz, Hugo, Dr, phil., Privatdozent, VI. VII, VIII. IX. XVI. 1910, Scharnhorststr. 21. 645. — Prohasel, Paul, Professor, Provinzialschulrat, VI. VIII. XII, XVI. 1911, Güntherstr, 19. 646. — Promies, Hermann, Magistrats-Baurat, II. XI, 1900, Kaiser- Wilhelm-Str. 179. 647. — Proskauer, Curt, Zahnarzt, I, II. III. VII. 1912, Kaiser- V^ilhelm-Str. 5/7, 648. — Pyrkosch, Reinhold, Dr. phil., Professor, Oberlehrer, III, XI. XV. 1910, Gartenstr. 63. 649. — Raraisch, Gustav, Professor, III, XI. XV, 1908, Goethestr. 34. 650. — Reche, Fritz, Dr. med., I. II. 111. 1912, Tauentzienstr. 37. 52 Jahresbericht der Schles, Gesellschaft für vaterl. Cultur. 651. Herr Graf von der Recke-Volmerstein, Exzellenz, Wirkl. Geh. Rat, Kgl. Kammerherr, VI. VlI. 1863, Kastanienallee 8/12. 652. — Reich, Carl, Dr. med., Sanitätsrat, I. II. 1875, Augustastr. 88. 653. — Renner, Alfred, Dr. med., I. II. 1907, Schweidnitzer Str. 44. 654. Frl. Renz, Barbara, Dr. phil., III. XIl. 1910, Tiergartenstr. 48. 655. Herr Renz, Carl, Dr. phil., Privatdozent, XVII. 1911, Eichendorff- straße 53. 656. — Renz, Franz, Dr. theol., Universitäts-Professor, XIII. 1907, Tier- gartenstraße 48. 657. — Richter, Emil, Dr. med.. Geh. Medizinalrat und Universitäts- Professor, I. II. 1872, Kaiser-Wilhelm-Str. 115. 658. — Richter, Hugo, städtischer Gartendirektor, IV. V. 1887, Breite Straße 25. 659. — Richter, Johannes, Dr. phil., III. VIII. XVI. XVII. 1911, Bahn- hofstraße 12. 660. — Richters, E., Dr. phil., Generaldirektor, III. IV. V. 1874, Kurfürstenstr. 29. 661. — Freiherr von Richthofen, Landeshauptmann der Provinz Schlesien, VI. VII. 1901, Gartenstr. 72. 662. — von Richthofen, Hermann, Oberstleutnant a. D., III. IV. VI. VII. XVI. 1911, Parkstr. 38/40. 663. — Rieger, Reinhold, Dr. med., Medizinalrat und Königl. Kreisarzt, I. II. 1907, Monhauptstr. 3. 664. — Riegner, Franz, Dr. phil., III. XV. 1910, Körnerstr. 46. 665. — Riegner, Hans, Dr., Professor, Zahnarzt, I. III. 1896, Museum- straße 11. 666. — Riemann, Ernst, Dr. jur., Justizrat und Rechtsanwalt, V. VII. 1901, Junkernstr. 1/3. 667. — Riesen feld, Berthold, Dr. med., Sanitätsrat, I. II. 1874, Neue Taschenstr. 12. 668. — Riesenfeld, C. E., Dr. jur., Professor, Syndikus der Handels- kammer, VII. 1903, Kaiser-Wilhelm-Str. 193. 669. — Rischowski, Albert, Werft- und Reederei-Direktor, VI. VII. XV. XVI. 1909, Königsplatz 2. 670. — Ritter, S., Dr. med., Sanitätsrat, I. II. III. 1900, Garten- straße 10. 671. — Roeder, Günther, Dr. phil., Privatdozent, I. — XVII. 1911, Lehmdamm 73. 672. — Rohde, Emil, Dr. phil., Universitäts-Professor, III. IV. 1895, Parkstr. 1/7. 673. — Röhmann, Franz, Dr. med., Universitäts-Professor, I. II. III. IV. 1888, Am Ohlauufer 36. Mitglieder -Verzeichnis. 53 674. Herr Rosanes, Dr., Geh. Regierungsrat und Universitäts-Professor III. XI. 1903, Schweidnitzer Stadtgraben 16 b. 675. — Rosen, Felix, Dr. phil, Universitäts-Professor, IV. V. XV. XVII 1891, Tiergartenstr. 30. 676. Frau Rosenbaum, Ally, 1907, Arndtstr. 23. 677. Herr Rosenbaum, Friedr. Wilh., Kaufmann und Fabrikbesitzer, 1908 Kaiser-Wilhelm-Str. 171. 678. — Rosenfeld, Georg, Dr. med., Professor, I. II. III. IV. XII. XVII 1886, Schweidn. Stadtgraben 25. 679. Frau Rosenfeld, Anna, IL— VII. XVI. 1907, Schweidnitzer Stadt graben 25. 680. Herr Rosenstein, Moritz, Dr. med., Sanitätsrat, I. II. 1893, Kaiser Wilhelm-Str. 70. 681. — Rosenstein, Paul, Dr. med., Arzt und Zahnarzt, I. III. 1912 Goethestr. IG. 682. — Rosenthal, Adalbert, Dr. med., Kurarzt in Bad Karlsbad, I 1903, Hohenzollernstr. 52. 683. — Rosenthal, Julius, Dr. med,, Sanitätsrat, I. II. 1892, Krön prinzenstr. 64. 684. — Rösing, Hermann, Bergassessor, VI. XVII. 1912, Herderstr. 31 685. — Rothe, Hermann, Dr. med., I. XII. 1903, Kaiser-Wilhelm Straße 38. 686. — Rother, Adalbert, Kaplan, XIII. 1911, Wallstr. 7c. 687. — Rother, Georg, Kaufmann, VI. VII. 1901, Kurfürstenstr. 19. 688. — Rother, Max, Wasserwerksdirektor a. D., XI. XV. 1908, Krietern bei Breslau, Johann- Wolfgang-Str. 14. 689. — Rothstein, Wilhelm, Dr. phil., Universitäts-Professor, IX. XIV. 1910, Dickhuthstr. 6. 690. — Rücker, Adolf, Dr., Domvikar, IX. XIII. 1907, Domplatz 6. 691. — vonRümker, Gurt, Dr. phil., Universitäts-Professor, III. IV, VII. XVII. 1895, Birkenwäldchen 7. 692. — Sachs, Albert, Dr. med., I. II. 1895, Tauentzienplatz 10a. 693. — Sachs, Arthur, Dr. phil., Professor, III. VII. XII. XVII. 1900, Gartenstr. 15/17. 694. — Sachs, Carl, Kaufmann, KI. VII. XVI. 1909, Kleinburgstr. 18/20. 695. — Sachs, Emil, Kaufmann, V. VII. 1888, Kaiser-Wilhelm-Str. 62. 696. — Sachs, Georg, Kaufmann und Handelsrichter, VI. VII, 1898, Kirschenallee 4/8. 697. — Sachs, Heinrich, Dr. med., Professor, I, II. XII, 1896, Kaiser-Wilhelm-Str, 96/98, 698. — Sachs, Ludwig, Partikulier, II. III. VIL XH. 1908, Freiburger Straße 40, 54 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. 699. Herr Sackur, Otto, Dr. phil., Professor, III. XI. XII. 1906, Wölfl- straße 2. 700. — Sackur, Paul, Dr. med., I. 11. 1894, Gartenstr. 51. 701. — Saeger, Otto, Bergassessor a. D., Direktor der Bergwerks- Gesellschaft Georg V. Giesches Erben, I. II. XVII. 1911, Schweidn. Stadtgraben 26. 702. — Saline, Otto, Privatier, IV. VI. 1904, Goethestr. 19. 703. — Salinger, Hugo, Dr. jur., Oberlandesgerichtsrat, VI. VII. XII. 1909, Hohenzollernstr. 26/28. 704. — Samosch, Julius, Dr. med., I. II. III. XII. 1902, Kaiser- Wilhelm-Str. 13. 705. — Sandberg, Ernst, Dr. med., Geh. Sanitätsrat, I. II. 1876, Kaiser-Wilhelm-Str. 25. 706. — Sarrazin, Gregor, Dr., Universitäts-Professor, VIII. X. 1900, Eichendorffstr. 18. 707. — Sauer, Hugo, Dr. med., I. II. 1903, Auenstr. 34. 708. — Schaade, Arthur, Dr. phil., Privatdozent, III. IV. VI. VIII. X. XH. XVI. 1912, Teichstr. 6. 709. — Schaefer, Clemens, Dr. phil,, Universitäts-Professor, III. XI. XII. XV. 1905, Parkstr. 25 a. 710. — Schäfer, Friedrich, Dr. med., I. II. III. 1881, Neue Schweid- nitzer Str. 13. 711. — Schäffer, Erich, Dr. med., I. 1907, Kaiser-Wilhelm-Str. 151. 712. — Schäffer, Jean, Dr. med., Professor, I. II. III. 1900, Gartenstr. 81. 713. — Schauenburg, Dr., Oberregierungsrat und Direktor des Königl. Provinzial-Schulkollegiums, II. VI. VII. VIII. X. XIV. 1904, Charlottenstr. 54/56. 714. — Schedwig, Arthur, Dr. jur., Referendar, VI. VH. IX. XIII. XVI. XVII. 1911, Schillerstr. 11. 715. — Scheer, Eduard, Dr. phil, Professor, VIII. 1908, Michaelisstr. 98. 716. — Scheller, Robert, Dr. med., Professor, I. II.* 1909, Maxstr. 4. 717. — Schenck, Rudolf, Dr. phil., Professor, III. XV. XVII. 1910, Parkstr. 25 b. 718. — Schiff, Julius, Dr. phil., Professor, III. IV. XI. XII. XVII. 1888, Lutherstr. 20. 719. — Schiffer, Georg, Dr. med., I. II. 1895, Kaiser - Wilhelm - Straße 28/30. 720. — Schiller, Herm., Dr. med., Primärarzt, I. II. 1900, Kaiser- Wilhelm-Str. 27. 721. — Schilling, Adolf, Professor, Regierungsbaumeister a. D., III. VII. XV. XVI. 1912, Hobrechtufer 20. 722. — Schimmelpfennig, Dr., Oberpräsidial- und Universitäts- Kuratorialrat, II. VI. VII. XVII. 1900, Goethestr. 41. Mitglieder- Verzeichnis. 55 723. Herr Sehlawe, Karl, Amtsrichter, III. VII. IX. 1909, Augustastr. 53. 724. — von Schlebrügge, Carl, Landgerichtsrat, I. — XV. 1908, Doni- platz 12. 725. — Sclilesinger, Adolf, Dr. med., Sanitätsrat, I. II. 1881, Kaiser- Wilhelm-Str. 28/30. 726. — Schlesinger, Bernard, Dr., Assistenzarzt, I. XII. 1908, Ein- baumstr. 25. 727. — Schlesinger, Josef, Dr. med., I. II. III. 1900, Taschenstr. 13/15. 728. Schlesischer Bankverein, 1909, Albrechtstr. 33/34. 729. Herr Schlicht, Albert, Dr. phil,, stellvertr. Direktor der agrikult.- chemischen Versuchsstation, III. IV. 1908, Herzogstr. 2. 730. — Schmeidler, Dr. med.. Geh. Sanitätsrat, I. II. XII. 1870. Schweidnitzer Stadtgraben 21b. 731. — Schmeisser, Karl, Königl. Berghauptmann und Ober-Bergamts- direktor, III. Vn. XVII. 1906, Kaiser- Wilhelm-Str. 130. 732. — Schmidt, Hans, Lic. theol., Pastor und Privatdozent, VI. VIII. IX. XIV. 1907, An der Magdalenenkirche 5. 733. — Schmidt, Theodor, Dr. phil., Direktor der Augustaschule, III. IV. 1900, Schwerinstr. 1. 734. — Schneider, Robert, Fabrikdirektor, I. III. VI. XV. 1910, Lorenzgasse 3 b. 735. — Schneiderhan, Franz, k. k.Kommerzialrat, VII. XV. XVL 1910, Landsbergstr. 2. 736. — Schober, Gotthardt, Landesrat, VL VII. 1910, Kaiser-W^ilhelm- Straße 85. 737. — Schöller, Georg, Kaufmann und Fabrikbesitzer, III. V. VII. 1897, Strachwitz b. Schmolz. 738. Frau Schöller, Addy, XVI. 1911, Strachwitz b. Schmolz. 739. Herr von Scholtz, Alfred, Stadtbaurat, XV. 1909, Hohenzollern- straße 58. 740. -— Scholtz, Georg, Apotheker, HL IV. 1895, Augustastr. 74. 741. — Scholtz, Max, Piegierungsrat, III. VI. VII. 1910, Eichendorff- straße 28/30. 742. — Scholz, Reinhold, Dr. med., Generaloberarzt, I. 1905, Viktoria- straße 118/120. 743. — Schoenaich, Gustav, Dr., Professor, VL VIL VIIL XIV. 1907, Hobrechtufer 17. 744. — Schönberg, A., Zivilingenieur, IIL VI. XV. 1909, Charlotten- straße 28. 745. — Schönberg, Hermann, Kaufmann, IL IIL VL VIL 1907^ Schweidnitzer Str. 21. 746. — Schönborn, Theodor, Dr. phil., Professor, Oberlehrer, VL VII. 1875, Paulstr. 20. 56 Jahresbericht der Schles, Gesellschaft für vaterl. Cultur, 747. Herr Schott, Richard, Dr. jur., Universitäts-Professor, VI. VII. 1906, Dahnstr. 5. 748. — Schottky, Richard, Dr. phil., Chefredakteur, III. VI. VII. XVI, 1909, Kaiserstr. 78/80. 749. — Schottländer, Paul, Dr. phil., Rittergutsbesitzer, IV. 1892, Hartlieb b. Breslau. 750. — Schrader, Otto, Dr., Universitäts- Professor, VI.— X. 1909, Kurfürstenstr. 37. 751. — Schreiber, Paul, Stadtbauinspektor, IL m. VI. Xn. XV. XVI. 1910, Günlherstr. 5. 752. — Schübe, Edmund, Rittergutsbesitzer, IV. V. VII. XV. XVI. 1909, Ohlauer Stadtgraben 3. 753. — Schübe, Theodor, Dr. phil., Professor, Oberlehrer am Real- gymnasium am Zwinger, III. IV. XVII. 1886, Forckenbeckstr. 10. 754. — Schuck, Siegfried, Justizrat und Rechtsanwalt, VI. VII, XII. XVI. 1911, Tauentzienplatz 1. 755. — Schule, Wilhelm, Professor, Ingenieur und Oberlehrer, III. XV. 1908, Hedwigstr. 32. 756. — Schüler, Hermann, Dr. jur., Geh. Regierungsrat, VII. 1905, Scharnhorststr. 21. 757. — Schultz, Moritz, Dr. phil., Fabrikdirektor, III. XV. 1912, Saarau, Kr. Schweidnitz. 758. — Schulz, Paul, Bildhauer, XVI. 1908, Neue Taschenstr. Ib. 759. — Schulz, Udo, Regierungsrat a. D,, Generaldirektor, II. IV. VI. VII. 1903, Ahornallee 27. 760. — Schulze, Bernhard, Dr. phil., Professor, Direktor der agrikult.- chem. Versuchsstation der Landwirtschaftskammer, IL III. IV, 1886, Salvatorplatz 6. 761. — Schuster, Paul, Konsistorial-Präsident, VL VIL 1907, Wall- straße 9 a. 762. — Schwartz, Hermann, Pastor prim., VI. XIV. 1908, Altbüßer- straße 8/9. 763. — Schwarz, Bernhard, Dr. med., L IL HL XII. 1908, Garten- straße 91. 764. — von Schweinitz, Friedrich, Pastor prim., XIV. 1909, Herren- straße 21/22. 765. — Schweitzer, Hugo, Kaufmann, IIL VII. 1889, Kurfürstenstr. 14. 766. — Schweitzer, Otto, Bankdirektor, VII. 1910, Kastanienallee 6. 767. — Schwemer, Max, Generaldirektor und Stadtrat, VII. XV. XVI. 1909, Nikolaistadtgraben 12. 768. — Schwerin, Ernst, Dr. phiL und Fabrikbesitzer, HL VIL 1907, Kaiser- Wilhelm-Str. 140. Mitglieder -Verzeichnis. 57 769. Herr Sdralek, Max, Dr., Domherr und Universitäts-Professor, VI. XIII. 1902, Domstr. 14. 770. Frl. Seemann, Dora, Malerin, XVI. 1908, Schweidnitzer Stadt- graben 25. 771. Herr Seibt, Georg, Pastor, XII. XIV. XVI. 1909, Bohrauer Str. 4a. 772. — Seidelmann, Wolfgang, Dr. med., I. 1907, Tiergartenstr. 48. 773. — Seiffert, Fritz, Apothekenbesitzer, III. IV. 1904, Tauentzien- straße 59. 774. — Semmler, Friedr. Wilh., Dr. phil, Professor, III. 1910, Mozart- straße 15. 775. — Seppelt, Franz, Dr. theol., Privatdozent, VI. XIII. 1910, Hirsch- straße 33. 776. — Sickenberger, Josef, Dr. theol., Universitäts-Professor, VI. VHI. XIII. 1907, Hedwigstr. 38. 777. — Siebs, Tb., Dr. phil., Universitäts- Professor, VI. XVI. 1902, Hohenzollernstr. 53. 778. — Siemsen, Hermann, Dr. jur., Bankdirektor, III. VII. XV. XVII. 1912, Landsbergstr. 3. 779. — Silber, Max, Dr. med., I. IL XII. 1898, Kaiser-Wilhelm-Str. 18. 780. — Silberberg, Otto, Dr. med., I. II. III. 1901, Luisenplatz 14. 781. — Simm, Felix, Dr. med., Sanitätsrat, I. II. 1876, Freiburger Straße 34. 782. — Simmersbach, Oskar, Dr., Professor, III. XV. XVI. XVH. 1911, Parkstr. 21. 783. — Simon, Gustav, Dr. jur., Regierungs-Assessor, VI. VII. XII. XVI. 1909, Schwerinstr. 25. 784. — von Skene, Carl, Geh. Kommerzienrat, VII. 1880, Schweidnitzer Stadtgraben 18. 785. — Skutsch, Franz, Dr. phil., Universitäts-Professor, VIH. XII. 1901, Eichendorffstr. 16. 786. — Soramerbrodt, Walter, Dr. jur., Gerichtsassessor, III. VI. VII. 1908, Hohenzollernstr. 48. 787. Frau von Sommerfeld und Falkenhayn, Elisabeth, 1908, Char- lottenstr. 22. 788. Herr Sonnabend, Martin, Zivilingenieur, V. XV. 1908, Flurstr. 2. 789. — Späth, Richard, Pastor prim., XIV. 1907, Roßplatz 24. 790. -^ Speck, Hermann, Dr. phil., Oberlehrer, IX. X. XVI. XVII. 1912, Augustastr. 33. 791. — Spiegel, Wilhelm, Dr. med., I. II. 1898, Klosterstr. 71. 792. Frl. Spieler, Marie, Malerin, V. XVI. 1908, Werderstr. 31. 793. Herr Spitz, Baruch, Dr. med., Sanitätsrat, I. II. 1889, Garten- straße 15/17. 794. — Spitz, Max, Dr. med., I. III. IV. 1895, Höfchenstr. 41. Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. 795. Herr Sprotte, Franz, Dr. theo]., Professor, Domkapitular und Konsistorialrat, III. IV. V. VI. VIII. IX. XII. XIII. XVI. 1902, Domstr. 9. 796. — Staats, Friedrich, Dr. phil., Professor, II. III. IV. 1897, Piastenstr. 3. 797. — Starczewski, Kurt, Maler, XVI. 1908, Molhvitzer Str. 11. 798. — Staub, Alfred, Dr. med., I. II. III. 1900, Tauentzienstr. 14. 799. — Steinberg, Siegfried, Dr. med., I. XII. 1908, Salvatorplatz 7, 800. — Steinfeld, Max, Dr., Justizrat und Notar, VI. VII. 1897, Hohenzollernstr. 79. 801. — Steinitz, Franz, Dr. med., Kinderarzt, I. II. 1905, Kaiser- Wilhelm-Str. 38. 802. — Steinitz, Kurt, Dr. jur., Rechtsanwalt, VII. XII. 1904, Kaiser- Wilhelm-Str. 57. 803. — Steinitz, Walter, Dr. med., I. III. IV. XII. 1908, Ohlauer Stadtgraben 14. 804. — Steinke, Paul, Buchdruckereibesitzer, VIII. XVI. 1905, Tier- gartenstr. 42. 805. — Steinmann, Dr., Monsignore, Domherr, Päpstl. Geh. Kämmerer, Direktor des Fürstbischof!. -theolog. Konvikts, XIII. 1904, Domstr. 13. 806. — Steinschneider, Dr. med., Badearzt, I. II. 1890, Moritzstr. 15. 807. — Stempel, Walter, Dr. med., I. II. 1887, Museumplatz 10. 808. — Stentzel, Arthur, Major d. L. und Kaufmann, II. VI. VII. 1896, Moritzstr. 3/5. 809. — Stern, Max, Dr. med., Badearzt, I. II. XII. 1904, Sadowastr. 19. 810. — Stern, Otto, Dr. phil., III. XII. 1912, Höfchenstr. 45. 811. — Stern, William, Dr. phil., Universitäts-Professor, XII. 1904, Brandenburger Str. 54. 812. — Sternberg, Hugo, Fabrikbesitzer, VII. XVI. 1905, Akazien- allee 16. 813. — Sternberg, Ludwig, Fabrikbesitzer, 1910, Höfchener Weg. 814. — Steuer, Philipp, Dr. med., Geh. Sanitätsrat und Stadtältester, I. II. 1873, Charlottenstr. 8. 815. — Stiller, Theodor, Dr., Domherr, Prälat und Fürstbischöfl. Gen.- Vikar, XII. XIII. 1905, Domstr. 16. 816. — Stock, Alfred, Dr. phil., Professor, I. II. III. IV. XII. XV. XVI. XVII. 1910, Parkstr. 6. 817. — Stranz, Bernhard, Dr. med., Sanitätsrat, I. II. 1898, Kloster- straße 23/25. 818. — Strasburger, Julius, Dr. med., Professor, I. III. 1911, Fürstenstr. 53. Mitglieder -Verzeichnis. 59 819. Herr Stumpf, Richard, Dr. med., Privatdozent, 1. IL III. IV. XVL 1911, Fürstenstr. 100. 820. — Sturm, Friedrich, Dr. phil., Oberlehrer, XVII, 1912, Maxstr. 16. 821. — Sturm, Rudolf, Dr. phil.. Geh. Regierungsrat und Universitäts- Professor, XI. 1903, Piastenstr. 10. 822. — Supan, Alexander, Dr. phil., Üniversitäts-Professor, III, VI. XII. XVII, 1909, Tiergartenstr. 87. 823. — Sy, Richard, W^irkl. Geh. Oberfinanzrat, Präsident der Ober-Zoll- Direktion, V. VI. VII. 1903, Berliner Str. 77. 824. — Taeger, Heinrich, Dr., III. IV. XVH. 1912, Neudorfstr. 59. 825. — Tarnowski, Georg, Dr., Rechtsanwalt, VI. VII. XVI. 1911, Junkernstr. 21. 826. — Täuber, Conrad, Dr. phil., Professor, Oberlehrer am St. Elisabeth- Gymnasium, III. XI. 1898, Beethovenstr. 7. 827. — Teichmann, Bruno, Dr. med., I. II. XII. 1907, Telegraphenstr. 8. 828. — Telke, Oskar, Dr. med.. Geh. Medizinalrat und Regierungsrat, I. IL IIL 1901, Goethestr. 28. 829. — v. Tessen-W^sierski, F. J., Dr., Universitäts-Professor, XIII. 1904, Piastenstr. 3. 830. — Thalheim, Theodor, Dr., Geh. Regierungs- und Provinzial- Schulrat, IL VL VIII. IX. 1900, Kronprinzenstr. 75. 831. — Than, Friedrich, Pastor, VI. XIV. 1907, An der Elisabeth- kirche 1/2. 832. — Tidick, Ernst, Oberregierungsrat, VL VIL XVIL 1908, Kastanienallee 3 a. 833. — ■ Tietze, Alexander, Dr. med., Professor, Primärarzt, I. IL IV. 1882, Schweidnitzer Stadtgraben 23. 834. — Tobler, Ludwig, Dr. med., Professor, Direktor der Königl. Universitäts-Kinder-Klinik, I. IL III. IV. XVI. 1911, Tiergarten- Straße 50/52. 835. — Tobler, Salomon, Dr. jur., Stadtrat, VIL VHI. X. XVL 1911, Körnerstr. 5/7. 836. — Töplitz, Emil, Dr. phiL, Professor, III. XL 1903, Ohlauer Stadtgraben 3. 837. — Töplitz, Fritz, Dr. med., I. IL III. 1900, Teichstr. 2. 838. — Töplitz, Theodor, Dr. med., Sanitätsrat, L IL 1875, Goethe- straße 24/26. 839. — Trappe, Max, Dr.med., I. III. VL 1909, Kaiser-Wilhelm-Str. 167. 840. — Traugott, Richard, Dr.med., I. IL XIL 1875, Gartenstr. 96. 841. — vanTreeck, Carl, VI. XIII. XVL 1909, Kaiser- W^ilhelm-Str. 54. 842. — Treis, Julius, Dr., Oberlandesgerichts-Senatspräsident, III. IV. VI. VIL Xn. XV. 1908, Kaiser-Wilhelm-Str. 28/30. 843. — Trelenberg, Gustav, Fabrikbesitzer, V. 1900, Gartenstr. 60. 60 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. 844. Herr Trentin, Hans, Dr., Bürgermeister, IH. IV. VI. VH. VUI. XVI. 1905, Friedrich-Wilhelm-Str. 6. 845. — Treuenfels, Paul, Dr. phil, prakt. Zahnarzt, I. II. IV. V. XII, XVI. 1897, Tauentzienplatz 7. 846. — Triebs, Franz, Dr. theoL, phil., jur. utr., Universitäts-Professor, Fürstbischof!. Konsistorialrat, XIII. 1904, Kreuzstr. 13/15. 847. — Triepel, Hermann, Dr. med., Universitäts-Professor, I. III. 1906, Hansastr. 13. 848. — Trog er, Julius, Dr. phil., Professor, IX. XIV. 1907, Palmstr. 8. 849. — Tugend hat, Otto, Dr., Chefredakteur, VII. 191 1, Weidenstr. 30. 850. — Türk, Gustav, Dr. phil., Professor, Oberlehrer am Gymnasium zu St. Maria-Magdalena, VI. VIII. 1900, Matthiasplatz 16. 851. — Uhthoff, Wilhelm, Dr. med.. Geh. Medizinalrat und Professor, Direktor der Königl. Universitäts-Augenklinik, I. II. III, 1897, Kaiser- Wilhelm-Str. 154. 852. Frau Uhthoff, 1908, Kaiser- Wilhelm-Str. 154. 853. Herr Ullrich, Hermann, Oberbergamts-Markscheider, III. XV. XVII. 1911, Goethestr. 69. 854. — Unger, Salo, Rentier, III. VI. XVI. 1909, Kaiser-Wilhelm- Platz 11. 855. — Ungerathen, Josef, Kaplan, XIII. 1912, Altbüßerstr. 34. 856. — Veith, Franz, Dr. med., I. II. 1875, Heiligegeiststr. 14a. 857. — Veith, Klemens, Geistlicher Rat, XIII. 1904, Martinistr. 12. 858. — Vierhaus, Felix, Dr., Wirkl. Geh. Oberjustizrat und Oberlandes- gerichtspräsident, VII. XII. XIV. 1905, Hohenzollernstr. 95/97. 859. Frau Vierhaus, Elisabeth, VI. VII. 1908, Hohenzollernstr. 95/97. 860. Herr Viol, Hermann, Geh. Justizrat, Oberlandesgerichtsrat a. D., VII. 1902, Höfchenstr. 4. 861. — Vogel, Willy, Dr. med., I. II. 1912, Schmiedebrücke 43/45. 862. — Vogt, Heinrich, Dr. phil., Professor, III. XL XII. 1905, Auen- straße 14/16. 863. — Volz, Wilhelm, Dr. phil., Universitäts-Professor, III. IV. VIII. XVII. 1895, Parkstr. 32. 864. — Wagner, Ernst, Dr. phil., Mathematiker, VII. XI. 1892, Höfchenplatz 8. 865. — Wagner, Friedrich, Dr. theol. et phil., Privatdozent, XII. XIII. XVI. 1909, Friedensburgstr. 12. 866. — Wahlich, Hermann, Architekt, XVI. 1908, Palmstr. 41. 867. — von Wallenberg-Pachaly, Ernst, Bankier, V. VII. XV. XVI 1908, Roßmarkt 10. 868. — von Wallenberg-Pachaly, Gotthard, Bankier, VI. VII. 188'/ Kaiser- Wilhelm-Str. 110/112. Mitglieder-Verzeichnis. 61 869. Herr von Walter, Johannes, Lic. theol., Universitäts - Professor, VI. VII. VIII. XII. XIV. XVI. 1909, Kl. Scheitniger Str. 69. 870. — Wasbutzki, J., Dr. med., I. II. 1900, Viktoriastr. 104b. 871. — V^alerstrad, Franz, Dr. phil., Professor, III. V. VI. VII. XII. 1907, Parkstr. 38/40. 872. — Waetzmann, Erich, Dr. phil., Privatdozent, III. XV. 1908, An der Kreuzkirche 4. 873. — Weber, Georg, Dr. med., Generaloberarzt a. D., I. II. III. XII. 1898, Hohenzollernstr. 75. 874. — Weber, Richard, Dr. med., I. II. 1905, Neue Taschenstr. 7. 875. — Weberbauer, A., Dr. phil., Privatdozent, III. IV. VII. 1894, (beurlaubt). 876. — Wegner, R. N., Dr. phil., XVlI. 1911, Kaiserstr. 67. 877. — Wehlau, Oskar, Kaufmann, III. XIL XVI. 1912, Arndtstr. 19. 878. — Weidner, Max, Dr., Sanitätsrat, I. 1907, Ohlauer Stadtgraben 27. 879. — Weigert, Richard, Dr. med., Kinderarzt, I. II. 1905, Garten- straße 34. 880. — Weile, Max, Dr. med., I. II. XVI. 1894, Scheitniger Str. 25. 881. — Weinhold, Friedr., Dr. med., Sanitätsrat, I. II. 1892, Garve- straße 6. 882. — Weiß, Louis, Dr., Sanitälsrat, I. II. 1910, Moritzstr. 15. 883. — Weiß, Wilhelm, Dr., Rechtsanwalt, VII. 1911, Zwingerstr. 6. 884. — Weißstein, Alfred, Dr. phil., Apotheker, I. II. III. 1878, Sadowastr. 38. 885. — Weitzen, Max, Dr. med., I. II. 1904, Neue Taschenstr. 33. 886. — von Wenckstern, Adolf, Dr. phil., Universitäts-Professor, II. VI. VII. XII. XVII. 1907, Kleinburgstr. 21. 887. — Wendt, Heinrich, Dr. phil., Professor, Direktor des Stadt- archivs, VI. VII. 1907, Kantstr. 5. 888. — Wertheim, Edaiund, Dr. med., 1. III. IV. XII. XVI. 1904, Gartenstr. 62. 889. — Werther, Moritz, Dr. med., I. IL XII. 1892, Tauentzienplatz 7. 890. — Wichelhaus, Ernst, Dr., Königl. Landrat, VI. VIL 1910, Akazienallee 10. 891. Frau Wichelhaus, Frieda, IIL XIL XVI. 1910, Akazienallee 10. 892. Herr Wiener, Max, Oberlandesgerichts-Senatspräsident, II. IIL VI. VII. XII. XVI. 1910, Hohenzollernstr. 63/65. 893. — von Wiese, Ulrich, Oberleutnant im Gren.-Regt. Nr. 11, IIL XL XV. 1909, Hohenzollernstr. 43. 894. — Willers, Heinrich, Justizrat und Rechtsanw^alt, VII. 1911, Goethestr. 24/26. 895. — Winckler, Viktor, Dr. med., Primärarzt, I. IL 1874, Gustav- Freytag-Str. 17. 62 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. 896. Herr Winkler, Carl, Dr. med., Professor, Direktor des hygienisch- pathologischen Instituts, I. III. 1899, Posen 1, Königsplatz 3. 897. — Winkler, Hubert, Dr. phil., Professor, IV. V. VII. XIII. XV. XVII. 1907, Sternstr. 4. 898. — Winkler, Samuel, Dr. med., I. 1907, Tiergartenstr. 55/57. 899. — Wirsig, Josef, Pfarrer, XUI. 1907, Gabitzstr. 16. 900. — Wiskott, Max, Dr. phil, Fabrikbesitzer, III. IV. VII. 1900, Ahornallee 34. 901. Frau Wiskotl, Frieda, 1908, Ahornallee 34. 902. Herr Wittig, Joseph, Dr. theo!., Professor, VI. VIH. XIII. XVI. 1910, Sternstr. 108. 903. — Wobbermin, Georg, Dr., Universitäts- Professor, XII. XIV. 1907, Carmerstr. 17. 904. — Wohl, Ernst, Dipl.-Ingenieur und Oberlehrer, I. III. XII. XV. 1908, Wilhelmsruh Nr. 19. 905. — Wolf, Julius, Dr. phil., Geh. Regierungsrat und Universitäts- Professor, VI. VII. 1897, Tauentzienstr. 40. 906. Frau Wolf, Else, 1908, Tauentzienstr. 40. 907. Herr Wolff, August, Dr. med., I. II, 1893, Kaiser-Wilhelm-Str. 86 908. — Wolffberg, Louis, Dr. med., Sanitätsrat, I. II. III. 1887 Tauentzienstr. 8/10. 909. — Wolffberg, Siegfried, Dr. med., Geh, Medizinalrat und Königl Kreisarzt, 1. II. 1901, Körnerstr. 23/25. 910. — Woy, Rudolf, Dr. phil., Handelschemiker, II. III. 1895, Palm Straße 39. 911. — Woywode, Augustin, Kuratus, II. XIII. 1909, Altbüßerstr. 34 912. — Graf Yorck von Wartenburg, Dr. jur., Landrat a. D. Majoratsbesitzer, VII. 1898, Klein-Öls. 913. — Zahn, Kurt, Dr. phil., Chemiker, I. III. IV. XVI. 1910, Kaiser- straße 84/86. 914. — Zickermann, Emil, Pastor prim., III. VIII. XIV. 1904, Marien- straße 2. 915. — Ziegan, Gustav, Pfarrer, XIII, 1904, Fischergasse 12c. 916. — Ziegert, Paul, Ökonomierat, III. 1909, Forckenbeckstr. 8. 917. — Ziegler, Conrat, Dr. phil., Professor, VI. VIIL XIL 1908, Tiergartenstr. 18. 918. — Ziekursch, Johannes, Dr. phil., Professor, VI. VII. 1904, Hansastr. 13. 919. — Ziesche, H., Dr. med., Primärarzt, I. II. 1910, Neue Taschen- straße 32. 920. — Ziesche, Kurt, Dr., Privatdozent, XII. XIII. 1907, Gneisenau- platz 5. Mitglieder- Verzeichnis. 63 921. Herr Zietzschmann, Bruno, Kaufmann und Hauptmann d. R., VI. VII. XVI. 1910, Scharnhorststr. 16. 922. — Zopf, Wilhelm, Professor, III. IV. V. 1877, Sternstr. 148. D. Wirkliche auswärtige Mitglieder. 1. Herr Adler, S., Dr , Geh. Medizinalrat u. Kreis-Physikus in Brieg. 1890. 2. — Alexander, H., Dr. phil., Chemiker in Berlin NW. 6, Charite- straße 4. 1892. 3. — Alten bürg, Oskar, Dr., Geh. Regierungsrat, Königl. Gymnasial- Direktor in Glogau. 1900. 4. — Alter, Dr., Geh. Sauitätsrat, Direktor der Provinzial-lrrenanstalt in Leubus i. Schi. 1886. 5. — Altmann, Oswald, Pfarrer in Woisselsdorf b. Grottkau. 1907. G. — Arbenz, W. N., Königl. Bergrat in Gleiwitz. 1911. 7. — Balz er, Franz, Bergwerksdirektor, Königl. Bergassessor a. D. in Waidenburg i. Schi. 1911. 8. — Berger, Lic., Pastor in Domslau, Kr. Breslau. 1907. 9. Bibliothek des Reichstages in Berlin. 1909. 10. Herr Biermer, M., Dr., Professor in Gießen. 1895. 11. — Blume, Bergwerksdirektor in Lipine. 1911. 12. — Boecker, Martin, Generaldirektor, Friedenshütte b. Morgen- roth O/S. 1911. 13. — Bong, Viktor, Kaplan in Oltaschin b. Breslau. 1911. 14. — Brand, Generalleutnant z. D. in Steglitz b. Berlin, Albrecht- straße 130. 1888. 15. — Braetsch, Ernst, Bergassessor a. D., Generaldirektor in Katto- witz O/S., Emmastr. 59. 16. — von Braunmühl, Bergrat in Neui'ode i. Schi. 17. — Graf von Brockdorff, Dr., Generalbevollmächtigter Seiner Durchlaucht des Fürsten v. Donnersmarck in Charlottenburg, Bismarckstr. 106. 1907. 18. — Brössling, Fritz, Dr., Rittergutsbesitzer in Tschanschwitz, Kr. Strehlen. 1910. 19. — Brucauff, Otto, Dr. med., Kurarzt in Arnsdorf i. Rsgbg. 1911. 20. — Buchs, Max, Seminarlehrer in Frankenstein i. Sohl. 1898. 21. — Chaussy, Karl, Amtsrichter in Sohrau O/S. 1911. 22. — von Dallwitz, Johann, Dr., Königl. Staatsminister und Minister des Innern, Exzellenz in Berlin. 1910. 23. — Dathe, E,, Dr., Geh. Bergrat, Königl. Landesgeologe in Berlin W. 35, StegUtzer Str. 7. 1897. l 64 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. 24. Herr Davidsohn, Carl, Dr. med., Privatdozent in Berlin W., Gen- thiner Str. 40. 1909. 25. — Defert, Georg, Bergwerksdirektor, Bergassessor a. D. in Michal- kowitz O/S. 1911. 26. — Demuth, Rittergutsbesitzer auf Borne bei Nimkau. 1908. 27. — Determeyer, Dr. med., Bad Salzbrunn. 1904. 28. — von Dirksen, Willy, Dr. jur., Wirkl. Geh. Legationsrat, Kaiser- licher Gesandter und Rittmeister a. D., Exzellenz, Berlin W. 10, Margarethenstr. 11. 1909. 29. — Dyhrenfurth, Felix, Dr. in Petersdorf, Post Spittelndorf, Kr. Liegnitz. 1889. 30. — Dyhrenfurth, Walter, Rittergutsbesitzer in Jacobsdorf bei Kostenblut. 1889. 31. — Ebening, Franz, Dr., Bergassessor in Kattowitz O/S., Dürer- straße 1. 1911. 32. — Eber lein, D., Superintendent in Strehlen i. Sohl. 1908. 33. — Eckert, Bergwerksdirektor in Neu-Weißstein, Post Altwasser i. S. 1911. 34. — Ewert, Dr. phil., Professor in Proskau O/S. 1905. 35. — Fink, Otto, Dr., Pfarrer in Strehlen i. Schi. 1904. 36. — Foerster, Wilhelm, Dr. med,, Arzt in Liegnitz, Dovestr. 6. 1903. 37. — Foerster, Pastor prim., Königl. Superintendent in Landeshut i. Schi. 1904. 38. — Franz, Religions- und Oberlehrer in Glatz. 1902. 39. — Franz, Hermann, Amtsrichter in Cosel O/S. 1909. 40. — Freytag, Kurt, Baumeister und Fabrikbesitzer in Deutsch- Lissa. 1901. 41. — Friedmann, Justizrat in Glogau. 1900. 42. — Fromberger, Lic, Pastor in Deutsch-Lissa. 1907. 43. — Gallinck, E., Dr., Rittergutsbesitzer in Krysanowitz p. Zawisna in O/S. 1893. 44. — Gärtner, A., Dr., Bergwerksdirektor in Mölke, Kr. Neurode. 1911. 45. Frau G lasen app, Addy in Hannover. 1908. 46. Herr Glaser, Dr. med., Sanitätsrat in Kattowitz O/S. 1889. 47. — Goldschmidt, Alfred, Dr. med., Arzt in Königshütte O/S., Kaiserstr. 28. 1889. 48. — Grundey, M., Eisenbahnsekretär in Kattowitz O/S. 1894. 49. — Gruschke, Georg, Dr. phil. in Charlottenburg I, Brauhofstr. 15. 1910. 50. — Grüttner, Curt, Geh. Regierungs- und Vortragender Rat in Potsdam, Albrechtstr. 16. 1890. 51. — Hallwig, Pfarrer in Schosnitz, Kr. Breslau. 1911. Mitglieder- Verzeichnis. 55 52. Herr Hamburger, Georg, Dr. jur., Amtsrichter in Rybnik. 1904. 5;-i — Hartmann, Dr., Sanitätsrat in Königshütte O/S. 1911. 54. — Haupt, C. E., Königl. Gartenbau-Direktor in Brieg. 1890. 55. Hauptvorstand des Riesengebirgsvereins in Hirschberg in Schlesien. 1906. 56. Herr Heidenreich, A., Pfarrer in Leuthen, Kr. Neumarkt. 1911. 57. — Henle, Dr. med., Professor in Dortmund, Bäurhausstr. 1897. 58. — Herold, Job., Justizrat in Schweidnitz. 1894, 59. — Herrmann, Wilhelm, Pfarrer in Gr.-Mochbern bei Breslau. 1908. 60. — Heymann, Bruno, Dr. med., Professor in Berlin-Halensee, Joachim-Friedrichstr. 28. 1907. 61. — Hilger, Ewald, Geheimer Bergrat, Schloß Siemianowitz bei Laurahütte O/S. 1911. 62. — Hirsche], Georg, Rittergutsbesitzer in Bischwitz a. B. I, Post Schmolz. 1908. 63. — Hoffmann, Ernst, Dr., Königl. Gymnasial-Direktor in Putbus auf Rügen. 1908. 64. — Hoffrichter, Pfarrer in Ober-Glogau. 1907. 65. — Hühener, W., Dr. med., Direktor des Stadt. Krankenhauses in Liegnitz. 1908. 66. — Hübner, Pfarrer in Neustadt O/S. 1908. 67. — Huck, Robert, Stadtpfarrer und Geistlicher Rat in Reichen- bach i. Schi. 1904. 68. — Jan der, Robert, Generalagent in Liegnitz, Lindenstr. 2. 1896. 69. — Jetschin, Otto, Dr. med. in Kiettendorf, p. Hartlieb bei Breslau. 1900. 70. — ligner, Karl, D. Dr., Pfarrer in Prisselwitz p. Wangern. 1908. 71. — von Le Juge, Wassil, Dr., Rittergutsbesitzer in Erfurt, Nerly- straße 2. 1904. 72. — Jungeis, Georg, Bergassessor, Paul usgrube b. MorgenrothO/S. 1911. 73. — Jungfer, Hugo, Dr. med. in Wahlstatt. 1899. 74. • — Kapuste, Dr. med., Sanitätsrat in Patschkau O/S. 1907. 75. — Karfunkel, Arthur, Dr. med., Arzt in München, Sternwart- straße 2. 1901. 76. — Karlik, Bergwerksdirektor in Gottesberg i. Sohl. 1911. 77. — Kauffmann, Georg, Dr. phil., Kommerzienrat in Hermsdorf a. d. Katzbach. 1895. 78. — Keindorff, Gustav, Königl. Regierungsrat a. D. und General- direktor, Schloß Waidenburg i. Schi. 1911. 79. — Kerle, Karl, Dr. med., Chefarzt des Sanatoriums Hochstein in Schreiberhau (Weißbachtal). 1911. SO. — Kindler, Paul, Pfarrer und Königl. Kreisschulinspektor in Schmellwitz, Post Canth. 1911. 1911. 6 66 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. 81. Herr Xinscher, H., Dr. med. in Steinach (Sachsen-Meiningen). 1904. 82. — Knochenhauer, Königl. Bergrat in Kattowitz O/S. 1911. 83. — Köbisch, F., Dr. aied., Arzt in Obernigk, Kr. Trebnitz. 1907. 84. — Koch, Gottlob, Oberlehrer in Glogau. 1908. 85. — Kocks, Hermann, Bergwerksdirektor in Miechowitz, Kreis Beuthen CyS. 1911. 86. — ■ Koffmane, Gustav, Dr. theo!., Superintendent in Koischwitz bei Liegnitz. 1881. 87. — Koibs, Bürgermeister in Glatz. 1902. 88. — Kr am er, Dr. med., Sanitätsrat in Glogau. 1900. 89. — Krasel, Bruno, Pfarrer in Bischdorf, Kr. Neumarkt. 1911. 90. — Krause, Robert, Dr. med., Sanitätsrai; in Bunziau i. Schi. 1890. 91. — Kretschmer, Oberlehrer in Glogau. 1900. 92. — - Kretschmer, Richard, Pfarrer in Peterswaldau, Bz. Breslau. 1904. 93. — Krieg, Otto, Fabrikdirektor in Hirschberg, Bergstr. 2. 1874. 94. — Krön heim, Dr. med., Arzt in Glatz, Ring. 1902. 95. — von Kulmiz, Eugen, Rittergutsbesitzer auf Saarau, Kreis Schweidnitz, 1910. 96. — Lachmann, S., Dr. med., Badearzt in Landeck i. Schi. 1901. 97. — Landsberg, S., Dr. med. in Landeck i. Schi. 1909. 98. — Langner, Dr. med., Sanitäisrat in Gnadenfrei i. Schi. 1891. 99. ■— Lauterbach, Karl, Dr., Rittergutsbesitzer in Stabelwitz bei Deulsch-Lissa. 1906. 100. — Lehmann, Ernst, Pfarrer in Schurgast. 1904. 101. — Lewald, Georg, Rittergutsbesitzer in Sillmenau p. Kattern, Kreis Breslau. 1907. 102. — Lichwitz,Dr.med., Medizinalrat u.Kreis-PhysikusinOhlau. 1896. i03. — Liebeneiner, Erich, Bergassessor und Bergwerksdirektor in Waidenburg i. Schi. 1911. 104. — Lipmann, Otto, Dr. in Neu-Babelsberg bei Berlin, Kaiserstr. 12. 1904. 105. -~ Lob, Generaldirektor, Hohenlohehütte O/S. 1911. 106. — ■ von Loebbecke, Franz, Rittergutsbesitzer in Brieg. 1908. 107. — Lorenz, Pfarrer in Zottwitz. 1907. 108. — Loewe, Dr. med. in Bunziau i. Schi. 1893. 109. — Loewenheim, Brun'^, Dr. med. et phil. in Liegnitz. 1898. 110. — Loewenstein, Dr. med. in Obernigk, Kr. Trebnitz. 1906. 111. — Lück, R., Bergassessor a. D., Oberbez'gdirektor in Laura- hütte O/S. 1912. 112. — Lux, Carl, Dr. theol., Üniversitäts-Professor in Münster i. Westf., Weseler Str. 1. 1904. 113. ~ Malguth, Rudolf, Dr. phil., Oberlehrer in Berlin W. 30, Kyffhäuserstr. 18. 1907. Mitglieder -Verzeichnis. 67 114. Herr Maertens, Apothekenbesitzer in Glogau. 1900. 115. — Meier, M., Generaldirektor, Bismarckhütte O/S, 1911. 116. — Michael, Richard, Dr. phil., Professor, Königl. Landesgeologe in Berlin N. 4, Invalidenstr. 44. 1893. 117. — Moeller, Bergassessor und Bergwerksdirektoi- in Waidenburg i. Schi. 1911. 118. — Moskiewicz, Georg, Dr., Arzt in Halle a. S, 1904. 119. — Mosler, Paul, Dr. med., Chefarzt des Sanatoriums Grüna, Grüna i. Sa., Bez. Chemnitz. 1897. 120. Frau Neide, Marie in München, Ohmstr. 1. 1907. 121. Herr Neisser, Dr., Geh. Sanitätsrat in Berlin W., Matthäikirchstr. 13. 1886. 122. — Neisser, Clemens, Dr. med., Sanitätsrat, Direktor der Provinzial- Irrenanstalt in Bunzlau i. Schi, 1889. 123. — Nonn, Conrad, Dr.-Ing,, Regierungsbaumeister z. Zt. in Rom. 1908. 124. — Notzny, Albert, Bergwerksdirektor in Gleiwitz, Wilhelmstr. 13. 1911. 125. — 011endorff,Moritz, Rentier in Berlin NW. 40, Alsenstr. 1. 1889. 126. — Graf von Oriola, Fernando, Rittmeister a. D. in Liegnitz. 1896. 127. — Pallaske, Adolf, Justizrat, Rechtsanwalt und Notar in Liegnitz, Goldberger Str. 17. 1909. 128. — Pätzold, Gustav, Kaufmann in Klein-Heidau, Post Deutsch- Lissa. 1904. 129. Philomathie in Glatz. 1856. 130. Philomathie in Reichenbach i. Schi. 1869. 131. Herr Pieler, Franz, Generaldirektor in Ruda O/S. 1911. 132. — Pietsch, Ernst, Bergassessor a. D. in Laurahütte O/S. 1911. 133. — Pistorius, Arwed, Fürstl. Plessischer Bergwerksdirektor in Kattowitz O/S., Bernhardstr. 47. 1911. 134. — Pohl, J., Dr. med., Sanitätsrat in Bad Salzbrunn. 1893. 135. — Graf Praschma, Hans, auf Rogau bei Graase. 1907. 136. — Presting, A., Apotheker in Domslau, Kr. Breslau. 1893. 137. — Prietze, Georg, Bergassessor in Czerwionka, Kr. Rybnik. 1911. 138. — Kassek, Richard, Pfarrer in Tarnowitz. 1903. 139. Se. Durchlaucht der Herzog Victor von Ratibor, Fürst von Corvey, Prinz von Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst in Räuden i. Schi., Bez. Oppeln. 1892. 140. Frau Rawitscher, Luise, verw. Assessor inLiegnitz, Gartenstr. 2. 1896. 141. Herr Reinkober, Dr. med.. Geh. Medizinalrat und Königl. Kreisarzt in Trebnitz i. Schi. 1887. 142. — Reitzenstein, Landgerichtspräsident in Liegnitz, Moltkestr. 4 d, 143. ™- Reraer, W., Dr. phil. in Dresden, Herderstr. 4. 1901. 68 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. 144. Herr von Salisch, Rittergutsbesitzer auf Postel bei Militsch, Bezirk Breslau. 1892. 145. — Sattig, Geh. Justizrat in Glogau. 1900. 146. Gräfl. Schaffgotschsche Majorats-Bibliothek in Warmbrunn. 1900. 147. — Schindler, Dr. jur., Gemeindevorsteher in Dt.-Piekar O/S. 1911. 148. — Schmidt, Arthur, Dr. med., prakt. Arzt in Obernigk, Kr. Trebnitz. 1908. 149. — Schmidt, Hermann, Dr., Professor, Rektor der Klosterschule Roßleben in Roßleben i. Thür. 1902. 150. ~ Schmula, Landgerichtsrat a. D. in Oppeln. 1893. 151. — Schöffer, Kaufmann in Liegnitz. 1886. 152. — Schubert, Richard, Dr. med., prakt. Arzt in Saarau, Kreis Schweidnitz. 1894. 153. — Seh ü Her, P., Dr. med., Sanitätsrat in Domslau, Kr. Breslau, 1893. 154. — Schnitze, Pastor in Königszelt. 1904. 155. — Schwarz, Fr., Dr., Professor in Eberswalde. 1883. 156. — Freiherr von Seherr-Thoss, Regierungspräsident in Liegnitz. 1903. 157. — Sindermann, Rudolf, cand. geol. in Doranitz b. Winzig. 1898. 158. — von Staff, Adolf, Dr., Oberlandesgerichts-Präsident, Geh. Ober- justizrat in Marienwerder i. Pr. 1904. 159. — Stephan, Bernhard, Dr., Justizrat und Generaldirektor in Beuthen O/S. 1911. 160. — Stosiek, Robert, Pfarrer in Rybna b. Friedrichshütte. li^04. 161. — Thamm, Pfarrer in Kattern, Kr. Breslau. 1907. 162. — Thiel, Georg, Bergassessor in Bielschowitz O/S. 1911. 163. — Tiemann, Dr. med., Oberstabsarzt in Brieg, Bez. Breslau. 1905. 164. — Tippel, 0., Kommissionsrat in Berlin, Goltzstr. 12. 1894. 165. — Tlach, Bergwerksdirektor, Gotthardschacht b. Orzegow. 1911. 166. — Treu, Max, Dr., Geh. Regierungsrat und Professor in Schlachten- see bei Berlin, Adalbertstr. 54. 1884. 167. — Treutier, Paul, Direktor der Ida- und Marienhütte bei Saarau, Kr. Schweidnitz. 1908. 168. — Unverricht, Paul, Erzpriester in Märzdorf p. Leisewitz, Kreis Ohlau. 1907. 169. — Vollbrecht, Hans, Dr. med., Generaloberarzt in Alienstein, Ostpreußen. 1895. 170. — Voltz, Dr., Sekretär des Berg- und Hüttenmännischen Vereins in Kattowitz O/S. 1889. 171. — Vül 1er s, A., Güter- und Bergwerks-Direktor in Paderborn. 1886. 172. — Wache, A., Regierungsrat in Elberfeld. 1889. Mitglieder -Verzeichnis. 69 173. Herr Waeber, R., Schulrat in Schmargendorf bei Berlin. 1886. 174. — Websky, Gottfried, Rittmeister in Wüstewaltersdorf, Bezirk Breslau. 1912. 175. — Weidner, Johannes, Pfarrer in Oltaschin bei Breslau. 1906. 176. — Williger, Gustav, Dr., Bergrat in Kattowitz O/S. 1911. 177. — Witte, Dr. med., Arzt in Kudowa, Kr. Glatz. 1903. 178. — Wohltmann, Dr. phil., Kaiserl. Geh. Regierungsrat, Professor in Halle a. S., Gr. Steinstr. 19. 1892. 179. — Woelm, Dr. med., Chefarzt des Sanatoriums Ulbrichtshöhe in Peterswaldau, Bez. Breslau. 1908. 180. — Woltersdorf, Bergassessor, Leiter der Oberschles. Zentral- stelle für Gruben -Rettungswesen und der Versuchs - Strecke, Beuthen O/S., Kaiserstr. 4. 1911. 181. — Zahn, Oberlehrer an der Landwirtschaftsschule in Brieg. 1890. 182. — Zivier, Dr. phil., Fürstl. Archivar in Pleß. 1904. Verzeichnis der Mitglieder der Sektion für Obst- und Gartenbau. Sekretär: Herr Professor Dr. phil. Felix Rosen, Stellvertreter: Herr Königl. Garteninspektor P. Hoelscher. Verwaltungsvorstand: die Herren Verlagsbuchhändler Max Müller, Kaufmann Eugen Eitner, Stadt. Garteninspektor Dannenberg. A. Einheimische. 1. Herr Baenitz, Carl, Dr. phil., Privatgelehrter, Kaiserstr. 78/80. 2. — Bauer, Hermann, Fabrikbesitzer, Kaiser- Wilhelm-Str. 120. 3. — Baum, Hugo, Rats-Zimraermeister, Tiergartenstr. 24. 4. — Baumm, Paul, Dr. med., Direktor der Provinzial-Hebammen- lehranstalt und Frauenklinik, Kronprinzenstr. 23/25. 5. — Beckmann, Waldemar, Apotheker, Scharnhorststr. 17. 6. — Bernhardt, Max, Rentier, Vogelweide, Villa Maria. 7. — Beuchel, Joseph, Kaufmann, Junkernstr. 23. 8. Frau Bilewsky, Helene, Höfchenstr. 97. 9. Herr Bohn, Erich, Dr., Rechtsanwalt, Tauentzienstr. 16. 10. — Borchers, Louis, Stadt. Gartentechniker, Ofener Str. 148/150^ 11. — von dem Borne, Georg, Dr. phil., Professor, Krietern bei Breslau, Siebenmorgenstr. 69. 12. — Callomon, Paul, Dr. med., Sanitätsrat, Kaiserstr. 26. 13. — Coste, Theodor, Dr., Oberstabsarzt, Augustastr. 55. 14. — Croce, Richard, Dr. med., Sanitälsrat, Paulstr. 9. 15. — Dabisch, Hugo, Rentier, Krietern b. Breslau, Breslauer Str. 24. 16. — Dannenberg, Paul, Stadt, Garteninspektor, Finkenweg 4. 17. — Dittrich, Rudolf, Professor, Paulstr. 34. 18. Frl. Dyhrenfurth, Hermine, Kreuzstr. 47. 19. Herr Eckhardt, Wilhelm, Stadtältester und Stadtrat a. D., Borsig- straße 56. 20. — Ehrlich, Eugen, Kaufmann, Blücherplatz 1, 21. — Ehrlich, Felix, Dr. phil., Universitäts-Professor, Neue Matthias- straße 4, Mitglieder -Verzeichnis der Sektion für Obst- und Gartenbau. 71 22. Herr Ehrlich, Fritz, Kaufmann und Konsul, Blücherplatz 1. 23. — Ehrlich, Paul, Regierungs-Baumeister a. D., Scharnhorststr. 1 8/20. 24. — Ehrlich, Richard, Regierungs-Baumeister a. D., BerlinerPlatz Ib. 25. — Eitner, Eugen, Kaufmann, Alexanderstr. 38. 26. — Eppenstein, Karl, Kaufmann, Schweidnitzer Stadtgraben 16a. 27. — Erbe, Johannes, Oberinspektor der städt. Friedhöfe, Oswitzer Chaussee. 28. — Franke, Louis, Kunst- u. Handelsgärtner, Kl.-Gandau b. Breslau. 29. — Grieben, Ernst, Apotheker, Breite Str. 20. 30. — Grosser, Wilhelm, Dr. phil., Direktor der agrikultur-botan. Versuchs-Station, Matthiasplatz 1. 31. — Grüttner, Oskar, Kaufmann und Handelsrichter, Ring 41. 32. — Grzimek, Richard, Kaufmann, Landsbergstr. 20. 33. Frau Grzimek, Marie, Landsbergstr. 20. 34. Herr Haase, Georg, Königl. Geh. Kommerzienrat, Ohiauer Stadt- graben 18. 35. — Haber, Siegfried, Kaufmann und Stadtrat, Landsbergstr. 8. 36. — Hahn, Constantin, Oberleutnant, Goethestr. 8, 37. — Hamburger, Alfred, Kaufmann, Karlstr. 27. 38. — Hanke, Otto, Kaufmann, Krietern b, Breslau, Kaiser-Friedrich- Straße 6/8. 39. — Heinz, Bruno, Pastor, W^allstr. 25. 40. — Heinze, Eugen, städt. Park-Obergärtner, Tiergartenstr. 120. 41. — Hemmpel, Wilhelm, Kaufmann, Gartenstr. 27/29. 42. — Henry, Felix, Architekt, Schenkendorfstr. 3. 43. — von Hermann, Rudolf, Betriebs-Inspektor, Lessingstr. 1. 44. — Hoelscher, J., Königl. Garten-Inspektor im botanischen Garten, Sternstr. 23. 45. — Jaffe, Arthur, Kaufmann, Museumplatz 15. 46. — Jaenisch, Albert, Dr. med., Adalbertstr. 66. 47. Frl. Joachimsthal, Margarete, Zimmerstr. 13. 48. Herr Käthe, Max, Kaufmann, Charlottenstr. 4. 49. — Kiekheben, städt. Garten-Inspektor am städt. botan. Schulgarten in Scheitnig. 50. — Krull, Rudolf, Apotheker, Rosenthaler Str. 45. 51. — Kuntze, Arthur, Hof-Apotheker, Paulslr. 47. 52. — Lange, Paul, Oberlandesgerichtsrat, Geh. Justizrat, Sternstr. 54. 53. — Ledermann, Louis, Königl. Kommerzienrat in Kleinburg. 54. — Ledermann, Bernhard, Dr. phil., Fabrikbesitzer, Strehlener Straße 10. 55. — Leser, Paul, Kaiserl. Bankdirektor, Wallstr. 11. 56. — Linke, Otto, Dr. phil., Profesf^or, Tauentzienplatz 4. 57. — vonLippa, Lazar, Regierungsrat, Ahornallee 12. 72 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. 58. Herr Lorenz, Paul, Gartentechniker, Zwingerplatz 4. 59. — Lüdecke, Carl, Dr., Universitäts-Professor, Monhauptstr. 1 c. 60. — Mallison, Arthur, Kgl. Eisenbahn-Direktions-Präsident, Garten- straße 113/117. 61. — von Mletzko, Eugen, Generalagent, Forckenbeckstr. 10. 62. — Müller, Friedrich, Apotheker, Krietern bei Breslau, Johann- Wolfgang-Str. 12. 63. — Müller, Max, Verlagsbuchhändler u. Handelsrichter, Teichstr. 8. 64. — Nadbyl, Bernhard, Justizrat, Rechtsanwalt u. Notar, Fürstenstr. 89. 65. Frl. Nees von Esenbeck, Elise, Malerin, Garvestr. 28. 66. Herr Niche, Alfons, Dr. med., Primärarzt, Kaiser-Wilhelm-Str. 191. 67. — Pax, Dr., Geh. Regierungsrat u. Universitäts-Professor, Direktor des botanischen Gartens, Göppertstr. 2. 68. — Pförtner v. d. Hölle, R., Generallandschafts - Repräsentant, Rittmeister a. D., Zwingerstr. 22. 69. — Pringsheim, Hugo, Rentier, Landsbergstr. 12. 70. — Richter, Hugo, städt. Gartendirektor, Breite Str. 25. 71. — Richters, E., Dr. phil., Generaldirektor, Kurfürstenstr. 29. 72. — Riemann, Dr., Justizrat und Rechtsanwalt, Junkernstr. 1/3. 73. — Rosen, Felix, Dr. phil., Universitäts-Professor, Tiergartenstr. 30. 74. Frau Rosenfeld, Anna, Schweidnitzer Stadtgraben 25. 75. Herr Sachs, Emil, Kaufmann, Kaiser-Wilhelm-Str. 62. 76. — von Sohle brügge, Carl, Landgerichtsrat, Domplatz 12. 77. — Schneider, Georg, Architekt, Krietern bei Breslau, Richard- Wagner-Str. 22. 78. — Scholtz, August, Rentier, Berliner Chaussee 85/87. 79. — - Scholz, Heinrich, Deichinspektor, Lützowstr. 8. 80. — Scholz, Paul, Samenhandlung, Albrechtstr. 9. 81. — Schuhe, Edmund, Rittergutsbesitzer, Ohlauer Stadtgraben 3. 82. — Schütze, Julius, Gartenarchitekt, Rehdigerstr. 21. 83. — Seidel, Arthur, Landschaftsgärtner, Lange Gasse 30. 84. — Sonnabend, Martin, Zivilingenieur, Flurstr. 2. 85. — Sy, Richard, Wirkl. Geh. Oberfinanzrat, Präsident der Ober- Zolldirektion, Berliner Str. 77. 86. — Thiel, Paul, Kaufmann, Krietern hei Breslau, Johann-Wolf- gang-Str, 19. 87. — Thuns, Georg, Kaufmann, Schweidnitzer Str. 41/42. 88. — Trelenberg, Gustav, Fabrikbesitzer, Gartenstr. 60. 89. — Treuenfels, Paul, Dr., prakt. Zahnarzt, Tauentzienplalz 7. 90. — von Wallenberg-Pachaly, Ernst, Bankier, Roßmarkt 10. 91. — von Wallenberg-Pachaly, Gotthard, Bankier, Kaiser-Wilhelm- Straße 112. 92. — Waterstrad, Franz, Dr. phil., Professor, Parkstr. 38/40. Mitglieder-Verzeichnis der Sektion für Obst- und Gartenbau, 73 93. Herr Winkler, Hubert, Dr. phil., Professor, Sternstr. 4. 94. — Zopf, Wilhelm, Professor, Sternstr. 148. 95. — Zwiklitz, Victor, Fabrik-Direktor, Nikolaistadtgraben 23. B. Auswärtige. 1. Herr Ackermann, Rittergutsbesitzer in Salisch. 2. Gräfl. von Ballestremsche Güter-Direktion in Ruda O/S. 3. Herr Blomeyer, Domänenpächter in Gr.-Lassowitz p. Kudoba O/S. 4. — Boin, Bäckermeister in Grottkau. 5. — Bretzel, Obergärtner in Hartlieb bei Breslau. 6. — Gallier, Alfons, Apothekenbesitzer in Carolath, Kr. Freystadt, 7. — Daechsel, 0., Pastor in Brustawa, Bez. Breslau. 8. — Defert, Georg, Bergwerks - Direktor, Bergassessor a. D. in Michalkowitz O/S. 9. — Dyhrenfurth, Felix, Dr. in Petersdorf, Post Spittelndorf. 10. — Eberhard, Rittergutsbesitzer in Mlitscli bei Raudten, Bezirk Breslau. 11. — Ewert, Dr. phil., Professor in Proskau O/S. 12. Frau Fromberg, Edith in Polanowitz, Kr. Breslau. 13. Herr Furch, Dr., Medizinalrat in Gr. -Wartenberg, Bez. Breslau. 14. — Gollnick, Dr., prakt. Arzt in Saarau, Kr. Schweidnitz. 15. — Hanisch, Fritz, Garten-Ingenieur, Carlowitz bei Breslau, Villa Heymann, 16. — Hanke, G., Eisenbahn-Betriebs-Sekretär a. D. in Kentschkau Post Gr.-Mochbern. 17. — Hartmann, Pfarrer in Grottkau. 18. — Haupt, C. E., Königl. Gartenbau-Direktor in Brieg, Bz. Breslau« 19. Frl, von Hedemann, Frieda, Gärtnerin in Miechowitz O/S. 20. Frau Heimann, verw. Dr,, Rittergutsbesitzerin in Wiegschütz bei Cosel O/S, 21. Herr Heisig, G., Pfarrer in Salesche bei Leschnitz O/S, 22. — Reichsgraf zu Herberstein, S., Freiherr v. Neuberg und Guttenhaag, k. k. Kämmerer usw. zu Gratz auf Grafenort bei Habelschwerdt. 23. Frau Heß, E., verw, Gerichtsrat, Wernersdorf bei Petersdorf, Riesen- gebirge. 24. Herr Hilbrich, Th. J., Kaufmann in Canth bei Breslau. 25. — Reiclisgvaf von Hochberg, Conrad, auf Dambrau. 26. — Jendersie, Pastor in Sohrau O/S. 27. — Jennwitz, Dr., prakt. Arzt in Grottkau. 1911. 6 74 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. 28. Herr Kartscher, Möbelhändler in Grottkau. 29. — Katz, Fritz, Rittergutsbesitzer in Neukirch bei Breslau. 30. — Kloidt, R., Sanitätsrat in Schreiberhau. 31. — Knoch, Zahntechniker in Grottkau. 32. — Köchel, H., Prinzl. Garteninspektor, Gr.-Wartenberg. 33. — Kraft, Arnold, Obergärtner in Bad Salzbrunn. 34. Frl. von Kramsta, M., Rittergutsbesitzerin auf Muhrau b. Striegau. 35. Kreis-Ausschuß Glogau. 36. Goldberg i. Schi. 37. — — Münsterberg i. Schi. 38. — — Steinau a. 0. 39. Herr Kromeier, H., Landwirt in Opperau p. Klettendorf. 40. — Kubis, Joseph, Pfarrer in Zalenze O/S. 41. Frau von Kulmiz, Katharina, geb. von Rosenberg-Lipinsky, in Gut- wohne, Kr. Oels. 42. Herr Kunze, Lehrer in Klettendorf p. Breslau. 43. Landwirtschaftlicher Verein in Tarnowitz. 44. Herr Lauterbach, Dr., Rittergutsbesitzer in Stabelwitz bei Deutsch- Lissa. 45. — Leschick, F., Fabrikbesitzer in Schoppinitz. 46. — Lewald, Georg, Rittergutsbesitzer in Sillmenau p. Kattern. 47. — von Li eres und Wilkau in Reppline. 48. — Luckan, Adolf, Landesversicherungs- Sekretär in Woischw'itz bei Breslau. 49. — Lüdcke. Wilhelm, Rittergutsbesitzer in Stroppen bei Trebnitz. 50. — von Naehrich, Rittergutsbesitzer in Puschkowa, Bez. Breslau. 51. — Nitschke, Rittergutsbesitzer in Girlachsdorf bei Nimptsch. 52. — Notzny, Albert, Bergwerksdirektor in Gleiwitz, Wilhelmstr. 13. 53. — Pätzold, Gustav, Kaufmann in Klein-Heidau, Post Deutsch Lissa. 54. — Pavel, Johannes, Pastor in Naumburg a. Bober. 55. — Peicker, W., Hof-Gartendirektor in Räuden O/S. 56. — Pistorius, Fürstl. Plessischer Bergwerksdirektor in Kattowitz O/S., Bernhardstr. 47. 57. — Pötylca, P., Erzpriester in Dambrau O/S. bS. — Graf Praschnia, Hans, auf Rogau bei Graase. 59. — Prasse, Julius, in Lüssen, Kr. Striegau. 60. — Przybilla, J., Hauptlehrer in Lowkowitz bei Schönwald, Kreis Kreuzburg. 61. Herren vom Rat h. Schöller & Skene, G. m. b. H., in Klettendorf p. Breslau. 62. Se. Durchlaucht der Herzog von Ratibor auf Schloß Ratibor; durch Herzogl. Kammerdirektor v. Gehren, Herzogl. Haupt- Rentkasse. Mitglieder -Verzeichnis der Sektion für Obst- und Gartenbau. 75 63. Herr Graf von der Recke von Volmerstein, Leopold, Ritt- meister a. D., Landscliaftsdirektor, Mitglied des Herrenhauses auf Kraschnitz. 64. — Reil, Rittergutsbesitzer in Chorulla bei Gogolin. 65. — Reissert, Georg, Obstbau-Inspektor der Landwirtschaftskammer von Posen, in Posen 0. 1, Märkischestr. 8 a. 66. — Retzlaff, Kataster-Kontrolleur in Grotlkau. 67. — von Ruffer, Gustav, in Kokoschütz O/S. 68. — von Salisch, Rittergutsbesitzer auf Postel bei Militsch. 69. — von Schmackow^sky, Künigl. Kammerherr, Schloß Radau per Zembowitz O/S. 70. — Schoeller, Georg, Rittergutsbesitzer auf Strachwitz b. Schmolz. 71. ■ — ■ Scholz, Richard, Rittergutsbesitzer, Rittmeister d. L., Rohrau bei Kattern, Kr. Breslau. 72. — Schwarzer, Johann, Hauptlehrer in Niedersteine, Kr, Neurode. 73. — Sielaff, Pastor in Ludvvigsthal bei Stahlhammer. 74. — Sigulla, Paul, Pfarrer in Orzegow O/S. 75. — Spengler, Pastor in GroUkau. 76. — Stern, Baumschulenbesitzer in Brockau bei Breslau. 77. — Graf Strachwitz, Rittmeister a. D., Rittergutsbesitzer in Gr.-Reichenau p. Naumburg a. B. 78. — Graf Hyacinth von Strachwi tzsche Gartenverwaltung in Gr. -Stein p. Gr.-Strehlitz. 79. — Suchner, Buchhalter in Grottkau. 80. — Teichmann, W., Rittergutsbesitzer, Kunzendorf, Kr. Steinau. 81. — von Tempsky, Eugen, Fideikommißbesitzer auf Baara, Dresden, Liebigstr. 16. 82. — Thomas, Stadt. Friedhofsverwalter, Gräbschen-Breslau. 83. — Thomas, P., Pfarrer in Deutsch-Wartenberg, Bez. Liegnitz. 84. — Tippel, 0., Kommissionsrat in Berlin, Goltzstr. 12. 85. — Treutier, Paul, Direktor der Ida- und Marienhütte b. Saarau, Kr. Schweidnitz. 86. Löbliche Verwaltung des von Lestwitzschen Fräulein-Stiftes in Tschirnau bei Reisen. 87. Herr Viebig, Herrn., Pfarrer in Deutsch-Müllmen O/S. 88. — Viehweger, Schuhmachermeister in Grottkau. 89. — von Waldenburg-Würben, A., Rittergutsbesitzer in Groß- Leipe per Obernigk. 90. — von Wallen b er g-Pachaly, C, Rittergutsbesitzer auf Schmolz. 91. — Weicher, Dr. med., Chefarzt, Weichers Lungenheilanstalt in Görbersdorf i. Schi. 92. — Weidner, Pfarrer in Oltaschin p. Woischwitz. 93. — Weiß, Paul, Gutsbesitzer in Campen p. Wäldchen. 76 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. 94. Herr Graf von Welczeck, B., Major a. D., Majoratsherr auf Laband O/S. 95. — Wick, Eberhard, Pfarrer in Krzanowitz O/S. 96. — Wolzka, Jos., Pfarrer in Stubendorf O/S. 97. — Ziegler, Pfarrer in Schieroth bei Tost O/S. 98. — Zoll er, Dr. med., prakt. Arzt in Königszelt. 99. — Zschirnt, Dr. med., prakt. Arzt in Grottkau. ScUesische Gesellschaft für vaterländische Cultur. 89. Jahr esberi eilt. 1911. IL Abteilung. Naturwissenschaften. a. Naturwissenscliaftliclie Sektion. Sitzungen der naturwissenschaftlichen Sektion im Jahre igii. Sitzung am 1. Februar 1911. a. Demonstrationsversuche mit einem Elektrometer für hohe Wechselpotentiale. b. Die Ableitung des KirchhofTschen Gesetzes und die elektro- magnetische Lichttheorie (nach gemeinsam mit Herrn Privaldozent Dr. M. Born angestellten Be- trachtungen). Von Rudolf Ladenburg. Einige Demonstrationsversuche. Von Prof. Dr. Otto Lummer. Über den Zusammenklang zweier einfacher Töne. Von Privatdozent Dr. Erich Waetzmann. Sitzung vom 6. März 1911. Bemerkungen zu meinem Vortrage über das KirchhofTsche Gesetz und die Maxweirsche Lichttheorie. Von Privatdozent Dr. Rudolf Ladenburg. 1911. 1 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Zur Kenntnis des Lambertschen Kosinusgesetzes. Von Gustav Gross. Schon Eulei'i) legte sich gelegentlich seiner Untersuchungen über die Helligkeit der Planeten die Frage vor, ob ein strahlendes Flächenelement nach allen Richtungen hin gleich viel Energie aussende oder nicht. Er kommt dabei zu dem Resultate, daß die Emission für jeden Winkel, unter dem die Strahlen austreten, dieselbe sei. Dasselbe fand auch Laplace^). Beide Forscher nehmen als Quelle der Strahlung die geometrische Ober- fläche des leuchtenden Körpers an. Diese Annahme ist unzulässig, da man eine mathematische Fläche nicht als Träger eines physikalischen Vorganges ansehen darf*). Zu einem anderen Resultate kam dann Lambert, der eigentliche Begründer der Photometrie. Gleich in den ersten Kapiteln seiner „Photometria"*) stellt Lambert folgende s. Zt. zum Teil schon bekannte Sätze auf: Denkt man sich zwei Flächenelemente, von denen das eine das andere beleuchtet, dann ist die Lichtmenge dE (Strahlenmenge), die vom ersten Elemente ausgegangen ist und dem zweiten Elemente mitgeteilt wird, pro- portional: 1. dem leuchtenden Elemente ds, 2. dem Kosinus des Ausstrahlungs winkeis a*), 3. dem umgekehrten Quadrate der Entfernung r beider Elemente, 4. dem Kosinus des Einfallswinkels ß*^), 5. der Größe des beleuchteten Elementes dw, 6. einer Größe J (vis illuminans), die der Natur der leuchtenden Fläche Rechnung trägt. 1) Euler: Memoires de rAcademie de Berlin. 1750. p. 223. 2) Laplace: Mec. cel. Tome IV Livre 10 Chap. 3 § 13. 3) cf. M, Planck: Vorlesungen über die Theorie der W^ärmestrahlung. § 4. Leipzig 1906. 4) J. H, Lambert: Photometi'ia sive de mensura et gradibus luminis, colorum et umbrae. Augsburg 1760. ") d. h. proportional dem Kosinus des Winkels, den der austretende Strahl mit der in diesem Punkte errichteten Senkrechten bildet. — Bei Lambert steht der „Sinus des Emanationswinkels". Er versteht aber darunter den Winkel, den der austretende Strahl mit der Oberfläche bildet. 6) vgl. Anm. 5. II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. Mathematisch formuliert^) würden die Lambertschen Sätze also folgendermaßen lauten : dE = ds«cos a- 73 '^os ß'dw-J Dies ist die Form des Lambertschen Gesetzes, wie es wohl in den meisten Lehrbüchern der Optik ausgesprochen isf^). Der zweite Satz, daß also die von einem Flächenelemente ausstrahlende, auf ein zweites auffallende Lichtmenge dem Kosinus des Ausstrahlungs- winkels proportional sei, ist als der Hauptinhalt des Lambertschen Ge- setzes zu betrachten. Lambert folgert diesen Satz aus der angeblichen „Tatsache", daß die Sonne als gleichmäßig hell leuchtende Scheibe er- scheint. Er sagt darüber folgendes^): „Ita enim, qua late oculis patet cor- poris solaris superficies helioscopio armatis, aeque sane eam claram videri nemo est, que temere negabit." Die Gleichheit der Helligkeit ist aber nur eine scheinbare*). Noch in demselben Jahre, in dem die Photometria erschien, veröffentlichte Bougu er*) Messungen, welche beweisen, „que la lumiere du soleil n'est pas la meme sur toute la surface de son disque". Lambert sucht aber sein Gesetz noch in anderer Weise zu begründen. Er weist hin auf die Beobachtung, daß eine weiße Mauer bei gleichmäßig mit Wolken bedecktem Himmel die gleiche Helligkeit zu haben scheint, unter welchem Winkel man die Mauer auch betrachten möge. Diese Be- obachtung ist in der Tat richtig: der Schluß, den Lambert daraus aber zieht, ist nur dann richtig, wenn die Mauer nach beiden Seiten hin unendlich weit ausgedehnt ist (vgl. event. auch in der Optik von 0. Lummer den Abschnitt über die „Helligkeit gesehener Flächen und Punkte". § 181. p. 358 ff.). Lambert gibt für seinen Satz auch einen theoretischen Beweis, der aber, wie schon Zöllner^) bemerkt, „nach dem heutigen Standpunkte der Wissenschaft nicht mehr genügt". Auch der Versuch von Beer^), einen theoretischen Beweis für den Satz zu liefern, ist mißglückt. Erst Zöllner*) gibt einen brauchbaren Beweis des Lambertschen Gesetzes für die Lichtemission selbstleuchtender Oberflächen. Er lehnt sich dabei an eine theoretische Arbeit von Fourier') an. Experimentelle 1) Lambert selbst tut es noch nicht. 2) vgl. z. B. Optik von Otto Lummer. Braunschweig 1909. p. 19 ff. 3) Photometria § 73. 4) Zur genaueren Orientierung über diese Frage verweise ich auf die umfang- reiche Darstellung in: E. Pringsheim, Physik der Sonne, p. 391 ff. Leipzig 1910. 5) Bouguer, Traite d'Optique, 1760, Bd. I § 12. 6) J. C. F. Zöllner: Photometrische Untersuchungen. Leipzig 1865. p. 10 ff. ^ Beer; Grundriß des photometrischen Kalküls, p. 6 u. ff. 8) 1. c. p. 17. 1* 4 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Untersuchungen der strahlenden Wärme nämlich, die dieser anstellte, ergaben, daß die Intensität der Strahlung proportional dem Kosinus des Ausstrahlungswinkels ist. Zur theoretischen Begründung dieses Resultates nahm Fourier an, daß bei der Wärmestrahlung eines Körpers nicht nur die in der Oberfläche gelegenen Moleküle, sondern auch bis zu einer ge- wissen Tiefe hinein die unter der Oberfläche gelegenen Teilchen an der Strahlung mitwirken. Fourier sagt: „Nous avons soumis cette question au calcul, et l'analyse, que nous en avons faite, demontre que l'intensite du rayon est proportionelle au sinus*) de Fangle que ce rayon fait avec l'elemenl de la surface." Eine relativ einwandfreie Herleitung des Kosinusgesetzes für leuch- tende Körper gibt dann LommeP). Das Lambertsche Gesetz ist auch in neuerer Zeit vielfach Gegen- stand experimenteller Untersuchungen gewesen und zwar in bezug auf seine Gültigkeit sowohl für Licht- als auch für Wärmestrahlung. Für Lichtstrahlen ist das Kosinusgesetz oft geprüft v/orden. Die experimentellen Untersuchungen von Kon ono witsch*), Seeliger*), Messerschmidt"), Chwolson^) und anderen ergaben die Ungültigkeit des Gesetzes. Alle diese Untersuchungen aber erstrecken sich auf die Strahlung von nicht selbst leuchtenden Flächen, sondern von diffus reflek- tierenden Platten, die aber noch zum Teil spiegelnd sind. Diese „unreinen" Versuchsbedingungen erklären vollständig die Abweichung vom Gesetz, welches streng nur für absolut diffus reflektierende Flächen gilt. Besonders bemerkenswert sind die Untersuchungen von W. Möller») für Selbstleuchter und von H. W rights') für völlig matte diffus reflektierende Platten. Möller photometriert einen glühenden Platin streifen unter verschie- denen Ausstrahlungswinkeln und kommt zu dem Resultate, „daß nach seinen Versuchen das Lambertsche Lichtemanationsgesetz als empirisch nach- gewiesen zu betrachten sei."^^) H. Wright spricht das Resultat seiner diesbezüglielien Messungen folgendermaßen aus: „Das Lambertsche Emanationsgesetz gilt für völlig matte Substanzen (Pulver) ganz allgemein vollständig streng". J) Fourier: Ann. de chim. et de phys. 4 p. 128, 1817. 2) d. h. also: mit dem Kosinus des Ausslrahlungswinkels. 3) E. Lommel: Ann. der Phys. Bd. 10, 1880, p. 449 ff., Bd. 36, 1889, p.473ff. 4) A. Kononowitsch: Fortschritte der Physik. 1881, 2, p. 481. Schriften der neuruss. (Kiew) Universität XXII, 107. 5) H. Seeliger: Vierteljahresschriften der astron. Gesellschaft. 20. Heft. 4 1885. p. 267. 21. Heft. 3 1886, p. 216. 6) Messerschmidt: Wied. Ann. 34 1884, p. 867. 7) Chwolson: Fortschritte der Physik, 42, 2. 1886, p. 85. Beiblätter 11 p. 149. 8) W. Möller: Ann. d. Phys. 24. 1885, p. 266. 9) H. Wright: Ann. d. Phys. 41. 1900, p. 17 ff. 10) Bei einer Wiederholung der MöUerschen Versuche konnte ich dieses Re- sultat voll bestätigen. II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. Für Wärme strahlen ist das Kosinusgesetz ebenfalls häufig auf seine Grültigkeit hin untersucht worden. Leslie^) mißt mit einem Diffe- rential-Thermometer die Strahlung einer glühenden Fläche. Er gibt zwar keine Zahlen an, sagt aber, daß er für sehr große Ausstrahlungswinkel Abweichungen von 5 — 10 7» erhalten habe, Abweichungen, die er auf Ver- suchsfehler zurückführt. Auch Melloni^) gibt keine Zahlen an, doch er sagt, daß sich das Kosinusgesetz „in allen Fällen bestätigt, wie man sich leicht überzeugt". Provostaye et Desains^), Macquenne*), Godard*) und Hut- chins^) finden sämtlich die Gültigkeit des Kosinusgesetzes. Nur Ängström^) glaubt die Ungültigkeit des Lambertschen Gesetzes nachgewiesen zu haben, muß aber später selbst prinzipielle Versuchsfehler zugeben. Nach Lommel*) gilt das Kosinusgesetz nur für undurchsichtige glühende Körper: „für Selbstleuchter, die für Licht durchlässig sind, wie z. B. Flammen, gilt das Kosinusgesetz nicht". Die Lommelschen diesbezüglichen Resultate und Ableitungen scheinen übrigens wenig bekannt geworden zu sein, was vielleicht an dem Titel (Über Fluoreszenz) der betreffenden Arbeit liegt. Auch die von Helmholtz im VI. Bande seiner Vorlesungen (heraus- gegeben von F. Richarz) gegebene Ableitung zeigt implicite, daß das Ko- sinusgesetz jedenfalls nur unter bestimmten Voraussetzungen und keines falls für jeden beliebigen strahlenden Körper Geltung haben kann. Er ge- winnt das Lambert sehe Gesetz nämlich unter der Voraussetzung, daß der strahlende Körper seitlich unendlich ausgedehnt und unendlich dick ist, d. h. also, alles absorbiert und daß außerdem die Strahlen bei dem Austritte an der Oberfläche keine Reflexionsverluste erleiden. In moderner Ausdrucksweise9) würde das besagen, daß nur ein „absolut schwarzer Körper" (Absorptionsvermögen 1, Reflexionsvermögen 0) dem Lambert- schen Gesetze genügen kann. Da nun die in der Natur vorkommenden Körper in Wirklichkeit niemals „absolut schwarz" sind, so liegt die Frage nahe, welche Form das Ausstrahlungsgesetz für gewisse in der Natur reali- sierbare Strahler annimmt. 1) Leslie: An experimental inquiry into the natura of heat. p. 67. 1804. 2) Melloni: Ann. d. Phys. 65. 1845. p. 115. 3) F. de la Provostaye" et P. Desains: Pogg. Ann. 74. 1849. p. 147 ff. Ann. chim. et Phys. 34. p. 192 ff. 1852. 4) Macquenne: Theses presentes ä la Faculte des Sciences de Paris. 1880. 5) L. Godard: Journal de Physique. II, 7 p. 435 ff. 1888. G) c. Co Hutch.us: American Journal of Science Nov. 1898. 1) Knut Angström: Ann. d. Phys. 26. 1885. p. 253 ff. Beibl. 12 p. 197 1888. 8) 1. C. 9j vgl. p. 5 Anm. 1, 6 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Diese Frage ist in jüngster Zeit von 0. Lummer und F. Reiche^) behandelt worden. Und zwar ziehen die Autoren nur gasförmige Strahler in den Kreis ihrer Betrachtungen, Sie nehmen deshalb gasförmige Strahler, weil bei diesen das Reflexionsvermögen zu vernachlässigen ist und durch genügende Schichtdicke das Absorptionsvermögen gleich 1 gemacht werden kann. Solche Strahler kann man also in beliebiger Annäherung „schwarz" machen. Auf eine Anregung von Herrn Professor Lummer hin habe ich mich mit derselben Frage beschäftigt und das verallgemeinerte Lambert sehe Strahlungsgesetz vor allem einer genaueren experimentellen Untersuchung unterzogen. Zum leichteren Verständnis gebe ich zunächst kurz eine theoretische Herleitung der Strahlungsformel, um dann in den nächsten Paragraphen über meine experimentellen Ergebnisse zu berichten. SS (Fig. 1) sei eine seitlich unendlich ausgedehnte strahlende Schicht von der endlichen Dicke D und ds sei ein Element der Oberfläche, dw Fig.1. sei das bestrahlte Flächenelement. Seine Dimensionen seien klein gegen seinen Abstand r von ds. Dann kann das ihm zugesandte Strahlenbündel als ein Kegel betrachtet werden, dessen Spitze in dw liegt, und dessen Mantel aus dem strahlenden Körper das Element ds ausschneidet. Alle leuchtenden Gebilde dieses Kegels im Innern (schraffiert) der Schicht liefern 1) 0. Lummer und Fritz Reiche: Ann. d. Phys. IV, Bd. 33, 1910. II. Abteilung, Naturwissenschaftliche Sektion. einen Beitrag zu der nach dw gelangenden Strahlung; es ist aber zu berück- sichtigen, daß die aus dem Innern des Körpers kommende Strahlung eine gewisse Absorption erleidet, ehe sie bis zur Oberfläche gedrungen ist. Die Reflexion der aus dem Innern der Schicht kommenden Strahlen an der Oberfläche wird vernachlässigt, da wir ein strahlendes Gas annehmen. Zur Berechnung der Strahlungsmenge betrachten wir ein Volumenelement dx des Strahlungskegels zwischen zwei zur Kegelacbse senkrechten Quer- schnitten q, die im Abstände p und p + dp von ds im Innern des strahlenden Körpers liegen. Die strahlende Schicht bestehe aus einzelnen strahlenden Dipolen, deren Anzahl pro Volumeneinheit sehr groß und gleich N sei. Dann ist die im Volumenelement enthaltene Zahl der Moleküle gleich N . d-:. Die Dipole liegen ungeordnet, so daß keine Strahlungsrichtung bevorzugt sei. Sei J die von einem Dipol nach allen Richtungen hin gleich- mäßig sich ausbreitende Energie, dann ist die von dx (das N . dx Dipole enthält) nach allen Richtungen hin ausgetrahlte Energie J . N . dx und die von dx frei nach dco gesandte Strahlungsenergie ist: J.N.dt.dw Nun ist: j , (r-[- p)2.ds.cos a dt = q.dp = ^2 -dp Die von dx nach dm frei gesandte Energie ist also J.N.ds.cos a.dw.dp 4 71 r^ Dies wäre der richtige Ausdruck für die Strahlung, wenn bis zu ihrem Austritt aus der Oberfläche nicht ein gewisser Bruchteil absorbiert würde. Nur der Rest tritt aus. Unter Berücksichtigung der Absorption ergibt sich für die durch ds nach dw gelangende Energie D J.N.ds.cos a.da)/*cos a ~^ o Führen wir die Integration aus, so folgt J.N.ds.cos a. du) ^~ 4 71 r-2 k 1— e k.D ^ .(1). wobei 4 71 n X k = X Hierin bedeutet k den Absorptionskoeffizienten, n den Brechungsquotienten der strahlenden Schicht gegen Luft, x den Extinktionskoeffizienten X die Wellenlänge. 8 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Gleichung (1) stellt das gesuchte Strahlungsgesetz eines absorbierenden Gases von endlicher Dicke dar. Dieses Gesetz ist bereits in der oben erwähnten Arbeit von Lommel aufgestellt und in seinen zwei wichtigsten Spezialfällen diskutiert worden. I. Nimmt man, Avie es Helmholtz^) tut, die Grenzen der Integration zwischen und oo, d. h. D = oo, so kommt man sofort zum Lambert- schen Gesetz: J.N.ds.doa.cos a ^"" 4 71 r^ k Es ist wohl zu beachten, daß man mit Hilfe von Gleichung (1) zum Lambert sehen Gesetz schon kommt, wenn das Produkt k . D = oo ist. Experimentell wird sich das Lambert sehe Gesetz sogar schon ergeben, wenn k.D sehr groß ist^). Kennt man also den Absorptions- koeffizienten k einer Substanz, so läßt sich eine Schichtdicke D angeben, für welche ihre Strahlung eine beliebig kleine Abweichung vom Kosinus- k.D gesetz zeigt. Der Ausdruck e ^^^ <^ bedeutet das Durchlässigkeitsver- mögen einer Schicht von der Dicke D/cos a; ist nun die effektive Dicke k . D k . D sehr groß, so ist es erst recht — ' — , und somit wird das Durch- ' cos a lässigkeitsvermögen gleich 0, d. h. die strahlende Schicht ist so groß, daß k , D die von Volumenelementen im Abstände — '- — ausgesandte Strahlung nicht mehr durch ds nach außen gelangt. Eine Vergrößerung der Schichtdicke ruft also dann keine Steigerung der Strahlung mehr hervor. Die Schicht besitzt für die betreffende Wellenlänge somit die Strahlungsintensität des „absolut schwarzen Körpers" gleicher Temperatur. k. D II. Gehen wir zu dem anderen Extremfalle über, daß nämlich cos a sehr klein ist. Bei nicht zu großen Strahlungswinkeln a ist dies der Fall, wenn die effektive Dicke k.D genügend klein ist. Gleichung (1) geht für diesen Fall über in: J.N.ds.dw.cos a k.D J.N.ds.dco.D " 4 71 r'"^ k ' cos a 4 tx r^ d. h. bei einer Schichtdicke D, bei welcher das Produkt k . D sehr kleine Werte hat, ist mit Ausschluß großer Ausstrahlungswinkel die Strahlungsenergie pro Flächenelement von der Ausstrahlungsrichtung unabhängig. 1) 1. c. p. 150 ff. 2) Da es hierbei also nicht nur auf die Scliichtdicke D ankommt, sondern auf das Produkt k.D, so wollen wir, einer Analogie aus der Optik folgend, von nun an dieses Produkt als die ,, effektive Dicke" bezeichnen. II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 9 k.D III. Für alle zwi-chen diesen beiden Extremfällen liegenden Werte von stellt Gleichung (1) das allgemeine Gesetz dar für die Abhängigkeit COS cc der Ausstrahlung vom Winkel. Um die Gültigkeit des Gesetzes in einem konkreten Falle zu prüfen^ sind aber gewisse experimentelle Daten erforderlich. Deshalb will ich zunächst berichten über die Versuche, die ich mit einer strahlenden Gas- schicht angestellt habe. Yersuche. A. Versuchsanordnung. Die Strahlung der emittierenden Schicht SS (Fig. 2) fällt nach Passieren der Blende 00 auf den vorderseitig versilberten Hohlspiegel H, Fig.E. und wird von diesem auf dem Kollimatorspalt Sp eines von Schmidt und Haensch gelieferten Spiegelspektrometers konzentriert. Der Spalt Sp befindet sich in der Brennebene des Hohlspiegels H, so daß die von Sp ausgehenden Strahlen von H parallel gemacht werden. Sie durchsetzen dann das Fluß- spat-Prisma P und treffen auf den Hohlspiegel H3, durch welchen sie auf dem in seiner Brennebene befindlichen Bolometerstreifen wieder vereinigt werden. Die ebenfalls vorderseitig versilberten Spiegel H und H3 hatten eine Brennweite von 36 cm und einen Durchmesser von 4 cm. Das Fluß- spatprisma hatte einen brechenden Winkel von 60° 12' 45" und eine nutz- baie Fläche von 2,3 . 3 cm. Die Blende 00 war so gewählt, daß die Fläche des Prismas ganz ausgefüllt war. 00 war durch eine wasser- gespülte Klappe K verschlossen, die vom Beobachtungsplatze aus hoch- gezogen werden konnte. 10 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Die Spalthöhe betrug 1 cm, die Spaltbreite wurde gleich der Breite des Bolometerstreifens gemacht. Das benutzte Bolometer war ein Linear- Vacuumbolometer, wie es von Herrn Buchwald konstruiert worden ist. (Wegen der Einzelheiten der Konstruktion usw. siehe E. Buchwald, Inaug.-Diss. 1910 Breslau.) Der Bolometer streifen hatte eine Breite von 0,15 mm und eine wirk- same Streifenlänge von 12 mm. Sein Widerstand nebst Zuleitung war 10,9 Ohm bei 18° Zimmertemperatur. Zum Auspumpen benutzte ich eine Sprengeische Hg-Pumpe die im Verein mit einem Mac Leodschen Mano- meter dauernd an das Bolometergefäß angeschmolzen war. Durch Ein- schalten einiger Kundtscher Federn war es möglich, die im Verlaufe der Messungen notwendigen Verrückungen des Bolometers vorzunehmen. Die Vorzüge (größere Empfindlichkeit) des Vacuumbolometers vor dem Luft- bolometer haben War bürg, Leithäuser und Johanson^) theoretisch und experimentell dargetan. Da zur Erzielung sehr großer Empfindlichkeit des Bolometers (wie ich sie bei meinen Messungen brauchte) ein Vacuum von mindestens 2 . 10-^ mm Hg-Druck nötig ist, so machte sich das bei diesem Vacuum leider sehr häufige Zerspringen des Fallrohres recht störend bemerkbar. Im späteren Verlauf meiner Arbeit stand mir dann eine Gäde- Pumpe zur Verfügung, die sich vorzüglich bewährte. Jedenfalls war es mir nunmehr möglich, das zu den Versuchen unbedingt nötige konstante Vacuum herzustellen. Der wirksame Bolometerstreifen und ein ganz gleich beschaffener zweiter (aber nicht bestrahlter) bilden zwei Zweige einer Wheats ton eschen Brückenordnung. Den dritten und vierten stellte ein 16 cm langer Brückendraht aus Platin mit mikrometrisch verschiebbarem Quecksilberkontakt dar, zu dem rechts und links so viel Widerstand hinzu- geschaltet war, daß der aller vier Zweige nahezu der gleiche war. Dann hat die Whcatstonesche Brückenordnung bekanntlich die größte Empfindlich- keit. An die Enden der „Brücke" waren die zum Galvanometer führenden Zuleitungen, an die Brückenmitte und an die Verbindungsstelle der Bolo meterstreifen waren die Zuleitungen zu dem stromliefernden Akkumulator gelegt. Hinter dem Akkumulator und im Galvanometerkreise befanden sich je ein Rheostat, um die jeweilig gewünschte Empfindlichkeit durch Schalten von Widerstand herstellen zu können. Das Du Bois -Rubens che Panzer- galvanometer hatte bei hintereinander geschalteten Spulen einen Widerstand von 10,1 Ohm und bei 2 m Skalenabstand eine Empfindlichkeit von etwa 2.10-9 Amp. pro Skalenteil. Als strahlende Schicht diente die nichtleuchtende Flamme eines in großen Dimensionen nach Art des Bec Meker ausgeführten Gasbrenners. Der Meker-Brenner ist eine in Paris angefertigte neue und sehr glücklich gewählte Form des Bunsenbrenners. 1) E. Warburg, G. Leithäuser und Ed. Johanson: Ann. d. Phys. 24, p. 25, 1907. IL Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 11 Die Konstruktion des von mir benutzten (nach Angaben der Herren Lummer und Reiche) konstruierten Brenners geht aus den Fig. 3 und 4 hervor. SipSütep Fis. 3. Fig. 4. Dem von beiden Seiten gespeisten Gaszuleitungsrolire (Fig. 4) von ca. IV2 cm^ Querschnitt entströmt das Gas durch eine große Anzahl von oben eingebohrten Löchern und gelangt in den unten ganz offenen Blech- kasten. Der Abstand des Kastens vom Zuleitungsrohre kann variiert werden, um das geeignete Gasluftgemisch herzustellen. Die Gaszufuhr wird durch die beiden Hähne reguliert. Der Kasten hat eine rechteckige Ausströmungsöffnung von 5.16 cm Querschnitt, in welcher sich eine große Anzahl rostartig angeordneter Nickelplatten von ca. 4 cm Höhe befinden (s. Fig. 3). Dadurch wird eine starke Luftzufuhr herbeigeführt. Nach Entzünden der Flamme werden die Hähne soweit abgedrosselt, bis sich der Brennerplatte ein 2 — 3 mm hoher blaugrüner Saum fest an- schmiegt. Dann ist der beim Bunsenbrenner zu beobachtende dunkle Kegel verschwunden, und die entstandene strahlende Schicht hat eine überall nahezu gleiche Strahlungsintensität. Sie hat in ihrer äußeren Form die Gestalt einer Platte von ca. 15 cm Länge, ca. 4 cm Breite und ca. 7 cm Höhe, so daß die von Lummer und Reiche gebrauchte abkürzende Be- zeichnung „Bunsenplatte" recht zutreffend ist. 12 Jahreäbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Naclidem die beiden Hähue einmal für die günstigste Gaszufuhi einreguliert waren, wurde an ihnen während sämtlicher Messungen nichts mehr geändert. Der Brenner wurde vielmehr mit Gas gespeist resp. ab- gestellt durch volles Öffnen resp. Schließen eines Haupthahnes. Auf diese Weise hatte ich bei allen meinen Messungen stets dieselben Dimensionen der strahlenden Schicht. Um die gesamte Meßvorrichtung gegen die starke Strahlung der Bunsen- platte zu schützen war bei WW ein ca. P/a m" großer dauernd mit Wasser gespülter Trog aus Metall mit geeigneter Öffnung aufgestellt und seitlich noch durch Asbest- und Holzplatten erweitert. Außerdem befand sich die Bunsenplatte in einem Asbestgehäuse mit Schornstein, durch den die Ver- brennungsgase aus dem Zimmer entfernt wurden. Alle Drähte und ganz besonders die Kontaktstellen waren gegen Temperaturschwankungen infolge konvektiver oder strahlender Wärme durch Einpacken in Watte, Zinkfolie und Holzkästen sorgfältigst geschützt. Während einer ganzen Messungs- reihe blieb ich dauernd am Beobachtungsplatze sitzen, um in unmittelbarer Nähe des Meßapparates jede Luftströmung zu vermeiden. Bei den Ein- stellungen waren mir zuerst Herr Oberlehrer Schulz und dann Fräulein cand. phil. H. Kohn in liebenswürdiger Weise behilflich, wofür ich ihnen auch an dieser Stelle bestens danken möchte. Die Messungen wurden größtenteils nach 11 Uhr abends ausgeführt, weil während der Nacht das Galvanometer erfahrungsgemäß am ruhigsten stand und vor allem keine störenden Gasdruckschwankungen m der Leitung melir auftraten. Die Bunsenplatte konnte auf einem Teilkreise um ihre vertikale Achse meßbar von 5 zu 5^ gedreht werden is. Fig. 4"). Bei den gewählten Dimen- sionen waren Blende 00 usw. noch voll ausgefüllt, wenn die Platte aus der Nullstellung, in der sie die Breitseite der Blende zukehrte, um einen Winkel von ±600 gedreht wurde. Ich berichte in den folgenden Teilen über meine Messungen und Re- sultate. B. Messungen. Die Messungen nahmen folgenden Verlauf: Nachdem das Prisma in die Minimumstellung für Na- Licht eingestellt war, wurde der Bolometer- streifen okular auf die D -Linien eingestellt (Nullstellung). Bringt man ihn nun an irgend eine Stelle des Spektrums, so ist seine Lage durch den am Teilkreise des Spektrometers ablesbaren Winkelabstand von der Nullstellung charakterisiert. Die jeweilige zu einem bestimmten Winkelabstande von der Nullstellung gehörige Wellenlänge wurde mit Hilfe der vonPaschen\) aufgestellten Dispersionstabellen für Flußspat berechnet. Dadurch, daß man die Strahlung der Bunsenplatte spektral zerlegt, ist es möglich, das Strahlungsgesetz getrennt für die beiden im Bunsenbrenner 1) F. Paschen: Ann. d. Phys. U. p. 299. 190:). II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. hauptsächlich strahlenden Gase Kohlensäure und Wasserdampf zu verfolgen und auch den Verlauf innerhalb einer Bande zu untersuchen. Ich bestimmte zunächst die Lage der Kohlensäure- und Wasserdampf- bande, indem ich den Bolometerstreifen von Minute zu Minute durch das Spektrum hindurchführte. Die Messungen sind in Figur 5 graphisch dar- ^■estellt. Als Abszissen sind die Spektrometereinstellungen und als Ordi- Zl/~x 2 5 ^79 30 5(5 1 ' 1 I 'II 3,79 39 y \l t32«7 ^5^ tO \% t32U7 <^°5q0 5' 10' 15' 2.0' 2.5' 30' 35' W hi' 50' 55' ^5 j" 5' 10' 15' W 25' 3Q' 35' W 46' Fig. 5. uaten die Ausschläge des Galvanometers in Skalenteilen aufgetragen. Ich möchte schon hier besonders darauf hinweisen, daß dieser Kurve keine generelle Bedeutung zukommt. Je nach der „Schwärze" der strahlenden Schicht wird die Kurve höher oder flacher sein, die Gestalt der Kurve ist beeinflußt von der Breite des Bolometers, und auch das Maximum wird nicht immer bei genau derselben Wellenlänge liegen. Die Lage des Maximums variiert nach den Versuchen von Paschen^) mit der Tempe- ratur der Strahlungsquelle und zwar fand Paschen die von ihm unauf- geklärt gelassene Tatsache, daß das Maximum der Emission sich mit steigender Temperatur der Strahlungsquelle nach den langen Wellen hin 1) F. Paschen: Ann. 50. 1893. p. 409 ff. 14 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. verschiebt^). So fand Paschen^) z. B., daß das Maximum der Emission des Bunsenbrenners sich um ca. 80 i3.\i verschiebt gegen das Maximum der von demselben Brenner aufsteigenden weniger heißen FlaiLmengase. Aus diesen Gründen und unter Berücksichtigung der relativ sehr geringen Breite des von mir benutzten Bolometerstreifens habe ich auch an den einzelnen Messungen nicht die von Runge angegebene Reduktion auf unendlich schmalen Spalt angebracht^). Wie aus der Figur ersichtlich und wie ja auch lange bekannt, nehmen die Kohlensäure-, sowie die Wasserdampfbande einen relativ breiten Wellen- längenbezirk im Spektrum ein. Aus diesem Grunde, und weil außerdem der von mir benutzte Bolometerstreifen nur ca. l' 30" breit war, lag der Gedanke nahe, das Strahlungsgesetz nicht nur im Maximum, sondern auch an einigen anderen Stellen der Bande auf seine Gültigkeit hin zu untersuchen. Dabei waren von vornherein interessante Resultate zu erwarten. Indem man nämlich das Bolometer an verschiedene Stellen der Bande bringt, teilt man die strahlende Kohlensäureschicht gewissermaßen in eine Reihe von einzelnen Individuen von verschiedener effektiver Dicke, die vom Emissionsmaximum aus nach beiden Seiten hin immer weniger „schwarz" strahlen, deren Ab- sorptionsvermögen also von der Mitte zum Rande immer kleiner werden muß. Es ist als ein besonderer Vorzug der Methode zu bezeichnen, daß man hier aus so einfachen Emissionsmessungen Schlüsse auf die Absorption ziehen kann. Ich berichte daher im folgenden Paragraphen über die Er- gebnisse der Untersuchung an den verschiedenen Stellen a. der Kohlensäurebande, b. der Wasserdampfbande. C. Beobachtungsresultate, a. Kohlensäure. Die Strahlungsmessungen wurden für die verschiedenen Strahlungswinkel 0", ± 10", ± 20«, ± 30°, ± 40", ± 50°, ± 60" ausgeführt. Strahlungswinkel größer als 60° konnten wegen der geringen Breite der Bunsenplatte nicht untersucht werden. Zwischen den Plus- und Minuswerten eines jeden Winkels wurde die Strahlung bei 0° gemessen (die von mir angeführten Zahlen sind das Mittel aus fast durchweg je 10 Messungen für die betreifende Stelle.) Als Beispiele sind in der folgenden Tabelle die Einzelausschläge in Skalenteilen für den Strahlungswinkel 60° zusammengestellt und zwar in der Reihenfolge der Messung + 60 °, ", — 60 °. 1) Eine Erklärung dieser Tatsache würde sich ergeben, wenn man eine Ab hängigkeit des Absorptionsvermögens von der Temperatur annimmt. 2) 1. c. p. 440, 443. 3) vgl. auch Teil IL § 3. II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 15 Tab. I. -1- 60» 00 — 60 39.4 23.9 39.3 39.3 24.0 39.0 38.9 24.1 39.7 39.0 24.0 39.0 39.4 23.8 39.2 38.9 23.8 39.3 39.4 23.7 39.4 39.2 24.0 39.4 39.3 24.0 39.4 39.2 24.0 39.3 Mittel 39.2 23.9 39.3 In Tabelle II sind die Mittelwerte der Plus- und Minuswerte für die einzelnen Ausstrahlungswinkel zusammengestellt. Tabelle II. IQO 20° 30" 40 50 60» + 24.1 24.2 + 25.0 25.3 + 26.9 27.0 + 29.9 31.0 + 33.5 33.5 + 39.2 39.3 Aus den Mittelwerten für die Winkel + und — ersieht man, daß die Bunsenplatte so gleichmäßig strahlte und so gut justiert war, daß man un- bedenklich aus den Plus- und Minuswerten wiederum den Mittelwert bilden konnte. In Tabelle III sind demnach die so gewonnenen Mittelwerte an- gegeben. Tabelle III. 0« zb 100 ± 200 ±300 ±40 ± 50 -+- 60 23.7 24.1 25.1 26.9 29.9 33.5 39.2 36 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Zur Berechnung gehen wir aus von der Gleichung (1): k.D J N - fls {lri> p.ns r/ — 47ir^k worin J, N und k Konstanten der emittierenden Substanz sind. Infolge der Versuchsanordnung sind auch ds . cos a, doj und r konstant, so daß wir Gleichung (1) in folgender Form schreiben können: k.D E„ = Konst. 1 — e Mit Hilfe dieser Gleichung können wir relative Werte Ea/Eo be- rechnen, wenn wir k . D kennen. Diese Größe läßt sich aber aus den Messungen für 2 verschiedene Winkel berechnen. Aus leicht ersichtlichem Grunde wählen wir hierzu die Winkel 60° und 0'\ Es ist demnach und somit Ea = C. Ea e: k.D 1 k.D — k.D E 2k. D 60 E 1 — e k.D 1 + e k.D (2) (2a) (2b) Unter Zugrundeleguug der in Tab. Ill angeführten Werte für 60" und 0° jrhalten wir E. 39.2 23/7 1.65 = 1 -^ e — k.D Hieraus ergibt sich 6-^-^=0.65. (3) Daraus folgt für k . D ^ 0,4, und da D ^ 4 cm, so ist k ^ 0,1. Ferner ergibt sich aus Gleichung (3) das Absorptionsvermögen der Kohlensäure- platte von der Dicke D in 7o — k.D^ A ^=100(] "") = 35 0;, (4) Mit Hilfe von (2a) können wir nunmehr die relativen Werte von Ea/Eo berechnen. Die Berechnung ist unter Benutzung der für Ego und Eo beobachteten Werte durchgeführt und in Tab. IV niedergelegt. IL Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 17 Tab. IV. 2510 26'. a Ea/Eo beobachtet berechnet Differenz 60" 1.65 __ 50" 1.41 1.40 O.Ol 40« 1.26 1.23 0.03 30" 1.13 1.12 O.Ol 20" 1.06 1.05 O.Ol 10" 1.02 1.01 O.Ol Selbstabsorption: 35 7o- Das Gesetz wurde dann noch an einigen anderen Stellen der COa-Bande eprüft. Die Beobachtungsresultate sind in den Tab. V — XII dargestellt. Tab. V. 251" 27'. OL Ea/Eo beobachtet berechnet Differenz 60" 1.66 _ 50" 1.40 1.40 0.00 40" 1.24 1.23 O.Ol 30" 1.14 1.12 0.02 20" 1.05 1.05 0.00 10" 1.01 1.00 O.Ol Selbstabsorption: 34 7.,- Tab. VI. 251" 24' 30". a Ea/Efl beobachtet berechnet Differenz 60" 1.64 , 50" 1.40 1.39 O.Ol 40" 1.24 1.23 O.Ol 30" 1.12 1.12 0.00 20" 1.06 1,05 O.Ol 10" 1.01 1.01 0.00 Selbstabsorption: 36 "/(>. 18 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Tab. VII. 251 23' 30". beobachtet | berechnet Differenz 60° 1.65 _ 50« 1.40 1.40 0.00 40° 1.20 1.23 0.03 30° 1.13 1.12 O.Ol 20 1.05 1.05 0.00 10" 1.02 1.01 O.Ol Selbstabsorption 35 7o- Tab. VIII. 251» 22' 30". Ea/Eo beobachtet berechnet Differenz 600 1.66 _ _ 500 1.39 1.40 O.Ol 40« 1.25 1.23 0.02 30° 1.14 1.12 0.02 20° 1.05 1.05 0.00 10« 1.01 1.00 O.Ol Selbstabsorption 34 ^/q. Tab. IX. 251« 21' 30". a Eoc/Eo beobachtet berechnet Differenz 60« 1.64 „ 500 1.39 1.39 0.00 400 1.21 1.23 0.02 300 1.11 1.12 O.Ol 200 1.03 1.05 0.02 100 1.00 1.01 O.Ol Selbstab&orption 36 °Iq, II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 19 Tab. X. 251 20' 30". oc Ea/^o beobachtet berechnet Differenz 60» 1.70 „ 500 1.40 1.42 0.02 400 1.22 1.24 0.02 300 1.10 1.13 0.03 200 1.04 1.02 ■ 0.02 100 1.00 1.01 O.Ol Selbstabsorption 30 o/^. Tab. XI. 2510 16' 30". a Ea/Eo beobachtet berechnet Differenz 600 1.85 500 1.50 1.49 O.Ol 400 1.29 1.27 0.02 300 1.18 1.15 0.03 200 1.02 1.06 0.04 100 1.01 1.02 O.Ol Selbstabsorption 15 ^/q. Tab. XII. 2510 28'. Ea/Eo beobachtet berechnet Differenz 600 1.70 _ 500 " 1.40 1.42 0.02 400 1.22 1.24 0.02 300 1.10 1.13 0.03 20*^ 1.01 1.02 O.Ol 100 1.00 1.01 O.Ol Selbstabsorption 30 ^/q. 20 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur Tab. XIII. 2510 28' 10". a Ea^'Eo beobachtet berechnet Differenz 60" 1.70 500 1.42 1.42 0.00 400 1.24 1.24 0.00 300 1.14 1.13 O.Ol 200 1.07 1.02 0.05 (?) 100 1.02 1.01 O.Ol Selbstabsorption 30 o/^^. Ein Vergleich der beobachteten und berechneten Werte ergibt, daß das Strahlungsgesetz an allen von mir gemessenen Stellen der COa-Bande in recht guter Übereinstimmung mit dem Experiment steht. Es ist vielleicht nicht überflüssig, wenn wir an Hand der im Vor- stehenden gewonneneu Resultate die auf den Seiten 7 und 8 diskutierten drei Fälle noch einmal näher betrachten. I. Es sei die effektive Dicke k . D = oo. Dafür liefert Gleichung (1) unmittelbar das Lambertsche Gesetz: J.N.ds.dw.cos a « ^ 4 7rr2k Infolge der getroffenen Versuchsanordnung ist aber ds.cos a = Const., Const. Ebenso ist ds = J.N.dw cos a Const. 47i;r ^ k Wir können obige Gleichung demnach in der Form schreiben, ^ _, , cos a ^ ^ E^ = Const. = Const. cos a d. h. also, bei unserer Versuchsanordnung muß bei Gültigkeit des Lambert- schen Gesetzes die auf das Bolometer fallende Energie für alle Strahlungs- winkel dieselbe sein. Übrigens ersieht man aus Gleichung (1) folgendes: Wenn man einen Fehler von 1 % zuläßt, so genügt bereits ein Wert von k . D = 4,6, was im Maximum der CO2 -Bande (wo nach Gleichung (3) k ^ 0,1 ist) einer II, Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 21 Schichtdicke von ca. 46 cm*) entsprechen würde, um das Lambert sehe Gesetz zu erhalten. Solche Werte von k . D > 4,6 werden wir im folgenden daher als groß bezeichnen. II. Es sei die effektive Dicke k.D sehr klein. Bei der Diskussion dieses Falles waren wir auf S. 7 zu folgender Gleichung gelangt: _J.N.ds.dw.D Hier müssen wir wieder setzen Const. ds = cos a Obige Gleichung geht also über in die Form * cos a d. h. die auf den Bolometerstreifen fallende Energie wächst umgekehrt proportional dem Kosinus des Ausstrahlungswinkels. III. Fall III (k.D von mittlerer Größe) gibt das Strahlungsgesetz für die in vorliegender Arbeit realisierte Strahlung: _ kP \ E^ = C (l— e ~~ cos aj- In Fig. 6 stellt Kurve I den Verlauf der Emission dar für den Fall I, Kurve 11 den Verlauf für Fall II und Kurve III zeigt den Verlauf der Emission in einem beliebigen aus meinen Messungen (s. Tab. VI) heraus- gegriffenen Falle (k . D = 0,4) dar. Wie wir sehen, liegt die von mir realisierte Strahlung näher an Fall II (k . D sehr klein) als an Fall I. Kurve III muß sich aber der Kurve I immer mehr nähern, je größer wir die effektive Dicke k . D werden lassen. Je „schwärzer" wir also unsere strahlende Schicht machen, um so mehr folgt sie dem Lambertschen Gesetz. Für Kohlensäure tritt dies, wie oben bereits erwähnt, schon bei einer Schichtdicke D von etwa 40 cm ein. Es wäre interessant, mit einer „schwarzen" Bunsenplatte die oben beschriebenen Versuche zu wiederholen, dann könnte man in der Tat an der Kohlensäurebande von der Mitte bis zum Rande nacheinander alle drei oben diskutierten Fälle beobachten. b. Wasserdampfstrahlung. Die Messungen wurden in genau derselben Weise ausgeführt, wie bei der Kohlensäurestrahlung. Auch bei der HaO -Dampfstrahlung sind die Ausschläge für die Plus- und Minuswinkel so nahe gleich, daß aus ihnen wie in Tab. XIIJ, geschehen, unbedenklich die Mittelwerte genommen werden konnten. 1) Dieser Wert stimmt mit dem von Buchwald auf ganz anderem Wege gefundenen Werte von ca. 40 cm für schwarze C02-Strahlung vorzüglich überein. 22 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. 65 b2,5 - k.D sehr klein i /R .Const 1 / ' cosa k.D= OA ' 52,5 _ y /S^=Consr.(i-e-^) 4^,5- y ^ /E %^ 'i ^^ ^ i. K-D=00 Q g „ Äa-müerh 0° . 10° 20° 30° 40° 50° GO- Fig. 6. Tab. Xni. 10° + 200 + 30« 40' 50' 60° + 10.7 10.7 10.7 10.9 11.3 11.1 12.3 12.1 13.6 13.7 I 15.7 15.9 12.2 13.6 19.7 20.1 15.8 19.9 Die Berechnung ist prinzipiell dieselbe wie bei der Kohlensäure- stralilung, weshalb ich Einzelheiten hier nicht anführe. In den Tab. XIV bis XIX sind die für einige Stellen der Wasserdampfbande gemesseneu Werte neben die mit Hilfe der Gleichung (2 a) berechneten Werte gestellt. Tab. XIV. 250« 23'. a beobachtet Ea/Eo berechnet Differenz 60" 1.85 _ 50» 1.50 1.49 O.Ol 40" 1.26 1.27 O.Ol 30° 1.15 1.15 0.00 20° 1.03 1.06 0.03 10° 1.03 1.02 O.Ol Selbstabsorption 15 ^/q. II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 23 Tab. XV. 250° 22'. a Ea/Eo beobachtet berechnet Differenz 60» 1.85 50« 1.50 1.49 O.Ol 40° 1.27 1.27 0.00 30° 1.14 1.15 O.Ol 200 1.07 1.06 O.Ol 10° 1.04 1.02 0.02 Selbstabsorption 15 7o- Tab. XVI. ^ÖO^ 19'. a E«/Eo beobachtet berechnet Differenz 60° 1.87 _ ___ 50« 1.48 1.50 0.02 40 1.26 1.27 O.Ol 30» 1.14 1.14 0.00 20« 1.07 1.06 O.Ol 10° 1.03 1.01 0.02 Selbstabsorption 13 %• Tab. XVII. 250» 17' 30". a EjEo beobachtet berechnet Differenz 60° 1.89 _ 500 1.51 — 40° 1.28 1.28 0.00 30° 1.13 1.15 0.02 20» 1.07 1.06 O.Ol 10» 1.02 1.01 O.Ol Selbstabsorption 11 '^Jq. 24 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Tab. XVIII. 2500 15'. a E«/Eo beobachtet berechnet Differenz 60° 1.91 500 1.52 1.52 0.00 400 1.31 1.29 0.02 30« 1.17 1.15 0.02 200 1.07 1.06 O.Ol 100 1.03 1.01 0.02 Selbstabsorption 9 o/^, Tab. XIX. 2500 25'. a EÄ beobachtet berechnet Differenz 60° 1.87 500 1.47 1.50 0.03 400 1.25 1.27 0.02 300 1.15 1.14 O.Ol 200 1.08 1.06 0.02 100 1.03 1.01 0.02 Selbstabsorption 13 o/^. Ans den Tabellen sehen wir, daß auch in der HaO-Dampfbande die Theorie in guter Übereinstimmung mit dem Experiment steht, wenngleich die Messungen infolge der geringen Intensität der H2O- Dampfbande nicht mit derselben großen Genauigkeit wie bei der Kohlen- säure durchzuführen waren. Auch hier ist es interessant, aus den vorliegenden Messungen die ungefähre Größe des Absorptionskoeffizienten zu bereclinen. Es ergibt sich im Maximum der HgO- Dampf bände k . D ^ 0,16. Da D ^ 4 cm ist. so ist k ^ 0,04. Damit Wasserdampf „schwarz" strahlt, ist, wie oben ausgeführt, eine effektive Dicke k . D = 4,6 notwendig, woraus unter Benutzung des obigen Wertes von k sich eine Schichtlänge von rund 120 cm ergibt, was mit den experimentellen Ergebnissen von Buchwald vortrefflich übereinstimmt. II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 25 In den Tabellen ist jedesmal unten das ans den Emissionswerten E =^ nach Gleichung (4) berechnete Absorptionsvermögen angeführt, das wir, da es den von der Bunsenplatte absorbierten Bruchteil der Eigen- strahlung angibt, kurz mit Selbstabsorption bezeichnen wollen. Das Absorptionsvermögen der Bunsenplatte läßt sich aber noch auf eine andere Art bestimmen. Über die diesbezüglichen Messungen und Resultate soll im folgenden Teile der Arbeit berichtet werden. Bestimmung des Absorptionsvermögens der Bunsenplatte auf direktem Wege. a. Absorptionsvermögen in der CO^-Bande der Bunsenplatte. Die in Fig. 2 dargestellte Versuchsanordmmg wurde in folgender Weise erweitert: Bei N wurde in der Brennebene des vorderseitig ver- silberten Hohlspiegels H2 eine Nernstlampe so justiert, daß von dem vertikalen leuchtenden Faden ein scharfes Bild auf dem Kollimatorspalt des Spektrometers entworfen wurde. Die von H^ ausgehenden parallelen Strahlen durchsetzen dann die Bunsenplatte und nehmen auf ihrem weiteren Wege denselben Verlauf wie die von der Platte emittierte Strahlung. Im Folgenden bedeutet Eb Strahlung der Bunsenplatte allein, En „ „ Nernstplatte allein, Eb-}-n — 55 77 Bunsenplatte + Nernstlampe. Dann ist das Absorptionsvermögen der Bunsenplatte in Prozenten: Ab=100.5?-±-^^^1^?±^ E]sr Auf diese Weise bestimmte ich zunächst a. das Absorptionsvermögen der Bunsenplatte für verschiedene Wellen- längen der CO^-Bande. Die Resultate dieser Messungsreihen sind in Tabelle XXII dargestellt. Der besseren Übersicht wegen ist neben diese auf direktem Wege be- stimmten Werte des Absorptionsvermögens das aus den Emissionswerten E =r^ nach Gleichung (2 b) berechnete Absorptionsvermögen (Selbstabsorption") ^0 gestellt. 26 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Tab. XXII. Einstellungen Ab s r p t i n des Spektrometers berechnet Eeo/E,, aus gemessen auf direktem Wege 251» 26' 35 7o 17.— 0/ 10 27' 34 „ 14.4 17 24' 30" 36 „ 13.— H 23' 30" 35 „ 8.5 TJ 22' 30" 34 „ 10.— 1i 21' 3ü" 36 „ 11.— 11 20' 30" 30 „ 7.— 1) 16' 30" 15 „ — 15' — 2.— 1 1 28' 30 „ 14.— H 30' 22 „ — 32' — 5.— n Um den Verlauf der so bestimmten Absorption noch leichter zu über- sehen, ist in Fig. 7 durch Kurve I der Verlauf der Selbst absorption dargestellt. Als Abszissen sind die direkten Spektrometereinstellungen und als Ordinaten die Absorptionen in Prozenten aufgetragen. Kurve II stellt die auf direktem Wege gemessene Absorption dar. Und endlich zeigt zur leichteren Orientierung Kurve III den Verlauf der Emission. (Für Kurve III bedeuten die Ordinaten die Emission der COa-Platte direkt in Skalenteilen gemessen.) Man ersieht aus den Kurven, daß die Absorption der Nernstlampen- strahlung durch die Bunsenplatte einen vollständigen Parallelismus mit der Emissionskurve der Bunsenplatte zeigt, was ja nach den allgemeinen Vor- stellungen über Emission und Absorption zu erwarten war; insbesondere liegt das Maximum an derselben Stelle. Die kleine Abweichung beruht auf Versuchsfehlern ^). Dagegen weicht die Kurve der Selbstabsorption von der Kurve der Nenistabsorption^) in so beträchtlichem Maße ab, daß eine genaue Dis- kussion darüber erforderlich wird, was diese Kurven eigentlich aussagen. b. Diskussion der durch die CO., der Zimmerluft bedingten Fehler. Es ist eine bekannte Tatsache, die von Paschen ausdrücklich bei seinen Messungen in der Diskussion mit Angström hervorgehoben wurde, daß bei Absorptionsmessungen der Umstand berücksichtigt werden muß, 1) vgl. auch p. 12 ff. 2) Der Abkürzung wegen sei mir diese an sich wenig schöne Wortbildung gestattet. IL Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 27 daß die Kohlensäure der Zimraerluft gleichfalls absorbiert. Es handelt sich also hier darum, zu entscheiden, in welcher Weise die drei Kurven (Emissionskurve, Selbstabsorptionskurve und Nernstabsorptionskurve) durch diesen Fehler beeinflußt werden. 370,3,9 't.O 't.t -iintB? 4.5, a 'I r (/ fh- 42- to- 38- 3&- 34- 32- 30- 28- £G- ZH- zo- 13- 16- H- 12.- 10- 8- Emission i/on CO, fc- 5elbs^abso^p^ia^ f\lernsl"ab5orphion 251° 5' 10' 15' 20 ^5' 30' 35' W 45' Fiq. 3- ' 1. Am einfachsten gestaltet sich die Diskussion bei der Kurve der Selbstabsorption. Denn diese wird bestimmt durch das Verhältnis zweier E. gleichartiger Emissionsmessungen ~. Eo Die wahren Werte von Ego und Eo (für eine bestimmte Wellenlänge z. B. für das Maximum der C02-Bande) würde man erhalten, wenn die Zimmerluft frei von CO2 wäre. Bezeichnet man das Absorptionsvermögen der CO, der Zimmerluft für dieselbe Wellen- länge mit «j^, so gelangt an das Bolometer statt des wahren Betrages Eeo der Betrag Ego (1 — ^y) und entsprechend Eo (1 — CH3N/ T nO CH3Nf V iiOCH CH3N/ \^ \0CH3 Hgl I jlo ' eA L JI0CH3 Hgl L >0CH3 Hg Hg Hg Bulbocapnin. Corydin. Isocorydin. IL Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 41 0CH3 ^^«- ^\0CH3 OCH3 H./X/ H,cA/°'"' ^^^ NO, / ch3n/\^\o >CH2 Ny\y\ocH3 N^^^^ \OCH3 "2 Dicentrin. Papaverin. Sitzung am 24. März 1911. Untersuchungen über Interferenz und Beugung von kurzen^ gedämpften Schallwellen. Von W. Stockmann. Die vorliegenden Untersuchungen wurden unternommen im Anschluß an die Arbeit von W. Altberg: Über kurze akustische Wellen bei Konden- satorentladungen ^), Altberg zeigte, daß der Funke eines elektrischen Schwingungskreises interferenzfähige Luftwellen aussendet, deren Intensität durch den Lebedewschen Schalldruckapparat gemessen werden kann, und deren Schwingungsdauer annähernd gleich ist der halben Periode des elektrischen Systems. In der Absicht, solche Luftwellen zur Durchführung von Resonanzversuchen zu benutzen, hat Herr Professor Lummer mich veranlaßt, im hiesigen Institut Versuche in dieser Richtung aufzunehmen. Ich habe mir dabei die Aufgabe gestellt, zunächst die Ergebnisse der Alt- bergschen Arbeit nachzuprüfen, dann aber — über seine Absichten und Methoden hinausgehend — möglichst viele Tatsachen festzustellen, die über die Art und die Entstehung dieser kleinsten Luftwellen einige Aufklärung geben können. Die Methode, die Altberg zum Nachweis und zur Ausmessung der untersuchten Luftwellen benutzte, war die Beugungsmethode in Fraunhofer- scher Anordnung. Die von dem nahezu punktförmigen Funken divergent ausgehenden Wellen wurden durch den Kollimatorspiegel eines Spiegel- spektrometers parallel gemacht und fielen senkrecht auf ein gitterähnliches Diafragma mit mehrereri Spalten, deren Abstand gleich ihrer Breite war. Hinter demselben befand sich ein zweiter Hohlspiegel, der alle in einer bestimmten Richtung vom Gitter ausgehenden Wellen auf dem Glimmer- flügel eines Lebedewschen Schalldruckapparates vereinigte. Der zweite Spiegel und der Meßapparat standen fest; Funkenstrecke, Kollimatorspiegel 1) W. Altberg, Ann. d. Phys. 23. p. 267. 1907. 42 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. und Gitter waren fest mit einander verbunden und um die Spektrometer- achse drehbar, so daß die jeweils gemessenen Wellen unter verschiedenen Winkeln vom Gitter ausgingen. Die beobachtete Intensitätsverteilung als Funktion des Beugungswinkels zeigte dann Maxima und Minima, aus deren Winkelabstand von der Mitte das Verhältnis der Wellenlänge zur Gitter- periode entnommen wurde. Diese Anordnung wurde zum Zwecke der Vorversuche möglichst ähnlich nachgebildet und studiert. Es zeigte sich aber bald, daß sie zu einer ge- naueren Untersuchung der erhaltenen Wellen nicht sonderlich geeignet ist, selbst wenn diese ungedämpft sind. Und das ist sicher nicht der Fall. Der Mangel der Methode liegt vor allem in dem bedeutenden Abfall der Intensität mit wachsendem Beugungswinkel. Bei gut meßbarer Intensität im Mittelbild (Maximum Oter Ordnung) fallen schon die Maxima erster Ordnung ziemlich niedrig aus, und Maxima von höherer Ordnung — die nächsten würden schon von 3ter Ordnung sein, da die geraden Maxima ausfallen — sind kaum deutlich zu beobachten. Nun kann man zwar die auffallende Intensität so weit steigern, bis das erreicht ist. Dann aber wird die Intensität in der Mitte des Beugungsbildes zu groß, als daß sie bei derselben Empfindlichkeit des Apparates noch gemessen werden könnte und liegt zum mindesten außerhalb der Grenzen, in denen noch Proportio- nalität zwischen Intensität und Ausschlag besteht — ganz abgesehen davon, daß es recht schwierig ist, die Strahlung einer so intensiv erregten Funken- strecke leidlich konstant zu halten. Die geringe Intensität der Beugungsmaxima höherer Ordnungen ist nun allerdings ziemlich belanglos, wenn es wie bei Altberg nur auf die Ausmessung der Wellenlängen ankommt. Dagegen wirkt sie sehr störend, wenn man darauf ausgeht, die Dämpfung der fraglichen Luftwellen zu untersuchen, wie das vor allem das Ziel meiner Arbeit war. Denn dazu muß man die Interferenzen bis in möglichst hohe Ordnungen quantitativ verfolgen können, und das ist bei Beugungsbeobachtungen eben unmöglich. Dagegen erweist sich hier als recht vorteilhaft eine Methode direkter Interferenz: die Boltzmannsche Zwei-Spiegel-Methode, die zur Bestimmung der Wellenlänge elektrischer Wellen schon vielfach angewendet worden ist, und diese Methode habe ich nun als Hauptmittel zur Untersuchung der in Frage stehenden Wellen ausgearbeitet. Dazu wurde die experimentelle Anordnung derart abgeändert, daß die zu untersuchenden Strahlen nicht direkt, sondern durch Reflexion an einer ebenen Wand von dem ersten nach dem zweiten Hohlspiegel gelangten (cf. Fig. 1). Diese Wand besteht aus einem geteilten Planspiegel, dessen eine Hälfte fest steht, während die andere parallel zur ersten meßbar ver- schoben werden kann. Dadurch wird das auffallende Parallel strahlenbündel zerlegt in zwei Teile, denen man meßbare Gangunterschiede erteilen kann und die dann nach Vereinigung durch den zweiten Spiegel mit einander IL Abteilung, Naturwissenschaftliche Sektion. 43 interferieren. Der Hauptvorteil der Anordnung liegt darin, daß man diese Gangunterschiede um mehrere Ordnungen der betr. Wellenlänge variieren kann, ohne eine erhebliche Veränderung der Intensität. Im allgemeinen kann man daher die Interferenzen so weit verfolgen, als es die Dämpfung der untersuchten Wellen zuläßt. Um zu zeigen, was die angewandte Methode für die Untersuchung zu leisten vermag, soll zunächst eine Berechnung der zu erwartenden Intensitäts- verteilung durchgeführt werden. Dabei müssen die interferierenden Wellen als gedämpft angesetzt werden. Nach welchem Gesetz das Abklingen erfolgt, kann von vorn- herein nicht gesagt werden. Man muß also darüber eine spezielle An- nahme machen, und die einfachste ist die, daß die Abnahme der Amplituden mit der Zeit durch eine Exponentialfunktion dargestellt wird. Ein Vergleich der beobachteten mit den so berechneten Kurven wird dann die etwaigen Abweichungen von diesem Gesetz und damit auch ein Mittel zur Erkennung des tatsächlich anzunehmenden Gesetzes ergeben. Diese Grundannahme ist dieselbe, die bisher fast ausnahmslos zur Behandlung aller analogen Erscheinungen an elektrischen Wellen gemacht wurde. Es ist daher nur natürlich, daß die hier durchzuführenden Rech- nungen in engem Zusammenhang stehen mit den betr. Arbeiten über elek- trische Wellen, vor allem mit denen von C 1 e m e n c i c und Czermakund von V. Bjerknes. Die zuerst genannten Autoren behandeln an elektrischen Wellen dasselbe Problem, wie es hier vorliegt; ihre Berechnungen sind jedoch nicht ganz einwandfrei und führen nur angenähert zu dem einfachen Ergebnis, das sich in Strenge erreichen läßt. Auch V. Bjerknes behandelt ein eng verwandtes Problem bei der Untersuchung stehender elektrischer Wellen längs einer Drahtleitung. Bei einer möglichst geschlossenen Darstellung des Ganzen, die vor allem in Rücksicht auf die Behandlung des Beugungsproblems ^) als wünschenswert erschien, ist es daher unvermeidlich z. T. Gedanken- gänge und Formeln zu wiederholen, die auch schon anderswo gedruckt stehen. Im Interesse einer möglichst vollständigen Lösung des Problems und mit Rücksicht auf die für elektrische Wellen gebräuchliche Meß- methode, sollen die Rechnungen ausgedehnt werden auch auf den Fall eines abgestimmten Empfängers. Berechnung der resultierenden Eiongation. Die allgemeinen Tatsachen, die die Grundlage für die Rechnung bilden, sind durch die oben beschriebene Versuchsanordnung folgendermaßen be- stimmt : Zwei ebene, zu einander parallele Wellenzüge von gleicher Wellen- länge, gleicher Anfangsamplitude und Dämpfung laufen mit einem bestimmten 1) hier nicht mit abgedruckt. 0.) 44 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Gangunterschied neben einander her und werden in einer gemeinsamen Wellenebene M zur Interferenz gebracht. Ihre Elongationen werden dabei als hinreichend klein angenommen, so daß die resultierende nach dem Prinzip der ungestörten Superposition gefunden werden kann. Diese ist zunächst für jeden Zeitpunkt zu berechnen. 2 TL Im folgenden bezeichne stets t die fortschreitende Zeit, n = — • die X Frequenz der vom Erreger ausgehenden Schwingungen, A ihre Anfangs- amplitude und k ihren Dämpfungsfaktor, T sei der zeitliche Abstand der periodischen Impulse (z. B. des Induktors), die den Erreger in Schwingungen versetzen und t die Zeit, in der diese Impulse im Erreger so weit ab- klingen, daß sie ihre Wirkung nach außen verlieren. Dabei ist t kleiner als T, so daß die von den einzelnen Impulsen herrührenden Schwingungen sich nicht überlagern. Schließlich sei -9" die zeitliche Verschiebung der beiden Wellenzüge gegen einander. Definieren wir dann als t = den Zeitpunkt, wo die spätere der beiden Wellen in M eintrifft, so ist die von ihr in M erzeugte Elongation als Funktion von t gegeben durch den Ausdruck: A • e '^ ^ sin n t und zwar im Intervall : t = bis t = t. Die andere Welle hat gegen diese einen zeitlichen Vorsprung vom Betrage •9". Die von ihr in M erzeugte Elongation ergibt sich daher aus dem obigen Ausdruck dadurch, daß t ersetzt wird durch t -j- ^. Das liefert: A . e-k(^ + *^ sin n (t + ^). und zwar im Intervall: t = — %• bis t = t — ^. Demnach ist die resultierende Elongation in vier aufeinander folgenden Zeitintervallen durch verschiedene Ausdrücke gegeben. Im ersten Intervall, von — -9- bis 0, existiert nur die von der ersten Welle erzeugte Elongation; im zweiten, von bis t — ■8-, koexistieren beide Wellen und addieren ihre Elongationen algebraisch, im dritten Intervall, von t — %" bis t, existiert nur noch die Elongation der zweiten Welle, und im vierten herrscht in M vollkommene Ruhe. Von da an wiederholt sich alles in derselben Weise, so daß man sich auf die Betrachtung eines Zeitraumes von der Dauer T beschränken darf, beginnend mit t = — %•. Für die Elongationen der drei ersten Intervalle sollen die Abkürzungen: Ej, E und Eg gebraucht werden. Das Gesagte lautet dann in Formeln: von t = - 3- bis t = El = A . e - '^ <^ + ^^ sin n (t + %•). von t = bisT=t — 5- E = A • e~'^(^ + ^) sin n (t + ^) (^•) + A . e-k^ sin n t. von t = F— 3- bis t =T E^ ^ A • e ■" ^ ^ sin n t. von t = rbis t = T — 9- E =0. (3.) II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 45 Nach einer kleinen Umfoi-mung erhält man E in der Gestalt: E = A • e ~ ^ * (a sin n t -|- b cos n t), worin : a= 1 -|- e — ^* cos n *; b = e ~ '^ * sin n ^. Die Energie der resultierenden Welle, die gemessen wird durch das Quadrat der Elongation, ist demnach bis auf einen konstanten Faktor als Funktion der Zeit gegeben durch die Ausdrücke: von — 9- bis 0, Q^ = A2 . e - 2 ^ (^ + ^) sin^ n (t + %•). von bis T— 3-, Q = A^ . e ~ ^ ''' ^ (a sin n t -j- b cos n t)^. von F— ^ bis F Qg = A^ . e ~ ^ "^ ^ sin^ n t. von T bis T — 3-, Q = 0. Welche Wirkung diese Energie hervorbringt, das hängt ganz ab von der Natur des in der Ebene M — bezw. im Brennpunkt des zweiten Hohlspiegels — vorzustellenden Meßapparates. Und hier hat man streng zu scheiden zwischen zwei wesentlich verschiedenen Fällen: 1. dem Fall eines ,, indifferenten" und 2. dem Fall eines abgestimmten Empfängers. Die Apparate der ersten Art geben ein Maß für die gesamte auf sie einwirkende Energie. Da sie stets eine gewisse Trägheit besitzen, geben sie allerdings nicht den momentanen Wert, sondern den zeitlichen Mittel- wert der Energie an; sie sind aber aus diesem Grunde ebenso befähigt, auf intermittierende wie auf kontinuierliche Erregung anzusprechen. Zu den Apparaten dieser Art gehört neben vielen anderen der im experi- mentellen Teil dieser Arbeit benutzte Lebedewsche Schalldruckapparat. Die Apparate der zweiten Art empfangen die zu messende Energie nicht direkt aus dem sie umgebenden Medium, sondern von einem vor- geschalteten schwingenden System, das unter deren Einfluß erzwungene Schwingungen ausführt. Bei ihrer Verwendung wird also nicht der Mittel- wert der auffallenden Energie beobachtet, sondern die mittlere Intensität des Mitschwingens im Resonator. Solche Apparate sind bisher wohl aus- schließlich zur Messung elektrischer Wellen benutzt worden u. zw. in Gestalt von Resonatoren, die direkt mit einem Thermoelement verbunden sind. Für beide Arten von Meßvorrichtungen soll nun das vorliegende Problem durchgeführt werden. Lösung für den Fall des „indiferenten" Empfängers. Im Fall eines indifferenten Empfängers hat man zum Vergleich mit den Beobachtungen den zeitlichen Mittelwert der auf ihn entsandten Energie zu berechnen, die hier durch die Ausdrücke Q gegeben ist. Dieser Mittelwert kann aus der Dauer einer Periode T berechnet werden, da diese sich ganz gleichmäßig wiederholen. (4) 46 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Man hat also zu bilden : w = ^y Q d t = ^ . Ifq, d t -{-fq d t +fQ, d t . — 0- ' — s- T— 5- ) Die Auswertung der einzelnen Integrale läßt sich zurückführen auf zwei Formeln, die man leicht durch partielle Integration gewinnt X f —l- ■ e ~ ^ ^ / e ^ ^ cos n X dx = „ , , „ (n sin n x ~ k cos n x) t/ n'^-j-k"' o X /_ t _ e — ^ ^ e ^ ^ sin n X dx = — „ , , „ (n cos n x + k sin n x). n^ -}- k'' ^ Man erhält dann: * /"q^ d t = A^ . e - 2 k X sin2 n X dx, , "" ~ \ ' ,^ , J ' J dx = d(t + ^) = dt - %• = -r-- /e~^k^dx /e~^k^cos2nxdx 2 J 2 J o /Q.dt=f;.(l-e-"*) — a A2 — , , , , , o-T fn • e -2 k * sin 2 n ^ + k • (1 — e -2 ^ * cos 2 n ^) 4(n'^-]-k^)L Ganz analog erhält man: t — * T— * /q d t = A2 . A t . e - 2 k t (a sin n t + b cos n t)2 = A2 . t — 3- t — ^ q2 I l-,2 /* Q 2 ■k2 2 F— ö- y^t.e-2kt_?^:^.y;it.e-2kt,og2nt + a b . /d t . e - 2 k t sin 2 n t . o Da man e 2 k (t %j gegen 1 vernachlässigen darf, so braucht man nur die unteren Grenzwerte zu bilden und erhält: />_ ( a2-hb2 a2 — b2 , , 2 ab } II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 47 = A! . ( 1 _f_ e - 2 k ^ ^ 2 e - k ^ cos n ^) 2 r 2 • e ~ ^ * • (k COS n ^ — n sin n -ö-) 4 (n2-[-k2) L Das dritte Integral kann vernachlässigt werden, da, wie man sich leicht überzeugt, alle seine Glieder mit dem Faktor e ^ ^ * behaftet sind. Durch Vereinigung der beiden entwickelten Integrale erhält man dann: A2 W = -^. I ^' (1+e-l^^cosn^) 2 k . (1 -[- e — ^ * cos n ^O — 2 n • e — ^ * sin n %-\L 4 (n2-|-k2) L und schließlich: Solange die Dämpfung nicht sehr stark ist, wird das Quadrat der meist beträchtlichen Frequenzzahl n gegenüber dem Quadrat von k so groß sein, daß der zweite Faktor vor der Klammer mit großer Annäherung = 1 gesetzt werden kann. (la.) W = ^.(l + e-k*cosn^ + ^ -e-^^ sin n ^). . k . Ist die Dämpfung so klein, daß — schon in erster Potenz gegen 1 zu n vernachlässigen ist, so erhält man die vereinfachte Formel: (Ib.) W=^.(l + e-"cosn»), die ohne weiteres in die für ungedämpfte Wellen gültige übergeht, da für k = 0, T = 00 zu setzen ist, so daß der Faktor 2 k X endlich bleibt. Diskussion der erhaltenen Formel. Betrachten wir nun den allgemeinen Ausdruck (la.) für W abgesehen von den konstanten Faktoren. Derselbe liefert, als Funktion von -S", eine Kurve, die in so enger Beziehung zur Gestalt der interferierenden Welle steht, daß sie als ein Bild derselben bezeichnet werden kann. Denn das Hauptglied unterscheidet sich von dem Ausdruck für die Schwingungs- form der untersuchten Welle ^) nur durch den Cosinus, der statt des Sinus auftritt; es stimmt mit ihm überein in der Periode und Dämpfung. Das letzte Glied aber ist im allgemeinen klein und bewirkt nur geringe Ver- änderungen an dem Kurvenbild. 1) pag. 4. Gl. (1.) 48 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. In jedem Falle, auch wenn k nicht klein gegen n ist, liefert die Kurve eine einfache Bestimmung der Werte von n und k. Dazu dienen diejenigen Punkte der Kurve, für die: cos n ■9' = dz 1 ist. Dieselben sind nicht identisch mit den Umkehrpunkten der Kurve; es sind vielmehr die Punkte, in denen die Kurve die darüber gelegte Exponentielle berührt. Die Abszissen dieser Punkte, ■ö-ji, sind gegeben durch die Gleichung: 11 . 0-h = h • 71;, h = 0, 1, 2, . . . Sie liefern zur Bestimmung von n oder x die Gleichungen: Tt • h und: Drückt man die xl'h durch die entsprechenden Werte des Gang- unterschiedes s aus: Sj, = v • \, worin v die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Wellen ist, so erhält man für die Wellenlänge: A ^ V • X = 2 • -7-. h Die Ordinaten der betrachteten Punkte liefern in bezug auf die Mittellinie : A2 2 k T die Kurve: dargestellt durch soviele Punkte, als Maxima und Minima von W vorhanden sind. Daraus erhält man: 1^ ^ In yp — In Yh ^h — ^0 Für das natürliche logarithmische Dekrement Sz=k.X=27l .- n folgt dann: 0-2 ^ . Dabei ist h die Ordnungszahl des benutzten Umkehrpunktes. Zu beachten ist, daß an den Stellen, die zur Bestimmung von n und k, bezw. X und S dienen, das letzte Glied im Ausdruck für W ver. schwindet. Anmerkung über die Phase. Die Ergebnisse der bisherigen Rechnungen, soweit sie das Hauptglied in (I) betreffen, sind im wesentlichen schon von den obengenannten II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 49 Autoren hergeleitet worden. Dagegen findet sich meines Wissens in der Literatur noch nichts von einer recht interessanten Bemerkung, die das zweite Glied in (I) betrifft. Die Bedeutung dieses Gliedes erhellt aus einer etwas anderen Schreib- weise des Ausdrucks (la). (Ic.) W = ^ • [l + e -k ^ cos (n ^ - arc tg^)] d. h. dem letzten Gliede in (I) entspricht eine Phasenverschiebung des ganzen Wellenbildes, das die Interferenzkurve darstellt. Das Merkwürdige daran ist nun, daß der Sinn dieser Verschiebung eng zusammenhängt mit der Phase, die die interferierende Welle bei ihrem Einsetzen hat. Diese ist bei den bisherigen Berechnungen ganz speziell gewählt worden; denn die Schwingungsform des Erregers (1) wurde als gedämpfte Sinusfunktion ohne allgemeine Phasenkonstante angesetzt. Die allgemeine Durchführung des Problems unter Berücksichtigung aller möglichen Phasen des Beginns würde recht umständlich ausfallen und für die Darstellung der tatsächlichen Verhältnisse geringe Bedeutung haben. Von Interesse ist aber der andere Spezialfall, daß die Phasenkonstante den Wert — annimmt. Zur Lösung für diesen Fall hat man einfach in dem Ausdruck (1) für die interferierende Welle den Sinus durch den Cosinus zu ersetzen, also: (la.) A • e ""^ ^■cos n t. Führt man mit diesem Ansatz die Rechnungen in ganz derselben Weise durch, so erhält man: (Id.) W = 2^. [l+e-'^^cos (n*+arctg^)] d. h. denselben Ausdruck wie (Ic), in dem aber die Phasenverschiebung das entgegengesetzte Zeichen trägt. Hierin aber liegt ein wesentlicher Unterschied gegen die Ergebnisse, die man für ungedämpfte Wellen (k = 0) erhalten würde. Für diese würde die Interferenzkurve gegeben sein durch eine reine Cosinusfunktion, unabhängig von der Phase, mit der die interferierenden Wellen einsetzen. Bei gedämpften Wellen dagegen wird auch die Phase ihres Beginns in der Interferenzkurve erkennbar. Die interferierende Welle ist eine Sinus- oder Cosinusfunktion, je nachdem die Phasenkonstante der Interferenzkurve das negative oder positive Zeichen trägt. Voraussetzung für die Deutlichkeit dieser Unterscheidung ist natürlich, k daß die Größe — einigermaßen merklich ist, d. h. daß die Dämpfung nicht n zu schwach ist. Das Gesamtergebnis der bisher durchgeführten Rechnungen läßt sich kurz folgendermaßen aussprechen: 1911. * 50 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Die Interferenzkurve, wie sie mit einem indifferenten Meßapparat be- obachtet werden kann, zeigt stets dieselbe Periode und dieselbe Dämpfung, wie die interferierende Welle. Bei schwacher Dämpfung ist sie sogar im wesentlichen identisch mit der Schwingungsform der betreffenden Welle; bei starker Dämpfung zeigt sie dagegen systematische Abweichungen von dieser Schwingungsform. Daraus kann die Phase bestimmt werden, mit der die untersuchten Schwingungen einsetzen. Schwingungsform eines abgestimmten Empfängers. Zur Lösung des Problems für den Fall eines abgestimmten Empfängers müssen wir zurückgehen auf die oben (pag. 44) angegebenen Ausdrücke (2) für die in M resultierende Elongation. Sie geben den zeitlichen Verlauf der äußeren Kraft an, die auf den Resonator wirkt und ihn in erzwungene Schwingungen versetzt. Gemessen wird der zeitliche Mittelwert der Intensität dieser Resonatorschwingungen. Zur Vereinfachung der Formeln soll hier eine Bezeichnungsweise eingeführt werden, wie sie V. Bjerknes^) in seinen Arbeiten über elektrische Resonanz verwendet, und die im Vergleich mit der bisherigen homogen genannt werden kann. Es bezeichne A, a, a die Anfangsamplitude, zyklische Schwingungs- zahl (in 271 Sekunden) und den Dämpfungsfaktor der äußeren Kraft — also auch des Erregers — ebenso b und ß die Frequenz und den Dämpfungsfaktor des Resonators. Die Amplitude der Resonatorschwingungen ist bestimmt als Lösung der Diff. Gl. (5-) ^ + 2ß^ + (b^ + ß^)^ = F(t) F(t), die äußere Kraft, ist in dieser Bezeichnungsweise und trans- formiert auf den Beginn mit t = gegeben durch die den E^, E und E^ entsprechenden Ausdrücke: (6.) von t = bis t r= «•, Fj (t) = A • e ~ " ^ sin a t. sin at • (1 + e"^cosa^) — cos a t • e " * sin a ■8']. sin a t • e " '^ cos a ■8' von t = ö- bis t = t^ F(t) = A • e ~" '^ * von t =T bis t =T + *, F2(t) = A • e~ "'^ von t = r+ * bis t = T, F(t) = 0. a.%-, ■cos a t • e ^*sin a-ö-]. 1) Wied. Ann. 55. p. 121. 1895, n. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 51 Aus den oben definierten Parametern: a, b, a, ß, ergeben sich 4 abgeleitete, die im folgenden für die Rechnung von Nutzen sein werden: a + b a + ß a — b a — ß 2 ' 2 Außerdem können, um die Rechnung nicht unnötig zu erschweren, noch einige Vereinfachungen eingeführt werden. Zunächst kann in der Darstellung der äußeren Kraft der Teil FgCt) von vornherein vernachlässigt werden, da seine Beiträge zur Gesamtenergie von der Größenordnung e ^ ^* *^ sind. Ferner können, ohne wesentliche Einschränkung der Allgemeinheit, die Größen a und ß so klein angenommen werden, daß sie in zweiten Potenzen gegen a und b vernachlässigt werden dürfen, so daß auch {j,^ und v^ gegen m^ zu vernachlässigen sind. Schließlich kann man sich hier auf den Fall des vollkommenen Isochronismus von Erreger und Empfänger beschränken, so daß im Verlauf der ganzen Rechnung n = und m = a = b zu setzen ist. Die allgemeine Lösung der Diff. Gl. (5) ist gegeben als Summe der Integrale: qj = 9a + Tb, worin: 9a = Aj • e "" " ^ sin a t -j- A2 • e~ "^ *• cos a t ein partikuläres Integral der vollständigen Diff. Gl. ist, während: cpb = Bi e — P ^^ sin b t + B2 • e — ^ * cos b t als allgemeine Lösung der entsprechenden homogenen Diff. Gl. bestimmt ist. cpa stellt die erzwungene, cp^ die darüber gelagerte freie Schwingung im Resonator dar. Die Werte von Aj, A^ ergeben sich durch Einsetzen von 9 in (5), wobei die von cpb herrührenden Glieder natürlich fortfallen. Die Werte von B^, B2 sind bestimmt durch den Anfangszustand des Resonators beim Einsetzen der äußeren Kraft. Da aber F(t) nicht durch einen einheit- lichen Ausdruck gegeben ist, muß die Rechnung für die Zeitintervalle bis %• und ■8- bis t getrennt durchgeführt werden. Der Anfangszustand des zweiten Intervalls ist natürlich der Endzustand des ersten. 4* 52 Jahresbericht der Sehles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Folgende Tabelle gibt eiue Übersicht über die so berechneten Werte der Konstanten in den beiden Zeitintervallen. (7.) von t = von t = •9' bis t = %' bis t = t A, Cv. Cv+ C • (v cos m ■9' — m sin m ■9-) e A2 Cm. Cm+ C OL % • (V sin m ^ -f" "^ cos m •9') e B. 0+ C ß ')• (m sin m ■8' -[- V cos 3 m •9-) e B2 — Cm — C m — C • (m cos m -9- -f- V sin 3 m ^) e '^ • A2 C — 4 m"* • V Bemerkensv^ert ist daran vor allem, daß die Werte der Konstanten für das erste Intervall als Summanden enthalten sind in denen für das zweite. Ebenso daß in die Exponentialgrößen für Aj und Ag nur a, — für Bj und B^ nur ß eingeht. Durch diese Werte der Konstanten ist der zeitliche Verlauf von cp bestimmt, d. h. zunächst nur für eine einzige abklingende Erregung des Senders. Wiederholen sich diese nun periodisch in Intervallen von der Dauer T, so führen die bisherigen Rechnungen nur zum Ziele, wenn man voraussetzen darf, daß die von einer Erregung erzeugten Resonator- schwingungen nach der Zeit T gegen die neu einsetzenden zu vernach- lässigen sind und diese nicht merklich stören. Denn nur dann ist der aus den einzelnen Perioden T erhaltene Energiewert konstant, so daß der zeitliche Mittelwert der Energie aus einer Periode berechnet werden kann. Die Abnahme der Resonatorschwingungen ist aber nicht nur von a, sondern auch wesentlich von ß abhängig, und die oben ausgesprochene Forderung ist daher gleichbedeutend mit einer Beschränkung von ß nach der Richtung kleiner Werte hin. ß muß so groß, d. h. der Empfänger muß so stark gedämpft sein, daß seine Schwingungen vor dem Zeitpunkt T erlöschen. Unter dieser Bedingung existiert für die oben entwickelte Funktion (^(t) eine obere Grenze des Arguments: T< T, für die e '^ und e gegen 1 zu vernachlässigen sind, so daß bei jeder Integration über cp von •9- bis T der obere Grenzwert des Integrals verschwindet. Es ist nun der mittlere Energiewert von cp im Intervall von t = bis t = T zu berechnen. II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 53 Lösung für den Fall gleicher Dämpfung des Erregers und^des Empfängers. Zunächst soll die Rechnung für einen speziellen Fall, nämlich: v = durchgeführt werden, der ohnedies eine besondere Behandlung erfordert. Da dann: , + V t — V t T e ' = e = 1 ist, nimmt cp die Gestalt an: cp = e~ ^ sin m t • (Aj -]- ^i) + ^ "~ ^ cos m t • (Ag -|- Bg). Die einzelnen Konstanten A^, B,, Ag, Bg, würden für v = unendlich groß werden; die hier auftretenden Summen aber bleiben endlich und erhalten die Werte: Ax+B, A2+B2 von t = bis t = -9- 4 m 2' von t = ■6' bis t = t 4m2 A 4 m' • ( 1 -j- e cos m -9- -|- e cos 3 m ■ö' j. •0+ e sin m ^ — e sin 3 m ^ j. Demnach ist (^ zu schreiben: von bis ^, cp = A — ut . 4 m' sm m t. von %■ bis t, (p = lit 4 m' p. 8- \s.%- t'(l-|-e cosm'9'-|-e cos 3 m ■8') ß -j- cos m t • (e'^ sin m ■ö- — e*^ sin 3 m -9") [ . Daraus erhält man durch Quadrieren und Integrieren wie oben: cp^dt = —; — j.— _. (i_e >" _ in . e ^ sm 2 m ^) . 32 m* 2 a ( m ) /cp2 d t = ^ — g- H— M2'(l + cos4m0-)-|-e ^ +^.e ^ sm 2 m {J- 32 m-^ 2 tx / ^ ' ' m 1^ ■li.%- + 2 • e (cos m 'S- -|- cos 3 m ■8-) — — . e ^ (sin m d- — sin 3 m •9-) [ m ) und schließlich: T A^ _ 1 J 1 + 2 . (1 + cos 4 m ^) 32m2'2tiT*! _|_2 . e~ '^ ^ (cos m ^ + cos 3 m «-) X — • e ^ m (sin m ■9' — sin 3 m 'ö') I ■ 54 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Diese Intensitätsverteilung würde man erhalten bei Beobachtung mit einem Empfänger, der mit dem Erreger nicht nur in der Frequenz, sondern auch in der Dämpfung übereinstimmt. Angenäherte Lösung für den allgemeinen Fall. Für den allgemeinen Fall: v 4= 0) soll die Rechnung nach einer an- genäherten Methode durchgeführt werden. Setzt man: A, e - ^ ^ + Bj e + ^ t = M • cos m' A2 e - ^ t + B2 e + ^ ^ = M . sin m' woraus : M^ = (A,2 + A2 2).e-2vt_^(B^2_j_B^2;).e + 2vt_^2.(A,B, +A,B2) und: , , , m' = arc tg -^ , ^ , , A, ■ e-^t + B, . e + ^t folgt, so kann mau cp schreiben: cp = M • e ~ 1^ ^in (m t -)- m'). Dieser Ausdruck unterscheidet sich von einer reinen, gedämpften Sinus- schwingung nur dadurch, daß die Phase m' nicht konstant ist. Der Energie- wert von cp kann daher in erster Annäherung gemessen werden durch das halbe Quadrat des Amplitudenfaktors J = i M^ . e-^l^t oder: Davon ist wieder der zeitliche Mittelwert im Intervall von bis T zu berechnen. Im ersten Teilintervall ist: j^m^^^ je-2at_^e-2ßt_2e-2!^t! und; 4-2 ([ji2_v2)e-2{^*|- Im zweiten Teilintervall: i=91^. je-2at. ri^2e«*cos ra ^ + e^«^] 4. e-2ßt .[^1 +2 e ß*(cosm^+^ sin m ^) + e 2ß*(l + ^sin Am%^] — 2.e-2|^t.|^l _|_ e^^^^Qosm^ + ^^sinm^) + e ^l^^^l +^ sin 4 m ^) _|_ e - 2 ß ^Lq^ m ^ — - sin m > — - sin 3 m %\\ j. IL Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 55 T Tj d t = C« • m2 . j 2 v2 + - . (jji + v) • sin 4 m ^ + e— **•[— 2v(tJi— v) cosm^ + — .({i2— v2)(sinm^ — sin3m^)l _j_ e - ß * _|_ 2 V . (^JL+v) cos m ^+— • (jx+v) (ja sin 3 ni ^ — (jx— v)sin m ö-) 1 + 1JI .(^_v)e-2='^ + tJi-([x + v)e-2ß^_2.(tJL2 — v2)e-2f^*|. Durch Vereinigung beider Integrale erhält man nach einigen Um- formungen die endgültige, allgemeine Formel: (II.) R=^_._^^.j_iri_Le-«*cosm^--e-«^(sinm^ — sinSm«-)] •2 |ivT 16 m- ^ a L m J „,. , „ P^cosm^ e ~ß^(ßsinmö'-iJLsin3md') p L m +H'+ -I- ^ sin 4 ra ^ ! ~ 2 m J Wird a = ß = {X und v = 0, so verschwindet der in der großen Klammer stehende Ausdruck identisch; gleichzeitig aber wird der Nenner des davorstehenden Faktors = 0, so daß dann R in der unbestimmten Form — erscheint. Der wirkliche Wert von R für diesen Fall ist schon weiter oben hersiieleitet worden. Diskussion der allgemeinen Lösung. Zur allgemeineren Diskussion der erhaltenen Formel kann man sich zunächst beschränken auf den Fall schwacher Dämpfung, so daß Glieder a von der Größenordnung — gegen 1 zu vernachlässigen sind. Man hat dann den vereinfachten Ausdruck: zu betrachten. Derselbe zerfällt in zwei gleichartige Teile, die ganz analog gebaut sind wie der entsprechende Ausdruck für W. Der eine dieser Teile enthält den Dämpfungsfaktor des Erregers bezw. der unter- suchten Wellen, der andere den des Resonators; beide sind multipliziert mit dem reziproken Wert des betreffenden Dämpfungsfaktors und mit entgegengesetzten Vorzeichen versehen. Die erhaltene Kurve zeigt also auch Maxima und Minima, die der gemeinsamen Schwingungsdauer des Erregers und des Empfängers ent- sprechen. Bezüglich der Dämpfung aber wirken Erreger und Empfänger 56 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. einander entgegen, und zwar überwiegt der Einfluß desjenigen von ihnen, der die schwächere Dämpfung hat. Dies kann aber ebenso gut der Empfänger wie der Erreger sein. Bei Beobachtung mit einem abgestimmten, isochronen Empfänger würde die Eigendämpfung des Erregers aus der Interferenzkurve nur dann zu entnehmen sein, wenn der Empfänger verhältnismäßig stark gedämpft ist. Dann aber hört er überhaupt auf, ein Resonator im guten Sinne des Wortes zu sein. Auch würden dann die der Messung zugänglichen mittleren Energiewerte ziemlich klein ausfallen, da für großes ß die Größen |x und v im Nenner von R große absolute Werte annehmen. Bei der Beobachtung mit dem abgestimmten Empfänger kann aus der Interferenzkurve wohl die Wellenlänge, nicht aber das Dekrement der interferierenden Wellen bestimmt werden. Denn Erreger und Empfänger erscheinen in dieser Kurve als ein System, dessen Schwingungen nicht nach dem Exponentialgesetz abklingen, sondern nach dem Gesetz: _ ge-ß^-ße-^» ''"''''* aß Alles bisher Gesagte gilt auch für stark gedämpfte Erregung. Dabei ist R in der vollständigen Form anzusetzen, und es erscheinen in seinen beiden Teilen noch weitere Abweichungen gegen die für W geltende Formel, indem darin die dritte und vierte Oberschwingung der erregenden. Welle auftreten — letztere sogar ungedämpft. Plan der experimentelien Untersuchung. Als Hauptmittei zur Untersuchung der in Frage stehenden Wellen wurde die Interferenzmethode ausgearbeitet. Sie sollte benutzt werden zu möglichst genauen Angaben über die Wellenlängen und die Dämpfung der vom Kondensatorfunken ausgehenden Schallwellen und über die Gesetz- mäßigkeiten, nach denen diese von den Konstanten des elektrischen Systems abhängen. Apparate und Versuchsanordnungen. Zunächst folgt eine Beschreibung der wesentlichen Teile des Apparates^ wie er nach mancherlei Veränderungen zur Ausführung der Versuche ge- dient hat. (Fig. 1.) 1. Meßapparat. Zum Nachweis und zur Messung der Intensität der Schallwellen diente ein Lebedewscher Schalldruckapparat D. Dieser be-^ steht in einer hochempfindlichen Drehwage, deren Ausschläge mit Fernrohr und Spiegelskala abgelesen werden. Der eine Arm des an einem Quarz- faden hängenden Wagebalkens trägt ein kleines rechteckiges Glimmer- blättchen, auf das die zu messenden Wellen durch eine entsprechende Öffnung im Gehäuse gelangen. Der Glimmerflügel reflektiert dieselben, er befindet sich also im Knoten einer stehenden Welle. Infolge des dort II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 57 herrschenden Überdruckes weicht er zurück, bis die Torsion des Fadens diesem das Gleichgewicht hält. Der Überdruck, also auch der gemessene Ausschlag, ist prop. der Intensität der auffallenden Welle. Fig. 1. Als Wagebalken wurde gewählt ein etwa 4 cm langes Stück fein aus- gezogenes Glasrohr, das so dünn war, daß es eben noch sein eigenes und 58 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. das Gewicht des Glimmerflügels tragen konnte; es wurde direkt an die Rückseite des Spiegels angekittet. Der GlimmerfUigel hatte eine Größe von 4X12 mm; als Gegengewicht diente ein Tröpfchen Kitt. Zur Befestigung des Quarzfadens wurde an den Spiegel ein kurzes Stück ganz dünnen, an den Enden flach gehämmerten Aluminiumdrahtes angekittet. Durch kleine Verbiegungen desselben kann man dann leicht das ganze System zentrisch aushängen und den Spiegel in vertikale Stellung bringen. Das Ganze wiegt ohne Spiegel nur 16 mgr, der Spiegel von ca. 10 mm Durchmesser 45 mgr; die zu drehende Masse ist also zum größten Teil nahe an der Drehachse angeordnet. Der Quarzfaden von etwa 12 cm Länge wurde möglichst fein ausge- wählt. Damit gibt man freilich eine gewisse Bequemlichkeit der Beobachtung auf", denn wenn auch die Massenverteilung des Systems eine ziemlich kurze .Schwingungsdauer zur Folge haben müßte, so ist doch der Luftwiderstand des senkrecht zur Bewegungsrichtung stehenden Glimmerflügels so be- deutend, daß bei kleiner Direktionskraft die Bewegung des Zeigers sehr langsam und fast stets aperiodisch erfolgt. Dieser Mangel liegt aber in der Natur des Apparates begründet und wird sich wohl nie umgehen lassen, sobald eine größere Empfmdlichkeit angestrebt wird. Um den Apparat auch am Tage benutzen zu können, war es not- wendig, ihn sehr sorgfältig in eine Juliussche Aufhängung einzubauen, da das Gehänge infolge unvermeidlicher Erschütterungen z. T. recht beträcht- liche Pendelschwingungen machte (Resonanz!). Weiteren Störungen war die Ruhelage des Zeigers ausgesetzt durch seine bedeutende Empfindlichkeit gegen Luftströmungen und Temperatur- unterschiede zwischen der Luft im Gehäuse und im Außenraum. Luft- strömungen konnten in hohem Grade unschädlich gemacht werden durch Verschließen der Schallöffnung mit ganz feinfädigem Seidengewebe; das- selbe ist für Schallwellen so durchlässig, daß die Ausschläge dadurch nur um etwa 10% verkleinert werden. Zum Schutze gegen Temperatur- schwankungen wurde auf die kreisförmige Grundplatte der Juliusschen Aufhängung ein Pappzylinder fest übergreifend aufgesetzt und dessen Innen- raum dicht mit Watte ausgefüllt bis auf die zum Einlaß der Strahlen und zur Ablesung notwendigen Ausschnitte. Die Wärmestrahlung der Skalenbeleuchtung wurde durch eine vorge- stellte dicke Glasplatte abgeschwächt; wegen der Größe und Güte der Spiegels konnte bei Tage auch ohne künstliche Beleuchtung der Skala be- obachtet werden. Während der Messungen wurde auch ein längerer Auf- enthalt des Beobachters in der Nähe des Apparates tunlichst vermieden. Durch diese Maßnahmen konnte die lästige Pendelschwankung völlig beseitigt und die Nullage des Zeigers soweit konstant gemacht werden, daß sie bei etwa 2 m Skalenabstand auf 0,2 Skt. angegeben werden konnte II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 59 und sich auch während längerer Messungsreihen (1 bis 2 Stunden) nur um 2 bis 6 Skt. verschob. Für die Beobachtungen erwies es sich als unzweckmäßig, die endgültige Einstellung des Zeigers abzuwarten. Eine Notierung der Ausschläge nach bestimmten Zeiten ergab jedoch, daß dieselben nicht proportional den end- gültigen Werten sondern bei großer Intensität zu groß ausfielen. Des- wegen wurden nicht nur die Ausschläge nach einem Impuls von bestimmter Dauer, sondern auch die darauf während einer bestimmten Zeit erfolgen- den Rückschläge beobachtet. Zur Erziel ung großer Ausschläge wurde meistens mit Impulsen von 30 Sek. gearbeitet; die Ablesungen wiederholen sich dann in regelmäßigen Intervallen von 2 Min. Die Zwischenzeit ist bequem ausreichend für alle sonst erforderlichen Einstellungen und Ablesungen am Apparat. 2. Spiegel. Von den Hohlspiegeln, die die Energieübertragung ver- mittelten, war der erste S, auf dem Spektrometerarm angebracht, der gleichzeitig die Funkenstrecke trug; der zweite Sg zum Druckapparat ge- hörende war schräg hinter diesem fest aufgestellt. Der Durchmesser der Spiegelflächen betrug 8 cm; ihr Krümmungsradius war im Interesse einer möglichst vollkommenen Abbildung zu 60 cm bestimmt worden. Ihre Vorderflächen waren zum Zweck der optischen Justierung versilbert. Die Anordnung des Strahlenganges wurde stets so gewählt, daß die Ebenen der beiden Spiegel einander parallel orientiert waren. Zur Justierung diente ein Kreisdiafragma vom Durchmesser der Spiegelflächen, das auf dem Spektrometertisch in der Verlängerung der Achse fest aufgestellt wurde. Die Mitte dieses Diafragmas, die Mitten der Hohlspiegel, die Funken- strecke und der Glimmerflügel des Druckapparates wurden in eine horizontale Ebene gebracht, deren Lage dann immer leicht zu kontrollieren ist. Dann wurden durch den ersten Spiegel die Funkenstrecke, durch den zweiten der Glimmerflügel auf die Ränder des Kreisdiafragmas abgebildet, und dieses schließlich ersetzt durch die zu verwendenden Diafragmen, Gitter oder reflektierenden Wände. Die Justierung ist auch gut zu kontrollieren an dem Bild des Funkens, das auf dem Glimmerflügel erscheint. Die Ab- messungen des Strahlenganges sind aus der Zeichnung Fig. 1 zu ent- nehmen. 3. Schwingungskreis. Der elektrische Teil des Apparates, der zur Erzeugung der Wellen dient, besteht in einem einfachen Schwingungskreis mit Selbstinduktion L. -und Kapazität C, der durch einen Induktor J. an- geregt wird. Als Kondensatoren standen mir zur Verfügung mehrere Leydener Flaschen, ferner ein mit flüssigen Dielektricis (Petroleum, Rizinusöl) zu füllender Eintauchkondensator und ein Luftkondensator. Von den Leydener Flaschen erwiesen sich im Lauf der Versuche als wesentlich einwandfrei zwei große Flaschen von 2.0 bezw. 2.1 • 10 "'M. F., 60 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. die bei der überwiegenden Anzahl der Versuche und Messungen gedient haben. Sie wurden teils einzeln, teils in Parallelschaltung verwendet; im letzteren Falle wurde natürlich für hinreichende Entfernung beider Flaschen sowie für möglichste Symmetrie der Aufstellung und Zuleitungen Sorge getragen. Der Eintauchkondensator ergab mit Petroleumfüllung eine für die meisten Versuche zu kleine Kapazität. Mit Rizinusöl als Füllung aber zeigte er ähnliche Anomalien wie die meisten Leydener Flaschen. Die damit erhaltenen Schwingungen sind wohl hinreichend intensiv, fallen aber in ihrem ganzen Verhalten aus den sonst geltenden Gesetzen heraus. Der Luftkondensator, ein Drehplatten-Kondensator der Ges. f. drahtlose Telegraphie, erwies sich als sehr zuverlässig. Doch war seine Verwend- barkeit dadurch wesentlich beschränkt, daß er wegen des geringen Plalten- abstandes von 0.5 mm nur niedrige Funkenpotentiale aushielt. Er konnte nur bei den kleinsten Funkenlängen verwendet werden und auch da nur mit Vorsicht, da das Funkenpotential durch die unvermeidliche Abnutzung meistens zunimmt. Die Selbstinduktionsspulen wurden hergestellt durch Bewickeln von Porzellanzylindern mit spiraliger Riffelung, wie sie für technische Wider- stände in den Handel gebracht werden. Das benutzte Format hatte 6 cm Durchmesser und trug auf 14 cm Mantellänge etwa 100 Windungen Kupferdraht von 0.5 mm Stärke. Eine solche Spule, die in der Herstellung und in den Dimensionen recht bequem ist, hat bei einem Widerstand von 1.75 ^ einen Selbstinduktionskoeffizienten von 0.34 • 10 cm. Es standen mir im ganzen vier solcher Spulen zur Verfügung außer einer Normalen von 10 cm, die zur Eichung diente und auch mit in den Schwingungs- kreis eingeschaltet wurde. Das ganze System ermöglichte also eine Variation der Selbstinduktion von 0.34 bis 2.35 «10 cm in 6 gleichen Abstufungen. Später wurden noch zwei Spulen mit Konstantanbewickelung hergestellt, die bei derselben Selbstinduktion einen Widerstand von je 50 ß hatten. Der Selbsinduktionskoeffizient des ganzen Kreises wurde nicht aus dem der Spulen berechnet, sondern für die verschiedenen Anordnungen direkt bestimmt. Dazu wurde, bei kurz geschlossenem Kondensator, das ganze Leitersystem, wie es an der Funkenstrecke liegt, an die Meßvorrichtung angeschlossen, und die Selbstinduktion nach der Telephonmethode durch Vergleich mit einer Normalen gemessen. Zur Vermeidung von Kontakt- und Isolationsfehlern wurde auch der Ohmsche Widerstand des Systems mehrfach kontrolliert. 4. Induktorium. Zur Anregung des Schwingungskreises diente ein Induktorium, das eine möglichst konstante Energiequelle für hochgespannte Elektrizität sein soll. Das ist aber in praxi nur gut zu realisieren bei II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 61 geringer Stromstärke im Primärkreis. Vor allem aus diesem Grunde habe ich mich nach langen Versuchen dazu entschlossen, mit kleinen Energie- mengen zu arbeiten und dafür lieber die Empfindlichkeit und Ablese- genauigkeit des Druckapparates entsprechend zu steigern. Dadurch werden die Beobachtungen wohl etwas umständlicher, die Ergebnisse aber wesentlich genauer. Freilich bedarf es auch bei kleiner Stromstärke einiger Mühe, den Induktor zu einer hinreichend konstanten Energiequelle zu machen, besonders in der Einrichtung des Unterbrechers. Als solcher diente ein gewöhnlicher Wagnerscher Hammer mit Platinkontakt, der nach Versuchen von Herrn Großmann im hiesigen Institut, mit die besten Resultate in bezug auf konstante Unterbrechung liefert. Notwendig für glattes Ansprechen und gleichmäßiges Arbeiten ist die Erfüllung folgender Bedingungen: 1. muß die Entfernung des Ankers vom Magneten so bemessen werden, daß die magnetische Kraft gerade die Federspannung zu überwinden •vermag. 2. müssen die Platinflächen des Federkontakts eben abgeschliffen, poliert und einander parallel so eingestellt sein, daß sie sich gerade nur in der Ruhelage des Ankers berühren. 3. muß zur Verminderung der Unterbrechungsfunken ein Kondensator von großer Kapazität der Kontaktstelle parallel geschaltet werden. Das von mir benutzte Induktorium war ein kleines Modell von 15 cm Länge. Parallel zum Unterbrecher wurde ein Kondensator von 2 M. Farad angelegt, wie sie neuerdings bei Telephonanlagen Verwendung finden und leicht erhältlich sind. Die dann schon recht seltenen Funken haben aber bei andauernder Tätigkeit zur Folge, daß von der einen Kontaktfläche Platin auf die andere überschweißt in der Richtung des Stromes; die Flächen werden dadurch mit der Zeit unregelmäßig, und der Unterbrecher hört auf gleichmäßig zu arbeiten. Um diesem Übelstande abzuhelfen, wurde in den primären Stromkreis ein Kommutator eingeschaltet und zu jedem Ausschlag die Stromrichtung umgekehrt. Bei gleicher Dauer der Ausschläge wird dadurch die Wirkung der Funken unschädlich gemacht; die anfangs blanken Kontaktflächen werden nur matt, halten sich aber sonst sehr gut. Ein so behandelter Unterbrecher arbeitet auch bei starker Benutzung mehrere Wochen lang sehr zuverlässig und gleichmäßig. Zur Kontrolle wurde zeitweilig in Nebenschluß ein empfindliches d'Arsonval-Galvanometer angelegt; die Schwankungen der abgelesenen Ausschläge blieben auch bei langen Messungsreihen unter 1 "/q. Die Sekundärspule des Induktors wurde direkt an die Funkenstrecke angelegt. Die Zuleitungen waren so eingerichtet, daß sie bei jeder Um- kehrung des primären Stromes vertauscht werden konnten; die Aufladung des Schwingungskreises erfolgte daher stets im selben Sinne. 62 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Als primäre Stromquelle dienten in der Regel zwei Akkumulatoren; zuweilen genügte ein einziger. 5. Funkenstrecke. Besondere Sorgfalt erfordert noch die Kon- struktion der Fuiikenstrecke, denn hier findet die Umsetzung der elektrischen in mechanische Energie statt. Die Güte dieser Übertragung — d. h. die Ausnutzung der elektrischen Energie — ist nach Erfahrungen von Altberg wesentlich abhängig vom Material der Elektroden. Altberg hat eine ganze Reihe von Metallen daraufhin untersucht und als bestes zur Schallerregung Messing oder Zink empfohlen. Deswegen habe ich zunächst auch mit Messingelektroden gearbeitet; ich stieß aber bald auf bedeutende Schwierigkeiten, die Intensität der so erzeugten Wellen konstant zu halten, trotz der Güte des Induktors. Frisch geputzte Messingelektroden geben zwar eine erstaunlich intensive Schall- erregung, aber die Freude währt nicht lange. Das Zink verbrennt einfach im Funken und schlägt sich als weißes Oxyd auf allen festen Körpern in der Nähe nieder. Das zurückbleibende Kupfer oxydiert auch ungemein rasch und bildet auf den Elektroden blasige Erhöhungen, die bei kleinen Funken- strecken leicht zu Lichtbogenbildung und Kurzschluß führen. Um dies zu verhindern, habe ich die Funkenstrecke mit Kühlvor- richtung versehen und dazu in einfachster Weise folgendermaßen konstruiert: Auf die Enden der Führungsstifte, die in konzentrischen, isolierten Messing- hülsen laufen, werden kurze, zylindrische Kopfstücke aufgeschraubt. Diese tragen, rechtwinklig aufgelötet, zirka 3' cm lange Stücke dünnwandigen Messingrohres von 4 mm Durchmesser und Yg ^"^ Wandstärke. Auf die etwas zurückgebogenen Rohrenden wird passender Gummischlauch ge- schoben, der zur Zu- und Ableitung des Kühlwassers dient. Diese T-förmigen Elektroden werden unter zirka 60 '^ gekreuzt; der Funke gelit dann nur in einen kleinen Bezirk ihrer Oberfläche über, der in der Richtung der Achse liegt. Diese Anordnung bedeutete wohl einen Fortschritt, aber keinen end- gültigen Erfolg, denn immer noch zeigte die Intensität zeitliche Ver- änderungen, die gegen ihren Mittelwert Abweichungen bis zu 25 °/o auf- wiesen. Deshalb habe ich nach einem geeigneteren Elektrodenmetall gesucht und ein solches auch bald gefunden. Im Interesse einer möglichst wirksamen Kühlung erschien es naheliegend, Silber zu verwenden, was Fig. 2. II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 63^ von Altberg nicht versucht worden ist. Dieses Metall besitzt außer der maximalen Wärmeleitfähigkeit noch andere Eigenschaften, die es hier besonders geeignet erscheinen lassen: es schmilzt ziemlich schwer und zeigt eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Oxydation. — Die Elektroden Avurden in derselben Form beibehalten, nur wurden die Stirnflächen in Richtung der Achse durchbohrt und die entstehenden Öffnungen von 3 mm Durchmesser mit dünnem Silberblech — sehr hart gewalztes Blech (800 Feingehalt) von 0.25 mm Dicke — verlötet. Die Versuche mit den so abgeänderten Elektroden ergaben sehr günstige Resultate. Die Intensität ist bei frisch geputzten Elektroden- flächen zwar nicht so groß als bei Verwendung von Messing; sie zeigt aber dann eine sehr befriedigende Konstanz. Die Haltbarkeit der Elektroden ist eine bedeutende, da die bei Silber sonst sehr lästige Zerstäubung infolge der kleinen Funkenpotentiale und der intensiven Kühlung sehr gering ist. Zur Kühlung diente Leitungswasser, das den Elektroden durch ge- trennte Heberleitungen (Glas) aus einer großen Vorratsflasche zugeführt wurde; dieselbe war zur Regulierung der Ausflußgeschwindigkeit als Mariottesches Gefäß eingerichtet. Die Temperatur des Kühlwassers wurde etwa 2° bis 3° C. unter Zimmertemperatur gehalten. Der Abstand der Elektroden wurde zwischen 0.1 und 0.6 mm variiert. Zur Einstellung diente ein Satz dünner Blechstreifen, deren Dicke in Ab- stufungen von 0.1 mm die gewünschten Abstände mit hinreichender Genauigkeit ergab. 6. Interferenzspiegel. Der von mir benutzte Interferenzspiegel wurde nach eingehenden Modellversuchen vom Mechaniker des Instituts konstruiert. Die wichtigsten Gesichtspunkte, die dabei maßgebend waren,, sind folgende: 1. dem beweglichen Spiegel eine sichere Führung zu geben, so daß er in jeder Einstellung zu seiner Nullstellung möglichst parallel bleibt^ 2. diese Einstellungen hinreichend genau ablesbar zu machen; 3. den feststehenden Spiegel derart anzuordnen, daß er in der Null- stellung mit dem beweglichen in eine Ebene gebracht werden kann. Entsprechend der Energieverteilung im Strahlenbündel sind die beiden Spiegel als Quadrate von 4 cm Seitenlänge gearbeitet und an einem soliden, gegossenen Rahmen übereinander angeordnet. Als Führung für den oberen beweglichen Spiegel dient ein fest in seine hintere Fläche eingelassener Stahlzylinder von 0.6 cm Durchmesser und 9.0 cm Länge. Derselbe läuft in einer sehr genau gebohrten Messinghülse von 7 cm Länge, so daß für die Verschiebung ein Spielraum von nahezu 2 cm zur Ver- fügung steht. Die Verschiebung wird betätigt durch eine gute Stahlschraube von 1 mm Ganghöhe; die Trommel ist in 100 Teile geteilt, gestattet also hinreichend genaue Einstellungen und Ablesungen. Da aber auch die beste ^4 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Schraube seitliche Ausweichungen macht, die Neigungen ihrer Achse zur Folge haben, ist die Schraube nicht fest mit der Führungsstange verbunden. Vielmehr trägt diese an ihrem hinteren Ende ein eben abgeschliffenes Kopfstück, das durch eine übergeschobene Spiralfeder mit mäßigem Druck gegen das gerundete Ende der Schraube gepreßt wird. Dadurch überträgt diese nur ihre achsiale Fortbewegung auf die Führungsstange, die sich dann ohne Zwang in der Richtung der Buchse verschiebt. Der feststehende Spiegel wird gehalten durch drei eingenietete Stahlzapfen. Diese tragen ebenfalls übergeschobene Spiralfedern, werden dann durch entsprechende Bohrungen in der Stirnfläche des Rahmens geführt und von hinten mit Schraubenmuttern angezogen. So kann inner- halb kleiner Grenzen die Ebene des Spiegels in jede beliebige Lage und Richtung eingestellt werden. Die Spiegelflächen sind aus Messing gefertigt, eben abgeschliffen und auf Hochglanz poliert, so daß sie für das Auge schon ganz gute Spiegel- bilder liefern. Zur Prüfung der Führung wurde an die bewegliche Platte ein guter Glasspiegel gekittet und auf diesen, aus etwa 50 cm Entfernung, ein Fernrohr mit Gaußschem Okular durch Autokollimation senkrecht ein- gestellt. Die bei der Betätigung der Stellschraube auftretenden Neigungen erwiesen sich als sehr gering; denn die scheinbaren Verschiebungen des Fadenkreuzes gegen sein Spiegelbild betrugen höchstens 1 mm. Die Ganghöhe der Stellschraube wurde auf einer Teilmaschine mit dem Normalmeter verglichen; als mittlerer Wert ergab sich 1.001 mm mit einem möglichen Fehler von 0.002. Die Nulllage des beweglichen Spiegels wurde in der Mitte des ver- fügbaren Spielraumes festgelegt und der feststehende Spiegel auf Koinzidenz mit der Ebene des beweglichen eingestellt mit Hilfe einer geraden Metall- schiene. Jede Unebenheit der zu prüfenden Fläche macht sich dadurch bemerkbar, daß zwischen dieser und der darüber gelegten Schiene an der betreffenden Stelle ein heller Lichtstreifen erscheint. Dieses Kriterium ist sehr empfindlich und ermöglicht es, Fehler unter O.Ol mm noch mit Sicherheit zu erkennen. Der so justierte Spiegel wurde dann auf dem horizontalen Spektro- metertisch so aufgestellt, daß die Mittellinie seiner Nullebene in die Ver- längerung der Spektrometerachse fiel. Die Einstellung senkrecht zum Strahlengang wurde durch Autokollimation des Funkens, die Reflexions- stellung durch Aufnahme der Intensitätsverteilung bei verschiedenen Neigungswinkeln ermittelt; die Differenz der zugehörigen Winkelablesungen ergab die Größe des Einfallswinkels zu 11° 6'. Die rein geometrische Justierung erwies sich auch hier als sehr zuverlässig. Wurden nämlich die beiden Spiegelhälften abwechselnd ab- geblendet, so ergaben die Ausschläge innerhalb der Fehlergrenzen überein- II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 65 stimmende Werte. Ein weiterer Beweis für die Güte der ganzen Anordnung ist darin zu sehen, daß Differenzen von 0.02 mm in der Spiegeleinsteliung noch eindeutig durch Intensitätsunterschiede zu erkennen sind, so daß z. B. die Nullstellung noch innerhalb 0.04 mm angegeben werden kann. Bei allen Einstellungen des Spiegels wurde stets darauf geachtet, daß die Endlage durch Drehung der Stellschraube in ein und demselben Sinne, und zwar stets entgegen der Federkraft, erreicht wurde. Zur Berechnung des Gangunterschiedes, den eine bestimmte Ver- schiebung a des Spiegels den beiden Hälften des Strahlenbündels erteilt, muß berücksichtigt werden, daß die Strahlen nicht senkrecht auf den Interferenzspiegel treffen. Eine einfache geometrische Überlegung zeigt, daß der Gangunterschied s in einem unter dem Winkel i einfallenden Strahlenbündel bestimmt ist durch: s = 2a • cos i. Daraus folgt für das Maximum m ter Ordnung: s = m • X = 2 am • cos i ; und : X = Vm * 2 a^ • cos i. Hier ist -^ i = 11" 6' und cos i = 0.98; man erhält also den Gang- unterschied aus der verdoppelten Spiegelverschiebung durch eine Korrektur von — 2 7o. Versuche und Versuchsergebnisse. Bei allen vorliegenden Beobachtungen handelt es sich um vergleichende Messung der Intensitätswerte, die bei verschiedenen Anordnungen des Apparates — bezw. Einstellungen des Interferenzspiegels — resultieren, wenn die auf den Apparat entsandte Energie zeitlich konstant ist. Da diese Forderung aber nicht mit der wünschenswerten Annäherung erfüllt werden kann, ist es notwendig, die zeitliche Veränderung der auffallenden Energie durch hinreichend zahlreiche Beobachtungen bei einer und der- selben Einstellung (Nullstellung) zu registrieren und dann die beobachteten Werte auf konstante Intensität dieser Nullstellung umzurechnen. Bei den vorliegenden Messungen wurden diese Kontrollbeobachtungen stets ausgeführt, indem nach je 5 Ablesungen für verschiedene Einstellungen die Intensität bei einer bestimmten Nullstellung (J^) gemessen wurde; als solche wurde stets die Stelle maximaler Intensität gewählt, um eine möglichst empfindliche Kontrolle zu haben. Aus den Kontrollwerten wurden die Werte der Maximalintensität für die dazwischenliegenden Zeitpunkte mit Benutzung der graphischen Darstellung interpoliert, und die zu diesen Zeiten gemessenen Intensitätswerte in Prozenten der Maximalintensitat ausgerechnet. Für jeden einzelnen Wert wurden dabei zwei Ausschläge abgelesen; dies war schon deswegen notwendig, weil beim Kommutieren im Primär- kreis zuweilen Unterschiede in der Energie des Induktors auftreten. 1911. 5 G6 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Da die Fehler der einzelnen Ablesung etwa 0.5 % betragen, so wird den reduzierten Werten eine Genauigkeit bis auf 1 % im Durchschnitt zuzuschreiben sein. Diese Fehlergrenze entspricht auch der Genauigkeit, mit der bei Zeitablesungen die Dauer des Ausschlags bestimmt werden kann. Allgemeines über die beobachteten Interferenzkurven. Zur Aufnahme der gesamten Energieverteilung in einer Interferenz- kurve wurde in der Regel der bewegliche Spiegel um je 0.2 mm verschoben und die zugehörige Intensität gemessen. Die so erhaltenen Werte wurden dann in der oben angegebenen Weise auf Prozente der maximalen Intensität umgerechnet. In den Figuren 3 bis 5 sind einige von diesen Messungs- reihen graphisch dargestellt. Dabei sind in Figur 4 und 5 die aus- gezogenen Kurven nur durch die beobachteten Punkte gelegt; die Kurve in Figur 3 dagegen entspricht der von der Theorie geforderten Gestalt der Interferenzkurve, während die beobachteten Werte nur als diskrete Punkte eingetragen sind. Fi-. 3. Die Kurve ist berechnet nach der Formel: A . (1 + e - '^ * cos n ^) für S = 0.155, bezw. - = 0.0248 und A= 33.3. Damit ihre Mittellinie n mit derjenigen der beobachteten Punkte möglichst zusammenfällt, ist sie in Vertikaler Richtung um den konstanten Betrag von 33.3 gehoben. Sie entspricht also — bezogen auf die Nullachse der Intensität — der Formel: A . (2 + e — kS- cos n %'). Die beobachteten Punkte schließen sich im allgemeinen eng an diese Kurve an. Nur im Anfang sind die gemessenen Maxima etwas zu niedrig, II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 67 während gegen das Ende hin die gemessenen Maxima und Minima nach beiden Seiten hin über die Kurve hinausgehen. Derartige Abweichungen wurden ziemlich häufig und z. T. in weit größerem Maße beobachtet. Es konnte jedoch erwiesen werden, daß sie von Zufälligkeiten in der An- ordnung des Schwingungskreises abhängen und nicht wesentlich zur Gestalt der Interferenzkurven gehören. Im vorliegenden Falle liegen sie übrigens nicht sehr weit außerhalb der Fehlergrenzen. a. d. Fig. 4. Die berechnete Kurve leistet also eine gute Darstellung der gesamten Messungsreihe, die sich über den ganzen verfügbaren Spielraum des Inter- ferenzspiegels erstreckt und bis in die 7te Ordnung reicht. 5* 68 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur, Über die besonderen Eigentümlichkeiten der in Figur 4 und 5 dar- gestellten Interferenzkurven soll weiter unten ausführlich gehandelt werden. Zunächst ist das Wesentliche in der allgemeinen Gestalt der Kurven zu besprechen. Dieselben müssen nach der Berechnung eine doppelte Symmetrie -aufweisen: in bezug auf eine horizontale und eine vertikale Achse. Letztere ist natürlich die Nullstellung des Spiegels, da die zeitliche Verschiebung %• der interferierenden Wellenzüge als rein arithmetische Größe ohne Vor- zeichen eingeführt worden ist. Diese Symmetrie bestätigte sich voll- kommen in der Nähe der Nullstellung; die äußersten Interferenzmaxima, / "\ /^ 1 \ \4- f \ A / i/ 1 1 L ^ M — — Fis. 5. die zu beiden Seiten noch gemessen werden konnten, zeigten eben angeb- bare Unterschiede, die durch eine geringe Abnahme der Intensität mit der Entfernung vom Kollimatorspiegel (eventuell räumliche Dämpfung) zu er- klären sind. Zur Prüfung der horizontalen Symmetrie wurden aus den Höhen benachbarter Maxima und Minima Mittelwerte gebildet und diese mit den Werten der gegenüberliegenden Minima bezw. Maxima zu Mittelwerten ver- einigt. Die so erhaltenen Zahlen weisen in der Tat eine bedeutende Konstanz auf; die ihnen in den Figuren entsprechenden Punkte lassen sich also mit großer Annäherung darstellen durch eine gerade Linie, die genau horizontal läuft. IL Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 69 J. red. Hilfs- werte Mittel- linie Fehler 100.0 38.0 97.2 67.6 — 2.4 94.4 45.6 70.0 0.0 53.2 91.6 72.4 + 2.4 88.8 53.8 71.3 + 1.3 54.4 85.8 70.1 + 0.1 82.8 56.6 69.7 — 0.3 58.8 79.6 69.2 — 0.8 76.5 61.4 69.0 — 1.0 64.0 75.6 69.8 — 0.2 74.8 65.2 70.0 0.0 66.3 73.0 69.7 — 0.3 71.3 68.0 69.7 — 0.3 69.7 71.9 70.8 + 0.8 72.6 70.0 zb 1.15 J. red. Hilfs- werte Mittel- linie Fehler 100.0 39.6 95.8 67.7 + 0.1 91.7 43.0 67.3 — 0.3 46.4 91.7 69.0 + 1.4 91.7 45.9 68.8 + 1.2 45.4 88.6 67.0 — 0.6 85.6 48.5 67.1 — 0.5 51.6 84.1 67.8 + 0.2 82.6 51.4 67.0 — 0.6 51.2 83.9 67.6 0.0 83.2 51.6 67.4 — 0.2 51.9 82.4 67.2 — 0.4 81.6 52.8 67.2 — 0.4 53.7 81.4 67.6 0.0 81.2 67.6 ±0.64 J. red. Hilfs- werte Mittel- linie Fehler 100.0 34.7 95.2 65.0 — 0.3 90.4 37.3 63.9 — 1.4 39.8 90.0 64.9 -0.4 89.7 40.7 65.2 — 0.1 41.6 89.6 65.6 + 0.3 89.6 43.4 66.5 + 1.2 45.2 87.1 66.2 + 0.9 84.6 46.0 65.3 0.0 46.7 83.1 64.9 — 0.4 81.6 48.2 64.9 — 0.4 49.7 81.5 65.6 + 0.3 S1.4 65.3 + 0.7 Einzelwerte Fehler 66.1 — 0.5 67.6 + 1.0 70.0 + 3.4 70.0 + 3.4 67.5 + 0.9 67.6 + 1.0 65.3 — 1.3 65.9 — 0.7 65.9 — 0.7 65.4 — 1.2 66.3 — 0.3 65.3 — 1.3 66.4 — 0.2 64.0 — 2.6 65.0 — 1.6 66.6 1.7 Die vorstehenden Tabellen geben zunächst die Resultate von drei verschiedenen Messungsreihen und ' die daraus berechneten Werte für die 70 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. horizontale Mittellinie wieder; in der letzten sind deren Werte aus 15 nacheinander aufgenommenen Interferenzkurven zusammengestellt und mit ihrem Mittelwert verglichen. Die unten angegebenen Fehlergrenzen ent- sprechen der mittleren Abweichung eines Einzelwertes gegen das Mittel. Die möglichen Fehler des Mittelwertes sind stets kleiner als ein Drittel der angegebenen Beträge; sie liegen also für die drei Einzelbeobachtungen unter 0.5 "/q, für das Gesamtmittel bei 0.7 %• Diese Konstanz der Mittellinie zeigt deutlich, wie zuverlässig die bei dem angewandten Verfahren erhaltenen Werte sind, und in welchem Grade die Proportionalität zwischen den Ausschlägen und den entsprechenden Intensitätswerten erfüllt ist; sie beweist ferner, daß die Intensität des Feldes innerhalb des Bereichs der Spiegelverschiebung sehr geringen Ver- änderungen unterworfen ist. Interessant ist auch die Lage dieser Mittellinie. Der durchschnittliche Wert 66.6 aus der letzten Tabelle entspricht genau der in Figur 2 mit- geteilten Beobachtung, die also auch hierin typisch zu nennen ist. Das besagt aber, daß im Durchschnitt alle beobachteten Interferenzkurven — wie die in Figur 3 — darzustellen sind durch die Formel: A (2 + e — '^ * cos n ^). Der Unterschied zwischen dieser und der berechneten Formel besteht darin, daß eine konstante Energie vom Betrage A hinzukommt. Außer der den Schwingungen innewohnenden Energie, die oszillatorischer Natur, also auch interferenzfähig ist, wird demnach vom Funken noch Energie ausgestrahlt, die unabhängig vom Gangunterschied des Interferenzspiegels — folglich nicht oszillatorischer Natur ist. Man wird sich daher vorstellen müssen, daß sie knallähnlichen Lufterschütterungen entspricht, die auch vom Druck- apparat gemessen werden. Sehr merkwürdig ist das einfache rationale Verhältnis dieser Energie zu der der Schwingungen, auf das die Versuchs- ergebnisse offenbar hindeuten. Jedenfalls aber ändert das nichts an der Tatsache, daß die Interferenz- kurven Bilder der interferierenden Wellen sind. Bestimmung der Wellenlängen aus den Interferenzkurven. Zur Bestimmung der Wellenlängen wurden in der Regel die Maxima 5ter Ordnung zu beiden Seiten von der Nullstellung des Interferenzspiegels ausgemessen. Der Abstand dieser Maxima — wegen der schiefen Inzidenz mit einer Korrektur von — 2 % — ergibt, durch 5 dividiert, die Länge der untersuchten Welle. Da der Abstand bis auf 0.05 mm angegeben werden kann, so ist die Bestimmung der Wellenlängen genau bis auf O.Ol mm. Das entspricht in dem durchgemessenen Bereich einem mittleren Fehler von 0.3 bis 0.5%. IL Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 71 Da die Periode der Schallwellen gleich sein soll der halben Schwingungs- dauer des elektrischen Systems, so muß sich ihre Wellenlänge entsprechend der Thomson sehen Formel berechnen lassen nach der Gleichung: X = u . V . KiTTc, worin L und C die Selbstinduktion bezw. die Kapazität des Schwingungs- kreises und V die Schallgeschwindigkeit in Luft bezeichnet. Folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die erhaltenen Resultate. Sie enthält in den einzelnen Kolumnen der Reihe nach: die einzeln ge- messenen Werte von C und L, die Temperatur der Luft bei der Beob- achtung t", die aus diesen Daten berechneten und die aus den Interferenz- kurven bestimmten Wellenlängen, schließlich die Quotienten dieser Werte. Für die Schallgeschwindigkeit wurde der allgemeine Wert: v=331 . Vi +0.004 • t" eingesetzt, der nach den Untersuchungen von E. Dieckmann auch für diese kurzen Schallwellen gilt. (Ann. d. Phys. 27. 1066. 1908.) c L t» >^b ^m "^mp^h 2,0 2.02 20''.0 2.17 2.18 1.004 2.0 2.35 22Ö.0 2.35 2.38 1.01 4.1 1.34 200.0 2.53 2.53 1.00 4.1 1.68 200.0 2.84 2.87 1.01 4.1 2.02 200.0 3.11 3.14 1.01 4.1 2.35 180.0 3.34 3.32 0.993 4.1 2.68 180.0 3.565 3.59 1.01 10-3 M.F. 106 cm mm mm Man sieht, daß die gemessenen Werte mit den berechneten recht gut übereinstimmen, so daß man die Resultate als Bestätigung der Thomson- schen Formel auffassen kann. Im Durchschnitt fallen die gemessenen Werte ein wenig größer aus als die berechneten; diese Tatsache läßt sich jedoch sehr einfach durch die Dämpfung der Wellen erklären. Denn die Lösung der Diff. Gl. der Kondensatorentladung ist allgemein zu schreiben: a t worm : 2 L— f \2 lJ L C Dabei haben L und C dieselbe Bedeutung wie oben, w ist der Ohmsche Widerstand des Schwingungskreises. Setzt man nun: w 2 L = k 72 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. und 1 Vl . c als die der Thomson sehen Formel entsprechende Frequenz, so kommt: a = — kiti . KV"— k2 und: Die tatsächliche Frequenz des Systems ist also: J = e-kt.e±i-*'"o2-k2 n = Kno^-k^ = n, .I/^1-(A) d. h. kleiner als der der Thomsonschen Formel entsprechende Wert. Für die Wellenlänge folgt dann analog: d. h. ein Wert, der etwas größer ist als ' Dabei ist annähernd: 1 _ A n^ 2 11 wenn S das nat. log. Dekrement bezeichnet. Bei den in der Tabelle angeführten Messungen dienten als Kondensatoren nur die beiden großen Leydener Flaschen. Wurden dagegen andere Kon- densatoren eingeschaltet, so ergaben sich zuweilen ganz erhebliche Ab- weichungen in den Wellenlängen, die dann stets größer ausfielen, als die berechneten Werte. Besonders groß waren diese Fehler bei Verwendung des Eintauchkondensators mit Rizinusfüllung und einer ganz neuen Leydener Flasche; hier überstieg der gemessene Wert den berechneten um nahezu 60°/q. Da die ganze Anordnung des Schwingungskreises dieselbe war, so konnte die Ursache der Störungen nur in den dielektrischen Eigenschaften (Hysteresis) der benutzten Kondensatoren gesucht werden. Um dies zu prüfen, wurden Kontrollversuche mit dem Luftkondensator ausgeführt, der vermöge seiner Konstruktion als prinzipiell einwandfrei anzusehen ist. Das Ergebnis war auch hier, daß die gemessenen Werte der Wellenlängen um höchstens 1 % größer ausfielen als die berechneten. Das entspricht aber ganz dem Ergebnis der Messungen mit den großen Flaschen, und diese sind somit auch als wesentlich einwandfrei nachgewiesen. Nachdem nun durch Messungen mit zuverlässigen Kondensatoren die Anwendung der Thomsonschen Formel hinreichend gerechtfertigt ist, kann man umgekehrt über die Güte eines anderen Kondensators dadurch ent- scheiden, ob die von ihm erzeugte Wellenlänge mit der berechneten über- IL Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 73 einstimmt. Denn da zur Berechnung die elektrostatisch gemessene Kapazität benutzt wird, so liefert die Bestimmung der Wellenlänge ein Kriterium dafür, ob die Kapazität des Kondensators von der Frequenz des Schwingungs- kreises abhängt oder nicht. Die oben erwähnte neue Flasche zeigte sich übrigens auch später dadurch als unzuverlässig, daß sie bei fortgesetzter Benutzung immer größere Dekremente ergab. — Die Werte, die Altberg für die Wellenlängen erhält, sind stets größer als die berechneten; die Abweichungen gehen bis 9°/q. Dabei müßte man gerade das Gegenteil erwarten, da Altberg seine Zahlen aus Beugungs- beobachtungen entnimmt und Gitter von beschränkter Spaltzahl verwendet. Eine sicherlich mögliche Inkonstanz der Schallgeschwindigkeit in der Nähe der Funkenstrecke kann aber nicht der Grund für eine Verschiebung der Interferenzmaxima sein, denn die interferierenden Strahlen erhalten ihre Gangunterschiede erst hinter dem Gitter. Dagegen sind meines Erachtens die Differenzen viel eher durch geringe Verunreinigungen des benutzten Dielektrikums (Petroleum) zu erklären; jedenfalls würde der stets gleiche Sinn der Abweichungen sehr gut zu dieser Annahme passen. Wellen höherer Frequenzen. In der Tabelle II der Altbergschen Arbeit fällt es auf, daß die letzten Werte durchaus nicht übereinstimmen; berechnet ist 0.8 mm, beobachtet aber 1.5 mm. Diese Angabe ist für mich sehr wertvoll gewesen, denn schon bei den Vorversuchen stieß ich auf ähnliche Verhältnisse. Von einer bestimmten Frequenz an stimmten die gemessenen Wellenlängen nicht mehr mit den berechneten Werten, dagegen sehr genau mit den doppelten Beträgen derselben überein. Diese Erscheinung hat mich lange beschäftigt. Ich habe mit allen möglichen Mitteln versucht, auch bei höheren Frequenzen die einfachen Werte der Wellenlängen zu erhalten — aber vergebens. Die Wahl des Elektrodenmaterials, die Art der Kühlung sowie alle Veränderungen in der Anordnung des Schwingungskreises bewirkten höchstens eine geringe Verschiebung der kritischen Grenze. Alle Wellenlängen unter 2 mm (Schwingungszahl zirka 172 000 pro sec.) erschienen verdoppelt. Der Interferenzapparat gab dann ein gutes Mittel an die Hand, die Erscheinung genau zu studieren. Ich konnte zunächst feststellen, daß kein plötzlicher, sondern ein ganz allmählicher Übergang stattfindet und es gelang mir, diesen in einer ganzen Reihe von Wellenbildern festzuhalten. In der Figur 4 sind einige der diesbezüglichen Beobachtungen dargestellt. Die Kurven sind kurz nacheinander mit ganz ähnlichen Anordnungen aufgenommen; c und d sogar mit demselben Schwingungs- kreis, nur mit veränderter Funkenlänge (von 0.2 mm auf 0.4 mm). 74 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Figur 4 a zeigt bei sonst ganz regelmäßigem Aussehen nur eine kleine, aber deutliche Abschwächung der ungeraden Maxima und Minima. Diese sind in Figur 4b schon erheblich schwächer als die geraden und vermögen höchstens gegen das Ende hin sich noch gut zu behaupten. In Figur 4 c sind sie schon so weit unterdrückt, daß sie nur noch als kleine Zacken zwischen den stehenbleibenden Bergen und Tälern zu erkennen sind, bis schließlich (Figur 4d) der Kampf damit endigt, daß nur noch die geraden Maxima vorhanden, die ungeraden aber in deren breiten Massen ver- schwunden sind. Es bleibt dann also nur eine Welle, die doppelt so groß ist, als die sonst zu erwartende, deren Periode also gleich ist der ganzen Periode des elektrischen Systems. Das gibt aber einen wichtigen Anhaltspunkt für eine mögliche Erklärung der Erscheinung, denn der Sachverhalt entspricht ganz dem Fall, wo ein Schwingungskreis durch einen Gleichstrom angeregt wird und seine Entladungen diesem überlagert, wie z, B. im P oul so n sehen Lichtbogen. Bei der hier benutzten Anordnung ist nun freilich kein stationärer Gleichstrom vorhanden, sondern die Anregung erfolgt durch den Strom- stoß des Induktors. Dieser hält sicher nur sehr kurze Zeit an und seine Stromstärke nimmt wahrscheinlich rasch ab. Trotzdem muß er imstande sein, die beschriebene Erscheinung hervorzurufen, falls seine Dauer nicht kleiner ist als die Periode des Schwingungskreises. Nimmt man z. B. an, daß der Induktionsstoß nur Vsoooo ^^^' andauert, so wird er bei der kritischen Schwingungszahl 172000 mehr als drei ganze Schwingungen überdecken, die gleichgerichteten Entladungsströme verstärken, die ent- gegenkommenden abschwächen und so in der akustischen Welle den geraden Maximis das Übergewicht über die ungeraden geben. Je größer nun die Schwingungszahl ist, desto mehr Schwingungen werden dann in die Dauer des Induktionsstoßes fallen, umsomehr werden auch in der Zeit verlaufen, wo der Stromstoß noch eine sehr erhebliche Stärke hat. Schließlich werden dann die entgegenkommenden Entladungsströme voll- kommen von dem Induktionsstrom unterdrückt und unmerklich gemacht werden. Diese Erklärung der Erscheinung gewinnt noch mehr Wahrscheinlich- keit durch einige Versuche, die mit einer Wellenlänge von 2.08 mm an- gestellt wurden. Die Interferenzkurve zeigte bei 0.2 mm Funkenlänge Ungleichmäßigkeiten in der Art wie Figur 4 a, Wurde die Funkenlänge auf 0.3 mm erhöht, so verschwanden dieselben bis auf eine deutliche Schwächung des ersten Maximums, offenbar weil der Induktionsstrcm rascher aufhörte. Wurde nun die Stromstärke im Primärkreis gesteigert, so erschienen wieder die alten Ungleichheiten, und zwar durch die ganze Interferenzkurve. IL Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 75 Fast alle beobachteten Interferenzkurven zeigen auch bei sonst ganz regelmäßigem Bau eine deutliche Abschwächung des ersten Interferenz- maximums, so daß dieses oft nicht höher erscheint als das zweite. Das ist nach der hier entwickelten Auffassung dahin zu deuten, daß die erste Rückschwingung stets einen Teil ihrer Energie dazu braucht, den letzten Rest des Induktionsstromes zu vernichten. Dafür spricht auch die Tat- sache^ daß das erste Maximum nur ungeschwächt erscheint bei den größten beobachteten Wellen und den größten verwendbaren Funkenlängen. Es liegt auf der Hand, daß die oben erwähnte Beobachtung von Alt- berg hierher gehört. Daß Altberg die Verdoppelung erst an kürzeren Wellenlängen beobachtete, würde zu dem Schluß führen, daß der von ihm benutzte Wehneltunterbrecher schärfer unterbricht und kürzere In- duktionsströme liefert als der von mir verwendete Wagnersche Hammer. Das ist aber auch durchaus wahrscheinlich.' Das Abklingen der Wellen. Bestimmung des logarithmischen Dekrements. Zur Untersuchung der Dämpfung wurden nicht die ganzen Interferenz- kurven durchgemessen, weil dies recht umständlich ist und doch die maß- gebenden Umkehrpunkte nicht mit hinreichender Genauigkeit ergibt. Es wurde vielmehr für jede Anordnung des Schwingungskreises die Wellen- länge in der oben beschriebenen Weise ermittelt, und dann die „Ab- klingungskurve'' dadurch aufgenommen, daß der Interferenzspiegel auf die den Umkehrpunkten entsprechenden Gangunterschiede eingestellt wurde. Die so erhaltenen Punkte stellen zwei zur horizontalen Mittellinie symmetrische Kurven dar, die nach der Theorie Exponentialkurven sein sollen. Ihre Ordinaten — gemessen von der Mittellinie aus — müßten dann in geometrischer Progression abnehmen. Die Dämpfung wird dann gemessen durch das Verhältnis der Ordinaten benachbarter Maxima und Minima; das Dekrement ist der natürliche Logarithmus dieses Quotienten. Eine einfache Betrachtung zeigt, daß auch die Höhenunterschiede der auf- einander folgenden Maxima und Minima in geometrischer Progression ab- nehmen müssen. Bezeichnet man diese, beginnend mit dem Maximum ter Ordnung, durch: d^, d,, dg . . . du, so ist: Die do, ... du können nun direkt aus den beobachteten Werten als Differenzen entnommen werden. Man erhält so aus jedem Umkehrpunkt mit Ausnahme des letzten einen Wert für 6, der dem Abklingen der Wellen bis zu diesem betreffenden Punkt entspricht. Soll das Exponentialgesetz für die untersuchten Wellen gültig sein, so müssen diese Einzelwerte innerhalb der für sie anzunehmenden Fehlergrenzen konstant sein. 76 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Die Prüfung dieser Gesetzmäßigkeit an dem vorliegenden Beobachtungs- material stieß aber auf einige Schwierigkeiten. Die Kurven der Minima zeigen zwar im allgemeinen große Ähnlichkeit mit einer Exponentialkurve; dagegen sind die Kurven der Maxima zum Teil mit höchst merkwürdigen Abnormitäten behaftet. Ein Blick auf die in Figur 6 mitgeteilten Beobachtungen wird das besser verdeutlichen als alle Erklärungen ; die Ähnlichkeit mit Schwebungen ist überraschend. Als Ursache der Erscheinung können nach allen meinen Erfahrungen nur sekundäre Koppelungsvorgänge im Schwingungskreis an- genommen werden. Denn ein einfacher Kunstgriff bringt meistens die Störungen zum Verschwinden. Steckt man auf gut Glück eine der Selbst- induktionsspulen aus dem einen in den andern Zweig des Schwingungs- kreises (zwischen Kondensator und Funkenstrecke) so wird die Kurve der Maxima auch glatter und zeigt in der Regel nur noch Andeutungen der früheren Unregelmäßigkeiten. In jeder der Figuren 6 sind die so erhaltenen Punkte (•) eingezeichnet, außerdem die für die wahi-scheinlichsten Werte des Dekrements berechneten Exponentialkurven. Charakteristisch für diese Störungen ist, daß sie fast nur die Maxima betreffen, also asymmetrisch zur Mittellinie sind. Sie machen sich also stets dadurch bemerkbar, daß die aus den betreffenden Punkten berechneten Werte für die Mittellinie herausfallen. Ich habe daher auch bei allen Dämpfungsbestimmungen die Mittellinie als Kontrolle benutzt und alle die- jenigen Punkte von der Berechnung ausgeschlossen, die für die Mittellinie abweichende Werte lieferten. Als Beispiel für dieses Verfahren und den Gang der Messungen über- haupt sei folgende Berechnung aus den Protokollen mitgeteilt. Sie gibt die Auswertung der zweiten Beobachtung aus Fig. 6 b, bei der die ersten beiden Maxima herausfallen. II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 77 Man sieht, daß die Werte für die Mittellinie nach dem zweiten Maximum konstant werden. Die aus den folgenden Umkehrpunkten 5 . . . ... berechneten 7 Werte von — zeigen eme sehr befriedigende Uberem- Stimmung, so daß der Fehler des Mittels nur 3.1 "/^ beträgt. Spiegel- einst. J. beob. J red. Hilfs- werte Mittel' linie In dr Kl) 9.90 10.63 11.36 12.09 12.82 13.35 14.28 15.01 15.74 16.47 17.20 17.93 18.66 56.3 21.0 47.6 56.3 56.1 55.9 100.0 37.4 85.1 92.5 40.1 65.0 62.6] 62.6 47.7 42.4 35.8 33.3 37.0 33.5 30.6 27.8 23.7 19.7 15.5 6.439 6.168 6.050 5.881 5.808 5.914 5.814 5.723 5.628 5.468 5.283 5.043 1 2 23.8 43.6 25.0 55.7 55.5 55.3 42.7 78.5 45.2 81.8 44.0 80.3 62.3 [ 61. 2j 62.8 0.525 3 4 5 45.4 55.2 82.2 47.5 64.9 0.625 6 27.4 55.2 49.7 81.2 65.5 0.716 7 44.2 55.1 80.3 51.1 65.7 0.811 8 28.9 55.0 52.5 78.2 65.4 0.971 9 41.9 55.0 76.2 54.5 65.4 1.156 10 31.2 39.9 55.2 55.4 66.5 72.0 74.1 65.3 1.396 11 Mitte: 65.0 0.105 0.104 0.102 0.101 0.108 0.116 0.127 - = 0.109 2i d= 0.0035 Dieser Wert stimmt auch sehr gut überein mit den letzten 3 Einzelwerten aus der entsprechenden ersten Beobachtung. (0.104, 0.102, 0.111.) Schön ist an der Beobachtung auch die Konstanz von J^ zu sehen. In der Praxis der Beobachtungen ist es natürlich recht lästig, daß infolge der unberechenbaren Störungen ganze Messungsreihen unbrauchbar sind und wiederholt werden müssen. Nach diesem Verfahren wurden alle vorhandenen Abklingungsbeob- achtungen ausgewertet. Alle zeigen eine recht gute Konstanz der für das Dekrement berechneten Einzelwerte. Die mittleren Fehler der Endresultate betragen im besten Falle zb 3 % und nur in vereinzelten Fällen über 5%. Die vorliegenden Messungen dürften daher wohl zu den genauesten Dämpfungsbestimmungen an so schnellen Schwingungen gehören, Sie bestätigen alle übereinstimmend, daß das Abklingen der untersuchten Schallwellen mit großer Annäherung durch Exponentialfunktionen dargestellt werden kann. Das ersieht man auch deutHch aus den Figuren 8 und 9, in denen außer den beobachteten Punkten von drei verschiedenen Messungen die Exponentialkurven als ausgezogene Linien eingezeichnet sind. 78 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Die Genauigkeit der Mittelwerte von 5 wird geringer, w^enn es sehr große oder sehr kleine Werte annimmt. Denn bei schwach gedämpften Wellen nähern sich die DilTerenzen der benachbarten Amplituden immer mehr der Fehlergrenze, und bei sehr stark gedämpften Wellen können nur wenige Umkehrpunkte beobachtet, also auch nur wenige Einzelwerte be- rechnet werden. Fig. 7. Fi?. 8. Die absoluten Werte von 5, die hier gemessen werden konnten, be- wegen sich zwischen 0.138 (Figur 8 a) und 0.620. Der für die Formeln k S charakteristische Wert — =-— liegt demnach zwischen 0.02 und 0.1; es n 2 tt: sind also deutlich schwach gedämpfte und stark gedämpfte Schv/ingungen beobachtet. Die Kurve in Figur 9 ist berechnet für S = 0.155 (cf. Fig. 3), die zweite in Figur 8 b für 5 = 0.488; die Kurven in Figur 6 a und b entsprechen den Werten S = 0.289 bezw. § = 0.218. L \ ^"■^^■^^ ij_^^^ \ i ! i ' ^ ^ ~ ^° - - -- • . __^_^^j^^s- _^" -^ ^^ 1 1 Fig. 9. IL Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 79 Die oben (pag. 29) mitgeteilten Zahlenreihen sind auch durch direkte Beobachtung der Abklingungskurven erhalten. Es ist sehr wahrscheinlich, daß die elektrischen Oszillationen des Schwingungskreises von einem bestimmten Moment an nicht mehr die Funkenstrecke passieren und nur noch in den metallischen Leitern ver- laufen, sobald das Potential des Kondensators unter einen bestimmten Betrag gesunken ist. In diesem Moment müßten auch die im Funken entstehenden akustischen Wellen plötzlich abreißen. Wird nun der Gangunterschied der beiden Hälften des Strahlenbündels so groß, daß die beiden von einem Impuls erzeugten Schwingungen vollkommen getrennt werden, also in der resultierenden Welle hintereinander herlaufen, ohne zu interferieren, so müßte die Energie derselben konstant, d. h. unabhängig von der Einstellung des Interferenzspiegels sein. Die Beobachtungen, bei denen das Aufhören der regulären Oszillationen innerhalb des verfügbaren Bereiches liegt, zeigen aber ein durchaus ab- weichendes Verhalten. Ein Beispiel für viele ist in Figur 7 wiedergegeben. Erst kommt das regelmäßige Abklingen; die Maxima und Minima nähern sich symmetrisch der Mittellinie. Nachdem diese aber nahezu erreicht ist, tritt ein Umschlag ein: an den Stellen, die der Lage der Maxima entsprechen, nimmt die Intensität beinahe konstante Werte unterhalb der Mittellinie an, während sie an den Stellen der Minima über diese hinaus wächst. Die Erscheinung ist entschieden deutlich und gleich gut zu beobachten, ob nun das rasche Abklingen der Schwingungen durch Vergrößerung des Ohmschen Widerstandes oder durch Verlängerung der Funkenstrecke bewirkt wird. Für eine Erklärung fehlt mir zurzeit noch jeder sichere Anhaltspunkt. Um zu untersuchen, wie weit die Interferenzen der untersuchten Wellen reichen, wurde nach Erledigung aller anderen Messungen der ganze Aufbau noch einmal sorgfältig justiert. Der Einfallswinkel am Inter- ferenzspiegel wurde auf 8° vermindert, so daß die Korrektur der Spiegel- verschiebung auf die Gangunterschiede nur 1 7o betrug. Dann wurde die Stellung des festen Spiegels möglichst weit zurückverlegt; der bewegliche Spiegel konnte nun um mehr als 17 mm gegen den festen nach einer Seite hin verschoben werden. Für den Schwingungskreis wurde dann eine Anordnung gewählt, die nach den vorhergehenden Versuchen sehr glatte Wellen und ein kleines Dekrement ergeben hatte. (5 = 0.155.) Ein- gestellt wurde einfach auf die Gangunterschiede, die der früheren Eichung der Wellenlänge entsprechen (vor 5 Monaten gemessen) ; Fehler von 1 ^!q hätten genügt, die ganze Messung unbrauchbar zu machen. Die recht guten Ergebnisse der Beobachtung sind in Figur 9 wieder- gegeben. Es ist damit gelungen, deutliche und sehr regelmäßige Inter- ferenzen bis in die zehnte Ordnung zu verfolgen. Die Beobachtung ent- spricht im übrigen (z. B. Lage der Mittellinie) ganz dem allgemeinen Charakter der vorhergehenden. 80 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Das Dekrement in Abhängigkeit von den Parametern des elektrischen Systems. Da es für verschiedene Zwecke vv^ichtig ist, entweder sehr stark oder möglichst schwach gedämpfte Wellen zur Verfügung zu haben, so habe ich versucht, die Dämpfung der Luftwellen in ihrer Abhängigkeit von den verschiedenen Faktoren zu untersuchen, die bei der benutzten Erregungs- art einen wesentlichen Einfluß darauf haben können. Als solche kommen nun in Betracht: die Länge der Funkenstrecke, der Widerstand, die Selbstinduktion und die Kapazität des Schwingungs- kreises. Die Abhängigkeit des Dekrements von der Funkenlänge wurde untersucht an einer festen Anordnung des Schwingungskreises mit C = 2.0 »10"^ M. F. und L = 2.40 • 10^ cm; die Wellenlänge betrug daher 2.43 mm. Die Ein- stellung des Elektrodenabstandes geschah in der oben angegebenen Weise. Folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Ergebnisse von acht einzelnen Messungsreihen. Funken- länge in mm Dekrement 0.1 0.36 0.14 0.34 0.2 0.28 0.3 0.43 0.4 0.48 0.5 0.54 0.58 0.58 0.6 0.60 Man sieht, daß zunächst das Dekrement mit wachsendem Elektroden- abstand abnimmt bis zu einem Minimum bei etwa 0.2 mm; dann folgt eine stetige Zunahme, die bei größeren Funkenlängen etwas langsamer wird und dann nahezu linear ist. Figur 10 gibt eine graphische Darstellung dieses Verlaufs. Vergleicht man diese Kurve mit denen, die Zenneck für das Dekrement elektrischer Schwingungen gefunden hat, so findet man eine bedeutende Ähnlichkeit. Der einzige Unterschied ist, daß hier das Minimum nach kleineren Funken- längen verschoben ist. Das liegt aber höchst wahrscheinlich an dem kleineren Krümmungsradius der hier benutzten Elektroden. Meines Er- achtens ist das Auftreten des Minimums überhaupt schon durch die Krümmung der Elektrodenflächen zu erklären. Denn bei kleinem Abstand geht der Funken nicht in der kürzesten axialen Verbindungslinie der II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. Elektroden über, sondern zwischen weiter außen liegenden Punkten, die infolge der Krümmung weiter von einander entfernt sind. Er überwindet dann tatsächlich eine längere Luftstrecke, als dem gemessenen Abstand entsoricht. / Od $ n'i ^ Y^ ot y f" (91 ^ N / OS. 0. 1 0, 1. 0, 3 ö, k 0, Fu 6 \Ken b mr \ / 07 0$ r \ Di / \ 0,* < » / \ \ !) 0,3 \ / ( O.ä \ / Ol ^ u k ^ 1, i-. 3, W^Cr, Fig. 10. Fig. 11. Ohne die Existenz der Funkenstrecke müßte nach der Kirchhoff- Thomsonschen Theorie: 1 1 w 1 o ^ k k = — — und 5 = 2 71 • — = ^ 2 L n A 2u' w sein. L ist dabei durch die Thomsonsche Formel eliminiert. Wird w und C konstant gehalten, so muß auch das Produkt: 5 • X = 2u' w konstante Werte zeigen. Unter der Annahme, daß das Dekrement der akustischen Wellen dem der elektrischen proportional ist (siehe weiter unten), habe ich versucht, dieses Gesetz zu prüfen. Ich benutzte dazu einen Schwingungskreis von gleichbleibender Zusammenstellung (w und C konstant) und veränderte die Selbstinduktion nur durch engere oder losere Koppelung der eingeschalteten Spulen. Die erzielten Variationen der X waren freilich ziemlich klein. X 5 \'l Fehler 2.30 0.31 0.708 — 0.015 2.38 0.29 0.690 4- 0.003 2.43 0.28 0.681 0.693 + 0.012 1911. Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Die größten Abweichungen der (X • 5) bleiben noch unter ^^/q. Die Resultate geben aber eher eine Kontrolle für die Genauigkeit der Werte von 5 als eine Bestätigung des untersuchten Gesetzes. Variiert man nämlich die Selbstinduktion um größere Beträge, ohne den Widerstand wesentlich zu verändern, so ändert sich das Dekrement zum Teil geradezu im entgegengesetzten Sinne, als der obigen Formel entspricht. Wie groß und unregelmäßig diese Veränderungen sind, kann man aus folgenden Zahlen in Verbindung mit Figur 11 ersehen. Bei der ersten Beobachtungsserie (5^) wurden nur die Kupferspulen verwendet, so daß der Ohmsche Widerstand des Schwingungskreises im Maximum etwa 8 Q, betrug. Bei der zweiten Serie wurde eine Spule durch eine Kon- stantanspule von gleicher Selbstinduktion ersetzt, wodurch der Gesanit- widerstand um den konstanten Betrag von 50 Q, vermehrt wurde. Man sieht, daß nur im Anfang die Werte von S mit zunehmendem X abnehmen, dann folgt in beiden Kurven in derselben Gegend ein Minimum, darauf ein bedeutender Anstieg, und bei den §3 ist sogar ein deutliches Maximum zu beobachten. Die gemessenen Unterschiede liegen meistens weit außerhalb der möglichen Fehlergrenzen. L (106 cm) X (mm) §1 5, . 1.34 2.53 0.155 0.462 1.68 2.87 0.138 0.218 2.02 3.14 0.185 0.488 2.35 3.31 0.324 0.620 2.68 3.59 — 0.408 Das Dekrement ändert sich nicht einmal in demselben Sinne wie der Ohmsche Widerstand. Wurde z. B. in der Anordnung der 4ten Messung für §2 ^^^ Widerstand durch Einsetzen einer zweiten Konstantanspule nahezu verdoppelt, so zeigte das Dekrement eine Abnahme auf etwa zwei Drittel (von 0.620 auf 0.470). Man sieht, daß das Dekrement in recht komplizierter Weise von dem Widerstand und der Selbstinduktion abhängt. Das kann nur daran liegen, daß sich die Funkenstrecke im Schwingungskreis durchaus nicht wie ein Ohmscher Widerstand verhält. Ihre dämpfende Wirkung wird vor allem sehr davon abhängen, ob beim Funkenübergang ein Entladungsverzug eintritt oder nicht. Dafür ist aber maßgebend, wie die periodischen Schwankungen des Potentials und der Stromstärke in ihrer Phase zu einander stehen^ es kommt also nicht nur an auf die absolute Größe der elektrischen Parameter, sondern auch auf ihr gegenseitiges Verhältnis. II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 83 Die vorliegenden Beobachtungen über diesen Gegenstand können natürlich nicht als erschöpfend bezeichnet werden. Sie zeigen aber, daß die Interferenzbeobachtungen an den elektrisch erregten Luftwellen ein ganz brauchbares Mittel darstellen, die Wirkung einer Funkenstrecke im Schwingungskreis zu untersuchen. Eine Untersuchung über den Einfluß der Kapazität auf die Dämpfung ist mir bis jetzt nicht gelungen. Es ist sehr schwierig, gleichartige und wirklich einwandfreie Kondensatoren zu beschaffen, die eine hinreichende Variation ermöglichen; der Luftkondensator aber versagt, sobald das Funkendekrement beträchtlicher wird. Über eine andere Möglichkeit, das Abklingen der Wellen darzustellen. Aus allen beobachteten Interferenzkurven folgt, daß das Abklingen der untersuchten Schallwellen mit großer Annäherung durch Exponential- funktionen dargestellt werden kann. Dieses Ergebnis ist sehr wichtig; denn unter der Voraussetzung logarithmischer Dämpfung ergibt die Rech- nung, daß die Interferenzkurve ein genaues Bild der untersuchten Welle darstellt. Das Resultat ist aber sehr merkwürdig, wenn man erwägt, daß diese Schallwellen in sehr enger Beziehung zu den elektrischen Schwingungen des Schließungskreises stehen. Die Bestimmung der Wellenlängen ergibt mit großer Genauigkeit, daß jeder ganzen elektrischen Schwingung zwei akustische entsprechen, so daß jeder einzelne Funkendurchgang, unabhängig von der jeweiligen Stromrichtung, eine Dilatation und darauf folgende Kontraktion der. umgebenden Luft bewirkt. Es ist daher nahe- liegend, die Elongation der akustischen Wellen prop. einer geraden Potenz der Stromstärke zu setzen. Der Ansatz der zweiten Potenz wäre dahin zu deuten, daß die akustischen Wellen durch die periodischen Er- wärmungen der Funkenstrecke entstehen. Nimmt man diesen Sachverhalt an, so kann man aus dem Abklingen der akustischen Wellen auf das der elektrischen schließen. Es folgt, daß auch die elektrischen Wellen nach dem Exponentialgesetz abnehmen, und daß ihre Dämpfung sich von der- jenigen der Schallwellen nur durch einen konstanten Faktor ( — ) unter- scheidet. Man könnte nun geneigt sein, in dieser Folgerung eine gute Be- stätigung der Kirchhöff-Thomsonschen Theorie zu sehen, welche ergibt, daß die Kondensatorschwingungen nach dem Exponentialgesetz abklingen. Dazu muß jedoch bemerkt werden, daß diese Theorie in Strenge nur für Schließungskreise ohne Funkenstrecke gilt. Heydweiller aber hat gezeigt^), 1) Ann. d. Phys. 19, p. 649, 1906. 6* 34 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. daß der meist überwiegende Einfluß der Funkenstrecke eine lineare Ab- nähme der Stromamplitude im Schwingungskreis zur Folge hat. Die Folgerung aus der oben aufgestellten Hypothese steht also dazu in ofTen- barem Widerspruch. Trotzdem läßt sich zeigen, daß diese Hypothese selbst, ebenso wie die Versuchsergebnisse, sehr gut mit den Resultaten der Hey d weil 1er sehen Theorie übereinstimmen. Diese besagt, daß der zeitliche Verlauf der Stromamplitude darzustellen ist durch: i = a • (1 — ex); x = n t. Für die Amplitude der akustischen Schwingungen würde daraus folgen: A CS3 i^ = Ao (1 — cx)2. Bildet man die um eine halbe Schwingung auseinanderliegenden Werte von A: Aj, = Ao (1— cxjj)2 An_Li = Ao (1— cxn_^l)^ so folgt: und ^K — ^K + 1 = c . KAo . (Xn_(_ 1 — Xj,) X ist darin ein j\laß für die Abnahme während einer Schwingung, da und Es entspricht also in gewissem Sinne dem log. Dekrement 5. Da die beobachteten Interferenzkurven Bilder des zeitlichen Verlaufs der Schwingungen sind, so kann das Resultat dieser Rechnung an ihnen geprüft werden. Soll also unter Annahme der oben erwähnten Hypothese die Heydweillersche Theorie mit den Beobachtungen vereinbar sein, so müssen die Wurzeln aus den Amplituden der Interferenzkurven konstante Differenzen aufweisen. Eine eingehende Prüfung des Beobachtungsmaterials ergibt nun in der Tat, daß diese Gesetzmäßigkeit mit guter Annäherung erfüllt ist; man kann aus allen Messungsreihen Werte von y. berechnen, deren mittlere Fehler von derselben Größenordnung sind wie die der log, Dekremente S. Das mag an sich verwunderlich erscheinen. Die Figuren aber zeigen, daß es praktisch sehr gut möglich ist. In Figur 8 und 9 sind neben den ausgezogenen Exponentialkurven die Kurven bezogen auf die Mittellinie, als gestrichelte Linien eingezeichnet. Sie II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 85 verlaufen anfangs über jenen, durchschneiden sie dann und nähern sich schneller der Mittellinie, um sie noch im Endlichen zu erreichen. Der Schnittpunkt mit der Mittellinie stimmt in Figur 8 b sehr gut überein mit dem Punkte, wo die regelmäßigen Schwingungen aufhören und der Um- schlag eintritt. Die Unterschiede zwischen den beiden in Frage stehenden Abklingungs- formen sind so gering, daß die schon ganz beträchtliche Genauigkeit der Messungen nicht ausreicht, eine eindeutige Entscheidung zwischen ihnen herbeizuführen. Jedenfalls kann man aus den Beobachtungen keinen Widerspruch gegen Heydweillers Theorie folgern. Ebensogut aber kann man, solange es nicht auf größte Genauigkeit ankommt, die untersuchten Schallwellen als logarithmisch gedämpft ansehen. Nimmt man Heydweillers Theorie als gültig an, so folgt daraus wieder rückwärts, daß die Elongation der Schallwellen prop. dem Quadrat der Stromstärke ist. Ist diese gegeben durch: a • e P *^ sin V t oder a • e P *^ cos v t, so kann die Elongation der Luftwellen geschrieben werden: A . e-2p^(l=pcos 2 V t). . Allgemein aber wird man zu schreiben haben: für den Strom: a • f (t) sin V t bezw. a • f (t) cos v t und für die Elongation in Luft: a 2 — f (t)2(lzf:cos 2 V t). Darin ist f(t) die Funktion, die die zeilliche Abnahme der Schwingungen angibt. Die Elongation der Luftwellen ist demnach zusammengesetzt aus einem aperiodischen und einem periodischen Summanden. Der aperiodische Teil entspricht vielleicht der nicht interferierenden Energie in den Inter- ferenzkurven. Der periodische Teil ist stets ein Kosinus, unabhängig davon, ob die Stromschwingung durch eine Sinus- oder Kosinusfunktion gegeben ist. Bestimmung der Phase. Die letzte Folgerung des vorigen Abschnitts läßt sich nun in der Tat experimentell bestätigen. Es ist oben allgemein gezeigt worden, daß die Phase, mit der die Wellen einsetzen, in der Interferenzkurve erkennbar wird (pag. 8 ff.). Für die praktische Anwendung ist eine etwas andere Deutung der entwickelten Formeln zweckmäßig. Der allgemeine Ausdruck: W^ = -4-FF- fl+e-k^ cos n ^zh - e-k*sinn^) 2 k 1 \ n / mformen in: ^^2Tt' [l+e~^*cos(n^^iarctg^)]. läßt sich umformen in gg Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Die Punkte, wo die entsprechende Kurve ihre Mittellinie durchschneidet, sind gegeben durch: n ^i,qiarctg-=(2h— 1) • | n ^ Sie sind untereinander äquidistant um u; nur der Abstand des ersten vom Nullpunkt ist verschieden, je nach dem Vorzeichen der Phasenkonstante, wobei das obere Zeichen dem Sinus, das untere dem Kosinus entspricht. Für den ersten Punkt ist: n •ö", = — zb arc tg — 2 n d. h. aber: in der Interferenzkurve erscheint, gemessen auf der Mittellinie, das te Maximum breiter oder schmaler als alle anderen Maxima und Minima, je nachdem die untersuchte Welle als Sinus- oder Kosinusfunktion einsetzt. Vorausgesetzt ist dabei, daß die Dämpfung hinreichend groß ist. Als Beispiel für die Anwendung dieses Verfahrens möge Figur 5 dienen. Sie entspricht einem Dekrement von 0.47 und zeigt bis auf die Knickung des zweiten Minimums und Maximums ein ganz regelmäßiges Aussehen. Die Mittellinie liegt bei 63.2; die auf ihr abgemessenen Ab- stände der Darchschnittspunkte sind nahezu gleich und ergeben im Mittel 18 mm. Die Breite des mittleren (0 ten) Maximums, das ausgemessen ist, beträgt dagegen nur 16.5 mm. Trägt man daher vom Nullpunkt aus gleiche Längen von 9 mm auf der Mittellinie ab, so erscheinen alle Durch- schnittspunkte gegen diese Marken verschoben nach links hin; nur der Anstieg des ersten Maximums, der in fast allen Kurven Unregelmäßig- keiten zeigt, weicht hier auch von der Regel ab. Der Sinn der Verschiebung TZ gegen die Marken (2 h — 1) ^j entspricht dem unteren Zeichen der Formeln, d. h. die interferierende Welle setzt als Kosinusfunktion ein. An den ein- gezeichneten Marken ist auch die vertikale Verschiebung gut zu erkennen; k 5 sie soll vom Betrage A • — = A • ^r — sein. Für B = 0.47 und A = 30.6 n zu ergibt das 2.3 mm, eine Größe, die tatsächlich mit der Figur gut stimmt. Alle anderen Kurven führen zu demselben Ergebnis. Bei größeren Dekrementen werden die Verschiebungen noch bedeutender, doch sind dann die weiteren Durchschnittspunkte nicht mehr deutlich zu beobachten. Diese Phasenbestimmung ist natürlich sehr subtil und nur durch- führbar auf Grund der großen Genauigkeit und Zuverlässigkeit, die den vorliegenden Messungen zuzuschreiben ist. Sie vervollständigt die experi- mentelle Bestätigung der oben berechneten Gestalt der Interferenzkurve und schließt die Frage nach der Natur und Entstehung der untersuchten Schallwellen mit einem entschiedenen Grund für die oben (S. 43) auf- gestellte Hypothese. II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 87 Die Hauptergebnisse der vorliegenden Untersucliungen möchte ich kurz folgendermaßen zusammenfassen : 1. Die Rechnung ergibt, daß bei logarithmischer Dämpfung der inter- ferierenden Welle die Interferenzkurve ein getreues Bild derselben darstellt. Für den Rückschluß aus der Interferenzkurve auf die inter- ferierende Welle fehlt allerdings noch der Eindeutigkeitsbeweis. 2. Es ist gezeigt worden, daß bei hinreichend starker Dämpfung aus der Interferenzkurve die Phase bestimmt werden kann, mit der die inter- ferierenden Wellen einsetzen. o. Die Anwendung eines abgestimmten Empfängers erweist sich zur Aufnahme der Interferenzkurve als ungeeignet, da die meist unbekannte Eigenschwingung dieses Resonators die Interferenzen der auffallenden Welle überlagert. 4. Die Bestimmung der Wellenlängen ergibt für die untersuchten Schall- wellen, daß ihre Schwingungsdauer gleich ist der Hälfte der Periode des elektrischen Systems. Ferner konnte erwiesen werden, daß diese Schwingungsdauer von der Selbstinduktion und Kapazität des Schwin- gungskreises in der Weise abhängt, wie es die Thomsonsche Formel verlangt. 5. Die beobachteten Interferenzkurven entsprechen bis auf einen konstanten Summanden sehr gut den berechneten. Vorbehaltlich des fehlenden Eindeutigkeitsbeweises folgt daraus, daß die untersuchten Schallwellen mit großer Annäherung durch logarithmisch gedämpfte Kosinuswellen dargestellt werden können, 6. Diese Resultate lassen sich vollkommen erklären durch die schon von Altberg u. a. aufgestellte Hypothese, daß die Schallwellen von der Wärmewirkung der elektrischen Wellen in der Funkenstrecke herrühren. Die Elongation der akustischen Wellen ist proportional der im Schwingungskreis fließenden Stromstärke, und zwar unabhängig davon, ob man diese nach der Kirchhoff -Thomsonschen oder nach Heydweillers Theorie ansetzt. 7. Genaue Dämpfungsbestimmungen aus den Interferenzkurven ergeben, daß das Dekrement der akustischen Wellen von der Funkenlänge in ganz analoger Weise abhängt wie das der elektrischen Wellen. Da- gegen ändert sich das Dekrement mit dem Widerstand und der Selbst- induktion in sehr unregelmäßiger Weise, was sehr wahrscheinlich auf den Einfluß der Funkenstrecke zurückzuführen ist. 88 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Bemerkungen über die Dämpfung der Basilarmembran und über die Tonfarbe. Von Privatdozent Dr. Erich Waetzmann, Das Lüderitzbuchter Diamantvorkommen im Vergleich zu den übrigen Diamantvorkommen Süd-Afrikas. (Mit Lichtbildern.) Von Bergreferendar A. v. Oheimb. Sitzung am 24. Mai 1911. Kinetische Gastheorie vom Standpunkte der Relativtheorie. Von Dr. Ferencz Jüttner. Der Vortragende gab einen Überblick über zwei Untersuchungen, die er inzwischen an anderem Orte veröffentlicht hat^). Neue Interferenzkurven gleicher Neigung. (Zur Theorie des Michelson'schen Interferometers.) Von Privatdozent Dr. Erich "Waetzmann. Ober Razemisierungsgeschwindigkeiten. Von W. Herz. Vor einer Reihe Jahren hat J. Gadamer^) messende Versuche über die Razemisationsgeschwindigkeit des Hyoscyamins und Scopolamins bei Gegenwart von Basen veröffentlicht. Die Versuche wurden derart aus- 1) F. Jüttner, Das MaxweUsche Gesetz der Geschwindigkeitsverteilung in der Relativtheorie. Ann. d. Phys. 34, S. 856— 882, 1911; Die Dynamik eines bewegten Gases in der Relativtheorie. Ebendort, 35, S. 145—161, 1911. 2) Arch. Pharm. 239, 294; vgl. Will u. Bredig, Ber. Dtsch. Chem. Ges.. 21, 2777. II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 89 geführt, daß Lösungen der genannten Alkaloide mit Lauge versetzt wurden und die Abnahme des Drehungswinkels zur Beobachtung kam; aus der Anfangsdrehung der Lösung und dem jeweiligen Drehungswinkel läßt sich die Menge des umgewandelten Alkaloids sofort berechnen. Neben der Razemisierung findet noch eine Verseifung der Alkaloide statt; doch kann diese letztere nach Gadamers Beobachtungen durch geeignete Versuchs- bedingungen zurückgehalten werden. Die Daten der Gadamerschen Ab- handlung gestatten die exakte Ausrechnung der Razemisierungsgeschwindig- keiten. Die Razemisierung eines optisch aktiven Stoffes ist eine unimolekulare reversible Reaktion, bei welcher der Antipode von entgegengesetzter Drehung anfänglich die Konzentration Null hat. Dieser Antipode entsteht in dem Maße, als der andere verschwindet. Die Reaktionsgeschwindigkeit entspricht der Gleichung dx — = Kl (a — x) — K2 X. Durch Integration für den hier zutreffenden Fall, daß bei t = auch X = ist, entsteht 1 K - log nat ^. -^ ^--- = K^ + K, = K. t ^ Kj K /-(• + Ki)^ Da das — übrigens von der Temperatur unabhängige — Gleich- gewicht erreicht ist, wenn beide Antipoden in gleicher Menge vorhanden sind, so ist und die obige Gleichung geht daher in die Form 1 , a ^- — log nat — = K t ° a — 2 X über. Zur Ausrechnung können an Stelle der natürlichen die Briggschen Logarithmen dienen, da es sich ja nur um die Feststellung der Konstanz handelt. a, die Anfangskonzentration, kann dem anfänglichen Drehungswinkel proportional gesetzt werden. Da die Abnahme der Drehung halb von dem Verschwinden der einen Komponente und zur anderen Hälfte von der Bildung der entgegengesetzt drehenden Verbindung herrührt, so sind die beobachteten Drehungswinkel proportional a — 2 x, wenn x die um- gewandelte Menge bedeutet. Man kann im Falle unserer Gleichung direkt mit den Winkeln statt den Konzentrationen rechnen, da der Quotient unabhängig von dem Einheitsmaß der Stoffe ist. 90 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Berechnung der Razemisierungskonstanten von Hyoscyamin bei 5° durch Natronlauge (Versuch 8 in Gadamers zitierter Abhandlung, Seite 313). a= 160 t (in Minuten) a — 2 X K 22 115 6,5 . 10-3 28 105 6,5 35 96 6,3 45 84 6,3 60 66 6,4 75 54 6,3 90 42 6,4 106 33 6,5 121 25 6,7 181 11 6,4 256 4 6,3 Berechnung der Razemisierungskonstanten von Hyoscyamin d urc h Tropin (Versu ich a 10, Seite 31 = 103 7). t (in Wochen) a — 2x K 4 85 2,1 . 10-2 8 69 2,2 12 57 2,1 20 38 2,2 32 20 2,2 44 11 2,2 52 7 2,2 Berechnung der Razemisierungskonstanten des Scopolamins bei 2 — 4° durch Natronlauge (Versuch 15, Seite 325). a = 54 t (in Stunden) a — 2 x K 0,5 23 0,74 1 10 0,73 1,5 3 0,84 II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 91 Berechnung der Razeniisierungskonstanten des Scopolamins durch Tropin (Versuch 20, Seite 330). a = 71 t (in Wochen) a — 2 x K 8 49 2,0 . 10-2 12 42 1,9 20 30 1,9 Die K- Werte zeigen eine so vortreffliche Konstanz, daß in der Ga- damer sehen Versuchsanordnung eine Methode zur Messung von Hydroxyl- ionenkonzentrationen enthalten ist. Sitzung vom 2 8. Juni 1911. Die Anwendung der kinetischen Theorie der Gase auf chemische Probleme. Von 0. Sackur. Die kinetische Theorie der Gase vermag bekanntlich in der Form, die sie durch Maxw^ell und Boltzmann erhalten hat, eine vollständige Er- klärung des thermodynamischen Verhaltens einatomiger, chemisch ein- heithcher Gase zu geben. Durch die Annahme, daß sich die einzelnen Molekeln . eines solchen Gases bei konstantem Volumen und konstanter Temperatur in dem ihnen zur Verfügung stehenden Räume nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit verteilen und alle möglichen Geschwindig- keiten und Richtungen nach den gleichen Wahrscheinlichkeitsregeln an- nehmen können, vermochte Boltzmann ein anschauliches Bild des Entropiebegriffes zu geben und das Verhältnis der spezifischen Wärmen — = ^3 2^ berechnen, was auch tatsächlich für Quecksilberdampf und die Cy Edelgase empirisch bestätigt wurde. Ebenso konnte er durch Einführung gewisser Annahmen über die Bewegungen der Atome innerhalb der c Molekeln das Verhältnis — für zweiatomige Gase in Übereinstimmung mit Cy der Erfahrung zu Yg berechnen. Schließlich hat Planck neuerdings die Loschmidtsche Zahl N, die Anzahl der Molekeln im Mol, mittels dieser kinetischen Theorie aus Strahlungsmessungen berechnet und ebenfalls ausgezeichnete Übereinstimmung mit mehreren nach völlig andersartigen Methoden berechneten Werten gefunden. Angesichts dieser vorzüglichen Bestätigung der Theorie erscheint es nicht überflüssig, darauf hinzuweisen, daß die konsequente Anwendung der Theorie auf chemische Probleme zu Folgerungen führt, die zu den bis- herigen Anschauungen in einem gewissen Gegensatze stehen. Die aus- führliche Darstellung der hierbei auftretenden Schwierigkeiten dürfte vielleicht 92 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. dazu beitragen, ihre Beseitigung durch eine entsprechende Erweiterung der Theorie zu erleichtern. Zu diesem Zwecke soll erörtert werden, ob die kinetische Theorie imstande ist, den chemischen Besonderheiten der verschiedenen Gase Rechnung zu tragen und sie auf mechanische oder kinematische Unter- schiede zurückzuführen. Bekanntlich sind die physikalischen Eigen- schaften eines Gases (Druck und Temperatur) durch die Zahl und Masse der Molekeln, die sich in einem bestimmten Volumen befinden, sowie durch den Mittelwert ihrer translatorischen Geschwindigkeit eindeutig bestimmt. Offenbar reichen diese Größen zur Beurteilung des chemischen Verhaltens nicht aus. Es entsteht daher das Problem, die noch fehlenden Bestimmungs- stücke aufzusuchen. Erst wenn dies gelungen ist, kann die kinetische Theo- rie der Gase zur Erklärung chemischer Erscheinungen herangezogen werden. Um die Lösung dieser Aufgabe vorzubereiten, vergleichen wir die Ausdrücke, die uns die Thermodynamik und die kinetische Theorie für die Entropie eines idealen Gases liefert. Die Thermodynamik gelangt zur Berechnung der Entropie S eines Gases (pro Mol) durch die folgende Überlegung: Bei der umkehrbaren Erwärmung eines Moles des Gases durch Zuführung der Wärme d Q ist der Quotient -=- = d S ein totales Differential der Entropie. Wir erhalten also, wenn wir die Gesamtenergie des Gases mit U bezeichnen, _ dQ dU , , 1 öU 1 8U , , . dS=— = -^ + pdv= ;j;^dT + -^dv + pdv ^ ..^ , n -öU^^ RT . ^ 8U Bei idealen Gasen ist ?: — = U und p = : setzen wir ferner p-—- = Cy o V V dl unabhängig von der Temperatur, so erhalten wir durch Integration S = c^InT + Rlnv + Si (1) Die Konstante S^ ist thermodynamisch unbestimmt. Sie muß aber für jedes Gas einen bestimmten Wert besitzen und stellt die Entropie des Gases bei T = 1 und v = 1 dar. Ihr Zahlenwert hängt also nur von der chemischen Natur des Gases sowie dem Maßstabe ab, nach welchem wir Volumen und Temperatur messen. Die Bedeutung der Entropiekonstante S^ zur Beurteilung der chemischen Natur des Gases und seiner Fähigkeit, sich mit anderen Gasen zu vereinigen, erkennt man aus der folgenden einfachen thermodynamischen Ableitung des Massenwirkungsgesetzes. Treten die Gase A und B mit- einander in Reaktion unter Bildung der Verbindung AB, also nach der Gleichung A -j- B = AB, so besteht bei jeder Temperatur ein bestimmtes Gleichgewicht, bei welchem die Reaktion Halt macht. Im Zustande des Gleichgewichts erfolgt die weitere Umsetzung einer kleinen Menge dm bei konstanter Temperatur und konst. Vol. umkehrbar. Wird hierbei die Wärme Q dm entwickelt (Q ist die Wärmetönung der Reaktion), so muß II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion, 93 = — = dS, d. h, gleich der Entropieänderung sein, die bei der Um- setzung stattfindet. Wir erhalten also =- d m = d S = Sab • dm — S^ dm — Sß dm oder unter Benutzung von (1) — - = (CvAB — CvA — Cvb) In T + R In -^— +S^ab — S'a — Sß' 1 Va • Vb oder wenn man die Molekularvolumina v durch die Konzentrationen ersetzt, mittels c = — , und bei der Summation die unter Wärmeentwicklung ent- v stehenden Stoffe als positiv, die verschwindenden als negativ in Rechnung l„^-^^ = i| + £fM„T + Sl-' (2) Bei idealen Gasen ist die rechte Seite der Gleichung 2 nur eine Funktion der Temperatur und von den Konzentrationen unabhängig; daher folgt das sogenannte Massenwirkungsgesetz In = In Kg (bei konstanter Ca- Cr Temperatur). Die Gleichung 2 drückt auch die bekannte Abhängigkeit der Gleich- gewichtskonstante von der Wärmetönung und der Temperatur aus. Durch Differentiation geht sie in die van't Hoff'sche Gleichung der Reaktions- isochore über. Denn es folgt dlnKc Q , 1 dQ , Scv 1 Q ^ i, tz- i, -d-^ = - Rf^ + RT d-T + ^ • T = - RY-- ^^ "^^^ ^^^^'■ hoff (2a) ^ = _2cv ist. Es ist gewöhnlich üblich, die Gleichung 2 rückwärts durch Integration von 2 a zu gewinnen. Setzt man die spezifischen Wärmen der Gase in erster Annäherung konstant, also Q = Q^ — 2 ^v T, so erhält man durch Integralion von 2 a In Kc = :52. _^ ^^ In T + J (3) und durch Vergleich mit 2 für die unbestimmte Integrationskonstante J den Ausdruck T XJ ^ i Cy ^ (S Cv) /r, X J--^ R-- R ^'^^ Diese Integrationskonstante, deren Zahlenwert gemeinsam mit der Reaktionswärme die Lage des chemischen Gleichgewichtes bestimmt, kann also durch eine Summe von Stoffkonstanten dargestellt werden, von denen jede einzelne aus der Entropiekonstanten und der spezifischen Wärme berechenbar ist. Die Entropiekonstante S^ ist also gewissermaßen ein Maß für die Reaktionsfähigkeit eines Gases. Je größer S^ ist, um so 94 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. geringer ist ceteris paribus seine Reaktionsfähigkeit und um so größer sein Bestreben, in unverbundenem Zustande zu beharren. Führt man in die Gleichung 3 und 3 a an Stelle der Konzentrationen die Partialdrucke ein, gemäß der Gleichung p = RTc, so erhält man ln^^-^=lnKp=lnKe+SlnRT=^ + ^^^lnT + J + 2lnR Pa-Pb RT ' R 1 V Qo I Scp ^ Si — Cv-j-RlnR logio ^p = 2TRT + R '°^ ^ "T- 2j C, wenn C = ^^^ ist. (4) Die Zerlegung der Integrationskonstanten in eine Summe von Stoff- konstanten ist besonders von Nernst bei der Darstellung seines Wärme- theorems hervorgehoben worden^); sie folgt, wie man aus obiger Her- leitung und dem völlig analogen bereits von Planck ^j und später von Haber') benutzten Beweise des Massemvirkungsgesetzes erkennt, bereits aus den beiden Hauptsätzen der Thermodynamik. Die beiden zuletzt genannten Autoren haben jedoch auf diese Zerlegung keinen Wert gelegt, weil es ihnen unmöglich war, die Summanden einzeln zu bestimmen. Erst Nernst hat durch Aufstellung seines Wärmetheorems den Weg gezeigt, auf welchem man zu einer zahlenmäßigen Berechnung dieser Stoffkonstanten aus Dampfdruckmessungen an reinen Stoffen gelangen kann. Zur Verdampfung eines Moles einer Flüssigkeit (oder eines festen Stoffes) unter ihrem Dampfdruck p muß die Verdampfungswärme L (bei konstantem Volumen) zugeführt werden. Da die Verdampfung umkehrbar erfolgt, so gilt nach dem 2. Hauptsatz die Gleichung ^=AS = Sg-Sf wenn A S die Differenz der Entropieen (pro Mol.) im gasförmigen und flüssigen (oder festen) Zustand bedeutet. Nun ist nach dem Nernst sehen Wärmetheorem Sf lediglich eine Funktion der Temperatur Sf=y|dT*), ferner ist nach Gleichung 1 Sg = Cy In T -|- R In ^ -]- S^ = (c^ 4- R) In T — R In p -{- S^ -f In R mithin ^ = Cp In T — R In p + S^ + In R — /^^d T. Die Verdampfungswärme L ist in ihrer Temperaturabhängigkeit ge- geben durch dL ^ Göttinger Nachrichten 1906. 2) Thermodynamik. 1. Aufl. 1897. S. 205. 3) Thermodynamik techn. Gasreaktionen. 1905. S. 39. *) Yergl. die Formulierung von Planck, Thermodynamili. 3. Aufl. S. 268. II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 95 also, falls Cv unabhängig von der Temperatur angenommen wird L = Lo + CvT— /cf dT. Mithin wird und log,„p = F(T)+C. Durch passende Annahmen gelang es Nernst die Konstante C, die er als chemische Konstante bezeichnet, für eine Reihe von einfachen Stoffen aus Dampfdruckmessungen zu berechnen. Der Zusammenhang von C mit der Entropiekonstante S^ ergibt sich also zu Si=2, 3 . C • R + Cv— RlnR (4a) Kinetische Bedeutung der Entropiekonstanten. Nach Boltzmann ist die Entropie ein Maß für die molekulare Un- ordnung eines Gases. Das Entropiemaximum, d. h. der stationäre Zustand, ist erreicht, wenn keine einzige der in einem bestimmten Volumen bei konstanter Temperatur befindlichen Molekeln eine bevorzugte Lage, Richtung oder Geschwindigkeit besitzt, sondern wenn sich alle Koordinaten und Geschwindigkeitskomponenten nach den Gesetzen des Zufalls, d. h. den Regeln der Wahrscheinlichkeit, um Mittelwerte gruppieren. Demgemäß ist die Entropie S eines Gases definiert durch die Gleichung S = k log Wi). k ist eine universelle Konstante, W ist die ,, Wahrscheinlichkeit" des Zustandes, d. h. diejenige Zahl, welche angibt, um wievielmal der tat- sächliche Zustand wahrscheinlicher ist als derjenige, bei welchem alle Molekeln gleiche Richtung und Geschwindigkeit besäßen und auf einem und demselben Punkte konzentriert wären. Zur Berechnung von W folgen wir dem sehr klaren und durchsichtigen Gedankengange, den Planck im Anschluß an Boltzmann im § 138 seiner „Wärmestrahlung" entwickelt hat, und beschränken uns zunächst auf einatomige ideale Gase. Bezeichnen wir die Raumkoordinaten im Molekularvolumen v mit x, y, z, die Geschwindigkeitskomponenten mit ^, y], C, so ist die Anzahl der Molekeln, deren Koordinaten zwischen x, y, z und x -J- dx, y -\- dy, und z -|- dz und deren Geschwindigkeitskomponenten zwischen ^, Y], ^ und 1) Diese Definition der Entropie geht über die Boltzmannsche Anschauung d S = k dln W oder S = k In W + const. hinaus. Das Fortlassen der unbestimmten Konstanten bedeutet, daß die Entropie durch die Wahrscheinlichkeit des Systems und durch eine universelle Konstante k vollständig bestimmt ist. Die Berechtigung dieser Annahme kann nur durch den Erfolg bevtriesen werden. Planck hat die Gleichung S = k In W ebenfalls benutzt (Wärmestrahlung S. 124 ff. u. 162) und der Verfasser hat mit ihrer Hilfe eine kinetische Erklärung des Nernstschen Wärme- theorems geben können. (Ann. d. Physik. 34, 455.) 96 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. ^ -|- d^, Y] -j- dY], J^ -f" d^ liegen, proportional dem Produkt dx • dy • dz • d^ • dY] • d^ = da. Die Anzahl der Molekeln, die diesem ,, Elementargebiet" da angehören, bezeichnen wir mit fda, wobei f als eine Funktion der X, y, z, ^, Vj, Z, aufzufassen ist. Dann beträgt also die Anzahl Uj Molekeln, die im Elementargebiet daj liegen = fjdaj, ng = f2da2 liegen im Elementar- gebiet dag u. s. f. Summieren wir die n^, n^ etc. über alle Elementar- gebiete, so erhalten wir die Anzahl Molekeln im Mol und erhalten N = i;K + n2 ) = Il(fida, + f2da2 )=/fda (5) Die Wahrscheinlichkeit des Systems erhalten wir nach den Regeln der Wahrscheinlichkeitsrechnung nach Boltzmann zu N! . W = n^ ! . n^ Mithin ist S = klnN! k [In (f, da^ !) • +In(f2da2!) ] (6) Machen wir nun die Annahme, daß die Elementargebiete da alle gleich und zwar so groß sind, daß die Anzahl der in ihnen vorhandenen Molekeln eine große Zahl ist^), so können wir zur Auswertung der Entropie die Stirlingsche Näherungsformel Inp!- = p (In p — 1) be- nutzen und erhalten S = k N In N — k N — k S Ma (In fda — 1) = k N In N — k N — k S (f In f da + f da • In da — f da) Unter Berücksichtigung von (5) folgt dann S = kNlnN — k/flnfda— kNlnda (6a) Zur Berechnung der Funktion f führen wir die Bedingungen ein, daß die Entropie im stationären Zustande ein Maximum und daß die Anzahl N und die gesamte kinetische Energie U der N Molekeln konstant ist, also SS = 0=/(lnf+ l)Sfda (7) und U = '^y(^^ + 7]^ + !;2)fda (8) 6U = =/(^2 4- Y^2 _^ ^2) § fda (8a) und 5N = 0=/Sfda ist. (9) Aus den Gleichungen 7 — 9 folgt dann f=cce-ß(S' + -'' + &') (10) (Maxwellscher Verteilungssatz). Die Auswertung der Konstanten a und ß gelingt durch Einsetzen von (10) in (5) und (8) und ergibt N /3 m N\3/, =' = v(4^1j) <1«^) 3 mN 1) Diejenigen Elementargebiete, in denen nur eine kleine Zahl von Molekeln vorhanden ist, sind im Ausdruck 5 und 6 gegen die Elementargebiete mit großer Molekelzahl zu vernachlässigen. II. Abteilung, Naturwissenschaftliche Sektion. 97 Aus Gleichung (6a) folgt dann durch Einsetzen S = kNlnN — kN Inda — k/ [Ina — ß(^2^Y]2+Q]ae-ß(^^ + ^' + S^)da = k N In N — k N In da — k N In a + 3/2 k N S^kNlnN-kNlnda-kNlnN + kNlnv-S/akNln^^+S/akNlnU+S/jkN = 3/2kNlnU + kNlnv4-3/2kNA— In^l^)— kNlnda. Mit Hilfe der thermodynamischen Beziehungen es 1 ^ e s p folgert Planck dann ohne weiteres p V = k N T, also k N = R, U = 3/2 R T p\ TT und — = Cv = 34 R. Mithin erhalten wir für die Entropie eines einatomigen idealen Gases, da m N = M (Molekulargewicht) ist S = CvlnT + Rlnv + Cv(l + In^^') — Rln da (11) Der Vergleich von (11) mit der rein thermodynamisch abgeleiteten Gleichung 1 (S. 2) ergibt für die Entropiekonstante eines einatomigen Gases Demnach hängt die Entropiekonstante S^ außer vom Molekulargewicht auch von der Größe des Elementargebietes da ab. Dieses Resultat muß befremden, da S^ nach Gleichung 1 und den folgenden Erörterungen des Massenwirkungsgesetzes für jedes Gas einen ganz bestimmten Wert besitzt, während die Größe des Elementargebietes da bisher als willkürlich an- genommen wurde. Da die reine Kinetik über die Größe von da bisher nichts aussagen konnte, so offenbart sich hier eine Lücke in der Reihe von Schlußfolgerungen, die von den kinetischen Hypothesen zur Zustands- gieichung der Gase führt. Daß die Gleichung (12) eine theoretische Bedeutung besitzt, erkennt man daraus, daß sie „dimensionsrichtig" ist. Der Wert S^ hängt nämlich, wie S. erörtert wurde, davon ab, in welcher Maßeinheit man das Volumen des Gases angibt. Verändert man den Maßstab für v, so muß S^ in dem- selben Maße abnehmen, wie R In v zunimmt. Der unter dem Logarithmus auf der rechten Seite der Gleichung 12 stehende Ausdruck muß daher die Dimension [1"^] besitzen. Dies ist auch tatsächlich der Fall; denn es ist |] = [P.t-2], also[(^)^/^]=[P.t-3] ferner [da] = [dx dy dz d^ dy] dQ = [1^. t-^] 1911. 98 Jahresbericlit der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Die Gleichungen 11 und 12 beweisen also, daß die thermodynamisch- chemischen Eigenschaften eines idealen einatomigen Gases sich nicht durch die Zahl und Maße der Molekeln, ihr Volumen und ihre gesamte kinetische Energie allein darstellen lassen, sondern noch durch eine neue Konstante da bestimmt werden. Die sechsdimensionale Mannigfaltigkeit X, y, z, ^, Tj, ^, deren Koordinaten den Zustand einer einzigen Molekel in jedem Zeitmoment eindeutig festlegen, darf also, damit die Kinetik der Gase mit der Thermodynamik nicht in Widerspruch gerät, nicht beliebig teilbar angenommen werden, sondern besitzt gewissermaßen eine atomistische Struktur. Die einander gleichen Elementargebiete da, in denen die Zahl der Molekeln so groß ist, daß die Anwendung der Stirlingschen Formel ohne merklichen Fehler statthaft wird, müssen also für jedes einzelne Gas einen bestimmten Wert besitzen, der seinerseits für die chemischen Eigen- schaften des Gases bestimmend ist. Zu analogen Ergebnissen ist bekanntlich Planck bei der statistischen Behandlung der Strahlungsentropie gekommen. Er mußte die früher als unendlich teilbar betrachtete Energie als endliche Summe von Elementar- quanten auffassen, um die Strahlungserscheinungen mit der Thermo- dynamik und der Kinetik gleichzeitig in Einklang bringen zu können. Es scheint daher so, als ob die statistische Methode in ihrer heutigen Form nur dann zur analytischen Behandlung des 2. Hauptsatzes ausreicht, wenn wir alle kontinuierlichen Größen (Energie, Raum etc.) ebenso wie seit alter Zeit die Materie in endliche Elementarquanten zerlegen. Der Grund hierfür dürfte in der Definition der Entropie nach der Gleichung S = klnW beruhen; denn man erhält nur dann eine endliche ,, Wahrscheinlichkeit" W, wenn man die endliche Anzahl von Molekeln (oder Resonatoren) einer end- lichen Anzahl von Bestimmungstücken zuordnet. Die allerdings schwer verstellbare physikalische Interpretation dieses Ergebnisses würde, da da = dv • d^ • dy] • dZ, ist, verlangen, daß sich die Molekeln der Gase nicht im ganzen ihnen zur Verfügung stehenden Raum gleichmäßig verteilen und nicht alle möglichen Geschwindigkeiten von Null bis unendlich annehmen können, sondern daß sie sich um einzelne Raum- punkte, etwa wie die Schüsse nach einer Scheibe, anhäufen und daß ihre Geschwindigkeitskomponenten sich sprungweise ändern. Die Volumina dieser Häufungsstellen und die Differenzen dieser bevorzugten Geschwindig- keiten sind dann für das chemische Verhalten des Gases maßgebend. Zu ganz denselben Ergebnissen gelangt man bei der Behandlung der mehratomigen idealen Gase. Bei diesen müssen wir, wie aus den Werten für die spezifischen Wärmen folgt, annehmen, daß die Wärmeenergie nicht lediglich in der kinetischen Energie der translatorischen Bewegung besteht, sondern daß jede einzelne Molekel noch einen bestimmten Energiebetrag besitzt, der aus der Bewegung der Atome in der Molekel folgt. Es ist bekanntlich Boltzmann u. a. gelungen, durch geeignete Hypothesen den IL Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 99 Erscheinungen Rechnung zu tragen. Eine dieser Annahmen besteht z. B. darin, daß eine aus zwei Atomen bestehende Molekel Rotationen um die beiden zur Verbindungslinie der Atome senkrechten Achsen ausführen kann und daß die gesamte Wärmeenergie des Gases sich nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit gleichmäßig auf alle einzelnen Bewegungsformen (Freiheitsgrade) verteilt. Dann ist der Zustand einer zweiatomigen Molekel außer durch die Koordinaten x, y, z, ^, y], Z, noch durch die beiden Koordinaten u und v bestimmt, wenn u und v den beiden neu eingeführten Winkelgeschwindigkeiten proportional sind. Die gesamte, nunmehr acht- dimensionale Mannigfaltigkeit teilen wir wieder in gleich große Elementar- gebiete da = dx dy dz d^ dv] d^ du dv und setzen die Zahl der Molekeln, die sich in einem Elementargebiet da befinden = fda. Dann gelten ebenso wie S. 6 angegeben, die Gleichungen N=/fda S = k N In N — k/f In f da — k N In da und U = ^Jk' + Yj2 _^ ^2 _^ U2 _J_ ^2) f da Für den stationären Zustand erhält man wie oben f=ae-ß(^' + ^' + S2 + ^' + ^') und für die Konstanten a und ß die Werte _ N/5 m N\5/2 o _ 5 m N und daher S = 5/, RlnT + Rlnv + r(5/, + In i^)^'' • ^ (12a) woraus sich Cy = ö/g R ergibt, wie es auch empirisch bei den meisten zwei- atomigen Gasen (Hg, Ng, Og, CO, HCl etc.) angenähert gefunden wurde. Bei dreiatomigen idealen Gasen kann man entsprechend Rotationen um drei zu einander senkrechte Achsen annehmen^ mit den Winkel- geschwindigkeiten proportional u, v, w. Dann ist das Elementargebiet gegeben durch da = dx dy dz d^ äri dJ^ du dv dw, die Energie durch U = ~^J^{1' _j_ y^2 _^ ^2 _|_ ^2 _^ V2 + W2) f da und man erhält für die Entropie S= 3RlnT + Rlnv-|-R^3 +ln(?^)^ . ^^ (12b) woraus für die spezifischen Wärmen Cy = 3 R folgt, was auch angenähert für Hg 0- Dampf, wenigstens bei tiefen Temperaturen gefunden wurde. Fassen wir die Resultate der kinetischen Betrachtungsweise zusammen^ so ergibt sich, daß die Entropie eines Moles des Gases stets gegeben ist durch Volumen und Temperatur, ferner durch die Zahl der Freiheits- grade, das Molekulargewicht und eine Größe da (beziehungsweise ihren 7* 100 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl, Cultur. Logarithmus), der für jedes Gas einen bestimmten, aus der Theorie vor- läufig nicht deduzierbaren Wert besitzt. Es besteht nun die Möglichkeit, anzunehmen, daß dieses Elementar- gebiet da, wenigstens für Gase mit gleicher Atomzahl in der Molekel, eine universelle Konstante ist. Diese Hypothese können wir prüfen, wenn wir die von Nernst berechneten Zahlenwerte der ,, Chemischen Konstanten" benutzen. Nach S. Gleichung (4a) ist Si=2,3C . R + Cv— RlnR und nach S. Gleichung 12 Si = cv(^l +ln^)— Rlnda. Mithin 2,3 C • R = Cv • In ^-^ + R In R — R In da Für Gase mit gleicher Atomzahl besitzt Cy denselben Wert. Wäre auch da von der chemischen Natur unabhängig, so würde C = Const. — ^IgM R d. h. es müßte die chemische Konstante C mit wachsendem Molekular- gewicht abnehmen. Tatsächlich zeigt die Tabelle nach Nernst^) das Gegenteil: Hg Na O2 HCl HJ C = l,6 2,6 2,8 3,0 3,4 Wenn also die von Nernst allerdings nur unter Vorbehalt gegebenen, aber wahrscheinlich annähernd gültigen Werte richtig sind, so muß die obige Hypothese falsch sein und die Konstante da für jedes Gas einen anderen Wert besitzen; es mag dahingestellt bleiben, ob da nicht viel- leicht eine bisher unbekannte Funktion des Molekulargewichtes ist. Es läßt sich ferner zeigen, daß das Elementargebiet da für jedes Gas nur dann einen bestimmten konstanten Wert besitzt, wenn man, wie dies bisher stets geschehen ist, gleiche molekulare Mengen der verschiedenen Gase miteinander vergleicht. Der Wert von da hängt nämlich, ebenso wie z. B. die Masse und das Volumen eines Gases von der Anzahl der vor- handenen Molekeln ab und ist ebenso wie die Masse und das Volumen dieser direkt proportional. Um dies zu beweisen, vergleichen wir wieder die von der Thermodynamik und der Kinetik gelieferten Ausdrücke für die Entropie. Befinden sich im Volumen v N Molekeln (d. h. ein Mol) eines ein- atomigen Gases, so ist die Entropie dieses Volumens nach der Thermodynamik Sn, v = CvlnT-l-Rlnv-j-S^N (13a) nach der Kinetik S N, V = Cv In T + R In V + Cv Tl + In ^^) — R In da n (13b) 1) Lehrbuch, 6. Aufl., S. 708. II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 101 Befinden sich im gleichen Vohunen v nur n Molekeln, d. h. — Mole, so ist die Entropie des Volumens nach der Thermodynamik S„,v=y^ = ~ .c.lnT + | .Rlnv + S^ (14a) nach der Kinetik S„,v = |c,lnT + ^RJnv + |c,(l + ln^)-^Rlnda, (14b) N Nun denken wir uns das Volumen v mit den n Molekeln — mal n N aneinander gereiht, so daß das Volumen V = — v mit N Molekeln entsteht. Die Entropie dieser N Molekeln ist nun nach Gleichung 13a Sn,v = CvlnT + Rln V + S^N (15) . N Andrerseits ist die Wahrscheinlichkeit, daß die — Volumina v alle die n gleiche Wahrscheinlichkeit Wn besitzen, nach den Gesetzen der Wahr- N scheinlichkeitsrechnung = Wn " ; folglich ist die Entropie S N V = k - In Wn = - S „ V = Cv In T + R In V + Cv fl 4- In ^^) n n ' \ m / — Rlndan (15a) Mithin folgt aus 15, 15a und 13b RlnV — RlndaN = Rlnv — Rlndan, (16) N ddN In — = ln n da n da N da n , ..„^ oder — rr— = = const. (17) N n ^ ^ Für eine beliebige Menge eines und desselben Gases ist also das Elementargebiet da proportional der Zahl der vorhandenen Molekeln. Offenbar ist das Volumen der Häufungsstellen (S. 8) um so größer, je mehr Molekeln in ihnen enthalten sind. Kinetische Ableitung des Massenwirkungsgesetzes. Wir wollen nun die gewonnenen Ergebnisse dazu benutzen, um die Gesetze des chemischen Gleichgewichtes mittels der kinetischen Theorie abzuleiten, da wir jetzt die absoluten Wahrscheinlichkeiten verschiedener Stoffe mit einander vergleichen können. Bereits Boltzmann hat die Wahrscheinlichkeitsbetrachtung auf chemische Gleichgewichtserscheinungen angewendet. Es gelang ihm, die Gleichungen, welche die Abhängigkeit der Gasdissoziation von Temperatur und Druck beherrschen, auf Grund kinetischer Vorstellungen abzuleiten, indem er die Wahrscheinlichkeit dafür berechnete, daß sich eine Molekel 102 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. in der sogenannten „Wirkungssphäre" einer anderen Molekel befand^). Später haben sich Natanson^), Jäger ^) und Krüger*) erfolgreich mit diesem Problem befaßt. Alle diese Forscher haben aber, um die empirisch und thermodynamisch richtigen Gleichungen ableiten zu können, ganz bestimmte spezielle Annahmen über den Mechanismus der Verbindungs- bildung aussprechen müssen, deren unabhängige Prüfung sich bisher nicht ermöglichen ließ. Im Folgenden hoffe ich die Gleichgewichtserscheinungen in idealen Gasen erschöpfend behandeln zu können lediglich auf Grund des folgenden Satzes: Befinden sich die Molekeln verschiedener Gase in einem adiabatisch abgeschlossenen Räume, so kann nur dann eine chemische Umsetzung zwischen ihnen eintreten, wenn durch diese die molekulare Unordnung des Systems wächst; im Zustande des chemischen Gleichgewichts ist die „Wahrscheinlichkeit" des Systems (vergl. S. 5) ein Maximum» Dieser Satz ist meines Erachtens eine einfache Folgerung der An- schauung, auf Grund deren Boltzmann die Entropie chemisch-homo- gener Gase berechnet hat. Um die zur Ableitung der Gleichgewichtsbedingung notwendigen Rechnungen möglichst übersichtlich zu gestalten, will ich sie an dem klassischen Beispiel der Dissoziation des Joddampfes durchführen. Im Volumen v befinden sich n^ Atome Jod (J) von der Masse m und n2 Molekeln Jg von der Masse 2ra. Behalten wir die frühere Bezeichnungs- weise bei, so ist die Energie . eines Jodatoms gegeben durch m Uj = -^ {^^ -\- f]^ -{- ^^) -\- 3l und die Energie einer Jodmolekel Ug = m (^^ -|~ "i^^ + ^^ + u^ -|- v^) -}- b. a und b sind die nichtkinetischen Energiebeträge der Atome und Molekeln; daß diese in der Regel auch bei den einatomigen Molekeln einen endlichen Wert besitzen müssen, geht aus folgender Überlegung hervor: Es bedeutet b — 2a die Energie, die bei der Dissoziation der Molekel bei Null ° abs. nach außen abgegeben wird. Da diese in der Regel einen negativen Wert besitzt, so muß a positiv sein. Möglicherweise ist a ein Maß für die Kraft, mit der die Valenzelektronen im Atom festgehalten werden, beziehungsweise für die kinetische Energie der Elektronen innerhalb des Atoms. Die Gesamtenergie U der im Volumen v vorhandenen Molekeln und Atome ist also gegeben durch (18) m ü=2-/(^^ + Y]2+C^)fida, + n,a + m/(^2+Y]2+^2+u^+v2)f2da, + n,b wenn wir das Elementargebiet der n^ Jodatome mit da^, und das Elementar- 1) Vorlesungen über Gastheorie II, p. 177 ff. 2) Wied. Ann. 38, 288. 8) vergl. Winkelmann, Handb. d. Physik. III. 725 (2. Aufl.). ^) Göttinger Nachrichten 1908, Sitz, vom 19./12. IL Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 103 gebiet der ng Molekeln Jj mit daa bezeichnen. Die Wahrscheinlichkeit des Systems ist gegeben durch das Produkt der Wahrscheinlichkeiten der n, Atome J und der ng Molekeln Jg, also W = W^ • Wg und die Entropie des Systems S = k In W^ -f- k In Wg oder S = kn^ In nj — k / f^ In f^ da^ — kn^ In da^ (19) -j- kn^ In Hg — k / fg In fg da2 — kng In dag Die n^ Molekeln Jg stehen mit den n^ Atomen J im Dissoziations- gleichgewicht, falls sich beim Verschwinden von Sng Molekeln Jg und dem gleichzeitigen Entstehen von 8n^ = — 2 Sng Atomen J bei Konstanz des Volumens und der Gesamtenergie die Wahrscheinlichkeit W und die Entropie S des Systems nicht ändern, falls also für 8U = auch ßS = ist. Mithin ergibt sich aus (18) 6U=0 = |/(^2_|_^2_|_j;2j5f^dai+Sn, . a + m/(^2 + 7]^+ C2_|_u2 + v2)Sf2Sao 4-5n2-b (18a) und aus 19 SS = = Sn^ In n^ -|- Sn^ — / Sf^ In f^ da^ — / of^ da^ — Sn^ In da^ (19a) -f- Sng In ng -{- Sug — / §f2 In f^ dag — /Sfg da2 — Sn2 In da2 Berücksichtigen wir / f^ da^ = n^ , / fg dag = n^ und on^ == — 2 Sng , so geht 19a über in 6n2 In -?2 — /ofi In f^ da^ — /Sfg In fg daa — hn^ • In -r-\=0 (19b) 19b und 18a können gleichzeitig nur erfüllt sein, wenn f, = a,e-ß(^' + V]'^ + C^) (20) f2 = a2e-2ß(^^ + Y]^ + C^ + u^ + v2) n ^2 o [b - 2a] . ß ^^ da^ und In ^ — In ^ — 2 ^^—^ — In -— ^ = ist. (21) '1 m da. Gleichung 21 stellt die Bedingung des Dissoziationsgleichgewichts dar. Zur Bestimmung der Konstanten a^, a^ und ß setzen wir die Gleichungen (20) in 1 8 ein und berücksichtigen ferner, dass / fj da^ == n^ und / fg dag = n, ist. Dann ergibt sich (f) 3/2 "2 = «2 V und (22) /JIV/2 3mni 5m Ug ,„ . U = -^^ + ^-^ _|_ n^ a + Uj b (23) Mittels der 3 Gleichungen (22) und (23) sind die 3 Konstanten a^, «2 und ß aus m, v, n^ und n^ zu berechnen. Die Ausrechnung wird sehr ■einfach, wenn wir berücksichtigen, daß die ersten beiden Summanden der Gleichung (23) je die kinetische Energie der beiden einzelnen Gase in Volumen v darstellen (vergl. auch Gl. 10b S. 6). Demnach ist unter Be- l04 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. rücksichtigung dessen, was wir für einheitliche Gase gefunden hatten, 3°^°' _ 0/ »1 RT und ^"^"^ - 5/ ^ RT „ mN also p = . ^ 2RT Setzen wir diesen Wert, sowie die Werte aus (22) in (21) ein, so folgt . /RT . uNÖ/a , , /2 7rRT\3 (b — 2a) N . da^ ^ ,,., In V . ( '2 — Inv^.f -—) — ^ — -^ In-— ^ = (24) V mN / \ mN / RT da^* ^ Nun ist m N = M (Atomgewicht des Jod), -N. (b_2a) = + Qo die Wärmemenge, die bei der Bildung eines Moles Jg bei Null Grad abs, entwickelt wird, und ferner nach Gl. (17) S. 11 daj = ^ daN, ' da2 = ^ da^^ . Mithin geht (24) über in 1 «i' 1 , , , RTti „ 2 7:RT , Qo . daN, ^ In -J- . -- J- o/o In — 3 In — \- -^ — In - — | = 0. ng Nv ' '^ iM M ' RT da^^^ Um den Vergleich mit der thermodynamisch abgeleiteten Gleichgewichts- bedingung zu ermöglichen, führen wir die molekularen Konzentrationen Cj = ;r7- und Cj„ = -?- und ferner die spezifischen Wärmen Nv ^ Nv ^ Cy^j = 3/2 R und Cv, jjj = 54 R ein und erhalten °^^=RT + -R-^°^--R-^"^+-R-^"M^--R-^"Mr — In-^ dGN,^ (25) = RT + -R-^°^ + 2(|^ln.^^^ Inda.j Qo Sc S(S^-c,) = RT + ^"^''^+ R • also völlige Identität mit den Gleichungen 3, 3a (S. 3) und 12 (S. 7). Der am Anfang dieses Abschnittes ausgesprochene Grundsatz vermag also in Verbindung mit der im ersten Abschnitte begründeten Erweiterung der Gastheorie die speziellen Hypothesen Boltzmanns und seiner Nach- folger zu ersetzen. Er gilt offenbar nicht nur für ideale Gase, sondern für sämtliche chemische Reaktionen. Damit gibt er zugleich eine Erklärung für die angenäherte Gültigkeit des B er thelot sehen Prinzips, das aus der reinen Mechanik nicht abzuleiten ist. Nach Berthelot sollen nur exotherme Reaktionen von selbst eintreten können, d. h. nur solche, bei deren adiabatischem Ablauf die Temperatur des reagierenden Systems steigt. Da besonders bei tiefen Temperaturen (bei flüssigen und festen Stoffen) wahrscheinlich die molekulare Unordnung mit wachsender Temperatur stark ansteigt, so werden die unter Wärmeentwickelung verlaufenden II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 105 Reaktionen meist mit einer Zunahme der gesamten molekularen Unordnung verbunden sein. Erst bei hohen Temperaturen im Gaszustande wird der Temperatureinfluß auf die „Wahrscheinlichkeit" relativ gering. Daher finden wir bei tiefen Temperaturen das Berthelotsche Prinzip fast aus- nahmslos erfüllt, während bei hohen Temperaturen auch endotherme Reaktionen auftreten. Die oben gegebene kinetische Ableitung des Massenwirkungsgesetzes, fußt auf der Annahme, daß sich auch bei den mehratomigen Gasen die gesamte kinetische Energie gleichmäßig auf alle Freiheitsgrade verteilt. Dies ist aber bei den realen mehratomigen Gasen nicht streng der Fall, da ihre spezifischen Wärmen ausnahmslos mit steigender Temperatur an- steigen. Nernst hat daher kürzlich die Hypothese eingeführt^), daß bei hohen Temperaturen Schwingungen der Atome innerhalb dor Molekeln auftreten, deren Energie sich aus Vielfachen eines Elementarquantums zusammensetzt. Durch diese Annahme würde natürlich die analytische Form der Gleichgewichtsbedingung (25) modifiziert werden, doch dürfte die kinetische Ableitung der richtigen Gleichung keine prinzipiellen Schwierigkeiten bieten. Zusammenfassung. Nur durch eine geeignete Erweiterung der kinetischen Theorie der Gase gelingt es, die chemischen Besonderheiten der verschiedenen idealen Gase auf mechanische und kinematische Unterschiede zurückzuführen. Diese Erweiterung besteht in der Annahme, daß die Molekeln der Gase sich nicht gleichmäßig in dem ihnen zur Verfügung stehenden Räume verteilen, sondern gewisse Häufungsstellen von endlichem Volumen besitzen, und daß ferner ihre Geschwindigkeiten endliche Differenzen aufweisen. Dann kann man die Gesetze des chemischen Gleichgewichtes ohne weitere Hypothesen über den Mechanismus der Verbindungsbildung ableiten, lediglich auf Grund des Satzes, daß jede von selbst eintretende chemische Reaktion zu einer Vermehrung der molekularen Unordnung führt. Geschmolzene Salze als Lösungsmittel. Von 0. Sackur. Vor einiger Zeit .habe ich die Bildung von Kalium- und Natrium- Manganat in den geschmolzenen Alkalicarbonaten als Lösungsmittel genauer untersucht^). Um die Molekulargewichte der entstehenden Manganver- 1) Z. f. Elektrochem. 17 265. (1911.) 2) Ber. d. Dtsch. Chem. Gesellsch. 43, 381, 448, 44, 777; Z. f. Elektrochemie,. 16, 649. 106 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. bindungen zu bestimmen, habe ich die Erstarrungspunkte der geschmolzenen Alkaliiiarbonate aufgenommen, sowie die von solchen Lösungen, die bei der Auflösung anderer Salze in den Alkalikarbonaten als Lösungsmittel entstehen. Hierbei zeigte es sich, daß das Raoultsche Gesetz von der Proportio- nalität von Konzentralion und Gefrierpunktserniederung bis zu Konzentra- tionen von 1 normal hinauf recht gut erfüllt war. Außerdem konnten wichtige Schlüsse über den Dissoziationszustand der als gelöste Stoffe sowie als Lösungsmittel verwendeten Salze gezogen werden. Diese Ergebnisse ließen es als wahrscheinlich erscheinen, daß die Lösungen in hoch schmelzenden Salzen als Lösungsmittel besonders einfache Verhältnisse zeigen, und es wurde die Vermutung nahe gelegt, daß ihre genauere physikalisch-chemische Untersuchung uns vielleicht einen klareren Einblick in die Natur des Lösungsvorganges gewähren könnte, als wir ihn durch die Untersuchung von Wasser und anderen Flüssigkeiten, die sich meist in vieler Hinsicht abnorm verhalten, bisher gewinnen konnten. Die vorliegende Untersuchung soll einen ersten Beitrag zur Lösung dieses Problems bringen; sie beschäftigt sich mit der Löslich keit von an- organischen Stoffen in geschmolzenen Salzen. Die bei tieferen Temperaturen übliche Methode zur Löslichkeits- bestimmung wäre bei den geschmolzenen Salzen überaus umständlich, da eine Trennung der Lösung vom ungelösten Stoffe durch Filtration mit sehr großen experimentellen Schwierigkeiten verbunden wäre; daher habe ich mich durchweg der folgenden, zwar weniger genauen, aber um so bequemeren Methode bedient: Ich habe in allen Fällen untersucht, ob der Zusatz eines Stoffes zu dem geschmolzenen als Lösungsmittel dienenden Salze dessen Schmelzpunkt verändert. Ist das letztere der Fall, so muß eine Auflösung stattgefunden haben, bleibt der Schmelzpunkt unverändert, so ist der zu- gesetzte Stoff bei der Temperatur des Schmelzpunktes praktisch unlöslich. Zur Bestimmung des Schmelzpunktes habe ich mich der früher be- schriebenen Methode bedient^): es wurde die Abkühlungskurve der Schmelze mittels des Thermoelements und eines registrierenden Millivoltmeters auf- genommen. Reines Lösungsmittel und Lösung wurden immer unmittelbar hintereinander untersucht, so daß die Schmelzpunktsänderungen auf dem Papierstreifen des Registrierapparates direkt abgelesen werden konnten. Der maximale Fehler betrug höchstens 1 — 2 ". Eine Löslichkeit von etwa Vao n konnte daher unter allen Umständen mit dieser Methode erkannt werden. Meist habe ich jedoch in den Fällen, in denen keine merkliche LösHchkeit gefunden wurde, nachweisen können, daß die Konzentration der gesättigten Lösung weit unterhalb dieser oberen Grenze lag. Falls nämlich der Stoff, dessen Löslichkeit untersucht werden sollte, wesentlich schwerer war als ^) Z. f. Elektrochemie 16, 699. II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 107 das Lösungsmittel, so setzte er sich vollständig ab. Dann ergab eine mittels eines schwer schmelzbaren Glasrohres entnommene Probe der Schmelze auch mit den schärfsten analytischen Reaktionen keine Spur des zugesetzten Stoffes. Bei der Erstarrung der schmelzflüssigen Lösungen sind verschiedene Fälle zu unterscheiden, je nachdem der in der Schmelze gelöste Stoff die Fähigkeit besitzt, auch mit dem festen Lösungsmittel Lösungen oder Mischkristalle zu bilden. Ist dieses nicht der Fall, scheidet sich also bei der Erstarrung der Lösung zunächst das reine Lösungsmittel aus, so muß nach den Lösungsgesetzen wenigstens in verdünnten Lösungen die Schmelz- punktserniedrigung der molekularen Konzentration proportional sein. Scheiden sich dagegen feste Lösungen bei der Erstarrung aus, so müssen Abweichungen von diesem einfachen Verlauf der Erstarrungskurve auftreten. Je nach dem Verteilungsgesetz, welches zwischen flüssiger und fester Lösung besteht, sind dann die verschiedenartigsten Erstarrungspunkt-Kon- zentrationskurven zu erwarten, wie sie von Roozeboom u. a. theoretisch vorausgesagt und bei den zahlreich untersuchten Metallegierungen auch empirisch bestätigt wurden. Auch bei der Erstarrung der schmelzflüssigen Salzlösungen habe ich die verschiedenartigsten Verhältnisse angetroffen, sowohl zahlreiche recht genaue Bestätigungen des Raoultschen Gesetzes, in anderen Fällen wieder geringe oder starke Mischbarkeit im festen Zustande. Auf diese Verhältnisse werde ich an anderer Stelle ausführlich eingehen. Zu meinen Untersuchungen habe ich bisher die folgenden Stoffe benutzt : a) als Lösungsmittel Kaliumkarbonat, Schmelzpunkt 909 " Natriumkarbonat, ,, 860 ° Natriumsulfat, „ 890 ^ Kaliumchlorid, „ 772 <> Natriumchlorid, „ 802 ° b) als gelöste Stoffe: Die Chloride, Sulfate, Karbonate und Chromate der Alkalien und der Erdalkalien, die Oxyde des Magnesiums und Calciums, die Oxyde und Sulfide von Schwermetallen, die Ferrite und Aluminate des Natriums und Kaliums ^). Die Auswahl der gelösten Stoff"e wurde durch die Zersetz- lichkeit vieler Metallsalze bei den hohen in Betracht kommenden Tempera- turen begrenzt; ferner konnten nur solche Stoffe untersucht werden, die mit dem Lösungsmittel- nicht unter Bildung einer zersetzlichen Verbindung reagieren (z. B. die Schwermetallsalze mit den Alkalikarbonaten). 1) Diese Salze entstehen beim Glühen der Alkalikarbonate mit der äquiva- lenten Menge AI2 O3 oder Fe2 O3 quantitativ nach der Gleichung z.B. Na2 CO3 + AI2 O3 = 2 Na AI O2 + CO2 und Na, CO3 + Fe2 O3 = 2 Na Fe O2 + CO2 108 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Es ergab sich nun bemerkenswerlerweise, daß die Löslichkeit der untersuchten Stoffe in den oben bezeichneten geschmolzenen Lösungsmitteln sehr einfachen Gesetzen folgt: die löslichen und die (praktisch) unlöslichen Stoffe scheiden sich in zwei scharfe Gruppen; die untersuchten Stoffe sind entweder sehr schwer oder sehr leicht löslich. Die Sättigungskonzentration der letzteren wurde bei meinen Versuchen, bei denen ich wechselnde Mengen des gelösten Stoffes bis zu ein Mol auf 1000 g Lösungsmittel ver- wendete, in keinem Falle erreicht. Begrenzte mittlere Löslichkeiten, wie sie z. B. bei den Lösungen von Salzen in Wasser die Regel sind, wurden in keinem Falle beobachtet. Ebenso wurde kein einziger Stoff gefunden, der in einem der benutzten Lösungsmittel unlöslich, in einem anderen dagegen löslich wäre. Während die Löslichkeit in festem Zustande wie aus der Verschiedenartigkeit der Erstarrungskurven hervorgeht, in hohem Maße von der chemischen Konstitution der die feste Lösung bildenden Komponenten abhängt, scheint diese Differenzierung für schmelzflüssige Lösungen vollständig zu fehlen. Für diese ist nur die Gruppenzugehörig- keit der Komponenten maßgebend. Es erwiesen sich nämlich als löslich: die Chloride, Sulfate, Karbonate und Chromate der Alkalien und Erdalkalien, also alle normalen Salze. Auch bei den Lösungen von Schwermetallchloriden in den geschmolzenen Alkalichloriden hat Lorenz bei seinen zahlreichen elektro-chemischen Versuchen stets eine starke Löslichkeit beobachtet; als unlöslich erwiesen sich dagegen die Oxyde des Magnesiums, Calciums und der Schwermetalle, die Sulfide der Schwermetalle, sowie die Aluminate und Ferrite der Alkalien. Es erwiesen sich also alle diejenigen Stoffe als löslich, die in zwei entgegengesetzt geladene, beständige Ionen zerfallen können, alle nicht dissoziierbaren Verbindungen dagegen als unlöslich. Ein derartiges ein- faches Kriterium für die Löslichkeit ist wohl noch in keinem anderen Lösungsmittel gefunden worden. Wahrscheinlich hängt dieser bestimmende Einfluß der Spaltbarkeit in Ionen mit der Tatsache zusammen, daß die reinen Lösungsmittel selbst hochgradig ionisiert sind; ich will jedoch die theoretische Diskussion bis zur Beschaffung weiteren Tatsachenmaterials vertagen. Auch die quantitative Löslichkeitsbestimmung gelingt mittels der Schmelzpunktskurven, allerdings nur bei solchen Stoffen, die sich mit dem festen Lösungsmittel nicht mischen. Denn beim Auftreten fester Lösungen kann man von einer eigentlichen Löslichkeit nicht sprechen, vielmehr tritt in diesem Falle eine Verteilung des gelösten Stoffes zwischen 2 Phasen ein. Beim Fehlen fester Lösungen hat bekanntlich das Schmelzpunkts- diagramm die Form der untenstehenden Figur. Es bedeutet A den Schmelz- punkt des einen, B den des anderen festen reinen Stoffes; als Ordinate II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 109 dient die Temperatur, bei welcher die Erstarrung beginnt, als Abszisse ist das Mischungsverhältnis aufgetragen. Aus diesem Diagramm ersieht man, daß der niedriger schmelzende Stoff A am Schmelzpunkte von B in B unbegrenzt löslich ist. Die Löslichkeit von B in A an dessen Schmelz- punkt erhält man als Abszisse des Schnittpunktes einer durch A gezogenen Horizontalen mit der Schmelzpunktskurve. Denn an diesem Punkte ist die flüssige Schmelze im Gleichgewicht mit festem B, ist also an diesem gesättigt. Auf diese Weise habe ich die Löslichkeiten von Na2C03, KgCOg und NagSO^ in NaCl und KCl und ferner von KgCOg in NagCOj ermitteln können und erhielt die folgenden Werte, die, wie gesagt, für den Schmelz- punkt des Lösungsmittels gelten. in ein g K Cl 7,08 g 3,27 = 8,7 . Naa CO3 Es lösen sich NaCl Nag CO3 8,45 g K, CO3 9,37 . Na^ SO^ 10,8 = 10,5 g Die erhaltenen Löslichkeiten sind sehr beträchtlich. Verhalten von Flüssigkeiten gegen Zugkräfte. Von Dr. Julius Meyer. Wenn ein Gas unterhalb seines kritischen Punktes bei konstanter Temperatur komprimiert wird, so steigt bekanntlich der Druck p solange, bis das Gas sich zu verflüssigen beginnt. Während dieser Kondensation bleibt der Gasdruck konstant, bis das Gas völlig verschwunden und nur noch Flüssigkeit vorhanden ist. Von nun an entspricht einer geringen Ver- kleinerung des Flüssigkeitsvolumens eine außerordentlich große Druck- Anm.: Die ausführliche Abhandlung mit dem umfangreichen Zahlenmaterial erscheint in den Abhandlungen der Deutschen Bunsengesellschaft. 110 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Figur 1 Steigerung. Verfolgt man diese Zustandsänderungen in einem p-v-Diagramm, so geht man im Punkte A (Fig. 1) von einem gasförmigen Systeme aus, erreicht in B den Kondensationspunkt, bis in C nur noch Flüssigkeit vorhanden ist, um dann sehr steil nach D anzusteigen. Auf der Kondensations- kurve B C koexistieren demnach eine flüssige und eine gasförmige Phase, so daß der Übergang vom gasförmigen zum flüssigen Zustande auf diesem normalen Wege unstetig erfolgt. Nun hat schon früher J. Thomson darauf hingewiesen, daß man die beiden Kurvenstücke A B und C D, die also einem nurgasförmigen und einem nurflüssigen Systeme entsprechen, II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 111 durch einen Wellenzug B G F E C stetig miteinander verbinden kann, und eine derartige stetige Kurve er- gibt sich auch aus der bekannten van der Waal- schen Gleichung (P + ^) (v-b) = RT, die die Kontinuität des gasförmigen und flüssigen Zu- standes der Materie mit zur Voraussetzung hat. Ein Versuch, eine Flüssigkeit längs dieser stetigen Kurve bei konstanter Temperatur kontinuierlich in ein Gas überzuführen, liegt bisher nicht vor. Eine qua- litative Andeutung, daß man, von D ausgehend, den Punkt C ohne Auftreten der Dampfphase zu über- schreiten vermag, liegt in dem L ei denfrost sehen Phänomen und ähnlichen Erscheinungen vor. Von Bedeutung ist aber, daß man das System bald nach dem Überschreiten von C unter den Druck Null setzt und nach dem Überschreiten von H in Gebiete kömmt, in denen die Flüssigkeit unter einem Zuge oder unter einem negativen Drucke steht. Daß sich Flüssigkeiten einem bedeutenden Zuge unterwerfen lassen, hat M. Berthelot gezeigt, der gut ausgekochtes Wasser in ein Röhrchen so einschmolz, daß die zum Füllen dienende Kapillare nach dem Zuschmelzen nur ein winziges Luftbläschen aufwies. Wenn diese geringe Luftmenge dann durch Schütteln in dem Wasser aufgelöst war, konnte er die übrig- bleibende Dampfblase durch Erwärmen auf eine be- stimmte Temperatur, die als ,, Ausfüllungstemperatur" bezeichnet werden soll, zum Verschwinden bringen, so daß das Wasser das Glasröhrchen in diesem Mo- mente völlig ausfüllte. Beim Abkühlen tritt nun die Dampfblase nicht auf. Durch die Adhäsion zwischen Glaswand und Flüssigkeit wird vielmehr das Wasser auseinandergezogen, bis schließlich bei genügender Ab- kühlung unter scharfem Knacken ein Bruch der Flüssigkeit eintrat und sich die Dampfblase plötzlich wieder zeigte. Um die Zugkräfte und die dadurch bewirkten Volumenänderungen nun quantitativ messen zu können, wurde das Berthelotsche Röhrchen mit einem Glas- kapillarenmanometer A (Fig. 2) versehen, wie es zuerst von :/h % V Figur 2. 112 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. E. Ladenburg und E. Lehmann angegeben und dann von R. Abegg und Johnson verbessert worden ist. Außerdem wurde noch eine Kapillare B angeschmolzen, um die Größe der Dampfblase bei verschiedenen Temperaturen messen und mit dem entsprechenden negativen Drucke vergleichen zu können. Dieser Apparat, Tonometer genannt, wurde sorgfällig durch Ablesung mit Fernrohr und Skala bei verschiedenen verminderten und erhöhten Drucken dahin geprüft, ob die Drehungen des am Manometer A befestigten Spiegelchens den Druckänderungen genau proportional sind. Es ergab sich, daß diese Bedingung bei einer größeren Anzahl von Eichungen an verschiedenen Tonometern meistens streng erfüllt ist. Die so geeichten und gewogenen Tonometer wurden dann mit sorgfältig ausgekochtem Wasser, Alkohol oder Äther durch die Kapillare B gefüllt und dann zu- geschmolzen. Dann wurde die eingeschmolzene Flüssigkeitsmenge durch Nachwiegen festgestellt und die Größe der in der Kapillare B enthaltenen Luft-, bezw. Dampfblase bei einer größeren Reihe von Temperaturen gemessen. Nach dem Erwärmen auf die Ausfüllungstemperatur des Apparates wurde dann vollständige Adhäsion zwischen Glaswandung und Flüssigkeit bewirkt und durch allmählige Abkühlung der negative Druck hervorgerufen, dessen Größe für jede Temperatur durch Beobachtung der Skalenverschiebung im Fernrohr gemessen wurde. Stellt man das Tonometer im nichtgespannten Zustande im Fernrohr ein, so bleibt die Skala während einer allmählichen Temperaturerhöhung längs A E G B (Fig. 3) solange fast unverändert, bis in B die Ausfüllungstemperatur erreicht ist und nun die eingeschlossene Flüssigkeit einen positiven Druck ausübt, der sich durch die Skalenverschiebung B C zu erkennen gibt. Kühlt man nun den Thermostaten, in dem sich das Tonometer befindet, langsam ab, so geht der auf B C positive Druck beim Unterschreiten der Ausfüllungs- temperatur in negativen über und die Skala läuft auf der Kurve B F D entlang, bis in irgend einem Punkte unter lautem Knacken ein Bruch der Flüssigkeit eintritt und die Skala z. B. von D nach E zurückspringt. Während mit demselben Tonometer stets dieselbe Kurve C B F D . . . . durchlaufen wird, hängt der Endpunkt D, d. h. die Bruchtemperatur, von Zufälligkeiten ab. Ein geringerer oder größerer Luft- und Staubgehalt der Flüssigkeit, äußere Erschütterungen, rauhe Stellen im Tonometer spielen dabei eine große Rolle. Es zeigte sich im allgemeinen, daß die ersten Versuche in neuen Tonometern meistens die höchsten negativen Drucke ergaben. Die folgenden Versuche führten fast regelmäßig zu niedrigeren Werten. Die maximalen negativen Drucke, die beim Wasser beobachtet werden konnten, betrugen ungefähr 30 Atm., bei Alkohol ungefähr 40 Alm., beim Äther in einem Falle 72 Atm., beim nächsten Versuche mit demselben Apparate nur noch 60 Alm., um dann noch weiter zu sinken. II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 113 Diese außerordentlich hohen Zugkräfte bewirken natürlich eine Kon- traktion der Apparate, die in Rechnung gesetzt werden mußte. Zu diesem Zwecke wurde das gefüllte Tonometer in ein Glasrohr einge- schmolzen, das in eine längere Kapillare von bekanntem Druckmesser aus- lief und luftfrei mit Wasser gefüllt war. Es wurde nun der Stand des Wassermeniskus in dieser Kapillare bei verschiedenen Temperaturen be- obachtet, einmal wenn im Tonometer der für die betreffende Temperatur bekannte negative Druck herrschte, und zweitens, wenn derselbe aus- gelöst war. Temperstun Figur 3. Die Beobachtung des negativen Druckes an Wasser bei tieferen Temperaturen ergab ein Maximum dieses Druckes in der Nähe von 4*^, das natürlich mit dem Volumenminimum des Wassers bei dieser Temperatur zusammenhängt. Die Messung des Maximums des negativen Druckes und der zugehörigen Temperatur ergab nun ein Steigen der Temperatur mit wachsendem negativen Druck. Es wird also die Temperatur des Dichte- maximums durch negative Drucke verschoben und zwar erhöht. Nach Amagat wird die Temperatur des Volumenminimums durch Steigerung des 1911. 8 114 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. positiven Druckes von 1 Atm. um 0,0217 ° herabgedrückt. Drei Versuche mit dem Tonometer ergaben im Mittel eine Temperaturerhöhung um 0,0235*^ pro Atm. negativen Druckes. Die Kenntnis des negativen Druckes und der dadurch bewirkten Volumenänderungen der untersuchten Flüssigkeiten, die also der Größe der Dampfblase nebst Korrektur des Tonometers entspricht, erlaubt nun die Berechnung des Dilatationskoeffizienten, der dem Kompressionskoeffizienten der betreffenden Flüssigkeit dem Wesen nach entspricht. Es ergab sich nun, daß die Dilatations- und Kompressionskoeffizienten des Wassers, des Alkohols und des Äthers zusammenfallen und sich nur durch ihr Vor- zeichen unterscheiden. Einige Versuche in besonders starkwandig geblasenen Tonometern, die auch die Bestimmung von Kompressionskoeffizienten er- laubten, zeigten mit Sicherheit, daß bei diesen Koeffizienten beim Übergang von positiven zu negativen Drucken keine Unstetigkeit zu beobachten ist. Es ist dies leicht erklärlich, wenn man die Annahme macht, daß das Volumen der Flüssigkeiten in erster Linie durch den ungeheueren Binnen- druck im Innern der Flüssigkeit bestimmt wird, und daß ein positiver oder negativer Druck von zirka 100 Atm., der dem vielmals größeren Binnen- drucke hinzugefügt wird, den volumbestimmenden Einfluß des Binnendruckes nur wenig, aber stetig ändern kann. Die Abhängigkeit der Dilatations- koeffizienten von Druck und Temperatur wurde in einem großen Gebiete untersucht, und es konnte ein vollständiger, stetiger Anschluß an die Kompressionskoeffizienten in diesem Gebiete erzielt werden. Die Dilatationskoeffizienten bei verschiedenen Drucken erlauben nun, die Volumenänderungen der drei untersuchten Flüssigkeiten durch be- stimmte negative Drucke zu berechnen, wodurch also ein Stück der Kurve C H E in Fig. 1 realisiert wird. Beim Wasser und beim Alkohol verläuft die Volumenänderung pro- portional dem negativen Drucke, beim Äther aber ist sie größer. Hier zeigt die p-v-Kurve vielmehr eine deutliche Krümmung nach E auf. Das dürfte wohl der experimentelle Beweis dafür sein, daß die van der W aal s sehe Gleichung undXurve einer, wenn auch hier nur schwierig zu realisierenden, Wirklichkeit entspricht. Es scheint mir sehr wahrscheinlich zu sein, daß sich das Minimum E experimentell erreichen läßt, vielleicht in etwas modifizierter Weise, als wie sie hier durchgeführt worden ist, vielleicht in der Nähe des kritischen Zustandes, bei dem das Minimum E ja viel näher an dem Verdampfungspunkte C liegt. Ob sich aber die strittige Kurve EEG jemals realisieren lassen wird, das ist eine vorläufig noch offene Frage, deren Beantwortung für die Molekulartheorie der Materie aber von hoher Bedeutung ist. II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 115 Über neue chemische Messgeräte. Von Dr. A. Schlicht. Bei den bekannten Vorrichtungen zur Füllung von Meßgefäßen unter selbsttätiger Einstellung sind, wenn das Füllen durch den eigenen Druck der Flüssigkeit erfolgt, zwischen Vorratsgefäßen und Meßgefäßen entweder starre Verbindungen mit Durchlaufhähnen oder Schlauchverbindungen mit Quetschhähnen nötig. Beiden haften bekanntlich mancherlei Übelstände an, von denen nur das Festkleben der Hähne bei manchen Flüssigkeiten und die Gefahr etwaiger Undichtigkeiten erwähnt werden sollen. Diese Übelstände lassen sich vermeiden, wenn man das Prinzip des von mir am 25. Oktober 1906 zum Patent angemeldeten, aber bereits vorher Charles Horace Gilby durch englisches Patent vom 13. Januar 1903 geschützten Hebers zur Anwendung bringt. Dieser Heber ist dadurch ausgezeichnet, daß der Ausflußschenkel von einem beweglichen unten geschlossenen und in geeigneter Höhe mit einem Abfluß versehenen Rohre (Hebermantel) um- geben ist. Durch Senken oder Heben des Rohres wird ein Verstellen der Flüssigkeitsoberfläche in ihm gegen die Flüssigkeitsoberfläche im Vorrats- gefäß bewirkt, und dadurch die Tätigkeit des vorher in geeigneter W^eise gefüllten Hebers hervorgerufen oder unterbrochen. Wird das bewegliche Rohr nun in Verbindung mit Meßgefäßen gebracht, sodaß das Meßgefäß mit dem Hebermantel auf- und abbewegt werden kann, so füllt sich das Meßgefäß beim Senken des Mantels, wenn die Flüssigkeit in diesem ge- nügend hoch gestiegen ist. Beim Heben des Mantels fällt in diesem durch rückläufige Heberwirkung nach dem Vorratsgefäße zu die Flüssigkeitssäule, und die in das Meßgefäß überschüssig eingetretene Flüssigkeit fließt in den Mantel zurück und zwar hier ebenfalls durch rückläufige Heberwirkung. Meßgefäß und Hebermantel können in beliebiger Weise mit einander verbunden werden. An dem hier vorgeführten Apparate steht das Gefäß auf einem verstellbaren, Teller; Zwischenrohr und Hebermantel bilden ein Stück. Das Gefäß wird zum Ausgießen vom Apparate fortge- nommen. Die Meßgefäße können auch in starrer Ver- bindung mit dem Hebermantel stehen und dann, wenn die Natur der Flüssigkeiten es gestattet, auch nach Art der Büretten mit Glashahn oder Gummischlauch mit Quetschhahn versehen sein. Auch sind noch andere Ausführungen möglich. Als eine besonders wertvolle Eigenschaft der neuen Meßvorrichtung muß noch hervorgehoben werden, daß durch Feststellen des Hebermantels in geeigneter Höhe ein Überlaufen der Flüssigkeit mit Sicherheit vermieden werden kann, so daß dem Apparate während des Füllens keine besondere Aufmerksamkeit ge- widmet zu werden braucht. 8* 116 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Während diese Meßvorrichtung für gröbere Abmessungen beispiels- weise von Reagenzien geeignet ist, soll die zweite Art von Meßvorrich- tungen die Pipetten ersetzen. Es handelt sich hier um Glaskörper, die sich von den gebräuchlichen Pipetten dadurch unterscheiden, daß die An- satzröhren an beiden Enden so gebogen sind, daß die Meßgefäße, die in starre Verbindung mit den Füllgefäßen gebracht werden, durch Neigen nach der einen Seite gefüllt und durch Neigen nach der entgegengesetzten Seite geleert werden können, nachdem inzwischen ein selbsttätiges Einstellen erfolgt ist. Diese Meßvorrichtungen sind durch Reichspatent Nr. 235 636 ge- schützt. In der Patentschrift ist die Beschreibung dieser Apparate enthalten. Die Firma Hugershoff in Leipzig hat den Vertrieb beider Arten von Meßvorrichtungen übernommen. Sitzung vom 21. Juli 1911. Über Interferenzpunkte an einem System rechtwinkliger Prismen. Von H. Schulz, (Optische Anstalt C. P. Goerz-Berlin)i). Gelegentlich einiger Arbeiten mit einem System von zwei rechtwinklig- gleichschenkligen Prismen, wie es zur Erzeugung der Lummer-Hai- dinger sehen Ringe verwendet wird^), wurde ich auf eine Erscheinung geführt, deren ein- gehendere Behandlung mir des Interesses wert erschien. Es zeigte sich nämlich ein eigen- tümliches System von farbigen Punkten, welche nur durch Überlagerung zweier Interferenz- systeme hervorgerufen sein konnten. Legt man zwei rechtwinklige Prismen mit den Hypotenusenflächen derart aneinander, daß zwischen beiden Hypotenusenflächen eine dünne Luftschicht entsteht und blickt senkrecht zu dieser Luftschicht nach einer durch eine Queck- silberdampflampe erleuchteten Mattscheibe, so sieht man in dem Teile AA'B'B der Katheten- fläche ein Interferenzstreifensystem (Fig. 1), dessen Form von der Form der Luftschicht zwischen den Hypotenusenflächen abhängig ist. In dem Teile BB'C'C der Kathetenfläche sieht man, wenn auch infolge seiner geringen In- tensität äußerst schwach, zwei gekreuzte Streifensysteme, sobald die Streifen nicht parallel oder senkrecht zur Kante AA' liegen. 1) Lummer, Ann. d. Phys. (4), 22, 54, 1907, II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 117 ?^ i A j> /\ / / \ / ^ \ / / ^ / / \ / ^ \/^ \ /^V^"-^"^ s ^ y / \ ^"""^^^ \ ^ \ / "^ ^^^ "p > ^^^r Fig. 2. Es seien ONM und ONM' (Fig. 2) die rechts- winkligen Prismen, zwischen denen sich eine dünne Luftschicht befinden möge. Das Licht falle von oben unter 45 ° auf die Fläche OM'. Dann wird der Strahl AB in C teils reflektiert, teils ge- brochen, um in seinen Teilen längs CDEFG bezw. CD'E'FG zu ver- laufen und längs GH parallel zu AB aus- zutreten. Damit nun in E und E' die reflek- tierten Bündel möglichst große Intensitäten erhalten, mögen die Flächen MN bezw. M'N versilbert sein. Betrachten wir nun den Verlauf der beiden Teile des Strahles AB. Der längs CDEFG verlaufende Teil wird bei C in der dünnen Luft- schicht in eine Anzahl Strahlen aufgespalten, welche zu einer Inter- ferenzerscheinung Veranlassung geben, die aber durch die drei nach- folgenden Reflexionen bei D, E und F längs einer zum Prisraenhaupt- schnitt senkrechten Geraden gespiegelt erscheint. Der zweite Teil des Strahles, welcher längs D'E'F verläuft, erzeugt seine Interferenz, erscheinung bei F; diese erscheint dem bei H be- findlichen Beobachter direkt. Da nun beide Er- scheinungen, sowohl die direkt zu beobachtende wie die gespiegelte, mit vollkommen gleicher Intensität erscheinen, so lagern sich beide Systeme zu einem Punktsystem übereinander. Daß diese Theorie der Interferenzen den Tat- sachen entspricht, geht daraus hervor, daß sämtliche Folgerungen, die man aus dem in Fig. 2 skizzierten Strahlenverlauf ziehen kann, sich experimentell leicht verifizieren lassen. Bekanntlich ist der Ort der Interferenzen gleicher Dicke bei sehr kleinem Keilwinkel die erzeugende Schicht selbst. Entstehen also die beschriebenen Interferenzpunkte gleicher Dicke, welche in Fig. 3 nach einer photographischen Aufnahme reproduziert 118 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. worden sind, in der oben beschriebenen Weise, so müssen also die Ent- fernungen der Orte der Einzelsysteme vom Auge des Beobachters verschieden sein, da die Differenz der Wege gleich CD -j- DE -j- EF ist. In der Tat bemerkt man bei Beobachtung der Interferenzen mit einem Fernrohr von großer Objektivbrennweite, daß die beiden Systeme in ver- schiedener Entfernung liegen, deren Differenz sowohl dem Sinne als der Größenordnung nach dem theoretischen Werte entspricht. Auch die Tatsache, daß nach Versilberung der Flächen NM und NM' die Erscheinung viel heller und deutlicher hervortritt, als bei unversilberten Flächen, findet sehr leicht seine Erklärung in Fig. 2. Da bei E bezw. E' die Reflexion unter einem sehr kleinen Einfallswinkel erfolgt (bei n ^ 1,5 ist für die Normal- strahlen, d. h. die durch das Prismenpaar unabge- lenkten Strahlen, der Ein- fallwinkel 28 7' 34", also die zagehörige reflektierte Energie gleich Yjq der ein- fallenden), so muß die Erscheinung bei versilber- ten Flächen wesentlich ^ ^ stärker hervortreten und Fig. 4-. außerdem erklärt sich auch zwanglos, daß nach Abblenden der Fläche NM' der vorher schmale Bereich BB'C'C (Fig. 1) auf das Doppelte sich vergrößert. In Fig. 4 sind die Grenz- strahlen der Erscheinung angegeben ; die Umkehr der Strahlen in den Ecken erklärt sich durch zweünalige Reflexion. Es fragt sich nun, ob die Erscheinung auch bei Prismen von anderem Basiswinkel zu beobachten sein wird. Aus der Beti-achtung von Fig. 5 geht hervor, daß auch hier die Teile der Strahlen sich in sich selbst ver- einigen. Für die Winkel selbst folgt der Reihe nach T = P — ß 5 = P + T = 2p — ß £=180 — 2p — 0=180 — 4p + ß t; = p — £ =5p_i80 — ß = p — C =180 — 4p + ß li. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 119 Der Einfallswinkel a und der Austrittswinkel x sind gleich, d. h. der Strahlenverlauf ist streng symmetrisch nur bei p = 45, denn nur dann ist i = ß. Es soll nun versucht werden, bei endlicher Dicke der Luftschicht und Planparallelität derselben diese gekreuzten Interferenzen in demselben Sinne zu benutzen, wie Gehrke es bei seinen gekreuzten Platten zur Aus- scheidung der Geister tut. In der Tat wird ja die planparallele Luft- schicht an zwei verschiedenen Stellen und außerdem in verschiedener Richtung von den Strahlen durchsetzt, so daß die durch Unvollkommenheit der Hypotenusenflächen auftretenden Geister gut hervortreten müssen Die Schärfe der Streifen läßt sich durch Wahl des Brechungsindex und durchsichtige Versilberung der Hypotenusenflächen hinreichend steigern. Die Anordnung läßt sich ferner zur Prüfung der Prismen auf Ge- nauigkeit des rechten Winkels benutzen. Ist der Würfel so eingestellt, daß die Bilder der Kanten M und M' zusammenfallen (Fig. 2), so tritt, wenn die Flächen MN und M'N nicht genau senkrecht zu einander stehen, ein drittes Streifensystem auf, weil dann MN mit dem Spiegelbild der Fläche M'N ein keilförmiges Blättchen darstellt, welches seinerseits eine Interferenzerscheinung hervorruft. Es kann somit die Differenz der Winkel bei M und M' sehr genau bestimmt werden. Jt 120 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Sitzung vom 21. Juli 191 1. Die physikalischen Grundlagen der Lichthoferscheinung. Von H. Schulz. (Optische Anstalt C. P. Goerz-Berlin.) Photographiert man ein intensiv leuchtendes Objekt, so ist das Bild im allgemeinen nicht scharf begrenzt, sondern von einem hellen Schein umgeben, welcher bei dickeren photographischen Platten sich zu einem hellen Ring ausdehnt, innerhalb dessen das geometrische Bild erscheint. Die Ursachen dieser Erscheinung sind entweder im Objektiv oder in der Platte selbst zu suchen. Der Einfluß des Objektivs auf die Abbildung ist schon von verschiedenen Seiten eingehend untersucht worden^), dagegen ist die Theorie des Platteneinflusses noch nicht erschöpfend gegeben. Legt man auf eine photographische Platte ein Staniolblatt mit einem kleinen kreisförmigen Loch (ca. 1 mm Durchmesser) und belichtet nun die durch diese Blende ausgesonderte Plattenstelle, so findet man das Bild der Öffnung nach der Entwickelung der Platte von einem hellen Kreis umgeben, dessen Radius mit wachsender Plattendicke zunimmt. Dabei ist es vollkommen gleichgültig, unter welchem Winkel das Licht auf die photographische Schicht auffällt. Wäre der Vorgang nun derartig, daß das Licht die Schicht unverändert durchdringt, so muß der nach Abzug des in der Schicht durch Absorption und Diffusion zerstreuten Lichtes verbleibende Teil an der Rückseite der Platte reflektiert werden und die Erscheinung müßte bei schrägen Einfall unsymmetrisch zu der Plattennormale sein, wie Fig. 1 andeutet. Dies ist aber, wie bereits erwähnt, nicht der Fall. Dagegen deckt sich die von Cornu^) bereits im Jahre 1890 aufgestelle Hypothese, daß das Bild des leuchtenden Gegenstandes hier als selbstleuchtend zu be- trachten ist, in ihren Folgerungen sehr gut mit den experimentellen Er- gebnissen, auch bezüglich der Intensitätsverteilung und des Ortes der Maxima. Er wies nach, daß die Lichthoferscheinung nicht allein bei der photographischen Schicht auftritt, also nicht, wie verschiedentlich an- genommen wurde, ihren Grund in irgend einer chemischen Änderung der Schicht hat, sondern daß die Erscheinung bei jedem trüben Medium auf- tritt, welches in optischem Kontakt mit einer Glasplatte oder mit einem Glaskeil ist. Er zeigte ferner, daß der Lichthof, wie aus der Hypothese folgt, nur bei planparallelen Platten kreisförmig ist, während er bei keil- förmigen Schichtträgern elliptisch wird und daß bei planparallelen kristallinischen Platten (Kalkspat) infolge der Doppelbrechung zwei deutlich ^) M. V. Rohr, Theorie und Geschichte der photographischen Objektive. Berlin 1899. 2) Cornu, Bulletin de la Soc. franc. de Phot. 1890. S. 160. II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 121 Fig. 1. getrennte Lichthöfe auftreten, deren einer einen Kreis, deren anderer eine Ellipse darstellt. Trotz dieser vollkommen einwandfreien Experimente wurde die Gültigkeit der Hypothese noch vielfach bestritten, bis endlich die Arbeiten von Zschokke, Drecker und Sheppard^) ihr endgültig allgemeine Anerkennung verschafften. Wir wollen nun dazu übergehen, auf Grund der Cornuschen Hypothese die Intensitätsverteilung zu ermitteln. Wir nehmen an, daß auf der photo- graphischen Platte ein Bild entstanden sei von der Größe d f ; dieses sendet nach allen Richtungen Strahlen aus. Die einem in der Entfernung r von df befindlichen Flächenelement von der Größe 1 zugestrahlte Energie ist bei Gültigkeit des Lambertschen Strahlungsgesetzes gegeben durch df • i * cos a wenn man das Element df als selbstleuchtend betrachtet und wenn a den Winkel zwischen der Normalen zu df und der Strahlrichtung dar- stellt, i ist die Strahlungsintensität der leuchtenden Fläche df, (vgl. Fig. 2.) Dieses Strahlenbündel gelangt zur Rück- seite der Platte und wird dort reflektiert. Infolge ^. „ der Reflexion findet eine Verminderung der == Energie statt, und zwar ist die Schwächung der Amplituden gegeben durch die Fresnel- — sehen Reflexionskoeffizienten c,^^ und (;_^, welche explicite lauten Fis. 2. 1) W. Zschokke, Atelier des Photographen 190:2, 46. Dreck er, Z. S. für wiss. Phot. 1903, 183. Sheppard, , . , - 1904, 63. 122 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. ^ _ sin (ß— g) sin (ß+a) ' - = tg (ß-a) tg (ß+a) Hierin bedeutet a den Einfallswinkel im Glas, welcher identisch ist mit dem Winkel zwischen Normale und Ausstrahlungsrichtung, weil die Platte als planparallel betrachtet werden soll. ß ist der zugehörige Brechungswinkel. Ist n der Brechungsquotient des Plattenmaterials be- zogen auf Luft, so besteht die Beziehung sin a 1 sin ß n Die Intensität des Bündels nach der Reflexion ist also _ df-i- cos a 1_ r sin^ (ß- a) , tg'-^ ( ß— a) -! 2 ~ i^2— • 2 [sin 2 (ß+^ "^ tg2 (ß+a)J Dieses Bündel gelangt nun wieder nach der Schichtseite der Platte und erzeugt dort, auf die Flächeneinheit bezogen, die Intensität J3 = Jg . cos a, da die Strahlen unter dem Winkel a auffallen. Ist d die Dicke der Platte, so folgt für die Beleuchtungsstärke in P df'i-cos^a 1 rsin^ (ß — a) tg^(ß — a)" r^ • 2 Lsin2(ß+a)^ tg2(ß+a)_ oder, da r ^= 2 d cos a ist J3 = df" i 'cos^a S'd^ sin 2 (ß— a) tg2(ß— a)- nMß+a) ' tg2(ß+a). Berücksichtigt man nun noch die Absorption innerhalb der Platte, so folgt endgültig 1.) , df-i-cos-'a rsin^ß— a) , tg^rß— ah _ ^Ai ' J = -^ 4- — — ^-^ '- e cos a 8 d2 [sin2(ß4-a)^tg2(ß-|-a)J Dabei ist angenommen, daß der Brechungsindex der Schicht überein- stimmt mit dem des Plattenmaterials. Dann gibt J ein Maß für die in die Schicht eindringende Energie. Stimmen die Brechungsexponenten nicht überein, so ist ein Reflexionsverlust zu berücksichtigen. Da aber zweifellos der relative Brechungsindex Schicht/Platte nahezu gleich 1 ist, so wird die reflektierte Energie erst bei Einfallswinkeln nahe bei 90 ° einen merkbaren Betrag erreichen, so daß in der Tat 1. als Ausdruck für die in die Schicht eindringende Intensität gilt. Für ein Glas vom Brechungsindex n = 1,5, die Dicke d ^^ 10 m/m und den Absorptionsindex k = 0,02, welch letzterer Wert einen Durch- schnitt für gut durchlässige Gläser darstellt, folgt nun a J 0« 0,0400 90 56' 10" 0,0378 190 28' 17" 0,0328 250 22' 27" 0,0305 IL Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 123 a J 30° 42' 37" 0,0314 35° 15' 53" 0,0395 380 47' 24" 0,0629 40° 5' 12" 0,0865 410 2' 12" 0,1255 41« 36' 56" 0,193 41° 48' 30" 0,294 41« 48' 38" 0,308 C Grenze der Totalreflexion 450 500 600 700 800 900 0,249 0,171 0,0625 0,0137 0,0090 0,0000 Der Proportionalitätsfaktor — — ist hierbei nicht in Rechnung gezogen. In Fig. 3 ist obige Tabelle graphisch dargestellt, desgleichen die Ab- hängigkeit vom Werte a für die verschiedenen Faktoren von 1. Es ist -- n' — — — - - — ._. -r- -4-.- -._ ■— s \, ir "\ \, \ s 1^ \ N \ \ \ \ 1 \ \ k \ h ^ \ m w \ ^ ?ä W// fä y ^ _ vtm/ r/m '///m '/m/t /////// '/MT/ W///// '^?^ V>iiim Fig. 3. dabei I der Verlauf der Funktion cos^a, welche das Lambertsche Gesetz darstellt, II die Änderung der Intensität durch Reflexion, M^ährend III den Einfluß der Absorption darstellt. Für die resultierende Intensitätsverteilung zeigt sich, daß bis 350. er. die Helligkeit sehr gering und nahezu konstant ist, dann erfolgt ein starker Anstieg bis zu dem Maximum, welches an der dem Grenzwinkel der Totalreflexion entsprechenden Stelle a = 4]0 43' 38" gelegen ist. Nach außen hin fällt die Helligkeit langsam bis ab. Da also das Maximum von J den Strahlen angehört, welche unter dem Grenzwinkel der Totalreflexion von der Rückfläche des Schichtträgers 124 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. reflektiert werden, so muß bei planparallelen Platten als Trägern der Schicht die Lichthoferscheinung einen Kreis ergeben, dessen Durchmesser D nach Fig. 2 sich ergibt: D = 4 d • tg a oder unter Berücksichtigung der Bedingung sin a^ ■= _ n 4d 2-) ^ = V^^l Diese Beziehung kann nun sehr leicht zur näherungsweisen Be- stimmung des Brechungsexponenten bei Planparallelplatten benutzt werden. Die Hilfsmittel sind die denkbar einfachsten. Die auszumessende Platte wird einseitig mit einem trüben Medium in Kontakt gebracht (durch Auf- gießen einer Mischung von Gelatinelösung und Milch, an deren Stelle natürlich jede beliebige eine Trübung hervorbringende Substanz benutzt werden kann). Ein kreisförmiges Diaphragma wird zwischen Lichtquelle und Platte so angeordnet, daß auf der Schicht eine selbstleuchtende kreis- förmige Fläche vom Radius p entsteht. Da p, um einen vom leuchtenden Element deutlich getrennten Lichthof zu erhalten, sehr klein gewählt werden muß, so benutzt man zur Ausmessung von p ein Okularmikrometer. Ist nun der Radius des Lichthofs R, so folgt D = 2 (R + p) und daraus für n 3.) n = --J— J^4dH(R + P? ^ R+p Bei einer Glasplatte von 3,65 mm Dicke, deren Brechungsexponent für Natriumlicht mit dem Pulfrichsclien Totalrefraktometer zu n = 1,5167 bestimmt war, ergab sich als Mittelwert einer Reihe von 20 Messungen, deren größte Abweichungen zh 0,004 betrugen n^ = 1,518, also eine befriedigende Übereinstimmung. Für eine keilförmige Platte vom Keilwinkel cp folgt als Gleichung aller Punkte, welche den Grenzstrahlen der Totalreflexion entsprechen, also für die Form des Lichthofes 4.) x^ (cos^cp — sin^ a) -f- y^ cos^ a -}- 4 d sin a* cos a"sincp*x = 4 d^ sin^a, wenn die x-Axe durch den leuchtenden Punkt geht und senkrecht zur Keilkante steht (a = ax). Es folgt also, daß für kleinen Keilwinkel cp die Lichthoferscheinung eine Ellipse darstellt. Der leuchtende Punkt fällt nicht mit dem Mittelpunkt der Ellipse zusammen. Für (p = folgt X2 _j_ y2 __ 4 (;i2 tg^a. Also ein Kreis vom Radius 2 d tg a, wie schon aus direkten Be- trachtungen abgeleitet war. Auf den Mittelpunkt bezogen, lautet die Gleichung der Ellipse II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 125 4 D ^ sinket Pfcos^cp — s'm^(x)-\-y^cos^cc= ^ ;— k— (cos^cp — sin^a+sin^cp'cos^a). cos-^cp — sin-'a Die Axen der Ellipse sind mithin 2 D'sin a Kcos^cp — sin^a-j-sin^cp .cos^a a = cos ^^ — sin^a 2 D sin a Kcos^cp — sin^a -|- sin^cp cos'''a b = , cos a Fcos^cp — sin^a. Also folgt für das Axenverhältnis a cosa t* Vcos^i^ — sin^a woraus sich zur Bestimmung von n ergibt 5.) n = VtElHZ ' q^cos^9 — 1 Dabei ist gesetzt q = a/b. Es genügt somit zur Bestimmung des Brechungsexponenten die Kenntnis des Keilwinkels und des Axenverhältnisses. Für größere Werte des Keilwinkels geht die Ellipse zunächst in eine Parabel über, nämlich für cos cp = sin a-r = 1/n, d. h. wenn der Keil- winkel gleich dem Komplement des Grenzwinkels der Totalreflexion ist. Für (p > 90 — ax tritt eine Hyperbel auf. Ein Versuch, die Rayleighsche Theorie der Dispersion in trüben Medien anzuwenden, führte leider nicht zu positiven Resultaten. Nach Rayleigh ist die in einem trüben Medium unter dem Winkel S zur Einfallsrichtung ausgestrahlte Energie 16 J„ K 2sin 2^R6cos3S J = "0 "0 9 ' A^ . A 2 wobei Jo die einfallende Energie, R der Radius der trübenden Teilchen, X die Wellenlänge und A die Schichtdicke des trüben Mediums ist. %• ist der Winkel, den die Schwingungsrichtung des einfallenden Strahles mit dem austretenden Strahl bildet. Man müßte hiernach also erwarten, daß sich bei Anwendung von linearpolarisiertem Liebt der Lichthof bei plan- parallelen Platten nicht vollkommen kreisförmig ausbildet, sondern daß er aus zwei Segmenten besteht. Als ich durch ein Nicholsches Prisma hindurch eine schachbrettähnliche Zeichnung bei verschiedenen Stellungen des Prismas gegen die Seiten der Quadrate und mit verschiedenem Platten- material photographierte, habe ich trotz aller Vorsichtsmaßregeln, wie erwähnt, bisher keinen Einfluß des linearpolarisierten Lichtes konstatieren können. Ich werde jedoch die Versuche unter Verwendung anderer trüber Medien wiederholen. 126 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Über die Breite der Spektrallinien. Von Privatdozent Dr. Rudolf Ladenburg. Demonstrationen von 8trömungsi^ :-^i E ^ Alsdann wird die Hülse g bei li angeschmolzen. Sie besteht aus einem 20 mm starken Quarzrohr, welches bei i durch eine ange- schmolzene planparallel geschliffene Quarzplatte luftdicht verschlossen ist. Auf das Quarzplättchen c wird durch eine Linse das Licht eines Nernstbrenners gerichtet. Der reflektierte Strahl wirft auf einen Schirm aus Mattglas ein Bild des Nernststiftes, welches sich nach rechts oder links bewegt, je nach- dem sich die Membran nach außen oder nach innen durch die Druck- verschiedenheiten verbiegt. Um die Nulllage festzustellen, wird ein unbewegliches Quarzblättchen k an der Hülse durch ein angeschmolzenes etwa 2 mm starkes Quarzstäbchen befestigt. Dieses Plättchen wirft ein zweites Bild des Nernststiftes auf den Schirm und wird so justiert, daß beide Bilder, das be- wegliche und das unbewegliche, genau übereinander gelagert sind. Anfänglich wurden beide Plättchen mit einer spiegelnden Platinschicht überzogen, doch erwies sich dieses als überflüssig, da die blanken Plättchen selbst schon genügend stark reflektierten. Das Justieren des unbeweglichen Spiegel chens k geschieht, indem man das Quarzstäbchen mit einer Stichflamme erweiclit und das Plättchen mit einer Pinzette hin und her dreht, bis beide Bilder auf dem Schirm beinahe zu- zammenfallen. Die Feinjustierung wird durch Drehen der Nernstlampe um eine Achse senkrecht zum Stift bewirkt, wodurch die Bilder auf dem Schirm relativ zu einander bewegt werden, bis die Grenzen des Nernst- stiftes in beiden Bildern miteinander eine ununterbrochene Linie bilden. ^ II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 133 Bei dieser Einstellung macht sich die kleinste Bewegung des einen Bildes als eine Diskontinuität in der Linie bemerkbar. Die zu untersuchende Substanz wird in das Gefäß 1 gebracht, welches alsdann durch Anschmelzen an den mit Quecksilber gedichteten Glas- und Quarzschliff s^ mit der Pumpe in Verbindung gebracht wird. Die Hülse wird durch einen ähnlichen Schliff Sg mit dem Druckregulier- apparat, welcher weiter unten beschrieben wird, verbunden. Der Apparat wird alsdann evakuiert, wobei der Druck auf beiden Seiten der Membran geraeinsam sinken muß, da diese einen Überdruck von mehr als etwa 200 mm Quecksilber nicht verträgt. Ist das nötige Vakuum erreicht, so wird bei m abgeschmolzen und ein elektrischer Ofen über das Manometer geschoben. Das Einlegerohr, welches in diesen Versuchen aus Feinsilber bestand, um eine möglichst gleichmäßige Temperatur zu erzielen, ist in der Fig. (II) durch die gestrichelte Linie angedeutet. Die Anordnung vor Beginn eines Versuches ist in Fig. (III) abgebildet. Alle Hähne sind offen, und der Dreiweghahn hg wird so gestellt, daß das Gefäß R durch den Calciumchloridturm C mit der Luft in Verbindung steht. Alsdann wird durch Saugen an dem Hahn hj das Quecksilber in das Gefäß Rg getrieben, bis dies ganz mit Quecksilber gefüllt ist. hj wird nun geschlossen und der Dreiweghahn h^ um 180^ C gedreht, sodaß der Apparat jetzt von der äußeren Luft abgeschlossen ist. Nun wird die Kapselpumpe K in Gang gesetzt, wodurch der Druck in dem ganzen Apparat in einigen Minuten auf weniger als Y^q mm sinkt. Sobald dieser Zustand erreicht ist, wird das Innere des Manometers, welches die zu zu untersuchende Substanz enthält, bei m mittels des Sauerstoffgebläses abgeschmolzen. Die Hähne h^ und hg werden nun geschlossen, und der Ofen, wie oben erw-ähnt, über das Manometer geschoben. Diese Operation wird durch den Umstand wesentlich erleichtert, daß die Quarzröhren in den Schliffen s^ und Sg auch im evakuierten Zustand gedreht werden können, ohne daß Luft oder Quecksilber in den Apparat dringt. Bei Dampfdruckmessungen wird die Temperatur durch ein Platin- widerstandsthermometer in der Stellung t^ (Fig. II) gemessen. Um das Niederschlagen von Kristallen der Substanz auf die Membran zu verhindern, wird ein kleiner Heizkörper, H, der durch die gestrichelte Spirale in Fig. (II) angedeutet ist, vor der Membran in den Ofen gebracht, wodurch dieses Ende des Ofens auf eine etwas höhere Temperatur gebracht wird. Der kleine Heizkörper besteht aus einer in feuerfeste Porzellanmasse ein- gebetteten Platindrahtspule, die parallel zur Achse einen Ausschnitt besitzt, in welchen das Quarzrohr q hineinpaßt. Die Spule muß also parallel und nicht wie gewöhnlich senkrecht zur Achse gewickelt werden. Die kälteste Stelle des Manometers ist die äußerste Spitze m des Quarzrohres r. Dem- gemäß sublimiert die zu untersuchende Substanz hierher, sobald der Ofen 1S4 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. geheizt wird. Bei Dampfdruckmessungen wird die Temperatur an dieser Stelle gemessen, während bei Dampfdichtebestimmungen das Thermometer in die Lage t^ gebracht wird, welche bei 500° C eine um ungefähr 5° höhere Temperatur besitzt als t^ . Die Fehler bei der Temperaturmessung werden II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 135 weiter unten an der Hand der einzelnen Bestimmungen besprochen werden. Vor Beginn der Messung wird der Hahn hg Fig. (III) geschlossen, und durch das Evakuieren ist nun das Quecksilberniveau in den beiden Ge- fäßen R, und R2 gleich geworden. Sobald sich ein Ausschlag der Membran zeigt, wird durch vorsichtiges Drehen des Dreiweghahnes hg ein wenig Luft in das Gefäß Rj gebracht, bis das Niveau des Quecksilbers um einige Zentimeter gefallen ist. Wurde aus Versehen zu viel Luft hereingelassen, so dreht man den Dreiweghahn zurück und entfernt Luft mittelst der Kapselpumpe, bis der gewünschte Druck in Rj erreicht ist. Erst jetzt wird der Hahn hg vorsichtig geöffnet, wodurch Luft in die Hülse des Manometers hineingelassenwird, bis dieMembran wieder in dieNulllage zurück- gebracht ist. Auf diese Weise ist ein zu plötzliches Erhöhen oder Erniedrigen des Druckes, wodurch die Membran gefährdet wäre, unmöglich gemacht. Die Temperatur in dem Ofen wird bei jeder Druckmessung durch Regulierung des Heizstromes mindestens 10 Minuten lang innerhalb eines halben Grades konstant gehalten, wonach die Membran durch Regulierung des äußeren Druckes genau in die Nulllage zurückgebracht wird. Die Höhe der Quecksilbersäule im Manometer gibt dann den Druck im Innern des Quarzmanometers an. Der Druck kann auf diese Weise mit Leichtig- keit auf 0,5 mm abgelesen werden, was für solche Messungen im allge- meinen vollkommen ausreicht. Mit einiger Sorgfalt könnten die Fehler auf Vjo mni Quecksilbersäule herabgedrückt werden. Bestimmung des Dampfdrucks des Salmiaks. Mit dieser Substanz wurden mehrere Bestimmungen ausgeführt, wobei einige UnvoUkommenheiten des Apparates entdeckt und verbessert wurden. Bei dem ersten Versuch wurde ein Kahlbaum Ph. G. IV Präparat benutzt, welches durch nochmalige Sublimation gereinigt wurde. Für die anderen Bestimmungen wurde der reinste Kahlbaumsche Salmiak verwendet, welcher ebenfalls durch Sublimation gereinigt wurde. Die ersten Versuche wurden ohne den kleinen Heizkörper gemacht, wobei sich Salmiakkristalle auf die Membran niederschlugen. Das Thermo- meter wurde deshalb neben die Membran gebracht, doch war das Tem- peraturgefälle an dieser Stelle so groß, daß Fehler von ^^ 2*^ C nicht vermieden werden konnten. Auch verhinderten die anhaftenden Kristalle die freie Bewegung der Membran, wodurch unter Umständen Fehler von beinahe 5 mm Quecksilbersäule hervorgerufen werden konnten. Beide Fehlerquellen wurden durch Verwendung des Heizkörpers vollkommen beseitigt. Der Salmiak wurde mittelst einer langen Kapillare direkt in das Mano- meter hineinverdampft, während dieses in dem elektrischen Ofen auf etwa 400^0 erhitzt wurde. Auf diese Weise konnte das Manometer, welches vorher 136 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. sorgfältig mit Chromsäuremischung gereinigt wurde, auch noch mit dem heißen Salmiakdampf bespült werden. Während der Dampf noch lebhaft durch die Kapillare strömte, wurde diese schnell aus dem Manometer herausgezogen. Das Manometer wurde nun aus dem Ofen entfernt, wonach sich der Salmiak in richtiger Menge zu einer Dampfdichtebestimmung an die Wände des Gefäßes kondensierte. Nun wurde das Manometer in der abgebildeten Weise, Fig. (III), mit dem Druckregulierapparat in Verbindung gebracht. Nachdem das Vakuum hergestellt war, wurde der Salmiak in dem Manometer durch Fächeln mit einer Flamme einige Male hin und her sublimiert, um etwa absorbierte Gase zu entfernen. Jetzt wurde bei m abgeschmolzen und die Bestimmung, wie oben beschrieben, durchgeführt. Bei einer Temperatur, die je nach der Menge des eingeführten Salmiaks höher oder niedriger ausfällt, ist der Salmiak vollkommen ver- dampft, und man erhält bei weiterer Erhitzung einen gradlinigen Verlauf der Drucktemperaturkurve, wie es einem überhitzten Dampfe entspricht. Nach Vollendung der Messung kehrte die Membran stets genau in die Nulllage zurück, sofern sich keine Kristalle auf derselben niedergeschlagen hatten. Bei den ersten Versuchen, welche ohne den kleinen Heizkörper ausgeführt wurden, blieb nach dem Erkalten immer ein Ausschlag des Lichtbildes bestehen, welcher aber immer durch Vertreiben der Kristalle von der Membran mittelst einer Bunsenflamme beseitigt werden konnte. Es wurde niemals eine permanente Verschiebung des Nullpunktes, wie sie einer bleibenden Verbiegung der Membran oder absorbierten Gasen im Salmiak zuzuschreiben wäre, beobachtet. Fehlerquellen bei der Temperaturmessung. Die verwendeten Widerstandsthermometer waren von der gewöhnlichen Form, wie sie von der Firma W. C. Heraeus in Hanau a. Main geliefert werden. Sie bestehen aus einer 20 mm langen Platindrahlspule; nach der Methode von Haagen*) ist der Platindraht vollkommen in Quarzglas eingebettet. Die Zuleitungen bestanden aus Golddraht, und ihr Widerstand ist gegen den des Platindrahtes zu vernachlässigen. Der Widerstand wurde mit der Wheatstoneschen Brücke und Galvano- meter bestimmt. Die Brücke war von der von Kohl rausch beschriebenen Walzenform und wurde mit Verlängerungswiderständen benützt, sodaß ein Skalenteil 0,7« bei 550° C und 0,8" bei 360» C entsprach. Die Temperatur konnte also auf ungefähr ein Zehntel Grad genau geschätzt werden. Die Anordnung wurde mit einem geeichten Rheostaten geeicht, sodaßj die Widerstandsmessungen auf 0,01 Ohm genau sind. 1) Zeitschr. f. angew. Chem. 20, 565. II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion 137 Die Temperaturen wurden nach der Eichtabelle, welche mit den Thermometern von Heraeus geliefert wird, aus den Widerständen be- rechnet. Die Anordnung wurde bei 0^ C mit schmelzendem Eise in einem Dewarschen Gefäß geprüft. Es ergab sich der Widerstand des einen Thermometers zu 24,93 Ohm, der des anderen zu 25,01 Ohm. Die Ab- weichung von 25 Ohm wurde bei der Berechnung der Temperaturen be- rücksichtigt. Das Temperaturgefälle im Ofen wurde bei drei verschiedenen Tempe- raturen bestimmt. Hierbei blieb das eine Thermometer während der Messung ständig in der Mitte des Ofens, während das andere, welches ur- sprünglich auch in der Mitte war, nach und nach um bekannte Strecken herausgezogen wurde. Beide Thermometer waren durch eine Wippe mit der Brücke verbunden, sodaß sie gleich hintereinander abgelesen werden konnten. Während der Messung wurde die Temperatur des Ofens mög- lichst konstant gehalten, doch wird die Genauigkeit der Bestimmung durch eine langsame Änderung der absoluten Temperatur im Ofen nicht beein- trächtigt, da es sich hier immer nur um Temperaturdifferenzen handelt. Das Gefälle muß immer, indem das Thermometer von der Mitte nach außen bewegt wird, gemessen werden und nicht umgekehrt, da das Herein- bringen des um einige 100® kälteren Thermometerrohres das Gefälle im Ofen ändert, und die Störung trotz der guten Leitfähigkeit des Silberrohres ziemlich langsam verschwindet. Die erhaltenen Resultate sind in Tabelle I angegeben und in den Kurven Fig. (IV) graphisch dargestellt. Tab eile I. t = 3640 C t = 4550 c t = 5730 C I II I II I 11 cm oc cm «C cm «C — 6,8 - 5,0 — 6,3 — 5,3 - 6,5 - 6,4 — 3,5 - 2,2 — 4,6 - 3,2 — 4,5 — 3,9 - 1,1 — 0,9 — 2,0 — 1,3 - 2,0 - 1,9 — 0,4 zt 0,0 — 0,5 — 0,5 - 0,4 dz 0,0 + 1,6 ± 0,0 — 0,5 - 0,2 — 0,3 =t 0,0 + 3,0 ± 0,0 + 2,2 + 0,1 + 2,0 — 0,2 + 6,5 + 0,2 + 5,6 — 0,1 + 5,2 - 1,3 + 7,7 — 0,9 + 8,5 - 2,6 In den Spalten I Tabelle I sind die Entfernungen zwischen dem Mittelpunkt des Ofens und dem Mittelpunkt des beweglichen Thermometers angegeben. Hierbei wurden Entfernungen in der Richtung nach dem Heizkörperchen zu positiv und in der entgegengesetzten Richtung negativ 138 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. gerechnet. In den Spalten II sind die entsprechenden Temperaturdifferenzen angegeben. In Fig. (IV) sind als Abscissen die Entfernungen vom Mittel- punkte des Ofens in Zentimetern, und als Ordinaten die Temperatur- differenzen in Grad Celsius aufgetragen. 1 ./ ti cx, I b >* ^ ) \ 1 ^-^ \ -70 _^ r + i ' n + 70 r 4^ «1 --^ ^ ~^ ^ - ^ ~" ~v,. y / 3 y P 1, / ,^ 1 ?.^ X'fso» V537<= Fig. (IV). Durch einen Vergleich mit Fig. (II) werden die Lagen des Manometers und der Thermometer in bezug auf das Temperaturgefälle ersichtlich. a& Fig. (IV) gibt die Lage des Gefäßes 1 Fig. (II) an, t^ ist die Lage des Thermometers bei einer Dampfdruck-, t^ bei einer Dampfdichtebestimmung. Bei 360" wird die Abkühlung auf der positiven Seite durch das Heiz- körperchen genau kompensiert. Bei 450° ist das Heizkörperchen nicht mehr imstande, die Abkühlung zu verhindern, und die Temperatur fällt ein wenig nach der positiven Seite zu, bleibt aber trotzdem immer um einige Grad Celsius höher als auf der negativen Seite, sodaß sich keine Kristalle auf die Membran niederschlagen können. Bei 537" ist der Verlauf ähnlich mit einem stärkeren Gefälle nach beiden Seiten. Bei den Dampfdruckmessungen ist demnach das Thermometer im schlimmsten Falle an einer Stelle, wo das Gefälle im Ofen 1° pro Zenti- meter beträgt. Das eine Ende der Platinspule ist dabei um 1° höher, das andere um 1° tiefer als der Mittelpunkt, in dessen unmittelbarer Nähe sich die Substanz befindet. Da sich beide Fehlerquellen kompensieren ist der wirkliche Fehler sicher nicht mehr wie it 0,5°. Bei den Dampfdichtebestimmungen ist zwar das Thermometer an einer Stelle, wo das Gefälle viel kleiner ist, doch da Teile des Manometergefäßes auch an Stellen tieferer Temperatur sind, wird die abgelesene Temperatur etwas zu hoch ausfallen. Es wurde deswegen bei der Molekulargewichts- II. Abteiluns'. Naturwissenschaftliche Sektion. 139 bestimmung eine Korrektion von — 1^ angebracht. Die hierdurch ver- ursachte Unsicherheit dürfte nicht mehr als it 0,5° betragen. Zusammenfassend können vi^ir sagen, daß die Fehler der Methode bei der Druckablesung 4^ 0,5 mm und bei der Temperaturmessung zk: 0,5° betragen. In Tabelle II sind die Resultate von 6 Bestimmungen mit Salmiak angegeben. Bei 5 und 6 wurde der kleine Heizkörper benützt, sodaß die eben erwähnten Fehlergrenzen Gültigkeit haben. Die anderen Bestimmungen (1 — 4) wurden ohne Heizkörper ausgeführt und sind deshalb mit einem etwas größeren Fehler behaftet. Unter 7 (Tabelle II) stehen die nach Aus- gleichung der Fehler aus allen Bestimmungen zusammengestellten Werte. Tabelle II. Druck Temperatur Druck Temperatur Druck Temperatur in mm Hg. in °C 1 83,1 262,6 112,2 268,8 172,1 284,5 261,3 294,6 292,3 300,3 379,5 306,8 425,4 313,3 i \ 156,5 279,4 283,8 299,2 415,0 312,0 29,7 5. 231,6 196,0 285,8 361,8 306,4 477,8 315,9 in mm Hg. 547,5 in mm Hg. in °C 4. 5. 7. 322,8 113,9 271,1 310,3 302,9 330,9 304,9 ( 5. 50,6 248,1 113,4 270,3 203,0 287,8 340,9 304,9 28 38 54 76 109 154 213 292 390 530 230 240 250 260 270 280 290 300 310 320 In der gestrichelten Kurve Fig. (V) sind alle Bestimmungen der Tabelle II graphisch aufgetragen. Die kleinen Kreise sind Punkte der ge- nauen Bestimmungen 5 und 6, die Kreuze solche der Bestimmungen 1 bis 4. Die Punkte liegen auf einer glatten Kurve. Die Abweichungen sind alle innerhalb der oben besprochenen Fehlergrenzen. Die ausgezogene Kurve ist einer Arbeit von Smith und Menzies entnommen. Die Dampfdrucke entsprechen durchweg einer um etwa 3° C verschiedenen Temperatur. Smith und Menzies benutzten eine Methode, 140 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. welche bei Flüssigkeiten gute Resultate liefert. Da sie immer mit einem Flüssigkeitsbad arbeiten, sind ihre Temperaturablesungen viel genauer, als man sie mit einem Luftbade^ auch unter den günstigsten Umständen, er- zielen kann, Ihre Messung ist aber in diesem Falle mit einem anderen Fehler behaftet. 700 600 100 300 400 500 Fig. (V). Bei ihrer Methode wird die Kugel A Fig. (VI) mit der zu unter- suchenden Substanz gefüllt und nachher an der durch die gestrichelte Linie angedeuteten Stelle an den Apparat angeschmolzen. Das Gefäß B enthält eine geschmolzene Mischung von Kalium- und Natriumnitrat, und II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 141 Fig. (VI). der ganze Apparat wird in ein Bad derselben Flüssig- keit eingetaucht, dessen Temperatur mit dem Wider- ^ Standsthermometer gemessen wird. Bei wird der Apparat mit dem Druckkompensationsapparat verbunden. Sinkt der Druck in B unter den Dampfdruck der Sub- stanz in A, so strömt der Dampf durch die Kapillare aus. Nun wird der Druck erhöht, bis die Dampfblasen gerade aufhören durch die Flüssigkeil in B emporzusteigen. Die Methode gibt bei anderen Substanzen aus- gezeichnete Resultate, aber bei Salmiak wurde die Salz- mischung in B unter Bildung von Stickoxyd angegriffen, sodaß es nicht möglich war, ein vollkommenes Aufhören derBIasenentwickelung zu erzielen. Smith undMenzies stellten daher auf die kleinste Gasentwickelung ein und schätzten den Ablesungsfehler aus den Abweichungen ihrer Ablesungen untereinander zu zb ^ nim. Vor jeder Ablesung wurde ein lebhafter Strom von Blasen erzeugt, wodurch der Gasraum in A sich mit frischem Salmiakdampf füllte. Da die Messungen ziemlich schnell ausgeführt werden müssen, ist die Gefahr sehr groß, daß sich der Salmiak, welcher durch die schnelle Verdampfung stark abgekühlt wird, noch nicht auf die Temperatur des Bades erwärmt hat. Es ist also sehr gut möglich, daß sie ihr ,,minimum gas evolution" bei einer um 3" zu tiefen Temperatur beobachteten. Bei dem Quarzmanometer ist ein solcher Fehler nicht zu befürchten, und da die Messungen mit verschiedenen Manometern zu verschiedenen Zeiten und mit verschiedenen Salmiakpräparaten ausgeführt wurden, ist wohl anzunehmen, daß die gestrichelte Kurve die richtige ist. Von Horstmann^), Ramsay und Joung^) und Johnson^) sind auch Dampfdrucke von Salmiak gemessen worden. Doch sind diese Messungen, wie von Smith und Menzies betont wird, alle mit ziemlich großen Fehlern behaftet. Die Johnsonschen Werte sind zu tief. Eine Versuchs- reihe von Ramsay und Young, welche nach einer statischen Methode ausgeführt wurde, stimmt ziemlich gut mit den Werten von Smith und Menzies überein. Eine andere, nach einer dynamischen Methode aus- geführte Versuchsreihe gibt Werte, welche zwischen meinen Werten und denen von Smith und Menzies liegen. A.US meinen Messungen berechnet sich die Molekularverdampfungs- wärme zu 40,3 Kai,, während die Werte von Smith und Menzies 38,1 Kai. ergeben. Thomsen, der eine kalorimetrische Methode benutzte, 1) Ber. 137, 1869. 2) Phil. Trans 177, 71, 1886. 3) Zeitschr. Phys. Chem. 61, 458, 1908; 65, 36, 1908. 142 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. erhält 41,9 Kai. für diese Größe. Der Thomsensche Wert weicht also um 4,0 7o "^'0^1 dem aus meinen Versuchen berechneten ab, während der Smith und Menziessche Wert um 9,1 % niedriger ausfällt. Dampf dichte des Salmiaks. Die geraden Linien in Fig. (V) stellen den Verlauf der Drucktemperatur- kurve des überhitzten Salmiakdampfes dar. Daß die beobachteten Punkte alle innerhalb der Fehlergrenzen auf geraden Linien liegen, ist eine weitere Stütze für die Genauigkeit der Messungen. Das Gewicht des Salmiaks in dem Gefäß wurde auf folgende Weise ermittelt. Wie oben erwähnt, befindet sich die Substanz nach Vollendung der Messung quantitativ in der äußersten Spitze m des Rohres r (Fig. II). Um dies zu prüfen, schmolz ich das Rohr bei n mit einer Stichflamme ab, indem ich die Spitze m mit einem feuchten Wattebausch abkühlte. Alsdann wurde das Manometer wieder in den Ofen hineingebracht und auf 500 ^ erhitzt. Eine Änderung der Nulllage des Manometers konnte hierbei nicht beobachtet werden, wodurch die Abwesenheit von Salmiak in dem Apparat bewiesen war. Nachdem das Quarzröhrchen, worin sich nun der Salmiak quantitativ befand, mit einer Feile geritzt worden war, wurde es auf einer Goldwage gewogen. Die Wage und Gewichte eichte ich sorgfältig. Bei vielen ver- schiedenen Wägungen war die maximale Abweichung vom Mittel bei den in Betracht kommenden Belastungen 0,02 mg. Das Röhrchen wurde als- dann in Glanzpapier eingewickelt und an der geritzten Stelle aufgebrochen. Die zwei Stücke und etwaige Quarzsplitterchen, welche beim Aufbrechen absprangen, brachte ich sorgfältig auf die Wagschale. Die zweite Wägung fiel immer um einen bestimmten Betrag (Größenordnung 0,05 mg) höher aus, wie dies dem Gewicht der hinzugetretenen Luft entsprach. Nun wurden der Salmiak und die Quarzstückchen in einem Porzellan- schälchen auf einer mit der Bunsenflamme erhitzten Porzellanplatte geglüht und nochmals gewogen. Die Differenz der beiden Wägungen ergibt das Gewicht des Salmiaks. Um die Methode zu prüfen, wurde der oben beschriebene Vorgang mit einem leeren evakuierten Röhrchen durchgeführt, dessen Volumen ich durch Ausv.'ägen mit Quecksilber nachträglich bestimmte. Das Rohr wurde drei- mal erhitzt und gewogen, und alle drei Wägungen stimmten innerhalb 0,01 mg miteinander überein. Die Differenz zwischen dem Gewicht vor und nach dem Aufbrechen entsprach bis auf 0,01 mg dem aus dem Volumen berechneten Gewichte der hinzugetretenen Luft. Das Volumen des Manometers bis zu der Marke 0, Fig. (II), wurde durch Auswägen mit Wasser bestimmt, das Volumen des übrig bleibenden Stückes (ungefähr 1 ^/^ des ganzen Volumens) schäzte ich aus seinen Dimensionen. II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 14ä Der Ausdehnungskoeffizient des Quarzes ist sehr klein, sodaß eine Korrektion hierfür nicht nötig ist. In Tabelle III sind die Molekulargewichte von Salmiak bei verschiedenen Temperaturen angegeben. Sie sind konstant, und ihr Mittelwert stimmt mit dem berechneten Werte für vollkommen dissoziierten Salmiak inner- halb 0,01 7o überein. Tabelle III. 1. 2. Gewicht des Salmiaks = r: 0,00516 g Gewicht des Salmiaks =^ 0,00544 g Volumen des Manometers = l2,73cra3 Volumen des Manometers = = 12,63cm3 Temperatur Druck Molekular- Temperatur Druck Molekular- in C in mm Hg. gewicht in C in mm Hg. gewicht 325,1 562,6 26,88 333,9 610,6 26,71 360,3 597,8 26,79 386,9 665,4 26,65 383,8 619,7 26,80 391,7 670,4 26,64 442,2 677,1 Mittel 26,71 26,80 Mittel 26,67 Mittel der beiden Bestimmungen = 26,74 NH4 Cl ■2 = 26,77 Differenz = 0,03 = 0,01 % Ein Versuch, den Dampfdruck des trockenen Salmiaks zu bestimmen. Nachdem die Brauchbarkeit des Manometers und der Dampfdichte- bestimmung sich erwiesen hatte, versuchte ich den Johnsonschen Ver- such mit dem beschriebenen Apparat zu wiederholen. Der Apparat wurde wie gewöhnlich mit Salmiak gefüllt und der Dampfdruck in feuchtem Zustande bestimmt. Statt aber nun die Molekular- gewichtsbestimmung, wie oben beschrieben, auszuführen, wurde der Salmiak mit der Bunsenflamme aus dem Rohre m — n Fig. (H) in das Innere des Manometers hinein sublimiert. Den Apparat öffnete ich alsdann, indem ich das Röhrchen bei n mit einer Feile ritzte und in einem sorgfältig mit Kalilauge gereinigten Gummischlauch, welcher mit dem Schliff ver- bunden und evakuiert wurde, aufbrach. Nachdem der Hahn h^ geöffnet worden war, wodurch das Innere des Manometers mit dem Regulier- apparat und somit mit der Hülse wieder in Verbindung war, ließ ich durch den Hahn hg wieder Luft in den Apparat strömen. Der Trockenapparat wurde alsdann, wie in Fig. (VII) gezeichnet, an- geschmolzen, a und b sind zwei leere Quarzkügelchen von ungefähr 5 ccm Inhalt, c enthält Phosphorpentoxyd, welches von der Firma Schuchardt in Görlitz bezogen wurde und außerordentlich rein ist. Das 144 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vuterl. Cultur. \ fj 1 Rohr d enthält einen Platinmoorpfropfen und das Rohr e Silberoxyd, welches in Vakuo über Phosphoi-pentoxyd getrocknet ^Yorden war. Das Rohr f führt zu einer Quecksilberluftpumpe, das Rohr g durch ein mit Wasser gefülltes Becherglas an die freie Luft. Das Silberoxyd wird mit einer kleinen Flamme erhitzt, bis sich ein langsamer Sauerstoffstrom entwickelt, welcher durch das Wasser in dem Becherglas entweicht. Nachdem die Luft aus dem Apparat ver- trieben worden war, wurde das Platin- moor erhitzt, und das Phosphorpentoxyd langsam im Sauerstoffstrome in die Kugel b sublimiert. Jetzt wurde bei d abgeschmolzen, und Manometer und Druckregulierapparat gemeinsam mit der Kapselpumpe evakuiert. Zum Schluß wurde mit der Quecksilberpumpe evakuiert, und das Phosphorpentoxyd nochmals während des Pumpens in die Kugel a sublimiert. Die Kugel b wurde nun auch ab- geschmolzen, und der Apparat mit der Quecksilberpumpe möglichst vollkommen evakuiert, wobei der Salmiak im Mano- meter einigemale hin und her sublimiert wurde. Nach dem Abschmelzen der Quecksiiberluftpumpe blieb der Apparat 4 Wochen stehen. Jetzt wurde die Kugel a abge- schmolzen, und der Dampfdruck und die Dampfdichte abermals bestimmt. Wenn die Dampfdichte doppelt so groß wie vorher gewesen wäre, hätte die Gaskurve bei einem halb so großen Drucke wie vorher verlaufen müssen. Die Kurve verlief aber genau wie das erstemal, sodaß man annehmen mußte, daß der Salmiak noch nicht genügend getrocknet worden war. Da Baker nun ohne besondere Schwierigkeiten wiederholt die doppelte Dampfdichte erhalten hat, erhebt sich die Frage, ob nicht viel- leicht ein noch nicht bemerkter wesentlicher Unterschied bestehe zwischen te E Ä {Ö ^ CD / h Oll \y 'MSB II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 145 der Baker sehen Anordnung und dei'jenigen von Johnson, mir und auch neuerdings von Smith und Menzies. Der einzige wesentliche Unterschied scheint darin zu bestehen, daß Baker nach der Trocknung kein Rohr abzuschmelzen hatte. Es ist nun aber leicht möglich, daß beim Abschmelzen entweder Wasserdampf durch die geschmolzene Masse in das Innere des Rohres hineindringt, oder, wo Glas benützt wurde, daß Spuren der Wasserhaut, die noch nicht verschwunden waren, durch das Schmelzen in Freiheit gesetzt wurden. Es ist sogar bekannt, daß Quarz oberhalb 800 " für Wasserstoff etwas durchlässig ist, sodaß es gar nicht ausgeschlossen ist, daß minimale Spuren von Wasserdampf, bei der noch höheren Temperatur des Ab- schmelzens, den Quarz zu durchdringen vermögen. Wenn dies der Fall sein sollte, ist das Knallgasgebläse die ungünstigste Flamme zum Ab- schmelzen. Der oben beschriebene Versuch wurde aus diesem Grunde nicht in derselben Weise wiederholt. Es ist ein schwieriges Problem, nicht nur das Innere eines Rohres trocken zu halten, sondern auch das Äußere an der Schmelzstelle während des Abschmelzens. Ich versuchte auf folgende Weise das Problem zu lösen. — Q. _-__ _,^ZSi Fig. (VIII). 1911. 10 146 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Die Stelle, welche bei der eben beschriebenen Messung mit dem Knallgas- gebläse abgeschmolzen wurde, umhüllte ich jetzt mit dem 8 cm weiten Glasgefäß a Fig. (VIII). Dieses Gefäß tauchte an seinem unteren Ende in das mit Quecksilber gefüllte Gefäß b ein; an seinem oberen Ende endete das Gefäß a in ein Quecksilbergefäß c, welches durch ein 14 mm weites und 25 cm langes Rohr d mit a verbunden war. Der Raum zwischen dem Glasrohr d und dem Quarzzuleitungsrohr des Manometers e wurde von einem Eisenrohr f, welches mit einem Spielraum von ungefähr Yio ™™ hineinpaßte, ausgefüllt. Das Eisenrohr konnte in dem Rohr d, und das Quarzrohr in dem Eisenrohr auf und ab bewegt werden. Das Eisenrohr paßte straff in das obere Ende des Kupferrohres g, in dessen unterem Ende das in der Mitte auf einer Strecke von 3 cm Länge auf 0,5 mm Wandstärke abgedrehte Kohlenrohr h eingeklemmt wurde. Das untere Ende des Kohlenrohres wurde ebenfalls in ein kurzes Kupferrohr i, welches auf dem Boden des Gefäßes b aufsaß, eingeklemmt. Trotz der freien Zwischenräume zwischen den Glas-, Quarz- und Eisenröhren lief das Quecksilber in dem Gefäß c nicht aus, da es durch die Oberflächen- spannung, nachdem es einige Zentimeter in die Zwischenräume einge- drungen war, zurückgehalten wurde. In das Quecksilber in c und b tauchten starke Kupferzuleitungen ein, wodurch der Strom zur Heizung des Kohlenrohres zugeführt wurde. Die Luft in dem Gefäß a ist nur mit Glas, Quarz und Metall in Ver- bindung und kann deshalb sehr gut getrocknet werden. Die Trocknung wird durch kleine mit Phosphorpentoxyd gefüllte Quarzschiffchen k, welche auf der Quecksilberoberfläche schwimmen, besorgt. Am Anfang wurde das Kohlenrohr auf Rotglut erhitzt, und ein trockener Luftstrom, welcher durch das Phosphorpentoxydrohr 1 eingeführt wurde, durch das Gefäß geleitet; die Luft entwich durch das Quecksilber in c. Die Kupferröhren waren beide geschlitzt, sodaß die trockene Luft auch in das Innere des Kohlenrohres eindringen konnte. Der Zwischenraum zwischen dem Gefäß b und dem Quarzrohr des Manometers wurde mit einem Gummistopfen m geschlossen. Bei der Aufstellung des Apparates sind die Phosphorpentoxydröhren n und noch nicht an das Quarzrohr e angeschmolzen, sodaß die ver- schiedenen Röhren über e von oben aufgesetzt werden können. Das Gefäß b wurde auf einem starken Holzgestell montiert und die Hülle a in einem Eisenring aufgehängt; um ein Springen der Glashülle zu vermeiden, wurde sie mit Drahtnetz umgeben. Zum vollständigen Evakuieren des Manometers diente eine Queck- silberpumpe, welche vollständig aus Quarzglas hergestellt war. Sie ist in Fig. (VIII) abgebildet und wird weiter unten beschrieben werden. Da das Phosphorpentoxyd bei der Anordnung des vorigen Versuches während der Sublimation in Vakuo leicht in das Manometer geschleudert II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 147 werden könnte, wurde dies durch das Kapselchen in o verhindert. Die Sublimation des Phosphorpentoxyd geschah sonst genau wie bei dem vorigen Versuch beschrieben wurde. Beim Erhitzen des Silberoxyds in dem Quarzrohr, wurde der Quarz unter Bildung von einer dunkelbraunen Schmelze, welche auch bei starkem Erhitzen nicht zersetzt wurde, angegriffen. Wahrscheinlich ist dieses ein Silbersilikat, obwohl ein solches bis jetzt nicht bekannt ist. In Fig. (VIII) ist der Apparat in dem Zustande gezeichnet, wie er einige Wochen lang während der Trocknung stehen bleibt. Die Phosphor- pentoxydröhren n, o, entsprechen den Röhren a, b der Fig. (VII). Der Salmiak im Manometer ist mit dem Phosphorpentoxyd in o durch ein Quarzrohr verbunden, welches nur an der abzuschmelzenden Stelle von 2 mm sonst überall 3 mm Durchmesser ist. Während des Trocknens wird das Kohlenrohr von Zeit zu Zeit einige Stunden lang auf Dunkel- rotglut erhitzt. Während dieser Zeit wird der Salmiak im Manometer mit einer Bunsenflamme hin und her sublimiert. Um die Trocknung noch mehr zu beschleunigen, wurden die Röhren n und o bei der Erhitzung abwechselnd öfters mit fester Kohlensäure und Äther stark abgekühlt und wieder auf Zimmertemperatur gebracht. Hier- durch wird die sehr verdünnte Luft und der Quecksilberdampf, welche noch in dem Apparat vorhanden sind, abwechselnd mit dem Salmiak und mit dem Phosphorpentoxyd in Berührung gebracht. Um auch eine vollständige Trocknung der Quecksilberpumpe zu erreichen, wurden die Röhren, sowie das Quecksilber mit einer Bunsen- flamme bis zum Sieden des Quecksilbers erhitzt. Die Hülle p des Manometers wird durch den Hahn q mit dem Druck- regulierapparat verbunden. Da das Manometer bei der Trocknung vertikal steht, muß das Quecksilber in dem Schliffe s eingekittet werden. Bei der Trocknung wurde ein Hahn undicht, sodaß nach einigen Tagen, während welcher der Apparat nicht beobachtet wurde, genügend Luft in den Druckregulierapparat eindrang, um die Membran zu zer- stören. Trotzdem wurde das Manometer mittelst des Kohlenrohres bei r ab- geschmolzen. Hierbei wurde das Rohr e samt Quecksilberpumpe und Phosphorpentoxydröhren langsam gehoben, wobei der Institutsmechaniker behilflich war. Es zeigte sich, daß die Methode vollkommen aus- führbar ist. Beschreibung der Quecksilberpumpe. Diese, nach meinen Zeichnungen von der Siiica Syndikate in London hergestellte Pumpe, war vollständig aus Quarzglas angefertigt. Vor Beginn des Evakuierens ist der Hahn x offen, wodurch die Gefäße u und t mit einander verbunden sind. Das Quecksilber befindet sich daher in dem unteren Gefäß u. 10* 148 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur, Der Vierweghahn z ist in der gezeichneten Stellung und verbindet durch das Rohr k die Quecksilberpumpe und das Quarz-Manometer mit der Kapselpumpe. Nun wird wie bisher der gesamte Apparat mit der Kapselpumpe soweit wie möglich ausgepumpt. Alsdann wird der Hahn x sowie der Hahn h^ der Fig. (III) geschlossen. Jetzt wird der Vierweghahn z um 180° gedreht, wodurch die in dem Gefäß G befindliche Luft das Queck- silber in das obere Gefäß t drückt und zuletzt die in ihr enthaltene Luft durch die Kapillare v in die Kugel w treibt. Durch nochmaliges Um- stellen des Vierweghahnes füllt sich das Gefäß G mit Luft, während gleichzeitig die Kapselpumpe das Gefäß u von neuem evakuiert. Hier- durch sinkt das Quecksilber in das untere Gefäß u und der Vorgang beginnt von neuem. Nach mehrmaliger Wiederholung dieses Prozesses sammelt sich in der Kugel w so viel Luft an, daß die Gefahr besteht, daß das Quecksilber aus der Kapillare in t verdrängt werden könnte. Um dies zu vermeiden, wird die Kugel w durch Öffnen des Hahnes x, während z in der ge- zeichneten Stellung ist, mit der Kapselpumpe ausgepumpt. Das Pumpen wird einmal unterbrochen, um das Quecksilber zum Sieden zu erhitzen, und die letzten Spuren von Gasen zu entfernen. Nach dem Kaltwerden erreicht man in kurzer Zeit das höchste Vakuum. Bestimmung des Dampfdrucks und des Molekulargewichts von Arsen. Das benutzte Präparat stellte mir Herr Professor K. Friedrich in liebenswürdiger Weise zur Verfügung. Es war ein besonders reines, von der Fa. de Haen Chemische Fabrik List, Seelze bei Hannover für seine Messungen über das Kupferarsenschmelzdiagramm hergestelltes Präparat, welches 0,012 % Glührückstand enthielt. Da Arsen schon bei gewöhnlicher Temperatur langsam von der Luft zu arseniger Säure oxydiert wird, wurde ein großer Kristall gespalten, von seiner frischen Oberfläche kleine Stückchen abgebrochen und auf ^/lo Milligramm genau abgewogen. Die abgewogene Menge sublimierte ich in Vakuo in einem kleinen Quarzröhrchen hin und her und brachte sie zuletzt in das äußere Ende des Röhrchens, wo sie nochmals vorsichtig bis zu der anfangenden Verdampfung erhitzt wurde. Alsdann schmolz ich dicht bei dem Arsen ab, wodurch es von etwa vorhandener arseniger Säure getrennt wurde. Die so erhaltenen Röhrchen wurden unmittelbar vor dem Versuch aufgebrochen und schnell in das Manometer gebracht, welches dann gleich mit dem Druckregulierapparat in Verbindung gesetzt und evakuiert wurde. Das ganze Manometer wurde mit Ausnahme der Stelle, wo sich das Arsen IL Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. U9 befand, mit der Bunsenflamme erhitzt, wonach auch das Arsen vorsichtig erhitzt wurde, bis sich ein kleines Spiegelchen von Arsen aus dem Mano- meter in die Röhre o Fig. (II) verdampft hatte. Alsdann schmolz ich bei m ab und führte die Messung wie bei Salmiak beschrieben aus. In Tabelle IV sind die Dampfdrucke und in Tabelle V die Molekular- gewichte bei verschiedenen Temperaturen angegeben. Tabc ille IV. 1. 2. Druck Temperatur Druck Temperatur in mm Hg in C in mm Hg in C 26,0 469,4 31,6 476,3 50,9 488,4 269,9 557,4 67,4 499,9 334,1 568,9 96,2 512,3 131,6 526,4 Tab eile V. 1. Gewicht des Arsens = 0,01033 g Volumen des Manometers = 12,68 cm ^ Temperatur Druck Molekular- in ** C in mm Hg gewicht 594,3 148,4 297,0 615,0 152,9 295,2 625,9 155,5 293,8 Gewicht des Arsens = 0,03406 g Volumen desManometers = 12,72 cm' Temperatur Druck Molekular- in ^ C in mm Hg gewicht 620,3 496,3 300,7 625.8 499,3 300,7 637,5 506,7 300,2 672.9 528,0 299,3 Trägt man die Werte von T . log P als Ordinalen gegen T als Abscissen auf, so liegen die Punkte oberhalb 480 ^ innerhalb der Fehler- grenzen auf einer geraden Linie. Die Punkte unterhalb 480'' fallen auf eine ganz andere Gerade, welche wahrscheinlich einer anderen Modifikation des Arsens entspricht. Für die molekulare Verdampfungswärme oberhalb 480" ergibt sich 29,98 Kai., wobei ein Gramm Molekül-Arsen zu 300 g angenommen wurde. In Fig. (IX) sind die Bestimmungen der Tabelle IV graphisch dar- gestellt. Das Molekulargewicht von Arsen ist auch von Biltz und V. Meyer nach der Victor Meyer sehen Methode bestimmt worden. Sie erhalten folgende Werte ^): Temp. »C 644 670 764 860 1325 Molekulargewicht 309 308 306 295 278 1) Zeit. Phys. Chem. 4 p. 2 49. 150 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. H-oo ^50 5 00 Goo 7öo' Fig. (IX). Es zeigt sich also eine deutliche Dissoziation. Auch aus meinen Zahlen sieht man den Einfluß der Dissoziation. Die Werte des Molekular- gewichts nehmen mit steigender Temperatur und mit abnehmendem Druck ab. Meine Zahlen sind gemäß dem niedrigeren Drucke etwas kleiner als diejenigen von Biltz und Victor Meyer. Bestimmung des Dampfdruckes und der Dampfdichte von Thallium. Das zu dieser Bestimmung verwendete Thallium enthielt ungefähr 0,5 "/^ Blei; wovon ich es durch mehrmaliges Sublimieren in evakuierten Quarzröhren zu befreien suchte. II. Abteilung. Naturwissenschaftiche Sektion. 151 Da sich Thallium wie Arsen an der Luft oxydiert, ist eine Bildung von Oxyd nicht zu vermeiden. Bei der Destillation greift dieses den Quarz an unter Bildung von unflüchtigem Thallium-Silikat. Dieses verbleibt an der Stelle, an welcher des Thallium ursprünglich erhitzt wurde und stellt deswegen der Reinigung kein Hindernis entgegen. Das Silberrohr konnte bei diesem Versuch nicht verwendet werden, weil sich Thallium auch in Vakuo erst bei starker Rotglut zu verflüchtigen beginnt. Aus demselben Grunde mußte die Temperatur mittels eines Le Chatelier-Pyrometers bestimmt werden. Wegen des starken Leuchtens des Ofens konnten die Bilder bei den höchsten Temperaturen kaum mehr gesehen werden. Es wurde deswegen an Stelle der Nernstlampe ein Spalt verwendet, auf den das Licht einer Bogenlampe mittelst einer Linse konzentriert wurde. Da die genaue Bestimmung des Gewichts nach der auf S. 20 be- schriebenen Methode bei Thallium sehr schwer ausführbar gewesen wäre, begnügte ich mich mit der Genauigkeit der Einwagen, d. h. ^^ ^j^q mg. Im übrigen war die Anordnung und Durchführung des Versuches dieselbe wie bei der Arsenbestimmung. In Tabelle VI sind die Ergebnisse von 3 Versuchen enthalten. In Fig. X sind die Bestimmungen graphisch dargestellt. Tabelle VI. 1. Gewicht des Thalliums = 0,0096 g Volumen des Manometers = 9,80 cm^ gewicht Druck Tempera! in mm Hg. in »C 18,4 1020 47,2 1140 66,3 1170 88,5 1220 Gewicht des Thalliums = 0,0014 g Volumen des Manometers = 23,7 cm' Druck Temperatur Molekular- 2. Gewicht des Thalliums = 0,0014 g Volumen des Manometers = 9,34 cm' Druck Temperal in mm Hg. in »C 11,4 975 23,9 "1030 36,2 1095 49,4 1135 gewicht < 280 in mm Hg. in "^ C gewicht 23,0 1050 (212) 24,1 1055 203 25,8 1095 195 25,9 1110 197 26,0 1130 199 4. (Interpolierte Werte,) Druck Temperatur in mm Hg. in »C 10,5 950 17,5 1000 26,0 1050 37,0 1100 54,0 1150 78,0 1200 15-2 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. »ö &0 50 ^0 3C £0- £>00 ibaüiüm 1 h / { / o c 9r / 5' 3 3 7\- / ' y^-^ ^ ^ Tempera Hur in "Z 1000 1100 nSLoo Fig. (X). Die Temperatur, bei welcher Thallium einen meßbaren Dampfdruck hat, liegt höher, als ich erwartete. Aus diesem Grunde konnte bei dem ersten Versuche das Thallium nicht vollständig verdampft werden. Die Membran wurde oberhalb 1*220 "^ C weich und unbrauchbar. Bei dem zweiten Versuch wurde viel weniger Thallium eingewogen Trotzdem gelang es nicht, eine Molekulargewichtsbestimmung zu erhalten, da die Membran schon unterhalb 1200" unbrauchbar wurde. Dieser Versuch zeigt jedoch, daß der Dampf nicht zweiatomig sein kann. Wäre das Thallium bei der letzten Dampfdruckmessung dieses Ver- suches vollständig verdampft Avorden, so würde sich das Molekulargewicht zu 280 ergeben haben. II. Abteilung. Naturvvissenschaflliche Sektion. 153 Das Atomgewicht von Thallium ist 200. Der Dampf muß also nach diesem Versuche weniger als 1,4-atomig sein. Bei dem dritten Versuche gelang es, den Dampf im überhitzten Zu- stande zu erhalten. Innerhalb der Versuchsfehler ist der Dampf einatomig. Unter 4 (Tabelle VI) stehen die durch graphische Interpolation aus Fig. X erhaltenen Werte des Thallium-Dampfdruckes. Nach der C 1 au sius sehen Gleichung ergibt sich die Verdampfungs- wärme zu 27,93 Kai. und der Siedepunkt (bei 760 mm) zu 1663*^ C. Bei Gelegenheit der Sublimation des Thallium in einer etwa 1 cm langen und 0,5 mm starken Quarzkapillare wurde beobachtet, daß der Dampf grün leuchtete, sobald das ganze Röhrchen in die Flamme gebracht und dadurch der Dampf in konzentriertem Zustande erhitzt wurde. Mit einem Taschenspektroskop konnte die grüne Thalliumlinie deutlich gesehen werden. Es ist wahrscheinlich, daß wir es hier mit einer monochro- matischen Temperaturstrahlung des Thalliumdampfes zu tun haben ^). Versuche sind im Gange, diese Frage weiter aufzuklären. Breslau, Physikalisches Institut der Universität, Juli 1911. Sitzung am 2 0. Dezember 1911. Die Gesetze des Stosses in der Lorentz-Einsteinschen Relativtheorie. Von Ferencz Jüttner. Der Vortragende erörterte die Gesetze des elastischen Stoßes mate- rieller Punkte auf Grund des Lorentz-Einsteinschen Relativprinzips. Die hier in kurzer Zusammenfassung gegebene Darlegung bildet einen Ab- schnitt der die Relativtheorie betreffenden Untersuchungen, zu denen den Verfasser Herr Geheimi-at Planck in Berlin im Winter- Semester 1910/11 angeregt hatte. Es werde der gerade Stoß zweier Massenpunkte betrachtet. Dieselben mögen sich auf der x-Achse eines ruhenden Koordinatensystems bewegen; die (Ruh-) Masse eines solchen materiellen Punktes werde m, seine Ge- schwindigkeit u, sein Impuls m^* und seine lebendige Kraft L genannt. Dann ist auf Grund der neuen Mechanik bekanntlich 1) Seit Vollendung obiger Arbeit habe ich diese Vermutung bestätigt ge- funden ("siehe Phys. Zeit. 15. Dez. 1911). 154 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl, Cultur. u mC ¥■■ (1) i^_}i' lA ^'' c^ » c^ wobei c die Lichtgeschwindigkeit bedeutet. Die Massen der beiden ein- ander stoßenden Punkte seien nunmehr durch die Bezeichnungen m, und mg unterschieden; bei den übrigen mechanischen Funktionen u, £, L sei ebenso durch eine Indexziffer angegeben, welchem Massenpunkte sie zu- kommen, aber außerdem noch in dem Falle, daß sie sich auf den Zustand nach dem Stoße beziehen, ein Strich oben zugefügt (z. B. u\, u'g), während demgemäß die ungestrichenen Größen für den Zustand vor dem Stoße gelten (z. B. u^, Ug). Die Werte von u'^ und u'g sind hier wie in der gewöhnlichen Mechanik völlig bestimmt durch die Prinzipe von der Erhaltung der Bewegungsgröße sowie der lebendigen Kraft: ^1 i'i + m^ j2 = i"i i"'i + ^^"2 ü ' Li 4" ^2 = L 1 + L 2 Zur Auflösung dieser Gleichungen beachte man, daß durch die Substitution (3a) "=29^ die Funktionen (1) die Gestalt (3 b) j; = c • (Sin y] , L = mc^ • (£o[ 7] annehmen. Wenn man in dieser Weise die Geschwindigkeiten Uj, Ug, u'i, u'2 durch die zugehörigen (hyperbolischen) ,, Geschwindigkeitswinkel" 7]i, Y]2, 'fl\, Yj'g ersetzt, verwandelt sich (2) in folgendes symmetrische Gleichungssystem : m^ (Sin Yji -|- mg ©in rj2 = m^ @in ri\ -\- mg ©in Tj'g m^ ßo[ Yji -f- m^ (Soj r,2 = m^ ©oj ri\ -\- m^ Sof Tj'g. Als dessen Lösung findet man durch unmittelbare Ausrechnung: r r^'i = 2!; — Y]i , r|'2=2C — Tjg, (5) ^Q - ^ "^1 ®^" ^ii + "^2 @i" ^2 . ( ^ "^ mi ©of Y]i + mg ©of Y]g ' durch (3a) sind dann auch die y]\ und Yj'g entsprechenden Geschwindig- keiten u\ und u'2 selbst bestimmt. In entwickelter Form lautet die Lösung: (4) m ?u..(l-^)+m|.(2u,-u,-u,.^) + 2m.m,u,.[/'(l-^)(l ,1 ■ (2u. - u, - u, . "J) + m| u, . (1 - f,) + 2ra, m, u, ^(l - ^J (l - i ".!-o-^^+^)+.i-(.-^)7^..™.r(i-^)o-^) ^( 1 - -2^ c 2 1 U'g -^2) + 2mi »"2 "1) cV + ml U2 0- uH II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 155 Sind Ui und Ug klein gegen c, so artet diese Lösung aus in; l ^> ^ (mi — m^) Ui + 2mg u^ (6*) \ 112 ^ ^ , 2mi Ui + (mg — nit ) U2 2 mi + mg diese Gleichungen sind aber, wie notwendig, die in der gewöhnlichen Mechanik geltenden Gesetze des geraden Stoßes. Von besonderen Fällen der allgemeinen Gesetze (6) seien folgende hervorgehoben : a. Für nii =: mg folgt U\ = Ug , u'2 = Ui , ganz ebenso wie in der gewöhnlichen Mechanik. ß. Für — = 00 ergeben sich die Formeln m 2u2 — "1 • (1 + ^) U 1 = ä~ ' " 2 = U die für kleine Geschwindigkeiten in die aus der gewöhnlichen Mechanik bekannten u'i = 2u2 — Uj , u'2 = U2 ausarten. ß,. Für — = 00 und u, = erhält man '^^ m^ ^ u\ = — Ui , u'2 = , ebenso wie in der gewöhnlichen Mechanik Y- Für oder nij Ei + mg ^2 = ^ i^^ u m, ' c U.K u^ U 1 = — Ui , U 2 = — Ug ; im Falle kleiner Geschwindigkeiten geht jene Bedingung in die einfachere Dil Uo , — = oder m, u, + m, u, = mg Ui 111-^ über (Ruhe des Schwerpunkts des Systems beider Massenpunkte), die in der gewöhnlichen Mechanik gilt. Benutzt man die von H. Poincare entdeckte Analogie zwischen der relativtheoretischen Physik und der Invariantentheorie des hyperbolischen vierdimensionalen Raumes mit den reellen Koordinaten x, y, z und 1 = et, so erkennt man, indem man sich hier auf die hyperbolische x,l- Ebene beschränkt, die Richtigkeit der Lösung (5) und ihrer Spezialfälle an- schaulich fast ohne Rechnung. Bemerkt sei übrigens, daß die Ausdrucks- 156 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. weise und auch die Ausführung der Figuren der Einfachheit wegen nicht reell hyperbolisch, sondern reell euklidisch gestaltet werden soll. Der Bewegungszustand eines mit der konstanten Geschwindigkeit u auf der x-Achse fortschreitenden Punktes von der Masse m kann nun durch einen Vektor U in der x, 1- Ebene dargestellt werden, der mit der 1- Achse den u entsprechenden Winkel 7] bildet (gemäß (3a)) und dessen Länge gleich m ist. Die Komponenten des „Bewegungsvektors" U nach den Koordinatenachsen sind dann: ^. 1 Ux = m @m Yi = - mr , c Ui = m (io\ Y] = -g L , d. h. bis auf universelle Konstanten gleich dem Impuls und der lebendigen Kraft des Punktes. Führt man also in dieser Weise die Bewegungs- vektoren Uj, Uj, U'i, U'g der zwei sich stoßenden Massenpunkte ein, so lassen sich die beiden zu lösenden Gleichungen (4) in die zweidimensionale Vektorgleichung zusammenziehen (7) u, + 1I2 = n\ + ir, , zu der die beiden Bedingungen (7a) 1 Ui I = I U\ I , I U2 I - I ir, 1 hinzutreten. Das Problem des geraden Stoßes bekommt dann folgende Lösung: Die Bewegungsvektoren U'^ und U'g werden aus U^ und U2 durch Spiegelung an der geometrischen Summe Ui -\- Ug erhalten. In der Tat sind sodann die Gleichungen (7) und (7 a) erfüllt und auch nur dann, falls man die identische Lösung, wie nötig, ausschließt. Zur Erläuterung diene Figur 1 ; in ihr ist OA = K^ , AB = U2 , OB = Uj -|- U2 , OA'=U'i, A'B = UV Setzt man zBOC = ^, so ergibt sich aus der Figur sofort: r ^ ' ^1 + -n'i ^ fh + fi'2 ^2 2 ' Tq r = ^ = ^1 @^^ ^1 + ^1:^2 ©"t Y]2 "-^ ^ OC m, eof Y], + m, eof Y]2 ' d. i. die vorhin angegebene Lösung (5). Sehr leicht lassen sich nun auch die oben besprochenen besonderen Fälle a, ß, ß^ und y durch die betreffenden geometrischen Konstruktionen lösen. a. Für mj = mg = m wird gemäß Figur 2 das Deltoid OABA' ein Rhombus und somit ^'1 = -^2 J ^2 = fll ' d. h. u', = u, , u'„ = u, , wie früher. IL Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 157 Figur 1. ß- Für --^==00 fällt entsprechend Figur 3 die Ecke B des Deltoids nij in unendliche Ferne, und daher wird ^'1 = 2yj2 — f]i , fl2 = ri2 , was wegen (3a) auf die oben gegebene Lösung führt. ßi- Ist insbesondere außer -? = 00 noch u« = 0, so liest man aus m^ ^ Figur 4 unmittelbar die Beziehungen ab: fl'i = — Yji , yj'2 = y]2 = , ^' ^- u'i = — Uj , u'2 = , wie oben. T- Für mi @tn y)i + nx^ @in ri^ = erhält das Deltoid eine zur 1- Achse symmetrische Lage — siehe Figur 5 — , und daher ist 'n'i = — >],, 'n'2 = —fl2^ d. i. u , = , u'2 = — Ug , wie früher. Figur 2 bis 5. 158 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. X .^ — ?■ ^ '/z=^ y^y^ ^-— v-/ überhaupt entspricht jeder Ausartung der Gestalt oder Lage des Deltoids auch immer ein physikalisch bedeutsamer Spezialfall der Stoßgesetze. Am Schluß des Vortrages wurde noch kurz der schiefe Stoß berührt. IL Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 159 Bemerkungen zum Planckschen Wirkungsquantum. Von Dr. G. E. Gibson (Carnegie Fellow), Es ist eine Schwäche der bisherigen Ableitungen des Planckschen Strahlungsgesetzes, daß wir dem Resonator nachträglich bei der Wahr- scheinlichkeitsberechnung eine diskontinuierliche Emission und Absorption zuschreiben müssen, während die Gleichung für die Energie des Resonators als Funktion der Strahlungsenergiedichte in Vacuo u und der Eigen. Schwingungszahl des Resonators v nämlich " = 8^^ (^) auf Grund der Maxwellschen Gleichungen, welche eine solche Diskontinuität nicht zulassen, berechnet wurde. Im folgenden soll auf Grund einer ein- fachen Annahme über den Zusammenstoß zwischen einem Resonator und einem Molekül gezeigt werden, daß wir erstens die Annahme diskontinuier- licher Emission und Absorption bei der Ableitung vermeiden können, und daß wir zweitens aus der Elektrodynamik und der kinetischen Theorie der Gase die Tatsache deduzieren können, daß der Resonator nur Energien, welche sehr wenig von einem ganzen Vielfachen des Energiequantums e verschieden sind, besitzen kann. Der größeren Anschaulichkeit wegen gehen wir von einer speziellen Form eines Resonators aus. Doch läßt sich die Theorie leicht verallge- meinern. Es sei die Ladung Pe, wo — e die Ladung eines Elektrons ist, gleich- mäßig durch das Innere einer Kugel von Radius S verteilt. Innerhalb dieser Kugel denken wir uns eine konzentrische Kugelfläche von Radius S gezeichnet. Die gesamte positive Ladung innerhalb dieser Kugelfläche ist Ps^ ^e = pe (2) Auf der Oberfläche der Kugel von Radius S befinde sich eine Flächen- ladung von der Größe — Pe. Das Kraftfeld außerhalb der Kugel mit Radius S ist Null. Stellen wir uns vor, daß im Mittelpunkte der Kugel ein Elektron entsteht, während gleichzeitig die Flächenladung auf der Oberfläche der Kugel von Radius S um e vergrößert wird. Das Kraftfeld außerhalb ist wiederum Null. Die elektrostatische Energie innerhalb der großen Kugel ist eine andere geworden. Wir können uns aber die Entstehung des Elektrons so ausgeführt denken, daß das äußere Kraftfeld \\ährend des ganzen Vorganges Null bleibt. Demnach können wir uns die Ent- stehung eines Elektrons im Mittelpunkte der Kugel beliebig schnell vor- genommen denken, ohne daß eine Strahlung nach außen hin stattfindet 160 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Wir definieren ein nfaches Elektron als eine Flächenladung — ne, welche auf der Oberfläche einer Kugel von Radius na verteilt ist. Hierbei ist a = 10~ ^^ cm der Radius eines Elektrons und n eine ganze Zahl. In ganz analoger Weise wie bei einem Elektron können wir uns das Entstehen eines n fachen Elektrons im Mittelpunkte der Kugel ohne Strahlung nach außen hin stattfindend denken. Auch die Umwandlung eines n fachen in ein n'faches Elektron kann ohne Strahlung erfolgen. So lange gleiche positive und negative Ladungen auf konzentrische Kugeln verteilt sind, bleibt das Feld außerhalb der größten Kugel immer Null. Sobald wir aber das n fache Elektron, ohne seine Dimensionen zu ändern, vom Mittelpunkte längs der Z- Achse um J^ verrücken, bleibt das äußere Feld nicht mehr unverändert. Wir haben jetzt vielmehr einen Dipol, dessen Potential in einem Punkte x, y, z, in der gegen Z, großen Entfernung r vom Resonator durch cp = ne C ^ (3) gegeben ist. Einen solchen Dipol nennen wir in Zukunft einen Resonator Lassen wir das n fache Elektron in dem Resonator frei schwingen, so ist seine Bewegungsgleichung, wenn wir die Dämpfung durch Strahlung ver- nachlässigen, "^dT^=-"^^ ^^^ wo m die elektromagnetische Masse eines Elektrons bedeutet. Durch einen Zusammenstoß mit einem anderen Molekül wird der Schwingungszustand eines Resonators in irgend einer Weise verändert werden. Wenn wir den eben beschriebenen Resonator betrachten, so kann keine Gesamtenergie auf zweierlei Weise geändert werden. Es kann erstens das n fache Elektron in ein n'faches geändert werden, während die Schwin- gungsenergie konstant bleibt. Die Energieänderung besteht hierbei aus der elektrostatischen Energie, welche nötig ist, das n fache in das n' fache Elektron umzuwandeln. Da wir uns diese Umwandlung aus den oben genannten Gründen ohne Strahlung vorgenommen denken können, machen wir die Hypothese, daß die hierzu nötige Energie einem intra- molekularen Vorrat entstammt und an dem Energieaustausch zwischen Resonator und stoßendem Molekül nicht teilnimmt. Wir können uns den Resonator z. B. in einem Molekül eingebettet denken und die Bedingung machen, daß das Molekül gerade so viel innere potentielle (nicht Wärme-) Energie verliert, bezw. gewinnt, als nötig ist, das n fache Elektron in ein n'faches umzuwandeln. Die Kombination von Molekül und Resonator nennen wir im folgenden einen Molekülresonator. Wir können unsere erste Hypothese auf folgende Weise ausdrücken. IL Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 161 Die Energie eines Molekülresonators ist bei konstanter /'n neu \ Schwingungsenergie I — - — ^) konstant. Zweitens kann die Schwingungsenergie des Resonators geändert werden. Diese Energieänderung muß nun der kinetischen Energie des Stoßes ent- stammen und kommt allein für den Wärmeaustausch in Betracht. Sind u, V, w die Geschwindigkeitskomponenten eines zweiten nicht schwingenden Moleküls relativ zum ruhenden Molekülresonator, so ist die Summe der kinetischen Energie des ankommenden Moleküls und der Schwingungsenergie des Molekülresonators npe^ ^^2 M = 2 s^ + 2" ^" + ^ + ^^ ^ ^^) wo M die Masse des ankommenden Moleküls und ^^ die Amplitude des Resonators unmittelbar vor dem Stoße bedeutet. Wir schreiben V in der Form V = 2 n' £ + 6 -[- I (u2 + v2) (6) P e^ wo n eine ganze Zahl, < 6 < 2 s und s = ^— ist. 2 s Wir machen nun die Hypothese, daß der Resonator nach dem Zusammenstoße ein n'faches Elektron besitzt, welches mit der Amplitude s schwingt; jedoch bleibt im Falle n' = ein ruhendes Elektron im Mittelpunkte des Resonators bestehen. Die Schwingungsenergie des Resonators unmittelbar nach dem Zusammenstoße ist demnach ' P e^ .„. n £ = n — (0 Da bei dem Zusammenstoße die Gesamtenergie des Molekülresonators und des stoßenden Moleküls nach dem Energieprinzip erhalten bleiben muß, so wird die Geschwindigkeit des stoßenden Moleküls unmittelbar nach dem Zusammenstoße die Komponenten u, v, f — ^^ — -~ — Y haben, wenn wir annehmen, daß der Molekülresonator in Ruhe bleibt, und daß nur die- jenige Geschwindigkeitskomponente des stoßenden Moleküls, welche m der Schwingungsrichtung des Resonators übereinstimmt, beeinflußt wird. Wenn der Molekülresonator auch eine fortschreitende Bewegung hat, muß diese Bewegung auch berücksichtigt werden. Wäre die Anzahl der Molekülresonatoren ein großer Bruchteil der Gesamt, anzahl der Moleküle, so würde die Anzahl der Zusammenstöße vielleicht eine andere sein, als man " nach der kinetischen Theorie der Gase erwarten würde. Indessen brauchen wir im folgenden nur die Größenordnung der Anzahl der Zusammenstöße zu wissen, und da die Anzahl schwingender Molekülresonatoren auch bei einem stark leuchtenden Gase nur ein kleiner Bruchteil der Gesamtanzahl der Moleküle ist, können wir mit genügender löll. 11 162 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Annäherung die gewöhnliche kinetische Theorie der Gase anwenden. Nun berechnen wir die Energie, welche ein Resonator in der Zeit zwischen zwei Zusammenstößen durch Strahlung verliert. Wir können die jeweilige Energie des Resonators in der Form schreiben U = 1 Kf2 + 1 Lf2 (8) wo f(t) = ne^ das jeweilige Moment des Resonators bedeutet. K und L berechnen sich zu "" ; (9) m ' und L = — ^ n c^ Indem wir die Maxwellschen Gleichungen auf diesen Fall anwenden und die Strahlungsdämpfung nach dem Poyntingschen Satze berechnen/) erhalten wir als Integral der Resonatorgleichung f = n e s e ~ = '^ ^ cos (2 tu v t — e) (10) wobei und _ 1 I^K _ J_ pae 2 U ' L 2 7t mö S2 v=^rr = ^^^^ (12) m2 s2 Es wird im folgenden gezeigt werden, daß in allen der Messung zugänglichen Fällen die mittlere freie Zeit und die Größe av beide sehr klein sind. Demnach wird es nur äußerst selten vorkommen, daß ein Resonator so lange keinen Zu- sammenstoß mit einem Molekül erfährt, daß seine Energie um einen merklichen Bruchteil von e sinken kann. Unsere Resonatoren würden sich daher praktisch so verhalten, als ob sie nur Energiemengen besitzen könnten, die ganze Vielfache von £ sind. Auf diese Weise ergibt sich die Plancksche Beziehung ungezwungen aus der oben aufgestellten Hypothese über den Zusammenstoß zwischen Resonator und Molekül. Die Entropie S eines Resonators als Funktion seiner Energie U können wir jetzt mit Benutzung der Planckschen Wahrscheinlichkeits- betrachtung in der Form schreiben s = .|0+-^),o.(:+H)_^,o.Hj „ 3) Die Größe von e ergibt sich aus dem Wienschen Verschiebungsgesetze m der Planckschen Form 1) Vgl. Planck, Vorl. über Theorie der Wünneslrahlung, p. 112. IL Abteilung, Naturwissenschaftliche Sektion. 16B = ^ ("> zu £ = h V (15) oder, wie wir es jetzt mit Bezugnahme auf die Gleichungen (7) und (12) schreiben können, p s = Y = a 3 (n>) Hierbei ist y = 7,47 • 10 ~ ^ cm eine universelle Konstante, nämlich der Radius (s) eines Resonators, dessen kleine positive Kugel die Ladung e enthält. An Stelle der unerklärten Plankschen Beziehung ergibt sich ein einfaches Gesetz für alle in der Natur vorkommenden Resonatoren. Das Resonatorgesetz können wir in den beiden gleichwertigen Formen schreiben . p2 = 5v (17) S2 = Y]V (18) Hierbei sind S = 4,45 • lü — ^'^ sek und yj = 0,125 cm^/sek universelle Konstanten, Wir wollen nun an einem wirklichen Falle beweisen, daß der Energie- verlust durch Strahlung zwischen zwei Zusammenstößen ein sehr kleiner Bruchteil von £ ist. Mit Benutzung des Resonatorgesetzes (17), (18) transformieren sich die Gleichungen (10) und (11) in f(t) = nese-^^^'^t cos (27rvt — e) (19) und 4Ti2 e^ a = -— „ — n V = 9 n V (20) 3 c "^ m wo cp = 4,16'10~^3 QQ^ isl-^ Wir betrachten die Kohlensäurebande bei 1000^ absolut. Aus der Wellenlänge des Maximums (X = 4,5 \i) berechnet sich zu 67.1012. Der mittlere Wert von n ergibt sich aus der Planckschen Formel h V 9 e^T—i zu ^ ungefähr. Von 9 Resonatoren sind im Mittel 8 in Ruhe, während einer mit einem £ schwingt. Es wird natürlich auch vorkommen, daß von 18 Resonatoren 17 in Ruhe sind, während einer mit 2 £ schwingt. Dies wird aber viel seltener der Fall sein, und wir können mit Sicherheit sagen, daß ein Resonator nur in äußerst seltenen Fällen mit 100 £ schwingen kann. Wir werden diesen extrem ungünstigen Fall bei der Berechnung der Dämpfung annehmen. 164 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Bei ° C und 700 mm ist die mittlere freie Zeit eines Kohlensäure- moleküls nach der kinetischen Theorie 2 • 10 ~ ^° Sekunden. Bei 1000 ^ absolut ist sie bedeutend kleiner. Wir nehmen aber 2 • 10 ~ ^° Sekunden als Extremwert der mittleren freien Zeit bei 1000° T an. Indem wir n = 100, v = 67 • lO^^ u^d t = 2 • 10 - lo sek setzen, haben wir einen für unsere Theorie äußerst ungünstigen Fall angenommen. Wir setzen diese Werte in (19) ein und erhalten für die Schwingungs- amplitude unmittelbar vor dem zweiten Zusammenstoße ^t = s e - 0^0037 (22) Der entsprechende Energieverlust des Resonators ist ^-^ (s^ _ ;t^) = 0,0062 £ (23) _ Wir sehen also, daß auch in diesem extremen Falle die Energie des Re- sonators nur um 0,6 % eines s zwischen zwei Zusammenstößen sinken kann. Bei der ganzen Berechnung haben wir die Energie, welche d-er Resonator aus der auffallenden Wärmestrahlung absorbiert, nicht berück- sichtigt. Da sie aber im stationären Zustande gleich der emittierten Energie ist, so hat sie in der Zeit zwischen zwei Zusammenstößen einen Einfluß von derselben Größenordnung wie diese. Nur in einer verschwindenden Anzahl von Fällen wird sie die Energie eines Resonators in der Zeit zwischen zwei Zusammenstößen um einen merklichen Bruchteil von £ ändern können. Aus dem Resonatorgesetz (16) ergibt sich für den Resonator der Kohlensäurebande der Radius der positiven Kugel zu 0,43 [X{Ji. Aus der kinetischen Theorie der Gase berechnet sich der Radius eines kugelförmig gedachten Kohlensäuremoleküls zu 0,15 [jljjl. Es ist eine befriedigende Stütze unserer Hypothese, daß die Größen- ordnung so gut übereinstimmt. Bisher haben wir nur geradlinige Schwin- gungen des Resonators berücksichtigt. Wir können aber jede beliebige Schwingung in drei aufeinander senkrechte geradlinige Schwingungen zer- legen, indem wir unsere Theorie auf diese drei Schwingungen einzeln an- wenden, gelangen wir sofort zu der Einsteinschen Formel für die spezifische Wärme N ruhender Resonatoren, nämlich d_(N£) _ 3_RpeT d T ß V ^''^^ (eT -1)2 wo R die Gaskonstante und ^ = — ist. 11. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 165 Um die Bedeutung der neuen Hypothese über den Zusammenstoß klar hervorzuheben, denken wir uns ein System von NResonatoren in einen von schwarzen Wänden umgebenen Hohlraum hineingebracht. Wenn die schwarzen Wände auf einer höheren Temperatur sind als die NResonatoren, wird die Gesamtenergie der letzteren durch Strahlung zunehmen. Wir betrachten den speziellen Fall, bei welchem die NResonatoren anfangs in ßuhe sind. Als Beispiel können wir einen Diamanten beim absoluten Nullpunkte nehmen, welcher plötzlich in einen evakuierten schwarzen Körper von hoher Temperatur gebracht worden ist. Die Re- sonatoren werden im Anfang, da keine Zusammenstöße stattfinden, die Strahlung kontinuierlich aufnehmen. Wir könnten uns denken, daß die kontinuierliche Aufnahme weiter geht, ohne daß jemals ein Zusammenstoß stattfindet. Dieses wäre aber ein instabiler Zustand, Denn sobald ein einziger Zusammenstoß stattfindet, wird nach unserer Hypothese min- destens die Hälfte der Schwingungsenergie des gestoßenen Resonators in gewöhnliche kinetische Energie der Moleküle umgewandelt. Hierdurch müssen sofort neue Zusammenstöße verursacht werden, so daß nach einiger Zeit das Gleichgewicht zwischen strahlender und fortschreitender Energie der Moleküle wiederhergestellt wird. Ohne Zusammenstöße würde man auf das Rayleighsche Gesetz geführt werden. Bei kleiner Anzahl der Stöße, etwa bei sehr tiefer Temperatur oder bei äußerst verdünnten Gasen würde es den Anschein haben, als ob die Resonatoren zum Teil kontinuierlich strahlten.. Das Plancksche Gesetz würde also bei solchen Fällen nur an- nähernd gelten. Hierin liegt vielleicht die Erklärung für die Abweichungen von dem Einsteinschen Gesetz für die spezifische Wärme fester Körper, welche Nernst und seine Mitarbeiter bei tiefen Temperaturen beobachtet haben. Aus unserer Hypothese über den Zusammenstoß läßt sich das Ab- sorptionsvermögen eines Gases berechnen. Eine ähnliche Rechnung hat H. A. Lorenz gemacht unter der An nähme, daß die Schwingungsenergie eines strahlenden Moleküls bei einem Zusammenstoße vollkommen in kinetische Energie der Moleküle, d. h. in Wärmeenergie übergeht. Ich beabsichtige, die Rechnung in analoger Weise, wie es Lorenz gemacht hat, durchzuführen. 166 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur, Aligemeine Übersicht der meteorologischen Beobachtungen auf der König]. Universitäts- Sternwarte zu Breslau im Jahre 1911. Mitgeteilt von Dr. G. Rechenberg. Höhe des Barometers über Normal-Null = 147,03 m. I. Barometerstand, IT. Temperatur der Luft 1911. reduziert auf 00 Gel 5IU3 in Graden nach Celsius m Millimetern Monat a 3 32 a m S s ^ J3 r^ s ,J2 s •y" c:ä ci 1^ .— • -:; ri • — Q -^ = a — Q a = mm 1 mm mm 1 1 Januar 31. 765,8 12. j 738,1 754,77 26. 6,2 31. { — 9,8 — 0,20 Februar 14. 66,4 19. 30,6 49,62 19. 10,5 15. '—16,4 -0,05 März 20. 55,4 13. 34,8 47,34 30. 21,6 20.21.1 — 3,1 4,79 April 22. 63,6 28. ' 36,2 47,76 23. 24,0 5., 6. — 5,1 8,62 Mai 2. 54,0 19. 38,8 48.08 14. 26,1 21. 2,5 14,43 Juni 2. 59,6 14. 37,6 49,47 24. , 27,9 11. 6,4 16.77 JuU 4. 59,7 17. ' 41,9 51,98 24. i 34,6 5. 9,2 20,27 August 8. 57,3 22. 40,1 49,22 29. 1 31,5 17. 8,5 20,54 September . . 1. 57,6 21. 1 40,6 50,50 3. i 31,6 11. 5,5 15,78 Oktober . . . . 17. 63,6 25. 35,0 50,07 7. 1 20,7 17. — 3,6 9,05 November . . 14. 61,0 19. : 26,2 47,87 6. 15,1 25.26. — 2,2 5,59 Dezember. . 31. 61,6 21. i 34,0 49,31 9. 8,8 31. ! — 4,5 2,34 Jahr Febr. 14. 766,4 Nov. ^OQC 19. '-^'- 749,67 Juh ■2i. ' 34,6 Febr. 15. —16,4 9,83 1911. Monat III. Feuchtigkeit der Luft, a. absolute II b. relative in Millimetern in Prozenten IV. Wolken- bildung und Niederschläsre S flj "Ti Tage. Januar . . . Februar . . März April . . . . Mai Juni Juli August . . . September Oktober . . November Dezember Jahr 26. 18. 29. 21. 18. 25. 24. 23. 23. 7. 14. 9. 6,6 7,2 9,0 9,1 12,9 14,3 15,1 13,8 13,5 11,9 7,5 6,6 31. 15. 20. 7. 21. 2. 10. 17. 11. 17. 25. 31. 1,8 4,06' 1,0 3,86 2,5: 5,12 2.4 3,7 4,5 5,3 4,5 4,8 2,7 3,6 3,0 5,54 8,54 8,77: 9,88 9,89: 8,55 6,35 5,43? 4,82^ öfter 7., 18. öfter 13. 7., 18. 8. 2., 28. I 16. ! 15. 13. öfter öfter lOOi 12. 100 28. 100 30. 100, 19. lOO! 25. 97| 13. 85 24. 94| 13. 100 3. lOOl 19. 100 6. 100 19. ,60 87,1 '55 80,0 38 79,4 24 65,1 |.33 69,5 ; 28 61,8 |2356,4 |26'56,9 i20'66,l 36 72,2 36 80,0 '6887,6 10 15 9 17 19 21 21 23 15 21 11 9 21 55,85 12' 47,30 18 30,00 11 26,45 12l 60,60 5i 29,80 16,85 46,55 48,45 24,25 43,70 19 42,20 Juli 15,1 Febr. 15. 1,0 6,73 öfter llOOJ ^|,'^'-|20'71,8 35 191 1139: 472,00 II. Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 167 V. Herrschende Winde. Januar. Die Winde, die in der zweiten Monatshälfte etwas stärker als gewöhnlich auftraten, wehten überwiegend aus West und Nordwest, am seltensten wurden Nordostwinde notiert. Februar. Die Winde traten während des ganzen Monats stärker als ge- wöhnlich auf, in der zweiten Hälfte sogar wiederholt stark bis stürmisch; sie wehten überwiegend aus West, Nordwest, Südost und Südwest. März, Die Winde traten durchweg nur in mittlerer Stärke auf und ver- teilten sich mit Ausnahme der häufigen Südostwinde ziemlich gleichmäßig auf der Windrose. April. Die Winde traten nur in mittlerer Stärke auf und wehten vor- wiegend aus West und Nordwest, demnächst auch häufig aus Nord, während Ostwinde nur selten waren. Mai. Auch in diesem Monat traten die Winde nur in mittlerer Stärke auf und verteilten sich mit Ausnahme der seltenen Süd-, Südwest- und auch Westwinde ziemlich gleichmäßig auf der Windrose. Juni. Die Winde traten um die Mitte des Monats herum etwas stärker als gewöhnlich auf und wehten zumeist aus Nordwest und West; Nordwinde traten ganz zurück. Juli. Die Winde traten zumeist nur in mittlerer Stärke auf und wehten ganz überwiegend aus Nordwest. August. Die Winde traten um die Mitte des Monats herum etwas stärker als gewöhnlich auf und wehten vorwiegend aus Nordwest, Ost und West, September. Die Winde traten durchweg nur in mittlerer Stärke auf und wehten zumeist aus Nordwest, West- und Südost; NorU- Nordost- und Ostwinde traten ganz zurück. Oktober, Die Winde, die wiederholt etwas stärker als gewöhnlich auf- traten, wehten überwiegend aus Südwest und Südost, demnächst auch häufig aus Ost, Nordwest und West, November. Die Winde traten besonders in der ersten Monatswoche stärker als gewöhnlich auf und wehten überwiegend aus Südwest, Südost und Süd; Nordwinde traten ganz zurück, Dezember, Die Winde traten durchweg nur in mittlerer Stärke auf und w'ehten vorwiegend aus Südost und Süd, demnächst auch häufig aus West und Nordwest. VI. Witterung'S- Charakter. Januar. Der Luftdruck bewegte sich in beständigen und oft auch recht beträchtlichen Schwankungen zumeist über dem normalen Werte, so daß das Monatsmittel um 4 mm zu hoch wurde. Die Tempe- ratur hielt sich fast durchweg über dem Mittelwerte und war 168 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. infolgedessen um SV^ o ^u warm. Die Feuchtigkeit der Luft und die Himmelsbedeckung waren zu groß und infolgedessen blieb die Summe der Sonnenscheindauer um V4 unter dem Durchschnitt. Niederschläge, die etwa zu gleichen Teilen aus Regen und Schnee bestanden, waren häufig und fielen auch oft in beträchtlichen Mengen, so daß ihre Summe den normalen Wert um das Doppelte überstieg. Eine zusammenhängende Schneedecke konnte sich wegen der meist hohen Temperaturen immer nur in geringer Stärke bilden. Februar. Der Luftdruck bewegte sich in der ersten Monatshälfte fast durchweg stark über dem normalen Werte, in der zweiten Hälfte stark unter demselben. Die Temperatur sank in der zweiten Woche sehr stark unter den Mittelwert, hielt sich aber sonst meist dar- über, so daß sie im Durchschnitt sich um 1 ° zu hoch ergab. Die Feuchtigkeit der Luft, die Himraelsbedeckung und auch die Sonnenscheindauer waren annähernd normal. Die Niederschläge be- standen zum größten Teil aus Schnee und waren häufig, so daß auch in diesem Monat ihre Summe den Durchschnittswert um fast das Doppelte überstieg, März, Der Luftdruck bewegte sich überwiegend unter dem normalen Werte. Die Temperatur war fast ohne Ausnahme zu hoch und überstieg den Durchschnittswert um 3 ^. Die Feuchtigkeit der Luft war annähernd normal, die Himnielsbedeckung zu groß und die Sonnenscheindauer erreichte nur ^/j des Durchschnittswertes. Die Niederschläge bestanden zum größten Teil aus Regen und waren nur in der ersten Monatshälfte häufig, so daß ihre Summe einen kleinen Fehlbetrag ergab. Ein Wetterleuchten wurde be- obachtet in den Abendstunden des 31. April. Der Luftdruck bewegte sich in meist nur geringen Schwankungen um den Mittelwert herum. Die Temperatur hielt sich in der ersten Monatshälfte überwiegend unter Normal, in der zweiten beständig darüber und ergab sich im Durchschnitt um 1 ° zu hoch. Die Feuchtigkeit der Luft entsprach angenähert dem Durchschnitt, die Himmelsbedeckung war wieder zu groß und infolgedessen die Sonnenscheindauer um ^3 zu klein, Niederschläge, die zum weit- aus größten Teile aus Regen bestanden, waren nur selten und fielen auch meist nur in geringen Mengen, so daß ihre Summe nur ^/g des Mittelwertes ergab. Am Abend des 29. wurde ein Wetterleuchten notiert. MaL Der Luftdruck bewegte sich in nur geringen Schwankungen um den Durchschnittswert. Die Temperatur war in der ersten Woche normal, stieg dann in der zweiten bis zu sommerlicher Höhe an, sank in der dritten sehr stark und hob sich in der vierten wieder, IL Abteilung. Naturwissenschaftliche Sektion. 169 so daß ihr Mittelwert um 1 Yg ^ zu hoch wurde. Die Feuchtigkeit der Luft und die Himmelsbedeckung waren zu groß, die Sonnen- scheindauer um Y5 zu klein. Niederschläge waren häufig und fielen auch wiederholt in beträchtlichen Mengen, so daß ihre Summe um 10 ^/^ zu hoch wurde. Von elektrischen Erscheinun- gen wurden notiert 6 Gewitter und 5 mal Wetterleuchten. Juni. Der Luftdruck wies ziemlich starke Schwankungen auf, hielt sich aber meist über dem Mittelwerte und ergab sich um 1 mm zu hoch. Die Temperatur und die Feuchtigkeit der Luft waren annähernd normal, die Himmelsbedeckung zu gering, die Sonnenscheindauer um ein Weniges zu groß. Regenfälle waren nur selten und ihre Summe blieb daher um mehr als die Hälfte unter dem Durch- schnittswerte. Von elektrischen Erscheinungen wurden beobachtet 3 Gewitter und 3 mal Wetterleuchten, Juli. Der Luftdruck bewegte sich in meist nur geringen Schwankungen fast ausnahmslos über dem Mittelwerte und ergab sich um mehr als 3 mm zu hoch. Die Temperatur war fast beständig über normal, stieg fast an jedem Tage über 20° und gegen Ende des Monats sogar wiederholt über 30°, so dass ihr Mittelwert um mehr als 2 ° zu hoch wurde. Die Feuchtigkeit der Luft war normal, die Himmelsbedeckung zu klein, die Sonnenscheindauer zu groß. Regenfälle waren nur selten und traten auch nur in geringen Mengen auf, so daß ihre Summe nur den fünften Teil des Durch- schnittswertes erreichte. Von elektrischen Erscheinungen wurden notiert 6 Gewitter und 4 mal Wetterleuchten. August. Der Luftdruck zeigte zumeist nur geringe Schwankungen und ergab sich im Durchschnitt nahezu normal. Die Temperatur war wieder viel zu hoch, und wenn auch eine Höhe von 30 ° nur noch einmal notiert wurde, so ergab sich doch der Mittelwert um 3 ° zu groß. Die Feuchtigkeit der Luft und auch die Himmels- bedeckung blieben unter dem Durchschnitt. Die Sonnenschein- dauer war um 9 °/(, zu hoch. Nur an einem einzigen Tage, während des Gewitters am 4., fiel ein nennenswerter Regen, sonst waren die Niederschläge nur selten und auch immer nur gering, so daß auch dieser Monat einen Fehlbetrag von fast 50 % aufwies. 4 Gewitter wurden beobachtet und 3 mal Wetterleuchten. September. Der Luftdruck bewegte sich in meist nur geringen Schwan- kungen, vorherrschend über dem normalen Werte. Die Temperatur, die nur selten unter den Durchschnittswert sank, war im Mittel wieder um 2 ° zu hoch. Die Feuchtigkeit der Luft, die Himmelsbedeckung und infolgedessen auch die Sonnenscheindauer waren annähernd normal. Niederschläge waren nur in der zweiten Monatshälfte häufig, fielen aber meist nur in geringen Mengen, und nur dem 1911. 12 170 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. starken Regenfall vom 15., welcher 26 mm ergab, ist es zuzu- schreiben, daß die Gesamtsumme des Monats normal wurde. Von elektrischen Erscheinungen wurden beobachtet 2 Gewitter und Imal Welterleuchten, Okjtober. Der Luftdruck war beständigen und wiederholt auch recht be- trächtlichen Schwankungen ausgesetzt. Die Temperatur war nur wenig über Normal, gegen Mitte des Monats waren schon 3 Frost- tage zu verzeichnen. Obwohl die Himmelsbedeckung um ein Be- trächtliches zu gering war, entsprach doch die Sonnenscheindauer nahezu dem Mittelwerte, weil die Aufheiterung des Himmels häufig erst in den Abendstunden erfolgte. Nennenswerte Nieder- schläge fielen nur am 2. und am 28. und ihre Summe blieb daher um Vg unter der normalen. Elektrische Erscheinungen wurden nicht mehr beobachtet. November. Der Luftdruck bewegte sich in beständigen und sehr häufig auch außerordentlich beträchtlichen Schwankungen überwiegend unter dem normalen Werte. Die Temperatur war wiederum viel zu hoch; nur an wenigen Tagen sank sie unter Null, war aber oft um 5^ und mehr über dem Mittelwerte. Die Feuchtigkeit der Luft und die Himmelsbedeckung waren etwas zu groß, die Sonnen- scheindauer um 16 % zu klein. Niederschläge, die in der letzten Woche überwiegend aus Schnee bestanden, waren nur in der zweiten Monatshälfte häufig und auch ergiebig, so daß ihre Summe nach längerer Zeit wieder einmal den normalen Wert überstieg. Am 25. hatte sich eine Schneedecke von 10 cm Höhe gebildet, die aber am Ende des Monats wieder verschwunden war. Dezember. Auch in diesem Monat waren die Schwankungen des Luft- drucks recht bedeutend, wenn auch nicht so beträchtlich wie im Vormonat. Die Temperatur war relativ noch höher als im No- vember und überstieg den Mittelwert um 3 Yg °. Die Feuchtigkeit der Luft und die Himmelsbedeckung waren zu groß, die Sonnen- scheindauer erreichte nur die Hälfte des normalen Wertes, Nieder- schläge, die zum weitaus größten Teile aus Regen bestanden, waren häufig und fielen auch oft in größeren Mengen, so dass ihre Summe um Ya zu groß wurde. Schlesische Gesellschaft für vaterländisclie Cultnr. 89. Jaliresberich-t. 1911. II. Abteilung. Haturwissenschaften. b. Zooiogiscli-botanisclie Sektion. ^ Sitzungen der zoologisch-botanischen Sektion im Jahre igii. L Sitzung am 12. Januar 1911. Herr F. Fax legte vor Einige neue afrikanische Euphorbiaceae. EupJiorbiü Mubertl Fax n. spec. — Arbor 3 — 4 m alta, coma rotundata praedita; rami inferiores subhorizontaliter adscendentes, apliylli, griseo-glaucescentes, leviter et distanter strangulaü, 4-alati, ultimi 3-alati; alae latae, 2 cm fere latae, modice crassae, margine undulatae et leviter lobulatae; podaria confluentia, 1 cm inter se distantia, grisea, bispinosa; Spinae divaricatae, rectae, 6 mm fere longae. Cyathia ignota. Muanza (Victoria-See), steinige Inseln im See (H. Winkler n. 4114a!). Obwohl Blüten und Früchte unbekannt sind, läßt sich die systematische Stellung dieser baumartigen Euphorbia leicht feststellen. Sie gehört in die Sektion Diacanthium und in die Gruppe der Diacanthae; sie ist nächst verwandt mit E. Nyikae, die ich aus der Nyikasteppe Ostafrikas beschrieben habe und die auch an den Gebirgsabhängen von Usambara und Fare nach Volkens häufig ist. E. Huherii unterscheidet sich aber von E. Nyikae durch weniger tief gegliederte Zweige, schmälere Flügel und 3 — 4flüglige Zweige. Der Habitus des Baumes ist dagegen bei beiden Arten fast identisch. Ich benenne die Art nach dem Sammler, Herrn Privatdozenten Dr. Hubert Winkler. JEu. Fimeleodendron Fax n. spec. — Arbor ad 15 m alta, coma latissima, diametro altitudinem arboris superans; rami horizontales; ramuli carnosi, ultimi leviter trianguläres vel fere subteretes, modice tantum cicatricosi; ramuli penultimi 2 cm crassi, ultimi 6 — 8 mm diametientes, hinc inde confertim a ramo Orientes; pedicellus sub fructu 3 — 4 mm longus; cyathium defloratum 5 mm latum, intus dense gossy- pinum; Capsula e cyathio brevissime stipitata, arcte reflexa, profundissime 3-cocca; carpidia vix 3 mm inter se connata, longe stellatim libera, 8 mm longa, 1 cm lata. Semen globosum, 4 mm diametiens, albidum, laeve. 1911. 1 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Deutsch -Ostafrika, zwischen Taveta und Taveta-Fluß (H. Winkler n. 4298!). Der gesammelte Zweig ist blattlos; ob die Pflanze Blätter trägt, ist fraglich, doch spricht die geringe Größe der Narben nur für kleine Blatt- gestalten; vielleicht ist die Blattbildung ganz unterdrückt. Sehr charakte- ristisch ist der Wuchs und die tief 3 lappigen Früchte. E. Pimeleodendron gehört in die Sekt. Tirucalli und ist vielleicht verwandt mit E. gossy- pina Fax. Ell* jylatypoda Fax n. spec. — Annua, Yg — ^4 ^ ^^^^'■> Paulis herbaceus, ramosus, superne puberulus. Folia alterna; petiolus 10 — 15 mm longus, planus, linearis, 2 mm latus; limbus fragilis, pallide viridis, ob- longus vel lanceolatus, basi et apice acutus, cartilagineo-marginatus, sub- spinuloso-serrato-dentatus, in foliis inferioribus et mediis 5 cm fere longus, 2^2 cm latus, in superioribus longior et angustior, sublanceolatus; ramuli sub cyathiis inferioribus i+i 3, sub superioribus 2 — 1, satis elongati, puberuli et demum glabrescentes; folia floralia linearia, subserrulata, 4 cm longa. Cyathii pubescentis, 4 mm lati, campanulati glandulae trans- verse ovatae. Ovarium tomentosum; styli apice breviter bifidi. Capsula velutino-pubescens, basi truncata, globoso-ovoidea, obtusa, dorso carpidiorum non carinata; semen griseum, tuberculato-rugulosum, pyriforme, carun- culatum, 4 mm longum. Kilimandscharo, Obstgartensteppe unterhalb Moschi, 700 m (H. Winkler n. 4022!). Verwandt mit E. Volkensii Fax aus demselben Gebiete. Die neue Art ist einjährig, besitzt breite, bandartige Blattstiele und trägt viel größere Früchte und Samen; sie ist, wie die genannte ältere Spezies, ein Glied der Sektion Pseudacalypha. In dem eben erschienenen Hefte des Fflanzenreiches, das die mono- graphische Bearbeitung der Cluytieae bringt, habe ich, der Ansicht Lauterbachs folgend, die Gattung Schistostigma unter die Cluytieae (Fflanzenreich, IV, 147 III, p. 84) mit aufgenommen. Nach der Angabe des Autors besitzt jedes Fruchtknotenfach eine Samenanlage. Schon die valvate Deckung des männlichen Kelches verleiht jedoch der Gattung eine isolierte Stellung innerhalb der Cluytieae, wenngleich auf die Deckungsverhältnisse in einzelnen Verwandtschaftskreisen nicht gerade der Wert gelegt werden kann, den Müller in seinen Arbeiten besonders betonte. Dagegen erhielt ich nach Abschluß der Arbeit weiteres Material von Schistostigma papuanum Lauterb., das eine Nachuntersuchung der weib- lichen Blüte ermöglichte. Hierbei ergab sich das überraschende Resultat, daß jedes Fruchtknotenfach zwei Samenanlagen besitzt. Danach ist die Stellung von Schistostigma bei den Cluytieae unmöglich geworden; die Gattung gehört unzweifelhaft nach dem zuerst von II. Abteilung. Zoologisch-botanische Sektion. Dr. Li ng eis heim festgestellten Befunde zu den Bridelieae und wird vermutlich nach der Durcharbeitung dieser Gruppe mit Cleistanthus selbst vereinigt w^erden müssen. Sodann sprach Herr F. Kern über Beiträge zur Moosflora Jotunheims. Jotunheim, früher auch die Jötunfjelde — die Riesenberge — genannt, ist das wildeste und höchste Gebirge von ganz Nordeuropa. Es füllt ein Gebiet von 81 Quadratmeilen aus. Die Bergspitzen liegen sämtlich über der Schneegrenze, welche hier bei 1700 m zu finden ist; aber nur zwei übersteigen 2500 m, der Galdhoepigg und der Glitretind. Diese beiden Berge zeigen ein merkwürdiges Höhenverhältnis. In schneearmen Jahren ist der Galdhoepigg der höchste Berg Nordeuropas; in schneereichen Jahren hingegen überragt der Glitretind — die Glitzerzinne — den Galdhoepigg um 12 — 20 m. Man darf sich aber von der Angabe, daß die Bergspitzen Jotunheims nur 2000—2560 m erreichen, im Vergleich mit den Alpen kein falsches Bild machen. Um einen richtigen Begriff von ihrem Aus- sehen zu gewinnen, muß man wegen ihrer nördlichen Lage reichlich 1000 m hinzurechnen. Zum Beweise will ich anführen, daß bei meinem Besuche die Südufer des gewaltigen Bygdinsees — Seehöhe 1062 m — noch im Juli bis zur Wasserfläche mit Firnlagern bedeckt waren. Nun, ich kenne keinen See in den Alpen bei 1000 m, ja bis 2000 m Seehöhe, bei dem dies im Juli noch der Fall wäre; man muß schon bis 2300 bis 2500 m steigen, um dieses Verhältnis wiederzufinden. Die Plateaus zwischen den Spitzen sind völlig mit einem Firnmeere bedeckt, von dem überall Gletscherzungen, manchmal reihenweise, herabhängen. Vegetation ist nur in den Tälern zu finden, die aber sämtlich in der Alpenregion liegen. Im oberen Teile derselben finden sich fast ausnahmslos ganze Reihen von großen und kleinen Seen, die im Juli meist noch mehr oder weniger gefroren sind. Hochinteressant sind die drei großen Seen, der Bygdin, der Gjende und der Tyinsee; ich habe nur die ersten beiden kennen gelernt. Am gewaltigsten ist der Bygdin, 25 km lang, mit einer Breite von 2Y2 km, die andern sind nur wenig kleiner. Die Alpen haben nichts Ähnliches aufzuweisen, denn von den großen Seen der Alpen liegt auch nicht ein einziger in der Alpenregion. In dem 81 Quadratmeilen großen Gebiete Jotunheims gibt es nicht eine einzige ständige menschliche Wohnung. Im Winter ist es ganz menschenleer; im Sommer sind nur die Viehlager bewohnt, welche in Benützung und Aussehen ganz den Sennhütten der Alpen entsprechen, fast stets aber mit Renntiergeweihen über der Tür oder am Hausgiebel geziert sind. Andere sommerliche Wohnstätten sind die Alpenhütten des norwegischen Touristenvereins. Nur diesem hat man es zu verdanken, wenn man an eine Erforschung der dortigen Pflanzenwelt denken kann. Diese Hütten stehen in ihrer Ein- 1* 4 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. richtung durchaus auf der Höhe schöner Alpenhütten und sind durchgängig gut bewirtschaftet. Die Wege sind aber mit den ausgebauten Wegen der Alpenvereine nicht zu vergleichen; hierzu reichen die pekuniären Mittel des Touristenvereins für die ungeheuren Gebiete, welche er noch außer Jotunheim zu versorgen hat, nicht aus. Auch fehlt bei vielen der zahl- losen, brausenden Gletscherbäche eine Brücke, und das Durchwaten ist häufig eine sehr bedenkliche Sache. Dafür sind aber alle Wege gut markiert, aber nicht wie in den Alpen durch rote oder weiße Farben, sondern durch Varder, also durch mehr oder weniger große auffällige Steinhaufen. Sehr große Einförmigkeit herrscht bei dem Gestein, aus dem das Gebiet besteht. Nur das Ymesfjeld besteht aus Granit; alle andern Teile, zum wenigsten die, welche ich besucht habe, bestanden aus Gabbro, und zwar hat dieser Gabbro mit dem schwarzgrünfleckigen Gabbro unseres Zobtengipfels gar keine Ähnlichkeit. Das Gestein ist weißlich, von feinen, • schwarzen Zickzacklinien durchzogen; nach Ansicht der norwegischen Geologen ist es erst aus Romsdalgneisen entstanden. Da die alpinen Moose sehr von der Gesteinsunterlage abhängen, so war mir diese Einförmigkeit des Gesteins nicht lieb; es zeigte sich deshalb auch bei den Moosen eine sehr große Einförmigkeit, Kalkmoose fehlten fast ganz. Was die Pflanzenwelt betriiTt, so möchte ich hier mehrere Regionen unterscheiden. Zunächst die obere Waldregion, welche aber nur im Norden an das eigentliche Jotunheim herantritt. Sie wird fast ausschließlich von Birken gebildet. Ein besonderer Schmuck dieser Birkelier, wie der Nor- weger diese Wälder nennt, sind die vielen Pflanzen von Linnaea borealis. Fast um jeden Birkenstamm sieht man die zierlichen, lila Glöckchen dieser Pflanze, meist in Gesellschaft von Pyrola unißora. Die auffallendste Pflanze dieser Region ist aber Aconitum septentrionale mit seinen langen, matt- schieferblauen Blütenähren, die oft, besonders am Fuße sonniger Fels- wände, über mannshoch werden. Im ganzen macht aber die Vegetation dieser Birkelier einen recht dürftigen Eindruck. Ich hatte einige Wochen darauf Gelegenheit, die Birkelier in Soendmoere in der Gegend der Fjorde, besonders im berühmten Norangtale kennen zu lernen. Hier wird Aconitum septentrionale durch Digitalis purpurea vertreten, welche hier außerordent- lich üppig vorkommt; manche Ähren hatten über hundert Blüten. Ganze Strecken sind rot gefärbt von den Beeren von Ar da staphylo s uva ursi, daneben weißgrüne Decken von Camus suecica. Eine solche Üppigkeit habe ich in der Waldregion Jotunheims nicht gesehen. — Die Vegetation der untern Alpenregion bietet ein verschiedenes Aussehen, je nachdem der Boden mehr oder wenig wagerecht ist, oder ob es Bergabhänge sind. Ist der Boden nicht sehr schräg, so besteht diese Region aus ungeheuren Sümpfen, den Myrern der Norweger, welche überhaupt einen großen Teil des Innern Norwegens überziehen. Ich hatte besonders Gelegenheit, den II. Abteilung. Zoologisch-botanische Sektion. wohl eine halbe Meile breiten Sumpf bei Beito und die viele Meilen langen an den Vinstraseen zu beobachten. Diese Sümpfe sind stets bedeckt mit Skrat oder Rab, dem norwegischen Zwergwalde, bestehend aus Belula nana, Juniperus nana und Salices, besonders S. lapponum und glauca. Von Blüten sieht man nur die rosa Glöckchen der Andromeda poUfolia. Etwas anders sehen aber die Berghänge aus. Skrat ist hier auch vorhanden; aber von den Weiden ist es vorzugsweise S. lanala, welche die Hänge bedeckt. Die untern Abhänge des Bitihorns schimmerten ganz weiß von dieser Pflanze, An trockneren Stellen tritt aber hier in Massen die Pflanze auf, welche in den nordischen Alpen unsere Alpenrose vertritt, nämlich die Ericacee PhyUodoce taxifolia mit deren rosafarbenen Blüten. Die Pflanze bildet wie die Alpenrose hügelartige Büsche, welche mit Hunderten der ziemlich großen Blütenglocken bedeckt sind. Es ist die einzige, norwegische Hoch- gebirgspflanze, welche ganzen Bergabhängen einen Farbenschimmer ver- leiht. Die nächstauffällige Pflanze der norwegischen Alpenregion ist Cassiope hypnoides. Sie hat ein ähnliches Aussehen wie die verwandte PhyUodoce, aber die weißen, kugelförmigen Blüten haben nur Erbsengröße, stehen alle merkwürdigerweise in einer Ebene und bilden weiße Flächen, über denen sich die Blütenstiele wie Hunderte von Angelhaken erheben. An den ungeheuren Felsen der Memurutunge am Gjendesee, sowie in der Felsschlucht nördlich Roeshjem lernt man eine Prachtpflanze Nor- wegens kennen — die Fjelddrottning (Alpenkönigin) — Saxifraga Cotyledon. Zu Hunderten sieht man dort die gewaltigen, weißen Blütenstände im Winde wehen. Im großen und ganzen spielen aber die Blütenpflanzen auf den Hochgebirgen Norwegens eine viel bescheidenere Rolle als in unsern Alpen. Von der Farbenpracht, die in den höheren Teilen der Alpen Silene acaulis, die Gentianeen und viele andere alpine Gewächse entfalten, ist in den Gebirgen Norwegens keine Spur zu sehen. Dabei ist Silene acaulis da*, man sieht aber nur kleine, unauffällige Fvasen von ihr, und von Gentianen traf ich nur einmal einige Stengel der G. nivalis, eine Pflanze, die man wegen ihrer leuchtendblauen Farbe schwerlich übersehen wird. — In der obern Alpenregion treten die Phanerogamen ganz zurück. Diese Region ist die eigentliche Region der Moose. Bei meiner Reise nach dem Dovrefjeld im Jahre 1897 sah ich von Lille Elvedal aus die Kämme der Berge im Süden, sowie das gewaltige Tronfjeld im Norden von einer ganz merkwürdigen, grünlichgrauen Farbe, die ich bei unsern Bergen noch niemals wahrgenommen. Als ich hinaufstieg, fand ich den Boden mit einer ungeheuren Flechtendecke bekleidet. Cladonia rangiferina in einer Pracht, wie man sie bei uns niemals sieht, dann viel Cetraria islandica, vor allem aber C. nivalis. Als ich nach Jotunheim kam, glaubte ich ein ähnliches Verhältnis vorzufinden, wurde aber getäuscht. Es liegt dies jedenfalls daran, daß das ganze Bergmassiv von Firnlagern überdeckt ist, während die schneefreien Talböden so von Schneewasser durchsickert sind. 6 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. daß es den Flechten zu naß wird; hier gibt es nur Moose, mit Ausnahme von Solorina crocea, welche überall in Menge vorhanden war. Nur an trockneren Hängen wachsen in dieser Region einige Phanerogamen, eigent- lich nur drei. Überall wo der Schnee kürzlich weggegangen, erblickt man schon von weitem leuchtend grüne Flächen — es sind die jungen Blätter der Salix herbacea. Sonst kommt an solchen Stellen, und zwar in Menge, Ranunculus glacialis vor und dazwischen sieht man zerstreut die stecknadel- kopfgroßen, gelben Blüten der Ranunculus pygmaeus. Eine Ausnahme von diesen Verhältnissen macht das Bitihorn (1600 m). Bei diesem ist der Gipfel schneefrei und infolgedessen von einer ganz schwarzen Flechten - Vegetation bekleidet. Eine schwarze Usnea bedeckt überall den Felsboden, alle Wände sind mit Gyrophoren bewachsen; auch die Moose, die hier vorkommen, sind durchweg von schwarzer Farbe; es sind meist Ändreaeen, A. petrophila und A. obovata. Es scheint, als ob alle diese Pflanzen die schwarze Farbe angenommen hätten, um von der spärlichen Sonnenstrahlung das möglichst größte Wärmequantum aufnehmen zu können. Jedem deutschen Bryologen, der Jotunheim besucht, muß eine merk- würdige Erscheinung auffallen. Bei uns in Schlesien spielen die Leber- moose neben den Laubmoosen eine sehr bescheidene Rolle. Wer nicht besonders auf Moose achtet, bekommt sie überhaupt nicht zu sehen. In den Alpen treten sie schon häufiger auf und in den norwegischen Hoch- gebirgen spielen sie eine größere Rolle als die Laubmoose. Es hängt dies jedenfalls mit der größeren Feuchtigkeit zusammen. Besonders auf den schneefreien Stellen der obern Alpenregion und in den Oasen der Schnee- region bilden sie überhaupt die Bodendecke, während Laubmoose nur sporadisch darin vorkommen. So fand ich am großen Steinvarde auf dem hohen Högvagelpasse, ringsum umgeben von meilenweiten Firnfeldern eine kleine Stelle, welche durch die vom Varde zurückgeworfene Sonnenwärme firnfrei getaut worden war; sie war mit einer dichten Moosdecke aus- tapeziert, bezeichnenderweise bestehend aus Lophozia Floerkii und L. Hatcheri. Auf Geröll, das vom Schneewasser durchsickert ist, bilden die Lebermoose eine ganz eigentümliche Formation. Sie bilden dicht verfilzte Teppiche von braun- und schieferblau marmoriertem Aussehen und von ca. 1 cm Dicke. Die braunen Teile des Teppichs werden von Gymnomi- trium varians, die blaugrauen von Anthelia nivalis gebildet. An den Stellen, wo dieser zusammenhängende Rasen Sandboden berührt, tritt an die Stelle des Gymnomitrium die Alicularia Breidleri. Von Laubmoosen findet sich in dieser Moosgesellschaft stellenweise nur Brachythecium gelidum. Be- sonders schön ausgebildet fand ich diese Formation in dem mit Firnfeldern erfüllten, mittleren Teile des Torfinstales und auf den öden Abhängen oberhalb des Leirsees, im Herzen Jotunheims. Bei dem Vorwiegen der Lebermoose ist es sehr merkwürdig, daß die Gruppe der Marchantiaceen völlig fehlt. Es liegt dies jedenfalls am kalkfreien Gestein. Ein Teil der II. Abteilung. Zoologisch-botanische Sektion. Marchantiaceen sind echte Kalkmoose, und auch die andern scheinen doch zu ihrem Leben eine schwache Beimischung von Kalk im Untergrund nötig zu haben. Dieselbe Ursache begünstigt dafür im Gegenteil die Andreaeaceen. Überall in Jotunheim findet man die Arten dieses Genus an nassen Felsen. Es ist leicht einzusehen, daß die Moose in diesem Gebiete einem ganz arktischen Klima unterworfen sind. Da die Bäche durchgängig Schmelzwasser aus den Firnfeldern führen, oder gar Gletscher- bäche sind, so ist ihre Temperatur eine sehr niedrige. Die Maximal- temperatur der meisten Bäche fand ich 8 '^ C. In diesem kalten Wasser wucherten besonders Limnobien, vor allem L. ochraceum, dann L. articum und alpinum, aber auch Hypnum sarmentosum. Der Gletscherbach unter- halb des Skagastoelsbotn zeigte nur 5 " Maximaltemperatur. Diese abnorm niedrige Temperatur kommt daher, weil gleich oberhalb der Gletscher mit seinen Eiswänden selbst in einen kleinen See tritt. Im Abflüsse vermag nur noch Limnobium alpinum zu leben. Wo das Gletscher- wasser sich aber zu einem seichten Sumpfe ausbreitet, wird auch gleich die Temperatur erhöht, und die andern Limnobien, Cindidium subroiundum, Hypnum purpurascens und Dicranella squarrosa erfüllen das Wasser. Wieder anders sind die Temperaturverhältnisse der an offnen Stellen der obern Alpenregionen wachsenden Moose, besonders der schon angeführten Teppichrasen. Diese fand ich besonders am Leirsee an sonnenklaren Tagen, um 9 Uhr früh noch fest gefroren, gegen Mittag stieg aber ihre Wärme (im Innern der Rasen) bis auf 10^; um 5 Uhr nachmittags gefroren sie bereits wieder. So bei schönem Wetter; bei schlechtem Wetter wird die Sache noch schlimmer, da es dann in dieser Region nicht regnet, sondern schneit. Wo aber die Moose einigen Schutz genießen, finden sich an solchen borealen Stellen viele Arten aus der montanen Region ein. So war ich sehr erstaunt, in Felsritzen oberhalb des Leiersees, freudig grüne Rasen unseres gemeinen Plagiothecium denticulatum zu finden. Nur die sehr kurzen und stumpfen Blätter mancher Stengel bildeten einen Übergang zur Varietät boreale und deuteten dadurch die Strenge des Klimas an. Die Literatur über die Moose Jotunheims ist sehr dürftig. Norwegische Bryologen haben das Gebiet erst in neuerer Zeit besucht, und Herr Dr. Hagen in Drontheim hat die Funde vor mehreren Jahren zusammen- gestellt (Index muscorum frondosorum in alpibus Norvegiae meridionalis Lomsfjeldene et Jotunfjeldene hucusque cognitorum) und auch ein Supple- ment dazugegeben. Soweit mir bekannt, ist seitdem nur eine Anzahl Einzelfunde, besonders durch Herrn Dr. Bryhn in Hoenefos, veröffent- licht worden. Im folgenden Verzeichnis habe ich auch einige Standorte von Moosen hinzugefügt, welche ich in der Nachbarprovinz Soendmoere gefunden habe. 8 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Verzeichnis der von mir im Jahre 19 10 in Jotunheim und Soendmoere gesammelten Laub- und Lebermoose^). Bvyales. Sphagnum fuscum. — Aufstieg von Turtegroe nach dem Skagastoelsbotn, 1100 m. — S. Sümpfe bei Grothd, 870 m. S. obesum. — S. An einzelnen aufrecliten Stengehi im Hamsabache bei Grothd, 870 m. Bern. Sphagnen kommen im Gebiete in großen Massen vor; es sind aber nur die beiden angeführten Arten aufgenommen worden. Andreaea petrophüa. — Felsen oberhalb des Leirsees bei 1650 m in einer Form mit squarrosen Blättern und außerordentlich papillösen Hüll- blättern. A. alpestris. — S. Außerordentliche Mengen von schwarzen Rasen auf Felsplatten im Skjaeringdalgletscher, 1200 m, A. obovata. — Nasse Felsen am Nordabhang des Bitihorns, 1550 m. — Torfinstal bei 1460 m. A. crassinervia. — Nasse Felsplatten auf dem Sognefjeld, 1450 m. — Gravtal, auf überspülten Felsen, 1450 m. — Unterhalb Skagastoelsbotn bei Turtegroe, 1250 m. — S. Felsplatten im Skjaeringdalgletscher, 1200 m. — S. In Menge auf Felsen bei der Djupvandhütte. A. Huntii. — S. Gneisfelsen bei Hellesylt am Sunelvfjord. Dicranoiveisia crispula. — Felsen oberhalb des Leirsee, 1650 m. — Torfinstal, 1460 m. — Wasserfall des Skagastoelelv bei Turtegroe, 850 m. var. atrata. — Nordabhang des Bitihorns, 1400 ra. Cynodontium polycarpum. — Nordufer des Gjendesees, 980 m. Dicranella cervkulata. — Nackter Torfboden bei Turtegroe, 850 m. D. squarrosa. — Gletscherwassersumpf unterhalb Skogastoelsbotn, 1250 m. Dicranum hyperboreum. — Feuchte Felsen oberhalb des Baevertun- Bees, 950 m. D. fulvellum var. nanum nov. var. (Zwergig, die ganze Pflanze nur 6 mm hoch, Blätter ganz ähnlich der typischen Form, Seta nur 2,5 mm, Kapsel breit eiförmig, 1 mm lang, 0,6 mm breit.) — S. Eingesprengt in Rasen von Lophozia ventricosa auf Felsplatten im Skjaeringdalgletscher, c. 1200 m. Dr. Hagen in Drontheim, der beste Kenner der nordischen Laub- moose, hält die Pflanze für eine Krüppelform von D. fulvellum. — Wegen der vom Typus ganz abweichenden Kapselgestalt möchte ich sie doch als eine bisher unbekannte Varietät ansehen. ^) Die Standorte aus Soendmoere sind mit einem S. bezeichnet. II. Abteilung. Zoologisch-botanische Sektion. D. Starkei. — Quellbäche am nördl. Fuße des Bitihorns. — Fels- blöcke oberhalb des Leirsees. — S. Felsplatten im Skjaeringdalgletscher, 1200 m. D. falcatum. — S. Felsplatten im Skjaeringdalgletscher, 1200 m. D. Blyttii. — S. Mit voriger am selben Standort. D. ardicum. — S. An einer Zwergform in Gesellschaft der vorigen. D. Bergeri. — S. Sümpfe bei Grotlid, 870 m. D. Bonjeani. — S. Mit Lophozia Hatcheri vergesellschaftet am vorigen Standort. D. fiiscescens. — Mit ganzrandigen Blättern auf Felsen oberhalb des Leirsees. D. hrevifolium. — Felsen oberhalb des Leirsees. D. elongatum. — Mit vorigem am selben Standort. D. grönlandicum. — Dto. D. albicans. — Wasserfall bei Turtegroe. — Feuchte Felsen im Torfinstal, 1460 m. — Felsen am Leirsee. Blindia acuta. — Felsen oberhalb des Leirsees. — In 9 cm hohen, sterilen Rasen auf feuchten Felsen oberhalb des Baevertunsees, 950 m. — Wasserfall der kleinen Utla. Fissidens osmundoides var. microcarpum. — Quellige Stellen am Nord- abhange des Bitihorns; c. 1300 m. Ditrichium ßexicaule. — C. fr. in der Felsenklamm unterhalb Röshjem, 520 m. Sehislidium alpicolum. — Wasserfall der kleinen Utla bei Skogadal, 870 m. Grimmia torquata. — Am selben Standorte. Racomifrium aciculare. — Unterhalb Skogastoelsbotn, 1250 m. R. protensum. — Felsen oberhalb des Leirsees. — S. Felsen bei Hellesylt. R. sudeticum. — Unterhalb Skogastoelsbotn. — Felsen oberhalb des Leirvand — S. Felsplatten im Skjaeringdalgletscher in der forma atrata. R. fasciculare. — Skogastoelelv bei Turtegroe, 850 m. — S. Fels- platten im Skjaeringdalgletscher. R. microcarpum. — Felsen oberhalb des Leirsees. R. canescens. — Felsufer des Skogadalbaches, 900 m. var. epilosum. — Felsen oberhalb des Leirsees. Amphoridium lapponicum. — Felsen der Memurutunge, 1000 m. — Feuchte Felsen oberhalb des Baevertunsees, 950 m. ülota americana. — S. Felsen im Norangtal. — S. Felsplatten am Geirangerfjord. U. Bruchii. — S. Auf Birken im Norangtale. 10 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Orlhotrichum alpestre. — Felsen der Klamm oberhalb der Baever- kirche, 600 m. 0. Sturmii — S. Felsplatten am Geirangerfjord. Encalypta rhabdocarpa var. pilifera. — Felsen der Klamm oberhalb der Baeverkirche, 600 m. Splachnum sphaericum. — Alte Kuhfladen oberhalb des Leirsees, 1650 m. — Alter Kuhdünger unterhalb Skogadalsbotn, 1250 m. Webera cruda. — S. Auf alten Holzdächern bei Hellesylt am Sunelvfjord. W. nutans. — Allgemein verbreitet, W. cucuUata. — S. Abstieg vom Djupvand nach Merok, bei 800 m. W. Ludivigii. — Unterhalb Skogastoelbotn bei 1250 m. var. latifolium. — Schneewasserbäche im Torfinstal, 1460 m. — S. Felsplatten im Skjaeringdalgletscher, 1200 m. W. commutata var, ßlum. — Schneev^asserbäche bei den Hoegvagelseen, 1 600 m. — S. Feuchte Felsen im Norangtale. W. gracilis. — Moorboden bei Turtegroe, 850 m, — Am Rande des Gletscherbaches im Skogatale, 900 m. — S. Sümpfe bei Grotlid. W. proligera. — Torfboden bei Turtegroe. W. albicans. — Kroßboden, 1400 m. var. gladalis. — An einem Bache am Abhänge des Bitihorns, 1300 m. Bryum alpinum. — S. Felsplatten am Geirangerfjord. B. capillare. — Am selben Standort. B. daviger. — Wasserfall der kleinen Utla bei Skogadalbo, 870 m. B. pseudotriquetrum. — Bäche bei Kroßboden, 1400 m. B. pallens var. arcuatum (B. meesoides Kindb.). — S. Abstieg vom Djupvand nach Merok, 800 m. B. Duvalii. — Ganze Flächen überziehend am Ufer des Bygdin bei Nyboden, 1010 m. — Quellbäche am Passe des Bitihorns, 1200 m. Mnium insigne. — Bach am Abhänge des Bitihorns, 1300 m. — Während die älteren Blätter ganz ausgeprägt, die kurzen, einzelligen Zähne dieser Art zeigen, sind die jungen Blätter an denselben Stengeln fast völlig ganzrandig, von M. rugicum gar nicht zu unterscheiden. M. subglobosum. — Wasserfall bei Turtegroe, 850 m. — Gletscher- wassersumpf unterhalb Skogastoelsbotn, 1250 m. — Zwischen Polarweiden unterhalb Kroßboden, 1400 m. — S. Sümpfe bei Grotlid, 870 m. Cinclidium subrotundum. — Bachrand bei Kroßboden, 1400 m. — Gletscherwassersumpf unterhalb Skogastoelsbotn, 1250 m. Paludella squarrosa. — Sümpfe am Nordabhang des Bitihorns, 1300 m. — Gletscherwassersumpf unterhalb des Skogastoeslbotns, 1250 m. Aulacomnium turgidum. — Felsen am Wasserfall der kleinen Utla bei Skogadalbo, 870 m. — Felsen oberhalb des Baevertunsees, 950 m. II. Abteilung. Zoologisch-botanische Sektion. 1 j Bartramia ilhyphylla. — Felsen der Klamm oberhalb der Baever- kirche, 600 m. — Nyboden am Bygdin, 1050 m. B. Halleriana. — Feuchte Felsen oberhalb des Baevertunsees. Conostomum boreale. — C. fr. Felsen bei Skogadalbo. — C. fr. Moor- boden bei Turtegroe, 850 m. — C. fr. Feuchte Erde am Torfinstind, 1490 m (Rippenstachel der Blätter scharf gesägt). — Diese boreale Art ist in sterilem Zustande in Jotunheim ganz gemein. Philonotis foniana. — In verschiedenen Formen, vielfach an Ph. alpicola erinnernd, überall verbreitet, P. adpressa (fontana-adpressa Loeske). — Quellbäche am Passe des Bitihorns, 1200 m. — Skogastoelbotn, 1250 m. P. calcarea. — S. Bachufer am Geirangerfjord bei Merok. OUgotrichum hercynicum. — Moorboden bei Turtegroe. — Keiseren bei Skogadalbo, 860 m. Polylrichum alpinum. — Nordufer des Gjendesees, 980 m. var. Simplex. — Kroßboden, 1400 m. P. sexangulare. — Zwischen Firnfeldern im Torfinstale, 1460 m. P. piliferum. — Dach eines Heustadels im Sumpf bei Beito. — Felsen oberhalb des Leirsees, 1650 m. P. stridum. — Leirsee. Heterocladium dimorphum. — Nyboden am Bygdin, 1050 m. Plagiothecium denticulatum var. sublaetum. — Nordufer des Gjendesees, 980 ra. — Felsritzen oberhalb des Leirsees bei 1650 m in einer Form, welche durch die kurzen, vielfach stumpfen Blätter der var. boreale nahe steht. P. Mühlenbeckii. — S. Alte Holzdächer bei Hellesylt — ein merk- würdiger Standort! P. depressum. — Übersprühte Felsen am Wasserfalle des Skaga- stoelelv bei Turtegroe, 850 m, Brachythecium plumosum. — Felsufer des Skogadalbaches, bei c. 900 m in einer Form mit aufrechten, dick eiförmigen Kapseln. var. julaceum. — Felsen am Skagastoelelv. — Felsufer des Sko- gadalbaches. B. gelidum Bryhn. — Auf Geröll zwischen Firnfeldern im Torfinstal, 1460 m. B. rivulare. — S. Felsen bei Hellesylt. B. latifolium. — Schneewasserbäche bei den Högvagelseen, 1600 m. Hypnum uncinatum. — Felsen oberhalb des Leirsees, 1650 m. H. exannulatum. ^- Schneewasserbäche im Torfinstal, 1460 m. H. purpurascens (Br. europ.) — In Jotunheim sehr verbreitet, besonders in einer breitblättrigen Form. — Wasserfall der kleinen Utla, 870 m. — Gletscherwassersumpf unterhalb des Skagastoelbotn (wahrscheinlich var. brachydictyon). — Bäche auf dem Sognefjeld, 1500 m. — Felsitfer des 12 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl, Cultur. Skagastoelelv. — Gravtal, 1450 m. — Sumpf unterhalb Keiseren bei Skogaldalbo. //. decipiens. — Aufstieg von Turtegroe nach dem Skagastoelbotn, 1200 m. //. cupressiforme var. subjulaceum. — S, Alte Holzdächer bei Hellesylt. H. ardicum. — Schneewasserbäche (von 8 ^ C.) im Langetal am Tor- finstind, 1490 m. H. alpestre. — Gletscherbach unterhalb Skagastoelbotn, 1250 m. H. alpinum. — Wasserfall der kleinen Ulla. — Gletscherbach (nur 5° C.) unterhalb des Skagastoelbotn, 1250 m. — Schneewasserbäche (8 ^ C.) im Langetal am Torfinstind. ■ — In Menge c. fr. auf Felsplatten des Melktindbaches (8° C.) bei Skogadalbo. — Turtegroe. H. dilatatum. — Schneewasserbach im Langetal, 1490 m. H. Goulardi. — Gletscherbach bei Kroßboden, 1400 m. H. ochraceum. — Das gemeinste Limnobium im Gebiet; in einer großen Fülle von Formen, so mit sehr kurzen, breiten Blättern, andere Rasen haben vom reißenden Wasser völlig zerschlissene Blätter, andere mit geknitterten Blättern, bei andern ist nur eine einfache Rippe vor- handen. H. stramineum. — Nasse Felsen bei Turtegroe. — Gletscherbach bei Kroßboden bei 1400 m. Form mit kurzen, breiten Blättern und einreihiger Stengelrinde. — Nasse Felsen am Abhänge des Bitihorn, 1400 m. var. nivale. — Moorboden bei Turtegroe. H. sarmentosum. — Wasserfall bei Turtegroe. — Ein Bach bei der Gjendebod ganz ausfüllend, 1000 m. — Wasserfall bei Skogadalbo; 860 m. — Felsen beim Leirsee, 1650 m. — Schneewasserbach im Langetale, 1490 m. H. badium. — Sumpfstellen am Nordabhang des Bitihorn, 1300 m. Hylocomium splendens var. alpinum, — Felsen oberhalb des Leirsees, 1650 m. — Nordufer des Gjendesees. H. pyrenaicum. — Felsufer des Skagastoelelv. — Ufer des Gjendesees. — Nordabhang des Bitihorn. H. Schreberi. — In einer zv^'ergigen Form auf feuchten Felsen ober- halb des Baevertunsees, bei 950 m mit Aulac. turgidum. H. loreum. — S. Felsplatten am Geirangerfjord. H. rugosum. — Wasserfall des Skagastoelelv, S. Felsplatten am Geirangerfjord. MejKitieae. Marchantia polymorpha. — S. Abstieg vom Djupvand nach Merok. Moerckia norvegica. — In männl. Exemplaren und mit Kapseln in Menge auf Erdabsätzen im Langetal am Torfinstind, 1490 m. Blasia pusilla. — Mit Lophozia incisa am Bache im Skogadal, 900 m. II. Abteilung. Zoologisch-botanische Sektion. 13 Gymnomitrium coralloides. — Felsen am ütlafall bei Skogadalbo, 870 m. G. concinnatum. — In allen möglichen Formen im Gebiete ganz gemein. G. varians. — Auf vom Schneewasser durchrieseltem Gerolle in Ge- sellschaft von Anthelia nivalis braune Decken bildend. — An schmelzen- den Firnfeldern am Leirsee, 1600 m. — Zwischen Firnfeldern im Tor- tlnstale, 1200 m. — S. Felsplatten im Skjaeringdalgletscher, 1200 ra. Marsupella condensaia. — Auf Erde oberhalb des Leirsees, 1550 m. M. ustulata. — S. Felsplatten im Skjaeringdalgletscher. M. emarginata. — Im Gebiete häufig. M. aquaiica. — An einem Bache westlich der Gjendelbod, 1000 m. M. Sullivantii. — S. Abstieg vom Djupvand nach Merok. M. sparsifoUa. — S. Mit sehr sparrigen Blättern in großen Rasen auf sonnigen, nassen Felsen am Djupvand. M. Funckii. — Aufstieg von Turtegroe nach Skagastoelsbotn, 1200 m. AUcularia scalarls. — Felsen am Wasserfall des Skagastoelelv bei Turtegroe. A. Breidleri. — Auf Gletschersand unterhalb Skagastoelsbotn, 1250 m. — S. Felsplatten im Skjaeringdalgletscher. Haplozia crenulata. — Quellige Stellen auf dem Nordabhang des Bitihorn, 1300 m. — Quellbäche am Bitihornpasse^ 1200 m. H. sphaerocarpa. — Sumpfstellen bei Nyboden am Bygdin. H. cordifolia. — Wasserfall der kleinen Utla bei Skogadalbo, 870 m. — Am Aufstiege von Turtegroe nach Skagastoelsbotn. Sphenolobus minutus. — Felsen oberhalb des Leirsees; 1650 m. S. politus. — Gabbrofelsen am Leirsee. Lophozia quinquedentata. — Mit vorigem am selben Standorte. L. lycopodioides. — S. Sümpfe bei Grotlid, 870 m. var. parmfolia. — Leirsee, 1650 m. L. Hatcheri. — Am großen Hoegvagelvarde beim Leirsee, 1660 m. — Felsen nördlich des Leirsees. — S. Sümpfe bei Grotlid. L. Floerkii. — Auf Sumpfstellen im ganzen Gebiete gemein, L. gracilis. — Sumpfstellen am Ostufer des Bygdin, 1070 m. L. Kunzeana. — Feuchte Felsen im Torfmstal, 1460 m. var. plicata. — Gletscherwassersumpf unterhalb des Skagastoelbotns, 1250 m. L. ventricosa. — Leirvand. — S. Felsplatten im Skjaeringdalgletscher, 1200 m. L. Wenzeln. — Felsufer des Skogadalbaches. — Sumpfstellen bei Nyboden am Bygdin. — Leirsee, 1650 m. — S. Sümpfe bei Grotlid. — S. Skjaeringdalgletscher. L. alpestris. — Kroßboden, 1400 m. — Leirsee. — Turtegroe. 14 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Gymnocolea inflata. — Moorboden bei Turtegroe. var. heterostipa. — S. Sümpfe bei Grotlid. Harpanthus Flolowianus. — Sumpfstellen am Ostufer des Bygdin. — S. Sümpfe bei Grotlid. Cephalozia albescens. — Nordabhang des Bitihorn. — Ostufer des Bygdin. — Kroßboden, 1400 m, — Leirsee. — S. Skjaeringdalgletscher. C. obtusiloba. — Moorboden bei Turtegroe. Odontoschisma sphagni. — Sümpfe bei Grotlid. 0. denudatum. — Mit voriger am gleichen Standorte. Anthelia julacea. — Nordabhang des Bitihorn. — Paß des Bitihorn. — Leirsee. — Skagastoelbotn. — Wasserfall der kleinen Utla. A. nivalis. — Auf Erdboden zwischen schmelzendem Schnee. — Torfinstal. — Quellige Stellen auf dem Bitihorn. — S. Felsplatten im Skjaeringdalgletscher. Diplophylleia albicans. — Skjaeringdalgletscher. D. taxifolia. — Felsen am Leirsee. — Felsufer des Skogadalbaches. Scapania tmdidata. — Keiseren bei Skögadalbo. — S. Sümpfe bei Grotlid. S. uliginosa. — Quellbäche am Passe des Bitihorns. — Bach im Skogadal. S. irrigua. — Felsen am Leirsee. — Kleine Höhle am Bitihorn. — Wasserfall des Skagastoelelv. — S. Abstieg vom Djupvand nach Merok. S. paludosa. — Sumpfstellen bei Nyboden am Bygdin. — Schnee- wasserbäche im Langedal (8° C.) am Torfmstind, 1490 m. — Paß des Bitihorn. — S. Sümpfe bei Grotlid. S. curia. — Nyboden, 1100 m. Ptilidium ciliare. — Moorboden bei Turtegroe. — Nordufer des Gjende- sees. — Feuchte Felsen oberhalb des Baevertunsee. Frullania Tamarisci. — S. Felsen bei Hellesylt. 2. Sitzung am 2. Februar 1912. Herr W. Grosser und Herr 0. Oberstein berichten über Die Schädigungen der landwirtschaftliclien Kulturpflanzen in ScMesien im Jahre 1910. 1. Getreide. a. Pflanzliche Schädiger. Obgleich die Saaten ziemlich rostfrei ins Frühjahr kamen, entwickelte sich während der allgemeinen Wachstums- stockung in der naßkalten Periode des April-Mai und den darauf folgenden heißen Tagen der Braunrost (P. dispersa) an Roggen in den Kreisen Glogau, Guhrau, Liegnitz, Lüben, Militsch - Trachenberg, Reichenbach und Striegau stellenweise recht üppig, desgleichen der Braunrost (P. trititina) an Weizen in den Kreisen Breslau, Bolken- hain, Cosel, Guhrau, Neumarkt, Waidenburg und Wohlau. In II. Abteilung. Zoologisch-botanische Sektion. 1 5 der trockenen Periode zu Ende Mai begann sich fast überall Gelbrost (Puccinia glumarum) zu zeigen. In :1er Regel kam er nicht voll zur Ent- wicklung und war in nennenswertem Umfange nur in den Kreisen Liegnitz an Weizen und Wohl au an Gerste zu beobachten. Dagegen erschien im Sommer besonders in der sehr niederschlagreichen Gewitterperiode des Juli und August, der Schwarzrost (F. graminis) in weiter Ausdehnung: (Kreis Lüben, Militsch-Trachenberg, Rybnik an Roggen, Kreis Goldberg-Haynau, Guhrau, Landeshut, Leobschütz, Neisse, Oels, Sag an an Weizen, Kreis Breslau, Falkenberg, Goldberg- Haynau, Guhrau, Ha beischwer dt, Landeshut, Oels, Wo h lau an Hafer). Zwergrost (Puccinia simplex) trat in den Kreisen Breslau, Cosel, Goldberg-Haynau und Görlitz stärker, sonst nur hier und da in unbedeutendem Umfange auf. Auch Mehltau (Erysiphe graminis), der schon im Frühjahr in den Kreisen, Bolkenhain, Brieg, Liegnitz, Münsterberg, Neisse und Oppeln recht häufig an Gerste und Weizen zu finden war, entwickelte sich später im Juli fast überall in der Provinz meist in Gesellschaft mit Schwarzrost auf den durch Regengüsse nieder- gedrückten Schlägen. Roggenstengelbrand {Urocystis occuüa) zeigte sich nur lokal im Kreise Landeshut und Rothenburg auf Rustikal- feldern in erheblicherem Umfange. Staubbrand war bei Gerste, Weizen und Hafer nicht übermäßig häufig, dagegen entwickelte sich vielfach der Stein brand bei Sommerweizen und der Hartbrand an Imperialgersle reichlicher als in den Vorjahren. Das überwiegend ungünstige Frühjahrswetter begünstigte die Ent- wicklung von Streifenkrankheit (Helminthosporium gramineum) be- Gerste in den Kreisen Breslau, Goldberg-Haynau, Görlitz, Jauer, Neu rode, Ohlau, Ratibor, Schönau und Tost-Gleiwitz. Noch weiter verbreitet war die Streifenkrankheit des Hafers (Helmintho- sporium avenae) und zwar hauptsächlich in den Regierungsbezirken Breslau (Kreis Breslau, Glatz, Gr. Wartenberg, Lüben, Naraslau, Neu- markt, Oels, Reichenbach, Steinau, Strehlen, Trebnitz, Wohlau) und Oppeln (Kreis Cosel, Falkenberg, Groß-Strehlitz, Kreuzburg, Leobschütz, Neustadt, Oppeln, Ratibor, Tarnowitz, Tost-Gleiwitz), verhältnismäßig weniger im Regierungsbezirk Liegnitz (Kreis Grünberg, Jauer, Lauban, Löwenberg, Sprottau). Hei- minthosphorium teres, die Fleckenkrankheit der Gerste, war von geringer Verbreitung und nur stellenweise in den Kreisen Breslau, Falkenberg, Grottkau, und Wohlau in erheblichem Maße anzutreffen. Schwärzepilze (Cladosporium^ Sporidesmium) waren vom Mai ab an Roggen (Kreis Beuthen, Groß-Strehlitz, Grünberg, Guhrau, Lüben, Militsch-Trachenberg, Reichenbach, Rybnik, Striegau) recht häufig, noch verbreiteter war ihr Auftreten bei Weizen, nach den schweren Regenfällen des Juli sich fast über die ganze Provinz erstreckend (Kreis 16 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Breslau, Bunzlau, Cosel,Goldberg-Haynau,Jauer,Leobschütz, Liegnitz, Lublinitz, Münsterberg, Namslau, Neumarkt, Neu- stadt, Oels, Ohlau, Oppeln, Rybnik, Sagan, Tarnowitz und Trebnitz). Weit verbreitet und stellenweise mit bedeutenden Ausfällen verbunden waren die Fußkrankheiten bei Weizen (Ophioholas herpolrichus) und zwar besonders in den Regierungsbezirken Liegnitz (Kreis Goldberg- Haynau, Görlitz, Jauer, Landeshut, Liegnitz, Löwenberg, Sagan, Schönau) und Oppeln (Kreis Beuthen, Cosel, Groß- Strehlitz, Kreuzburg, Leobschütz, Lublinitz, Neustadt, Oppeln, Pleß, Rybnik, Tarnowitz). Geringer waren diese Schäden nn Regierungsbezirk Breslau (Kreis Brieg, Oels, Neurode, Trebnitz, Waidenburg, Wo hl au). An Gerste wurden Schadenwirkungen, welche durch die Krankheit verursacht waren, nur aus dem Kreise Glatz gemeldet. An Krankheitserscheinungen von geringerer Bedeutung und lokalem Auftreten ist noch zu erwähnen, an Roggen: Skier otienkrankheit (Kreis Ratibor), Mutterkorn (Kreis Rybnik), an Mais der Beulenbrand (JJsülago Maydis). b. Tierische Schädiger. Umfangreicheres Auftreten des Stock- älchens wurde gemeldet an Roggen aus den Kreisen Beuthen, Freystadt, Glogau, Groß-Strehlitz, Groß-Wartenberg, Grünberg, Lüben, Militsch-Trachenberg, Nimptsch, Sagan, Striegau, an Hafer aus den Kreisen Beuthen, Breslau, Cosel, Görlitz, Groß-Wartenberg, Habelschwerdt, Kreuzburg, Leobschütz, Liegnitz, Lüben, Militsch-Trachenberg, Namslau, Neumarkt, Neustadt, Sprottau, Tost-Gleiwitz, Zabrze. Im Kreise Görlitz hatte besonders Gerste unter den Parasiten zu leiden. Die Schädigungen durch das Älchen waren umfangreicher als in anderen Jahren, zumal die Pflanzen in der allgemeinen herrschenden Stockungsperiode des Wachs- tums im Frühjahr auch durch Kopfdüngungen mit Chilesalpeter, da es vielfach an Niederschlägen fehlte, nicht recht vorwärts zu bringen waren. Weizenälchen (Tylenchus scandens) wurden nur lokal im Kreise Ratibor und Liegnitz gemeldet. In diese Periode allgemeiner Wachstumstockung fiel noch eine reichliche Entwicklung der Getreide fliegen und der Blasenfüsse, deren Tätigkeit besonders in der heißen, trockenen zweiten Hälfte des Mai einsetzte, zumal ihnen die nur langsam und ungleich- mäßig schoßenden Sommerungen ein sehr geeignetes Material zur Eiablage darboten. Beschädigungen des Hafers durch die Fritfliege waren häufig, sowohl vor dem Schößen als auch nachher durch Madenfraß an den heranwachsenden Körnern, (Kreis Beuthen, Falkenberg, Cosel, Gold- berg-Haynau, Görlitz, Groß-Wartenberg, Kreuzburg, Lauban, Löwenberg, Militsch-Trachenberg, Namslau, Neiße, Neustadt, II. Abteilung. Zoologisch-botanische Sektion, 17 OhIaUjRatibor, Stein au, Tost-Gleiwitz). Erheblich geringer waren die Schädigungen der Fritfliegen an Weizen (Kreis Brieg, Guhrau, Ratibor) an Roggen (Kreis Beuthen, Groß-Strehlitz, Guhrau, Lüben, Nimptsch, Sagan) und an Gerste (Kreis Grünberg, Habelschwerdt, Jauer); im Kreise Cosel fand eine umfangreichere Beschädigung der jungen Körner in den Ähren statt. Auch die Hessenfliege war häufiger als andere Jahre (Kreis Grünberg, Wohlau an Gerste, Kreis Li egnitz, Oels, Rybnik an Weizen). Eine ganz ungewöhnlich weite Verbreitung, selbst für Oberschlesien, wo sie ständig anzutreffen ist, zeigte die Sommer- generation der Halmfliege ('CA/orops^ auf Weizenschlägen. Es handelt sich hierbei nicht um Schadenwirkungen von einigen Prozenten, sondern meist um ausgedehnte Beschädigungen; in einzelnen Fällen so beispielsweise im Kreise Ratibor lag Totalbefall vor, bei dem kaum eine einzige Pflanze verschont blieb. Der Schädiger wurde festgestellt im Regierungsbezirk Breslau in den Kreisen Breslau, Brieg, Frankenstein, Glatz, Groß- Wartenberg, Guhrau, Habelschwerdt, Namslau, Neumarkt, Neu rode, Nimptsch, Oels, Striegau, Waidenburg und Wohlau; im Regierungsbezirk Oppeln in den Kreisen Beuthen, Cosel, Falken- berg, Groß-Strehlitz, Leobschütz, Lublinitz, Neiße, Neustadt, Oppeln, Pleß, Ratibor, Rosenberg, Rybnik, Tarnowitz, Tost- Gleiwitz, Zabrze. Im Regierungsbezirk Liegnitz trat ihre Entwicklung etwas zurück, indem nur Meldungen aus den Kreisen Bolkenhain, Bunzlau, Goldberg-Haynau, Hirschberg, Landeshut, Liegnitz, Sagan und Schönau vorlagen. Auch die Hdilmwespe (Ce2)hus pygmaeus) trat reichlich auf, vorwiegend an Weizen, verhältnismäßig seltener an Roggen. Auch war ihr Vorkommen in Oberschlesien reichlicher als in Mittel- und Niederschlesien. Im Regierungsbezirk Oppeln wurden durch sie geschädigt die Kreise Beuthen, Cosel, Groß-Strehlitz, Kreuz- burg, Leobschütz, Neiße, Oppeln, Pleß, Rybnik, Tarnowitz; im Regierungsbezirk Breslau, die Kreise Breslau, Guhrau, Lüben, Namslau, Neu markt, Oels, Wohlau, im Regierungsbezirk Liegnitz die Kreise Bunzlau, Görlitz, Golberg-Haynau, Jauer, Liegnitz und Sagan. Noch weiter verbreitet als die beiden vorgenannten Schädiger waren Blasen fuße vorzugsweise auf Hafer, seltener auf Roggen und Weizen, kein Kreis der Provinz blieb von ihnen verschont; es erübrigt sich daher die Aufzählung der Orte, aus denen das schädigende Auftreten der Tiere gemeldet wurde*, bezüglich der Schadenwirkung liegen große Schwankungen vor, die zwischen wenigen Prozenten und bedeutendem Ausfalle (schätzungs- weise 50 %) sich bewegen. Letzterer Art waren einige Fälle aus den Kreisen Görlitz, Jauer, Leobschütz, Oels, Tarnowitz und Trebnitz. 1911. 2 13 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Die Zwergzikade kam nur in geringem Umfange zur Entwicklung, es bildeten sich einige kleine Lokal epidemien in den Kreisen Liegnitz, Neiße, Wohlau, die jedoch bald erloschen. Die Weizengallmücke fCow/anm'a tritici) trat auch in diesem Berichtsjahr wiederum lokal aber ziemlich heftig auf und zwar in den Kreisen Brieg, Jauer, Kreuzburg, Neustadt. 2. Rüben. Krankheiten an Rüben waren im allgemeinen nicht allzuhäufig. Ab- gesehen von verschiedenen Fällen, wo Wurzelbrand die Rüben in ihrer ersten Entwicklung schädigte (Kreis Beuthen, Breslau, Bunzlau, Gosel, Frankenstein, Grottkau, Jauer, Ohlau, Ratibor, Strehlen), tralen Beschädigungen durcli Nematoden, Blattflecken- krankheit u. a. völlig in den Hintergrund gegenüber Verlusten die durch Massenentwicklung des Aaskäfers {Silpha obscura) im Mai/Juni erfolgten. Die Epidemie hatte ihren Hauptsitz im Odertal von Mittelschlesien, er- streckte sich aber auch noch nach einem Teile von Niederschlesien. Die am schwersten betroffenen Kreise waren Breslau, Brieg, Freystadt, Glogau, Guhrau, Lüb'en, Militsch-Trachenberg, Münsterberg, Nimptsch, Ohlau, Sagan, Schweidnitz, Sprottau, Steinau, Trebnitz, Wohlau. In vielen Fällen wurden große Schläge total kahl gefressen, sodaß sie Ende Mai umgeackert und neu bestellt werden mußten. Bezüglich des Erfolges von Bekämpfungsmaßregeln, die vielfach in großem Stile eingeleitet wurden, ergab diese Epidemie interessante Ergebnisse. Das Walzen der noch jungen Rüben leistete in der Regel nicht den gewünschten Erfolg, da verhältnismäßig zu wenige der Aaskäferlarven durch dieses Verfahren unschädlich gemacht werden konnten. Be- spritzungen mit Schweinfurtergrün versagten meist vollständig, sofern nur die in der Regel als genügend bezeichnete Konzentration (200 gr. Schwein- furtergrün auf 100 Liter Wasser) angewendet wurde. Bessere Erfolge wurden erst erzielt, wenn die Schweinfurtergrün- menge etwa das Zehnfache, also 1,5 — 2,0 Kilo auf 100 Liter, betrug. Hieraus ergibt sich, daß mau bei der Bekämpfung der Aaskäferplage mit Schweinfurtergrün ein geeignetes Mittel nicht sehen kann, dieser Einlialt zu tun, zumal Konzentralionen von der zuletzt genannten Stärke nicht nur der Kosten wegen, sondern auch im Hinblick auf die ungemeine Giftigkeit und die damit verbundene allgemeine Gefährdung keineswegs empfehlens- wert erscheinen können. Gute Erfolge sind dagegen mit 2 — 4 % Chlor- baryumlösung erzielt worden. Diese SpritzHüssigkeit hat den Vorzug, daß sich bei ihrer Anwendung die Spritzen nicht so leicht verstopfen wie dies bei Schweinfurtergrün sehr leicht eintritt. Ausgezeichnete Erfolge sind ferner bei Verwendung von transportablen Hühnervölkern erzielt worden. Leider kommt dieses Verfahren noch viel IL Abteilung. Zoologisch-botanische Sektion. 19 zu selten in Anwendung, weil die erforderliche Menge Hühner nicht immer vorhanden ist. Noch während die Aaskäferplage nicht ganz aufgehört hatte, entwickelte sich eine Schildkäferepidemie vorzugsweise im westlichen Teile der Provinz in den Kreisen Breslau, Freystadt, Görlitz, Goldberg- Haynau, Jauer, Liegnitz, Militsch-Trachenberg, Oels, Strehlen, Trebnitz und Wo h lau. Auch bei Bekämpfung dieses Schädlings be- währten sich Hühnervölker hervorragend. Schwere Schädigungen der Zucker- und Runkelrüben fanden in den Kreisen Glogau, Goldberg-Haynau und Lüben statt, wo durch die unten näher beschriebene Wanze (Plesma capilata)^) eine bisher noch nicht be- kannte Kräuselkrankheit hervorgerufen wurde. Die Krankheit beginnt damit, daß die jungen, bisweilen schon die eben aufgelaufenen Rüben an den Blattstielen und Blättern bleiche, später weißwerdende kleine Flecken bekommen, die sich bei zunehmenden Wachs- tum vergrößern. Sehr junge Pflanzen gehen öfters schon in diesem Stadium zu Grunde. Später kräuseln sich die heranwachsendem Blätter ungemein stark und werden zu höckrigen, blasenartigen, bleichgrünen Gebilden verunstaltet. Die Blattstiele werden glasig und ungemein spröde. Je nachdem nun das Herz der Pflanzen von diesen Krankheits- erscheinungen in Mitleidenschaft gezogen ist, geht entweder der ganze Blattapparat rasch, bisweilen rapide unter Fäulniserscheinungen zu Grunde, oder es erhalten sich bei geringerer Beschädigung die Herzblätter, wenn auch in verkümmertem und vergilbtem Zustande noch einige Zeit. In diesem Falle entstehen eigenartig verkrüppelte Rosetten. Gleichzeitig tritt ein regeres Wachstum des Vegetationspunktes ein, so daß schließlich der Rübenkopf eine kegelförmige Gestalt annimmt. Die Wurzel bleibt klein und ist in der Regel stark bärtig. Die diese Krankheitserscheinungen, welche als Gallenbildungen auf- zufassen sind, hervorrufende Wanze ist nach Hü eher, Fauna germ. Hemipt. heteropt. p. 292 allem Anschein nach über ganz Deutschland verbreitet und bisher aber nur an Chenopodium-Arien beobachtet worden. Wenn sie nun mehr auf Rüben übergeht, scheint ein ähnliches Verhalten eingetreten zu sein, wie dies beim Schildkäfer der Fall ist. Betreffs der Biologie des Tieres, welche von uns näher studiert wurde, ist folgendes hervorzuheben. Die Wanze überwintert als entwickeltes Insekt und ist bereits im Frühjahr auf Schlägen mit aufgehenden Rüben zu finden; bei trüber Witterung hält sie sich vorzugsweise in Bodenrissen und unter Erdstellen versteckt und kommt an solchen Tagen hauptsächlich erst in den Mittag- stunden zum Vorschein, alsdann ist sie zahlreich auf den Rübenpfianzen 1) Synonyme sind: Acanthia capitata Wolff, Aspidotoma capitata Curt., Tingis capitata Lep. et Serv., Tingis collaris Zett., Zosnemus capitatus F. Sahlb. 2* 20 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultui\ anzutreflfen. Im Mai erfolgt die Paarung; die gelben Eier, welche bei entsprechender Vergrößerung den pappuslosen Samen der Ackerdistel ungemein ähnlich sehen, werden meist einzeln, seltener zu zweien oder mehr an die Stengel, Blattstiele oder Blätter der jungen Rüben gelegt. Nach etwa 10 Tagen kriechen die honiggelben, lausähnlichen Larven aus. Diese ergeben etwa Anfang Juli entwickelte Wanzen. Im Juli tritt noch- mals eine Paarung ein, die zweite Generation ist etwa im September er- wachsen und überwintert. Das entwickelte weibliche Tier ist etwa 4 mm lang, 2 mm breit, die Männchen sind in der Regel kleiner, seine Färbung bei beiden Geschlechtern oberseits graugelb bis weißlich grau, unterseits schmutzig weiß bis grau. Die Tiere sind bei Sonnenschein äußerst lebhaft und legen auch größere Strecken fliegend zurück. Bei der geringsten Berührung der Pflanzen oder auch schon durch das Geräusch der Tritte bei Herannahen lassen sie sich fallen und verschwinden in Erdritzen, wo sie bei ihrer graugelben Farbe ungemein schwer zu finden sind. Die Bekämpfungsversuche, welche sich auf die Anwendung von insekticiden Spritzflüssigkeiten beschränkten, haben bisher zu brauchbaren Resultaten noch nicht geführt, so daß noch weitere Versuche in dieser Richtung angestellt werden müssen. Daß die Wanze tatsächlich die genannten Krankheitserscheinungen hervorruft, ist durch Infektionsversuche, welche mit den Tieren in der Gefangenschaft unter- nommen wurden, festgestellt. 3. Kartoffeln. Entsprechend den Witterungsverhältnissen des verregneten Sommers war die Krautfäule ungemein verbreitet und trat in allerdings wechselnder Schwere in allen Kreisen der Provinz auf, so daß im Herbste viel Saatgut geerntet wurde, welches mit Fhylophthora behaftet, sich sehr schlecht hielt und vielfach in den Mieten total verfaulte. Auch Schwarzbeinigkeit war sehr häufig, besonders auf schweren Böden in Mittel- und Niederschlesien bei andauernder Nässe (Kreis Brieg, Bunzlau, Görlitz, Groß. Wartenberg, Landeshut, Lauban, Neumarkt, Neustadt, Oels, Ohlau, Pleß, Sagan, Schönau, Trebnitz). Nach dem eingesandten Material zu schließen, hat es den Anschein, als ob die roten Sorten besonders der Krankheit anheim gefallen waren. Eine recht erhebliche Zunahme erfuhr im Berichtsjahre die Blatt- rollkrankheit, die bisher wohl ständig, aber nur in mäßigem Umfange im Westen der Provinz zu änden war. Das Hauptentwicklungsgebiet lag wiederum in Niederschlesien (Kreis Bunzlau, Görlitz, Goldberg- Haynau, Grünberg, Lauban, Sagan, Schönau), sporadisch war sie auch im Kreise Oels und Tarnowitz zu finden. In dem iiieder- schlesischen Entwicklungsgebiete, besonders im Kreise Görlitz, auf schweren bindigen Böden nahm die Krankheit besorgniserregenden Umfang an. II. Abteilung. Zoologisch-botanische Sektion. 21 Nach Meldungen, denen allerdmgs Material nicht beigefügt war, die daher mit größter Vorsicht zu beurteilen sind, soll die Krankheit auch in den Kreisen Breslau, Falken her g, Glogau, Groß- Wartenberg, Habelsch wer d t, Hoyerswerda, Leobschütz, Liegnitz, Münster- berg, Neurode, Rothenburg, Rybnik und Zabrze aufgetreten sein. Sollten diese letzteren Meldungen tatsächlich richtig sein, so wären zurzeit 23 Kreise der Provinz mit der Krankheit behaftet, Avas eine ganz erhebliche Zunahme gegen die Vorjahre bedeuten würde. Ob es sich in den als zweifelhaft bezeichneten Fällen wirklich um die erbliche Blattrollkrankheit und nicht nur um Blattrollerscheinungen handelte, die durch Nässe ver- ursacht wurden, muß dahingestellt bleiben. Kräuselkrankheit war nicht übermäßig häufig (Kreis Breslau, Görlitz, Neumarkt), ebenso auch die Dürrfleckenkrankheit Alternaria solanij^ welche von den Praktikern vielfach mit Blattrollkrankheit verwechselt Avird. Öfter waren dagegen Fälle von Bakterien- bezw. Fusariumfäule der Knollen (Kreis Breslau, Groß-Strehlitz, Hirsch- berg, Nimptsch, von Bakterienring-Krankheit (Kreis Nimptsch, Ohlau, Wohlau). Schädigungen durch andere Krankheiten traten in so geringem Umfange auf, daß sie hier nicht einzeln erwähnt zu werden brauchen. 4. Hülsenfrüchte, Futter- und Wiesenpflanzen. a. Pflanzliche Schädiger. An Pferdebohnen zeigte sich in der Mittelschlesischen Ackerebene weit verbreitet der Rost (Uromyces viciae fabae), welcher die Pflanzen vielfach so schwächte, daß kaum nennens- werte Erträge geerntet wurden. Während der naßkalten Frühjahrswitterung wurde öfters eine Stengel- fäule {Sclerotinia Fuckeliana) beobachtet; meist betraf diese Krankheit nur wenige Prozente der vorhandenen Pflanzen, nur aus dem Kreise Cosel wurde ein erheblicher Ausfall bekannt. Dieselbe Krankheit schädigte auch im Kreise Laub an einen Erbsenschlag bedeutend. Die St. Johannis- k rankheit der Erbsen war häufiger als im Vorjahre; sie trat auch an Peluschken, besonders nach schweren Regengüssen auf bindigen Böden auf. Jedoch sind größere durch die Krankheit verursachte Ausfälle nicht bekannt geworden, meist trat sie nur auf kleinen Rustikalparzellen auf. Die Fleckenkrankheit der Bohnen (Colletotrichum lagenarium) war häufig, betraf aber größtenteils nur kleinere Gartenparzellen. Die Welke- krankheit der Lupinen (Fusarium) trat im Kreise Freystadt, Rybnik und Wohlau auf. Entsprechend der feuchten Sommerwitterung waren Blatt flecken krank heiten häufig, insbesondere der Kleerost (Uromyces Trifolii) und der Blattschorf (To^«/<Änncium Trifolii), ebenso der Mehltau (Erysiphe Martii). Die Schädigungen, welche diese Pilze herbeiführten, treten aber erheblich zurück gegen die Verluste, welche ungünstige 22 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Witterung bei Bergung des Kleelieus ganz allgemein verursachte. Klee- krebs war verhältnismäßig selten. b. Tierische Schädiger. Weit verbreitet war wiederum die Stockkrankheit am Rotklee in den Kreisen Glatz, Goldberg-Haynau, Habelschwerdt, Neumarkt, Nimptsch, Ohiau, Reichenbach, Rothenburg, Sagan, Striegau, Trebnitz und Wohlau. Beschädi- gungen durch die Rüsselkäfer {Apion seniculum und virens), welche im Vorjahre in einzelnen Kreisen an Rotklee ziemlich verbreitet waren, kamen seltener vor. Dagegen waren sehr häufig die Blattrandkäfer (SitonaJ^ welche besonders an aufgehenden Leguminosensaaten, die in Folge der Frühjahrstrockenheit etwas ins Stocken geraten waren, stellenweise er- hebliche Fraßbeschädigungen verübten. Die in der zweiten Maihälfte ein- setzenden Regenfälle beseitigten jedoch bald weitere Gefahr. Ungemein zahlreich entwickelten sich die schwarzen Blattläuse {Aphis papaveris) auf Pferdebohnen in der mittelschlesischen Ackerebene. Desgleichen waren an dieser Pflanze Blasen fuße sehr häufig. 5. Handels-, Ol- und Gemüsepflanzen. Im allgemeinen traten bei Raps die Schädigungen der Glanzkäfer in diesem Jahre erheblich zurück, dagegen waren häufig im Marke der Stengel lebende Rüsselkäferlarven (Baridius) die Veranlassung dazu, daß die Pflanzen notreif wurden. Erhebliche Schädigungen wurden jedoch hierdurch nicht herbeigeführt. Im Kreise Liegnitz war derselbe Schädling häufig an Weißkohl zu finden und verursachte durch Kümmern und Ein- gehen der Pflanzen bei Hitze stellenweise einen Schaden bis zu 30 "/q, auch war in dem genannten Kreise die Kohlfliege {Anthomyia radicumj recht häufig, und verdarb stellenweise bis zu 10 % der Kohlpflanzen. Ein Fall von starkem Auftreten des falschen Mehltaus (Peronospora effusa) auf Spinat ereignete sich im Kreise Öls. Tomaten wurden vielfach durch Phythophthora geschädigt. An Gurken war im Liegnitzer Produktionsgebiet wiederum die Blatt- fleckenkrankheit {Sporidesmiuni mucosum var. pluriseptatum) recht ver- breitet, ohne aber, wie in änderen Jahren schon beobachtet, bösartig auf- zutreten. Auch die Welkekrankheit, über welche bereits im Jahres- bericht 1910 näheres mitgeteilt wurde, war dort nicht selten, wie auch anderwärts, besonders bei Treibgurken in Gewächshäusern. In einem Falle aus dem Kreise Liegnitz waren die Wurzeln der an Welkekrankheit ab- gestorbenen Freilandgurken in erheblichem Maße mit den Gallen des Wurzelälchens (Heterodera radicicola) besetzt. Auch Spinn m üben waren häufig die Ursache von Blattdürre bei Gurken, besonders bei Früh- beetpflanzen. Im Kreise Striegau verursachte der Kugelsprinzschwanz {Sminthurus cucumeris) erheblichen Schaden an jungen Gurkenpflanzen, die vielfach dadurch zum Absterben gebracht wurden. II. Abteilung. Zoologisch-botanische Sektion. 23 6. Obstgehölze inkl. Weinstock. Schoifkrankheit (Fusicladium) war an Äpfeln und Birnen sehr häufig. Von ersteren wurden vorzugsweise die Sorten Goldparmäne und Casseler Renette befallen. Stellenweise war der Befall ein sehr starker, so im Kreise Leobschütz und Schönau^ wo die Goldparmänen trotz Bespritzungen in freien Lagen fast ganz schwarz wurden. Auf Birnen erschien vielfach der Polsterschimmel (Monilia), so besonders in Oberschlesien im Kreise Neustadt. Auch der Gitterrost war im Kreise Breslau, Glogau, Neustadt, Waidenburg an Birnen recht häufig. Der falsche Mehltau des Weinstocks ('Peronospora m7jco/a^ zeigte sich wiederum im Grünberger Weinbaugebiet recht häufig, trat aber auch anderwärts hier und da auf (Kreis Breslau, Cosel, Leobschütz, Rybnik, Steinau). Der Stachelbeermehltau (Spaerotheca mors uvae) war wie im Vorjahre eine häufige Erscheinung in der ganzen Provinz, seine Schadenwirkungen dagegen sehr verschieden. Während aus Ober- schlesien gemeldet wurde, daß sein Auftreten nicht mehr so gefährlich v/ie im Jahre 1909 sei, wurden die Kreise Groß -Wartenberg, Öls, Trebnitz derart geschädigt, daß die Ernte sehr schlecht ausfiel. Von tierischen Schädigern traten an Obstgehölzen besonders die Raupen des Goldafters, des Ringel- und Schwammspinners hervor. Im Kreise Ohlau fraß der Junikäfer fast alle Obstbäume kahl, auch war hier die Sägewespe (Hoplocampa fulvicornis) an Pflaumen ungemein häufig. Im Kreise Leobschütz hatten Reben durch den Sauer wurm stark gelitten. 7. Forstgehölze. Im Frühjahr des Berichtsjahres trat allenthalben die Schütte ziemlich stark auf. Gegen Ende des Sommers verbreitete sich in jüngeren Eichen- beständen der ganzen Provinz, besonders aber im Odertale der bereits schon im Vorjahre häufige Eichenmehltau (Oidium quercinum). Tierische Schädiger waren im Vergleich zu den Vorjahren weniger verderblich im Walde tätig, insbesondere zeigte sich die Nonne nur noch vereinzelt. Auch Kiefernspinner, Ringelspinner und die Lärchen futteral- motte waren nicht übermäßig vertreten. Dagegen war der Engerling- fraß und der der Larven von Schnellkäfern (Elater aeneus) in einzelnen Revieren recht bedeutend; auch vollendeten Rüsselkäfer vorzüglich in schüttekranken Kulturen das Zerstörungswerk. 8. Zierpflanzen. Die hierher gehörigen Fälle betrafen meist Rosen, welche teils von Rost (Phragmidium subcorticium), teils vom Mehltau (Spaerotheca pannosa) befallen waren. In einem Falle wurde Epheu erheblich durch Wur zei- gallen dev Heterodera radicicola geschädigt. Die übrigen Fälle aus dieser Gruppe besitzen wenig allgemeines Interesse, so daß von ihrer Erwähnung an dieser Stelle abgesehen werden kann. 24 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. 3. Sitzung am 16. Februar 1912. Herr C. Baenitz sprach über Allgemeines über Viscum album L. und neue Nälirpflanzen desselben in Schlesien und Ostpreussen. Da der wörtliche Abdruck des Vortrages im Junihefte der „Allgemeinen Botanischen Zeitschrift von A. Kneucker" (1911) bereits vorliegt, so erfolgt hier nur eine Zusammenstellung der für Schlesien bis jetzt bekannt ge- wordenen Nährpflanzen des Halbschmarotzers. Den Namen der neuen Nährpflanzen wurde ein Stern (*) vorgesetzt. — Die Namen der Beobachter stehen in Klammern ; Beobachtungen des Vortragenden wurden durch ein Ausrufungszeichen (!) markiert. A. Laubholzmisteln. 1. Acer saccharinum L. (= A. dasycarpum Ehrh.) Tiergartenstraße in Breslau, Göpperthain und am Stadtgraben recht häufig (!). 2. Acer platanoides L. Verlängerte Tiergartenstraße, Scheitniger Park (!). Auf Acer campestre, pseudopkdanus und anderen Ahornarten wurde der Halbschmarotzer bisher noch nicht beobachtet. 0. *Alnus incana DC. Bisher nur auf einem Baume im Städtischen Botanischen Garten in Breslau. (Garteninspektor Kiekheben.) — Älnus glutinosa scheint als Nährpflanze noch zu fehlen. 4. ^Betula alba L. (= B. verrucosa Ehrh.). Nur auf einem hohen Baume im Laurentiusfriedhofe in Scheitnig (aber in sehr zahlreichen Ge- büschen) und im Scheitniger Park. 5. ^Cai-pinus Betulus L. Bei Falkenberg (Oberförster Richter). 6. ^Carya alba Nuth. Königlicher Botanischer Garten in Breslau (Garteninspektor Hölscher). 7. '^Crataegus mollis Scheele. Scheitniger Park (!). 8. ^Crataegus oxyacaniha L. Früher auf Liebichshöhe, jetzt im Göppert- hain in der Nähe des Ferdinandsteichs (!). 9. '^Crataegus prunifolia Pers. Am Wasserlauf im Göpperthain (!). 10. ^Crataegus punctata Jacqu. Königlicher Botanischer Garten (Hölscher). 11. *Fraxinus excelsior L. Falkenberg (Richter) und im Göpperthain. in der Nähe des Ferdinandsteichs (!). 12. ^'Fraxinus pennsylvanica Marsh. Jetzt nur noch auf einem Baum, früher sehr häufig auf den fast hundertjährigen, jetzt meist nieder- geschlagenen Eschen auf der Fürstenstraße (!). 13. *Juglans nigra L. Königlicher u. Städtischer Botanischer Garten (Hölscher u. Kiekheb enj. 14. Malus communis Lam, Früher in einem Garten am Hobrecht- ufer (!). Im Kreise Wohlau in den Dörfern Siegda und Peruschen. II. Abteilung. Zoologisch-botanische Sektion. 25 15. ^Malus baccata Borkh. und 16. ^ Malus baccata X prunifolia. Königlicher Botanischer Garten (Hol scher). 17. Pirus communis L. Im Kreise AVohlau in den Dörfern Siegda und Peruschen. 18. "^Fopulus alba L. Königlicher Botanischer Garten (Hol seh er) und Kaiserpark in Scheitnig (!). — Nicht häufig. 19. '^Populus candicans Ait. Nur in einem Garten zwischen Fürsten- und Kaiserstraße (!). 20. Populus monili/era Ait. ist für Breslau der eigentliche Mistelbaum; oft in vielen Hunderten von Gebüschen auf einer Pappel; besonders zahl- reich in Scheitnig an der Fürstenbrücke, Wilhelmsruh und Morgenau (!). 21. ^Populus nigra L. An der Mündung des Schwarzwassers in Scheitnig selten (!), — Falkenberg (Richter). — Viscmn scheint Populus nigra L. v. pyramidalis Roz. zu meiden! 22. "^Prunus Padus L. Nur auf 3 Bäumen zwischen Strauchwehr und Fürstenbrücke am rechten Ufer der alten Oder (!). — Auf Prunus spinosa L. hat der Vortragende Viscum bei Königsberg i. Pr. einmal beobachtet, 23. ^Quercus palustris Dur. Auf 4 Bäumen im Scheitniger Park und 8 im Göpperthain (!), 24. '■^•Quercus rubra L. Nur auf 2 Bäumen im Göpperthain am Wasser- lauf in der Nähe der Grüneicher Chaussee (!). — Auf Quercus Robur L. ist die Mistel bis jetzt nicht in Schlesien beobachtet worden. 25. Robinia pseudacacia L. Sehr häufig in und um Breslau, besonders schön und zahlreich in der Nähe des Zoologischen Gartens (!). 26. *Rosa canina L. Falkenberg; an einem Basaltbruch, westlich von dem Dorfe Graase (Professor Ewer t). — Neue Nährpflanze nicht nur für Schlesien, sondern wohl auch für Deutschland. 27. *Salix alba L. An der Oder zwischen Morgenau und Zedlitz bei Breslau (!). 28. * Salix blanda And. (= S. fragilis X habylonica). Früher auf dem Laurentiusfriedhofe in Scheitnig (!). 29. * Salix Caprea L. Falkenberg (Ewert). 30. Salix fragilis L. An der alten Oder in der Nähe der Fürsten- brücke (!). 31. *Salix purpurea L. Städtischer Botanischer Garten (Kiekheben). 32. Sorbus aucuparia L. Riemberg bei Obernigk (Prof. Schübe); am Zoologischen Garten im Göpperthain (!). 33. Tilia cordata Mill. Sehr häufig im Scheitniger Parke und an der Fürstenbrücke etc. (!) — Auf den andern Lindenarten wurde die Mistel bis heute nicht beobachtet. B. Tannenmistel. 34. Abis alba Mill. Zobten, Grafschaft Glatz, Muskau, Falkenberg (Schübe). 26 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vateri. Cultur. C. Kiefern- oder Föhre nmistel. 35. Pinus silvestris L. Ohlau (!j, Silsterwitz (Pax), auch an mehreren andern Orten in Schlesien (Schübe). Sodann hielt Herr C. Lauterbach einen Vortrag über die Gebirgsfiora Papuasiens. 4. Sitzung am 9. November 1911. Flerr F. Pax legte zunächst vor einige interessante Pflanzen aus der Karpathenflora. Gymnosporangium Amelanchieris Ed. Fisch. Die wegen ihrer äußeren Gestalt zu Roestelia cornuta zu zählende x4ecidiengeneration sehr häufig auf den Blättern von Amelanchier vulgaris Mönch bei Fenyöhaza in der Fatra. Die Telentosporengeneration auf den Stengeln und Zweigen von Juniperus communis, mit dem Amelanchier am gleichen Standort sehr häufig vorkommt. Cerastium transsylvanicum Schur, von Alexander Borza in Blasendorf als eigene Art zuerst wiedererkannt, von mehreren Standorten der transsylvanischen Alpen, vom R.etyezät bis zum Burzenländer Gebirge verbreitet. Meiner Meinung nach eine von C. alpinum sich ableitende Art, die für die Südkarpathen endemisch ist. Die Art ist von Simonkai (Enum. Fl. transsylv, 134) verkannt, zu C. alpinum gezogen. Bupleurum baldense Simk. Enum. Fi. transsylv. 255, auch der älteren siebenbürgischen Floristen, von mir (Grundzüge Pflanzenverbr. I 193) selbst noch aufgenommen, ist aus der Flora der Karpathen zu streichen. Die Pflanze gehört zu B. diversifolium Pioch. Veronica alpina L. var. Musalae Velen, Fl. bulg. Suppl. I (1898) 215. — Fogaraser Alpen, Matten im Alpenkessel zwischen Negoi und Verfu Serbota, 1750 — 1800 m. Die Pflanze sieht habituell fast aus wie eine Zwischenfo>rm von V. alpina u, V. Ghamedrys. Ligularia sibirica (L.) Cass. Burzenländer Gebirge, Gebüsche im unteren Jepitale oberhalb Busteni in Rumänien. Hieracium Äuricula X Pilosella. Retyezät, Abstieg vom Zanogasee nach Lunca Berhina, 1800 m. H. brachiatum Bertol. Waagtal, Schloßberg bei Vag Podhragy, 330 m, sonnige Abhänge bei Rajecz-Fürdö, 420 m, Arvatal bei Kralovän, 420 m. H. rhodopeum Griseb. Die Art fehlt bei Simonkai; ebenso habe ich selbst (Grundzüge IL 230) das Indigenat noch bezweifelt; nur ürecescu (Conspect. Fl. Rom. (1898) 365) gibt sie vom Bucsces im Burzenländer Gebirge an. Ich sammelte die Pflanze schon auf rumä- nischem Boden, an den Abhängen des Karaiman, 2200 m, und auf steinigen Matten am oberen Ausgange der Jepischlucht, nicht gerade selten. IL Abteilung. Zoologisch-botanische Sektion. 27 H. valdepilosum Vill. {H. prenanthoides — villosum), unter H. villosum L. an Kalkfelsen in der Jepischlucht. H. Krasani Wol. {H. alpinum X iranssylvanicum). Retyezät, lichte Waldstellen bei Lunca Berhina im Lepusniktale. H. trebevicianum K. Maly {H. bißdum X iranssylvanicum). Retyezät, subalpine Matten am Retyezät oberhalb der Stina Rades. H. Paltinae Javorka et Zahn (H. nigrescens X sparsißorum). Retyezät, Felsen unterhalb des Zanogasees. H. Zanogae Pax (H. sparsißorum X iranssylvanicum). Retyezät, lichte Waldstellen im Lepusniktale bei Lunca Berhina, 1200 m. Steht fast genau in der Mitte zwischen den genannten Stamm-Arten. Im Anschluß hieran legte Herr F. Pax vor Cardamine Limprichtianor Pax n. sp. — Gaules e radice plures, erecti vel ascendentes, 30 — 50 cm longi, simplices vel saepius ramosi, hirtelli. Folia radicalia nee non caulina infrnia trifoliolata, cetera simplicia, utrinque pilosa; foliola lateralia minuta, 3 — 20 mm longa, lanceolata usque oblonge -elliptica, integra vel parce dentata; foliolum terminale multo majus, ovatum, interdum levissime trilobum, basi profunde cordatum et 5- usque 7-nervium, caudato-acuminatum, grosse et irre- gulariter dentatum; folia basalia longissime, caulina sensim brevius petiolata. Racemus laxus, post anthesin valde elongatus, 6- usque 20-florus. Pedicelli glabri, floriferi erecti vel arcuati, tenues, 10 — 15 mm longi, fructiferi paulo elongatij patentes, Flores 8 — 10 mm longi; sepala ovato-oblonga, pilosa, 2 — 3 mm longa; petala alba, oblongo-cuneata, apice retusa, stamina pistillumque valde superantia. Siliquae (immaturae) tenues, arcuatae, ad 6 cm longae, 1 mm crassae. China: Chekiang, Ningpo, am Fuße von Porphyritfelsen, 500 m. (Dr. W. Limpricht n. 18. — 18. April 1911.) Die neue Art ist nächst verwandt mit C. africana L., die aus China bisher nicht bekannt ist, unterscheidet sich aber auf den ersten Blick schon durch den Habitus, der dem einer Arabis so ähnlich ist, daß Limpricht die Pflanze als solche gesammelt hat. Die Seitenblättchen der unteren Blätter sind wegen ihrer Kleinheit leicht zu übersehen, während sie bei C. africana die Größe des Mittelblättchens fast oder ganz erreichen. Sehr auffällig sind die herzgrundigen, vorn langgeschwänzten, grobgezähnten Blätter. Die bei C. africana stark zusammengezogene Traube ist bei G. Limprichtiana, besonders zur Fruchtzeit, außerordentlich locker, die Blüten bei dieser etwa doppelt so groß, die Früchte viel länger und dünner als bei jener. Sodann sprach Herr 0. Oberstein über: Die Ermittlung der Herkunft von Klee- und Grassamen. Der landwirtschaftliche Wert vieler Klee- und Grassämereien ist vielfach nicht nur eine Funktion der bei der Untersuchung resultierenden Reinheits- 28 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. und Keimfähigkeitsprozente, sowie ihres Gesundheitszustandes; oft ist dafür auch von ausschlaggebender Bedeutung die Herliunft der Saat, d. h. das Mutterland, aus dem der betreffende Posten stammt, das Produktionsgebiet, in dem der Same geerntet ist. Diese Tatsache wird durch exakt durchgeführte Anbauversuche immer Vv'ieder von neuem bewiesen. Die Anbauversuche, speziell mit Rotklee verschiedener Herkunft, gehen bis in die 80er Jahre des vorigen Jahr- hunderts zurück und wurden in umfangreicherem Maße zuerst von Rost rop in Dänemark angestellt in den Jahren 1883/84. Seinem Beispiele folgten dann bald Putensen in Hildesheini, Stehler in Zürich und in den 90er Jahren Nobbe in Tharandt. Gegen Anfang des 20. Jahrhunderts ver- öffentlichten dann auch Kirchner in Leipzig, Kraus in Weihenstephan, Burchard in Gr. -Flottbeck bei Hamburg, v. Weinzierl in Wien und Pitsch in Wageningen die Ergebnisse diesbezüglicher Versuche. Eine Organisation unter einheitlichen Gesichtspunkten und Grund- lagen in dieser Hinsicht innerhalb Deutschlands geschaffen zu haben, ist aber ein Verdienst der deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft, die am 29. November 1898 an mehrere Leiter akademischer Versuchsfelder das Ersuchen richtete, sich an einer Prüfung des Kulturwerts von Rotklee- sorten verschiedener Provenienz zu beteiligen. Mit dem Frühjahr des Jahres 1900 setzten diese Anbauversuche ein. Ein Gesamtbericht über die bis 1902 erlangten Resultate wurde dann in Heft 83 der Arbeiten der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft erstattet. Die Überlegenheit einer Provenienz über die andere ist in ver- schiedenen Ursachen begründet. So ist z. B. der amerikanische Rotklee mehr oder weniger an allen Teilen der Pflanze, am meisten an den jungen Knospen, an den Stengeln und Blättern dicht mit abstehenden Haaren bedeckt. Diese Abweichung von der morphologischen Struktur des europäischen Rotklees hat sich in den 100 Jahren, seitdem Rotklee in Amerika eingeführt und dort angebaut wurde, als Anpassung an das dortige ausgeprägte Kontinentalklima herausgebildet. Die dichte Behaarung ist nun aber, nach dem Urteil vieler Landwirte, die Ursache dafür, daß das Vieh bei uns die amerikanische Rotkleepflanze nur ungern oder gar nicht frißt. Der amerikanische Rotklee ist ferner in viel höherem Maße als andere Herkünfte dem Pilzbefall, namentlich dem Befall durch Mehltau {Erysiphe Marlii) ausgesetzt und schließlich, wenigstens teilweise, weniger winterfest als europäischer, besonders in schneearmen, kalten Jahren. Etwaige Differenzen in den Angaben über die Winterfestigkeit amerikanischen Rotklees liegen in der mehr östlichen oder mehr westlichen Provenienz der betreffenden Saat begründet, was sich jedoch an einer vorliegenden Handelsware auf analytischem Wege nicht entscheiden läßt. Demgemäß geht auch das Urteil der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft bezüglich der amerikanischen Rotkleesaaten dahin, daß diese z. T. höchstens zu den II. Abteilung. Zoologisch-botanische Sektion. 29 mittelguten, z. T. zu den ungeeigneten Herkünften für den heimischen Rotkleebau zu rechnen sind. Der niedrige Ertrag des amerikanischen Rot- klees wird, abgesehen von den erwähnten schlechten Eigenschaften, noch ferner bedingt durch den geringeren Nachwuchs nach dem ersten Schnitt und das vorzeitige Dürrwerden der Blätter. Aber auch nicht alle europäischen Herkünfte von Rotklee sind speziell für unsre Heimatsprovinz von gleichem wirtschaftlichen Wert. Nach den Ermittelungen der deutschen Landwirtschaftsgesellschaft stehen sowohl nord- als südfranzösische Saaten im Ertrag selbst hinter den amerikanischen zurück, die italienischen aber rangieren in den Ertragstabellen an aller- letzter Stelle und müssen gleich den vorgenannten als durchaus ungeeignet für unser Klima gelten. Da der größte Teil Frankreichs mit Ausnahme des südöstlichen und des südlichen Teils Tiefland mit nur unwesentlichen Höhenzügen ist, so handelt es sich bei nord- resp. mittelfranzösischer Saat um Rotklee, der an mildes Seeklima gewöhnt ist. Solcher Klee vermag den speziell in Schlesien nicht eben seltenen, längeren Trockenperioden nicht standzuhalten, abgesehen von seiner geringen Winterfestigkeit. Dieser letztgenannte Mangel macht sich natürlich noch viel mehr bei südfranzö- sischen oder italienischen Herkünften geltend. Demgegenüber sind mittel- bis ostdeutsche Provenienzen (in erster Linie gerade schlesischer Klee), dann auch polnische, böhmische, russische, steirische und galizische Saaten als für unser Klima ausgezeichnet hervorzuheben. Die Notwendigkeit einer geographisch genauen Herkunftsbezeichnung ist eine' ganz allgemein zu stellende Forderung. Von jeher wurde die Provencer Luzerne als die bei weitem beste gepriesen. Ihr wird durch die italienische heut der Rang streitig gemacht. Auch die ungarische hat sich bei den Anbauversuchen gut bewährt. Als sehr schlecht dagegen erwies sich die aus Utah stammende nordamerikanische Saat. Nicht nur neigt sie sehr stark zum Befall durch Erysiphe Martii und Pseudopeziza Trifolii, sie wächst auch nach dem 1. Schnitt nur langsam nach und ver- unkrautet dadurch leicht in hohem Maße. Die an ein ausgesprochen kontinentales Klima angepaßte Turkestaner Luzerne paßt anderseits für nordamerikanische Verhältnisse zwar sehr gut. Bei uns jedoch hat sie sich, die an ein spätes Frühjahr und einen kurzen Sommer gewöhnt ist, im Ertrag als wesentlich geringwertiger erwiesen, verglichen mit guten europäischen Herkünften. Während ihrer sehr langen Ruheperiode den Winter über wird sie bei uns bald vom Unkraut überwuchert. Das Knaulgras neuseeländischer Provenienz entwickelt sich eben- falls im Frühjahr zu Tangsam, seine Erträge sind bis 20 ^/^ geringer als die von französischer Saat erzielten. In hohem Maße von Puccinia coronifera geschädigt wird der wenig ergiebige nordamerikanische Wiesenschwingel. Der niederrheinische und dänische ist ihm daher bei weitem vorzuziehen. p,Q Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Obwohl meist wesentlich reiner als das europäische Tymothee, so liefert doch das amerikanische Lieschgras sowohl quantitativ als qualitativ etwas geringere Erträge. Auch der aus Neuseeland importierte Rotschwingel steht dem mitteldeutschen sehr nach, schon weil er bei selbst nur einjähriger Auf- bewahrung oft ganz plötzlich seine Keimfähigkeit völlig verliert. Die große Wichtigkeit, ja unbedingte Notwendigkeit einer geographischen Herkunftsbezeichnung ist nach dem Gesagten klar. Da zur Zeit jedoch ein gesetzlicher Zwang, Klee- und Grassaaten nach ihrer Herkunft genauestens zu deklarieren, noch nicht besteht, so fragt es sich, ob an einer vorliegenden Saatprobe auf analytischem Wege eine nachträgliche Herkunftsbestimmung möglich ist. Besonderes in den Kreisen der Samenhändler ist die Ansicht vielfach verbreitet, man könne aus den äußeren Merkmalen der Kultursamen selbst, d. h. also aus deren Farbe, dem Glänze, der Korngröße und ähnlichen in Wirklichkeit sehr variablen Indizien allein sichere Schlüsse ziehen. Dies ist nur bis zu einem gewissen Grade richtig und kann, wenn nicht andere Kennzeichen mit in Betracht gezogen werden, leicht zu Irrtümern führen. So soll der südfranzösische Rotklee einen ganz eigenen, metallischen Glanz haben, dazu eine charakteristisch ins gelbe spielende Farbe, der italienische eine specifisch weißlichgelbe Nuance bei kleinem Korn, der russische soll blaukörnig sein und von erheblicher Korngröße gegenüber den durchschnittlich kleinkörnigen amerikanischen Rotkleesaaten. Die Turkestaner Luzerne soll sich eigentümlich sandig anfühlen, der Neu- seeländer Rohrschwingel durch sein mattes, strohfarbiges Aussehen charakterisiert sein. Schon die Tatsache, daß z. B. der 1911 geerntete, mitteleuropäische Rotklee infolge von Dürrewirkung ganz allgemein kleinkörniger ist als andere Jahre, beweist, daß die Korngröße nicht als Konstante für die Be- urteilung der Herkunft angesehen und in erster Linie herangezogen vrerden darf. Auch die Kornfarbe kann nur in Ausnahmefällen mit in Betracht kommen. So war es z. B. bei dem 1910 er Jahrgang, wo die Samenklee- ernte in Schlesien so total verregnet war, ein leichtes, unter Be- rücksichtigung natürlich auch anderer Momente, die häufigen falschen Herkunftsbezeichnungen, unter denen ..schlesischer" Rotklee offeriert wurde, als solche aufzudecken. Der schlesische Rotklee 1910 war miß- farbig und unscheinbar im Ansehen. In solchem Spezialfall gewinnt dann das Merkmal der Kornfarbe allerdings an Bedeutung. Viel wichtiger für die Frage nach der Herkunft einer Samenart sind die Beimengungen, seien sie anorganischer Natur, seien sie Unkraut- resp. sonstige Begleitsamen, Sie kennzeichnen auch in erster Linie Original- herkünfte, während z. B. die dem Samen selbst eigenen, in vorhergehenden II. Abteilung. Zoologisch-botanische Sektion. 31 Abschnitten kurz gestreiften Merkmale ebenso für Originalberkünfte als für die in einem anderen als dem Ursprungslande nachgebauten Absaaten Geltung haben. Von anorganischen bezw. organischen, aber leblosen Beischlüssen sind besonders folgende von Wichtigkeit. In russischem Klee finden sich vielfach Bröckchen schv^^arzer Erde, ebenso sind ungarische Kleesaaten durch Beimengungen solcher dunkler Erde unter anderem gekennzeichnet. Luzerne und auch Rotklee aus Süd- und dem übrigen Frankreich läßt in vielen Fällen Muschelschalenfragmente erkennen. Finnischer Wiesenfuchs- schwanz enthält in den Ährchen sehr häufig anstelle des Samens die in jähriger Ware tote, orangefarbene Made der Mücke Oligotrophus Aiopecuri. Die zuverlässigste Handhabe zur Provenienzbestimmung bietet uns aber zweifellos die Betrachtung der dem Saatgut beigemengten resp. fehlenden Begleitsamen. Nur in Ausnahmefälle erfolgt die Analyse auf Grund negativer Indizien, so beim neuseeländischen Knaulgras. Die Flora dieser Insel besitzt nur wenige Pflanzen, die sich den Lebensbedingungen, wie sie die Kultur bietet, anpassen. Die lästigen Unkräuter sind sämtlich Europäer. Doch treten sie in dem von Natur aus sehr reinen, neusee- ländischen Saatgut nicht allzuhäufig auf, so Holciis lanatus, Bromus moUis und Hypochaeris radicata u. a. Meist sind es positive Indizien, nach denen entschieden wird. . Ein für allemal festzuhalten ist, daß die Provenienzen, sobald ver- schiedene Kontinente in Frage kommen, im allgemeinen sicher zu ermitteln sind, eben durch das Studium der in den Proben enthaltenen Provenienz- unkräuter und ihrer Begleitsamen. Sehr viel schwieriger aber wird eine solche Entscheidung innerhalb eines Erdteils selbst, und die größte Vor- sicht im Urteil ist geboten, wenn es sich um Festlegung engerer Herkunfls- gebiete innerhalb etwa des europäischen Festlandes handelt. Die Schwierigkeiten liegen in Verschiedenem begründet: 1. stellen die paar hundert Gramm des Saatmusters, das zur Untersuchung gelangt, meist nur einen verschwindend geringen Teil des Samenpostens dar, auf den es sich bezieht, und kann das Probemuster daher nur bei peinlich genauer, vorschriftsmäßiger Probenahme ein Durchschniltsbild der Ware geben. 2. sind die Muster (mitunter nicht ohne die Absicht, die Herkunft zu verschleiern) oft sehr scharf gereinigt und bieten bei der geringen Zahl wesentlicher Begleitsamen oft zu wenig Anhaltspunkte zu bestimmten Schlüssen, ganz abgesehen davon, daß die Versuchung nahe Hegt, durch Bei- mengung von für wertvolle Herkünfte charakteristischen Unkrautsamen zu einer an sich wertlosen Provenienz deren angeblichen Kulturwert zu er- höhen. 3. kommen Mischungen verschiedener Herkünfte auch innerhalb europäischer Produktionsgebiete, oft genug auch zu betrügerischen Zwecken vorgenommen, nur leider zu häufig vor und sind dann durch die Methoden unsrer Provenienzbestimmung meist nicht mit Bestimmtheit als solche zu 32 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. C'ultur. deklarieren, aus Gründen, die später dargelegt werden sollen. Allerdings tragen auch die oft sinnlosen Forderungen vieler Landwirte, die, nach äußerem Aussehen statt nach ermitteltem Gebrauchswert eine Saat be- urteilend, gutgefärbten Klee einer bestimmten Herkunft haben wollen, auch wenn solcher nicht zu liefern ist, ihr Teil bei und leisten dann solchen, in derlei Fällen allerdings um ihretwillen nötigen Mischereien usw. Vor- schub. 4, verwischen sich früher noch als scharf angesehene Grenzen be- züglich des Vorkommens von Provenienzunkräutern infolge der oft leichten Anpassungsfähigkeit derselben und der Vielseitigkeit der Handels- verbindungen, die ihre Verschleppung begünstigen, immer mehr. Am sichersten noch sind, wie gesagt, amerikanische von europäischen Herkünften zu unterscheiden, zweier durch den Ozean getrennter Pro- duktionsgebiete. Vom Standpunkt der Samenkontrolle ist es als eine sehr erfreuliche Tatsache zu begrüßen, daß in bei uns nachgebautem nord- amerikanischen Pvotkleesamen die nordamerikanischen Charakterunkräuter nicht dauernd gedeihen, zum mindesten, und das ist das wichtigste, auch im ersten Jahre kaum jemals reife Samen vor der Kleesamenernte produzieren. Demgemäß gehören die nordamerikanischen Charaktersamen zu denen, die mit nahezu vollkommener Sicherheit als Herkunftsmerkmal nordamerikanischev Originalsaaten gelten können. Nur in Ausnahme- fällen werden in ersten Absaaten nordamerikanischen Rotklees, die etwa in Un- garn gewonnen wurden, nordamerikanisclie Cliaraktersamen noch vorkommen. Diese Begleitsamen nordamerikanischen Rotklees sind es nun gewesen, die in der geschichtlichen Entwicklung dieses Zweiges der Samenkontrolle zuerst die Aufmerksamkeit der Forscher erregten. Nach einem von Stehler gelegentlich der 1. internationalen Konferenz für Samenprüfung, die 1906 in Hamburg stattfand, gehaltenen Vortrag war es Wittmack, der im Jahre 1873 zuerst die Samen von Ambrosia artemisifolia in ameri- kanischem Rotklee beobachtete. Nach Burchard soll schon vier Jahre vorher Nobbe darauf aufmerksam gemacht haben, daß in nordameri- kanischem Rotklee die Samen einiger für die dortige Flora typischer Feldunkräuter oft in erheblicher Zahl aufzutreten pflegen. Es waren außer Ambrosia artemisifolia die Samen von Panicum capillare, Verbena uriicaefolia und Plantago Rugelii. Sie gelten noch heute mit als die wichtigsten Charaktersamen nordamerikanischer Provenienzen. Seitdem ist die Kenntnis der Provenienzunkräuter vonseiten der Versuchsstationen iiiannigfacli gefördert worden, obwohl sie heute noch Lücken genug aufweist und immer neue Probleme auftauchen. Insbe- sondere die Züricher Station befaßt sich seit 1875 mit der Kultur und Bestimmung von Provenienzunkräutern. So können wir also heute — mit wechselnder Sicherheit des Ana- lysenergebnisses im einzelnen — folgende 7 Provenienzen von einander unterscheiden : IL Abteilung. Zoologisch-botanische Sektion. 33 1. Die nordamerikanische Provenienz (umfassend Verein, Staaten und Kanada). 2. Die südamerikanische Provenienz (Chile und Argentinien). 3. Die australische Provenienz (Neuseeland). 4. Die asiatische Provenienz (Syrien, Turkestan). 5. Innerhalb Europas die osteuropäische Provenienz (Österreich- Ungarn, Rußland), 6. Die westeuropäische Provenienz (Nord- und Mittelfrankreich, England und die Niederlande). 7. Die südeuropäische Provenienz (Südfrankreich, Italien und Spanien). Für nordamerikanischen Rotklee charaktei'istisch ist die besonders in manchen Jahren häufige Ambrosia artemisifolia. Sie tritt entvi^eder als weicher, ölhaltiger Same auf, oder als eiförmige, braunglänzende Frucht, oder endlich, umgeben von einem 5 — 12 zähnigen Hüllkelch. Sehr cha- rakteristisch ist ferner der schwarzbraune, oberflächlich rauhe, wie ver- bogen aussehende Same von Plantago Rugelii, der einen sehr häufigen Begleiter des nordamerikanischen Rotklees darstellt. Typisch ist weiterhin auch der rotbraune Same von Flantago aristata, der auf der Rückseite eine schwach taillenförmige Quereinscbnürung zeigt. Oft findet sich fernerhin der genarbte, schwärzliche Same von Euphorbia Preslii, der an der Spitze schwach dreikantig ist mit weißlichen Kantenlinien. Zu nennen wären außerdem die flachen, ockergelben Samen von Physalis lanceolata, dann Sida spinosa, Lepidium virginicum, Paspalum cilialifolium, Panicum capillare u. a. Von sonstigen häufigen Begleitsamen seien namhaft gemacht Amaranlus retroßexus, Phleum pratense als nackte Caryopse, Digi- taria ßliformis^ Polygonum Persicaria. Die in deutschen Produkten ge- meinen Unkräuter Sherardia arvensis, Polygonum lapathifolium^ Anagallis arvensis, Plantogo lanceolata^ Daucus carota, PruneUa vulgaris usw. scheinen dagegen in nordamerikanischen Rotkleesaaten zu fehlen bezw. seilen zu sein und können insofern als negative Indizien angesehen werden. Für die meist sehr reinen, nordamerikanischen Luzernesaaten sind besonders kennzeichnend Helianthus annuus und Panicum capillare, dann Jva xanthifolia, Grindelia squarrosa, Salvia lanceolala und seltener Panicum virgatum und Cenchrus tribuloides. Nordamerikanischer Wiesenschwingel enthält von charakteristischen Begleitsamen Plantago aristata, mitunter auch Plantago rhodosperma, ferner Panicum dichotomum und vereinzelt Geranium carolinense, Salvia lanceolata, Physalis lanceolata, Tradescantia virginica und Panicum clandesiinum. Nordamerikanisches Tymothee führt mit sich Plantago Rugelii, Lepi- dium virginicum, Panicum dichotomum und ist durch seine größere Reinheit von europäischer Ware ferner noch unterschieden. 1911. 3 34 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Fioringras aus Nordamerika wird begleitet von Panicnm dichotomum, Vulpia tenella, Lepidium virginicum und vor allem von Plantago Rugelii. Für das nordaraerikanische Wiesenrispengras typisch sind vor allem Carex cephalophora, dann Lepidium virginicum, Plantago Rugelii und aristata, hie und da Glyceria nervata. Besonders häufig in nordamerikanischem Bastardklee ist Melandryum nocliflorum^ ferner Phleum pratense, Erysimum cheiranthoides, Nepeta cataria, Anthemis cotula. Die letzten beiden Pflanzen stellen charakteristische Begleitsamen auch des nordamerikanischen Weißklees dar. Mit der südamerikanischen Provenienz können wir uns bei weitem kürzer fassen: 1. enthält nur die argentinische Luzerne einen wirklich autochthonen Charaktersamen, alle übrigen wie die für chilenischen Rot- klee charakteristischen Medicago denticulaia, parvißora und maculata, Ammi visnaga sind mediterrane Unkräuter, die nach dort verschleppt wurden; 2. spielt der wenig ertragreiche Same keine Rolle. Nichtsdestoweniger ist aber, das sei anhangsweise hier erwähnt, gerade dadurch die süd- amerikanische Grobseide, Cuscuta racemosa, gegen die Mitte des vorigen Jahrhunderts nach Europa verschleppt worden und bildet in den süd- licheren Anbaugebieten von Rotklee und Luzerne eine große Kalamität, desgl. für unseren Landbau wie für den Samenhandel. Europäische Eindringlinge charakterisieren auch die oft schwer zu bestimmende australische Provenienz der in Betracht kommenden Gras- saaten. Im neuseeländischen Knaulgras trifft man häufig die langgestreckten, rotbraunen, widerhakigen Samen von Hypochaeris radicata, ferner Crepis virens, seltener Danihonia semiannularis] charakteristischer ist noch die stereotype Beimengung von Holcus lanatus und Bromus mollis. Neusee- ländischer Rohrschwingel enthält außer sehr starkem Mutterkornbesatz besonders starken Besatz von Knaulgras und wolligem Honiggras. In neuseeländischem Rotschwingel, der, im Gegensatz zum mitteldeutschen nie Schafschwingel enthält, fand Stehler einmal (desgl. einmal im Knaul- gras gleicher Abstammung) Agrostis avenoides. Auch die asiatischen Provenienzunkräuter sind, soweit sie sich auf syrische Wicken beziehen, der Hauptsache nach mediterran und insofern für die in Betracht kommenden Saaten charakteristisch, als sie gerade in Südeuropa in Saaten vielfach noch nicht beobachtet wurden. Die Tur- kestaner Luzerne dagegen führt an Kontinentalklima angepaßte Unkräuter mit sich. Bisher galt der weiße Same von Centaurea Picris als besonders typisch für sie, desgl. der braune, bezw. schwärzliche Same von Salvia sclarea und silvestris. Seit aber Issatschenko 1909 nochmals darauf auf- merksam gemacht hatte, daß alle drei auch in Südrußland, Salvia silvestris selbst in Mittelrußland weit verbreitet sind, kann man durch Nachweis dieser Samen allein die Turkestaner von der russischen Luzerne im engeren Sinne nicht mehr scheiden. Von Stehler werden als typisch für Tur- II. Abteilung. Zoologisch-botanische Sektion. 35 kestaner Luzerne nur noch Euphorbia segetalis und Centaurea calcitrapa angegeben. Verwischen sich schon hier im fernen Osten Europas die Grenzen zwischen zwei Kontinenten, so wird der Sachverhalt ungleich schwieriger bei der Verbreitung der Provenienzunkräuter, die die namhaft gemachten Produktionsgebiete Europas charakterisieren. Die Grenzen zwischen ost-, west- und südeuropäischer Herkunft sind im Einzelfall oft sehr schwer zu ziehen. Nur die Betrachtung des Gesamtbildes, welches der Unkrautsamen- gehalt der Probe bietet, niemals das Vorkommen einzelner Charaktersamen allein kann hier eine Entscheidung ermöglichen. Wenn man nach Nymans Conspectus die Verbreitung der hauptsäch- lichsten Charaktersamen der ost-, west- und südeuropäischen Provenienzen für Rotklee kartographisch sich vergegenwärtigt, so sieht man deutlich, daß die Verbreitungsgebiete auf der Balkanhalbinsel und in angrenzenden Terri- torien ineinanderlaufen, so daß eine Saat aus dortigem Gebiet und eine Mischung östlicher und westlich-südlicher Ware kaum auf dem Wege der Samenanalyse zu trennen sind. Vielmehr drängen in dieser Beziehung die Verhältnisse dazu, auf andre Weise, etwa durch gesetzlich geforderten Deklarationszwang, durch künstliche Färbung exportierten resp. importierten Samens usw. Klarheit zu schaffen und der wissenschaftlichen Methode den nötigen sicheren Boden zu liefern, auf dem sie nach den ihr eigenen Un- zulänglichkeiten dann besser Entscheidungen treffen kann. Aber auch was die wissenschaftlich -methodologische Seite anbelangt, so ist noch viel zu tun übrig, um diese Methode zu bessern und auszu- bauen. Wenn auch Nymans Angaben z. B. betreffs des Vorkommens von Silene dicholoma in Frankreich in neuester Zeit erst wieder Bestätigung gefunden haben, so ist es doch nötig, die Details des Ny man sehen Werkes mit Hilfe neuerer Florenwerke eingehend zu prüfen und zu vergleichen. Das Beispiel der Centaurea Picris und die fernere Angabe Burchards*), der Torilis nodosa als östlichen (!!) Charaktersamen aufführt, lassen eine gründliche Feststellung unsrer heutigen floristischen Kenntnisse nur noch notwendiger erscheinen. Als eines der typischsten Charakterunkräuter osteuropäischer Pro- venienz galten von jeher die zierlichen Samen der Silene dicholoma. Sie sind ganz besonders für russische Kleesaaten charakteristisch und kommen in großen Mengen in den aus südlichen bezw. mittleren Gouvernements des russischen Reiches stammenden Saaten vor. In ungarischem Rotklee findet sich Silene dicholoma nach v. Degen niemals in besonders auf- fallenden Mengen. Ähnliches gilt von Galizien. In Schlesien reift sie ihre Samen nachweislich nur in sehr heißen, trockenen Sommern, kommt also in schlesischem wie auch in österreichischem Rotklee nur in uner- *=) Burchard, Die Unkrautsamen, Berlin 1900 p. 11. 3* 36 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. lieblicher Menge und nicht alle Jahre vor. Desgleichen ist ihr Auftreten in manchen Jahrgängen hie und da in aus sonstigen Gegenden Deutsch- lands stammendem Klee auch nur sporadisch. Umso wichtiger ist eine neuere Mitteilung Schribaux's von der Samenkon trollstation Paris, nach der sich das Unkraut in verschiedenen Departements Südfrankreichs einge- bürgert hat. Ausnahmsweise und in kleinen Mengen findet sich also Silene dichotoma selbst in französischem Rotklee vor. Wenn die Angaben Nymans richtig sind, so können die von Stehler als Charaktersamen ungarischen und russischen Rotklees angesehenen, netzartig gezeichneten Samenkörner von Glaucium corniculatum für diese Herkünfte keine allzu große Bedeutung haben. In östlichen Kleesaaten — hier ist in höherem Maße noch als sonst nur das Gesamtbild ausschlaggebend — besonders zahlreich sind Delphinium consolida, Nigella arvensis, Berteroa incana, Hibis- cus Trionum, Echinospermum Lappula, Hyoscyamus niger, Coronilla varia, Polygonum lapathifolium, Anthemis austriaca, Carduus acanthoides usw. Helminthia echioides und Torilis nodosa sind beide ebenso charakteristische Provenienzunkräuter für Südeuropa, wobei selbst das südlichste Osteuropa inbegriffen ist, als für Westeuropa, da beider Verbreitungsgebiete sich hoch an der atlantischen Küste bis in die Nähe von Großbritannien hinauf- zieht. In ausgesprochener Weise südeuropäisch ist Arihrolohium scorpi- oides, leider kann auch dieses wiederum auch in Saaten südöstlichster Provenienz vorkommen. Im Südosten Europas begegnen sich eben östliche und westlich- südliche Florengebiete. Das Gesamtbild gibt dann den Aus- schlag. Für westeuropäische Kleearten und Gräser ist typisch Alopecurus agrestis, Silene conica und gallica, Geranium malle, pusülum, dissectum, Malva crispa, moschata, Linaria elatine, Valerianella Morisonii, dann typisch Petroselinum segetunß, Ajuga chamaepytis u. a. — Für südeuropäische Rot- klee- und Luzernesaaten kommen dann noch Picris strida, Ammi majus, Reseda Phyteuma u. a. in Betracht. In italienischer Luzerne sind durch häufige Anwesenheit ausgezeichnet Salvia verbenaca und Sorghum halepense^ die in Südfrankreich wiederum mehr die Rotkleesaaten charakterisieren. 5. Sitzung vom 2 3. November 1911. Herr F. Pax hielt einen Vortrag über die Flora des Burzenländer Gebirges. 6. Sitzung am 7. Dezember 1911. Herr R. Dittrich legte vor die 2. Fortsetzung des Nachtrages zum Verzeichnisse der Schlesischen Gallen. [Aus Oberschlesien haben dankenswerte Beiträge geliefert die Herren Lehrer Werner in Alt-Gleiwitz (W.), Lehrer Schubert in Borislawitz Post Gnadenfeld (Sb.), Lehrer Höflich in Sorowski (Lublinitz). (Ho.)]. II. Abteilung. Zoologisch-botanische Sektion. 37 Leguminosae. Lupinus luteus L. **681. Hem, ? Blätter gefaltet, gerollt. Grünberg: Schertendorfer Straße; Bobernig (Hg). Genista germanica L. *682. Dipt. (C. H. 3344, (Hie. ,'439)). Urh.: Perrisia genisticola F. Low. Grünberg: Barndtsche Mühle (Hg). *683. Dipt. (C. H. 3345). Knospenförmige, verdickte Gallen in den Blattachseln, grünlich behaart, 6 — 7 mm lang, 4 mm dick, mit einer großen geschlossenen Höhle, in der eine Larve wohnt. Urh.: Asphondylia genistae H. Low. Kosel: Klein-Grauden (Seh); Strehlen: Töppendorfer Berg (Seh); Wartha (D); Groß-Glogau (Hg). Genista tinctoria L. 684. Dipt. (C. H, 3369; Hie. 439). \]rh.: Perrisia genisticola F . Low . Juliusburg: Lickerwitz (Schj; Wartha (D); Liegnitz: Spittelndorf (Gerb); Grünberg: Wittgenau, Weißer Berg (Hg). 685. Dipt. (C. H. 3372; Hie. 440). Urh.: Contarinia melanocera K[eÜ\ Falkenberg: Schedlau (Seh); Strehlen: Töppendorfer Berg (Seh); Franken- stein: Baumgartner Berg (Seh); Grünberg: Wittgenauer Berge (Hg); Neu- salz: Glogeiche (Hg). Cytisus Laburnum L. **686. Hem. Zurückkrümmung, Kräuselung und Verklumpung der Blätter an den Triebspitzen. Blattläuse blau, bereift. Urh.: Aphis spec. (Ob mit C. H. 3457 identisch, erscheint fraglich.) Neusalz a, 0. (S). **687. Hem. ? Verbeulte, nach unten gerollte oder längsgefaltete Blattei'. Erzeuger nicht wahrzunehmen. Schmiedeberg (S); Grünberg: Augusthöhe (S). Ononis spinosa L. **68&. ? Verdickung der Blattspreite zwischen Mittelrippe und Rand. Grünberg: Pirniger Fähre (Hg). Medicago sativa L. **689. Phyt. (Hie. (146)). Urh.: Eriophyes pUcator Nal. Grünberg: Marschfeld (Hg). *690. Dipt, (C. H. 3514). Blüten geschwollen, geschlossen bleibend, etwa erbsengroß. Urh,: Contarinia medicaginis Kieff. Breslau: Morgenau, Botan. Garten (D); Steinau: Oderstraße (S); Grünberg: Naumburger Straße (S). 691. DipL (C. H. 3515; Hie. 465). Urh.: Perrisia ignorala Wachtl. Breslau: Botan. Garten (D). *692. Dipt, (C. H, 3518). Fiederblättchen längsgefaltet, wenig ent- färbt. Urh.: Perrisia spec. Breslau: Morgenau, Botan. Garten (D); Grünberg: Am Hirschberge (S). 38 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. **693. ? Piandrollung der Fiederblättchen nach oben unter gleich- zeitiger Kräuselung und Krümmung derselben. Erzeuger nicht zu sehen. Grünberg: Naumburger Straße (S). **694. Phyt. ? Unregelmäßig nach oben eingerollte und eingezogene Blattränder. Grünberg: Klopsche's Ziegelei (S); Steinau: Oderstraße (S). Medicago falcata L. *695. Phyt. (C. H. 3527; (Hie. 146)). Urh.: Eriophyes plicator Nal. Grünberg: Alte Maugscht (Hg). 696. Dipt. (C. H. 3525; Hie. 463). Urh.: Perrisia ignorata Wachtl. Grünberg: Polnisch-Nettkow (Hg). *697. Dipt. (C. H. 3523). Wie Nr. 690. Urh.: Contarinia medicaginis Kieff. Grünberg: Naumburger Straße (S); Steinau: Oderstraße (S)» *698. Dipt. (C. H. 3521). Hülsen verkürzt, angeschwollen, nur an der Spitze etwas gekrümmt. Urh.: Asphondylia Mihi Wachtl. Trebnitz: Am Weinberge (Seh). Medicago falcaia X sativa Rchb. (= M. media Pers. = M. varia Martyn.) * 699. Dipt. (C. H. 3530). Wie Nr. 690. Urh.: Contarinia medicaginis Kieff. Steinau: Oderstraße (S). Medicago lupulina L. *700. Phyt. (C. H. 3508). Blättchen nach oben gefaltet, gleichzeitig gedreht und entfärbt. Zahlreiche Milben vorhanden. Bei starkem Befall erhält die ganze Pflanze ein eigentümlich verschrumpeltes und gelb- geflecktes Aussehen. Urh.: Eriophyes plicator Nal. Grünberg: Bergschloß- brauerei, Lattwiese (S). *701. Dipt. (C. H. 3509). Fiederblättchen längsgefaltet, bleichgelb z. T. rötlich angelaufen. Urh.: Perrisia spec. Breslau: Schottwitz (D) Grünberg: Holzmanns Ziegelei (Hg), am Hirschberge (S). Melilotus alba Lam. 702. Phyt. (C. H. 3537; Hie. 147). Urh.: Eriophyes spec. Grün- berg: Holzmanns Ziegelei (S); Steinau: Anger am Schützenhaus (S). Trifolium aureum Poll. *703. Phyt (C. H. 3572-, (Hie. 269)). Blüten vergrünt, Blätter kraus. Urh.: Eriophyes plicator Nal. var. trifolii Nal. ? Grünberg: Wittgenau, Kontopp (Hg). **704. Col. (Hie. (802)). Urh.: Sibinia polylineata Germ. (= Tychius polyl.) Grünberg: Kontopp (Hg); Neusalz: Aufzug (Hg). **705. Dipt. (Hie. (579)). Blätter nach oben zusammengelegt, auf- getrieben, fleischig verdickt. Urh.: Cecidomyide. Grünberg: Cucawe (Hg). Trifolium agrarium L. **706. Col. (Hie. (802)). Urh.: Sibinia polylineata Germ. Grünberg: Weite Mühle, alte Schloiner Straße (Hg). Trifolium hybridum L. II. Abteilung. Zoologisch-botanische Sektion. 39 *707. Phyt. (C. H. 3558). Wie Nr. 703. Urh.: Eriophyes plicator Nal. var. trifolii Nal. ? Grünberg: Piastenhöhe (S). **708. Dipl. Fiederblättchen nach oben gefaltet, Grund der Seiten- nerven verdickt, dunkelbraunrot gefärbt. Urh.: Perrisia trifolii F. Low. ? Grünberg: am Steinberge (S). Trifolium repens L. *709. Phyt. (C. H. 3560). Wie Nr. 703. Urh.: Eriophyes plicator Nal. var trifolii Nal. ? Grünberg (Hg, S). 710. Dipt. (C. H. 3564; Hie. 581). Urh.: Perrisia trifolii F. Low. Grünberg: Rohrbusch, Schw^entener See (Hg); Neusalz: Carolath (Hg). Trifolium arvense L. 711. Phyt. (C. H. 3572, Hie. 269). Urh.: Eriojyhyes plicator Na.1 vsii\ trifolii Nal. Grünberg: verbreitet (Hg, S). 712. Col. (C. H. 357 3; Hie. 802). Urh.: Sibinia polylineata Germ. Grünberg; verbreitet (Hg, S). Trifolium pratense L. *713. Phyt. (C. H. 3583). Vergrünung und Durchwachsung der Blüten. Urh.: Eriophyes plicator Nal. var. trifolii Nal. ? (Jägerndorf: Komeise (W.)) Rothenburg a. 0.: Straße nach Blumberg (S). 714. Dipt. (C. H. 3589; Hie. 580). Urh.: Perrisia trifolii F. Low. Grünberg: am Hirschberge (S), Halbemeilmühle, Wittgenau (Hg), Polnisch- Kessel (S). Trifolium montanum L. *715! Dipt. (C. H. 3568; Hie. (579)). Urh.: Cecidomyide. Grünberg: Lawaldauer Chaussee (Hg). Trifolium medium L. **716. Dipt. ? Mittelrippe am Grunde eines Blättchens verdickt, Urh. ?. Grünberg: Bergwerksziegelei (Hg). Trifolium alpestre L. **717. Dipt. (Hie (579)). Urh.: Cecidomyide. Grünberg: Zwischen Kontopp und Piernig (Hg). Trifolium minus Reih. (= T. filiforme Koch). *718. Phyt. (C. H. 3545; Hie. (269)). Urh.: Eriophyes plicator Nal. var. trifolii Nal. ? Grünberg: Schwenten (Hg). **719. Dipt. Blätter entlang der Mittelrippe nach oben gefaltet, ver- dickt. Urh.: Cecidomyide. Rothenburg a. 0.: Weg nach Blumberg (S). *720. Col. (C. H. 3546 ?). Spindelförmige, starke Verdickungen am untern Teile des Stengels. Urh.: Äpion pubescens Kirby. ? Grünberg: Marschfeld, Kontopp (Hg); Rothenburg a. 0.: Weg nach Blumberg (S); Sagan: Groß-Pveichenau (Hg). Lotus corniculatus L. 721. Phyt. (C. H. 3620; Hie. 142). Urh.: Eriophyes euaspis Nal. ? Wölfeisgrund; Flinsberg (D); Neusalz: Carolath (Hg). 40 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. 722. Dipl. (C. H. 3614; Hie. 461). Urh.: Gontarinia loti de Geer. Grünberg: Beuchelts Fabrik (Hg); Rothenburg: Weg nach Blumberg (S). *723. Dipl. (C. H. 3613). Buckelige und verkrümmte Hülsen. Urh.: Asphondylia melanopus Kieff, Grünberg: Tolles Feld (S). **724, Col. Schwache Verbeulungen und Verkrümmungen der Hülsen. Urh.: CurcuUonide. Mit voriger Nr. in Gesellschaft. Grünberg: Tolles Feld (S). Lotus uliginosus Schkuhr. *725. Phyt. (C. H. 3829; Hie. (142)). ürh.: EriopMjes euaspis Nal. ? Grünberg: Holzmanns Ziegelei (Hg). **726. Dipt. (C. H. 3625; Hie. (461)). ürh.: Contarinia loti de Geer. Grünberg: Halbemeilemühle (Hg), Bergschloßbrauerei (S). 727. Dipt. (0. H. 3626; Hie. 462). Urh.: Perrisia loticola Rübs. Grünberg: Holzmanns Ziegelei, Barndtsche Mühle (Hg). Rohinia pseudoacacia L. *728. Phyt. (C. H. 3636). Randrollung und Krümmung der Fieder- blättchen nach oben. Urh.: Phyllocoptes robiniae Nal. Grünberg: Tolles Feld, Bahndamm an der Lausitzer Straße u. a. 0. (S). **729. Hem. Blätter an jungen Trieben abwärts gerollt und geknäuelt. Urh.: Aphis spec. Läuse zahlreich, schwarz. Grünberg: Säure u. a. 0. (S). Astragalus glycyphyllos L. *730. Dipt. (C. H. 3642; Hie. 384). Anschwellungen des Stengels bis Kirschkerngröße. Urh.: Cecidomyide, Gogolin (B.); Waidenburg: Wüste- Waltersdorf (Schröder); Grünberg: Heidemühle (Hg). **731. Dipt. Einseitige, mehrkammerige, wulstige, starke Anschwellungen des Stengels, besonders am Grunde der Zweige und Blätter, bis 2 cm lang. Oberfläche borkig und rissig. Meist zahlreich vorhanden. Grünberg: Berliner Heerstraße bei der Brikettfabrik, Kruse's Ziegelei, Läsgen (S). Ornithopus saiivus L. **732. Hem. Rollung und Knäuelung der Fiederblättchen. Urh.: ApJiis spec. Grünberg: Zwischen Aumühle und Wasserfall, Marschfeld (S). CoroniUa rorm L. ^^733. Phyt. (C. H. 3677). Fiederblättchen gekrümmt, gerollt und spiralig gedreht. Urh.: Phyllocoptes coronillae Can. et Mass. Grünberg: Tolles Feld, Schillerhöhe (S), Rohrbusch (Hg). *734. Dipt. (0. H. 3676). Hülse in einzelnen Teilen, besonders an der Spitze, stark angeschw^ollen, z. T. auch gekrümmt. Urh.: Asphondylia spec. Grünberg: Tolles Feld (S), Berliner Heerstraße (Hg). Vicia Faba L. "■^735. Hem. Rollung der Fiederblättchen nach oben ; Verkümmerung und vorzeitiges Vertrocknen der Blüten. Urh.: Aphis spec. Läuse zahl- reich, trübgrün bis schwarz. (Ob mit C. H. 3718 identisch?) Grünberg: Krautstraße, Schertendorfer Straße (S). II. Abteilung. Zoologisch-botanische Sektion. 41 Vicia tetrasperma Mönch. 736. Dipt. (C. H. 3749; Hie 601). Urh.: Perrisia viciae Kieff. Grün- berg: Lindebusch (Hg), Lawaldauer Straße (S), Sauermanns Mühle (Hg); Neusalz: Carolath (Hg). *737. Phyt. (C. H. 3747; Hie. (283)). Blattrand gefaltet, Blüten vergrünt. Urh.: Eriophyes plicator Nal. var. trifolii Nal. ? Breslau: Oder- ufer (G. Hier.). Vicia cracca L. (*)*738. Phyt. ? (C. H. 3724? Hie. (283?)). Verbogene und gedrehte Fiederblättchen. Urh.: Phyllocoptes retiolatus Nal. ? Ähnelt sehr der Phyllocoptes-Galle an Coronilla varia. Schmiedeberg: Weg nach Hohen- wiese (S). 739. Dipt. (C. H. 3728; Hie. 597). Urh.: Perrisia viciae Kieft". Grünberg: Promenade, Barndtsche Mühle (Hg), Rohrbusch (S); Neusalz: Carolath (Hg). 740. Dipt. (C. H. 3721; Hie. 598). Urh.: Contarinia craccae Kieff. Breslau: Alte Oder (Grosser); Grünberg: zw. Erlbusch und Naumburger Straße (S); Neusalz: Carolath; Freystadt (Hg). *741. Col. (C. H. 3722). Verdickungen am obern Stengelleil. Urh.: Apion Gyllenhali Kirby. Grünberg: Lindebusch (Hg). Vicia tenuifolia Roth. **742. Dipt. (Hie. (595)). Urh.: Perrisia viciae Kieff. Grünberg: Klopsch'es Ziegelei, Oderwald (Hg). Vicia dumetorum L. 743. Dipt. (Hie. (595)). Urh.: Perrisia viciae Kieff. Grünberg: Läsgen (Hg). Vicia sepium L. *744. Dipt. (C. H. 3696; Hie. (600)). Urh.: Perrisia viciae Kieff. Grünberg: Cucave bei Dammerau, Pulverhaus (Hg). Vicia sativa L. *745. Dipt. (C. H. 3708; Hie. (595)). Urh.: Perrisia viciae Kieff. Grünberg: Droschkau (Hg\ Vicia angustifolia Roth. 746. Dipt. (C. H. 3711 ; Hie. 595). Urh.: Perrisia viciae Kieff. Liegnitz: Leschwitz bei Parchwitz (S) ; Grünberg : Lawaldauer Str. (S), Kontopp (Hg.) Vicia segetalis Thuill. **747. Dipt. (Hie. (596)). Urh.: Contarinia loti de Geer. Grünberg: Holzmanns Ziegelei (Hg). 748. Dipt. (C. H.' 3714; Hie. 599). Urh.: Perrisia mciae Kieff. Grün- berg: Pulverhaus, Halbemeilmühle (Hg). Lathyrus pratensis L. **749. Hem. Blätterschöpfe an der Stengelspitze. Nebenblätter breit- eirund bis kreisförmig umgebildet, schüsselartig ausgehölilt. Urh.: zahl- 42 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. reiche blaue Läuse. Grünberg: Hutungsweg zw. Lansitz u. Lansitzer See, Kramper Oderwald am Oderdamm, Luisental (S). **750. Hem. Blätterschöpfe ohne Umbildung der Blätter, verkümmerte Blüten, verkrümmte, gedrehte und unregelmäßig entwickelte Hülsen. Urh. : dunkelgrüne, langbeinige Läuse. Grünberg: Löbtenz (S). *751. Dipt. (C. H. 3 771). Nebenblätter der obersten Blattpaare an nicht blühenden Stengeln und Zweigen verdickt und halbkuglig gewölbt, gelblich, Larven weiß. Urh.: Ferrisia lathyricola Rübs. Grünberg: Oder- v/ald bei Krampe (S). 752. Dipt. (C. H. 3776; Hie, 459). Urh.: Ferrisia spec. Grünberg: Rohrbusch, Polnisch Kessel (S), Wittgenau (Hg); Neusalz: Carolath (Hg). 753. Dipt. (C. H. 3769-, Hie. 460). Urh.: Cecidomyide. Grünberg: am Hirschberge (Hg). Phaseolus vulgaris L. *754. Hem. Beulige, weitgerollte und entfärbte Blätter. Urh.: Aphiden. (Ob mit C. H. 3795 identisch?) Grünberg: Lindeberg (S); Kattowitz: Gartenstraße (S). G e r a n i a c e a e. Geranium palusire L. 755. Phyt. (C. H, 380G-, Hie. 124). Urh.: Eriophyide. Gleiwitz (W), Laband (W); Grünberg: GrünAvald (Hg). Geranium sanguineum L. *756. Phyt. (C. H. 3801 u. 02; Hie. (126)). Urh.: Eriophyes geranii Can.'?, Eriophyes dolichosoma Can. Grünberg: Cucave, Schloßberg bei Bobernig (Hg). Geranium pratense L. **757. Hem.? Blätter kraus, ohne Erineum. Urh,: Aphiden? Frey- stadt (Hg). Geranium pusillum L. (*)*758. Hem. (Vielleicht C. H. 3809?) Verkrauste, zurückgerollte, verbeulte Blätter, verkümmerte Blütenstände. Urh.: zahlreiche grüne und rötliche Läuse, besonders auf der Blattunterseite. Grünberg: Polnisch- Kesseler Straße (S). " Erodium cicutarium L'Herit. (■=7*759. Phyt.? (C. H. 3825?). Dichte Knäuel aus Blättern und deformierten Blüten bestehend. Urh.: Eriophyes Schlechtendali Nah? Grün- berg: Grünbergshöhe (S); Jauer: Ober-Poischwitz (S). *^760. ? Kleine Blattknötchen in den Fiederchen. Grünberg: Barndtsche Mühle (Hg). Oxalidaceae. Oxalis strida L. **761. Phyt. Blüten vergrünt; Fruchtknoten z. T. verlängert. Urh.; Eriophyes oxaüdis Trotter? Neustadt: Kröschendorf (W). IL Abteilung. Zoologisch-botanische Sektion. 43 *762. Phyt. (C. H. 3833 ; Hie. (155)). Urh. Eriophyes oxalidisTroüer. Grünberg: Bergwerk, Schloßberg bei Bobernig (Hg). **763. Hern. Wuchs dicht gestaucht; Stengel niedrig, verbogen, Blätter wenig entfaltet, verbogen, oft kahnförmig ausgehöhlt. Urh.: Aphiden, von denen im August nur noch die Häute gefunden wurden. Grünberg: Kronen-Apotheke, Weg von der ,, Traube" nach dem Wein- schloß, Marschfeld (S). Polygalaceae. Folygala vulgaris L. *764. Phyt. (C. H. 3861; Hie. (167)). Urh.: Eriophyes brevirostris Nal. Grünberg: Barndtsche Mühle, Holzraanns Ziegelei, Kruse's Ziegelei (Hg). **765. ? Blasige Knötchen in der Epidermis des Stengels an dessen Grunde. Grünberg: Boothe's See'chen (Hg). Euphorbiaceae. Euphorbia palustris L. **766. Phyt. (Hie. (91)). Urh.: Eriophyes euphorbiae Nal. Grün- berg: Oderwald (Hg). *767. Dipt. (C. H. 3868). Galle meist an den Seitensprossen; aus 4 — 5 etwas angeschwollenen, meist rötlich gefärbten Blättern bestehend, zwischen denen zahlreiche rötliche Larven leben. Galle meist spindel- förmig, bis 30 mm lang und 7 mm dick. Nach dem Auskommen der Larven vertrocknend. Urh. : Perrisia spec. Breslau : Schottwitz und Bruch ober- halb Schafgotsch-Garten (D); Grünberg: Oderwald bei Krampe (S). **768. Dipt. (Hie. (419)). Urh.: Perrisia subpatula Bremi oder capitigena Bremi. Grünberg: Oderwald, Dammerau (Hg); Neusalz: Carolath (Hg). **769. Dipt. Fruchtstiele verdickt. Larven orangerot. Urh.: Perrisia capsulae Kieff. Grünberg: Oderwald bei Krampe (S). Euphorbia ludda W. K. *^^-770. Dipt. (C. H. (3868?)). (Wie Nr. 767.) Urh.: Pemsia spec. Grünberg: Schloßberg bei Bobernig (Hg). **771. Dipt. Umbildung der Fruchtkapseln in hornförmige Gallen Urh.: Perrisia capsulae Kieft Grünberg: Woitscheke, Oderwald bei Krampe (S). Euphorbia Esula L. 772. Dipt. (C. H. 3889; Hie. 421). Urh.: Perrisia subpatula Bremi. Grünberg: Hohnberg (Hg). Euphorbia cyparissias L. 773. Dipt. (C. H. 3883; Hie. 419). Urh. Perrisia capitigena Bremi. (Jägerndorf, Öst.-Schl. (B)), Krappitz, Gogolin (B); Neumarkt: Nippern (D); Beuthen a. 0. (S); Liegnitz u. Parchwitz (S); Freystadt (Hg); Grünberg: sehr häufig (Hg u. S). 44 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. 774. Dipl. (C. H. 3882, Hie. 419). Urh. : Perrisia suhpatula Bremi. Grünberg: Grünbergshöhe, Neue Maugscht (S), Bahnhof, Deutsch-Kessel (Hg). 775. Dipt. (C. H. 3880, Hie. 420). Schopfgalle. Urh.: Perrisia capsulae Kieff. Wohlau (S); Grünberg: Rohrbusch, Kramper Oderwald (S), Läsgen (Hg). 776. Dipt. (C. H. 3879; Hie. 420). Fruchtgalle. Urh.: Perrisia capsulae Kieft Wohlau: Reudchen (S); Grünberg: Neue Maugscht, Kramper Oderwald (S). Buxaceae. Buxus sempervirens L. 777. Dipt. (C. H. 3911, Hie. 394). Urh.: Monarihropalpus öwxi Laboulb. Freystadt: Hohenborau (Hg). *778. Hem. (C. H. 3908). Verbeulte, muldenartig einwärts ge- krümmte, entfärbte Blätter, die an den Triebspitzen zu lockeren Schöpfen zusammentreten. Urh.: Psylla buxi L. Breslau (D), Steinau; Dyhern- farth (S); Grünberg: Augusthöhe, evang. Kirche u. a. 0. (S). Gel as tr ac eae. Evonymus nana Marsch. *779. Hem. (C. H. 3954). Blätter der jungen Triebe zurückgekrümmt. Urh.: Aphis evonymi Fabr. Breslau: Botan. Garten (Fax). Evonymus verrucosa Scop. *780. Pbyt. (C. H. 3956). Erineum; Anhäufung von weißlichen, später bräunlichen Haaren auf der Blattunterseite. Urh.: Eriophyes psilo- notus Nal. Breslau: Schlottauer Wald (Seh). Evonymus europaea L. 781. Phyt. (C. H. 3960; Hie. 93.). Urh.: Eriophyes convolvens l>la\. Groß-Wartenberg (D); Zobten (D); Nimptsch: Pangelberg (D); Hirschberg: Giersdorf (D) ; Grünberg: Kramper Oderwald, Läsgen (S); Neusalz: Carolath (Hg). *782. Phyt. (C. H. 3962). Erineum wie Nr. 780. Urh.: Eriophyes psilonolus Nal. Grünberg: Hohnberg (Hg). 783. Hem. (C. H. 3959; Hie. 315). Urh.: Aphis evonymi Fabr. Grünberg: Maugscht (Hg), Rohrbusch, Säure u. a. 0. (S). Aceraceae. Acer Pseudoplatanus L. ^*784. Dipt. Verkümmerte, weit geöffnete Knospen; im Innern eine mulmige, zapfenförmige Masse; eine Knospe mit roten Dipterenlarven. Breslau: Baumschule in Seheitnig, an var. atro-purpurea hört. (D). *785. Phyt. (C. H. 3979; Hie. (16)). Urh. Eriophyes macrochelus Nal. Neusalz (Hg). 786. Phyt. (C. H. 3976; Hie. 21). Vvh. : Eriophyes spec. Nimptsch (D); Wölfeisgrund (D); Pieichenbach u. Eule (Schölzel); Jannowitz (D), Schmiede- berg (S); Grünberg (Hg, S); Reichenbach 0. L. (S). 11. Abteilung. Zoologisch-botanische Sektion. 4,5 787. Phyt. (C. H. 3978; Hie. 22). Urh.; Eriophyes macrorrhynchus Nal. Alt-Gleiwitz : Dombrowa (W); Nimptsch, Reichenstein (D); Janno- witz a. R. (D); Jauer (S); Grünberg: Augusthöhe (S). *788. Dipt. (C. H. 3989). Kreisförmige, flache Gallen im ßlatt- parenchym. Auf der Oberseite kaum erhaben, etwas mehr unterseits. Weißliche, von einem braunen Ringe eingefaßte Öffnung klein, auf der Unterseite. Breslau: Scheitnig, an var. atro-purpurea hört. (D); Schmiedeberg: Genesungsheim (S) , Brückenberg i. R. (S); Reichenbach u. Eule: Eingang zum Steingrunde bei Langenbielau (Schölzel), 789. Dipt. (C. H. 3982; Hie. 371). Urh.: Contarinia acerplicans Kieff. Strehlen: Steinkirche (Üietl.). 790. Dipt. (C. H. 3984; Hie. 372). Uvh.: Perr isla acercrisp ans Kiefi. Reichenstein (D) ; Wartha, Wölfeisgrund (D); Charlottenbrunn (D); Janno- witz a. R., Hohenwiese, Flinsberg (D). *791. ? (C. H. 3981). Stumpfpyramidenförmige Erhebungen auf der Blattoberseite mit breiter Grundfläche u. rötlicher, etwas seitlicher Spitze. Im Innern eine nach unten offene Höhlung, Urh.: Insekt. Hirschberg: Ober-Buchwald (D). *792. ? (C. H. 3980?). Unregelmäßige, schlanke Erhebungen auf der Blattoberseite. Urh.: Insekt. Isergebirge: Flinsberg (D), *793. Dipt. ? (C. H. 3987?). 2 mm breite flache Grübchen (rot wie die übrige Blattfläche) auf der Blattunterseite, denen oberseits noch flachere grüne bis bräunliche Vorsprünge entsprechen. An var. atro- purpurea hört. Urh.: Dipt.? Breslau: Scheitnig (D). **794:. Hem. Ganz kleine flache Grübchen blattunterseits; in jedem eine kleine Blattlauslarve (grün, mit wachsartigen Ausstrahlungen). An var. atropurpurea bort. Breslau: Scheitnig (D). **795. Hem. Stark verkürzte, gedrungene Blütenstände mit ver- kümmerten Blüten. Urh.: zahlreiche schmutziggrüne, sehr stark absondei-nde Blattläuse. Grünberg: Aufstieg zur Augusthöhe (S). Acer platonoides L. 796. Phyt. (C. H. 3997; Hie. 19). Urh.: Eriophyes spec. Grün- berg, Augusthöhe (Hg). 797. Phyt. (C. H. -1021; Hie. 14). Urh.: Eriophyes macrochelus var. erinea Trotter. Grünberg: Kramper Oderwald (S), Cucave (Hg). Acer campestre L. 798. Phyt. (C. H. 4016; Hie. 15). Urh.: Eriophyes macrorrhynchus Nal. Cosel: Borislawitz (Sb.); Breslau: Weidenhof (D); Grünberg: Dammerau (Hg), Oderwald bei Krampe (S). 799. Phyt. (C. H. 4017; Hie. 16). Urh.: Eriophyes macrochelus Nal. Grünberg: Dammerau (Hg), Oderwald bei Krampe (S). *800. Phyt. (C. H. 4021; (Hie. 14)). Urh.: Eriophyes macrochelus var. erinea Trotter. Grünberg: Oderwald bei Krampe (S). 46 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. **801. Phyt. ? Kleine, kettenstichartig aneinander gereihte Er- höhungen, die von den Innenwinkeln der Blatteinschnitte bis zum Blatt- grunde, mitunter auch den Seitennerven entlang verlaufen. Den Er- höhungen entsprechen kleine Vertiefungen auf der Blattunterseite. Mitunter 2 reihig. Grünberg: Oderwald bei Krampe, 1904 zahlreich (S). *802. Dipt. (C. H. 4025). Blattfläche längs der Mittel- oder einer Seitenrippe nach oben gefaltet und gekraust. Urh.: Perrisia acercrispans Kieff. Breslau: Schwarzwasser (D) ; Liegnitz: Schäferberg bei Parchwitz (S). **803. Lep.? Eine neben der Mittelrippe vom Blattgrunde bis zum Blattrande verlaufende Längsfalte des Blattes. An einer etwa in der Blatt- mitte gelegenen Stelle ist die Oberseite entfärbt und die Epidermis der Unter- seite stark zusammengezogen, wodurch die Falte entsteht. Maltsch a. 0. (S). **804. ? Blattzipfelklappen nach unten, bis 5 mm breit eingeschlagen. Gelb entfärbt. Grünberg: Oderwald bei Krampe (S). Hippocastanaceae. Aesculus Hippocastanum L. **805. Hem.? Blätter nach unten muldenförmig eingerollt, stark querrunzlig und faltig. Urh. vermutlich Läuse. Grünberg: Irrgarten (S). Balsam inaceae. Impatiens noli längere L. **806. Hem.? Rundliche, blasige Auftreibungen auf den Blättern nach oben (ähnlich denen bei -^e^ropo^mm Poda^rarta L). Urh.: Trioza? Gleiwitz: Dombrowa (Kabath). Rhamnaceae. Rhamnus cathartica L. 807. Hem. (C. H. 4069; Hie. 300). Urh.: Trichopsylla Walken Forst. Cosel: Groß-Ellguth (Sb.)', Dyhernfurth (D) ; Grünberg: Rohrbusch, Schiller- höhe, Barndtsche Mühle, Läsgen (S)*, Jannowitz a. R. (D). (*)*808. Hem. Zurückgerollte Blätter, an den Zweigspitzen lockere Schöpfe bildend. Urh.: kleine dunkle Läuse. (Ob. C. H. 4072 ?) Grün- berg: Grünbergshöhe (S). Rhamnus Frangula L. **809. Hem. Rollung der Blätter, verbunden mit Entfärbung. Urh.: Aphiden. Grünberg: Holzmanns Ziegelei (S). Vitaceae. Vitis vinifera L. 810. Phyt. (C. H. 4104; Hie. 286). Urh.: Eriophyes vitis Land. Breslau (Heukamp). Neumarkt: Canth (Pax); Jauer: Poischwitz (S); Grün- berg: sehr häufig (Hg. u. S). II. Abteilung. Zoologisch-botanische Sektion, 47 Tiliaceae. Tilia platyphyllos Scop. (= T. grandifolia Ehrh.). 811. Dipt. (C. H. 4123; Hie. 574). Urh.: Contarinia tiliarum Kieff. Schmiedeberg (S). 812. Dipt. (C. H. 4124; Hie. 572). Urh.: Perrisia Thomasiana Kief^. Nimptsch: Johannistal (D); Cliarlottenbrunn (D); Hermsdorf u. K. (D). 813. Pliyt. (C. H. 4129; (Hie. 259)). Urh.: Eriophyes tiliae var. liosoma Nal. Alt-Gleiwitz (W). Grünberg: Schloßberg bei Bobernig (Hg), Ochelhermsdorf (S). 814. Dipt. (C. H. 4131 ; Hie. 573). Urh.: Perrisia tiliamvolvens Rübs. Jannowitz a. R. (D); Glogau: Schlawa (Hg); Freystadt: Carolath (Hg). 815. Phyt. (C. H. 4133; Hie. 260). Urh.: Eriophy es tiliae Pag. var. exilis Nal. Grünberg: Buchelsdorf (S), Seiffersholz (Hg). 816. Phyt. (C. H. 4135; Hie. 261). Urh.: Eriophyes tiliae Pag. Reichen- bach: Langenbielau (Schölzel); Jauer: Mittel-Poischwitz (S); Riesengebirge: Agnetendorf (D). 817. Dipt. (C. H. 4137; Hie. 578). Urh.: Oligotrophns Reaumurianus F. Low. Cosel: Borislawitz (Sb.); Nimptsch: Guhlau (D); Freystadt: Carolath, Schlawa (Hg). *818. Phyt. (C. H. 4130). Randrollung der Blätter. Urh.: Eriophy es tetratrickus Nal. Alt-Gleiwitz (W) an einer Braktee. Tilia ulmifolia Scop. (= T. parvifolia Ehrh.) 819. Dipt. (C. H. 4139; Hie. 577). Urh.: Contarinia tiliarum Kieff. Neustadt (W); Zülz (B); Breslau: Lissa (D); Reichenstein (D). An der Blattmittelrippe: Schmiedeberg (S). An Brakteen: Jannowitz a. R. (D). *820. Dipt. (C. 4140; (Hie. 572)), Urh.: Perrisia Thomasiana Kie^. Grünberg: Rohrbusch, kath. Kirchhof (S); Neusalz: Oderbrücke (S); Frey- stadt: Carolath (Hg). 821. Phyt. (C. H. 4146; Hie 263). Urh.: Eriophyes tiliae Pag. var. liosoma Nal. Alt-Gleiwitz (W); Reichenstein (D); Striegau; Haynau; Grün- berg; Görlitz (S); Neusalz; Sagan: Naumburg a. B. (Hg) (z. T. auch auf den Brakteen). 822. Phyt. (C. H. 4145; Hie. 265). Urh.: Eriophyes tiliae Pag. var. liosoma Nal. Zülz (B); Neiße: Oppersdorf (B); Wartha (D). 823. Phyt. (C. H. 4147; Hie. 267). Urh.: Eriophyes tetratrichus Nal. Reichenstein (D); Grünberg: Augusthöhe, Barndtsche Mühle, Grün- wald (Hg, S). 824. Dipt. (C. H. 4148; Hie. 576). Urh.: Perrisia tiliamvolvens Rübs. Lissa (D); Schmiedeberg (S); Neusalz: Carolath (Hg). 825. Phyt. (C. H. 4149; Hie. 266). Urh.: Eriophyide. Alt-Gleiwitz (W). 826. Phyt. (C. H. 4151; Hie. 268). Urh.: Eriophyes tiliae F&genst. Alt-Gleiwitz (W); Neustadt: Kröschendorf (W); Nimptsch (auf einer Braktee) (D); Striegau; Jauer; Grünberg (S); Neusalz: Carolath (Hg). 48 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. 827. Dipt. (C. H. 4152; Hie. 578). Urh.: Oligotrophus Reaumurianus F. Low. Neustadt: Kröschendorf (W), Reichenstein (D); Langenbielau (Schölzel); Grünberg (Hg, S). Tilia americana X cordata. **828. Phyt. Nagelgalle. Urh.: Eriophyes tiliae Pag. ? Breslau: Städtischer Botan. Garten (Baenitz). Titia argentea Desf. *829. Phyt. (C. H. 4168). Runde, 1—5 mm breite Beulen auf der Blattoberseite, von einer hellgrünen Zone umgeben. Unter diesen buckel- artigen Erhöhungen, auf denen die Nervatur deutlich hervortritt, dichte Rasen von hell- bis dunkelbraunen Haaren. Urh.: Eriophyide. Breslau: Scheitnig (Baenitz); Ingramsdorf: Park von Schonfeld (Pax); Grünberg: Mathäiweg (S); Neusalz: Oderbrücke (S). miia pubescens Ait. **830. Phyt. Hörn- oder nageiförmige Galle auf den Blättern (wie Hie. 261). Urh.: Eriophyide. Groß- Wartenberg: Park (D). Malvaceae. Althaea officinalis X taurinensis. *831. Hern. (C. H. 4178). Blätter an den Triebspitzen gekraust. Urh. : Aphide. Breslau : Botan. Garten (Pax). Malva Alcea L. *832. Phyt. (C. H. 4180). Triebspitzen verbildet; Blätter mit ge- kräuselten, gerollten Rändern. Urh.: Eriophyes geranii Can. Myslowitzj Dziekowitz (Seh.). Malva silvestris L. *833. Hern. (C. H. 4181; (Hie. 330)). Urh.: Aphis uriicae Kalt. Breslau: Holzhof Margaretenstr. (Brzezak). Malva neglecta Wallr. 834. Hem. (C. H. 4183; Hie. 330). Uvh.: Aphis urticae Kalt. Grün- berg: Staatsbahnhof, Schertendorfer Str. u. a. 0. (S). Guttiferae. Hypericum perforalum L. **835. Hem. Kleine Biätterschöpfe, Stengelverbiegungen, Phyllomanie. Urh.: kleine, hellgrüne Läuse am Stengel und an der Blattunterseite. Grünberg: Bahnsteg am Matthäiwege (S). 836. Dipt. (C. H. 4211; Hie. 454). Urh.: Perrisia seroiina Winn. Breslau: Carlowitz. Schwoitsch (D). [Auf diesen Urheber dürften wohl die meisten bei Hie. 484 aufgeführten Funde zurückzuführen sein]. .Hypericum tetrapterum Fr. **837. Dipt. (Hie. (484)). Urh.: Perrisia serotinaWmn. Grünberg: Pv-ohrbusch (S). II. Abteilung. Zoologisch-botanische Sektion. 49 Hypericum quadrangulum L. *838. Dipl. (C. H. 4200; (Hie. 454)). Urh.: Perrisia serotina Winn. Grünberg: Schloßberg bei Bobernig (Hg). Violaceae. Viola canina L. **839. Dipt. Schopfartige Knäuelung von Blättern und Blüten. Blätter nach oben eingerollt und dicht kurzfilzig behaart. Galle zuletzt braun werdend. Urh.: Perrisia violae F. Low.? Grünberg: Alte Maugscht (S)., Pirnig, Kontopp (Hg). Viola tricolor L. 840. Dipt. (C. H. 4293; Hie. 604). Urh.: Perrisia violae F. Low. Zülz (B); südlicher Teil des Neumarkter Kreises häufig (Seh); Neurode (Hg): Liegnitz: Parchwitz (S); Freystadt: Siegersdorf (S). Viola tricolor L. var. hortensis D. C, **841. Dipt. (Hie. (604)). Urh.: Pernsm wo/ae F. Low? Grünberg: Garten der Kronen-Apotheke (S). Ly thraceae. Lythrum hyssopifoUum L. *S42. Dipt. (C. H. 4324). Stengelanschwellung. Urh. : Cecidomyide ? Öls: Schönbriese (Petri); Breslau: Ransern(Pax); Grünberg: Wittgenau (Hg). Lythrum Salicaria L. *843. Dipt. (C. H. 4327). Stengelanschwellung an den Triebspitzen. Urh.: Cecidomyide? Grünberg (Hg). Onagraceae. Epilobium hirsutum L. *844. Lep. (C, H, 4332). Stengelanschwellungen. Urh.: Mompha decorella Steph. Breslau (Wocke: Verz. II, pag. 84, Nr. 10). Epilobium parvißorum Schreb. **845. Hem. Blätter gekraust. Urh.: Äphis epilobii Kalt. Grünberg: Deutsch-Kessel (Hg), Epilobium palustre L. **846. Hem. Wie Nr. 844. Urh.; Aphis epilobii Kalt. Grünberg. Rohrbusch, Heinersdorfer Ziegelei (Hg). Epilobium angustifolium L. *847. Dipt. (C. H. 4345). Blüten geschlossen, eiförmig verdickt. Urh.: Perrisia epilobii F. Low. Riesengebirge: Aupa (D), am Kochelfall (D), Agnetendorf, Kynast, Jannowitz (D), Bernskensteine (D), *848. Lep. (C. H. 4347). Ziemlich starke, länghche bis fast kuglige Stengel- und Zweigknoten. Urh.: Mompha decorella Steph, Grünberg: Halbemeilmühle (Hg); Neurode (Hg); Kattowitz: Emanualsegen CS). 1911. 4 50 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. 8-i9. Dipt. (C. H. 4348; Hie. 41 5j, Urh.: Perrisia Kiefferiana Kühs, Grünberg: Schwedenschanze (Hg), Barndtsche Mühle (S). **8Ö0. Hern. Blätter rötlich gefärbt, besonders neben der Mittel- rippe, z.T. kraus. Urh.: Apliiden. Charlottenbrunn (D); Riesengrund (D). **851. Hern. Zurückrollung der Blätier. An dürftigen, auf sterilstem Boden wachsenden Pflanzen. Urh.: kleine rötliche bis dunkle Läuse. Grün- berg: Meiseberg (S). Epilobium roseum Schreb. **852. Hem. Blätter gekraust. Urh.: Aphis epilobii Kalt. Grün- berg: Deutsch-Kessel (Hg). Oenothera biennis L. *8öo. Phyt. (C. H. 4354). Triebspitzen deformiert, stark behaart. Urh.: Eriophyide. Breslau (Grosser). *854. Hem. (C. H. 4350?) Blätter gekraust und gekrümmt. Urh.: Aphiden. Breslau: Carlowitz (Dj. '^*855. Hem. Starke Runzelung der Blätter, gestauchter Wuchs. Schopfbilduug. Urh.: Aphrophora spumaria L. Grünberg: häufig (S). Araliaceae. Hedera helix L. *856. Hem. (0. H. 43(35). Blattrollung u. -Beulung. Urh.: A2jhis hederae Kalt. Grünberg: Marschfeld (S). Umbellifer ae. Anthriscus silvesiris Hoffm. **857. ? Starke, spindelige Verdickung des Stengels, etw^a 2 cm lang, Urh. ? Grünberg: Bergschloßbrauerei (S). **858. ? Schwache, oft reihenweise angeordnete Verdickungen des Stengels, die meist dunklere Färbung zeigen. Den Anschwellungen ent- sprechen in der Wandung des Stengels kleine längliche Höhlungen. Grün- berg: Garten in der Holzmarktstraße (S). Torilis Anthriscus Gmel. (*)''''859. Hem. Krümmungen und Verbieguugen der Blüteustands- achsen, Kräuselung der Blätter. Urh. : kleine^, trübgrüne Blattläuse. (Ob, C. H. 4398?) Grünberg: Koscheberg (S). .Falcaria Rivini Host. **860. Hem. Kräuselung und schraubige Drehung der Fieder- blättchen. Urh. : kleine grünliche Blattiäuse. Grünbei-g: Grünbergshöhe (S). *861. Hem. (C. H. 4430). Blätter wellig, gekräuselt. Urh.: Aphro- phora spumaria L. Grünberg: Grünbergshöhe (S). Caruin Carvi L. *862. Phyt. (ü. H. 4432; Hie. 73). Urh.: Eriojjhyes peucedani C an ^ var. caroi Näl. Laudeshuter Kamm oberhalb Hohenwaldau (Hie.); Henners- dort (Gern.): Grünberg: Bergwerks-Ziegelei (Hg). II. Abteilung. Zoologisch-botanische Sektion. 51 Pimpinella magna L. *86o. Dipl. (C. H. 4440; (Hie. 473)). Urh.: Schizomyia pimpinellae F. Low. Breslau: Rathener Wald (Seh.); Zobten (Seh). Pimpinella saxif'raga L. 864. Dipl. (C. H. 4445; Hie. 473)). Urh.: Schizomyia pimpinellae F. Low. Um Breslau (D, Seh), Obernigk (D), Marienkranst (Seh); Trachen- berg; Herrnstadt; Militsch; Hultschin (Seh); um Grünberg sehr häufig. (Hg, S). *865. Dipt. (C. H. 4446). Geschlossen bleibende Blüten; im Innern zitronengelbe Larven. Urh.: Contarinia Traili Kieff. Grünberg: zwischen Piastenhöhe und Pulverhaus (S). *866. Dipt. (C. H. 4448). Knotige Anschwellungen am Grunde der Dolde und an den Döldchenstielen. Urh.: Lasioplera carophila F. Low. Breslau: Leerbeutel (D); Obernigk (D); Grünberg (S). 867. Phyt. (C. H. 4449; Hie. 157). Urh.: Eriophyes peucedani Can. Riesengebirge: Agnetendorf, Hermsdorf u. K. (D); Greiffenberg (D).; Grün- berg: an mehreren Orten (Hg S). *868. Hem. (C. H. 4450). Fiederblättchen längsgerollt. Urh.: Äphis anlhrisci Kalt. Breslau: Schottwitz (D). **869. Hem. Niedriger, gestauchter Wuchs, Knäuelung der Blüten- dolden infolge Verdickung, Verkrümmung und Verkürzung der Döldchen- strahlen, Verkrümmung und spiralige Einrollung der Fliederblättchen. Urh.: Zahlreiche dunkle Blattläuse. (Ob gleichfalls Aphi^ anthrisci Kalt?) Grünberg: nicht selten, besonders 1909, aber einzeln (S). **870. Hem. Faltung der Fiederblättchen nach oben in der Richtung der Mittelrippe. Urh. : Zahlreiche hellblaue, bestäubte Läuse auf der Blatt- oberseite. Steinau: Vorwerkstraße (S). Aegopoäium Podagraria L. 871. Dipt. (C, H. 4454; Hie. 376). Urh.: Cecidomyide. Riesengebirge: Agnetendorf (D); Grünberg: Blümelfeld, Heinersdorf, Wittgenau (S). *872. Hem. (C. H. 4456?) Blätter gekrümmt, aufgetrieben. Urh.: Aphide. Wartha (D). 873. Hem. (C. H. 4455; Hie. 289). Urh.: Trioza aegopodii F. Low. Breslau: Scheitnig (D); Reichenstein (D); Neurode (Hg)-, Wölfeisgrund (D); Riesengebirge: Schmiedeberg, Hohenwiese (S); Grünberg: Rauherei (Hg). Silaus pratensis Besser. 874. Dipt. (C. H, 4468; Hie. 554). Urh.: Schizomyia pimpinellae F. Low. Breslau: Marienkranst (Seh); Nimkau (Seh). *875. Dipt. (C. H. 4471). Fiederblättchen nach oben gekrümmt, am Grunde verdickt und erweitert. Zahlreiche gelbe Larven. Urh.: Perrisia DiUrichi Rübs. Breslau: Zwischen Schottwitz und Bischwitz, Namslauer Chaussee nahe Drachenbrunn (D); Liegnitz: zwischen Parchwitz und Pohl- schildern (S); Striegau: Bahnhofstraße (S.). 4* 52 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Ferulago galbanifera Koch. **876. Dipt. Früchte blasig aufgetrieben. Urh.: Schizomyia pimpi- nellae F. Low. ? Breslau: Botan. Garten (D). Selinum carvifolium Vill. **877. Dipt. Wie Nr. 874. Urh.: Schizomyia pimpinellae F. Low. ? Breslau: Oswitz (D). Peucedanum Oreoselinum Moench. 878. Dipt. (C. H. 4489; Hie. 470). Urh.; Schizomyia pimpinellae F. Low. Grünberg: Rohrbusch (Hg), zw. Barndtsche Mühle und Heinersdorf u. a. 0. (S). *879. Dipt. (C. H. 4494). Längsfaltung einzelner oder mehrerer Segmente der Fiederblättchen der Mittelrippe entlang. Die befallenen Teile verdickt und dunkelrot gefärbt. Meist an den Grundblättern. Urh. : Macro- lahis corrugans F. Low. Grünberg: Säure, Augusthöhe, Grünbergshöhe (S). **880. Hern. Sehr kurze, gestauchte Stengel. Dolden oft beinahe dem Boden aufsitzend, verkümmert; Doldenstiele verkürzt und verbogen. Urh.: Blaue Blattläuse am Grunde der Döldchen und Dolden. Grünberg: zw. Ochelhermsdorfer Straße und Lattwiese (S). Peucedanum officinale L. **881. Dipt. Wie Nr. 864. Urh.: Lasioptera carophila F. Low. Bres- lau: Botan. Garten (D). Pastinaca sativa,Ij, =^882. Dipt. (C. H. 4499). Wie Nr. 874. Urh.: Schizomyia pimpinellae F. Low. Breslau : Namslauer Chaussee bei Schwoitsch (D) ; zw. Hunds- feld und Groß-Weigelsdorf (D); Grünberg: Klopsche's Ziegelei (S). (*)*883. Hern. Starke Runzelung, Kräuselung und Zurückrollung der Fiederblättchen. Urh.: größere gelbgrüne und kleinere dunkelgrüne Blatt- läuse. (Ob C. H. 4505?) Grünberg: Polnisch-Kesseler Straße, beim Wald- schloß, Krugschacht (S). **884. Hern. Gestauchter Wuchs, verkürzte Doldenstiele. Wie Nr. 878. Urh.: Aphiden. Grünberg: zwischen Deutsch-Kessel und Droschkau (S). Heracleum SphondyUum L. 885. Dipt. (0. H. 4509; Hie. 445). Urh.: Contarinia Nicolayi Rübs. Landeshut: Grüssau (S). **886. Phyt. Vergrünung und Durchwachsung der Blüten. Urh.: Eriophyes spec. Jauer: zw. Nieder-Poischwitz und Jauer, zw. Tschirnitz und Girlachsdorf (S). 887. Dipt. (C. H. 4512; Hie. 444). Urh.: Macrolabis corrugans H. Low. Grünberg: Bothe's See'chen, Barndtsche Mühle (Hg); Neurode (Hg). *888. Hern. (C. H. 4514?). Abwärtskrümmung, Runzelung und Rollung der Fiederblättchen, z. T. verbunden mit Entfärbung. Urh.: zahlreiche rostbraune Blattläuse, die sich besonders in und an den Blattscheiden auf- II. Abteilung. Zoologisch-botanische Sektion. 53 halten. Ob Hyalopterus sphondylii Koch? Grünberg: Matthäiweg, Schiller- höhe, Heinersdorf u. a. 0. (S). Daucus Carola L. 8S9. Dipl. (C. H. 4529; Hie. 413). Urh.: Schizomyia pimpinellae F. Low. Breslau: Am Schwarzwasser, Scheitnig, Schwoitsch (D); Lissa (D); Obernlgk (D); Grünberg: Bergschloßbrauerei, Grünbergshöhe u. a. 0. (Hg, S). 890. Phyt. (C. H. 4531; Hie. 87). Urh.: Eriophyes longior Nal. Breslau: Wildschütz (D); Freystadt: Carolath (Hg); Grünberg: Piastenhöhe u. a. 0. (S). *S91. Dipt. (C. H. 4534). Wie Nr. 864. Urh.: Lasioptera carophila F. Low. Grünberg: Alte Maugscht, Klopsch'es Ziegelei (S). *892. Hem. (C. H. 4535). Fiedern der unteren Blätter zurückgerollt und gekräuselt. Urh.: Aphiden. Grünberg: Schertendorfer Straße, Wein- gärten an der Lattwiese (an der angebauten Form) (S). **893. Hem. Wuchsstauchung, Zweigsucht und Vergrünung. Urh.: zahlreiche dunkelblaue, am Stengelgrunde lebende Aphiden. Grünberg: Erlbusch, alte Schloiner Straße (S). Cornaceae. Cornus sanguinea L. 894, Dipt. (C. H. 4543; Hie. 409). Urh.: Oligotrophus corni Gir. Neustadt: Kröschendorf (W); Nimptsch: Guhlau (D); Grünberg: Kramper Oderwald (S). Ericaceae. Ledum palusire L. **895. ? Gipfelrosen, ähnlich den Weidenrosen. Blätter verbreitert und verkürzt. Urh.: ? Freystadt: Aufzug (Hg). Vaccinium Myrtillus L. *896. Dipt. (C. H. 4564). Triebspitzenblätter zusammengefaltet, gelb- lich oder rötlich verfärbt. Urh.: Perrisia vaccinii Rübs. Grünberg: Rohr- busch (Hg), Barndtsche Mühle (S); Freystadt: Hellberge bei Ober-Siegers- dorf (S); Kattowitz: Emanuelsegen (S). Vaccinium Vitis Idaea L. *897. Dipt. ? Blätter verkrümmt; Rand nach unten umgebogen. Urh.: Cecidomyide? (Vielleicht C. H. 4572?) Freystadt: Hohenborau (Hg.) Calluna vulgaris L. **898. ? Knotige Verdickungen des Stengels. Grünberg: Marsch- feld (Hg). Arctostaphylos Uva-ursi Spreng. *899. Phyt. (C. H. 4563?) Endknospen länglich, verbildet, braun- runzlig, innen mit einer Höhle. Urh.: Eriophyide? Lublinitz: Sorowski (Hö). 54 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Primulaceae. Lysimachia vulgaris L. 900. Phyt. (C. H. 4617; Hie. 145). Urh.: Eriophyes lo.ticinctus Nal. Breslau: Carlowitz, Schwoitsch (D), Marienkranst (Seh): Gleiwitz (Cz); Kattowitz: Emanuelsegen (S); Grünberg: Rotes Wasser u. a. 0. (Hg, S), Kontopp (Hg). Lysimachia Nummularia L. 901. Phyt. (C. H. 4618: Hie. 144). ürh.: Eriophges laticindus Nal. Grünberg: Boothe's See'chen (Hg). *902. Hern. Rückwärtsrollung nud Kräuselung der Blätter. Urh.: hell- blaue Blattläuse mit weißen Wachsausscheidungen. Grünberg: Bachufer zw, Ochelhermsdorfer Straße und Heinersdorf (S). Lysimachia thyrsißora L. *903. Phyt. (C. H. 4619; Hie. 145). Urh.: Eriophyes laticinctus Nd.\. var. ihyrsißorina Nal. Grünberg: Kontopp (Hg). Anagallis arvensis L. **904. Hern. Schopfbildung von Blättern und Blüten an Zweig- enden. Einzelne Blütenblätter umgewandelt in kurze, dicke, aufrecht- stehende Gebilde bei gleichzeitiger Vergrößerung der Kelchblätter. Urh.: Aphide. Grünberg: Barndtsche Mühle, Bahnhof Lättnitz (S). Oleaceae. Ligustrum vulgare L. 905. Hem. (C. H. 4682; Hie. 325). Urh.: Rhopalosiphum ligustri Kalt. Brieg(D); Breslau: Nippern (D); Nimptsch (D); Riesengebirge: Janno- witz, Agnetendorf (D); Grünberg: häufig, besonders 190^, 09 u. 11 (Hg, S); Rothenburg a, 0. (S). **906. Phyt. Knospendeformation. Urh.: Eriophyes Löwii Nal? Grünberg: Heinersdorf (Hg). Syringa vulgaris L. 907. Phyt. (C. H. 4660; Hie. 249). Urh.: Eriophyes Löwii Nal. Trebnitz: Raake (D); Jauer: Siebenhuben (Br. Schröder); Grünberg: sehr häufig (Hg, S), Neusalz (S); Freystadt: Carolath (Hg). Syringa dubia Pers. 908. Phyt. (C. H. 4659; Hie. 248). Urh.: Eriophyes Löwii Nah? Deutsch- Lissa (D). Fraxinus excelsior L. 909. Phyt. (C. H. 4636; Hie. 100). Urh.: Eriophyes fraxini Karp. Breslau: Schwoitsch (G. Hie.); Zülz (B); Reichenstein (D); Grünberg: Glasserplatz (S). 910. Hem. (C. H. 4637; Hie. 317). Urh.: Pemphigus nidificus F. Low. Jauer: Schloßpark von Klonitz (S); Grünberg: Anlagen am Bahn- hofe, Gesundbrunnen, Oderwald (S). II. Abteilung. Zoologisch-botanische Sektion. 55 911. Phyt. (C. H. 4648; Hie. 101). Urh. : EriophyesfraxinicolaNsi\. Grünberg: Schloßberg bei Bobernig (Hg), Droschkau (S). 912. Hem. (C. H. 4641; Hie. 293). Urh.: Psyllopsis fraxini L. Breslau: Wildschütz, Lohe (D); Groß-Wartenberg ; Trebnitz: Buchenwald*, Canth (D); Jauer: Klonitz (S); Mittelwalde; Reichenstein; Wartha (D); Schmiedeberg (S); im Hirschberger Tal weit verbreitet (D, S); Grünberg: Droschkau, Bobernig, Oderwald u. a, 0. (Hg, S). 913. Dipt. (C. H. 4644; Hie. 425). Urh.: Perrisia fraxini Kieff. Deutsch-Lissa: Bahnhof (D); Nimptsch (D); Riesengebirge: Jannowitz (D) Schmiedeberg, Erdmannsdorf (S); Grünberg: Schloßberg bei Bobernig (Hg) Deutsch-Kessel (S). *914. Dipt. (C. H. 4643). Die Fiederblättchen (besonders junger Blätter) rollen sich wurstartig nach oben ein; meist Entfärbung damit verbunden. Urh.: Perrisia acrophila Wwn. Grünberg: Oderwald zwischen Lausitz und Försterei Krampe (S). **915. ? Feste, schmale Blattrandrollung nach oben. Urh.: ? Grün- berg: Droschkau (S). Gentianaceae. Oentiana Pneumonanthe L. **916. ■? Verdickung am untern Teile des Stengels. Urh,: ? Grün- berg: Steinbachs Vorwerk (Hg). Oentiana asclepiadea L. **917. Phyt. Blüten vergrünt, scheinbar gefüllt. Urh.: Eriophyes Kerneri. Nal. ? Riesengebirge: Krausebauden (Freiherr Schilling von Canstadt, Görlitz). Apocynaceae. Vinca minor L (Gartenpflanze^. **918. Hem. ? Weite Blattrandrollungen nach oben, ganz ähnlich denen von Psylla buxi an Buxus semperv. Urh.: Psi/Wa spec. ? Grünberg: Garten auf der Niederstraße (S). Convolvulaceae. Convolvulus arcensis L. 919. Phyt. (C. H. 4714; Hie. 79). Urh.: Eriophyes convolvuU Nal. Dyhernfurth (S); Grünberg: Augustberg, Maugscht, Holzmanns Ziegelei, Kontopp (Hg). *920. Hem. (C. H. 4716). Blätter gekraust, nach unten gekrümmt. Urh.: Aphiden. Breslau: Grüneiche (D). Cuscuta europaea L. . 921. Co). (C. H. 4721; Hie. 788). Urh.: Smicronyx jungermanniae Reich. Liegnitz: Parchwitz bei der Schloßbrauerei (S). (Anm. : Da der Käfer in Schlesien weit verbreitet ist, wurde die Galle bisher wohl vielfach übersehen.) 5G Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Borraginaceae. Symphytum ofßcinale L. **922. ? Schopfbildung in der Blütenregion. Urh. :? Grünberg: Oder- wald bei Krampe (S). *923. Dipt. (C. H. 4729; Hie. 563).^ Urh.: Perrisia symphyti Rübs. Breslau : Weistritzufer bei Sandberg (Grosser) ; Steinau : Oderdamm (S) ; Grünberg: Heinersdorf, Krampe, Oderwald (S); Freystadt: Ober-Siegers- dorf (S). **924. Hem. Rollung und Runzelung der Blätter; Verkümmerung und Vertrocknung der Blüten. Urh. : Gelbe Blattläuse auf der Unterseite der Blätter und an Kelchen und Blütenkronen. Grünberg: Klopsche's Ziegelei (S). Symphytum ofßcinale L. f. bohemicum Schmidt. **925. ? Wie Nr. 920. Urh. ? Freystadt: Ober-Siegersdorf (S). **926. Dipt. Wie Nr. 921. Urh. ? Perrisia symphyti Rüb. Frey- stadt: Ober-Siegersdorf (S). Anchusa ofßcinalis L. **927. Hem. Rollung und Kräuselung der Blätter, Wickel verkümmert, Blüten klein, dürftig, Kelch bald gebräunt. Junge Knospen häufig ver- trocknend. Urh.: Monanthia echii Fabr. (Die schwarzen, kaum 1 mm langen Wanzen sitzen in großer Anzahl zwischen den Blütenstielen, an den Knospen und Blütenkelchen, sowie an den Blättern. Grünberg: Piastenhöhe (S).) **928. Hem. Blüten vergrünt, verkümmert. Der Griffel wächst schließlich zu einem bis 2 cm lang heraushängendem, schotenartigen, dunkelgrünem Gebilde aus. Urh.: Aphiden, die im Innern der Blüten am Grunde des Schlundes sitzen. Grünberg: Weingartenrand im Revier der sog. goldnen Krone (S). Anchusa arvensis L. **929. Hem. Blattränder eingerollt, Blütenstand verkümmert. Urh.: Aphiden, sehr zahlreich vorhanden. Grünberg: Weg zur Barndtschen Mühle, Pulverhaus (S). **930. Hem. Kopfartige Knäuelungen im Blütenstande, vorzeitiges Vertrocknen desselben oder einzelner Knospen. Urh.: kleine, glänzende, bräunlichgrüne, härtliche Läuse, die sehr fest angesaugt sitzen und sich mit dem Pinsel nur schwer abstreifen lassen. Grünberg: Löbtenz (S). Pulmonaria ofßcinalis L. **931. Hem. Rand- und Querrollung der grundständigen Blätter nach unten, Blattfläche gebeult. Urh.: Grüne Aphiden, vereinzelt auf der Blattunterseite. Grünberg: Rohrbusch, Garten auf der Niederstraße (S). Echium vulgare L. *932. Dipt. (C. H. 4748?) Einzelne angeschwollene, bleiche Blüten- knospen mit rötlichem Scheitel und stark geschwollenen Wandungen, ge- II. Abteilung. Zoologisch-botanische Sektion. 57 schlössen bleibend. In einigen befanden sich rotbraune Puppen, dem gen. Asphondylia angehörig. Urh. : Wahrscheinlich Asphondylia echii H. Low. Grünberg: Bahndamm am Matthäiwege, zw, Lawaldauer Straße u. Schweden- schanze (S), 933. Phyt. (C. H. 4747; Hie. 90). Urh.: Eriophy es echii Csm. Berun: Lendzin (Grosser); Grünberg: Kontopp (Hg). **934. Hern. Wuchsstauchung, Verkümmerung der Wickel, der Blüten und Blätter. Urh.: zahlreiche grüne Aphiden. Grünberg: Berg- schloßbrauerei, Matthäiweg (S). **935. Lep. Festgeschlossene, länglich eiförmige Triebspitzengalle dicht am Boden, umgeben von wenigen grundständigen Blättern. Urh. : Kleinschmetterlingsraupe, die Ende Juni aus einer hellbraunen Puppe einen weißlichen Falter mit grauen Binden auf den Vorderflügeln ergab. Grün- berg: Auf einem Sandwege hinter Alexanderschacht I (S). Herr Th. Schuhe berichtete über die Ergebnisse der Durchforschung der schlesischen Gefässpflanzenwelt im Jahre 1911. Obgleich die vom Beginne des Juli bis in den September hinein fast allgemein herrschende Hitze und Trockenheit arge Schwierigkeiten be- reiteten und zeitweilig jegliches Botanisieren unmöglich machten, hat der Beobachtungseifer unserer Floristen doch wieder recht gute Erfolge erzielt. Außer einigen neu eingeschleppten und bisher kaum verwildert beobach- teten Arten sind auch aus der indigenen Flora Neuheilen zu verzeichnen- alle diese sind wieder durch Fettdruck hervorgehoben. Unter den sonstigen neuen Standorten sind diejenigen, die für den zugehörigen Landesteil neu sind, durch Sperrsatz gekennzeichnet. — Den Herren, durch deren freundliche Unterstützung allein diese Berichte in der ge- wohnten Weise fortgeführt werden können, sage ich auch hier meinen herzlichsten Dank. Fast alle haben mir die Arbeit noch dadurch besonders erleichtert, daß sie meiner Bitte entsprechend die Belegstücke, lose auf einzelnen Blättern (von etwa 40 cm Höhe und 25 cm Breite) liegend, in der Reihenfolge meiner „Flora von Schlesien" einsandten; die Herren, die dies bisher noch nicht getan, halten fortan wohl, soweit sie sich noch an den Arbeiten beteiligen, denselben Modus ein. Aspidium Dryopleris. Zülz: Dobrauer Forst, mit A. Phegopteris (Buchs) ! A. Robertianum. ' Berun: Kalkfelsen bei Passietzka (Werner)! A. cristatum. Nicolai: Halemba; Berun: Sciern (Werner)! A. lohatum. Gr. Graben: bei der Matzkemühle, nahe dem Bahn- damme; wenige Wochen nach der Entdeckung durch Bahnarbeiten ausge- rottet (Schröder)! 58 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl, Cultur. Blechnum Spicant (f. furcatum). Rybnik: Paruschowitzer Wald (Schmattorsch) ! Asplenium septentrionale X Trichomanes. Isergebirge: am Wege von Hartenberg zur Hohen Warte (Römer [Polzin])! Polypodium vulgare. Gogolin: Sprentschützer Berg (Buchs)!; Rybnik: z. B. Paruschowitzer Forst (Schmattorsch) ! Botrychium Matricariae. Leobschütz: ,, Schusterschemel" im Stadt- walde (H. u. B. Malende)! Equiselum pratense. Friedek: an der Bahnstrecke gegen Dobrau (Weeber)! E. maximum. Lüben: Gr, Krichen (Figert, schon 1890). E. palustre f. arcuatum. Gleiwitz: Heinzemühle (Werner)! -j- Pinus nigra. Friedland 0. S.: Ellguter Forst (Buchs). Sparganium minimum. Breslau: Schachtteich bei Krietern (Rothe); Lublinitz: Sorowski (Höflich)!; Gleiwitz: hinter der Hütte (Czmok)! Potamogeton polygonifolius. Niesky: Jänkendorf (Uttendörfer) ; Klitscli- dorf: Hosenitz (Rothe)! P. alpinus. Gleiwitz: Sossnitza (Czmok)! P. perfoliatus. Oppeln: zwischen Tarnau und Schulenburg (Schmat- torsch)! P. obtusifolius. Gleiwitz: Kupferhammer teich in Koslow (Werner)!; Rybnik: Paruschowitzer Hüttenteich (Schmattorsch)! P pusillus. Lublinitz: Kochtschütz (Höflich)! u. a. ; Patschkau: Bahnausstiche bei GoUendorf (Buchs)! Scheuchzeria palustris. Bunzlau: Eichhübelbruch (Rothe)! Triglochin palustris. Klitschdorf: oberhalb des Teufelswehrs (Rothe)! Elisma natans. Klitschdorf: Hosenitzgraben (Rothe)! Elodea canadensis. Lorenzdorf: im Queis (Rothe)!; Lublinitz: Pawelken. Bogdalla u. a. (Höflich)!; Patschkau: Nd. Pomsdorf (Buchs)! Panicum crns galli (f. longisetum), in 1^4 m hohen Stücken. Zülz: gegen die Popelauer Mühle (Buchs)! -j- Setaria italica (f. germanica). Friedek: Bahndamm gegen Do- brau (Weeber)! Leersia oryzoides. Zülz: Lonschnik, Moschen (Buchs)! Weingärtneria canescens. Krappitz: Ottmuth u. a. (Buchs)! Avena pubescens f. glabra. Zobten: Marxdorf (Schöpke)! u. a. Arrhenatherum elatius f. biaristatum. Friedland 0. S.: gegen Lade (Buchs) ! Dactylis glomerata v. lobata. Runzlau: Sprottauer Straße (Alt). Festuca sciuroides. Ohlau: Rodeland (Tischler)! F. ovina f. trachyphylla. Hotzenplotz: Maideiberg (Werner und Schubert) ! F. glauca v. psammophila. Krappitz: Ottmuth (Buchs)! IL Abteilung. Zoologisch-botanische Sektion. 59 F. heier ophylla. Ob. Schreiberhau (Römer)! F. arundinacea. Breslau: auf Schutt bei der Kürassierkaserne! Bromus ramosus. Zobten: Theresenweg! B. eredus. Eeinerz : Fußweg zum Bahnhofe (Schöpke) ! ; Gleiwitz : Klodnitzwiesen (Czmok)!, Bahndamm gegen Laband (Werner)! -|- B. patulus. Breslau: bei der Kürassierkaserne! (Richters). Agropyrum repens f. glaucesceni. Zülz: Bahnhof (Buchs)! -|- A. glaucum. Breslau: an der Kürassierkaserne! (Richters). Hordeum europaeum. Zobtenberg: Moltkefelsen ! ; Kudowa: gegen Carlsberg mehrfach! (Werner). Scirpus maritimus. Friedland 0. S.: Ellgut-Tillowitz, mit dem folgenden (Buchs) ! S. radicans. Öls: Wilhelminenort (Tischler)!; Neustadt: Franziskaner- kloster (Schmattorsch) ! Carex dioeca. Gleiwitz: „Kaltes Loch" beim Rangierbahnhofe (Czmok)!; Berun: Imielin (Werner)! C. DavaUiana. Neurode: Grenzwiesen bei Neu-Crainsdorf (Schöpke) ! ; Peiskretscham : Schieroth (Werner)! C. puUcaris. Charlottenbrunn: Neudörfel bei Dittmannsdorf (Schöpke)! C. üeicJienbachi Kükenthal, die ich als Unterart der C. ligerica auffasse, von dieser durch höheren Wuchs, lockereren Blütenstand und etwas schmälere Schläuche verschieden, wurde zahlreich im Zumm bei Klitschdorf und am Schöndorfer Kirchhofe (hier auch die Grundform) be- obachtet (Rothe) ! Es gehört zu dieser, vielfach als C. arenaria X brizoides angesehenen Sippe auch ein Exemplar von Kohlfurt: Gummichteich (Barbe r)! C. brizoides. Queislehne bei Wehrau (Rothe). C. paradoxa. Neu rode: Grenzwiesen bei Neu-Ci^ainsdorf (Schöpke) ! ; Gleiwitz: Fortunawiesen, Schechowitz (Werner)! C. acuta f. stridifolia. Gleiwitz: Lukasine (Werner)! C. Buxbaumi. Neu rode: Neu-Crainsdorf (Schöpke)! C. umbrosa. Klein Strehlitz : Dobrauer Forst (Buchs) ! C. montana. Wüstewaltersdorf: Hahlberg bei Michelsdorf ^ Altheide: Töpferberg (Schöpke)! C. Pseudocyperus. Patschkau: Bahnausstiche (Buchs)! C. ßlifofmis. Gleiwitz: zwischen Laband und Retzitz (Werner)! Armn maculatum. Leobschütz: am Wolfsteich, ziemlich spärlich (H. u. B. Malende). Juncus ßUformis: Liebau: Buchwalder Talsperre; Gnaden fr ei: Kittlitzheide (Schöpke)!; Gleiwitz: Stadtwald (Czmok)! J. tenuis. Breslau: unweit des Kinderzobtens! (Richters); Rosen- berg: Bussower Forst gegen Hellewald, auch gegen Matzdorf (Spribille)!; Kattowitz: Idaweiche (Werner)!; Friedek: häufig (Weeber)! 60 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. J. bufoniiis V. ranarius. Bunzlau: Lorenzdorf (Rothe)! Luzula nemorosa. Dyhernfurt: gegen Tannwald!; Olilau: Minken (Tischler)!; Gnadenfrei: Habendorf, Karlswalde u. a. (Schöpke); Strehlen: Milchkoppe bei Reuraen! (ders.) u. a. ; Leobschütz: Stadtwald (H, Malende)! L. pallescens. Reichenbach: Kittlitzheide (Schöpke)! Allium ursinum. Zobten: Kapsdorf (Schöpke)!; Camenz: Plottnitzer Wald, unweit der ,,Schatzkammer"!; Mittelwalde: am Austritte der Biel- seife aus der Schlucht zwischen Lauterbach und Thanndorf! Ornithogalum umbellatum. Reichtal: Butschkau (Dr. Schramm)!, zw. Schmograu und Glauche (Burda)!; Riemberg: gegen den Warteberg! Polygonatutn officinale. Münsterberg: Moschwitzer Buchenwald! ; Char- lottenbrunn: Michelsdorf (Schöpke)!; Lublinitz: Ponoschau (Höflich)!; Jägerndorf: Melzerberg (Buchs)! Galanthus nioalis. Raudten: Urschkauer Grund (Rothe); Zobten: Kapsdorf (Schöpke); Leobschütz: am Wolfsteich, auch mit 4-zähliger Blüte (H. u. B. Malende)! Gladiolus imbricatus, weißblütig. Zuckmantel: Hermannstadt (Buchs)! Orchis globosa. Bielitz: Wiesen bei der Tatraaussicht auf der Ma- gorka (Schmattorsch) ! Gymnadenia conopea. Gnadenfrei : Kittlitzheide (Schöpke) ! Cephalanthera xiphophyllum. Neustadt: Finkenkoppe bei Batzdorf (Schmattorsch)!; Jägerndorf: Melzerberg (Buchs)! Epipadis palustris. Gleiwitz: bei der neuen Grube (Czmok)! Neottia Nidus avis. Lublinitz : Patocka (Höflich) ! Im Bezirke Va an- scheinend recht selten. Populus alba. Leubus: unweit der Moltkeeiche ein mächtiger, zweifel- los ursprünglicher Zwieselbauni! Salix pentandra. Niesky: Mücka (Uttendörfer) ; Patschkau: gegen Nd. Pomsdorf (Buchs)! S, caprea X purpurea, Gleiwitz: zwischen Laband und Schechowitz (Werner)! Betula nana X J^uhescens. Reinerz : Seefelder (Figert)! Der in einem sehr deutlich ausgeprägten Belegstück aufgefundene Bastard ist in Deutschland bisher erst einmal (Neulinum, Westpreußen) beobachtet worden. Alnus rugosa. Gleiwitz: Altgleiwitzer Wiesengebüsche (Werner) ! A. glutinosa X incana. Neustadt: Kröschendorf (Werner)! A. incana X rugosa. Obernigk: Schimmelwitz ^Schwarz)! Ulmus montana. Gogol in: Sprentschüizer Berg (Buchs)! Farietaria officinalis. Münsterberg: Heinrichauer Klosterkirche (Schöpke) ! Rumex Acetosella f. iniegrifolius. Heuscheuer: an Felsen (Werner); /. multißdus Krappitz: Ottmuth, Gogoliu (Buchs)! II. Abteilung. Zoologisch-botanische Sektion. 61 -j- Polygonum cuspidatum. Sagan: Queisufer bei Lipschau, mit P. sachalinense (Rothe)! Chenopodium rubrum. Lewin: Schlaney (Schöpke)! -{- Atriplex hortense, Gleiwitz: Schlackenhalde (Czmok)! -\- Amarantus panniculatus. Gleiwitz: hinter der Koloniestraße (Czmok)! Montia minor. Oh lau: Teichvorwerk (Tischler)! Agrostemma Githago f. gracile. Altgleiwitz; Berun: Imidin (Werner)!; Jägerndorf: Melzerberg (Buchs)! -\- Silene Cucubalus v. saponavifolia (Schott). Gleiwitz: im Hütten- hofe! (Czmok). Mit russischem Erztransporte vor einigen Jahren einge- schleppt, breitet sie sich allmählich ziemlich stark aus. S. dichotoma. Neustadt: gegen Kunzendorf (Schmattorsch)! S. Otites. Gleiwitz: Hüttenhof (Czmok)! Dianthus superbus. Wartha: Riegersdorfer Bergwald, nahe der Giers- dorfer Grenze! Stellaria Friesiana. Oppeln : zwischen Tarnau und Schulenburg (Schmattorsch) ! Illecebrum verticillatum. Bunzlau: Borgsdorf (Rothe)! Ceratophyllum submersum. Friedland 0. S,: Plieschnitz (Buchs)!; Neustadt: Franziskaner kloster (Schmattorsch)! Trollius europaeus. Breslau: sehr spärlich bei Zweibrot (Rothe). Isopyrum thalidroides. Lublinitz: Patocka (Höflich)!; Neustadt: Krei- witz (ders. u. Werner). Aquilegia vulgaris. Charlottenbrunn: Dittmannsdorf (Sehöpke) ! ; Leob- schütz: Komeise (Werner u. Schubert)! Anemone vernalis. Lublinitz: um Sorowski mehrfach, doch stets sehr spärlich (Höflich)! A. pratensis. Namslau : Stadtwald (Burda)! Ranunculus circinatus. Leobschütz: Deutsch-Rasselwitz (Buchs)!; Glei- M'itz: Kupferhammerteich bei Koslow (Werner). R. Lingua. Zülz: Radstein (Buchs). R. lanuginosus. Lublinitz: Patocka (Höflich)! Thalictrum aquilegifolium. Frankenstein: Baumgartener Buchberg (Schuhmann t. Schmattorsch) ! Th. minus. Wehrau: am Teufelswehr, zw. Prinzdorf u. Schöndorf (Rothe); Gleiwitz: Koloniestraße (Czmok)!; Berun: Imidin, Passietzka (Werner) ! Corydalis cava. "Bunzlau: Nd. Tillendorf, in und bei einem unge- pflegten Obstgarten (Alt)! C. intermedia. Neustadt: Kreiwitz (Werner)! Cardamine hirsuta. Fi^eiwaldau: Goldkoppe (Schmattorsch)! C. silvatica. Görbersdorf: Nordhang des Langen Berges! 62 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. C. ainara f. hirta. Wohlau: Gluinbowitz (Schwarz)!; Neustadt: Kun- zendorf (Schmatlorsch)!; Gleiwitz: Labander Wald (Werner)! Arabis hirsuta. Jägerndorf: Melzerberg (Buchs)! A. arenosa. Kl. Strehlitz: am Bahnhofe (Buchs), Dobrau; Neustadt: Ob. Langenhrück (ders.)I; Zülz: gegen Poln. Olbersdorf (ders.); Leob- schütz: Bahndamm im Stadtwalde (H. u. B. Malende)!; Gogolin (Buchs). A. Hallen. Charlottenbrunn: Tannhausen (Schöpke)! -]- Sisymhrium Orientale. Breslau: bei der Kürassierkaserne (Richters)! -\- Brassica nigra. Wie vor.! Lunaria rediviva. Wartha: obh. Forsthaus Wiltsch! -f- Lepidium Draha. Breslau: bei der Kürassierkaserne! ; Leobschütz: Schieferbruch bei Komeise (Werner)! -|- L. salioum. Breslau: wie vor. (Richters), -|- Bunias orientalis. Schweidnitz: Seifersdorf; Neu rode: Erber- koppe bei Crainsdorf (Schöpke)!; Neiße: beim Proviantmagazin (Buchs)! -}- Reseda alba. Reichtal: Skorischau (Burda)! -|- R. Luteola. Gleiwitz: im Stadtwald an der Beulhener Eisen- bahn (Czmok)! -\- Sedum spurium. Strehlen : Prieborn (Buchs) ! Saxifraga tridadylites. Zülz : gegen Mühlsdorf (Buchs). Ribes Grossularia. Pleß: Passietzka (Werner)! -|- Physocarpus opulifolius. Wehrau: Teufelswehr; Sagan: Queisufer bei Lipschau (Rothe); Ratiborhamm er: Odergebüsche; Gleiwitz: bei der Koksanstalt (Czmok) ! -j- Spiraea salicifolia. Leobschütz: Wolfsteich (H. u. B. Malende)! Cotoneaster integerrimus. Wartha: ziemlich zahlreich um den Grafen- sitz, besonders zwischen den Grenzsteinen 47 u. 50 ! Crataegus monogyna X Oxyacantha. Hierfür läßt sich deuten ein Be- legstück von Gleiwitz: Lukasine (Werner)! Pirus Malus. Neustadt: Steinbruch am Kröschendorfer Eichberg*, Hotzenplotz: gegen Maideiberg (Werner); f. acerba Gleiwitz: Klodnitz- damm bei Lukasine (ders.)! Rabus saxatilis. Münsterberg: Stadtwald!, Heinzendorf (Spribille)!; Lublinitz: Wald bei Patocka (Höflich)! R. sulcatus'^). Rosenberg: Landsberger Forst!, Bussower Forst. R. nitidus. Trebnitz: um Kathol. Hammer! und Maliers! an mehreren Stellen, 1) Sämtliche folgenden Angaben über Brombeereafunde rühren, soweit nicht anderes vermerkt, von Prof. Spribille her. Für Rubiis ganz besonders zu be- achten ist Barbers 3. Teil seiner ,, Flora der Oberlausitz" im 27. (Jubiläums-)Bande der Naturf. Ges. zu Görlitz, S. 239—412; aus Raummangel muß leider auf dessen Exzerpierung verzichtet werden. II. Abteilung. Zoologisch-botanische Sektion. 63 B. ihyrsoideus (thyrsanthus). Militsch: südösll. vom Waldkretscham!; Rosenberg: Landsberger und Bussower Forst. R. vulgaris (vxllicaulis) f. rliamnifolioides. Breslau : in und bei Marien- kranst!, zw. Tscliechnitz u. Kottwitz! R.macrophyUus. Trebnitz: vor Deutsch-Hammer !, hinter Kath. -Hammer !, um Maliers mehrfach!; Militsch: zw. Schwibedawe u. Postel!; Juliusburg: gegen Lakumme!; Breslau: Tschechnitzer! und Marienkranster' Wald! R. rhomhifolius v. pyramidiformis. Breslau: Marienkranst!; Rosen- berg: Bussower Forst gegen Hellewald! R. sieinianlcensis. Breslau: Tschechnitzer Wald! R. chaerophylloides. Trebnitz: um Kath. Hammer mehrfach!; Bres- lau: Tscliechnitzer Wald! R. pyramidalis. Breslau: Marienkranst! R. ostroviensis. Trebnitz: nördl. von Kath. Hammer! R. posnaniensis. Wie vor. ! ; Breslau : Tschechnitzer Wald ! R. apricus. Militsch: südl. vom Waldkrelscham! ; Breslau: Marienkranst! R. Schubei. Neustadt: gegen Eichhäusel! R. Schleicheri. Trebnitz : um Kath. Hammer mehrfach ! R. Bellardii. Rosenberg: Bussower Forst! R. serpens. Wie vor. ! R. hirius. Juliusburg: gegen Lakumme!; Rosenberg: Landsberger! und Bussower Forst. R. krotoschinensis. Trebnitz: um Maliers mehrfach ! ; Juliusburg: mehr- fach an der Öls-Gnesener Bahn!, auch bei Lakumme. R. gothicus. Juliusburg: in u. bei Weißensee! Fragaria moschata. Leobschütz: Komeise (Werner) u. a. Potentilla supina. Strehlen: Altstadt (Schöpke); Zülz: Altzülz u. a. (Buchs) ! P. reda. Bunzlau: an einem Damm in der Boberau (Weiß)!; Langenbielau: Tiefer Grund (Schöpke)! P. verna. Zobten: Kieferberg bei Kapsdorf (Schöpke) ! ; Peiskretscham : Schieroth (Werner)!; Krappitz: Ottmuth (Buchs)! .P. opaca. Jägerndorf: Melzerberg, Mösnig (Buchs)* P. procumbens. Lublinitz: zw. Sorowski u. Ponoschau (Höflich) ! ; Alt- gleiwitz: gegen Brzezinka (Werner)! P. alba. Zobtenberg: am Grenzwege! P. erecta X procumbens. Wehrau: Hosenitzgraben (Rothe)! Sanguisorba minor. Lublinitz: Brzegi (Höflich)! Rosa canina f. rölundata. Neustadt: Glemkauer Grenze gegen Kröschen- dorf (Werner)! R. glauca. Brieg: Conradswaldau ; Ohlau: Weißdorf, Kontschwitz, Thomaskirch; Wansen: gegen Kallen; Strehlen: an zahlreichen Orten (Schalow); Gieiwitz: Kiodnitzdamm bei Lukasine (Werner)! 64 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. R. dumetorum. Um Wansen mehrfach (Schalow); Gleiwitz: in der Dombrowa u. a, (Werner)! R. coriifolia. Brieg: Conradswaldau (Schalow); Ohlau: zw. Rodeland n. Minken (Tischler), Kontschwitz; Wansen: gegen Kallen; Strehlen: ver- breitet (Schalow); Neustadt: um Kröschendorf häufig (Werner); Gleiwitz: beim Domin. Fortuna u. am Damme vor Koslow (ders.)! R. afßnis. Strehlen: Prieborner Marraorbruch (Schalow). R. agrestis. Strehlen: Töppendorf, Striege (Schalow); Neustadt: um Kröschendorf mehrfach (Werner)! R. elliptica. Strehlen: Riegersdorf (Schalow). R. rubiginosa. Strehlen: Wäldchen, Karisch (Schalow); Gleiwitz: Wasserlochremise bei Fortuna (Werner)! R. Hvescens. Ohlau : Thomaskirch (Schalow). -f- R. cinnamomea. Strehlen: Eisenberg, Louisdorf u. a. (Schalow); Lewin: Schlaney (Werner); Neustadt: Kröschendorf (ders.)! -|- R. humilis v. lucida. Herrnstadt: Gräben bei Mersine (Schwarz) ! R. gallica. Breslau: Tschechnitzer Wald (Spribille); Ohlau: Thomas- kirch; Strehlen: Habendorf (Schalow). -{- Lupinus angustifoUus. G o g o 1 i n (Buchs ) ! Genista pilosa. Lublinitz: Sorowski (Höflich)! Cytisus nigricans. Lublinitz: Brzegi (Höflich)! C. capüatus. Reichenbach: Karlswalde (Schöpke)!; Friedland 0. S. : gegen Lade, Rogauer Forst (Buchs)! u. a. ; Jägerndorf: Melzerberg (ders.)! C. ratisbonensis. Nicolai (Werner)! Medicago falcaia, in einer auffallend kräftigen, weißlichgelb blühenden Form, bei Liegnitz: Arnsdorf (Figert) ! Die abweichende Blütenfarbe wurde auch schon anderwärts, z. B. bei Grünberg (Hellwig)! beobachtet. M. falcata X sativa. Pless: Imielin (Werner). Melilotiis altissimus. Lüben: Koslitz (Matzker)! Onobryehis viciifoUa. Lublinitz : Lubetzko, Glinitz (Höflich) ! ; 4- Leob- schütz: Bahndamm bei Steubendorf (Werner)!; Krappitz: Steinbrüche (Buchs)! -{- Vicia pannonica f. purpurascens. Friedland 0. S.: zw. Schelitz u. Rehhof (Buchs)! Das Belegstück weicht vom Typus durch sehr schwache Behaarung der Fahne ab. V. cassubica. Breslau: Sibyllenort!; Jägerndorf: Melzerberg (Buchs)! V. dumetorum. Wartha: Rammeisberg u. a., stets vereinzeU!; Neu- stadt: Eichhäusel (Buchs)! Lalhyrus tuberosus. Lüben: Gr. Krichen, gegen Lerchenborn (Matzker)! L. Silvester f. ensifoUus. Bei Obernigk mehrfach (Schwarz)! Geranium phaeum. Nimptsch: Kunsdorf!; -|- Gleiwitz: Kirchhof in Brzezinka (Werner)! G. sanguineum. Lublinitz: zw. Sorowski u. Brzegi (Höflich)! IL Abteilung. Zoologisch-botanische Sektion. 65 G. pyrenaicum. Gr. Stein: unweit der Oberförsterei! Gr. molle. Kl. Strehlitz: Radstein, Dobrau (Buchs)! Mercurialis perennis. Lublinitz: Patocka (Höflich)! Euphorbia dulcis. Zülz: im Goy u. Pakosch (Buchs)! -f- Evonymus latifolius. Wartha: Riegersdorfer Wald unweit des Giersdorfer Grafensitzes! Acer Pseudoplatanu$. Neustadt: Eichberg bei Kröschendorf (Werner)! Rhamnus catharticus. Wartha: Giersdorfer Wald bis oberhalb des Grafensitzes ! -|- Vitis vinifera. Gleiwitz: im Gesträuch am Kupferhammerteiche bei Koslow (Werner). -f- Malva moschata. Leobschütz: Wernersdorf (H. Malende)! Hypericum montanum. Münsterberg: Reumen! (Schöpke); Zülz: Goy (Buchs)!; Hotzenplotz: Matzdorf (H. u. B. Malende). H. hirsutum. Wartha: zw. Forsthaus u. Dorf Wiltsch, um den Ka- pellenberg bis zum Paßkreuz ziemlich häufig; Neiße: Bürgerwald bei Rothaus ! H. perforatam f. veronense. Berun: Dzieckowitz, Imielin (Werner)! -|- Viola covfiuta L. Schreiberhau: am Sommerberge bei Josefinen- hütte in Menge verwildert (Römer)! Daphne Mezereum. Zülz: im Goy u. Pakosch (Buchs)! Feplis Portula. Riesengebirge: Bahnhof Petersdorf (Römer)! (-f- ?) Epilobium Dodonaei. Berun: im Kalkbruche südwestlich von Dzieckowitz (Wernei')! E. coUinum. Neustadt: Eichberg bei Kröschendorf (Werner)! E. adnatum. Gleiwitz: hinter der alten Schlackenhalde an der regu- lierten Klodnitz (Czmok) ! E. obscururii. Schömberg: Blasdorf; Reinerz: Höllental (Schöpke)! E. alsinefoliuni X collinutn. Gesenke: Kl. Vaterberg (Frl. Hoffmann t. Pax). E. coUinum X montanum. Schreiberhau: am Fuße des Hoch- steins (Römer)! E. hirsutum X parviflorum. Breslau: Sandgrube hinter Klettendorf (Rothe) ! E. montanum X roseum. Schreib er hau: unweit des Bahnhofs (Römer)!; Zülz: im Goy (Buchs)! Trapa natans^). Lublinitz: Bogdalla bei Sorowski (Höflich)! 1) Infolge der modernen Teichbewirtschaftung sind selbstverständlich auch bei uns einzelne Standorte der Wassernuß neuerdings eingegangen, und voraus- sichtlich werden auch in den nächsten Jahrzehnten noch etliche verloren gehen. Bis sie aber bei uns ausgestorben, dürfte — wenn es überhaupt eintreten sollte — noch manches Jahr verfließen. Daß sie trotzdem von den Aufsatzlieferanten einzelner populärer Zeitschriften als in Schlesien nicht mehr vorhanden ange- 1911. 5 66 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Hydrocotyle vulgaris. Zülz: Sysslau (Buchs)! Ciciita virosa. Patschkau: mehrfach (Buchs)!; Gleiwitz: Klodnitzufer (Czmok) ! Sium latifolium. Friedland 0. S, : Ringwitzer Graben (Buchs). Pimpinella Saxiffaga f. disseda. Imielin (Werner)!; dort auch schon vor Jahrzehnten von Unverricht beobachtet. Conium maculatum. Patschkau, Ottmachau (Buchs)! Chaerophylluni hirsutum. Reichenbach: am Niederhofe in Peiskers- dorf (Schöpke). Ch. bulboBum. Krappitz: OUmuth (Buchs)! Anthriscus vulgaris. Langenbielau (Schöpke). -|- A. Cerefolium. Friedland 0. S.: zahlreich im Schloßparke (Buchs)! A. nitidus. Schömberg: Tannenbrunn bei Blasdorf! (Schöpke); Strie- gau: Grünau, Muhrau (ders.)!; Leobschütz: Wolfsteich (H. Malende)!; Gleiwitz: verbreitet um Altgleiwitz (Werner)! Peucedanum Oreoselinum. Zobten: z. B. Kiefernberg bei Kapsdorf (Schöpke). Laserpicium latifolium. Am Geiersberg auch an dem in halber Höhe verlaufenden Pürschsteige! -j- Cornus stolonifera. Wehrau: Teufelswehr (Rothe); GleiwMtz: Seufzerwäldchen und Klodnitzgebüsche (Czmok)! Pirola chlorantha. Lublinitz: Brzegi (Höflich)! P. media. Schreiberhau: an dem steilen Aufstiege zum Hochstein (Römer) ! Ledum palustre. Namslau: Steinersdorf (Schindler)!; Friedland 0. S.: Ellgut (Buchs)! ArQtostaphylos Uva nrsi. Lublinitz: Sorowski (Höflich)! Vaccinium Oxycoccus. Neurode: Vierhöfe bei Königswalde (Schöpke)! V. uliginosum. Friedland 0. S.: Ellgut (Buchs)! Primula elatior, Friedland 0. S.: gegen Lade (Buchs)!; Leobschütz: Amaliengrund (H. u. B. Malende) ! ; Gleiwitz : zw. Tatischau u. Klüschau (Werner). Lysimachia nemorum. Gleiwitz: Stadtwald (Czmok)! L. thyrsißora. Friedland 0. S.: Ellgut, Schelitz (Buchs)! Trientalis europaea. Lüben: Große Heide, J. 22 (Matzker)!; Nams- lau: Eckersdorf!; Münsterberg: Stadtwald! Anagallis arvensis v. coendea. Gleiwitz: Carl Oswald-Grube (Czmok)! Erythraea pulchella. Pleß: z. B. Imielin (Werner). geben wird, ist bei deren Oberflächlichkeit nicht zu verwundern; ihnen eine Be- richtigung derartiger Schnitzer zugehen zu lassen, wäre Zeit- und Portovergeudung. Sehr bedauert aber habe ich es, daß auch die sonst so zuverlässige, von mir hoch- geachtete Redaktion des „Prometheus" nicht, meiner Bitte entsprechend, den Irr- tum ihres Wassernußreferenten berichtigt hat. IL Abteilung. Zoologisch-botanische Sektion. 67 Gentiana Pneumonanthe f. latifolia. Gleiwitz: Hüttenwiesen (Czmok)!; Ellguth-Zabrze (Werner). G. verna. Bei Karlsbrunn auf einer feuchten Wiese bei 800 m (H. u. B. Malende)! Vinca minor. Camenz: Plottnitzer Wald; Habelschvverdt: Altwalters- dorf, unweit der Kuschelmühle!; Oppeln: zw. Tarnau u. Schulenburg (Schmattorsch)!; Leobschütz: Kreuzwald (H. u. B. Malende); Gr. Stein!; Gleiwitz: Rudzinitz! -f- Pharbilis purpurea. Gleiwitz: Ödland (Werner)! Convolvulus arvensis f. auriculatus. Krappitz : gegen die Eisenbahn- brücke; Gogolin (Buchs)! -|- Collomia grandißora. Charlottenbrunn: Bahnhof Tannhausen; Gl atz: Bahndamm bei Nd. Altwilmsdorf (Schöpke)! -j- Phacelia tanacetifoUa. Patschkau: gegen Gollendorf (Buchs)!; auch sonst im Neißer Kreise (u. a.!) mehrfach an Bahndämmen u. dergl. (ders.), Symphytum tuberosum. Friedland: gegen Lade (Buchs)!; Neustadt: Kreiwitz (Schmattorsch) ! Myosolis caespitosa. Gnadenfrei: Kittlitzheide (Schöpke)! M. sparsißora scheint im Kreise Neustadt selten zu sein. Zülz: Goy, Schwedenhügel (Buchs). MelUtis Melissophyllum. Wartha: Riegersdorfer Bergwald, unweit der Giersdorfer Grenze!; Gr. Stein! Galeopsis angustifoiia. Patschkau: gegen Gollendorf; Neustadt: Bahnhof (Buchs)! G. speciosa. Um Zuckmantel (Buchs). Lamium amplexicaule, weiRhlühend. Schweidnitz: Kesselstift (Schöpke) ! -|- Stachys annua. Breslau: Sandgrube bei der Kürassierkaserne (Richters). Salvia pratensis. Reichtal: gegen Skorischau (Burda)!; Lublinitz: Heerstraßenrand bei Glinitz u. Lubetzko (Höflich)! -{- S. silvestris. Gleiwitz: Kanaldamm gegen Gwozdek (Czmok)! S. verticillata. Lublinitz: Glinitz (Höflich)!; Neustadt: Zülzer Bahn- hofsseite; Gogolin: Ottmuth (Buchs)!; Leschnitz: Bahnhof (ders.). Origanum vulgare. Rybnik: Spendelmühle (Schmattorsch)! 5 Jägerndorf: Melzerberg (Buchs)! 3Ientha arvensis X longifolia. Zülz: Radstein (Buchs)! Atropa Belladonna. Wartha: Rammeisberg u. Kapellenberg, recht spärlich!; Neustadt: Langer Berg (Schmattorsch)! Verbascum nigrum X Thapsus. Leobschütz: Wolfsteich (H. u. B, Malende) ! Linaria Elatine. Gleiwitz: Carl Oswald-Grube (Czmok)! + L. genistifoUa. 0hl au: Bahnhof Minken (Rothe)!; Gleiwitz: Erzablagerungsstätte (Czmok)! 5* 68 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Scrofularia alata. Strehlen; am Mühlgraben (Schöpke)!; Patschkau: Gollendorf (Buchs)!; Leobschütz: Wolfsteich (H. u. B. Malende)! -j- Mimulus moschatus. Gesenke: Brettsägemühlgraben bei Priniis- \vald (Buchs)! Veronica montana. Münsterberg: Moschwitzer Buchenwald, südl, von der ,, Kroneneiche"! -\- Digitalis purpurea. Reichtal: an der Studnitz in Menge (Schramm, Schindler)! Melampyrum arvense. Zülz: bisher nur bei Grabine beobachtet (Buchs). Utricularia negleda. Bunzlau : Hosenitzgraben ; Sagan : Lipschau (Rothe) ! Orobanche ßava. Friedland Ö. S.: im Ostrawitzalal, an zwei Stellen (Podpera, Weeber)! Asperula Aparine. Leobschütz: Wolfsteich (H. u. B. Malende)! A. odorata. Oels: Gr. Mühlatschütz (Tischler)! Galium vernum. Reichenbach: Habendorf, Kittlitzheide, Karlswalde (Schöpke)!; Wartha: Riegersdorfer Wald, gegen Giersdorf! G. palustre f. caespitosum. Friedland 0. S.: bei Forsthaus Lade (Buchs) ! G. silvestre. Neustadt: Wildgrund (Buchs)! Sambucus Ebulus. Gr. Strehlitz: südlich vom Sprentschützer Berge (Buchs) ! S. racemosa. Reichtal: Goiski (Lischka)!; Leobschütz: Kreuzwald (H. u. B. Malende). + Lonicera Caprifolium. Haynau: Kiefernlehne bei Conradsdorf (Alt) ! L. Xylosteum. Jägerndorf: Melzerberg (Buchs) ! -\- Symphoricarpus racemosa. Gleiwitz: in einem Feldgehölze bei Fortuna (Werner)! Wohl nur ..halbverwildert", wie sie auch andernorts, z. B. bei Breslau, zuweilen anzutreffen ist. Valeriana dioeca. Leobschütz: Schmeisdorf (H. u. B. Malende)! Phyteuma orbiculare. Bei Altheide auch am Töpferberge (Schöpke)! -)- Breslau: Opperau, gegen Klettendorf (Rothe). Eupatorium cannabinum. Zülz: im Pakosch u. bei Sehelitz (Buchs): Leobschütz: Kreuzwald (H. u. B. Malende). Solidago serotina. Ottmachau: Neißeufer (Buchs)! Gnaphalium luteoalbum. Leobschütz: Steinbruch im Stadtwalde (H. Malende) ! Helichrysum arenarium. Zobten: Kiefernberg bei Kapsdorf (Schöpke)!; Zülz: Goldschowitz (Buchs); Katscher: Dirschel (H. u. B. Malende); Hotzenplotz: Matzdorfer Mühle (dies.)! Inula salicina. Altheide: am Töpferberge (Schöpke)! Rudbeckia laciniata: Ratibor: Markersdorf (Lischka). II. Abteilung. Zoologisch-botanische Sektion. -|- R. hirta. Bunzlau: Queisufer bei Schöndorf (Rothe); Lublinitz: Sorowski (Höflich)!; Gleiwitz: Schechowitz (Czmok). Galinsoga parvißora. Bei Patschkau u. Ottmachau; um Krappitz massenhaft (Buchs)! Anthemis tindoria. Leobschütz: Mocker (E. Müller)!, Schmeisdorf (H. u. B. Malende). Achillea Ptarmica. Patschkau: Nd. Pomsdorf (Buchs)! Matricaria diseoidea hat sich im letzten Jahrzehnt an den Bahnlinien so eingenistet, daß sie von diesen wohl nur noch aus ganz neuen Bezirken zu nennen ist; besonders stark ist sie im Gebiete von Grottkau!, Neiße! (Buchs), Neustadt, Zuckmantel und Jägerndorf (ders.) beobachtet. Außerdem: Elbfallbaude (Schöpke)!; Maltsch: bei der Spedition!; Lublinitz: Bahnhof!; Rosenberg: Liebichau (Spribille); Friedland 0. S.: auf dem Marktplatze (Buchs)! -|- Chrysanthemum voseiim Weher u. Mohr. Wüstewaltersdorf: im ,, Kessel", seit etwa 30 Jahren eingebürgert (Schröder)! Artemisia campestris. Strehlen: Hussinetz (Schöpke)! -j- A. pontica. Breslau: Krietern (Rothe)! Tussilago Farfara. Gipfel des Glatzer Schneebergs (H. u. B. Malende). -\- Erechthites hieraclfolius. Rybnik : Paruschowitzer Forst (Schmattorsch) ! Arnica moniana. Lublinitz: Brzegi (Höflich)! Senecio aquaticus. Bunzlau: Lorenzdorf (Rothe)! S. barbaraeifolius. Gleiwitz: Klodnitzufer (Werner)! S. nemorensis. Reichtal: Sgorsellitzer Wald (Burda)! S. Fuchst. Strehlen : Milchkuppe bei Reumen ! (Schöpke) ; Gr. Strehlitz : Sprentschützer Berg (Buchs)! S. fluviatüis. Ohlau: Laskowitzer Wald (Graf Saurma-Jeltsch) ! S. crispatus. Namslau: Altstadt (Burda) !; Lublinitz: Sorowski (Höflich)!; Kl. Strehlitz: Dobrau, sehr spärlich (Buchs)! + Calendula officinalis. Breslau: auf Schutt bei Krietern (Rothe)! + Echinops sphaerocephalus. Zabrze: Ödland bei Donnersmarckhütte (Werner). Carlina acaulis. Katscher: Dirschel; Leobschütz: Steubendorf (B. Malende), Huhlberg (ders.)! Carduus crispus. Strehlen: Prieborn; Friedland 0. S.: Ellgut-Tillowitz ; Patschkau: mehrfach (Buchs)! Girsium lanceolatum v. silvaticum. Zülz: im kleinen Goy (Buchs)! C. rivulare. Reichenbach: Habendorf (Schöpke)!, Kittlitzheide (ders.). G. arvense f. incanum. Zülz: gegen Ellgut (Buchs). C. canum X oleraceum. Öls: Gr. Mühlatschütz (Tischler)! C. oleraceum X palustre. Zülz: Popelauer Mühle (Buchs)! + Silybum Marianum. Neustadt: Ödland am Kröschendorfer Walde (Werner) ! 70 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Onopordum Acanthium. Gogolin: Bratenhof, Ottmuth (Buchs)! Serratula ündoria. Lewin: bei Schlauey mehrfach (Werner). Centaurea Jacea v. decipiens. Bunzlau : Lorenzdorf, Borgsdorf (Rothe) ! ; weißblühend bei Kl. Strehlitz: Kl. Buhlau (Buchs)! C. phrygia. Neurode: Vierhöfe bei Königswalde (Schöpke)! C. pseudophrygia. Lewin : bei Schlaney mehrfach (Werner). Picris hieracioides. Lublinitz: Lipie (Höflich)! Tragopogon orientalis. Berun: Urbanowitz (Werner)! Scorzonera humilis. Wehrau: Marienhaus (Rothe)!; Lublinitz: Kol. Brindowe, Kochtschütz (Höflich)!; Friedland 0. S. : Forsthaus Lade (Buchs)! Chondrilla juncea. Bunzlau: Lorenzdorf (Rothe)!; Ottmachau: Zucker- fabrik; Gogolin: Brachäcker (Buchs)! Taraxacum ofßcinale, mit tubulösen, braunen Blumenkronen. Kudowa: in einer Schonung in Menge (Bänitz)! Laduca Scariola. Patschkau: mehrfach; Krappitz: in den Steinbrüchen (Buchs) ! Prenanthes purpurea. Rummelsbergzug: Milchkuppe! (Schöpke) u. a. : Hotzenplotz: Matzdorf (H. u. B. Malende). Crepis praemorsa. Altheide: Töpferberg (Schöpke)! C. succisifolia. Münsterberg: Neuhof!, gegen Eichau! C. paludosa f. hrachyoius. Gleiwitz: in der Dombrowa (Werner)! Hieracium. ßoribundum. Neustadt: Finkenkoppe bei Batzdorf (Schmatlorsch)!; v. pseudatiricula N. P. Tannhausen (Schöpke)! H. echioides. Hotzenplotz: gegen Waissak (Werner u. Schubert)! H. barbatum. Schweidnitz: Holzgrund bei Gr. Friedrichsfeld (Schöpke)! H. Auricula X Pilosella. Ohlau: Rodeland (Tischler)! H. cymigerum X pratense. Haynau: Basaltbruch bei Michelsdorf (Alt)! H. Pilosella X praeaüum. Leobschütz: Schieferbruch bei Komeise; Hotzenplotz: gegen Komeise (Werner)! Ferner sprach Herr Th. Schübe über die Ergebnisse der phaenologischen Beobachtungen in Schlesien im Jahre 1911. Das Frühlingswetter zeigte in diesem Jahre ziemlich starke Schwan- kungen. So folgte z. B. einer recht rauhen Karwoche, in der selbst im Flachlande stellenweise Schneefall eintrat, eine sehr warme Osterwoche. Den ganzen Mai hindurch gab es vielfachen Wechsel zwischen klaren und regnerischen Tagen, Auch der Juni verlief noch ähnlich, doch machte sich bereits vielfach Kegenmangel geltend. Vom Beginne des Juli an aber trat, bis in den September hinein anhaltend, eine so unerhörte Hitze und Trockenheit ein^ wie sie wohl seit Menschengedenken nicht ge- herrscht: selbst in den Jahren 1889 und 1904 haben unsere Fluren weitaus nicht so versengt wie diesmal ausgesehen. Es ist daher nicht zu verwundern, daß die Angaben über Fruchtreife und Laubfall von den IL Abteilung. Zoologisch-botanische Sektion. 71 Durchschnittswerten zum Teil ganz auffallend abweichen. Vielfach wurden sonderbare Anomalien beobachtet, z. B. nicht bloß das auch sonst nicht allzu seltene Eintreten einer 2. Belaubung und nochmaliger Blüten- entfaltung der Roßkastanie, sondern auch zweimalige Fruchtreife bei Apfelbäumen. Im südlichen Oberschlesien stäubten die Haseln z. T, schon im Dezember 1910 (Hultschin: 27. XII., Oberglogau: 15. XII.). Die zu beobachtenden Phasen waren: 1. e. Bl. Galanthus nivalis, 2. e. Bl. Corylus Avellana, 3. ß. 0. Aesculus Hippocastanum^ 4. e. Bl. Narcissus Pseudonarcissus, 5. B. 0. Tilia platyphylla, 6. e. Bl. Betula verru- cosa^ 7. B. 0. desgl., 8. e. Bl. Rihes Qrossularia, 9. e. Bl. Prunus avium, 10. e. Bl. P. Cerasus, 11. e. Bl. Pirus communis, 12. e. Bl. Prunus Padus, 13. e. Bl. Pirus Malus, 14. e. Bl. Vaccinium Myrtillus, 15. B. 0. Pirus Aucuparia, 16. B. 0. Fagus silvatica, 17. e. Bl. Aesculus Ilippocastanum^ 18. e. Bl. Crataegus Oxyacantha, 19. e. Bl. Syringa vulgaris^ 20. B. 0. Fraxinus excelsiorj 21. e. Bl. Pirus Aucuparia, 22. e. Bl. Cytisus Laburnum^ 23. v, Bl Alopecurus pratensis, 24. v. Bl. Phleum pratense, 25. v, Bl. Dactylis glome rata (sowie Schnittbeginn [S. B.]), 26. v. Bl. Trifolium pratense, 27. e. Bl Sambucus nigra, 28. e. Bl. Tilia platyphylla, 29. e. Bl. Lilium candidum 30. V. Bl. Seeale cereale hib., 31. S. B. desgl., 32. v. Bl. See. cer. aestivum 33. S. B. desgl., 34. Fr. Pirus Aucuparia, 35. e. Bl. Colchicum autumnale 36. Fr. Aesculus Hippocast., 37. L. V. desgl., 38. L. V. Fagus silv., 39. L V. Betula verrucosa, 40. L. F. Fraxinus exe, endlich die Frühlingshaupt phase (F. H.) als Mittelwert von Nr. 11, 12, 13 und 16. Die Bezeich nungen sind dieselben wie in den letzten Berichten. 1. Hoyerswerda; Beobachter: Lehrer Höhn. 1. 59; 2. 63; 3. 105; 4. 100; 5. 116; 6. 120; 7. 116; 8. 120 9. 119; 10. 124; 11. 122; 12. 124; 13. 127; 14. 130; 15. 107 16. 111; 17. 132; 18. 142; 19. 136; 21. 137; 22. 142; 23./25. 151 S. ß. 167; 26. 163; 27. 151; 28. 179; 29. 188; 30. 154; 31. 200 34. 208; 35. 251; 36. 280; 37. 289; 39. 293; F. H. 121. 2. Rot Wasser 0. L.; Beobachter: Lehrer Rakete. 1. (84); 2. 87; 3.(112); 5. — , 120; 7. (119); 8. (119); 9. (120) 10. 127; 11. (131); 13. 137; 14. 122; 17. 138; 18. (140); 19. 140 S. B. 157; 26. 165; 27. 168; 28. 184; 30. 161; 31. 202; 32. (181) 36. 276; 39. 300; 40. (317). 3. B unzlau; Beobachter: Lehrer Devantie und Lehrer a. D. Alt. 1. 65; 2. 73; 3. 110; 4. 119; 5. 117; 6. 119; 7. 111; 8. 120 9. 122; 10. 128; U. 128; 12. 126; 13. 135; 14. 123; 15. 122 16. 127; 17. 134; 18. 143; 19. 138; 20. 137; 21. 140; 22. 145 23./25. 154; S. ß. 159; 26. 158; 27. 162; 28. 180; 29. 192; 30. 161 31. 207; 34. 226; 36. 276; 37. 295; 38. 308; 39. 307; 40. 308 F. H. 129. 72 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. 4. Haynau; Beobachter: Lehrer Liersch. 1. 77; 2. 80; 3. 110; 4. 98; 5. 120; 6. 124; 7. 120: 8. 125 9. 126; 10. 131; 11. 129: 12. 127; 13. 138; 14. 129; 15. 114 16. 125; 17. 140; 18. 14.5; 19. 142; 20. 140; 21. 143; 22. 148 23./25. 151; S. B. 159; 26. 168; 27. 171; 28. 199; 29. 197: 30. 164 31. 207; 34. 240; 36. 280; 37. 290; 38. 293; 39. 283; 40. 302 F. H. 130. 5. Wigandstal; Beobachter; Lehrer Rühle. 1. 70; 3. 119; 4. 100; 8. 123; 9. 126; lo. 132; ii. 134; 13. 139; 14.124; 16. 126; 17. 143; 18. 146; 19. 141; 20.—, 141; 21. 145; 22. 148; S. B. 143; 27. 165; 30. 196; 3i. 217; 34. 237; 36. 251; 38. 298; F. H. (133). 6. Liebental, Bez. Liegnitz, Seehöhe 350 m, 51^1' B, 33° 10' L; Beobachter: Seminarlehrer Hoppe, 1. 63; 2. 85; 3. 112; 4. 99; 5. 119; 6. 124; 7. — , 124; 8. 120; 9. 124; 11. 128; 12. (127); 13. 138; 14. 122; 15. 120; 16. 133; 17. 139; 18. 145; 19. 139; 20. 138; 21. 144; 22. 145; 23./25. 155; S. B. 157; 26. 138; 27. 165; 28. 184; 29. 204; 30. 167; 31. 211; 35. 258; 36. 280; 37. (300j; 38. (297); F. H. 132. 7. Hirse hberg; Beobachter; Oberlehrer Kruber. 1. 73; 2. 74; 3. 118; 4. 102; 5. 128; 6. 123; 7. 122; 8. 119; 9. 122; 10. 123; 11. 126; 12. 129; 13. 130; 14. 127; 15. 121; 16. 122; 17. 137; 18. 144; 19. 138; 20. 141; 21. 145; 22. 146; 23./25. 154; S. B. 159; 26. 160; 27. 166; 28. 185; 30. 168; 31. 210; 34. 239; 35. 260; 36. 280; 38. 304; 40. 301; F. H. 127. 8. Rawitsch; Beobachter: Oberinspektor Nitschke. 1. 65; 2. 61; 3. 119; 4. 111; 5. 125; 6. 90; 7. 114; 8. 116 9. 121; 10. 125; 11. 125; 12. 128; 13. 131; 14. 133; 15. 124; 16. 131 17. 121; 18. 139; 19. 137; 20. 143; 21. 134; 22. 143; 23./25. 138 S. B. 157; 26. 151; 27. 145; 28. 178; 29. 189; 30. 151: 31. 197 34. 202; 36. 268; 37. 268; 38. 264; 39. 255; 40. 272; F. H. 129. 9. Brieg; Beobachter; Landwirtschaftslehrer Zahn. 2. 72; 3. 118; 4. 112; 5. 124; 6. 117; 7. 121; 8. 118; 10. 121; 11. 123; 12. 122; 13. 131; 14. 133; 16. 124; 17. 134; 18. 140; 19. 139; 20. 134; 21. 140; 22. 140; 27. 158; 28. 177; 29. 182; 36. 299; 37. 305; 38. 309; 39. 307; 40. 309; F. H. 125. 10. Breslau, Botan. Garten der Universität; Beobachter: Inspektor Kölscher. 1. 66; 2. 65; 3. 116; 4. 104; 5. 119; 6. 116; 7. 123; 8. 114 11. 120; 12. 130; 13. 129; 15. 129; 16. 136; 17. 132; 18. 138 19. 138; 21. 145; 22. 140; 25. 149; 26. 152; 27. 162; 28. 173 34. 208; 35. 275; 36. 276; 37. 289; 39. 298; 40. 298; F. H. 131 II, Abteilung Zoologisch-botanische Sektion. 73 11. Breslau, Stadt. Botan. Schulgarten; Beobachter: Inspektor Kiekheben. 1. 65; 2. 71; 3. 119; 4. 98; 5. 120; 6. 120; 7. 120; 8. 119 9. 121; 10. 124; 11. 125; 12. 126; 13. 132; 14. 127; 15. 121; 16. 134 17. 135; 18. 143; 19, 137; 20. 136; 21. 140; 22. 144; 23./25. 148 26. 158; 27. 160; 28. 183; 29. 175; 30. 161; 31. 208; 34. 210 35. 268; 36. 284; 37. 294; 38. 301; 39. 304; 40. 309; F. H. 129 12. Striegau; Beobachter: Prof. Dr. Kroll. 1. 67; 2. 64; 3. 117; 4. 103; 5. 119; 6. 119; 7. 116; 8. 122 9. 122; 10. 124; 11. 123; 12. 126; 13. 127; 14. 123; 15. 120; 16. 124 17. 131; 18. 143; 19. 136; 20. 127; 21. 135; 22. 143; 23./25. 160 S. B. 161; 26. 160; 27. 160; 28. 179; 29. 188; 30. 162; 31. 198 34. 243; 35. 254; 36. 277; 37. 304; 38. 304; 59. 302; 40. 306 F. H. 125. 13. Dittersbach bei Waidenburg; Beobachter: Lehrer H. Jagsch. 1. 84; 3. 125; 4. 97; 8. 125; ii. 140; 13. 145; 17. 142; 19. 149; 26. 159; 30. 173; 31. 212; 36. 268; 37. 270. 14. Bad Langenau; Beobachter: Hausbesitzer Rösner. 2. 76; 3. 120; 4. 99; 7. 124; 8. 120; 9. 123; 10. 129; 11. 129 12. 126; 13. 136; 14. 124; 16. 123; 17. 138; 18. 142; 19. 138 20. 122; 21. 143; 22. 146; 27. 157; 28. 195; 29. 196; 30. 163 31. 211; 34. 219; 35. 228; 36. 279; 37. 302; 38. 305; 39. 308 40. 300; F. H. 129. 15. Reinerz; Beobachter: Stadtförster Eisner. 1. (Leucoium vern.) 83; 2. 94; 3. 141, — ; 5. 134, — ; 6. 135 7. 126, — ; 8. 133; 9. 129; 10. 134; 11. 136; 12. 132; 13. 146 14. 132; 16. 144; 17. 149; 18. 148; 19. 145; 20. 145, — ; 21. 141 22. 155; 23./25. 171; 26. 191; 27. 165; 28. 211; 30. 162; 31. 216 34. 268; 35. 248; 36. 291; 37. 292; 38. 289; 39. 299; 40. 299 F.H. 139. 16. Oberglogau; Beobachter: Seminarlehrer Sniehotta. 1. 66; 2. 67 (bezw. —6, s.o.); 3. 123; 4. 123; 5. 125; 6. 125; 7. 130; 8. 111; 9. 123; 10. 125; 11. 123; 12. 125; 13. 132 15. 128; 16. 126; 17. 132; 18. 121; 19. 134; 20. 150; 2i. 150 22. 147; 23./25. 148; S. B. 161; 26. 136; 27. 153; 28. 161; 29. 147 30. 161; 31. 200; 34. 238; 35. 245; 36. 274; 37. 269; 38. 274 F. H. 127. 17. Hultschin; Beobachter: Lehrer Slesina. 1. 72; 2. 80 (bezw. 7, s. o.); 3. 110; 4. 102; 5. 126; 6. 123 7. 111; 8. 123; 9. 125; 11. 126; 13. 135; 14. 130; 15. 110; 16. 121 17. 140; 18. 150; 19. 143; 20. 126; 21. 140; 22. 154; 23./25. 158 S. B. 165; 26. 168; 27. 174; 28. 180; 29. 190; 30. 164; 31. 210 34. 251; 36. 280; 37. 293; 38. 300; 39. 302; 40. 309; F. H. (127). 74 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. 18. Deuts ch-Krawarn; Beobachter: Lehrer Heimann. 1. 63; 2. 57; 3. 120; 4. 92; 5. 130; 7. 116; 8. 116; 9. 124 10. 126; 11. 125; 13. 127; 15. 116; 17. 134; 18. 139; 19. 135 20. 138; 21. 141; 22. 151; 23./25. 148; S. B. 157; 26. 164; 27. 160 28. 173; 29. 184; 30. 156; 31. 204; 34. 219; 35. 260; 36. 272; 37. 285 39. 282; 40. 299. 19. Beischnitz; Beobachter: Lehrer Kotschy. 1.70; 2. 96; 3. 110; 4. 114; 5. 128; 6. (119); 7.115; 8. 105 9. 120; 10. 126; 11. 123; 12. 125; 13. 128; 14. 125; 15. 116 16. 123; 17. 135: 18. 137; 19. 136; 20. 134; 21. 143; 23./25. 156 S. B. 159; 26. 186; 27. 160; 28. 183; 29. 185; 30. 158; 31. 202 34. 225; 35. (258); 36. 256; 37. 286; 38. 286; 39. 288; 40. 290 F. H. 125. 20. Gleiwitz; Beobachter: Hüttenobermeister Czmok. 2. 81; 3. 123; 4. 115; 5. 126; 6. 117; 7. 122; 8. 120; 9. 121 10. 122; 11. 123; 12. 127; 13. 135; 15. 120; 17. 134; 18. 139 19. 140; 20. 139; 21. 140; 22. 147; 23. 145; 27. 155; 29. 191 31. 208; 35. 251; 36. 272. 21. Beuthen; Beobachter: Lehrer Tischbierek. 1. 85; 2. 83; 3. 128; 4. 114; 5. 129; 6. 122; 7. 121; 8. 122 9. 124; 10. 130; 11. 125; 12. 128; 13. 137; 14.126; 15. 128; 16. 129 17. 136; 18. 144; 19. 138; 20. 141; 21. 149; 22. 142-, 23./25. 162 26. 158; 27. 162; 28. 177; 29. 195; 30. 161; 31. 212; 34. 240 36. 250; 37. 298; 38, 297; 39. 299; 40, 298; F, H, 130, Aus dem Jahre 1910 ist noch nachzutragen: Liebental; Beobachter: Seminarlehrer Hoppe. 1. 62; 2. 63; 3. 112; 4. 110; 8, 114; 9. 124; 11. 130; 12. 136; 13, 142; 14. 131; 16. 136; 17. 147; 18. 148; 19. 146; 20, — , 146; 21. 152; 22. 152; 25. 166; S. B. 163; 26. 147; 27. 156; 30. 166; 31.216; 35.257; 36.279; 37.280; 38.278; 39.264; 40. 309 ; F. H. 136. Die Herren Beobachter erlaube ich mir daran zu erinnern, daß im Schaltjahr 1912 der 1. April der 102. Zähltag ist. Endlich legte Herr Th. Schübe vor Ergänzungen zum „Waldbucli von Schlesien". Auf Grund der zahlreichen (bisher etwa 60) Lichtbildervorträge, die ich, gestützt auf meine jetzt gegen 800 Nummern zählende Glasbilder- sammlung in den verschiedensten Teilen der Provinz gehalten, sind mir wiederum Nachrichten über beachtenswerte Objekte aus unserer Gehölz- welt zugegangen, die ich so viel als möglich an Ort und Stelle nach- geprüft und vervollständigt habe. Da unser ,, berufener" Naturdenkmalpfleger nicht einmal die ihm gemachten Mitteilungen über unsere Findlingsblöcke, zweifellos die interessantesten geologischen Naturdenkmäler der schlesischen II. Abteilung. Zoologisch-botanische Sektion. 75, Ebene, gebührend berücksichtigt hat, habe ich auch diesen, der Beschützung so dringend bedürftigen Blöcken mehr als bisher nachgespürt und, wie man sieht, noch eine stattliche Anzahl ausfindig gemacht. Eingehendere Besprechung dieser Felsstücke findet man in meinen Aufsätzen in den Zeitschriften ,, Schlesien", ,, Oberschlesien" und in der ,,Zeitschr. der Land- wirtschaftskammer"; hier suche ich mich, wie immer, unbeschadet der Genauigkeit, so kurz wie möglich zu fassen. S. 9. Breslau. Auf dem Laurentiuskirchbofe (Auenstraße) wächst *Mistel auf einer Birke. Unweit der Hobrechteiche kommt sie auf Ahl- kirsche und Silberweide, im nahen ,, Kaiserpark" auf Silberpappel und am Ostrande des Zoologischen Gartens auf Eberesche vor : derartiges Auftreten des Halbschmarotzers ist bei uns sehr selten. S. 10. Ciaren kraust. Das Gestell östlich von der im vorigen Bericht erwähnten Fichte führt nordwärts (Ecke des J. 103) zu einer *Kiefer von reichlich 3Y2 m U., mit ziemlich kurzem Schaft und mächtiger Krone. Kottwitz. Beim Fährhaus eine schöne Flatterrüster von 3 m U. Krieblowitz. An dem Fußsteige zur Vierradenmühle, etwa 300 m vom Dorfe, 2 Kopfweiden von fast 5 m U., nach ob'en zu erheblich stärker, anscheinend noch recht lebenskräftig. Namentlich auf der einen reiche Überpflanzenwelt: eine mehrere Meter hohe Eberesche und mehrere Brom- beersträucher. S. 15. Giersdorf. Die 3 alten *Eiben im Schloßrevier haben sich vortrefflich erholt. Um den ,, Grafensitz", besonders auf der Höhe, zwischen den Grenzsteinen 47 und 50 gegen Riegersdorf, zahlreiche Zwergmispeln. S. 16. Plottnitz. An der Straße nach Kosel, dicht vor der Ab- zweigung derjenigen nach Kamitz, Hirschholder auf Kopfweide. Zwischen Ober-Pl. und den Siebenhäusern eine vollkronige * Pappel von 4^2 ^ U. ; auf dem Haferberge, D. 28, ein ungewöhnlich reich verästelter * Feld- birnbaum von 2V4 ni U. — Im D. 22, kaum 100 m westlich vom Schatz- kammerwege, eine *Fichte von 1,45 m U., die über dem Boden mittels eines rundsitzähnlichen maserartigen Gebildes auf 3,45 m anschwillt. S. 18. Reinerz. Auf den Seefeldern wächst zwischen Zwerg- und Moorbirke auch ihr in Deutschland bisher nur von einer andern Stelle bekannter Bastard. S. 21. Wiltsch. Dicht unterhalb des Forsthauses, gegenüber der Heerstraße, jenseits des Baches, eine prächtige * Trauerfichte. Beim Heer- straßenstein 9,8 reichlich Tannenmistel. S. 23. Landeck. Die zweibeinige Buche an der Dreieckerstraße ist geschlagen worden. An dem Fußwege, der etwa 20 m westlich von der Kreuzung des Weges Waldtempel-Hirschbad mit der Schmalehaustraße gegen den Dreiecker ansteigt, 2 * Tannen von etwa 1 m U., die am Boden verwachsen sind, dann eine volle Windung (etwa 10 m lang) um einander ausgeführt haben und schließlich verschmolzen sind. An der vom Georgen- 76 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. hof in den Wald führenden Straße steht, bald nach der Erreichung des Hochwaldes, zur Linken eine stattliche Kiefer mit Kruzifix (,,Wannegießer- bild", früher an einer nahen Tanne befestigt, deren Stumpf noch zu sehen ist). Steigt man am Rande des Hochwaldes (gegen die junge Fichten- pflanzung) knapp 10 m weit empor, so erblickt man eine Buchengruppe mit mehrfachen Verwachsungen, in die auch eine Tanne wiederholt ein- geklemmt ist, u. a. mit einem Aste, der von der Buche so stark über- wallt ist, daß der Anschein einer Durchwachsung hervorgerufen wird. S. 25. Schönfeld. Bald nach der Abzweigung des markierten Fuß- weges gegen Lauterbach, am Bachübergange, 2 * Eichen, die am Boden und in 2 Yj rn H. verwachsen sind. S. 29. Thanndorf. Die "",, Überbirke", die jetzt 8 m H. und 0,72 m U. besitzt, hat, wie vorauszusehen war, jetzt den sie tragenden Weidenstamm zum Aufklaffen gebracht. S. 37. Krelkau. Die *Eiche zwischen den Vorwerken Schimmelei und Wiesenhof scheint die Blitzschlagbeschädigung völlig verwunden zu haben. Ihre Höhe beträgt übrigens nur wenig über 15 m. Moschwitz. Östlich vom ,, Buchenkönig" prächtige Mischwaldschläge. Eine sehr ansehnliche Buche u. a. gerade beim Eintritt der Heerstraße in den Hochwald; kurz vorher eine große Misteltanne. S. 38. Tepliwoda. Beim Gutshofe, namentlich an der Straße westlich davon, einige gewaltige Roßkastanien (U. reichlich 4 m). Eckersdorf. An dem Wege, der sich etwas südlich von demjenigen nach Vorwerk Karlshof hinzieht, hübscher Bestand mit ansehnlichen Buchen und Tannen. Neuvorwerk (Sand). Auf dem früheren Dorfanger alte Buchen, mehrere von 3^2 n^ U. und darüber, die * stärkste von 4,63 m U. ; am Wege nach Vorw. Karlshof 2 einander gegenüberstehende Eichen von 4Y2 ni U., eine noch stärkere (U. 4,75 m) am Porembateiche. Niefe. Der * Armleuchterfichte (J. 134) ist einer ihrer ,, Arme" durch Sturm entrissen worden; in ihrer Nähe prächtige *Kiefern und * Tannen. Die * Stelzenfichte im J. 130 a steht ganz nahe dem Gestell gegen J. 131. S. 45. Kl. Kniegnitz. Auf der flöhe des Kirchhofes eine ungemein malerische *Winterlinde von 4^2 in U., mit herrlicher Krone. Wilkau. Im Gutsparke 2 prächtige Silberpappeln von reichlich 5 m U. ; * diejenige in der Nähe des Schlosses zeigt reichliche Efeu- umkleidung, S. 47. Wilhelminenort. Jm J. 7, von der ,,Baruther Linie" 25 m nördlich, 200 m westl. der ,, Jagdlinie", der *Boberstein (zweifellos nach dem ehemaligen Vorkommen des Bibers in diesem früheren Sumpfgelände benannt); der herausragende Teil dieses jetzt teilweise ausgegrabenen Blockes reicht in die Länge 2,4, in die Breite 1,7 und in die Höhe 0,8 m. II. Abteilung. Zoologisch-botanische Sektion. 77 S. -48. Laskowitz. Im nordwestlichsten Waldteile, am Wege vom Forsthause nach Eichhof, etwa 100 m vor der Brücke über das Grenz- wasser, ein gegen 1 ^/g cbm fassender Geschiebeblock (mit Erinnerungs- zeichen an einen Besuch unserer Kronprinzessin). S. 49. Peisterwitz. Die große Fichte im J. 179 scheint gefällt zu sein. An der Heerstraße zwischen Grüntanne und Korsav.'e, wenige Meter westlich von der Abzweigung des Weges nach Garsuche, ein Granit- block (,, Tischlerstein"), dessen oberirdischer, fast halbkugeliger Teil gegen 4 cbm Inhalt aufweist. Rattwitz. Das Freigut ist jetzt in 2 Güter zerlegt-, die größere der beiden Eiben steht auf dem westlichen der beiden (am Eingangstore). Von der Oder aus sind beide Bäume, die sich gut erholt haben, zu sehen. Haben dorf. Am Teichdamme neben dem Wege nach Kittlitzheide eine eigentümlich gewachsene Kiefer von 2,50 m Umfang. Karlswalde. Eine mächtige Grenzkiefer von 2,60 m Umfang. S. 61. Barzdorf. In der Fasanerie an der Ostseite des Streit- bergs, nahe ihrem Ostrande, eine gegen 20 m hohe *Lärche mit kolossalem Hexenbesen etwa 3 m unter der Spitze ; das nestartig ausgebreitete Gebilde hat etwa 6 m Horizontaldurchmesser. J arisch au. Auf dem Järischauer Berge, besonders an der Seite gegen Muhrau, mehrfach mächtige Blockanhäufungen des hier anstehenden Granits (nicht Geschiebe!); einer der größten ist der sonderbar geformte ,,Schimscherstein", an der Südwestseite des Berges. S. 62. Gl au che. In der mittleren der 3 Waldschluchten südlich vom Orte stehen ansehnliche Buchen (bis zu reichlich 3 m U.). S. 65. Kl. Totsclien. An dem Grabenübergange des Fußwegs zur Bahnhaltestelle einige Kopfweiden mit zahlreichen, z. T. recht ansehnlichen Ebereschen als Überpflanzen. S. 66. Zedlitz. Am Fußwege gegen Paschkerwitz , unweit der großen ,, Übereberesche", ein ungemein kräftiger Spindelbaum. S. 69. Kraschen. An der Westseite des Dominiums führt ein Feldweg nach dem Eichvorwerk; halbwegs führt von diesem ein mit Ebereschen bepflanzter Weg ostwärts an einer Fasanerie vorüber zu einem Kiefernwäldchen, in dem, etwa 30 m vom Westrand entfernt, ein schmaler Steig südwärts zum ,, Teufelsstein" führt, von dem reichlich 25 cbm frei- gelegt sind und wahrscheinlich noch ein sehr erheblicher Teil im Sand- boden steckt. S. 66. Dittmannsdorf. Im Garten der Wähnerschen Brauerei 2 Rüstern, die in etwa 2 m Höhe durch einen 1 m langen Ast ver-- bunden sind, S. 70, Dyhernfurt. Am Wege von der Neuen Ziegelei nach Cranz, kurz vor der Erreichung des Fußwegs von D. nach Tannwald, eine Kopfweide mit einem Holderbusch als Überpflanze. 78 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. S. 73. Leubus. Nahe dem Hauptfußwege zur Maltscher Fähre, unweit der Einmündung der Linie zwischen .T. 136 und 128, ein statt- licher, sicherlich ursprünglicher * Silberpappelzwiesel. Es folgen von da gegen Maltsch (J. 128) 3 stattliche, vom Liegnitzer R. G. V. mit Tafeln versehene Eichen, die *Moltke-, Bismarck- und * Kaisereiche (von A^J^ bis 5% m. U.). S. 74. Praukau. Gegenüber der Maltscher Spedition ein inter- essanter Waldschlag mit zahlreichen äußerst stattlichen Stücken von * Spindelbaum (bis 0,45 m U. u. 5 m H.), Kreuzdorn (bis 0,75 m), Hart- riegel (bis 0,45 m U. und 6 m H.), Faulbaum und Schlehdorn (bis 0,o5m U.); auch ein Bachholder von fast '/g "^ Umfang. S. 82. Niebuscli. Interessanter Park mit Eichen bis zu fast 6 m U. und Fichten bis zu 3V2 m Umfang. S. 83. Ob. Popp schütz. An der Seite des Burgbergs, etwa 400 m westnordwestlich von der Höhe des Fuchsbergs, an einem zur Weißfurt gehörigen Quellbache ,,die Burglade", ein * Geschiebeblock von truhen- ähnlichem Umriß; der herausragende Teil faßt etwa 3 cbm, doch steckt noch ein ansehnliches Stück im sumpfigen Untergrunde. S. 101. Kathol. Hennersdorf. Die Rieseneibe hat neuerdings am Stamm und einem Aste schweren Schaden genommen; auf Veranlassung unseres Heimatschutzbundes (mit weitgehender Unterstützung seitens des Landschaftsverbandes für Naturdenkmalpflege der Oberlausitz) ist eingehende Ausbesserung vorgenommen worden, so daß das Weiterbestehen des Baumes gesichert erscheint. S. 117. Hirschfeldau. Auf dem Kirchhofe, ,nur wenig aus dem Erdboden herausragend, ein Geschiebeblock, der nach dem Abstände der Gräber zu schließen, mindestens 5 m lang und 4 m breit, also wohl von sehr bedeutendem Inhalt ist. Neuwaldau. Auf dem Grundstücke des Gutsbes. Gutsche 2 *Linden, deren Stämme vor etwa 40 Jahren zur Erde niedergesunken sind und aufrechte nebenstammartige Äste (die eine 9, die andere 5) getrieben haben. S. 126. Falkenberg. Unweit des Forsthauses Tiergarten Fichten bis zu 3,15 m U., dort auch die fast ebenso starke ,, Harfenfichte", an der der unterste Ast bogenförmig gekrümmt ist und einige senkrechte Neben- äste trägt. Im J. 16 e dieses Schutzbezirks 2 etwa 50-jährige Eichen, von denen die eine einen Ast der andern völlig überwallt hat (Scheindurch- kreuzung). Unter den Geschiebeblöcken sind 4 ansehnliche hervorzuheben: *1. Schutzbez. Roßdorf, J. 10b (unweit des Dorfes), nahe dem Fahrweg; Inhalt etwa 4 cbm. *2. J. 14, etwas rechts vom Wege Roßdorf-Jakobsdorf, halbwegs zwischen den beiden von Jatzdorf ausgehenden Straßen; er hat bei fast quadratischer Oberfläche reichlich 12 cbm Inhalt, *3. J, 45, fast genau östlich von dem vorigen, einer von etwa 6 cbm Inhalt. 4. Schutzbez. IL Abteilung. Zoologisch-botanische Sektion. 79 Wiersbel, J. 37, halbwegs zwischen dem Franzosenkirchhof und Lager I; Inhalt etwa 5 cbm. S. 129. Sabine. Am „alten Falkenberger Wege" gegen Hammer, im Walde, knapp 2 km vom Gutshof entfernt, der ,,Pücklerstein", fast halbkugelig, mit etwa 4y2 cbm Inhalt. S. 130. Rudzinitz. In dem südöstlich vom Dorfe gelegenen Wald- teile eine sehr malerische Waldwiese mit ansehnlichen Eichen und Hain- buchen. Im westlichen Teile mehrfach alte Tannen und Fichten, die schönsten im J. 12, Forstort Szczipowielz; hier kommen von * beiden Arten Stücke bis zu reichlich 0^/3 m U. und 36 m H. vor. Unter den Linden auf dem alten Kirchhof ist eine von fast 6 m Umfang. Im Park ungewöhnlich starke Erlen, eine auf der Teichinsel hat 4 m Umfang. S. 131. Deutsch- Würbitz. Am Nordwestrande des Waldes, schon außerhalb des Wildzauns, etwa 40 m von der Wallendorfer Straße entfernt, der *,, Teufelsstein", wahrscheinlich sehr groß und unter dem schmalen Grenzgraben bis in den Namslauer Kreis übergreifend; aus dem Erdboden ragen allerdings nur 2V2 cbm heraus. S. 132. lisch in. Im letzten Winter ist hier auf einer alten Gräberstätte ein ansehnlicher Findlingsblock (fast würfelig, mit nahezu 2 m Erstreckung nach den Hauptrichtungen) aufgestellt worden, der bis dahin im Walde von Hadra lag. S. 135. Sodow. Der (schon von Partsch erwähnte) * Schillstein, etwa 2 cbm fassend, lag, bevor er im Pfarrgarten als Denkstein aufgestellt wurde, auf sandigem Untergrund im benachbarten Wiersbier Walde. Gesess. Im Schloßpark eine * Fichte mit tief herabreichender Krone (H. über 25 m, U. 2'/^ m). S. 141. Emanuelssegen. Die * stärkste Buche hat reichlich 5 m U., auch von den übrigen gehen einige über 4 m hinaus. S. 148. Gr. Stein. Im J. 23, unweit des Nackeler Weges, ein Granitblock von etwa 4^2 cbm Inhalt (der ,, Christusstein"); es ragte an- fangs nur die eine — fast halbkugelige — Hälfte aus dem lockeren Erd- reich heraus, nach völliger Freilegung erwies sich auch die untere Hälfte fast kugelig gerundet. Schlesi sche Gesells chaft f ür Yaterländische Cültn r. 89, I III. Abteilung. Jahresbericht. | Naturwissenschaften. 1911. 1 c. Sektion für Obst- und Gartenbau. Bericht über die Tätigkeit der Sektion für Obst- und Gartenbau im Jahre igii. Erstattet von den Sekretären Felix Eosen und Jelto Hölscher. Die Sektion für Obst- und Gartenbau hielt im Berichtsjahre 5 Sitzungen ab, die sich durchweg eines guten Besuches erfreuten. Im Vorstande trat eine Veränderung nicht ein; auch hat sich der Mitgliederbestand im Wesentlichen nicht geändert: er betrug 87 einheimische sowie 100 aus- wärtige Mitglieder. In der Einrichtung des Versuchsgartens in Klettendorf wurde nichts geändert. Trotz der sehr trockenen und warmen Witterung im Sommer war die Entwicklung der einzelnen Baumschulquartiere durchaus be- friedigend. Weniger gute Resultate ergab die Ernte der Standbäume. Die Äpfel, mit Ausnahme von Charlamowsky, Hawthondern und Aders- lebener Kalvill, die schöne Früchte brachten, versagten ganz, auch brachten die Birnen nur eine Mittelernte. Der Kirschen ertrag war gut, hin- gegen blieben die Früchte der Pfirsiche klein und unansehnlich. Die Pflaumenbäume hatten im Frühjahre sehr vom Ungeziefer zu leiden, da infolge des häufigen schroffen Witterungswechsels eine un- geheuere Läuseplage auftrat: Junge Schild- und Blattläuse hatten die Bäume, soweit nichts dagegen geschah, ganz in ihre Gewalt bekommen. Ein energisches wiederholtes Spritzen mit Tabak-Extrakt bewährte sich als bestes Bekämpfungsmittel. Das Gemüse hatte wie überall sehr von der Trockenheit zu leiden. Gurken und Bohnen verdorrten am Stock und brachten gar keine Ernte. Im Mustergarten wurde ein neues Quartier mit Aprikosen und Pfirsichen in Busch- und Halbstammform bepflanzt, ebenso wurden die Beeren- obstquartiere mit Stacliel- und Johannisbeerensträuchern erweitert. Auf den frei gewordenen Parzellen längs des Fahrweges wurden Birnen-Pyramiden angepflanzt. Gleichwie in früheren Jahren fand auch diesmal an die Mitglieder der Sektion eine unentgeltliche Verteilung von Sämereien statt. Leider zeigte sich bei der Verteilung derselben auch diesmal wieder, wie wenig die schon öfter wiederholte Bitte Erfüllung findet, die Wunschzettel recht- zeitig mit genauer Angabe von Name und Wohnort zurückzusenden. Un- 1911. 2 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. vollkommen ausgefüllte und nicht rechtzeitig eingesandte Listen können keine Berücksichtigung finden! Über die einzelnen Sitzungen ist folgendes zu berichten : In der am 16. Januar abgehaltenen I. Sitzung sprach Herr Prof. Dr. Ewer t aus Proskau O./S. über: „Die Jungfernfrüchtigkeit als Schutz der Obstblüte gegen die Folgen von Frost- und Insektenschäden." Vortragender führte hierbei etwa folgendes aus: Es sind jetzt wohl 5 Jahre her, daß ich Ihnen an der Hand meines Originalmaterials den Beweis erbrachte, daß Jungfernfrüchtigkeit bei unseren Obstbäumen, namentlich bei den Birnen, eine sehr häufige Erscheinung ist. Handelte es sich damals zunächst darum, theoretisch klar zu stellen, unter welchen Bedingungen sich eine Frucht zu entwickeln vermag, und vor allen Dingen zu zeigen, daß auch ohne Bestäubung eine Frucht von normaler Größe entstehen kann, so bin ich heute in der Lage Ihnen zu beweisen, daß die Jungfernfrüchtigkeit auch unmittelbaren Schutz zu stiften vermag. Ich hatte früher schon hervorgehoben, daß Beschädigungen der Blüten bei jungfernfrüchtigen Sorten für die Fruchternte eigentlich belanglos sein müßten, so lange wenigstens, als die Blütenachse selbst verschont bleibt. Immerhin war dieser Satz zunächst nur eine theoretische Schlußfolgerung, und mußte die Tatsache selbst noch durch direkte Beobachtungen fest- gestellt werden. Im Frühjahre 1910 mußten nun meine Versuchsbäume, die mir als besonders jungfernfrüchtig bekannt waren, die Feuerprobe bestehen. Ein- mal wurde nämlich die Blüte von einem Frost von etwa — 3,5 ^C. ge- troffen und zum andern vernichtete der Blütenstecher zahlreiche Blüten. Bei der Birnensorte Minister Lucius wurden die Blüten, die vom Frost verletzt resp. verschont geblieben waren, gekennzeichnet. Von etwa 2000 Blüten eines Baumes hatten ca. 1 800 gebräunte Griffel, die Blütenachse blieb jedoch stets intakt. Der Einfluß des Frostes konnte sich nun in folgender Weise geltend machen : 1. Der Griffel resp. die Narbe allein wurde abgetötet, nachdem die Befruchtung bereits stattgefunden hatte; dann mußten Früchte mit normalen Kernen entstehen. 2. Die Griffel resp. Narben wurden abgetötet, bevor eine Befruchtung stattgefunden hatte; dann mußten sich Früchte mit hohlen Kernen entwickeln. 3. Der Frost vernichtete außer den Griffeln auch das Kernhaus mit den Samenanlagen; dann war nur die Bildung von Früchten ohne Kernhaus und ohne Samen möglich. II. Abteilung. Obst- und Gartenbau-Sektion. Alle diese 3 Fälle kamen nun in der Tat vor. 14 % aller vom Baume geernteten Früchte besaßen sogar weder Kernhaus noch Samen. Wenn wir diese nur allein in Betracht ziehen, so wäre schon ein recht beträchtlicher Ausfall der Ernte verhindert worden und zwar allein deswegen, weil die hier in Frage stehende Sorte jungfernfrüchtig ist. An den Birnen trat nun im Frühjahre 1910 auch in großer Zahl der Apfelblütenstecher auf, eine Erscheinung, die an sich bei der Birne nicht so selten ist. Bei der Birnensorte Fertility wurden nun einige Blüten, die von dem Schädling vernichtet worden waren, genau angezeichnet, und es konnte im Laufe des Sommers beobachtet werden, daß sich aus diesen Blüten ganz normale Früchte entwickelten. Die hier genannten Birnsorten besitzen nun in ganz hervorragendem Maße die Eigenschaft der Jungfernfrüchtigkeit. Es kann daher bei diesen selbst am gleichen Zweige eine Jungfernfrucht neben einer kernhaltigen entstehen. Wo das eigene Fruchtungsvermögen nur ein schwaches ist, wird die Jungfernfrucht unter solchen Umständen gewöhnlich entweder ganz abgeworfen oder sie erreicht doch nur eine unvollkommene Aus- bildung. Wir sehen somit, daß wir Frost- und Insektenschäden allein durch die Jungfernfrüchtigkeit begegnen können. Ich habe es mir daher auch zur Aufgabe gemacht, durch Züchtung die Jungfernfrüchtigkeit immer noch mehr zu festigen; besonders bei Äpfeln ist dieses Ziel erstrebenswert, da Jungfernfrüchtigkeit bei Äpfeln relativ selten ist und in der Vollkommen- heit, wie bei der Birne, überhaupt nicht vorkommt." Die II. Sitzung fand am 20. Februar statt. In derselben hielt Herr Gartenbaudirektor Stämmler aus Liegnitz einen Lichtbildervortag über: ,, Die Eosen-, Dahlien- und Schlesisclie Gartenbau- Ausstellung in Liegnitz 1910. Ferner: Ausflug nach Pöstyen und Abbazia." Vortragender, der zunächst seinen Dank für die ihm anläßlich seines 25 jährigen Dienstjubiläums zuteil gewordenen Ehrungen, u. a. die Er- nennung zum Korrespondierenden Mitgliede der Schlesischen Gesellschaft für vaterländische Cultur, aussprach, gab erst einen Überblick über das Zustandekommen der in allen Teilen so vorzüglich gelungenen Liegnitzer Ausstellung, wobei er manche Anregung für eine eventuell später in Breslau zu veranstaltende Ausstellung gab. Von den verschiedenen Fragen, die er dann aufwarf und beantwortete, interessierte die zahlreichen Zuhörer namentlich auch die,, ob Gartenbauausteilungen für Schlesien, als eine gärtnerisch nicht exportierende Provinz, Wert hätten. Er bejahte dies in» vollen Sinne, da sowohl eine Spezialausstellung als auch eine gut ge- ordnete allgemeine Schau dem Publikum neue Anregung biete, wobei nicht allein das Ansehen der gesamten Gärtnerei gehoben, sondern auch 4 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. dem Fachmanne eine willkommene und reiche Quelle guter Belehrung gewährt werde. Waren es in früheren Jahren die großen Herrschaftsgärtnereien, die derartige Ausstellungen vorwiegend beschickten, so sind es jetzt mehr die Handelsgärtner mit Platzgeschäft, die Exportfirmen, Baumschulen und Obst- züchter, die in erster Linie berufen sind, ihre Produkte bei derartigen Ausstellungen vorzuführen. Mögen nun letztere im Gelände oder Gebäude ausgeführt werden, so ist vor allem ein großer Wert darauf zu legen, daß sie übersichtlich geordnet werden. Die weitere Frage, ob bei Ver- anstaltungen von Ausstellungen ein Unterschied zwischen einer Großstadt, Mittel- oder Kleinstadt zu machen sei, beantwortete der Vortragende dahin, daß im allgemeinen in einer Großstadt das Publikum weniger Interesse zeige, schwerer anzulocken sei, und auch die Fremden durch Schaufenster, öffentliche Gärten und Parkanlagen mehr abgelenkt würden, endlich die Lokal- und Geländefrage weit größere Schwierigkeiten mache. Letztere Frage sei in einer Mittelstadt meist günstiger und leichter zu lösen, auch Behörden und Einwohnerschaft seien mit größerem Eifer dabei, wie auch Stadt und Umgegend für ein derartiges Unternehmen, leichter zu gewinnen seien. Der fremde Gartenliebhaber finde in einer Mittelstadt nicht so viel Zerstreuung und fühle sich hier meist wohler, so daß auch die Aus- steller mehr auf ihre Rechnung als in einer Großstadt kämen. In der Kleinstadt werde hingegen bei derartigen Veranstaltungen das Ziel meist zu hoch gesteckt; man solle sich deshalb hier mehr auf die Umgegend oder auf Spezialvorführungen beschränken. Hierbei betonte der Vor- tragende, daß auch Blumen tage, Rosenfeste usw. für die Gärtnerei nur dann von Belang seien, wenn hierbei natürliche, heimische Blumen zur Verwendung kämen. Im weiteren Verlauf gab Direktor Stämmler einen Rückblick über frühere Liegnitzer Ausstellungen, wobei er die Vorzüge von Liegnitz als Gartenstadt näher beleuchtete und die Richtlinien erörterte, die in erster Linie bei dem Zustandekommen und dem weiteren Ausbau einer Aus- stellung im allgemeinen zu beachten sind. Da Herr Stämmler bereits sieben größere Ausstellungen in Liegnitz arrangiert -hat, waren namentlich letztere Ratschläge für die Breslauer Gärtner von größtem Wert. Nach diesen Ausführungen zeigte der Vortragende von der letzten Ausstellung eine große Anzahl wohlgelungener Aufnahmen, von denen namentlich die in natürlichen Farben wiedeigebenen Bilder reichen Beifall fanden. Im Anschluß daran führte er die aus Pöstyen und Abbazia mitgebrachten Bilder vor und erläuterte sie. In der III. Sitzung, die am 3. April stattfand, gibt Herr Verlagsbuch- händler Max Müller den definitiven Kassenabschluß über die Ein- und Ausgaben des verflossenen Etatsjahres. Da die Kasse vorher von den Revisoren geprüft und in vorzüglicher Verfassung befunden wurde, be- IL Abteilung. Obst- und Gartenbau-Sektion. antragt Herr Apotheker Beckmann dem Schatzmeister Entlastung zu erteilen, die ihm hierauf mit herzlichem Dank für die jahrelange auf- opfernde Tätigkeit vom Vorsitzenden erteilt wird. Herr Privatdozent Dr. Winkler hält hierauf einen Lichtbilder- Vortrag über: „Die Palmen und ihre Bedeutung für den Menschen." Vortragender gibt zunächst einen Überblick über die Vegetations- organe der Palmen, indem er den Stamm, die Blätter und Wurzel derselben bespricht und sodann eingehender auf die Verbreitung sowie Nutzanwendung dieser Pflanzen im Haushalte des Menschen eingeht. Im Anschluß hieran wurden eine große Anzahl Lichtbilder, die Vortragender in der Heimat der Pflanzen aufgenommen hat, vorgeführt, und an der Hand eines reichen Demonstrationsmaterials die im Vortrage angegebenen Beispiele erläutert. IV. Sitzung, den 13. November. Herr Dr. F. Zacher aus Dahlem-Berlin spricht über: „Einige neue Gartenschädlinge aus dem Tierreich". Er berichtet zunächst über eine kleine braune Blindwanze, Cam- pylomma Verhasci, welche neuerdings in verschiedenen Gegenden Deutsch- lands an Apfelbäumen schädlich wird, während man sie bisher nur an Verbascum-Arten, Königskerzen, beobachtet hatte. Die Wanze erscheint im Mai und zum zweiten Male im August, jedoch ist die Frühjahrsgeneration die bei weitem schädlichere. Der Schaden besteht darin, daß infolge des Anstechens der jungen Triebe durch die Wanze diese nicht zur Entwicklung gelangen, die darunter gelegenen Augen jedoch in unerwünschter Weise früher austreiben. Ein zweiter neuer Schädling ist ein Blattfloh, Trioza viridula, dessen Larven durch ihr Saugen an Mohrrüben eine starke Verkräuselung der Blätter hervorrufen und dadurch oft ein Verkümmern und Eingehen der ganzen Pflanze verursachen. Die Krankheit ist in Dänemark seit 1896 in stetem Vordringen begriffen und zu einer für den Mohrrübenbau be- drohlichen Kalamität geworden. In Deutschland wurde sie zum ersten Mal im vergangenen Jahre am Rhein und in Schleswig-Holstein beobachtet. Der Blattfloh lebt sonst am Waldkerbel. Es liegen hier ebenso wie bei der Rübenwanze, die von wilden Chenopodiaceen auf angebaute Rüben überging, und bei der Gespinnstmotte der Eberesche, die neuerdings sich an den Apfelbaum gewöhnt hat, wieder zwei Fälle vor, daß bisher wirtschaftlich bedeutungslose Tiere auf Kultur- pflanzen übergehen und dadurch zu Schädlingen werden. Hierauf hält Herr Prof. Dr. F. Rosen einen mit vielem Beifall auf- genommenen Lichtbildervortrag über: 6 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Caltur. „Vegetationsbilder aus Mittel-Norwegen". Die vorgeführten Lichtbilder stammen von der ersten Lehrexpedition der Dr. Paul Schottländerschen Jubiläumsstiftung der Universität Breslau. Führer war Prof. Dr. Kükenthal; weiter nahmen 6 Studierende der Natur- wissenschaften und der Vortragende teil. Die photographischen Aufnahmen erläuterten die Arbeitsmethoden bei der zoologischen Durchforschung des Molde- und Drontheim-Fjords und besonders die studierten Vegetations- formen Mittelnorwegens, vom Tanggürtel des Strandes durch Heide, Wald und Fjeld bis hinauf über die Grenze des ewigen Schnees, Die letzte, überaus gut besuchte Sitzung im Berichtsjahre fand am lö. Dezember statt. In derselben legte Herr Verlagsbuchhändler Max Müller die provisorische Aufstellung des nächstjährigen Etats vor, der, da anderweitige Vorschläge nicht gemacht werden, angenommen wird. Hierauf spricht Herr Karl Foerster aus Bornim-Potsdam über: „Neues Blühen in deutschen Gärten" unter Vorführung von 100 naturfarbigen Lichtbildern. Redner wies hierbei zunächst auf die außerordentliche Vielseitigkeit der Verwendung von Stauden im Garten und die unerschöpflichen Freuden hin, die sie dem Gartenfreunde vom Vorfrühling an bis weit in den Spät- herbst hinein verschaffen, und gab sodann praktische Winke für die An- ordnung und Pflege der Stauden im Garten. Jede Pflanze kommt erst dann mit ihrer ßlütenfarbe und Gestalt recht zur Geltung, w^enn man sie in eine passende Umgebung setzt. Man gruppiert die Stauden am besten nach der Blütezeit und ihren natürlichen Standortsgemeinschaften. So sieht z. B. im Frühjahre die niedrige blaue Scilla unter einem gelbblühenden Forsythienstrauch viel schöner aus, als für sich allein. Einen schönen Anblick bieten auch Vereinigungen wie Wachholder und Crocus, Herbstastern und Birken. Die Stauden eignen sich ebensogut für geometrisch angelegte Zier- gärten wie für natürlich stilisierte, so daß der Freund jeder der beiden Richtungen auf seine Rechnung kommt. Früher als bei den Holzgewächsen, schon im Februar, beginnt bei ihnen das Blühen. Bei der Vorführung der prächtigen Lichtbilder gab Vortragender einen Überblick über eine große Anzahl Stauden, die sich zur Verwendung in unsern Gärten eignen und winterhart sind. Er begann mit den Frühlings- blumen: Galanthus, Scilla, Crocus, Draba, Primula. Von letzteren gibt es einige aus dem Auslande eingeführte Arten, die bedeutend früher blühen, als die deutschen. Crocus wirkt bekanntlich sehr schön auf Rasen, hält aber darin nur einige Jahre aus, da seine Knollen von den Wurzeln der Gräser zu eng umschlossen werden. Man benutzt deshalb an Stelle des Rasens vorteilhaft Piasenersatzpflanzen, z. B. Sedum spurium u. a., in denen sich die Crocus-Arten viele Jahre halten und regelmäßig blühen. IL Abteilunsr. Obst- und Gartenbau-Sektion. Weiterhin führte der Redner u. a. als Sommer- und Herbstblumen vor: Iris, Trollius, Papaver, Paeonien, Lupinen, Margueriten u. a. m., worauf er eingehender auf das ,, Stein gärtchen" zu sprechen kam, dessen Anlage er jedem Gartenbesitzer empfahl. Es wird an Böschungen, unter direkter Verwendung halb vergrabener Steine angelegt, und seine wetterharten unvergänglichen Gewächse lohnen reichlich die geringe Pflege, die sie brauchen. Saxifraga-, Sempervivum-, Dianthus- und Cerastium- Arten, Campanula, Veronica, namentlich Veronica rupestris, eignen sich dafür. Ausländische Hochgebirgspflanzen halten sich besser als Alpen- pflanzen. Hierauf zeigte der Redner neue Delphinien, Ritterspornzüchtungen, darunter die schöne enzianblaue ,,Böcklin", Spiraeen, zahlreiche Phlox, die sich ebenso wie in der Blütenfarbe im Geruch unterscheiden, Potentilla, Gladiolen, Dahlien, Schlingrosen usw., schließlich Herbstblumen: Astern, Chrysanthemen, Anemonen u. a. m. Zuletzt gab der Redner noch eine bemerkenswerte Anregung. Er empfahl, daß in den einzelnen Orten Gartenbauvereine mit Vereinen für Heimatschutz, Künstlervereinigungen und anderen Vereinen, die ein Interesse daran hätten, sich zusammenschließen sollten zur Begründung von Schaugärten, in denen die wichtigsten winter- harten Gartengewächse anzupflanzen wären. Weitere Kreise könnten aus solchen, mit verhältnismäßig geringen Mitteln zu schaffenden Anlagen An- regung und Belehrung schöpfen. Der interessante Vortrag wurde mit leb- haftem Beifall aufgenommen. ScUesische Gesellschaft flir vaterländlsclie Cultur. fe'' ^^(.4* v^ 89. III. Abteilang. Jahresbericlit. Geschichte u. Staatswissenschaften 1911. a. Historisclie Sektion. @^_ ^■/C** 5.® Sitzungen der historischen Sektion im Jahre ign. Am 10. Februar sprach Herr Professor Dr. Schoeuaich über: Die Neronische Christenverfolgung. « o o C to^»»- 1911, Schlesische Gesellschaft für vaterländische Cultur. ^_^ ^5ä^js — — -r^ 89. Jahresbericht. 1911. III. Abteilung. Geschichte u. Staatswissenschaften b. Staats- u. Rechtswissenschaftliche Selftion. Sitzungen der Sektion für Staats- und Rechtswissenschaft im Jahre igii. Sitzung vom 9. Januar 1911. Vortrag des Herrn Amtsgerichtsrat Fränkel über „Erfahrungen bei dem Jugendgericht und der Jugendfürsorge". Hochgeehrte Versammlung! Wenn ich als schlichter Praktiker an dieser Stelle, von welcher aus hervorragende Gelehrte einem andächtig lauschenden Zuhörerkreise Mit- teilungen über Ergebnisse ihrer Forschungen, über die Lösung wissen- schaftlicher Probleme zu machen pflegen, mich an Sie, meine Hochver- ehrten zu wenden mir erlaube, so wollen Sie mir dies nicht als An- maßung auslegen; ich folge hierbei vielmehr lediglich dem in der vorigen Schlußsitzung der juristischen Sektion an mich gerichteten liebenswürdigen Wunsche unseres hochverehrten Herrn Vorsitzenden, und von dem Be- wußtsein unterstützt, daß nach den Satzungen unserer „Schlesischen Gesellschaft", zu deren Zwecken nicht ausschließlich die Förderung der Wissenschaft, sondern „insbesondere auch die Verbreitung gemeinnütziger Kenntnisse und Erfahrungen" gehört. Dies zu meiner Legitimation. Nun zum Gegenstande unserer Besprechung: ,, Erfahrungen bei dem Jugendgericht und der Jugend- fürsorge!" Wir wenden unsere Aufmerksamkeit zunächst dem Jugendgericht zu und folgen in unserer Darstellung dem Entwicklungsgange des betreffenden Verfahrens. Bekannt ist Ihnen ja, daß wir die Einrichtung des Jugendgerichts Amerika verdanken und daß sie trotz ihrer verhältnismäßigen Neuheit einen derartigen Anldang in den Kulturstaaten der alten Welt, insbesondere in unserem Staat, gefunden hat, daß wir von einem bestimmten, besonderen Verfahren des Jugendgerichts sprechen können, obwohl unsere bestehenden Gesetze bezügliche Sondervorschriften nicht enthalten. Es ist bei dieser Sachlage als ein hohes Verdienst der preußischen Justizverwaltung zu erachten, daß sie schon vor der gesetzlichen Regelung 1911. 1 2 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. dieses Souderverfabrens, wie es der Entwurf einer neuen Str.-P.-O. vor- sieht, mit kurzer Entschlossenheit daran gegangen ist, im Verordnungs- wege ins Leben zu rufen, was im Rahmen der bestehenden Strafprozeß- ordnung möglich war. Unsere am 1. Oktober 1879 in Kraft getretene Str.-P.-O. hatte sich darauf beschränkt, für Angeschuldigte bis zu 16 Jahren in Landgerichts- sachen die Bestellung eines Verteidigers vorzuschreiben und dem gesetz- lichen Vertreter eines minderjährigen Beschuldigten die Befugnis einzu- räumen, seinem Schutzbefohlenen Beistand zu leisten und Rechtsmittel einzulegen. Unser am 1. Januar 1871 in Kraft getretenes Str.-G.-B. widmet den jugendlichen Rechtsbrechern nur 3 Paragraphen, ohne überhaupt die Be- zeichnung , »Jugendliche" zu wählen. Es scheidet die Täter in: 1. Kinder unter 12 Jahren, welche überhaupt nicht gerichtlich ver- folgt werden können, und gegen die es nur erzieherische Maßnahmen vorsieht,- 2. Minderjährige im Alter von 12 — 18 Jahren, die allein als „Jugend- liche" im Sinne des jetzigen Jugendstrafverfahrens in Betracht kommen, und die nur im Falle der Erkenntnis der Strafbarkeit ihrer Handlung nach denselben Straf bestimmungen wie Erwachsene, jedoch milder zu bestrafen, anderenfalls Avie die Kinder bis zu 12 Jahren, also erziehlich, zu be- handeln sind. 3. Die über 18 Jahre alten Rechtsbrecher, die für ihre Straftaten volle Verantwortung tragen. Das unsere St.-P.-O. beherrschende Anklageprinzip führt nun dazu, daß jede Person, die im Alter von 12 — 18 Jahren mit den Strafgesetzen in Konflikt gerät, bei erforderlicher Einsicht zur Verantwortung gezogen und bestraft werden muß. Unser gesamtes Strafrecht ist aufgebaut auf dem Prinzip der Ver- geltung der Tat, Wir strafen auch die Jugendlichen, weil sie gefehlt haben. Die Strafe ist Selbstzweck. Es wird keinerlei Rücksicht auf die Eigenart der Personen genommen, die sich in körperlicher und geistiger Beziehung noch im Stadium der Entwickelung befinden, und die durch geeignete erziehliche Einwirkung ungleich eher für die Interessen der Allgemeinheit zurückgewonnen werden könnten, als durch Bestrafung. Im Jahre 1909 hat die Zahl der bestraften Jugendlichen in Preußen die erschreckende Hohe von 54 110 und im Deutschen Reich von ca. 200 000 Jugendlichen erreicht. Auf Grund der AVahrnehmung des beständigen Anwachsens der Kriminalität unserer Jugend, sowie der immer lauter werdenden Kunde von den Erfolgen des amerikanischen Jugend- gerichts erging am 24. Januar 1908 seitens unseres Justizministeriums die Anweisung zur Einrichtung von Jugendgerichten. Dieselben sollten dadurch IIL Abteilung. Staats- und rechtswissenschaftliche Sektion. 3 geschaffen werden, daß in der Hand eines Richters die Bearbeitung der Straffälle Jugendlicher und die daran sich knüpfende vormundschafts- gerichtliche Tätigkeit vereint wurde, und freiwillige Helfer und Helferinnen als sogenannte ,,Jngendgerichtsliilfe" zur Mitwirkung herangezogen wurden. In Breslau war bereits seit dem 1. Januar 1908 das Strafverfahren gegen Jugendliche durch die örtliche Justizbehörde im Wege der Geschäfts- verteilung in die Hand eines Vormundschaftsrichters gelegt worden. Vom 1. April 1908 ab erhielt es die dem Justizministerialerlasse entsprechende Gestaltung. Seit dem 1. Januar 1909 sind die Geschäfte des am Amtsgerichte bestehenden Jugendgerichts unter zwei Jugendrichter verteilt. Der Jugendrichter könnte sich aber nimmermehr der Lösung der ihm gestellten Aufgaben unterziehen und auf seinem Arbeitsgebiet etwas Er- sprießliches leisten, wenn er nur auf seine eigene Tätigkeit angewiesen wäre. Nur im Zusammenwirken mit geeigneten Laien ist es ihm möglich, an der Lösung jenes hohen Problemes der Erziehung und Besserung unserer Jugend mitzuarbeiten, zu dessen Verwirklichung das Jugendgericht geschatfen wurde. Zunächst sandte der ,,Sclilesische Frauenverband" Vertreterinnen in die Sitzungen des hiesigen Jugendgerichts. Die von diesen Damen bereits mit voller Hingebung, in Umsicht und Treue ausgeübte Tätigkeit wurde vom Frühling 1909 ab durch die hier geschaffene „Breslauer Zentrale für Jugendfürsorge" aufgenommen und fortgesetzt. Ihr haben sich bereits mehr als 100 Fürsorgevereine angeschlossen. Sie bezeichnet nach ihren Satzungen als ihre erste Obliegenheit: ,,die Unterstützung des Jugend- gerichts bei Erledigung aller seiner Zwecke". In vortrefflicher Weise versteht sie es, ihren Aufgaben gerecht zu werden. Sie ist der Leitung eines Jugendrichters unterstellt, und dementsprechend ihre Geschäftsstelle in sehr geeigneter Weise durch das Entgegenkommen der Justizverwaltung in dessen unmittelbarer Nähe im Amtsgerichtsgebäude untergebracht. Ihre Aufgaben teilen sich zeitlich in solche^ welche erstens: vor, zweitens: in und drittens: nach der Hauptverhandlung zu erfüllen sind. I. Vor der Hauptverhandlung. Um erziehlich auf Jugendliche, um heilend auf etwaige Krankheits- zustände einwirken zu können, bedarf es einer Klarstellung der Lebens- verhältnisse des Jugendlichen, der genauen Ermittlung seiner Umgebung. Ist erst die Straftat hinsichtlich ihres Ursprunges klargestellt, ob der Ein- griff in das fremde Eigentum den unsittlichen Anschauungen der Familie entspricht, in welcher der Jugendliche lebt, sein Rohheitsakt dem auch in anderen Fällen betätigten Gewalttätigkeitssinn, das Sittlichkeitsdelikt dem in dem betreffenden Hause nach den sonstigen Vorkommnissen offen- bar mangelnden Sinn für Sitte und Anstand, dann ist es für das Gericht 1* 4 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. ein Leichtes, za bestimmen, ob und inwieweit es den jugendlichen Reclits- brecher für seine Straftat verantwortlich machen kann, und wie es den Rückfall desselben durch geeignete Behandlung zu vermeiden imstande ist. Die Zentrale hat es verstanden, einen Kreis von geeigneten Persön- lichkeiten zu gewinnen, welche für die Einholung der erforderlichen Er- mittelungen sich vorzüglich bewährt haben. Es sind dies nicht nur Mit- glieder der Zentrale selbst, sondern auch insbesondere Vertreter der Vereine, welche die Jugendfürsorge sich zu ihren Aufgaben gestellt haben, insbesondere Lehrer und Lehrerinnen, Studenten, Referendare, Missionare, ja ein freiwilliger Helferbund hat sich lediglich zu dem Zwecke gebildet, in dieser so wichtigen Aufgabe das Jugendgericht zu unterstützen und ist nach dieser Richtung auch mit Erfolg tätig. Im Einvernehmen mit dem Polizeipräsidium und der Staatsanwaltschaft wurde ein Fragebogen eingeführt, welcher den Ermittlern die Richtung^ klar bezeichnet, nach welcher sich ihre Erkundigungen insbesondere zu erstrecken haben und ihnen einen breiten Raum für ihre sonstigen zweck- dienlichen Feststellungen läßt. In der jetzt vorliegenden Form ist der Bogen das Ergebnis mehr- facher Änderungen, die sich auf Grund der gemachten Erfahrungen als notwendig oder wenigstens als zweckdienlich herausgestellt hatten. Allwöchentlich findet eine sogenannte Helfersitzung statt, welche durch die sehr verdienstvolle Vorsteherin des Büros der Zentrale geleitet wird. In ihr gelangen die Fragebogen an die betreffenden Ermittler zur Ver- teilung. Dringende Fälle, die eines sofortigen Einschreitens bedürfen, wie Mißbandlungen von Kindein, Ausbeutungen ihrer Arbeitskraft usw., werden hier vorgetragen und die zur Abstellung erforderlichen Maßnahmen so- gleich eingeleitet. Es melden sich Personen, die zur Übernahme von Schutzaufsichten, Pflegschaften, Vormundschaften usw., je nach Lage des^ vorgetragenen Falles, bereit sind. Schwierigere Fälle werden des Näheren erörtert, die Aussprache trägt zur Klärung der Behandlung manchen Falles bei, und die Anwesenheit der Jugendrichter gibt die Möglichkeit, sich in Rechtsfragen Rat zu holen. — Sobald die Staats- oder die Amtsanwalt- schaft Anklage erhebt oder zu erheben beabsichtigt, gibt sie hiervon der Zentrale Nachricht, so daß diese in der Lage ist, schon vor Erößfnung des Verfahrens mit den Ermittelungen zu beginnen. An die Fähigkeit des Ermittlers werden naturgemäß je nach der Schwere des Falles verschieden große Anforderungen gestellt. Vor allem aber bedarf es eines sichern Blickes, einer durch Erfahrung gezeitigten Menschenkunde, eines der jeweiligen Situation und Umgebung angepaßten Taktes, um die sachgemäße, zutreffende und erforderliche Information bezüglich der persönlichen Verhältnisse des Jugendlichen einzuziehen. Die Aufgaben des Ermittlers sind nicht leichte, und kann es daher auch nicht wunder nehmen, daß die einzelnen Recherchen in ihrem Werte; sehr verschieden sind. III. Abteilung. Staats- und rechtswissenschaftliche Sektion. Während uns in nicht seltenen Fällen Recherchen geliefert werden, die geradezu als mustergültig bezeichnet werden dürfen, hatten wir es doch auch manchmal mit Recherchen zu tun, welche darauf schließen ließen, daß der Ermittler von der Bedeutung seiner Aufgabe keine richtige Vor- stellung hatte. Die Erfahrung lehrt ferner, daß der Ermittler insofern auch eine schwierige Aufgabe zu erfüllen hat, als die ungebildeten Schichten der Bevölkerung, um die es sich ja in der Mehrzahl der Fälle handelt, in einem gewissen Argwohn ilim nicht bloß jede Auskunft verweigern, sondern ihm auch das Verweilen in der Wohnung nicht gestatten, obwohl er mit einer von dem Vorsitzenden der Zentrale vollzogenen Ausweiskarte ver- sehen wird. Wir wurden von Ermittlern wiederholt gefragt, ob sie ein Recht hätten, den Eintritt in die Wohnung oder das Verweilen daselbst zu er- zwingen, und wir mußten ihnen erklären, daß sie, um einen Hausfriedens- bruch zu vermeiden, allerdings im Falle jener Haltung der Beteiligten die W^ohnung zu verlassen hätten. Die Schwierigkeit dieser Stellung und der Aufgaben der Ermittler führt deshalb notwendig dazu, daß der Staat einen sicheren Stab von beamteten Rechercheuren zu gewinnen hat, welche in Ausübung ihres Amtes jene Besuche zu machen hätten, und auf welche er unter allen Umständen rechnen darf, insbesondere wenn es sich um schleunige Fälle handelt, indem der Jugendrichter bezw. die Zentrale jetzt nur die Hilfe erbitten aber nicht verlangen kann. Dieser Stab hätte dann auch weiter die ungemein wichtige Aufgabe für eine Zeit, in welcher sich mangels der Neuheit die Zahl der vorhandenen Helfer unter das erforderliche Maß vermindert haben wird, eine ausreichende Menge von Rechercheuren in geeigneter Weise heranzubilden. n. In der Hauptverhandlung, In der Hauptverhandlung, zu der wir uns nunmehr wenden, ist der Jugendrichter auf Grund der eingegangenen Auskünfte über die Person des Angeklagten, dessen Vorleben und Umgebung nach Möglichkeit unter- richtet. Es hat sich, da diese Auskünfte selbst nicht zum Gegenstand der Hauptverhandlung gemacht werden können, als sehr zweckdienlich heraus- gestellt, neben dem Vater oder dem sonstigen gesetzlichen Vertreter Aus- kunftspersonen zu laden, welche aus den Recherchen ersichtlich sind. Die Hauptverhandlung entwickelt dann vor den Augen der bisher un unter- richteten Schöffen ein möglichst anschauliches Bild über die in Frage kommenden persönlichen Verhältnisse des Jugendlichen, wobei der Richter die anwesenden Angehörigen nach Möglichkeit mit in die Verhandlung zu ziehen sucht. 6 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Wie kennzeichnet es die Auffassung des Elternhauses, wenn zum Beispiel der Vater die dem Jugendlichen zur Last gelegten Diebstähle als bloße ,, Dummheiten" bezeichnet, oder wenn dieser seine Hand gegen die der Unzucht beschuldigte Tochter zum Schlage erhebt oder er tränenden Auges gesteht, daß es ihm trotz aller Mühen bisher nicht gelungen sei, den Sohn auf den richtigen Weg zu bringen. Ein weites und ungemein dankbares Gebiet eröffnet bereits die Haupt- verhandlung der vormundschaftsrichterlichen und erziehlichen Ein- wirkung des Jugendrichters. Hier handelt es sich darum, das Ehrgefühl des Kindes zu wecken, ihm die Folgen zu schildern, die ein Beharren auf dem bisherigen Wege für dasselbe zeitigen muß, ihm zutreffenden Falls das Beispiel seiner braven Eltern, den Schmerz vorzuführen, den es durch seine Tat diesen bereitet habe. Wie klingt mir noch, als der Amts- anwalt eine Gefängnisstrafe von 2 Wochen gegen einen Jugendlichen be- antragt hatte, der gellende Schrei einer armen aber braven Mutter ins Ohr: j,Ich gehe ins Wasser!" Man müßte an der Jugend verzweifeln, v/äre nicht die Annahme gerechtfertigt, daß der Jugendliche durch den Hinweis des Fiichters: ,,Da8 hast Du einem teueren Mutterherzen angetan", tief erschüttert und mit dem bestimmten Vorsatz erfüllt würde, von nun an ein braver Mensch zu werden. Besonders anzuerkennen ist das rege Interesse und volle Verständnis, welches die als Auskunftspersonen zugezogenen Lehrer den ihnen durch die Hauptverhandlung gestellten Aufgaben entgegenbringen. Es ist er- freulich wahrzunehmen, wie sie in einem gevvissen Wettbewerbe sich möglichst umfassend über das Vorleben und die ganze Persönlichkeit des Jugendlichen zu informieren suchen und ihr Wissen alsdann zur Klar- stellung des Falles dem Jugendrichter zu unterbreiten bestrebt sind. Nur ganz vereinzelt traten bisher mit Genehmigung des Jugendgerichts Privatpersonen als Verteitiger auf: in dem einen Falle eine in sozialer Tätigkeit sehr erfahrene Dame, in dem anderen ein Lehrer, welcher als Leiter einer Hilfsschule das gerechtfertigte Verlangen hatte, einem Hilfs- schulzögling seine Fürsorge angedeihen zu lassen. Die Verteidigung vor dem Jugendgericht verlangt nicht geringe pädagogische Fähigkeit. Sie ist durchaus zweckmäßig, wenn sie das Gericht über persönliche Verhältnisse unterrichtet, welche dem Gericht bisher auf anderem Wege nicht bekannt geworden und für die Beurteilung des Falles erheblich sind. Sie ist aber meines Erachtens durchaus zweck- widrig, ja gefährlich, wenn sie im Widersprach mit dem Sachverhalt die Tat als nicht geschehen hinzustellen oder die zweifellos begangene Tat in jeder Weise zu rechtfertigen und zu entschuldigen sucht, und so der Aufgabe des Jugendgerichts, erziehlich auf den Minderjährigen einzuwirken, zuwiderhandelt. Soweit bisher hier vor dem Jugendgericht Anwälte als III. Abteilung. Staats- und rechtswissenschaftliche Sektion. 7 Verteidiger auftraten, es geschah dies nur in vereinzelten Fällen, haben sie, wie ich nicht unerwähnt lassen möchte, ihre so gezeichnete Aufgabe im großen und ganzen richtig erkannt. Es erscheint auch das Wirkungs- gebiet eines Verteidigers hier deshalb als ein gar so unbedeutendes, weil ja der Jugendrichter bestimmungsgemäß nicht nur Straf- sondern ins- besondere auch Vormundschaftsrichter ist, und er als solcher die Interessen des Jugendlichen in möglichst umfassender Weise wahrzunehmen hat. Die Zentrale für Jugendfürsorge ist in der Hauptverhandlnng durch ihre Sekretärin vertreten, welche über die einzelnen zur Entscheidung stehenden Strafsachen ein Protokoll aufnimmt, Sie bleibt hier stille Zu- hörerin, welche jedoch dem Gange der Verhandlung genau folgt, um so insbesondere für die Nachbehandlung geeignete Maßnahmen vorschlagen zu können. Das Protokollbuch, welches nach Schluß jeder Sitzung dem Jugendrichter zur Durchsicht vorgelegt, in den einzelnen Vermerken er- forderlichenfalls ergänzt oder berichtigt und von ihm unterzeichnet wird, gibt alsdann einen genauen Aufschluß über die Verhandlung. Unmittelbar nach derselben tritt dann die Sekretärin an den Jugend- richter heran, um mit ihm über die Notwendigkeit von Schutzaufsichten oder sonstigen vormundschaftsgerichtlichen Maßnahmen zu beraten. Hier erschließt sich nicht nur in den Fällen, in denen es zu einer Verurteilung gekommen ist, sondern aucli in gar manchen Fällen der Freisprechung auf Anregung des Jugendrichters der Zentrale ein umfassendes Gebiet sozialer Tätigkeit. Hierfür zwei Beispiele aus der Praxis, in denen aus hier nicht inter- essierenden Gründen Freisprechung erfolgte: Ein 14 jähriges Mädchen stand wegen Feiertagsentheiligung unter An. klage, weil es am Bußtage nachmittags Papierrosen, die es mit kunst- fertiger Hand hergestellt, zum Kaufe angeboten hatte. Tränenden Auges versicherte die Mutter, daß sie ihrem Sohne mangels Arbeit kein Schuh- werk habe verschaffen können und ihre treue Tochter hierfür den Erlös verwenden wollte. Ein 13 jähriger Knabe bewohnt mit seiner verwitweten Mutter in einem Vorstadthause eine Dachstube. Mangels Arbeit hat die Frau sich nicht mehr das nötige Heizmaterial zu verschaffen vermocht. Der Knabe erblickte auf der Straße einen unbeobacht stehenden Kohlenwagen, kletterte auf diesen und entwendete einen Eimer Kohlen, um auf diese Weise seiner Mutter ein warmes Zimmer verschaffen zu können. In beiden Fällen hat die Verhandlung die Notwendigkeit ergeben, einer bedürftigen, unbeschäftigten Witwe Arbeitsgelegenheit zu verschaffen und konnte so die Quelle zu weiteren Straftatenrechtzeitigverschlossenwerden, Es dürfte hier interessieren, wie sich am hiesigen Amtsgerichte das Ergebnis der Hauptverhandlungen gegen Jugendliche gestaltete. Hierfür einige Zahlen: Jahresbericht der Schles, Gesellschaft für vaterl. Cultur Es standen vor Gericht: Es WUl •den freigesprochen : d. h. etwa im Jahre 1906 . 695 99 Vt = 1907 . . 655 123 \ ' ' 1908 . . 920 148 \ ' 1909 . . 890 159 \ '- 1910 . . 858 214 'U 1909 1910 21 2 59 27 59 32 84 64 73 74 108 94 Um einiges Spezielle der Statistik der Jahre 1909 und 1910 mit- zuteilen, sei folgendes bemerkt: Von 542 Abgeurteilten des Jahres 1909 waren 434 Knaben und 108 Mädchen, von 430 Abgeurteilten des Jahres 1910: 332 Knaben und 98 Mädchen, so daß das männliche Geschlecht 1909 viermal und 1910 etwa 3^2 ™al so stark vertreten war, wie das weibliche. Der Altersstufe nach waren diejenigen, welche zur Zeit der Haupt- verhandlung das 18. Lebensjahr bereits vollendet hatten, am zahlreichsten. Sie betrugen 1909 von 587: 133 und 1910 von 408: 113, mithin etwa je Y4 644 12 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. er dies zu tun bisher verweigert — daß er sich von nun an brav, ehr- lich und anständig führen werde. Ich halte ihm vor, daß die Akten ver- wahrt werden, welche dieses sein Gelöbnis enthalten, und daß, wenn er nunmehr wiederum der Versuchung unterliegen sollte, er sich nicht nur einer zweiten Straftat schuldig machen, sondern das Wort brechen würde, daß er seinem Pachter gegeben hat. Wenn meine Praxis als Jugendrichter auch erst zwei Jahre zurück- reicht, so möchte ich es doch als einen Erfolg dieser Verweiserteilung erachten, daß ich bisher nur in einem Falle einen Jugendlichen rückfällig werden sah, welchem ich einen Verweis erteilt hatte. im hiesigen Amtsgericht in den Jahren: auf 640 Verurteilungen 216 Verweise, 235 204 189 244 202 125 Das Verhältnis der Verweise zu den Gesamtverurteilungen beträgt demnach 1:3 bis 1:5. Bei der Nachbehandlung, welche den Verurteilten zuteil wird, um sie mögliclist vor Rückfälligkeit zu bewahren, kommt in erster Picihe die Schutzaufsicht in Betracht. Die Zentrale hat sich in umfassendster V/eise bemüht, hier die geeigneten Persönlichkeiten herauszufinden, welche sich dieser oft recht schweren Aufgabe unterziehen. Denn auch diese haben mit den gleichen Schwierigkeiten wie der Ermittler zu kämpfen und bedarf es eines hohen Maßes diplomatischer und feinfühlender Ge- wandtheit, um hier nicht lästig zu fallen, oder gar für den Jugendlichen schädlich zu wirken. Ein wie geringes soziales Empfinden unserer Zeit zum Teil noch innewohnt und mit welcher Vorsicht demgemäß die Schutzaufsichtspersonen zu verfahren haben, gelit daraus hervor, daß Arbeitgeber oder Dienst- herren, Handwerksmeister, ja auch Kaufleute, v/iederholt die betreffenden Erkundigungen über die Führung eines jugendlichen Angestellten mit dem Bemerken erwiderten: ,,Wenn über den N. N. noch einmal Erkundigung eingeholt wird, entlasse ich ihn!" Aus diesem Gedanken heraus hat wohl seinerzeit der Justizminister bei Erlaß der Allgemeinen Verfügung vom 12. April 1906 angeordnet, daß nach erfolgter Strafaussetzung eine Kontrolle des Jugendlichen wälirend der Bewährungsfrist nicht erfolgen solle. Man wird aber im Verlaß auf die Tüchtigkeit der in der Schutz- aufsicht erprobten Persönlichkeiten sich an diese Bestimmung nicht mehr halten dürfen. Die Erfahrung hat gezeigt, daß es durchaus nötig ist, dem Jugendlichen während der Bewährungsfrist eine Schutzaufsichtsperson, III. Abteilung. Staats- und rechtswissenschaftliche Sektion. 1 'S d. li. eine Persönlichkeit zur Seite zu stellen, welche ihn im Bedarfsfalle an seine Pflicht ermahnen, insbesondere auf die Folgen einer etwaigen Verfehlung stets von neuem hinweisen und nötigenfalls das rechtzeitige Eingreifen des Vormundschaftsrichters veranlassen kann. In dieser Auf- sichtsperson hat der Jugendliche dann auch einen gewissen Halt; sie ver- mag ihn mit Rat und Tat zu unterstützen und ihm so dauernd zum Helfer und Retter zu werden, der ihn durch eine geeignete Kontrolle vor Voll- streckung der Strafe schützt. Es wurden im Jahre 1909 220 und im Jahre 1910 325 Schutzauf- sichten seitens der Zentrale bestellt. Der Bestellung einer Schutzaufsichtsperson bedarf es naturgemäß nur dann, wenn es dem Jugendlichen an dem Schutze eines sorgenden Eltern- teiles, oder eines sonstigen energischen gesetzlichen Vertreters mangelt. Das Strafverfahren hat aber oft gezeigt, daß es einer energischeren Maß- nahme bedarf, um den Jugendlichen vor Rückfall zu bewahren. Die Eltern sind z. B. Trinker oder vielfach vorbestraft, ihr Lebenswandel ist ein unsittlicher. Alsdann hat es sich als Notwendigkeit ergeben, ihnen gemäß § 1666 B. G.-B. das Personensorgerecht zu entziehen, dem Jugendlichen statt ihrer einen geeigneten Pfleger zu bestellen und ihn selbst, wenn möglich, aus seiner bisherigen Umgebung zu entfernen. In dieser Beziehung hat der § 1666 B. G.-B die Erwartungen nicht erfüllt, welcher der Gesetzgeber offenbar bei seiner Schaffung im Auge hatte. Es fallen die schönsten Beschlösse des Vormundschaftsrichters auf Entfernung des Kindes ans seiner Umgebung, auf dessen Unterbringung in eine Anstalt ins Wasser, wenn nicht irgend ein charitativer Verein sich des Kindes annimmt, und es an den erforderlichen Mitteln fehlt, wie es bei den hier insbesondere in Frage kommenden Volksschichten fast aus- nahmslos der Fall ist. Es bleibt dann dem Richter keine andere Mög- lichkeit, als die Anordnung der Fürsorgeerziehung, ein Notbehelf, welcher ausgeschlossen ist, wenn der Jugendliche bereits das 18. Lebensjahr voll- endet hat. So konnte im Laufe des vorigen Jahres gegen eine Jugend- liche, die wegen Gewerbsunzucht aufgegriffen und bestraft worden war, weder die Fürsorgeerziehung noch deren Unterbringung in eine geeignete Anstalt angeordnet werden, weil sie bereits das 18. Lebensjahr vollendet hatte und trotz eifrigster Bemühung der Zentrale sich keine Anstalt zu ihrer unentgeltlichen Aufnahme bereit fand. — Als völlig unzureichend hat sich die Zuordnung eines Beistandes ergeben, wenn die unzulängliche Wahrnehmung des Personensorgerechts seitens der verwitweten Mutter diese Bestellung veranlaßt hatte. Die gesetz- lichen Befugnisse eines solchen Beistandes zeigten sich in ihrer praktischen Bewährung so gering, daß der überall zum Durchbruch kommende Wille der Mutter ihn in seinen Maßnahmen lahmlegte, so daß in solchen Fällen 1 4 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. nichts anderes übrig blieb, als der Mutter das Personensorgerecht zu ent- ziehen und dem Kinde einen Pfleger zu bestellen. Yvie geringe Vorstellung mancher Vater von der Bedeutung der ihm obliegenden Personensorge und den Aufgaben seiner Erziehungspflicht hat, zeigt unter anderem folgender Fall: Ein 15 jähriges Mädchen war wegen mehrerer Diebstähle zu einer Gefängnisstrafe von einer Woche verurteilt worden. Die Fürsorgeerziehung wurde in Betracht gezogen, jedoch zunächst dem Vater anheimgegeben, das Kind in eine geeignete strenge Dienststelle unterzubringen. Er selbst, seinem Berufe nach ein Reisephotograph, konnte erklärlicherweise persönlich die erforderliche Obhut nicht ausüben. Zunächst verbot er sich eine Einmischung in seine Rechte, alsdann erklärte er, er habe seiner Tochter eine geeignete Stelle besorgt, und als ich mich nach dieser er- kundigte, stellte es sich heraus, daß er sie in einem sogenannten „Rhein- goldensemble" ,,als Varieteelevin" und ,, gleichzeitige Stütze der Hausfrau" der ,,Frau Direktor" untergebracht hatte. Die Hauptverhandlung ergab nicht selten, daß der Vormund sich der Bedeutung seiner Aufgaben nicht bewußt gewesen, ja dem Mündel bisher gar nicht bekannt war, wer als Vormund fungierte. Hier entstand für den Jugendrichter die Pflicht, an Stelle des bisherigen einen anderen geeigneten Vormund zu bestellen, welcher der Persönlichkeit des Jugend- lichen gerecht werden konnte. In dieser Beziehung hat die Zentrale durch geeignete Vorschläge bisher recht gutes geleistet; insbesondere ist lobend anzuerkennen, daß auf ihre Anregung in nicht seltenen Fällen sich Frauen besserer Kreise zur Übernahme von Vormundschaften und Pflegschaften freiwillig erboten haben, welche dieses Amt mit Treue und Umsicht aus- üben. Eine bekannte Tatsache ist es ja, wie ungeeignete Persönlichkeiten, und zwar lediglich nach der Reihe irgend eines vorliegenden Verzeich- nisses, von der gesetzlichen Vorschlagsbehörde benannt werden. In dieser • Beziehung wird allerdings in nächster Zeit in unserer Stadt durch Ein- führung von Berufsvormundschaften Wandel geschaffen werden. Dem Mißstande, daß mangels vorhandener Mittel dem Jugendrichter die Maßnahmen aus § 1666 B. G.-B. unmöglich werden, hat die Zentrale für Jugendfürsorge in bester Weise abzuhelfen gewußt. Sie hat insbesondere für Jugendliche, welche bereits so weit entwickelt sind, um in der Land- wirtschaft mittätig sein zu können, geeignete Stellen auf dem Lande er- mittelt und selbst deren Bekleidung und Beförderung auf ihi-e Kosten ausgeführt. In gleicher Weise bat sie durch Beschaffung von Lehrstellen in der Stadt und auf dem Lande die geeignete Unterbringung Jugend- licher ermöglicht. Es wurden sogar unter Mitwirkung der Zentrale in unmittelbarer Verbindung mit der Ilauptverhandlung Jugendliche in der bezeichneten Weise untergebracht. — III, Abteilung. Staats- und rechtswissenschaftliche Sektion. 15 Den umfassendsten Eingriff aber in das Personensorgerecht der Eltern bedeutet die vormundschaftsgerichtliche Maßnahme, welche wir als Unter- bringung zur Fürsorgeerziehung im technischen Sinne bezeichnen; die be- züglich dieser Fürsorgeerziehung gemachten Erfahrungen lassen Sie uns nun in dem folgenden zweiten Teile unserer Besprechung erörtern: Das Gesetz vom 2. Juli 1900 stellt bekanntlich in seinem § 1 die Voraussetzungen zusammen, unter denen ein Minderjähriger zur Für- sorgeerziehung gebracht werden kann, und hält hierbei die drei Fälle auseinander: 1. der drohenden Verwahrlosung, 2. der Gefahr der weiteren und 3. der der völligen Verwahrlosung. Die Erfahrung zeigt, daß die Verwahrlosung sich aus ganz bestimmten, sich stets wiederholenden Ursachen herleitet. Immer kehrt die Wahrnehmung wieder, daß die Kinder von Trinkern, Arbeitsscheuen, Bettlern und ähnlichen der V^erwahrlosung Anheimgefallenen teils erblich belastet sind, teils der erforderlichen elterlichen Obhut und Fürsorge ermangeln. Die Brutalität und die Selbstsucht des Trinkers kennt in dem Mißbrauch des Personensorgerechts keine Grenzen. Ein Vater bringt z. B. seine beiden Kinder, nachdem er sie zu Beginn der Nachtzeit aus dem Bette geholt, auf die Straße, stellt sie an die Tür eines Gasthauses, wo sie die zahlreichen Passanten unter Vorgabe der ihnen vom Vater eingegebenen Lügen um Almosen bitten müssen. Er selbst hält sich nicht weit davon auf, um den Kindern sogleich das Erbettelte abzunehmen und zu vertrinken. — Ein anderer scheucht, sobald er nach Hause kommt, den Sohn unter den Tisch, und reicht ihm ein Stück Brot. Sobald der Junge darnach greift, wird er schwer gemiß- handelt, jedoch noch schwerer, v/enn er das Brot unbeachtet läßt. Diese Behandlung treibt das Kind auf die Straße. Es vagabundiert und beginnt, um sich den Lebensunterhalt zu verschaffen, zu betteln und zu stehlen. Welchen schwerwiegenden Einfluß der Umstand auf die Entwickelung des Jugendlichen zeitigt, ob er unter geeigneter fürsorgender Obhut der Eltern sich befindet oder ob er dieses natürlichen Schutzes entbehren muß, zeigen in unserer Statistik folgende Zahlen: Von 542 jugendlichen Verurteilten des Jahres 1909 waren: vaterlos 108 ohne Mutter .... 33 Vollwaisen .... 11 zusammen 152 d. h. etwa ein Viertel, und von 430 jugendlichen Verurteilten des Jahres 1910 waren: 16 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. vaterlos 112 ohne Mutter .... 27 Vollwaisen .... 12 zusammen 151 d. h. etwa ein Drittel aller Verurteilten. Es ist wohl nicht zufällig, daß die aus Mischehen hervorgegangenen Jugendlichen einen so großen Prozentsatz der jugendlichen Rechtsbrecher und damit auch der Gefährdeten bilden. So sind von 542 Abgeurteilten des Jahres 1909 nicht weniger als 114 aus Mischeheu hervorgegangen, das heißt: etwa ein Fünftel = 20 °'q, und von 430 Abgeurteilten des Jahres 1910 sogar 130, d. h. 30 ^o» während in Preußen laut amtlicher Statistik nur 9 ^/^ der geschlossenen Ehen Mischehen sind. Hieraus dlirfte der Schluß berechtigt sein, daß die Gleichgültigkeit, welche die in Rede stehenden unteren Volksschichten der Religion ent- gegenbringen, sich als ein gewisses mangelndes Empfinden gegenüber den Geboten der staatlichen Rechtsordnung auf die Abkömmlinge überträgt. Das Mädchen, welches als Fabrikarbeiterin tätig und gezwungen ist, auf Schlafstelle zu gehen, ist hierdurch nur zu oft der Verführung und Versuchung ausgesetzt, und die Schar der in der Großstadt sittlich Ge- fallenen rekrutiert sich zumeist aus den Inhaberinnen jener Schlafstellen. Das Zusammenpferchen einer zahlreichen Familie in einem engen Wohnräume erstickt in den Kindern jedes bessere sittliche Empfinden. Man bedenke, daß in Breslau in ca. 5000 Wohnungen 6 Personen und mehr in einem Räume leben. Als eine Ilauptursache der Zunalime jugendlicher Verwahrlosung hat sich in neuester Zeit bekanntlich die Verbreitung der Schundliteratur herausgestellt. Dem Jugendrichter bot sich hierbei Gelegenheit, wahr- zunehmen, wie traurige Folgen sie bereits gezeitigt hat und wie alle Maß- nahmen, welche von Schulaufsichts wegen oder von Fürsorgevereinen hier- gegen getroffen werden, nicht freudig genug begrüßt werden können. Unter dem Eindruck solcher Lektüre verwirren sich alle Begriffe des Kindes von Recht und Unrecht, Sitte und Unehre. Ganze Scharen von Kindern schließen sich zu Diebes- und Räuberbanden zusammen, welche in der durch jene Bücher geweckten Abenteuerlust auf Heuböden, in Kellern und im Freien nächtigen und durch Ausübung gemeinsamer Dieb- stähle ihr Dasein fristen. Tränenden Auges erklärte mir der Vater eines solchen Knaben, daß sein Sohn bisher nicht zum mindesten Tadel Anlaß gegeben, bis er sich den anderen Knaben angeschlossen hätte. Unter dem Einfluß jener SchundlektUre hätten sie sich einen Hauptmann ge- wählt, welchem sie in Ausübung der Diebstähle willenlos gehorchen mußten. Die Leibesvisitation eines anderen Knaben ergab, daß er auf III. Abteilung. Staats- und rechtswissenschaftliche Sektion. 17 seinem bloßen Körper ein großes Küchenmesser trug, welches er in ge- eignet erscheinenden Fällen zu gebrauchen bereit war. Ein anderer Knabe nannte mir in der Hauptverhandlung auf meine Frage, welche Bücher er gelesen, eine ganze Reihe der bekannten Literatur, darunter ein Buch mit dem bezeichnenden Titel: „Räuber- hauptmann und Brandmüller"; auf meine Frage, wieviel ein solches Heft gekostet habe, erklärte er: ,,10 Pfennig!", und auf meine weitere Frage, wieviele solcher Hefte das Werk bildeten: ,,100!" Ich hatte der in der Hauptverhandlung anwesenden Mutter auf das Dringendste geraten, alle diese Hefte sogleich zu beseitigen, am besten sie zu verbrennen, damit der Sohn dieses Gift nicht mehr genießen könne, und als ich dann eine Woche darauf den zur Verweiserteilung verurteilten Sohn vorlud, erklärte er mir auf meine Frage, was die Mutter mit diesen Heften gemacht habe, sie habe sie — verschenkt! — Auch das Kinomatographentheater hat unter den Jugendlichen gar manches Opfer gezeitigt und dürfte, wenn nicht alles täuscht, in weiter fortschreitendem Maße verwahrlosend auf die Großstadtjugend einwirken, wenn nicht dem Unwesen durch geeignete Polizeiverordnungen Einhalt geschieht. Die Verordnungen der Schulaufsichtsbehörden, welche den Kindern den Besuch jener Schaustellung ohne Begleitung Erwachsener verbieten, lassen die Kinobesitzer bisher fast unbeachtet; ja, einer derselben machte sogar durch Aushang an der Eingangstür bekannt, daß bei ihm auch Kindern ohne Begleitung Erwachsener der Eintritt gestattet sei. Und wie oft gestanden die Jugendlichen auf meine Frage, was sie mit dem er- bettelten oder gestohlenen Gelde getan, sie hätten dafür das Kinotheater besucht. In den Berichten der Ermittler kehrt die Bemerkung immer wieder, daß es wohl kaum ein Kino in Breslau gebe, welches der Jugend- liche nicht besucht habe. Abgesehen von den Straftaten, die die Jugend- lichen begehen, um das erforderliche Eintrittsgeld sich zu verschaflfen, bietet die Dunkelheit des Raumes eine verhängnisvolle Anregung zur Be- gehung weiterer Straftaten. Man bedenke doch Kinder in dem Alter von 12 bis 14 Jahren und darüber in dem dunklen und engen Räume, teils stehend, teils sitzend zusammengepfercht, ohne Obhut und unbeobachtet! Gar mancher Taschendieb hat unter der Anregung der Dunkelheit dort seine Laufbahn begonnen. Ein von mir abgeurteilter Knabe hatte als Stammgast eines solchen Theaters eine derartige Routine als Taschendieb erlangt, daß man ihn trotz seiner Jugend für wert befand, ihn dem Ver- brecheralbum einzureihen. Eine weitere dringende Gefahr der Verwahrlosung bildet die Ver- wendung Jugendlicher zum Straßenhandel, wie er hier nur zu oft in die Erscheinung trat. Insoweit sich diese Verwendung als ein Mißbrauch des Elternpersonensorgerechts darstellte, wurde von der Bestimmung des § 1 1911. 2 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Nr. 1 des Fürsorgeerziehungsgesetzes ein umfassender Gebrauch gemacht, und eine größere Zahl der Jugendlichen hierdurch dem Verkehr in den Nachtlokalen, dem Vagabundieren auf der Straße und der Verleitung zum Betteln entzogen. Hierauf dürfte es zurückzuführen sein, daß dieser Straßenhandel in neuerer Zeit wesentlich nachgelassen hat. Nachdem wir so die Ursachen bezeichnet haben, welche nach den hier gewonnenen Erfahrungen die Verwahrlosung der Jugend zu veran- lassen pflegen, wollen wir uns nunmehr den bei der Handhabung des Gesetzes vom 2. Juli 1900 über die Fürsorge-Erziehung Minderjähriger gewonnenen Erfahrungen zuwenden. Es läßt sich nicht gerade behaupten, daß die Fürsorgeerziehung sich, sei es hier, sei es sonst, im Lande großer Beliebtheit erfreut, und daß insbesondere ihre Zweckmäßigkeit und Erfolgssicherheit anerkannt wird. Gar zu oft begegnet der Jugendrichter auf die an die Eltern oder sonstigen Angehörigen gerichtete Mitteilung, daß nunmehr die Unterbringung ihres Jugendlichen zur Fürsoi'ge-Erziehung in Frage komme, der Erwiderung: „Ach, da wird er noch schlechter werden als er schon ist!" Bald ist es auch die blinde Liebe der Eltern, die unter allen Umständen das zur F.-E, durchaus reife Kind vor dieser bewahren wollen, bald das Verlangen der- selben, sich nicht durch die Unterbringung ihren Miternährer entziehen zu lassen. Zu der Diskreditierung der F.-E. hat leider die anscheinend nicht zutreffend unterrichtete Presse einen Hauptanlaß gegeben. Als ein eklatantes Beispiel hierfür dürfte folgende, seiner Zeit durch die hiesigen Zeitungen verbreitete Nachricht dienen: Hiernach sollte ein Schutzmann, welcher im Stadtgraben tot auf- gefunden wurde, durch drei Personen hineingeworfen worden sein, von denen einer, wie es ausdrücklich hieß, ein aus Wohlau entsprungener Fürsorgezögling gewesen sei. Nachher stellte es sich heraus, daß der Schutzmann sich selbst in den Stadtgraben gestürzt hatte. Ebenso bedauerlich ist es, daß die Entgleisungen ungeeigneter Er- zieher in der Blohmschen Wildnis und in Mieliczyn kurzer Hand als Ergebnisse der F. E. überhaupt aufgefaßt und hingestellt worden sind. Es wäre m. E. durchaus zweckmäßig, wenn von Seiten der mit der Ausführung der F. E. betrauten Organe und Anstalten regelmäßig Berichte über die Ergebnisse jener an die Presse gelangen würden, einmal um irrige Auffassungen über deren Ergebnisse möglichst einzudämmen, dann aber auch um das Interesse für diese unseres Erachtens so ungemein nützliche und erziehliche Maßnahme zu wecken und zu verbreiten. Es würde sich sicher empfehlen, den Pressevertretern wiederholt den Besuch und die Besichtigung der F. E. -Anstalten zu gestatten. III. Abteilung., Staats- und rechtswissenschaftliche Sek. .on. 19 Durch das liebenswürdige Entgegenkommen des Herrn Landeshaupt- mannes und des Herrn Dezernenten für F. E. wurde uns Jugendrichtern in Gemeinschaft mit dem Vorstande der Zentrale ermöglicht, die Anstalten zu Wohlau und Grottkau zu besuchen und so einen Einblick in diese zu gewinnen. Bei der Einrichtung dieser Anstalten ist alles vermieden, was irgendwie den Eindruck einer Strafanstalt hervorrufen könnte. Villenartig sind die einzelnen Gebäulichkeiten, welche durchschnittlich für 20 Jugend- liche bestimmt sind, in grünumhegten Anlagen ausgebreitet. Keine Mauer umschließt die Anstalt, sondern weitmaschige Drahtzäune gewähren überall den Durchblick ins Freie. Wir wohnten dem Schulunterrichte daselbst bei. Aber auch für den Fortbildungsschulunterricht ist gesorgt sowie für die Ausbildung in den üblichen Handwerken, wie dem der Tischler, Schneider, Schuhmacher, Uhrmacher, Gärtner usw. Auch die Mädchen werden in allen Hausarbeiten ausgebildet. Es gewährte einen ebenso interessanten wie angenehmen Anblick, alle die netten Handarbeiten zu sehen, welche die Mädchen der Grottkauer Anstalt zur gegenseitigen Weihnachtsbeschenkung gefertigt hatten. Dem Laien mangelt es an jeder Kenntnis von der großen Zahl der jährlich zur Fürsorge-Erziehung Gebrachten. Man bedenke, daß in Preußen am 31. März 1909 laut amtlicher Statistik sich 44 32 5 Personen in Fürsorge- Erziehung befanden — ^/3 männlichen, ^/g weiblichen Geschlechts, — und daß der Erziehung nicht weniger als 3 6 8 Anstalten dienen, von denen allein 5 1 in Schlesien vorhanden sind. Nach der amtlichen Statistik des Jahres 1908 lautet das Gesamt- resultat : Gerettet 75 7o — zweifelhaft 16 7o ~ ungebessert 9 %• Dies ist ein glänzender Erfolg, wenn man berücksichtigt, daß beinahe die Hälfte der Zöglinge erst nach der Schulentlassung der Fürsorge- Erziehung überwiesen worden sind. Es darf hierbei nicht verkannt werden, daß unter der einengenden Auslegung der Anwendungsmöglichkeit des F. -E. -Gesetzes von selten des Kammergerichtes von der Anordnung der Fürsorgeerziehung oftmals erst Gehrauch gemacht wurde, wenn der Jugendliche bereits völlig ver- wahrlost war. Es kam vor, daß Jugendliche bereits 8 mal mit Gefängnis- strafen belegt worden waren, ehe man infolge der Rechtssprechung des K.-G. die Voraussetzungen des § 1 des Ges. für vorliegend erachtete. Wenn solche Fürsorgezögiinge, welche auf dem Gebiete des Verbrechertums hereits soweit vorgeschritten waren, die Anstalt nicht gebessert verließen, so kann man hieraus nicht dem Gesetze und der F.-E., sondern lediglich der Anwendung des Gesetzes die Schuld zuschreiben. Es wird aber als ein ganz besonderer Mangel der bestehenden Ein- richtungen empfunden — und in soweit entbehrt jene Äußerung: „Ach, 2* 20 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. da wird er noch schlechter werden, als er bereits ist", nicht ganz der Begründung, als es an genügend differenzierten Anstalten fehlt, so daß die bereits verwahrlosten Individuen mit den nur gefährdeten Jugendlichen zusammenkommen und dadurch deren Entwickelung ungünstig beinflussen. Wie wenig systematisch auch jetzt noch bei Unterbringung von Fürsorgezöglingen verfahren wird, ließ jüngst die Feststellung eines hiesigen Hilfsschulleiters erkennen, wonach von 2 2 zur Fürsorge-Erziehung be- stimmten Hilfsschutzzöglingen, d. h. doch durchweg geistig Minderwertigen, 1 5 in verschiedene Anstalten gebracht wurden. Es ergingen bei hiesigem Amtsgerichte Beschlüsse auf Unter- bringung zur Fürsorge-Erziehung: im Jahre 1904 HO 1905 122 1906 121 1907 65 = - 1908 111 1909 160 1910 240. Keine der Antragsbehörden sah sich in den jüngsten beiden Jahren veranlaßt, gegen einen unserer Beschlüsse Beschwerde einzulegen, gleich- viel, ob der Beschluß auf Anordnung der Fürsorge-Erziehung erging, oder diese als nicht erforderlich erachtet wurde. Ein harmonisches Hand- in Handarbeiten der Beschluß- und Exekutiv- behörden hat, unbeschadet der Selbständigkeit beider, dieses Ergebnis gezeitigt. Während früher das Verfahren auf Antrag die Kegel bildete und es nur ausnahmsweise von Amts wegen eingeleitet wurde, hat sich unter der mitwirkenden Tätigkeit der Zentrale das Verhältnis umgekehrt gestaltet. Das Polizeipräsidium gibt gewölmlich die ihm zugegangene Mit- teilung über die Verwahrlosung Jugendlicher an die Zentrale, diese be- auftragt einen Ermittler mit Einholung von Erkundigungen und gibt als- dann zutreffendenfalls die Sache dem Jugendrichter zur Einleitung der F.-E. ab. Unserem Ersuchen entsprechend übermittelt uns auch der hiesige Magistrat die seitens der Lehrer an die Schuldeputation ge- langenden Anzeigen über Verfehlungen und Verwahrlosungen der Schüler behufs etwaiger Anordnung der F.-E., während früher diese Anzeige nicht zur Kenntnis des Vormundschaftsgerichts gelangte und daher die Verwahr- losung des Jugendlichen oft bereits so weit vorgeschritten war, daß die Fürsorge-Erziehung zu spät kam. Nach dem ganzen Charakter der dem Jugendrichter gestellten Auf- gaben darf es für uns hier keinen sogenannten unsubstantiierten Antrag geben. Wir haben demgemäß fern jedem Bürokratismus keine an uns gelangende diesbezügliche Mitteilung dem Anzeigenden etwa mit dem Hinweis zurückgegeben, daß er sich an die Antragsbehörde zu wenden III. Abteilung. Staats- und rechtswissenschaftliche Sektion. 21 habe, sondern veranlaßten sofort die entsprechenden Erhebungen, sei es direkt, sei es durch Vermittlung der Zentrale oder des Polizeipräsidiums. Die F.-E. soll nach dem Wunsche des Gesetzgebers und auch nach ihrem eigentlichen Zwecke keine Strafe sondern nur ein Erziehungs- mittel sein. Sie wird aber als schwere Strafe empfunden und dies kann nicht wunder nehmen, beraubt sie ja den Jugendlichen gerade zu der Zeit, wo das Verlangen, sich möglichst unbehindert zu bewegen am regsten ist, dieser Freiheit und zwar oft auf eine lange Reihe von Jahren, und trifft dies ja insbesondere die Schichten des Volkes, welche den, größten Teil des Tages sich auf der Straße herumzubewegen pflegen. In diesem Empfinden entweichen, wie uns der Vorsteher der Wohlauer An- stalt bei jenem Besuche mitteilte, während der ersten Tage ihres Dort- seins etwa 10 % der Zöglinge aus der Anstalt. Wer diese Tage erst überstanden hat, ohne seinem ungebändigten Freiheitsdrange zu unter- liegen, bleibt meistens der Anstalt und zwar zu seinem Besten erhalten. Als kleinlich und unzweckmäßig muß man es bezeichnen, daß die in der Anstalt zur F.-E Untergebrachten, sich nunmehr noch wegen der einzelnen Straftaten vor dem Jugendrichter zu verantworten haben, wegen welcher ja gerade jene Unterbringung erfolgt ist. Sie empfinden die letztere bereits als Strafe, und warum soll hier der Satz: „ne bis in idem!" keine Geltung haben. Wenn wir den erziehlichen Zweck des Verfahrens im Auge behalten wollen, so ist es durchaus verkehrt, dem Jugendlichen die Furcht vor Strafvollstreckung zu nehmen. Es ist für diesen geradezu ein Anreiz, das Einerlei des Anstaltsbetriebes durch Ver- büßung der kurzfristigen Freiheitsstrafe zu unterbrechen, auf welche etwa wegen der betreffenden Delikte gegen ihn erkannt wird. So hatte sich jüngst ein wegen einer Anzahl Diebstähle zur F.-E, gebrachter Minderjähriger vor dem Jugendgericht zu verantworten, weil er einen anderen zum Diebstahle einer Bierflasche angestiftet hatte. Zu diesem Zwecke mußte er aus einer auswärtigen F.-E. -Anstalt dem Gericht vorgeführt werden, wenn er sich nicht vom Erscheinen entbinden ließ. Welche unnützen Arbeiten und Kosten! Die F.-E. müßte, wie ein Redner des I. Jugendgerichtstages in Berlin treffend bemerkte, ,,der große Schwamm sein, mit welchem alle bisherigen Straftaten des Jugendlichen ausgelöscht werden," Die Anregung einiger Provinzialanstalten, in ihnen auch die Voll- streckung von Freiheitsstrafen zu gestatten, erscheint mir durchaus ver- fehlt, weil ja von der Fürsorge-Erziehungs- Anstalt alles fern gehalten werden soll, was ihr irgendwie den Charakter der Strafanstalt geben könnte. Anlangend nun die Anwendung des Fürsorgeerziehungsgesetzes, so möchte ich hier nur auf jene Abhandlung unseres hochverehrten Herrn Landgerichtspräsidenten Bezug nehmen, in welcher er die Stellung und Aufgaben des Jugendrichters darlegte. 22 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Wenn wir auch dem Ideal des Jugendrichters, wie der Herr Verfasser ihn dort zeichnete, noch weit entfernt sind, so erscheint es doch unmög- lich, daß er seine hohe Aufgabe erfüllt, wenn ihm nicht das hierzu er- forderliche Vertrauen entgegengebracht wird. Nicht nach einem Schema, nicht lediglich nach Paragraphen, kann hier der Jugendrichter erziehlich eingreifen, er hat vielmehr unbeengt durch jede schematische oder bürokratische Vorschrift jeden einzelnen Fall individuell und den betreffenden Jugendlichen als Mensch nicht als Nummer zu behandeln. Er muß daher unbedingt die Fürsorge-Erziehung anordnen können, sobald nach seiner Überzeugung Verwahrlosung droht. Wir haben es deshalb recht unangenehm empfunden, nach der Bestimmung des § 1 Nr. 1 des Gesetzes vom 2. Juli 1900 keine F.-E. eintreten lassen zu können, wenn nicht alle Voraussetzungen des § 1666 B. G.-B. erfüllt waren, z. B. infolge Armut oder Schwäche des Vaters offenbar eine Ge- fährdung des Kindes — aber eine nicht von ihm verschuldete vorlag. Andererseits waren wir oftmals genötigt, auf Grund des § 1 Nr. 1 ,,F.-E." anzuordnen, wo sie nach Lage der Sache hätte vermieden werden können. Ich muß es mir versagen, hier auf die widersprechende Judikatur des K.-G., und des O.-V.-G. einzugehen; sie hat aber das Ergebnis herbei- geführt, daß die Ortsarmenverbände alle Male die Ausführung der Be- schlüsse des Vormundschaftsgerichts, welche eine Entfernung des Jugend- lichen aus seiner häuslichen Umgebung anordnen und die Unterbringung in einer anderen, geeigneteren Familie oder Anstalt bestimmen, ablehnen, gestützt darauf, daß sie lediglich eine Unterhalts- aber keine Erziehungs- pflicht infolge einer „künstlich geschaffenen Hilfsbedürftigkeit" haben. Zu welchen Härten dieses Verfahren führt, mag kurz das folgende Beispiel illustrieren: Ein Knabe von 13^/^ Jahren hatte sich trotz seiner schlechten häus- lichen Umgebung, — der Vater war Trinker und arbeitsscheu, — bisher brav und anständig gehalten. Dem Vater war das Personensorgerecht entzogen und dem Sohn ein Pfleger bestellt worden. Ein längeres Ver- weilen des Knaben im Vaterhause mußte für ihn dringende Gefahr zeitigen, weshalb ihn der Pfleger in den städtischen Kinderhort brachte. Ich wandte mich an den Magistrat, mit der Bitte, den Knaben einstweilen ini Hort zu belassen, weil er erst zu Ostern in die bereits vom Pfleger ge- wählte Lehrstelle gebracht werden könnte, und es auch nicht angezeigt wäre, unter solchen Verhältnissen den Knaben der F.-E. zu überweisen. Der Magistrat erwiderte hierauf, gestützt auf den Standpunkt des O.-V.-G: „wenn der Knabe nicht unverzüglich zur F.-E. gebracht werde, werde er aus dem Hort entlassen!" Es ist hierbei nicht zu verkennen, daß nicht nur der Magistrat, sondern auch die Charitäts-Vereine, und zwar offenbar unter dem Einfluß Illr Abteilung. Staats- und rechtswissenschaftliche Sektion. 23 des Standpunktes des O.-V.-G., die freiwillige Aufnahme Jugendlicher mehr und mehr einengen, oder die Aufgenommenen zu entlassen drohen, um die Anordnung der F.-E. herbeizuführen. — Die Vereine sollten es sich aber vielmehr zur Aufgabe machen, den Jugendlichen möglichst vor der F.-E. zu bewahren, statt ihn unter allen Umständen ihr zuzuführen und die Verantwortung und Lasten auf den Staat abzuschieben. — Eine im höchsten Grade traurige Erscheinung ist es, daß die F.-E. weiblicher Personen mit geringen Ausnahmen in der bekannten Abteilung 14 des „Allerheiligen-Hospitals" beginnen. Unbekannt mit den ihnen drohen- den Gefahren und von ungezügelter Genußsucht erfüllt, oftmals leider auch, um ihren Unterhalt zu gewinnen, werfen sich die Mädchen in die Arme des Lasters. Welcher dauernde Schaden für sie selbst, und welche Gefahr für die kommenden Generationen! Hier wäre es dringend ange^ zeigt, rechtzeitig mit der erforderlichen Aufklärung die tiefe Schädigung des Gemeinwohles abzuwenden. Keine Schülerin dürfte die Volksschule verlassen, ohne in geeigneter Weise aufgeklärt zu sein. Wir haben in dem Kreise der sich der Jugendfürsorge widmenden Frauen eine große Zahl vortrefflicher Lehrerinnen kennen gelernt, die hier segensreich wirken könnten! Die Freiheit, welche wir für die Entschließungen des Jugendrichters verlangen, darf auch nicht durch die Altersgrenze eingeengt werden, welche das F.-E.-G. seiner Tätigkeit jetzt entgegenstellt. — Nur zu oft stehen wir einem Fall gegenüber, wo die 18jährige Person rettungslos der weiteren, oder völligen Verwahrlosung entgegengeht, und wir nach der bezeichneten Stellung des O.-V.-G. weder die Unterbringung in einer An- stalt noch die F.-E. anordnen können. In seinem Vorleben und seiner ganzen Gestaltung zeigt sich nicht selten ein erst 16 jähriger als gewiegter, unverbesserlicher Verbrecher, und gleichwohl haben wir ihn zur F.-E. zu bringen. Ein über 18 Jahre altes Mädchen aber, welches durch irgend welche Umstände verwahrlost, und durch geeignete Obhut zweifellos zu bessern wäre, muß nach den Bestimmungen des Gesetzes ihrem Geschick überlassen werden. Wir haben diese Fehlerhaftigkeit des Gesetzes, welches ohne Grund bei Vollendung des 18. Lebensjahres Halt macht, oftmals schmerzlich empfunden. Hier hätte die individualisierende Tätigkeit des Jugendrichters einzugreifen; auf der einen Seite den 16jährigen Unver- besserlichen von der F.-E. auszuschließen, die über 18-Jährige aber den Segnungen der F.-E. zuzuführen. ^ Es leuchtet ein, daß ein F.-E. -Beschluß nicht wie etwa ein Zivilurteil über irgend eine materielle Frage im Interesse des einen oder anderen entscheidet. Hier handelt es sich um das Geschick eines Menschen, einer ganzen Generation; und man sollte dieses Geschick davon abhängig machen, daß aus irgend einem Zufalle der Beschluß erst einige Tage nach Vollendung des 18. Lebensjahres fertig gestellt wurde! Ja, in einem 24 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Falle wurde unser Fürsorge-Erziehungs-Bescliluß in der Beschwerde-Instanz aufgehoben, weil der Jugendliche zwar nicht vorher, aber während des Laufes der Beschwerdefrist das 18. Lebensjahr vollendet hatte. Es entsprach diese Entscheidung durchaus der Judikatur des Kammer- gerichts. Erst mit Vollendung des 21. Lebensjahres sollte aber die Anordnung der F.-E. unmöglich werden. Dieser Gedanke ist bereits in den Zwangs- erziehungsgesetzen anderer deutscher Staaten, wie der Königreiche Bayern und Sachsen, verwirklicht, in dem dort die vormundschaftgerichliche Maß- nahme der Zwangserziehung bis zur erreichten Volljährigkeit getroffen werden kann. — Wie weit entfernt unser höchstes preußisches Gericht zurzeit noch ist, sich von dem formalistischen und bürokratischen Standpunkt freizu- machen, wie es die Behandlung der hier in Frage kommenden Sachen so dringend erheischt, beweist eine Entscheidung des K.-G. aus neuester Zeit, nach welcher es nicht genügt, wenn die Polizeibehörde behufs möglichster Abkürzung des Verfahrens bereits mit ihrer Äußerung oder Antragstellung aus freien Stücken die Erklärungen des zuständigen Geistlichen und Schulleiters eingereicht hat, daß es vielmehr in jedem Falle notwendig sei, diese Erklärungen entweder direkt einzufordern, oder sie durch die Polizeibehörde einfordern zu lassen. — Bekanntlich kann nach § 5 des F.-E.-G. der Richter bei Gefahr im Verzuge die vorläufige Unterbringung des Minderjährigen anordnen. Von dieser Bestimmung machen wir einen sehr umfassenden Gebrauch. Während im Jahre 1904 von 110 zur F.-E. Gebrachten nur gegen 15 die V.-U. beschlossen wurde, im Jahre 1905 von 122 gegen 8, im Jahre 1906 von 121 nur gegen 6, im Jahre 1907 von 65 nur gegen 4, im Jahre 1908 von 111 gegen 23, wurden 1909 von 160 zur F.-E. Gebrachten 106 vor- läufig untergebracht, und 1910 von 240 — 179. Infolge des Umstandes, daß, wie ich bereits bemerkte, wir in der Mehrzahl der Fälle von amtswegen verfahren, sind wir genötigt, die Akten beiden Antragsbehörden, d. h. dem Polizeipräsidium und dem Magistrat, zur Äusserung zu übersenden. Durchschnittlich verbleiben sie je drei Wochen, im ganzen also stets mindestens IV2 Monat, bei diesen Be- hörden. Daß die Verwahrlosung inmitten der Großstadt inzwischen unheil- volle und nicht mehr zu beseitigende Fortschritte machen kann, ist zweifellos. Die V.-U. behebt diese Gefahr. Als ein arger Mißstand ergab es sich bei der V.-U., daß die Stadt zurzeit noch eines entsprechenden Verwahrungshauses für Jugendliche ermangelt. Die Folge ist, daß die betreffenden Minderjährigen alsdann nach einer auswärtigen Anstalt gebracht werden müssen, und da diese Unterbringung derartig erfolgen soll, daß sie später auch in der nämlichen Anstalt zur definitiven wird, findet gewöhnlich erst eine umfassende und III. Abteilung. Staats- und rechtswissenschaftliche Sektion. 25 zeitraubende Beratung zwischen Polizeibehörde und Landeshauptmann statt, wodurch sich die V.-U. in unliebsamster Weise verzögert, gewöhnlich mehrere Wochen; in einer Sache, die auf dem Lande spielte, erfolgte die V.-U. erst nach 7 Wochen. Die Notwendigkeit, diese V.-U. in einer auswärtigen Anstalt zu be- wirken;, hat noch einen ferneren schweren Nachteil zur Folge: Der Zentrale ist es gelungen, eine Reihe hervorragender, hiesiger Ärzte, Psychiater, für die unentgeltliche Untersuchung der zur F.-E. zubringenden Minderjährigen zu gewinnen. Die Kommunal- Verbände legen ja besonderen Wert darauf, auf Grund zuverlässiger Unterlagen über den körperlichen und geistigen Gesundheitszustand des Minderjährigen rechtzeitig unterrichtet zu werden. Eine ungleich zuverlässigere Grundlage für diese Ermittelungen, als die Vernehmung der Auskunftspersonen, welche nach § 4 des F.-E.-G. gehört werden müssen, gibt zweifellos die ärztliche Untersuchung. Sie muß aber leider in allen den Fällen unterbleiben, in welchen die Jugendlichen nach auswärts gebracht sind. Es wäre mithin die Schaffung eines geeigneten Verwahrungshauses in hiesiger Stadt ein ungemein dringendes Bedürfnis. Andererseits muß es anerkannt werden, daß die Polizeibehörde in jeder nur möglichen Weise uns bei der Ausführung der V.-U. unterstützte. Wiederholentlich kam es vor, daß sich die Notwendigkeit dieser Unter- bringung in der Hauptverhandlung herausstellte, und daß auf telephonischen Anruf ein Polizeibeamter sich noch in der Sitzung einstellte, welcher den Jugendlichen sofort zur V.-U. abholte. — Während sich in der Mehrzahl der Fälle die Eltern gegen die Unter- bringung der Kinder zur Fürsorge-Erziehung sträuben, geschieht es auch wiederholt, daß sie in liebloser Weise darnach streben, durch diese Unter- bringung die Lasten und Kosten der Erziehung auf die breiten Schultern des Kommunalverbandes abzuwälzen. Es scheint auch in weiten Kreisen nicht bekannt zu sein, daß der Kommunal-Verband berechtigt ist, die Erstattung der während der F.-E. entstandenen Kosten des Unterhaltes von dem Unterhalts-Verpflichteten des Minderjährigen zu fordern. Nach einer mir von zuständiger Seite gemachten Mitteilung, hat der Kommunal-Verband Schlesien auf Grund des § 16 des F.-E.-G. eine Erstattung der ihm entstandenen Erziehungs- kosten für 1909 in 222 Fällen gefordert und hierbei 12 901,07 Mark erlangt. Wenn man in Betracht zieht, daß im Jahre 190 7 für sämt- liche Fürsorgezöglinge des preußischen Staates im ganzen nur 11 984,51 Mark erlangt wurden, so ist das Ergebnis um so erfreulicher zu begrüßen, als der .Beitragsleistung eine erziehliche Bedeutung für die zum Unterhalt Verpflichteten beizumessen ist; ihr Bewußtsein der Verant- wortlichkeit für den Zögling wird dadurch aufrecht erhalten, und so ein frivoles Abschieben der Kinder verhindert. Hier würde sich eine gesetz- liehe Bestimmung dahin empfehlen, entsprechend der in dem Forstdieb- 26 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Stahl-Gesetz enthaltenen: daß derjenige Elternteil, welcher zur Erstattung der Kosten außerstande ist, durch Leistung von öffentlichen Arbeiten seiner Erstattungspflicht zu genügen hätte. — Eine verhältnismäßig kurze Spanne Zeit ist es, der die Erfahrungen entnommen sind, welche ich Ihnen, meine Hochverehrten, heute hier mit- teilen durfte. Die Jugendfürsorge, welche die neueste Zeit geschaffen, um einer drohenden Gefahr entgegenzutreten, und die in diesem Streben geschaffene Einrichtung des Jugendgericlites, sind ja im großen und ganzen nur Versuche, um das so wichtige Problem zu lösen, die Straffälligkeit der Jugend zu vermindern und sie vor der Verwahrlosung zu schützen. Wir haben das Empfinden, daß wir auf dem richtigen Wege sind. Ein jeder, welcher ein Herz für seine Mitmenschen mitbringt, ist berufen, hier helfend und fördernd mitzuwirken. Wenn sich erst diese Erkenntnis den weitesten Kreisen erschlossen hat, dann wird uns auch die Lösung jenes Problems gelingen, denn: ,,die Liebe überwindet alles!" An der Diskussion beteiligten sich die Herren Landrat Schober, Provinzialkommissar für die Fürsorgeerziehung in Schlesien, und Senats- präsident Wi ener. Sitzung vom 24. Januar 1911. I. Vortrag des Herrn Geh. Regierungsrat Professor Dr. Julius Wolf über ,,Die ausländischen Arbeiter in Preussen". Der Vortragende führte aus: Der Mangel an einheimischen Arbeitern ist so groß, daß wir seit Jahren und zwar in immer steigendem Maße auf die ausländischen Saisonarbeiter angewiesen sind. Ihre Zuwanderung in großem Stile setzte im Jahre 1900 mit einer Zahl von 100 000 ein und stieg jedes Jahr um volle 100 000, so daß im Jahre 1910 nicht weniger als eine Million aus- ländischer Arbeitskräfte unsere Grenzen passiert hat. Zwei Fünftel der Einwanderer werden von der Landwirtschaft und drei Fünftel von der Industrie und dem Bergbau beansprucht. Nahezu die Hälfte der Saison- arbeiter kommt aus Österreich-Ungarn; es sind Polen, Ruthenen, Slowaken und Kroaten, etwa ein Viertel sind russische Polen, der Anteil der Italiener beläuft sich auf ein Achtel. Der Redner betonte, daß Deutsch- land von den Großstaaten den höchsten Geburtenüberschuß hat und die geringste Abwanderung ins Ausland aufweist, und daß trotzdem der Arbeitermangel im Wachsen ist. Von einem Ausbau des Arbeitsnachweises zur Herbeiführung eines Ausgleiches des Überschusses an Arbeiter- bevölkerung in den Großstädten mit dem Arbeitermangel auf dem Lande verspricht er sich, selbst wenn das durchführbar wäre, keine generelle III, Abteilung. Staats- und rechtswissenschaftliche Sektion. 27 Änderung. Den steigenden Mehrbedarf führt er auf das Ausmaß der deutschen Unternehmertätigkeit zurück. Deutschland sei ein Unteniehraer- land geworden. Im Osten ist die Arbeiterfrage direkt die landwirtschaftliche Frage geworden, weil die Fortführung der ostelbischen Landwirtschaft ohne die ausländischen Arbeiter nicht mehr möglich ist, auch bei weiterer Ein- führung arbeitsparender Wirtschaftsprinzipien. Der ländliche Arbeiter- mangel des Ostens ist nach den Ausführungen des Vortragenden auf die Abwanderung vom Lande nach den großen Städten und den Industrie- gebieten zurückzuführen. Im Westen, wo das Land im wesentlichen in, Bauernstellen aufgeteilt ist, geht dagegen die ländliche Bevölkerung nicht zurück. Der Landarbeiter wird durch die unabhängige Existenz in den Städten angezogen. Auch lockt ihn die Möglichkeit sozialen Aufstiegs, die ihm das Land im allgemeinen nicht bietet. Wo der Arbeiter als Arbeiter an- gesiedelt wird, bleibt er nicht, wo er dagegen sich zum Bauern entwickeln könnte, würde er bleiben. Der Vortragende zog daraus den Schluß, daß die Abwanderung aufgehalten werden könnte, wenn es gelänge, auch den Osten in Bauernland zu verwandeln. Für die nächste Zukunft werde die Versorgung mit Arbeitern immer schwieriger werden, weil mau bei uns wohl mit einer weiteren wirtschaftlichen Expansion rechnen muß, während auf der andern Seite abzusehen ist, daß der Geburtenüberschuß in Deutschland sich nicht auf der heutigen Höhe erhalten, sondern geringer werden wird. Ob der in zehn Jahren auf zwei Millionen Arbeiter an- gewachsene Bedarf aus den gegenwärtigen Quellen gedeckt werden kann^ erscheine zweifelhaft. In der Entwicklung dieser Dinge ist eine große Gefahr zu erblicken, und viele nationale Elemente betrachten mit Bedenken die starke Ein- wanderung der slawischen Arbeitermassen. Denn, wenn auch von der Verwaltung Maßnahmen getroffen sind, daß die Fremden alle Jahre vor Weihnachten auf mehrere Wochen das Land wieder verlassen, 80 bleibt doch zu befürcliten, daß eine Anzahl durch die Maschen des Gesetzes schlüpft und hierbleibt. In der Gefahr solcher Po Ion is erung die der Redner zwar nicht unterschätzen will, sieht er nicht die Haupt- gefahr, sondern darin, daß wir überhaupt von dieser slawischen Ein- wandererarmee abhängig sind und alle Zeit auf sie angewiesen bleiben. In der Einwanderung der Saisonarbeiter unterscheidet der Redner drei Perioden: Die Mobilisierung 1) der russisch-polnischen, 2) der öster- reichisch-polnischen und 3) der österreichisch-ruthenischen Arbeiterarmee. Jetzt stehen wir am Beginn einer vierten Periode, jener der Mobilisierung der ruthenischen Bevölkerung Weißrußlands. Es scheint aber, daß man sich den Grenzen der Abgabefähigkeit dieser unserer bisherigen Ver- sorgungsgebiete nähert und daß jene Länder mit der eigenen fort- schreitenden wirtschaftlichen Entwicklung die Arbeitskräfte, die es bisher 8 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur, für uns abgegeben hat, jetzt für sich selbst leklamiert. Jene Länder beginnen in dieser Abwanderung eine Schädigung ihrer selbst zu erblicken, und auf der Konferenz der Mitteleuropäischen Wirtschaftsvereine in Budapest, an welcher der Vortragende als Vertreter des deutschen Vereins teilgenommen hat, wurde offen erklärt, daß es nicht im Interesse Ungarns liege, solche Arbeitermassen auf die Dauer an Deutschland abzugeben. Mit der wachsenden industriellen Entwicklung und der intensiveren Gestaltung der dortigen Landwirtschaft wächst die Gefahr. Auf die Dauer ist daher vielleicht nur dann für uns mit der Versorgung durch jene Arbeiter zu rechnen, wenn auch für jene Länder ein Vorteil damit verbunden werden kann. Dieser Vorteil könnte dann in der Saison- abwanderung gesehen werden, wenn sie an die Stelle der Auswanderung nach Amerika treten könnte, unter der diese Länder stark zu leiden haben, und die gerade aus denselben Gebieten erfolgt, aus denen wir unsere Arbeiter rekrutieren. Der Redner schloß seine Ausführungen damit, daß die Aussichten für unsere Arbeiterversorgung nicht günstig sind. Wenn sie sich auch noch einige Zeit erhalten und auch noch steigern läßt, so ist es ihm doch zweifelhaft, ob wir die zweite Million von Saisonarbeitern noch erreichen können. An der Diskussion beteiligten sich die Herren Oberbürgermeister Dr. Bender und Kommerzienrat Dr. Gottstein. U. Wahl eines weiteren Delegierten in das Präsidium. Gewählt wurde durch Zuruf Herr Senatspräsident Professor Dr. Engelniann. Sitzung vom 13. Februar 1911. Vortrag des Herrn Amtsgerichtsrat Dr. Freund über „Die Gesellscliaft mit beschränkter Haftung und ihre Anwendung im Wirtschaftsleben." Der Vortragende führte aus: Das schon 1884 im Reichstage geltend gemachte Bedürfnis gewerb- licher Kreise nach einer neuen Rechtsform für gesellscliaftliche Privat- unternehmungen, durch die man solchen Unternehmungen eine Mittel- stellung zwischen den streng individualistischen Gesellschaftsformen und der Aktiengesellschaft geben könnte, führte schließlich zum Erlaß des Reichsgesetzes vom 20. April 1892, das den Rechtsboden für die Gründung von Gesellschaften mit beschränkter Haftung bildet. In der Begründung, mit der der Gesetzentwurf dem Reichstage vorgelegt worden war, hieß es, daß die in dem Gesetz auf der Grund- lage der beschränkten Haftung hergestellte Gesellschaftsform ,,bei aus- reichendem Schutze des mit den Gesellschaften verkehrenden Publikums genügende Biegsamkeit besitzt, um für sehr verschieden« III. Abteilung. Staats- und rechtswissenschaftliche Sektion. 29 Verhältnisse und Zwecke und bei einem sehr verschiedenen Umfange des Mitgliederkreises Verwendung finden zu können." ,,Da die neue Gesellschaftsform im Reichstag ohne jeden Widerspruch Anerkennung gefunden hat, so muß das Bedürfnis dafür in weiteren Kreisen empfunden sein. Sollte sich die Gesellschaftsform im Leben großes Vertrauen nicht erringen, und sich deshalb als eine tote legis- latorische Erfindung erweisen, so wird das kaum zu beklagen sein." So äußerte sich Eccius in seinem preußischen Privatrecht in der Auflage von 1893. Nicht freundlicher klingen die Worte Bähr's in einem 189 2 in den Grenzboten erschienenen Aufsatze: ,,Wir bezweifeln nicht, daß, wenn man so, wie es das Gesetz vor- schlägt, die Bildung von G. m. b. H. freigäbe, dies zu einem gewissen Aufschwung des Geschäftslebens führen würde. Es ist nur die Frage, ob dieser Aufschwung auch für unser Volksleben wohltätig wäre. Diese Frage verneinen wir, weil mit dem Aufschwung voraussichtlich ein Schwindel ohnegleichen verbunden sein würde." Goldschmidt prophezeite, „daß die neue Gesellschaftsform, die prinzipiell solideren Gesellschaftsformen der ofi"enen Handelsgesellschaft, der Kommandit- und stillen Gesellschaft und die durch die Novelle von 1884 modifizierten A. G. und A. K. G. verdrängen werde". Schließlich sei der in einem Aufsatz des verstorbenen Handelskammer-Syndikus E ras in Breslau ausgesprochene Schluß erwähnt, daß man zuverlässige Auf- schlüsse darüber, wo die G. m. b. H. am Platz sei und wo nicht, nur von der Lehrmeisterin: Erfahrung zu erwarten habe; wenn man deren Dienst in Anspruch nehme, so müsse auch Lehrgeld gezahlt werden." Seiner eigenen Würdigung der G. m. b. H. legte der Vortragende eine Statistik der im Handelsregister des Kgl, Amtsgerichts zu Breslau seit 1892 eingetragenen Gesellschaften mit beschränkter Haftung nach dem Stande vom 31. Dezember 1910 zugrunde. Sie umfaßt nach Jahr- gängen geordnet 296 Gesellschaften und 52 Zweigniederlassungen, deren Gründungskapital, spätere Kapitalsverminderungen, Wegfall infolge Konkurs, Liquidation, Sitzverlegung oder Einstellung des Gewerbes, und schließlich das noch tätige Kapital. Sodann werden die Familiengründungen, die Fälle der Fortführung schon bestehender Geschäfte, die Sanierungen und endlich die ,,one man companies" (bei denen alle Geschäftsanteile in einer Hand sind) und sonstige offenbar erkennbare Schein- gesellschaften (zwischen Ehegatten, Geschwistern, Eltern und Kindern, Prinzipal und Angestellten) jahrgangsweise dargestellt. Auf Grund dieses reichen Materials und seiner Beobachtungen legte nun der Vortragende verschiedene durch diese Gesellschaftsform geförderte Machinationen dar, die lediglich dem Schwindel und der Ausbeutung gut- gläubiger Geldgeber dienen. Nichts zerstört den Glauben an das Recht 30 Jahresbericht der öchles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. mehr, als wenn das Gesetz selbst in handgreiflicher Weise die Mittel darbietet, Mißbrauch damit zu treiben. Besonders häufig ist die Täuschung der Fernerstehenden dadurch, daß das gesetzlich geforderte Stammkapital zum Teil aus Sach- einlagen besteht, die im Gesellschaftsvertrage zu hoch bewertet sind oder überhaupt nur einen imaginären Wert haben. Dabei tibt auf viele Leute die Bezeichnung „G. m. b. H." eine gewisse suggestive Macht aus, sie erfüllt sie vorweg mit Vertrauen in die Zuverlässigkeit eines solchen Unternehmens, Der Vortragende führte drastische Fälle von Minder- wertigkeit hochbewerteter Sacheinlagen an, besprach die Gründe des Unterganges zahlreicher G. ra. b. H. — Übergriindung, d. h. zu hohe Bewertung der Sacheinlagen, Kapitalmangel, Kreditmangel — und for- mulierte schließlich seine Vorschläge zu Schutzmaßregeln. Bei der Erörterung der Kreditfragen handele es sich in erster Linie nicht um eine Frage wegen Schutzes des Großkapitals. Dieses schützt sich selbst durch Sachkenntnis, Vorsicht und Erfahrung. Das Großkapital gibt in den meisten Fällen, abgesehen von realer Deckung, einer Gesell- schaft mit b. H. nur Kredit gegen Bürgschaft der Gesellschafter oder fremder Personen. Es handelt sich vornehmlich um wii"tschaftliche Fragen des mittleren und des kleinen Kapitalisten, dem der Staat nicht schützend, aber warnend und präventiv zur Seite stehen sollte, nach- dem die Zeit des uferlosen laisser aller hoffentlich für immer vorüber ist. Man kann unterscheiden: 1) reine Geldgründungen, bei welchen alle Gesellschafter ihre Einlagen voll in Geld leisten oder doch in Geld zu leisten versprechen; 2) gemischte Gründungen, bei welchen ein Teil der Gesellschafter seine Einlagen in Geld leistet, während der andere Teil Sach-Einlagen auf das Stammkapital macht; 3) reine Sachgründungen, bei welchen alle Gesellschaften ihre Einlagen durch Einbringung von Vermögensgegenständen ableisten. Es tritt noch 4) die Form hinzu, bei welcher die Gesellschaft Vermögens- gegenstände zu einem Übernahmewerte annimmt, von welchem ein Teil auf die Stammeinlage des Einbringenden gerechnet, der Restbetrag aber ihm entweder gezahlt oder als Schuld der Gesellschaft bei dieser gut. geschrieben wird. Der Vortragende schlug als Schutzmaßregeln vor: Die Firma müsse mit den ausgeschriebenen Worten ,, Gesellschaft mit beschränkter Haftung" noch die Angabe des Stammkapitals, ob voll oder mit wie viel Prozent ein- gezahlt, mit wie viel Prozent nur durch Sacheinlagen gedeckt, enthalten. Reine Sachfirmen seien nicht zuzulassen, sondern nur in Verbindung mit mindestens zwei Namen der meist beteiligten Gründer, damit die in der Geschäftswelt wohlbekannten Namen von unzweifelhaftester Unsolidität in der Firma festgenagelt werden als Abschreckung für diejenigen, die es angeht. III. Abteilung. Staats- und rechtswissenschaftliche Sektion. 31 Über die Lage der Gesellschaft sei ein stets genaue Auskunft er- gebendes Anteilsbucb nach österreichischem Muster zu führen und an der Gerichtsstelle öffentlich auszulegen. Sodann aber müsse im Gesetze noch folgendes bestimmt werden: 1) Das Mindestkapital beträgt 50000 Mk. (statt der bisherigen 20000 Mk.), 2) Die vor der Eintragung der Gesellschaft nachzuweisende mindeste B arein - Zahlung beträgt 50 Proz. dea Stammkapitals. Damit sind reine Sach- gründungen unmöglich, und Sacheinlagen nur bis zu 50 Proz. des Stammkapi- tals zu bewerten. 3) mindestens 10 Proz. der Bareinlagen, mindestens also 20 Proz. des Stammkapitals, fließen in einen Sicherungsfonds, welcher unter staatlicher Aufsicht angelegt und festgelegt wird, dessen Zinsen der Gesellschaft zufließen, dessen Kapital aber unabpfändbar und un- übertragbar ist. Die Ausschüttung dieses Sonderguts erfolgt bei Auf- lösung der Gesellschaft oder nach Ablauf eines gesetzlich zu bestimmenden Zeitraums, Sonst bedarf es zur Antastung des Sicherungsfonds eines Beschlusses der Gläubiger mit staatlicher Bestätigung. Es handelt sich bei diesem Vorschlag um etwas ganz anderes als um einen bilanzmäßigen Reservefonds, wie die gesetzlich vorgeschriebenen buchmäßigen Reservekonten unzutreffend benannt werden. Selbst bezüglich dieser Reservefonds, riclitiger Reservekonti, hatte das alte H. G. B. bei den Aktiengesellschaften eine solche Aussonderung und besondere Anlegung ausdrücklich der Bestimmung des Gesellschaftsvertrages vor- behalten. In der Begründung der Aktien Novelle von 1884 wird erörtert, weshalb man gesetzliche Anordnungen über die ,, Anlegung des Reserve- fonds" unterlassen hat. Es heißt dort: ,, Dabei wird es die Aufgabe der verantwortlichen Gesellschaftsorgane sein, dafür Sorge zu tragen, daß die Anlage des Reservefonds, soweit dies nach den Umständen notwendig ist, nicht lediglich in einer bloßen Buch Operation besteht, sondern daß derselbe in Wirklichkeit und in leicht realisierbaren Werten vorhanden ist, um jederzeit auch den sachlichen Zweck, zu welchem er bestimmt ist, erfüllen zu können. Diese Absonderung und getrennte Anlegung von Kapitalien der Gesellschaft ist also nichts Neues. Auch die Bevormundung, welche in der Festlegung des Geldes liegt, schreckt den Vortragenden nicht zurück. Wer sich das Recht anmaßt, neue Rechtspersönlichkeiten in diesem Sinne zu schaffen, der muß es sich gefallen lassen, daß der Staat, der die Rechts- persönlichkeit durch- Eintragung in das Handelsregister anerkennt, darüber wacht, daß dieses rechtliche Lebewesen auch lebensfähig bleibe. Totgeborene Gesellschaften, Mißgeburten von Gesellschaften oder Gesellschaften mit nicht ausreichender Lebenskraft haben wirtschaftlich keine Berechtigung, im Geschäftsleben Anerkennung zu finden und anderen 32 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. lebensfähigen Wesen den Platz an der Sonne des Handelsverkehrs weg zu nehmen. Darum lasse der Staat solche Gesellschaften nur zu, wenn ihre Schöpfer ihnen bei ihrem Entstehen einen Kriegsschatz als Sicherungsreserve mit auf den Lebensweg geben. Jede dieser Gesell- schaften wird mit einem Sparfonds geboren — oder sie wird nicht als lebensfähig anerkannt. Auch die Unabpfändbarkeit des Sicherungsfonds ist im Rechts- leben nicht ohne Vorgang. Wie in den Bestimmungen der Z. P. 0. betreöend die Unabpfänd- barkeit von Sachen und Forderungen der soziale Gesichtspunkt obwaltet, eine völlige wirtschaftliche Vernichtung des Schuldners zu verhüten, in- dem ihm soviel gelassen wird, daß er seinen Berufsgeschäften nachgehen und sich wieder in die Höhe bringen kann, so soll hier das Gesetz der G. m. b. H. das beneficium competentiae gewähren. Man denke an eine Analogie der Heimstätten-Bewegung, nach der, im Interesse der Erhaltung eines gesunden Bauernstandes, ein Mindestmaß von Grundbesitz der Zwangsvollstreckung entzogen sein soll. Schließlich werde man bei dem Vorschlage, betreffend die Be- schlüsse der Gläubiger und ihre Bestätigung durch eine Behörde an die ähnlichen Vorgänge bei dem Abschluß eines Zwangsvergleichs im Konkursverfahren erinnert worden sein. Das günstige Resultat der somit auf alterprobten Rechtsvorgängen basierenden Vorschläge erscheint kaum zweifelhaft. Ob der Vorschlag bei allen Gesellschaften Platz gi-eifen, oder nur auf kleinere Gesellschaften, etwa unter 100 000 Mk. Kapital, Anwendung finden soll, darüber mag das Gesetz Bestimmungen treffen. Sicher sei folgender Erfolg: 1) der Sicherungsfonds steht auch beim traurigsten Geschäfts- ergebnis den gutgläubigen Kreditgebenden der kleinen Gesellschaften, also speziell den Handwerkern, kleinen Sparern, Angestellten als letzte Rettung zur Verfügung, so daß sie wenigstens nicht ganz leer ausgehen. Daß auch betörte Gesellschafter in diesem Sicherungsfonds bei rechtzeitiger Auflösung der Gesellschaft wenigstens einen Teil ihres Geldes wiederfinden, ist wohl kaum zu erhoffen. 2) Vor allem, und darauf legt Vortragender das größte Ge- wicht, bietet der Vorschlag, dem Betriebe der G. m. b. H, gleich von Anfang an einen Teil ihres Kapitals zu entziehen, den sichersten Prüfstein für die Solidität und Kreditwürdigkeit der Gesellschaft. Kann eine solche Gesellschaft 10 Prozent ihres Kapitals als werbendes Kapital nicht entbehren, dann ist eben die Sach-Einlage zu hoch bewertet, oder das bare Betriebskapital zu gering, letzteres meistens eine Folge der Über- wertung der Sach-Einlage. III. Abteilung. Staats- und rechtswissenschaftliche Sektion. 33 Zeigt der Geschäftsgang, daß die Gesellschaft des Sicherungsfonds entraten kann, so liegt hierin doch eine gewisse Gewähr für die Solidität der Gründung resp. für ihre Kreditwürdigkeit. Das vorgeschlagene Prinzip wirkt automatisch. Solange die eine Schale, wie bei einer Goldwage, den Sicherungsfonds trägt, steigt die andere Schale der Kreditwürdigkeit. Ist die Schale des Sicherungsfonds nicht mehr oder nicht hinlänglich belastet, so sinkt die Schale der Kreditwürdigkeit. Vortragender stellt den Vorschlag zur Debatte, gilt es doch den guten Ruf einer so wichtigen Gesellschaftsform herzustellen. „Das Land, welches die einfachsten und mannigfaltigsten, vor allem die sichersten Formen für die Vereinigung von Kapital und Personen bietet, muß wirtschaftlichen Vorsprung gewinnen" — sagt Öchelhausen, An der Diskussion beteiligten sich die Herren Dr. Kurt v. Eichborn und Syndikus Hancke. Sitzung vom 6. März 1911. Vortrag des Herrn Rechtsanwalt Justizrat Dr. Marcuse „Über das soziologische Element im Vorentwarf zu einem Deutschen Strafgesetzbuche". Der Vortragende führte aus: Die Versuche, den seit Herbst 1909 der öffentlichen Kritik unter- liegenden Vorentwurf eines Deutschen Strafgesetzbuches für die klassische Schule des Strafrechts zu reklamieren, waren verfehlt. Schon ein flüchtiger Blick in die einleitenden Betrachtungen des Entwurfs läßt erkennen, daß seine Verfasser es bewußt abgelehnt haben, sich auf den Standpunkt einer bestimmten wissenschaftlichen Richtung zu stellen, daß sie vielmehr den- jenigen Standpunkt gewählt haben, der für den Gesetzgeber der allein mögliche ist: Mit Rücksicht darauf, daß die Zwecke der Strafe nicht lediglich aus einem Gesichtspunkte zu erfassen sind, daß vielmehr alle Zwecke, die in der Theorie um die Alleinherrschaft ringen, wie Vergeltung, Besserung, Schutz der Gesellschaft, General- und Spezialprävention, in ihr beschlossen liegen, kann ein Gesetz nicht dem Rahmen einer bestimmten Schule angepaßt werden, hat es vielmehr allen jenen Zwecken insoweit Rechnung zu tragen, als das Bedürfnis der Zeit und die öffentliche Meinung hinter ihnen stehen. Indem der Entwurf von den historisch überkommenen Rechtsgedanken als seine natürliche Grundlage aus. geht, gewährt er ihnen zugleich eine dem gegenwärtigen Rechtsempfinden entsprechende Fortbildung. Das verbürgt die Kontinuität der Rechtsentwicklung, der also stets wie aller Entwickelung ein konser- vatives und ein progressives Element innewohnt. Und so hat denn der Entwurf nicht bloß bei den vornehmsten Vertretern beider wissenschaft- 1911. 3 34 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. liehen Richtungen, sondern auch bei angesehenen Praktikern und der Tages- presse mit wenigen Ausnahmen freudige Aufnahme gefunden und wird fast allgemein als eine geeignete Grundlage weiterer Reformarbeiten betrachtet. Und wenn er nun doch für eine bestimmte wissenschaftliche Richtung reklamiert werden soll, dann kann es nach alledem nur diejenige sein, die von Adolf Merkel begründet wurde und heute von Männern wie Bar, Lammasch, Stooß, Frank, Liepmann, von Hippel vertreten wird und die eine mittlere Richtung unserer Wissenschaft darstellt, indem sie den Vergeltungsgedanken festhält, neben ihm aber den praktischen Straf zw ecken die ihrer Bedeutung entsprechende Stellung einräumt. Diese praktischen Strafzwecke bilden das soziologische Element des Entwurfs, und dieses Ihnen mit kurzer kritischer Würdigung vorzuführen, ist die Aufgabe unserer Betrachtung. Der Grundgedanke des Entwurfs, daß jede wirksame Strafrechtsreform auf einer Vereinigung der Strafzwecke zu beruhen hat, kehrt an den ver- schiedensten Stellen wieder, so da, wo der Rückfall seine Behandlung findet, da, wo die Strafarten gegen einander abgewogen werden, da, wo das Problem der Jugendlichen behandelt wird, wo für die Strafzumessung Grundsätze aufgestellt werden, deren Fehlen in dem geltenden Rechte eine schmerzliche Lücke darstellt, da, wo der Vollzug der Freiheitsstrafen geregelt wird und an vielen anderen Stellen. Überall lautet der leitende Gedanke: Mehr als bisher ist auf die Persönlichkeit des Täters im Vergleich zur objektiven Tat Gewicht zu legen; mehr als bisher, doch nicht ausschließlich, damit nicht die der Tat selbst als Symptom der verbrecherischen Gesinnung wie nach der objektiven Seite zukommende Bedeutung tibersehen wird. Was die moderne Schule seit je als Forderung aufgestellt, hat hier seine Verwirklichung gefunden: Die individualisierende Behandlung des Verbrechers, deren Beschränkung durch den Vergeltungsgedanken das Erbteil der klassischen Schule ist. Mit dankbarer Verehrung sei an dieser Stelle des Altmeisters deutscher Strafrechtswissenschaft, meines alten Lehrers Albert Berner gedacht, der zu einer Zeit, als die klassische Schule auf ihrem Höhepunkte stand nnd die relativen Strafzwecke vereinzelt nur zur Geltung kamen, schon eine Anschauung vertrat, die der von dem Entwurf vertretenen nicht bloß ähnlich, sondern fast kongruent war. Wie ein physikalischer Versuch mutete seine Lehre an, daß, wie in der physischen Natur eine bestimmte Quantität nicht überschritten werden dürfe, wenn eine an ein bestimmtes Maß gebundene qualitative physische Existenz nicht aufhören oder in eine andere Qualität übergehen solle, wie etwa Wasser bei Überschreitung von 80 Grad Wärme in Dampf, beim Sinken unter Null Grad in Eis, so auch auf ethischem Gebiete die Qualität mit der Quantität sich ändere, die Tugend der Freigebigkeit z. B. durch ein Zuviel zu etwas qualitativ III. Abteilung. Staats- und rechtswissenschaftliche Sektion. 35 anderem werde, zur Verschwendung, die Tugend der Sparsamkeit zum Geiz, die Gerechtigkeit durch ein Mehr zur Rache, durch ein Weniger zur Konnivenz, in beiden Fällen also zur Ungerechtigkeit. Das Quantum sinn- lichen Leidens, das von der vergeltenden Gerechtigkeit gefordert werde, sei also kein absolut bestimmtes; es liege zwischen einem Maximum und einem Minimum. Innerhalb dieser beiden Pole haben die praktischen Zwecke, wie Besserung und Abschreckung, ihren Einfluß auf das Maß der Strafe zu üben. Es ist begreiflich, daß in dieser Lehre die bedingte Frei- lassung (die „vorläufige Entlassung" des Strafgesetzbuchs), die einer konsequenten Vergeltungslehre verwerflich erscheinen mußte, ungezwungen ihren Platz finden konnte, aber auch begreiflich, daß in dieser Lehre für ein Strafmittel wie die Todesstrafe kein Platz war, die ihr weder als Forderung der Gerechtigkeit noch als Forderung eines von dem Gesetz- geber zu beachtenden Genugtuungszwecks erschien, die zwar den Sicherungs- und Abschreckungszweck erfülle, doch weit über das für diese Zwecke erforderliche Maß hinausgehe und eine Verminderung der Kapital- verbrechen noch niemals und nirgends zur Folge gehabt habe. So hat denn auch der Entwurf das Prinzip der individuali- sierenden Behandlung des Verbrechers, wenn auch nicht restlos, so doch im wesentlichen durchgeführt, mag auch der von ihm festgehaltene Vergeltungszweck der Strafe als regulierendes Prinzip überall heran- gezogen sein. Er hat es abgelehnt, lebenslängliche Freiheitsstrafe gegen rückfällige Gewohnheitsverbrecher anzuwenden, wenn sich diese Maßregel nur durch den Sicherungszweck, nicht durch den Gedanken der gerechten Vergeltung rechtfertigen ließe. Er hat es abgelehnt;, mit Zucht- haus vorbestrafte Rückfällige stets wieder mit Zuchthaus zu bestrafen, weil eine solche Regelang die genügende Berücksichtigung der Bedeutung der abzuurteilenden Tat nach ihrer objektiven und subjektiven Seite ver- missen ließe und daher von dem Verurteilten wie von der Volksmeinung als ungerechte Strafe angesehen werden müßte. Er hat allerdings auch die unbestimmte Verurteilung abgelehnt, weil bei ihr entscheidend für die Strafbemessung das Verhalten im Strafvollzuge, nicht die Tat und die in ihr hervortretende Gesinnung sei. Er hat beim Bettel, bei Land- streicherei; Arbeitsscheu, Prostitution, deren kriminelle Bedeutung weder nach der Tat — noch nach der Schuldseite sehr erheblich sei, längere Freiheitsstrafen abgelehnt und hat hiermit zugleich den sozialen Ur- sprung dieser Delikte anerkannt, denen weniger durch Repression als durch prophylaktisch wirkende, von der Sozialpolitik zu schafl'ende Maß- regeln wirksam entgegengetreten werden kann. Er hat aber auch neben dem Vergeltungszweck in weitgehendem Maße den Zwecken der Spezial- prävention zu genügen versucht, dem Besserungszweck, indem er die „vorläufige Entlassung" des geltenden Rechts beibehielt, die bedingte Strafaussetzung mit richterlicher Entscheidungsgewalt einführte, 3* 36 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. ebenso Rehabilitation nach Ablauf gewisser Zeiträume und Einschränkung der Strafe bei Jugendlichen zugunsten der Erziehung. Der Ab- Bchreckungszweck wiederum tritt maßgebend hervor bei den vor- geschlagenen Strafschärfungen, bei der Verbindung der Freiheitsstrafen mit empfindlichen Geldstrafen, wenn die Handlung auf Gewinnsucht beruht. Sicherung durch Abschreckung und Unschädlichmachung wird angestrebt beim Rückfall und beim gewerbs- und gewohnheitsmäßigen Verbrecher- tum. Für die Strafzumessung sind, wie bemerkt, wichtige Grundsätze aufgestellt, um den Präventivzwecken, soweit tunlich, durch die Wahl der Strafart und die Bestimmung der Strafdauer Rechnung zu tragen; dem Richter ist hier größere Freiheit zur Erfassung der Lage des Einzelfalles gegeben, Willkür aber durch Aufstellung bestimmter Richtlinien möglichst verhütet. Für die Geldstrafe ist ein erweitertes Anwendungsgebiet vor- gesehen; sie soll der Vermögenslage des Täters möglichst angepaßt und in zweckmäßigerer Weise als bisher vollstreckt werden; an ihre Stelle soll geldwerte Arbeit treten, wenn der Verurteilte solche anstatt des Geldes, das er nicht besitzt, anbietet. Hier wird dem Norwegischen Strafgesetzbuch, dem Schweizer Entwurf von 1903, auch dem italienischen Gesetzbuch gefolgt und der gesunde Gedanke akzeptiert, daß die Ersatz- arbeiten vornehmlich für Staat oder Gemeinde und nicht oder nur in ganz beschränktem Umfang für Private, denen die Strafarbeiter zu verdingen, geleistet werden sollen. Der in der Literatur vielfach vertretenen For- derung, durch eine grundsätzliche Ausdehnung der Geldstrafen kürzere Freiheitsstrafen entbehrlich zu machen, ist der Entwurf nur in beschränktem Maße gefolgt, weil er die Freiheitsstrafen auch in den leichteren Fällen nicht entbehren zu können glaubte, in denen die Handlung so schwer- wiegend für die Rechtsordnung sei, daß sie aus Gründen der General- und Spezialprävention mit Geldstrafe nicht genügend geahndet werden könne. Die Freiheitsstrafe steht eben wie bisher so auch im Entwurf im Mittelpunkte des Strafensystems, da sie durch ihre unbegrenzte Teil- barkeit und die Fähigkeit, sich allen Abstufungen strafrechtlichen Verschuldens anzupassen, zu ausgedehntester Anwendung sich eignet. Freilich sollte der Glaube aufgegeben werden, daß sich stets ein objektiv begründetes Verhältnis zwischen einem bestimmten Quantum Schuld und Freiheits. Verlust finden ließe. Es ist deshalb keineswegs überzeugend, wenn der Entwurf davon spricht, daß unter Umständen Gefängnisstrafen von kürzester Dauer, also etwa von einem Tage, als ausreichende Vergeltung erscheinen. Und wenn hinzugefügt wird, daß derart kurze Freiheitsstrafen auch zur Erreichung des von ihnen allein zu erwartenden Abschreckungszweckes genügen, so kann auch dem nicht beigestimmt werden. Denn sollen Arbeits- pflicht und Unterwerfung unter die Gefängniszucht stets den Gehalt der Strafe bilden, so wird sie in ganz leichten Fällen zu einem zwecklosen III. Abteilung. Staats- und rechtswissenschaftliche Sektion. 37 Übel, in den Fällen aber, wo fühlbare Ahndung am Platze ist, hört sie auf ein Übel zu sein. Man folge denn, wo immer eine Freiheitsstrafe ge- boten ist und nicht etwa nach richterlichem Ermessen Straffreiheit eintreten kann, dem Beispiel des Schweizer Entwurfes, der eine Woche als Mindestmaß vorsieht. Die bisherige Gefahr einer moralischen An- steckung würde allerdings bei dem vom Entwürfe vorgeschlagenen Voll- zuge der kurzen Freiheitsstrafe in Einzelhaft beseitigt sein. Wohl aber bliebe die Gefahr einer Diskreditierung der Strafe in dem Bewußtsein des Verurteilten. Sehr merkwürdig ist es, daß die Praxis hier schon bisher eine Korrektur zu schaffen gesucht hat; ob nun gerade aus den eben dargelegten Gründen, eiitzieht sich meiner Kenntnis. Tatsache aber ist, wenigstens nach eigener langjähriger Erfahrung, daß von den Gerichten nur selten, selbst bei offenbarster Geringfügigkeit der Tat, die kürzeste Freiheitsstrafe verhängt wird. Einer Diskreditierung der Strafe in dem Bewußtsein des Verurteilten suclit der Entwurf in gewissen Fällen durch Verschärfung des Strafvollzuges vorzubeugen. Ob die hierin liegende Rückkehr zu dem System der Abschreckung durch körperliche Leiden kriminalpolitisch geboten ist, scheint durchaus zweifelhaft, wenn nicht unbedingt aus- geschlossen. Durch körperliches Leiden wird der Bestrafte verbittert; er wird körperlich geschädigt, und sein ehrliches Fortkommen nach der Ent- lassung wird hierdurch gefährdet. Weiter aber bedeutet es geradezu eine teilweise Bankerotterklärung des Strafvollzuges, wenn das Gesetz selbst es ausspricht, daß er besonders rohen und wenig empfindlichen Verbrechern gegenüber versage. Es w^ar ein wesentlicher Fortschritt der Strafrechts- pflege, als seinerzeit auf die Leibesstrafen verzichtet wurde, und wenn das österreichische Strafgesetzbuch dieselben bei den schwersten seiner Frei- heitstrafen, der Kerkerstrafe, vorsieht, so ist das nichts als das Über- bleibsel einer von der Wissenschaft längst überwundenen Stufe der Straf- rechtsentwicklung, und die praktischen Erfahrungen, die mit dieser Strafschärfung gemacht wurden, scheinen auch keine günstigen zu sein, da der Vorentwurf eines neuen österreichischen Strafgesetzbuches sie auf- gegeben und sich darauf beschränkt hat, in ähnlicher Weise die kurze Freiheitsstrafe eindrucksvoller zu machen. Mag dieser Vorschlag gleich demjenigen unseres Entwurfes auch den Beifall mancher Kreise finden, wie ja diesen Kreisen auch die körperliche Züchtigung als ein unentbehr- liches oder gar als das wirksamste Erziehungsmittel erscheint, so ändert das doch nichts an der geschichtlieh feststehenden Tatsache, daß die Leibesstrafen sich als Mittel der Verbrechensbekämpfung durchaus nicht bewährt haben, eine Tatsache, die, soweit die Prügelstrafe in Frage kommt, auch von dem Entwürfe unbedingt anerkannt wird. 38 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Gewiß sind — um auf das kriminalpolitische Moment zurückzukommen — auch Freiheitsstrafen von großer Dauer eine Gefahr für den Verurteilten und sein ehrliches Fortkommen in der endlich erlangten Freiheit. Doch dieser Gefahr wird einigermaßen durch die vorläufige Entlassung begegnet, die der Entwurf im Anschluß an das geltende Recht vorsieht und in sehr glücklicher Weise dadurch ergänzt, daß er während der Probe- zeit auch eine Aufsicht von Vertretern eines Fürsorgevereins oder anderen geeigneten Personen zuläßt. Ob übrigens nicht, wie gesagt worden ist, die vorläufige Entlassung, durch die der Vergeltungsgedanke zweifellos durchbrochen wird, als eine Vorstufe zur sogenannten unbestimmten Verurteilung angesehen werden darf? Wenn das Verhalten des Verurteilten während der Straf- zeit den Maßstab bildet für eine nachträgliche Richtigstellung einer ursprünglich falschen Einschätzung, so ist in der Tat nicht abzusehen, weshalb nicht dieses Verhalten allgemein als ein Maßstab für Be- messung der Strafdauer sollte betrachtet werden können. Das Prinzip der Individualisierung, das, wie wir sahen, von dem Entwürfe all- gemein akzeptiert ist, wäre wohl folgerecht durchgeführt, wenn dem Ge- wichte nur die Festsetzung des Rahmens durch Bestimmung des Höchst- maßes überlassen würde (damit wäre dem Vergeltungsgedanken genügt), während die Strafvollzugsbehörde nach Maßgabe der Führung des Ver- urteilten und der sonstigen bei der ,, vorläufigen Entlassung" in Betracht kommenden Verhältnisse die tatsächliche Dauer der Strafzeit zu be- stimmen hätte. Gilt ja auch nach dem Entwurf die Strafe schlechthin als verbüßt, wenn die Bewährungsfrist verstreicht, ohne daß ein Widerruf erfolgt, und will ja der Entwurf auch durch Beibehaltung des schon im geltenden Recht sich findenden Ausdruckes „gilt als verbüßt" zum Ausdruck gebracht haben, daß die Probezeit trotz der Aufsicht, welcher der Ent- lassene unterworfen bleibt, nicht Strafzeit ist. Ist die „vorläufige Entlassung" ein wertvolles Kon'ektiv gegen die drohenden üblen Folgen einer langen Freiheitsstrafe, so bildet die be- dingte Strafaussetzung ein solches gegen die üblen Folgen der Freiheitsstrafe schlechthin. Was der Entwurf zur Rechtfertigung seiner Neuerung, daß die Strafaussetzurg durch richterliche Entscheidung zu erfolgen habe, ausführt, ist ganz vortrefflich; die Kautelen, mit denen er die Maßnahme umgeben wissen will, genügen, um jede ungünstige Rückwirkung auf das Rechtsbewußtsein des Volkes und eine Abschwächung der Autorität des Gesetzes schlechterdings auszuschließen. Und ist das Geltungsgebiet der bedingten Strafaussetzung naturgemäß nur ein enges, so soll durch die Rehabilitation, soweit sie aus Löschung im Strafregister besteht, die Wirkung von Strafen nicht beträchtlicher Art schlechthin aufgehoben werden, wenn langjähriges Wohlverhalten des Verurteilten ihre Bedeutung für das Gemeinschafts- III. Abteilung. Staats- und rechtswissenschaftliche Sektion. 39 leben zurücktreten läßt; eine Art lohnender Vergeltung als Ergänzung und Berichtigung der strafenden Vergeltung. Wer die traurigen Folgen kennt, die oft durch eine Bekanntgabe von Vorstrafen, auch wenn sie einer Längstvergangenheit angehören, herbeigeführt werden, kann die Ein- führung dieses Rechtsinstituts nicht hoch genug veranschlagen. Daß der Entwurf die übel berufene Polizeiaufsicht des geltenden Rechts, wenn auch unter anderem Namen (dem der Aufenthalts- beschränkung) beibehalten hat, ohne für diejenigen Rechtsgarantien zu sorgen, ohne welche der Maßnahme stets der Charakter des Willkür- lichen anhaften wird, muß als verfehlt bezeichnet werden. Die bösen Erfahrungen, die bisher mit diesem Institute verbunden waren, hätten über die zeitliche Begrenzung hinaus noch zur SchaflFung von Rechtsschranken führen sollen, die dem diskretionären Ermessen der Polizeibehörde bei Prüfung der Bedürfnisfrage ein Gegengewicht zu bieten hätten. Auch daß der Entwurf der Friedensbürgschaft, die sich in Eng- land, ihrem Heimatlande, bewährt hat, eine Aufnahme in die Reihe der sichernden Maßnahmen versagt, kann nicht ohne weiteres gebilligt werden ein drohender schwerer Vermögensnachteil ließe sich sehr wohl als geeignetes Heramungsmoment verwerten. Freudig zu begrüßen aber ist die sichernde Maßnahme, die der Entwurf — abgesehen von den Fällen ausgeschlossener oder verminderter Zurechnungsfähigkeit allgemein und der durch sie begründeten Gemein- gefährlichkeit — noch für den besonderen Fall vorsieht, daß Trunk- sucht den Grund einer strafbaren Handlung bildet. Endlich beginnt die Erkenntnis der Gefahren, von denen unser Volk durch den Alkohol un- ausgesetzt bedroht ist, Einfluß auf die Gesetzgebung zu gewinnen. Das Bürgerliche Gesetzbuch hat den Anfang gemacht; doch sollte die von ihm vorgeseheneEntmündigung eines Trunksüchtigen auchvon der Staats- anwaltschaft betrieben werden können. Und nunmehr soll gleichwie nach dem österreichischen und dem schweizerischen Strafgesetzentwurf die Gemeingefährlichkeit der Trunkenen mit weiteren und wirksameren Maßnahmen bekämpft werden. Indem nun Rechnung getragen wird, den exakten Forschungen und praktischen Erfahrungen, durch die seit dem Inkraftreten des geltenden Strafgesetzbuches der Zusammenhang von Alkohohl und Verbrechen klargestellt wurde, wird der Anschauung ein Ende gemacht, als wenn allein durch Bestrafung der in der Tiunken- heit oder unter den Wirkungen der Trunksucht begangenen Delikte deren Ursache in ausreichender Weise bekämpft werden könnte. Gewiß ver- hehlt sich der Entwurf nicht, daß der Kampf gegen den Alkoholmißbrauch mit den Mitteln des Strafrechtes und der Polizei allein in erfolgreicher Weise nicht geführt werden kann, daß vielmehr gesetzgeberischen Maß- nahmen auf anderen Gebieten, wie auf dem der Gewerbe- und Steuer- 40 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. gesetzgebung, vor allem aber der Aufklärung des Volkes und einer Änderung seiner Lebensgewohnheiten und Trinksitten notwendig eine weit größere Bedeutung beizumessen ist. Gewiß auch können die Vorschläge des Entwurfs nicht als umfassend genug bezeichnet werden, da die von ihm vorgesehene Heilbehandlung nach Ablauf einer gewissen Höchst- dauer abgebrochen werden soll, ohne daß objektiv eine Gewähr für ein nunmehr gesetzmäßiges und geordnetes Leben gegeben ist. Da empfiehlt öich wohl eine von der Kritik vorgeschlagene Erwägung, daß die Ent- lassung stets nur probeweise erfolgt, und daß, falls von dem probe- weise Entlassenen die Verpflichtung zur völligen Enthaltsamkeit gebrochen wird, sofort seine Zurückverweisung in die Heilanstalt bis zu einer Dauer von höchstens drei Jahren erfolgt. Und es wäre weiter wohl einer Er- wägung wert, ob nicht unter Wiederaufnahme der Reformbestrebungen der neunziger Jahre und unter Erweiterung des im § 306 Nr. 3 des Entwurfs festgestellten Prinzips einer Strafbarkeit der gefährlichen Trunkenheit die Trunkenheit schlechthin als ein zweifelloses Gefährdungsdelikt zum Gegenstand einer Straf drohung gemacht werden sollte. — Jedenfalls aber wird durch die Bestimmungen des Entwurfs eine ungemein fühlbare Lücke des geltenden Strafrechts ausgefüllt. Es ist ein unbefriedigender Rechts- zustand, daß, wo immer die freie Willensbestimmung infolge Trunkenheit ausgeschlossen war, auch bei selbstverschuldeter Trunkenheit, der Täter frei ausgeht und damit eine Gefahr für die öflFentliche Sicherheit bleibt. Und noch weniger befriedigend ist es, daß die Rechtsprechung, um die Zahl dieser Fälle möglichst einzuengen, im Widerspruch mit der wissenschaftlich erforschten Natur der Trunkenheit als einer schweren Vergiftungs- erscheinung den Ausschluß der freien Willensbestimmung auf den Fall ein- schränkt, daß die Trunkenheit bis zur Sinnlosigkeit gediehen war, gleich als wenn nur dann eine rechtlich relevante Willensäußerung nicht mehr denkbar wäre. Diesem unwürdigen Zustand soll nunmehr abgeholfen, und der Richter soll in den Stand gesetzt werden, im Einklang mit dem erkennbaren Willen des Gesetzgebers und den anerkannten Anschauungen der exakten Forschung zu bleiben und auch im Falle eines gebotenen Freispruchs die Gesellschaft vor erneuten Angriffen des Trunksüchtigen zu schützen. Die Begriffsbestimmung, welche der Entwurf der Zu- rechnungsfähigkeit im allgemeinen gibt, kann liierbei trotz ihrer wenig glücklichen Fassung bestehen bleiben. Denn als Bewußtlosigkeit, durch welche die freie Willensbestimmung, d. h. die Kraft zur Nieder- haltung des verbrecherischen Antriebes und das Verständnis für die Straf- würdigkeit der Handlung, ausgeschlossen, nicht bloß gemindert ist, kann gemäß den experimentellen Untersuchungen unserer Alkoholforscher die Trunkenheit auch schon geringerer Grade angesehen werden, oder auch als krankhafte Störung der Geistestätigkeit, wofür der Entwurf un- genauerweise „Geisteskrankheit" gesetzt hat, zudem noch unter III. Abteilung. Staats- und rechtswissenschaftliche Sektion. 41 tantologischer Hinzufügung des Begriffs „Blödsinn", der nichts als eine chronische Form der Geisteskrankheit ist und nicht, wie der Ent- wurf meint, auch die hohen Grade angeborener geistiger Schwäche umfaßt. Und nun die Maßnahmen, die der Entwurf bei Behandlung der Jugendlichen vorschlägt! Der Geist, der den Entwurf einer Straf- prozeßordnung erfüllt, kommt auch hier zur Geltung. Hat sich dort der Gesetzgeber als Ziel gesetzt: möglichste Vermeidung eines Strafverfahrens gegen Jugendliche und der mit ihm notwendig verbundenen Gefahren, möglichste Ausschaltang der Kriminalstrafe und vornehmliche Betonung des erziehlichen Moments, so ist auch hier die kriminelle Strafe von er- ziehlichen Maßnahmen stark zurückgedrängt, ist zwar Strafe als Regel beibehalten, die aber, da hier in der Mehrzahl der Fälle die Strafe von einem verständigen Vergeltungsbedürfnis nicht zwingend gefordert wird, sehr bald zur Ausnahme werden wird. Es sind ferner die Altersklassen zwischen dem 12. und 14, Lebensjahr, bei denen das Unzweckmäßige einer Strafe und die Notwendigkeit einer Erziehung bisher am stärksten hervortraten, einer fast allgemeinen Forderung gemäß dem Strafrecht über- haupt entzogen. Kommt noch hinzu, daß, wenn auch das bisherige Er- fordernis des sogenannten ünterscheidungs Vermögens — erfreulicher- weise — beseitigt ist, so doch in leichten Fällen von Strafe ganz ab- gesehen oder ein bloßer Verweis erkannt werden kann, daß die bedingte Strafaussetzung stets Platz greifen wird, daß die Zahlung von Geldstrafen und die Abbüßung von Ersatzstrafen außerordentlich erleichert und der sonstige Strafvollzug dem Charakter der Jugend möglichst an- gepaßt ist, so können auch die Vorschläge dieses Entwurfes als ein wesentlicher Fortsehritt begrüßt werden. Und es erscheint nunmehr die Hoffnung begründet, daß, wenn sich ein Stamm von Richtern und Voll- zugsorganen bildet, die, von den sozialen Gedanken der Neuzeit erfüllt, sich psychologischen Blick und pädagogisches Geschick aneignen, auch Menschen- und Lebenskenntnis besitzen und sich mit voller Hingebung ihren Aufgaben widmen, die künftige strafrechtliche Behandlung Jugend- licher zu einer relativ vollkommenen sich gestalten wird. Dann wird, besonders wenn noch eine weise Sozialpolitik und eine Reform der Jugenderziehung den äußeren und inneren Ursachen eines gesellschaft- feindlichen Handelns schon früh und wirksam entgegentreten, gleich wie in England, wo seit Jahrzehnten neben der Kriminalstrafe eine Unter- bringung der Straffälligen in eigens für diesen Zweck gegründete Er- ziehungsanstalten vorgesehen und die Jugenderziehung seit langem auf gesunde Grundlagen gestellt ist, auch bei uns in absehbarer Zeit die Kriminalität der Jugendlichen zum Stillstand kommen und sich dann in absteigender Tendenz weiter entwickeln. Beide Entwürfe haben den Weg zu diesem Ziele gewiesen, und der Kräfte sind schon viele am Werke, die hoffnungsfroh dem gleichen Ziele zustreben. 42 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Das Ineinandergreifen von Wissenschaft und Leben charakterisiert unseren Entwurf hier wie überall. Das bildet seine vortreffliche Anlage, die selbst von den unentwegtesten Vertretern der klassischen Schule an- erkannt wird. Er ist über den Streit der Schulen hinausgewachsen, indem er ihm einen praktischen Abschluß brachte. Eine wechselseitige An- näherung war allerdings schon in gewissem Maße erreicht, da die Reformer unerreichbare Ziele aufgegeben und die Vertreter der klassischen Richtung ein Verständnis für die berechtigten Ziele der Reform gewonnen hatten, so daß schließlich beide sich zu gemeinsamer, fruchtbringender Arbeit schon zusammenfanden. Solche Verschmelzung einer progessiven und einer konservativen Richtung ist, wie wir einleitend bemerkten, das Bedingnis wie aller Entwickelung, so insbesondere einer Fortentwickelung mensch- lichen Erkennens zur Wahrheit, und der Entwurf hat, indem er die Frucht jenes Zusammenwirkens sich zu eigen machte, der Rechtsentwicklung in ganz gewaltigem Maße die Bahn gebrochen. Er bedarf nur noch einer gründlichen Kritik seiner Einzelheiten, an der es die Literatur ja nicht fehlen läßt, um demnächst als reife Vorlage der Volksvertretung zugehen zu können. Doch auch dann wird die Erkenntnis nicht zum Stillstand kommen. Neue Probleme werden auftauchen und werden wissenschaftliche Durchdringung und Lösung fordern. Der Fortschritt ist eben unauf- haltsam; denn das Leben ist Bewegung, und der soziale Fortschritt vor allem stellt eine gleichförmig beschleunigte Bewegung dar. Wie der Konservative von heute ruhig Ideen vertritt, die einige Jahre oder Jahrzehnte früher von den külmsten Neuerern vertreten wurden, so wird der Konservative der Zukunft die Ideen festzuhalten suchen, die heute von der fortgeschrittensten Lehre vertreten und der praktischen Gesetzgebung überliefert werden, und er wird in Erkenntnis des innigen Zusammen- hanges von Wissenschaft und Leben wiederum zu Kompromissen bereit sein. Doch auch der Neuerer, der sich von den Gesetzen historischer Entwicklung leiten läßt, wird sich dann wieder bescheiden; er wird dem Schwergewicht der tatsächlichen Verhältnisse Rechnung tragen und unter Zügelung seines vorwärts drängenden Gefühls seine Ziele auf das Er- reichbare beschränken. Der Triumph alles Neuen in Theorie und Praxis bedeutet also keineswegs ein Auslöschen vorangegangener Ideen und Ein- richtungen. Wissenschaft und Leben kennen keinen künstlichen und radikalen Wechsel von Behauptungen und Verneinungen, wie etwa die philosophische Metaphysik. Sie sind nach einem Worte des Soziologen Enrico Ferri „nur die nie ruhende Entwickelung neuer Teile an dem ehrwürdigen Stamme uralter Erkenntnis". Eine Diskussion fand nicht statt. 'III. Abteilung. Staats- und rechtswissenschaftliche Sektion. 43 Sitzung vom 20. März 1911. Vortrag des Herrn Gerichtsassessor Dr. Martin Schlesinger über „Die gegenwärtige Gerichtsverfassung und die Justizreform in Russland." Der Vortragende führte aus: In den wesentlichen Grundzügen ähnelt die Gerichtsbarkeit der deutschen Rechtspflege; durch Sondereinrichtungen aber unterscheidet sie sich von dieser ganz bedeutend. Die russischen ,,Gericht8palate" stimmen in ihrer Bedeutung und ihren Befugnissen un- gefähr überein mit den preußischen Oberlandesgerichten, nur sind die Russen insofern ein Stück weiter als wir, als sie bereits die Berufung gegen Urteile des Bezirksgerichts (Strafkammer) eingeführt haben, so daß die Gerichts- palate auch als Berufungsinstanzen in Strafsachen wirken. Das russische Reich ist, wie Preußen, in vierzehn Palate eingeteilt, und man kann daraus schließen, daß so mancher Russe, der persönlich sein Recht an einem solchen Gerichtshofe wahrnehmen will oder zum Erscheinen verpflichtet ist, eine weite und beschwerliche Reise zurückzulegen hat. Diese Ober- gerichte sind auch zuständig für politische Vergehen, und wenn in einem solchen Falle das Gesetz den Angeklagten mit dem Verlust oder der Minderung von Standesvorrechten bedroht, so müssen Laien hinzugezogen werden. Eine ganz eigentümliche, für westeuropäische Begriffe schwer zu fassende Einrichtung ist das Wolostgericht. Das ist ein bäuerliches aus Laien zusammengesetztes Gericht von seltsamer Herkunft. Als nämlich über die Grundsätze der Bauernbefreiung beraten wurde, hielten es die hiermit betrauten Staatsmänner nicht für gut, die Bauern unter die damals noch ständisch gegliederten Gerichte zu stellen. Daher wurden Bauern- gerichte geschaffen, die selbständig, und zwar nach Gewohnheitsrecht, über unbedeutende Rechtsstreitigkeiten und Strafsachen urteilen durften. Im Laufe der Zeit sind mancherlei Bestimmungen getroß'en worden, die sich als Beschränkungen der bäuerlichen Gerichtsfreiheit deuten lassen; zugleich aber hat die Kompetenz der Wolostgerichte eine Erweiterung erfahren. Die bäuerlichen Richter huldigen oft einer Rechtsauffassung, die vom ge- schriebenen Recht weit abweicht, und so manches ihrer Urteile wirkt auf uns spaßhaft. Als sich zum Beispiel ein Mann meldete, der als Soldat mit gegen die Japaner gezogen und später als verschollen erklärt worden war, und nun bei seiner Heimkehr erfuhr, daß seine Frau inzwischen einen anderen Mann geheiratet habe, kam das Wolostgericht dem Ärmsten zu Hilfe. Es urteilte, daß er mit dem neuen Manne gleichberechtigt sei, und daß die Frau abwechselnd jedem eine Woche lang anzugehören und zu gehorchen habe. Im ordentlichen Gerichtsverfahren kann bekanntlich in Rußland keine Todesstrafe verhängt werden, wohl aber im Ausnahme- verfahren. Darauf erklärte der Vortragende den „Zustand der verschärf- ten Bewachung", den der „außerordentlichen Bewachung" und den „Kriegszustand". Der ,, Ausnahmezustand" ist zeitweise über ein Drittel 44 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. der ganzen Monarchie ausgedehnt, und in manchen Gebieten dauert er seit dem Jahre 1881 fast ununterbrochen fort. Die Reichsduma hat nun ein Gesetz angenommen, das die Wolostgerichte, über die der Redner sehr ungünstig urteilte, abschaffen und durch gewählte Friedensricliter ersetzen soll. Gleichzeitig mit dieser Neuerung soll ein Gesetz in Kraft treten, das den Schutz der persönlichen Freiheit bezweckt und den Ausnahme- zuständen und den damit verbundenen administrativen Verschickungen ein Ende machen will. Eine Diskussion fand nicht statt. Sitzung vom 2 7. März 1911. Vortrag des Herrn Handelskammer -Syndikus Dr. Tille aus Saar- brücken über ,,Einkoninienent wicklang und Kapitalbildung im letzten Jahrzehnt im Deutschen Eeiche." Unter der Herrschaft der liberalen Gesellschaftsordnung, unter der wir leben, bestimmt sich bekanntlich das Vermögen des Einzelnen im wesentlichen durch verwandtschaftliche Beziehungen — Erbschaft, Heirat — sowie durch persönliche Arbeitsleistung und Zinsbezug. Stellt man nun die Frage auf, wie groß unser Vol ksvermögen und unser Volks- einkommen sind und wie beide sich weiterentwickeln, so kann man — wie der Vortragende des näheren begründete — nicht etwa aus den Steuererträgnissen zutreffende Schlüsse ziehen. So ist z. B. in Preußen in der Zeit von 1896 bis 1906 der Ertrag der Einkommensteuer um 61 Prozent gestiegen, aber es wäre offenbar verfehlt, deshalb auch gleich eine entsprechende Steigerung des Einkommens anzunehmen. Nun sind Schätzungen unseres Nationalvermögens schon mehrfach versucht worden. Schmoller gelangte 1902 zu einer Summe von 200 Milliarden Mark, Steinmann-Bucher 1909 zu 350 Milliarden, und inzwischen ist eine ganze Literatur über diese Frage entstanden. Der Vortragende selbst schätzte das deutsche Nationalvermögen auf 410 Milliarden, indem er folgende Posten unter eingehender Begründung jedes einzelnen in die Rechnung einstellte: Bodenwerte der Landwirtschaft 70 Milliarden, städti- scher Boden 50 Milliarden, Baulichkeiten 170 Milliarden, deren Einrich- tungen 50 Milliarden, Bergwerke 5 Milliarden, Eisenbahnen 20 Milliarden, Hafen- und Kanalanlagen 5 Milliarden, öffentliche Gebäude 10 Milliarden, Seehandelsflotte 1,2 Milliarden, Waren auf dem Transport 4 Milliarden, im Auslande angelegtes Kapital nach Abrechnung des vom Auslande bei uns angelegten 20 Milliarden, Metallgeld 5 Milliarden. Hierbei kommt aber in Betracht, daß manche Posten sich niemals in voller Höhe er- mitteln lassen. So gründet sich z. B. die Schätzung des Wertes von Bau- lichkeiten und Mobiliar auf die Statistik der feuerversicherten Werte; aber III. Abteilung. Staats- und rechtswissenschaftliche Sektion. 45 es gibt auch Millionen unversicherter Haushaltungen, und die Mehrzahl der Werke der schweren Industrie, z. B. die Eisenhütten, haben Selbslver- Sicherung. Auch über die anderen Posten in dieser Vermögenszusammen- stellung — so bemerkte der Redner — kann gestritten werden,^aber im einzelnen wie im ganzen ist diese Rechnung doch ein Ergebnis, zu dem die verschiedensten Männer mit den verschiedensten Fachkenntnissen ziemlich übereinstimmend gelangt sind, so daß es als brauchbare Grund- lage für weiteres gelten kann. Sind wir danach nun reich oder arm? Im Vergleich zu England, Frankreich und den Vereinigten Staaten sind wir ein armes Land, die auf den Kopf der Bevölkerung entfallende Vermögensziffer ist bei uns geringer als dort. Fragt man weiter, in welcher Form der Ent- wicklung sich das Kapital bei uns befindet, so ist hervorzuheben, daß der Kapitalsbildung in neuester Zeit eine Menge Schwierigkeiten entstanden sind und daß im Deutschen Reiche alljährlich Abzapfungen vom Kapitalvermögen vorgenommen werden, über deren wirtschaftliche Tragweite sich jedenfalls nur wenige Nichtpraktiker klar sind. Zunächst hat das Reich in den letzten zehn Jahren seine Handels- bilanz vollständig verändert. 1900 überwog die Einfuhr die Ausfuhr um eine Milliarde, jetzt überwiegt sie um 2 Milliarden. Allerdings ist diese Handelsbilanz nicht die wirkliche Zahlungsbilanz, denn wenn man die Einnahmen für die dem Auslande geleisteten Bankdienste und Fracht- dienste sowie die Einnahmen aus dem im Auslande angelegten Kapital abrechnet, bleibt in der Zahlungsbilanz nur ein Mehr von einer Milliarde an Ausgaben übrig. Aber im Interesse der Kapitalsbildung liegt das Überwiegen der Ausfuhr, das wir nicht haben. Erst wenn ein Volk Handelswaren im Aus lande absetzt, ist es imstande, mehr zu erzeugen als es selbst verbraucht, und seine Produktionskräfte über den eigenen Bedarf hinaus zu verwerten. Zu dem Ausfall in der Handelsbilanz ge- sellen sich noch andere Verluste. Durch den Zusammenbruch von Unter- nehmungen, durch Konkurse verliert das Reich etwa eine Drittel Milliarde jährlich, der hauswirtschaftliche Verbrauchsersatz an Einrichtungsgegenständen kostet eine Milliarde jährlich, die natürlich aus unserem Reineinkommen genommen wird. Ferner wurden bei der im letzten Jahrzehnt betriebenen Schuldenwirtschaft des Reiches, der Staaten und der Gemeinden alljährlich 350 Millionen durch Anleihen aus dem Vermögen des Volkes genommen und für laufende Ausgaben ver- braucht. Das war ein schweres Vergehen gegen die Nationalwirt- schaft, und glücklicherweise hat die Reichsfinanzreform darin in erfreulichem Maße Wandel geschafft. Allerdings werden seit- dem wieder durch die Ausbildung der Re ichs erb sc haftss teuer 6twa 50 Millionen und durch die Reichswertzuwachssteuer vielleicht 20 Millionen jährlich dem Volkskapital entzogen. Eine außerordentliche 46 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Erschwerung der Sparkapitalsbildung bewirken ferner die sozialen Ver- sicherungsgesetze. Im Jahre 1909 wurden durch die Versicherung der Lohnarbeiter 859 Millionen Mark der Sparmöglichkeit entzogen, 1910 waren es schon über 900 Millionen, unter der Reichsversicherungsordnung werden es 1100 Millionen sein, und bei Einführung der Versicherung für Angestellte 1,3 Milliarden. Diese Summen, die früher zum großen Teil gespart und später zur Selbständigmachung benutzt wurden, sind jetzt zu einem ewigen Kreislauf zwischen Versicherungsbeitrag und Rente verdammt und setzen sich niemals mehr in Kapital um. Faßt man das zusammen, so waren es 1909 rund 3,6 Milliarden, die verbraucht, verloren und ans Ausland bezahlt wurden, und von 1911 an werden es 3,75 Milliarden sein, die jährlich vom Kapital verloren gehen. Auf welchem Wege erfolgt nun eigentlich die Kapitalsbildung in einem Volke? Ein Teil des in Unternehmungen angelegten Kapitals vermehrt sich automatisch, denn wenn ein Unternehmen steigende Er- träge bringt, steigt im Volksbewußtsein auch sein innerer Wert, was am deutlichsten der Aktienmarkt zeigt. Von dieser automatischen Vermehrung ausgeschlossen ist nur das Leihkapital. Die zweite Form der Kapitalsbildung ist das Sparen. Man spart, indem man das bare Geld zinstragend anlegt, oder aber bei Unternehmungen einen Teil des Ertrages zur Erweiterung von Anlagen benutzt. Nur durch diese beiden Arten des Sparens entsteht neues Wirtschaftskapital ; die automatische Wertsteigerung kann kaum jemals benutzt werden, um neues Wirtschaftskapital zu schaffen. Von der Wertvermehrung des vorhandenen Kapitals sind übertriebene Vorstellungen verbreitet; in Wirklichkeit dürfte sie jährlich nicht ganz 3 Milliarden betragen, also nicht einmal die angeführten Kapitalsverluste ausgleichen. Jedenfalls ist das Sparen eine Lebensnotwendigkeit speziell für unser Volk, und zwar aus zwei Gründen. 1910 hatten wir 410 Milliarden Vermögen und 65 Millionen Einwohner, so daß auf den Kopf rund 6340 Mark entfielen. Ende 1911 werden wir 66 Millionen Ein- wohner haben, und wenn nicht inzwischen sechs Milliarden zugespart sind, werden wir dann ärmer geworden sein. Es ist das bei uns anders als in Frankreich, wo bei dem Stillstand der Bevölkerungszahl jeder Kapitalszuwachs ohne weiteres schon vermehrten Reichtum bedeutet. Die sechs Milliarden aber, die wir sparen müssen, wenn wir nur so reich bleiben wollen wie bisher, werden nun auch gespart; es sind das die sechs Milliarden, um welche die Feuerversicherungswerte all- jährlich steigen. Darüber hinaus aber müssen wir noch sparen, um für die Durch- führung aller technischen Fortschritte jederzeit das Nötige aufwenden zu können und nicht gegen andere Völker in Rückstand zu geraten. Das erfordert vier Milliarden jährlich, und diese sind im Deutschen Reiche in. Abteilung. Sprach- und rechtswissenschaftliche Sektion. 47 nicht vorhanden für solche Anlagen. Davon zeugt die Kreditnot des Mittelstandes, der vergeblich nach Kapital sucht, um damit seine Betriebe zu mechanisieren, davon zeugt die Lage der Privatangestellten, die nicht mehr so wie früher Geld zu Etablierungen gegen mäßige Zinsen auftreiben können, und bei jeder Hochkonjunktur steigt unser Zinsfuß so, daß er die Bautätigkeit wie überhaupt jede industrielle Tätigkeit beeinträchtigt. Eine Wirkung dieser Verhältnisse sind auch die zu niedrigen Kurse unserer Staatsanleihen. Das alles ist nur dadurch zu mildern, daß die Sparkapitalbildung im deutschen Volke ganz gewaltig gesteigert wird. Unser Rohein- kommen setzt sich wie folgt zusammen: die Landwirtschaft bringt 15 Milliarden, das Hausgewerbe 5, der Handel 4, der Verkehr 2, das Handwerk 10, die Industrie 26 Milliarden, dazu 1 Milliarde Zinsen vom Auslande, macht 63 Milliarden, wovon nach Abzug von Verhrauchs- ersatz, Amortisationen usw. etwa 48 Milliarden als Reineinkommen verbleiben. Hiervon gehen dann 3,6 Milliarden für Verluste ab, 9 Milli- arden werden vom Reiche den Staaten und den Gemeinden für öffentliche Zwecke verbraucht, und 6 Milliarden erfordert die Aufrechterhaltung des bisherigen Vermögensstandes. So bleiben etwa 30 Milliarden für Leben saufwand, und davon gehen bereits 4,6 Milliarden für Alkohol und Tabak ab. An der Diskussion beteiligten sich die Herren Dr. Kieseritzki, Eugen Ehrlich, Justizrat Lemberg und Frl. Dr. Perls. Sitzung vom 24. April 1911. Vortrag des Herrn Professor Dr. von Wenckstern über „Tolstoj und Marx". Tolstoj und Marx, bis zu einem gewissen Grade Zeitgenossen, hatten trotz ihrer verschiedenen Basierung auf westeuropäische (Marx) und russische (Tolstoj) Kultur durch das in ihrer Geburtsanlage überwiegende Individuelle, starke Gemeinsamkeiten. Sie neigten beide zu radikalen, abstrakten For- mulierungen und Lösungen. Tolstoj konzentrierte sich zuletzt auf religiöse Beeinflussung der Menschheit, Marx faßte ausschließlich die Gestaltung des irdischen Daseins ins Auge. Gemeinsam ist nun beiden vor allem, daß sie als junge Männer ihre letzten Anschauungen und Ziele in Thesenform programmatisch festlegten, daß sie beide glaubt-en, in der Lage zu sein, die Menschheit von einer falschen Auffassung des Lebens, vor allem auch der Wirtschaft, zu einer richtigen bringen zu können; daß sie in der bestehenden Kultur insbesondere in der Rechtsordnung, nur bedingt förderliche, überwiegend hemmende Elemente in der von ihnen erstrebten Entwicklung sahen; daß beide nicht 48 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. nach Gewalt gegen die existierenden Gewalten riefen, sondern auf eine Zertrümmerung der die Entwicklung hemmenden Gewalten durch gegen- seitigen Kampf rechnen und von Geduld und selbsteintretender Entwicklung alles erhoffen. Im einzelnen liegen natürlich zahlreiche Verschiedenheiten vor — bedingt hauptsächlich durch die verschiedene Zielstellung. Die Wissenschaft kann die idealen Wechsel von Tolstoj^ und Marx nicht diskontieren. Tolstoj und Marx haben bei der Verwendung ihrer Zentralbegriffe, des Lebens (Tolstoj) und des Werts (Marx), in ihren Werken diesen Begriffen verschiedenen Inhalt und Umfang gegeben, so daß in ihren entscheidenden Schlußfolgerungen der typische Fall eines Trug- schlusses auf Grund einer quaternio terminorum vorliegt. Im Anschluß an diese fundamentalen Fehler lenken Tolstoj und Marx durch ihre direkten Anweisungen die Aufmerksamkeit der Menschheit von den richtigen Wegen zur Vervollkommnung ab. Immerhin wirkt Marx mächtig und vielleicht wirkt auch Tolstoj mächtig — ein Teil der Menschheit braucht, statt der rechten, direkten Anweisung, Umwege, Surrogate. Immerhin gehören Tolstoj und Marx zu den gutwilligen Geistern, zu den Lotos-Charakteren der Menschheit. Das wirkliche Leben wird sich aber jenseits ihrer Bahn entwickeln. Ihre Theorien werden, so kann ge- hofft werden, indirekt nützlich mitwirken, wenn auch die Gefahr nicht verkannt werden darf, daß sie stellenweise schädlich wirken. (Der Vortrag wird in der von dem schlesischen Verein für Volkskunde zum Jubiläum der Universität Breslau herausgegebenen Jubiläumsgabe im Wortlaut veröffentlicht werden.) Eine Diskussion fand nicht statt. Sitzung vom 12. Mai 1911. Vortrag des Herrn Geh. Justizrat Professor Dr. Leonhard über „Die Reichsversicherungsordnung." Einleitend erwähnte der Vortragende, daß er während seiner Tätig- keit als Austauschprofessor in Amerika dort großem Interesse für unsere Arbeiterversicherung begegnete und an zahlreichen Orten Vorträge darüber halten mußte. Allerdings fragten die Amerikaner zunächst weniger nach der Gestaltung, als nach dem Werte der Versicherung, zumal ein früherer Austauschprofessor sie als eine in jeder Hinsicht vorzügliche Einrichtung geschildert hatte. Inzwischen aber hatte in Deutschland bereits die Polemik gegen die zutage geti-etenen Mißstände begonnen, und der Redner nahm daraus Veranlassung, sich den Amerikanern gegenüber vorsichtiger zu äußern. In dieser Haltung bestärkte ihn ein ausgezeichnetes Buch eines Amerikaners, Professor Willougby in Baltimore, der sich 111. Abteilung. Staats- und rechtswissenschaftliche Sektion. 49 gründlich in die Sache hineingearbeitet und mit kritischem Sinne alle Bedenken gesammelt hatte, die diese Versicherung gegen sich habe. Der Vortragende riet danach den Amerikanern von einer unmittelbaren Nach- ahmung ab und schlug ihnen vor, in Anpassung an die dortigen Rechts- verhältnisse die Versicherung möglichst im Wege der privaten Verein- barungen durchzuführen, was dann auch geschah. Neuerdings fand der Vortragende seine schon früher gehegten Bedenken auch durch die — in der ,,Schlesischen Zeitung" eingehend gewürdigte — - Abhandlung von Friedensburg ,, Die Praxis der deutschen Arbeiterversicherung" bestätigt. Dann erörterte er die Frage: wie sind wir zu unserem sozialen Ver- sicherungsrecht gekommen? Nach der Überzeugung des Vortragenden ist unsere ganze Entv/ickelung von der Idee bestimmt, daß die Zentralleitung des Staates verantwortlich ist nicht nur für Freiheit und Rechtsschutz, sondern auch für das Wohlergehen der Bevölkerung. Die preußische Politik war von Anfang an eine Wohlfahrtspolitik. Kaiser Wilhelm I vs^ar, als er die soziale Gesetzgebung inaugurierte, mit seinem Herzen an der Sache beteiligt, und die ursprüngliche Gestaltung unserer Arbeiter- versicherung ist eigentlich ein Werk der Bureaukratie. Die Wissen- schaft habe hier eine unheilvolle Zurückhaltung bewiesen, obgleich sie bei allen großen Bewegungen eingreifen müßte, denn durch ruhige wissenschaftliche Betrachtung werde vieles besser klargestellt als im Kampfe des Lebens. Der Vortragende appellierte hier namentlich an die jüngeren Kollegen, dieses in wissenschaftlicher Hinsicht bestehende Manko zu beseitigen und dabei insbesondere auch die Erfahrungen des Auslandes zu verwerten. Weiter skizzierte der Vortragende die Hauptgrundzüge der neuen Reichsversicherungsordnung. Die Grundzüge des bisherigen Arbeiter- versicherungsrechts seien im wesentliclien beibehalten, aber die neue Ord- nung wolle organisatorische Verbesserungen treffen, hervorgetretene Übel- stände beseitigen und den Kreis der Versicherten erweitern. Die bisherige Dreiteilung der Versicherungsträger in Berufsgenossenschaften, Kranken- kassen und Invalidenversicherungsanstalten wurde festgelegt, obgleich sie in ihrer Entstehung durch historische Zufälligkeiten — man suchte seiner- zeit mit Alleman bereits vorhandene Einrichtungen anzuknüpfen — bedingt war und die Zukunft vielleicht doch auf einfachere Formen hindrängen werde. Bei dem Bestreben nach Verbesserungen sei man auch an manchen Übelständen vorbeigegangen. Gegen die Simulationen, die ßenten- hj/sterie und andere schlimme Erscheinungen würden keine Schutzmittel geschaffen. Ebenso lasse man die unnötige Thesaurierung von Riesensummen bei den Versicherungsanstalten weiterbestehen, während der Staat selbst an Geldmangel leide. Bei der geplanten Vereinheit- lichung der gesamten Versicherung habe man das Haus vom Dache an gebaut, das Dach, das Reichsversicherungsamt, war vorhanden, und nun 1911. 4 50 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cullur. wurden noch zwei Instanzen — die Versicherungs- und die Oberver- sicherungsämter — daruntergesetzt, um dem Ganzen Halt zu geben. Damit habe man angefangen, das Ganze zu verstaatlichen, ohne aber die bisherigen Versicherungsträger zu beseitigen. Die vorgenommene Ver- einfachung sei auch nicht sehr weitgehend: eine Anzahl Krankenkassen- arten, die sich nicht bewährt hatten, wurden gestrichen und andererseits die Landkrankenkassen neu eingefiilirt. Weiter sei ein Versuch gemacht worden, eine allgemeine Kontrolle einzuführen, namentlich deshalb, weil die Krankenkassenverwaltung in die Krallen des Klassenkampfes geraten sei. Die Sozialdemokratie bestreite das, aber schon daß sie grob dabei werde, zeige, daß sie sich im Unrecht wisse. Ob die dagegen in der Reichsversicherungsordnung getroffenen Maßregeln sich bewähren würden, ließ der Redner dahingestellt. Schließlich gedachte er der vor- genommenen Erweiterungen des Versichertenkreises, insbesondere der Hinterbliebenenversicherung, und äußerte die Ansicht, daß schon wegen dieser neuen Einrichtung die Reichsversicherungsordnung durch- gehen werde. Zum Schluß erörterte der Vortragende die Idee einer Verein- fachung des Arbeiterversicherungswesens durch Einhebung einer be- sonderen Steuer lediglich von den Arbeitgebern, die dafür gesetzlich zu Lohnabzügen berechtigt sein sollten; die gefährlichen Großbetriebe würden Extrasteuern zu entrichten haben. Die Gewährung der Unterstützungen könnte durch gemischte Kollegien von Beamten und Laien erfolgen. Auch die durch nachweislich unverschuldete Arbeitslosigkeit Not- leidenden könnte man dann unterstützen, was allerdings eine Verstaat- lichung der Wohltätigkeit darstellen wüi'de. An der Diskussion beteiligten sich die Hen-en Professor v. Wenck- stern, Rechtsanwalt Dr. Neisser, Konsul Ehrlich, Geheimrat Frie- den sburg, Abgeordneter Dr. Wagner und Justizrat Lemberg. Sitzung vom 9. November 1911. Vortrag des Herrn Geh. Justizrat Professor Dr. Fischer über das Thema ,,Ber Rechtsschutz der Gläubiger ausländischer Staaten". Dieses Thema ist im vorigen Jahre besonders durch den Streitfall des Hauptmann a. D. Hellfeld mit der russischen Regierung zu einer Tagesfrage geworden, die der Lösung im Interesse der Bürger aller Staaten bedarf. Wie der Vortragende mitteilte, soll einer allerdings un- verbürgten Nachricht zufolge der Fall Hellfeld im Wege des Vergleichs erledigt worden sein. Ähnliche Streitfälle mit ausländischen Staaten seien kürzlich in München vorgekommen, wo der Redner einen Vortrag über III. Abteilung. Staats- und rechtswissenschaftliche Sektion. 51 dasselbe Thema gehalten hat. Dort habe eine Handelsfirma einen An- spruch von 400 000 Mark gegen Rumänien vergeblich erhoben und sie sei inzwischen in Konkurs geraten. In München habe er, der Redner, bei dem Oberlandesgerichtspräsidenten Harburg er prinzipiellen Wider- spruch gegen seine im Falle Hellfeld in der „Schlesischen Zeitung" er- örterten Ansichten über die Unzulässigkeit der Anrufung der inländischen Gerichte und der Zwangsvollstreckung gegen einen fremden Staat gefunden. Er müsse aber bei seiner Ansicht bleiben und erhoffe nur von der Ein- setzung eines internationalen Schiedsgerichts für solche Streitfälle eine Besserung der Reclitslage. Von vornherein bleibe freilich auch dabei die Frage der Vollstreckung des schiedsgerichtlichen Urteiles eine oifene, denn einen Zwang werde man, ohne die Souveränität des fremden Staates zu verletzen, nicht ausüben können. Aber das internationale Schieds- gericht an sich würde wenigstens eine radikale Abhilfe gegen die Ver- artigkelt der Rechtsprechung in den einzelnen Staaten, wie sie sich in der Praxis wiederholt gezeigt habe, sein und den Gläubigern die Möglich- keit geben, ihre Rechte vor einem unparteiischen Gericht zu suchen. Das Schiedsgericht dürfe selbstverständlich nicht etwa nach den Grundsätzen allgemeiner Billigkeit rechtsprechen, sondern müsse auf dem Boden des Privatrechtes und in Fülilung mit den Entscheidungen des obersten Ge- richtes des angegriffenen Landes bleiben. Für das Verfahren vor dem Schiedsgericht müßte eine besondere kurze Ordnung erlassen werden. Zugelassen vor das Schiedsgericht müßten alle vermögensrechtlichen Streit- fälle, Delikte und quasi Delikte werden. Als zweite Instanz könnte man bei dem Schiedsgericht einen Kassationshof einrichten. Das Wichtigste sei die Zusammensetzung des Schiedsgerichts-, bei größeren Streit- fällen werde man unter fünf Spruchrichtern nicht bleiben dürfen, wobei die beiden beteiligten Staaten je einen Richter zur Vertretung des Rechtes des Staates zu stellen hätten. Der Gerichtssitz müßte vorteilhafterweise ein ständiger sein, auch müßte die Gerichtssprache festgestellt werden. Die Schwierigkeiten für die Schaffung eines solchen Schiedsgerichts seien nicht unüberwindlich, da namentlich die größeren Staaten Neigung für Schlichtung von bestimmten Streitfällen durch Schiedsgerichte zeigen. An der Diskussion beteiligten sich die Herren Professor Dr. Schott, Justizrat Lemberg, Professor Dr. Heilborn und Amtsgerichtsrat Dr. Freund. Sitzung vom 11. Dezember 1911. Vortrag des Herrn Professor Dr. v. Wenckstern „Zur Geschiclite und Methode der nationalökonomischen und sozialistischen Theorien". In Anknüpfung an seinen „Leitfaden zu Vorlesungen über Geschichte und Methode der nationalökonomischen und sozialistischen Theorien" legte 52 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. der Vortragende zuerst den viel umstrittenen Begriff „Volkswirtschaft" fest. Volkswirtschaft (v) ist die in der gesellschaftlichen Verteilung (Distribution = d) in die Erscheinung tretende Verknüpfung von Pro- duktion (p), Cirkulation (c) und Konsumtion (k), innerhalb der Rechts- und Sittenordnung (r), welche sich auf Weltanschauung gründet. Dieser Gedanke — in ihm die ganze volkswirtschaftliche Gedanken- welt — kann formelmäßig dargestellt werden: V = d = (p + c + k) ^'• Die Volkswirtschaft hat sich aus primitiven Formen zu der gigantischen Mannigfaltigkeit unserer Zeit entwickelt und entwickelt sich weiter. Die Entwicklung war nach Art und Tempo sehr verschieden gestaltet und griff abwechselnd an jedem der grossen Gebiete — p oder c oder k oder r — an. — Das „Sein" der Volkswirtschaft erfassen heißt zugleich ihr Werden erfassen — für die kommende Zeit die Entwicklungsmöglich- keiten erfassen, unter ihnen auswählen, Ideale der Entwicklung aufstellen, Wege auf sie hinweisen — das ,, Sollen" fordern. Das wissenschaftliche Problem der Volkswirtschaft in der Volkswirt- schaftslehre ist die Frage: aus welchen früheren Volkswirtschaften hat sich die heutige gebildet und was entwickelt sich in ihr? Innerhalb dieser bedeutendsten Fragestellung spielt die andere eine bedeutende Rolle: „Wie ist die Gegenwart, die gegenwärtige Gestalt der Volkswirtschaft für die Lebenszwecke der Gegenwart selbst am besten zu gestalten?" Diese zweite Frage hat vielfach die erste zurückgedrängt: Forscher glaubten und glauben ein von der Entwicklung der Einzelheiten unabhängiges, oder doch lösbares ewiges Sein systematisch erfassen zu können. — Es stehen somit mit mehr oder weniger. Verständnis für einander Vertreter derEnt' Wicklungsauffassung und Vertreter der Seinsauffassung, manchmal mit fanatischem Haß, aber auf den Höhepunkten der Forschung mit gegenseitigem klaren Verständnis gegen einander oder neben einander. Scharfe gegenseitige Kritik bis zum Haß trennt die nationalökonomische und die sozialistische Richtung-, klares Verständnis für einander haben Schmoller und Wagner, hat die deutsche historisch -ethische massen- psychologische Richtung für die überwiegend einzelpsychologische Richtung, welche in Deutschland, Frankreich, England und Österreich begründet und dann in Österreich eine Zeit lang besonders gepflegt wurde. Immer wieder glaubten Fanatiker dekretieren zu können, daß sie die Natur der Dinge erkannt, die einzig richtige Methode und auf Grund solcher Methode die letzten überhaupt möglichen Erkenntnisse gewonnen haben. Natürlich unterlagen sie immer der besonneneren Auffassung der- jenigen Forscher, welche vorsichtiger weder auf dem Gebiet der Methode, noch auf dem der gewonnenen Ergebnisse Absolutes erreicht zu haben behaupteten. Fanatiker des Absoluten gibt es unter den Vertretern der III. Abteilung. Staats- und rechtswissenschaftliche Sektion. 53 Idee des Seins und denen der Idee der Entwicklung — wie es ebenso auf beiden Gebieten besonnene Forscher gibt. Es fällt also nicht stets Entwicklung und Fanatismus, andererseits Besonnenheit und Lehre vom Sein zusammen — wie in allen Wissenschaftsgebieten so in der Volks- wirtschaftslehre. In ihr sind die Vertreter der Entwicklung allerdings stets die besonneneren gewesen. So hat Schmoller die Relativität des Erkennens stets scharf betont. Manche seiner so sehr viel kleineren An- greifer haben behauptet, die einzige richtige Methode und mit ihr end- gültige Ergebnisse erzielt zu haben. Nur durch eine völlige Entstellung und falsche Interpretierung ist in bezug auf Schmoller gelegentlich der gegenteilige Eindruck hervorgerufen worden. In Beziehung auf die Formel der Volkswirtschaft: v=d(d + c + k)^ schieden sich und scheiden sich die Geister, hauptsächlich unter folgenden Gesichtspunkten : erstens die Fanatiker und die Besonnenen, zweitens die Vertreter der Entwicklung und die Vertreter des Seins, drittens die Sozialisten und die Nationalökonomen, viertens die wirklichen vollen Gelehrten, welche alle Unbekannten — p, c, k, r, mit allen Einzelheiten und Fundamenten, also auch die r begründende Weltanschauung zum Objekt ihres Forschens machen und die Teilarbeiter, welche irgend eine der Unbekannten oder nur einige be- arbeiten, als Teilarbeiter in nützlicher Weise, in dem einen Fall aber in bedenklicher, die Wissenschaft gefährender Weise, wenn sie ihre Teil- arbeit an die Stelle der Gesamtarbeit plazieren wollen — z. B. er- klären, daß die Volkswirtschaft nur Marktwelt ist, oder, wie andere es taten, daß die Volkswirtschaftslehre nichts mit ethischen, ästhetischen, politischen usw. Werturteilen zu tun habe. Alle Mannigfaltigkeiten der Richtungen in der Forschung lassen sich vielleicht auf drei Gruppen vereinigen: die sozialistische, die manchester- liche, die sozialpolitische. Jede dieser Gruppen war zu allen Zeiten in allen Kulturen spürbar — wie bei uns in der wuchtigen Gegenwart so im Athen des Aristoteles und im China des Konfucius — so auch in den^ ältesten Zeiten der Menschheit, in welche Geschichte und Mythologie hineinleuchtet. Diese drei Gruppen sind in Anknüpfung an die Formel der Volks- wirtschaft — v = d(p-|-c-l-k)^ — scharf zu erfassen : sie scheiden sich durch ihre verschiedene Haltung zum r — zur Rechts- und Sitten- ordnung und der sie begründenden Weltanschauung. Überall da, wo das wirkliche r in historischer Zeit grundsätzlich an- gegriffen und einer grundsätzlichen Änderung zugeführt werden sollte, handelt es sich um die sozialistische Gruppe. Allerdings ist hier als 54 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Regel gesetzt, daß die Wirkliclikeit in Privateigentum, Klassengliederung und Staat organisiert war. Seit Jahrtausenden ist dies in allen Kulturen der Fall — die Vorstadien können außer Betracht gelassen werden — und die vorübergehenden Ansätze zu sozialistischer Wirklichkeit, welche grundsätzlich von Privateigentums- und Staatsordnungen angefaßt wui'den, spielen keine erhebliche Rolle. Mancheaterlich kann man alle diejenigen Systeme nennen^ welche das Privatrecht, vrie sie es vorfanden, als ewig gegeben, einzig natürlich an- sahen, an diesem Punkt keine Entwicklung, oder so gut wie keine Ent- wicklung einsetzten und überwiegend in der Formel der Volkswirtschaft die Sphäre der Cirkulation als die entscheidende ins Auge faßten. Nur wo diese gehemmt schien, forderten auch sie Rechtsänderungen. Sozialpolitisch sind die Richtungen, Avelche in Erkenntnis der Ent- Avicklungsmöglichkeiten aller Gebiete der Formel der Volkswirtschaft und der besonderen Bedeutung der Rechts- und Sittenordnung, des r in der Formel forschten, darstellten und forderten. In aller Geschichte sind bisher stets durch die Wirklichkeit über- wunden worden die Sozialisten — aber immer wieder auch die manchester- liche Richtung. Sieger geblieben sind schließlich stets die Sozialpolitiker. Innerhalb ihrer diejenigen, welche die ungeheure Mannigfaltigkeit der Entwicklungsmöglichkeiten besonnen anfaßten und wie sie induktiv forschten, auch die Durchführung in der Praxis induktiv durch Klein- arbeit instruierten, was nicht ausschließt, daß gelegentlich in großen Zu- sammenfassungen der Anschein einer deduktiven systematischen Regelung entstand — so in der Stein-Hardenbergischen Reform-Ära, so in unserer modernen deutschen Handels-Macht und Sozialpolitik. Die heutige Wissenschaft, so weit sie diesen Namen verdient, sieht nichts als endgültig abgeschlossen an. Die Auffassung Einzelner, definitive Resultate erzielt zu haben, wird von der ungeheueren Gemeinde der Ge- lehrten abgelehnt, wie in der Physik und der Chemie, der Naturwissen- schaft überhaupt. Die Volkswirtschaftslehre ist von der ungeheueren Gemeinde der Gelehrten begiüjßfen als eine Wissenschaft, welche, weil sie es mit dem Menschen, der sich in Systemen und in der Praxis des sitt- lichen Verhaltens aus-ndrkt, zu tun hat, eine Werturteile fällende Wissenschaft ist. In den vier großen Provinzen der Volkswirtschaft liegt der Schwerpunkt je auf einem Zentralgedanken: in der Produktion gruppiert sich alles um das wirtschaftliche Prinzip; in der Cirkulation zentriert alles um die gesellschaftlich-notwendige Arbeit', in der Konsumtion sammelt sich alles um die Erziehung zu edleren Bedürfnissen*, in der Rechts- und Sitten- ordnung auf die Begründung in der edelsten Weltanschauung und die Ausgestaltung in einer Form, welche Zweckmäßigkeit und Gerechtigkeit zentral vereinigt. III. Abteilung. Staats- und rechtswissenschaftliche Sektion. 55 Für die Produktionssphäre ist in großem Maßstabe mit tätig der Techniker überhaupt, für die Cirkulationssphäre der Techniker des Handels, des Verkehrs, des Geld-, Kredit-, Banli- und Börsenwesens; für die Konsumtionssphäre aller Unterricht, alle Erziehung, alle staatlichen und gemeindlichen Imperative und alle gesellschaftlichen Strebungen und Wollungen überhaupt. Für die Entwicklung der Rechts- und Sittenordnung zieht alles zwischen der abstrakten Philosophie und der Technik, meinet- wegen der drahtlosen Telegraphie mit ihren Erd-Antennen sich zu geraein- samer Arbeit zusammen. Wir stehen überall noch am Anfang — vor uns liegt eine gigantische Entwicklung. Wenn nur das Verhältnis weiter sich fortspinnt — Volks- wirtschaft im 19. zur Volkswirtschaft am Anfang des 20. Jahrhunderts — dann muß um 2000 eine ungeheure Entfaltung der Produktion, Cirkulation, Konsumtion und der Rechts- und Sittenordnung eingetreten sein. Dui'ch die neue Entwickelung ungeheurer Werte neben den strikten Eigentumswerten, also aller Forderungswerte — von dem Schuldschein bis zur sozialen Versicherung — haben wir ein entwicklungsfähiges Neuland geschaffen, in welchem wir Hundert von Millionen Menschen ansiedeln können. Wir brauchen weder den Sozialismus, noch auch die Aufhebung des Fideikommis-Eigentums. Das Eigentum, auch im strikten Sinne in einer für Generationen festgelegten Form ist heute, wo wir das Neuland der sachfreien Werte haben, nicht mehr Hindernis der Entwicklung, als das Kant es ansah. Deshalb aber muß intensiv daran festgehalten werden, daß die Volkswirtschaft und die Volkswirtschaftslehre nichts ewig unverrückbar Feststehendes, sondern ein in hoffentlich besonnener Entwicklung begriffener Organismus ist. Möchte die Entwicklung so gehen, daß man im Jahre 2000 sagen kann: wir fangen an, damit aufzuhören, daß wir uns gegenseitig tötlich befehden und überlisten. Wir sind für einander Werte geworden auf den nationalen und internationalen Gebieten. Der Traum Carlyle's, daß die Menschheit die Reineke- und ähnliche Raiibtiernaturen abstreifen möge und mit sittlichem Wohlwollen einander in die Hände arbeitet, kann erfüllt werden und zwar in einer national- ökonomischen Praxis. Der Sozialismus wird — und darf — auch in der Zukunft Utopie bleiben. — Privateigentum, öffentlich rechtliches Eigentum, Klassengliederung, Staat sind zweckmäßig gerechte Bahnen gewaltiger Menschheitsentwicklung. An der Diskussion beteiligten sieh die Herren Dr. Wagner und Oberlandesgerichtspräsident Dr. Vi er haus. 56 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. Sitzung vom 18. Dezember 1911. (Gemeinsam mit der Philologiscli-archäologisclien Sektion.) Vortrag des Herrn Frivatdozenten Gerichtsassessor Dr. Eberhard Brück über „Treuhand und Testamentsvollstreckung im antiken Reckte". Der Vortragende ging von der Bedeutung der Testamentsvollstreckung in den geltenden Rechten, vornehmlich im englischen, aus, betonte den germanischen Ursprung der modernen Testamentsvollstreckung und ging dann dazu über, die oft geleugnete Entwicklung des Treuhändergedankens im römischen Piechte zu verfolgen. Er führte aus, daß der familiae emtor des sog. älteren Mancipationstestaments ein für Vergabungen von Todes- wegen bestellter Treuhänder gewesen, und daß das ältere Mancipations- testament nicht als Testament, sondern als Vertrag unter den Lebenden für den Todesfall auf-cufassen sei. Im Gegensatze zur griechischen und germanischen Entwicklung sei der Treuhänder verkümmert, ohne sich zum Testamentsvollstrecker umzubilden. Grund dieser Entwicklung sei die spezifisch - römisclie Betonung der Universalsukzession gewesen. Das klassische römische Recht habe dem Mangel einer allgemeinen Testaments- vollstreckung durch Surrogate abzuhelfen gesucht. Erst im Mittelalter habe das römische Recht im Orient den griechischen Testamentsvollstrecker übernommen, ebenso wie im Abendlande den germanischen. Der Vor- tragende kam auch auf die Entstehung des Testaments zu sprechen und führte die von ihm dargestellte Entwicklung auch für das griechische Recht durch, wobei auch andere antike Rechte, besonders das alt- ägyptische, zur Vergleichung herangezogen wurden. An der Diskussion beteiligten sich die Herren Professor Schott Professor Herbert Meyer, Geh. Regierungsrat Schüler, Geh. Regierungs- rat Professor Förster und Geh. Justizrat Professor Leonhard. Schlesische Gesellschaft für vaterländisclie Cultar. 89. Jahresbericht. 1911. IV. Abteilung. a. Philologisch-archäologische Sektion. @^ äS*2£ -L.Ö) Sitzungen der philologisch-archäologischen Sektion im Jahre 1911« Sitzung am 18. Dezember (gemeinsam mit der rechts- und staatswissenschaftlichen Sektion). Herr Privatdozent Dr. Eberhard Brück hielt einen Vortrag über: Treahand und Testamentsvollstreckung im antiken Rechte. 1911. Schlesische Gesellschaft für vaterländische Cultur. fe'i- 89. Jahresbericht. ^i C«i>.; 1911. <^-j IV. Abteilung. b. Orienialisch-sprachwiseen- schafttiche Sektion. x^ Sitzungen der orientalisch-sprachwissenschaftlichen Sektion im Jahre igii. Am 30. Mai sprach Herr Professor Dr. Meissner über: Assyrisclie Jagden. Darauf folgte die Wahl der Sekretäre und des Delegierten. Durch Ak- klamation wurden als Sekretäre gewählt die Herren Geheimrat Hille- brandt, Professor Dr. Sehr ad er und Professor Dr. Meissner, als Delegierter der Sektion ins Präsidium Herr Geheimrat Hillebrandt. 1911. Schlesische Gesellschaft für vaterländlsclie Cultur. IV. Abteilung. c. Sektion für neuere Philologie. 89. Jahi'esbe rieht. 1911. Sitzungen der Sektion für neuere Philologie im Jahre igii. Die Sektion hielt am 23. Februar eine Sitzung ab, in der folgende Vorträge gehalten wurden: 1. Herr Oberlelirer Dr. Hilka: Über die monströsen Menschen in der mittelalterlichen Litteratur. (Abgedruckt in der Jubiläumsschrift des Schlesischen Philologenvereins.) 2. Herr Professor Dr. Alfred Pillet: Beiträge zur Kritik der ältesten Trobadors. Seit Jahren arbeite ich an einer vollständigen und kritischen Bibliographie der Troubadours. Die Anordnung ist im Prinzip dieselbe wie die der Liste von Bartschs Grundriß (nur daß viele Nummern hinzugefügt oder umgestellt sind), aber es ist ein neues, weit umfänglicheres Buch ent- standen. Ich gebe für jeden Dichter die ganze biographische Literatur an, soweit sie irgendwelchen wissenschaftlichen Wert besitzt, und bei jedem Gedicht den Anfangsvers mit den hauptsächlichen Varianten, die Hss. mit den Blattzahlen und ihre ,, diplomatischen" Abdrucke, die eventuellen Attributionsdifferenzen, die mich besonders beschäftigt haben, die Gattung, der das Gedicht angehört, die Drucke und kritischen Ausgaben, Besserungs-, Erklärungs- und Datierungsversuche. Den Schluß bildet eine nach Reimen geordnete Übersicht der Anfangsverse, welche das Aufsuchen der ajnonymen oder falsch attribuierten Stücke erleichtern soll. Mit dem Druck denke ich in nächster Zeit zu beginnen. Ich bitte die Fachgenossen auch an dieser Stelle dringend, mich in ihrem und meinem Interesse dadurch zu unterstützen, daß sie mir alle neueren Ver- öffentlichungen, namentlich die schwer zugänglichen, von sich und ihren Schülern stets umgehend zusenden oder nachweisen ^). Ich bemerke aus- drücklich, daß ich auch Miszellen, Rezensionen (doch nicht reine Referate), gemeinverständliche Aufsätze auf wissenschaftlicher Grundlage bringe. Besonders dankbar würde ich für die Angabe wichtiger Stellen aus Werken über Nachbargebiete sein. Im Laufe der langen und mühsamen Arbeit habe ich natürlich eine Reihe Beobachtungen gemacht, die ich in meiner Bibliographie nur an- deuten kann und anderswo ausführen will. Ich lege zunächst drei Auf- sätze zur Kritik der ältesten Troubadours vor. 1) Meine Adresse ist: Prof. Dr. Alfred Pillet, Königsberg i./Pr., Parade- platz 2. 1911. 1 2 Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. I. Eine neue Form eines Liedes des Grafen von Poitiers. Bartsch hat den Namen eines Bertran de Pessatz aus dem Register in a aufgenommen, obwohl er kein einziges Lied von ihm kannte. Seit- dem hat Bertoni die Fortsetzung von a in der Sammlung Campori der Biblioteca Estense entdeckt (a^), und hier steht wirklich an der Stelle, wo jenes für a und a^ gemeinsame Register es vermuten ließ, p. 459 und 460 ein Bertran de Pessars mit zwei Liedern ^). In seinen Bemerkungen zu Bertonis Inhaltsangabe fragte Chabaneau *), ob das erste von ihnen. Mal vezem de novel florir zusammenfiele mit einem bekannten Liebesliede des Grafen von Poitiers, Pos vezem de novel florir (Grdr. 183, 11); doch wurde die Sache nicht weiter verfolgt, und auch Jeanroy nahm dazu in seiner Ausgabe der Poesies de Guillcmme IX, comte de Poitiers^) keine Stellung. Da ich aber für meine Bibliographie wissen mußte, unter welchem Verfasser ich unser Mal vezem unterzubringen, und welcher Gattung ich es zuzuweisen hätte, so wandte ich mich an die Estense in Modena und erhielt durch die Güte des Bibliotecario Sigr. F. Carta, dem ich hier nochmals verbindlichst danke, eine Abschrift. Dazu besorgte ich mir später eine vorzügliche Photographie der Hs. Die Identität ergab sich sofort und auch die Wichtigkeit einzelner Lesarten. Bei dem großen Interesse, das man jetzt für Wilhelm IX. hat*), und das man wohl immer für ihn haben wird^ dürfte eine Veröffentlichung willkommen sein. Ich gebe auf der linken Spalte zum Vergleich den kritischen Text, den Jeanroy ^) nach C und E hergestellt hat, und auf der rechten den getreuen Abdruck von a\ in dem ich nur zur Bequemlichkeit die Zeilen abteile und die Abkürzungen durch kursive Buchstaben andeute. Coms de Peitieus. I Pus vezem de novelh florir Pratz e vergiers reverdezir, Rius e fontanas esclarzir, Au ras e vens, Ben deu quascus lo joy jauzir Don es jauzens. (p. 459) bertran de pessars. Mal uezem de nouel florir. pratz e uergiers reuerdezir rius e fontanas esclarzir. auras e uentz. ben deu chascus lo ioi chauzir, don sui iauzens. 1) Giornale storico della letteratura italiana XXXIV (1899), 130. 2) Bevue des langues romanes XLII 567. 3) Annales du Midi XVII 161 ff, 4) Ich erinnere an die feinsinnige Arbeit von K. Vossler, Die Kunst des ältesten Trobadors, in Miscellanea di studi in onore di Attilio Hortis, Trieste 1910, p. 419 ff. 5) AdM. XVII 199 als Nr. VII (hier sind auch die älteren Drucke an- gegeben), danach in den Poesie provenzali di Guglielmo IX eonte di Poitiers secondo la lezione di A. Jeanroy, Roma 1905 {Testi romanzi ])er uso delle scuole a cura di E. Monaci, fasc. 20), p. 10. IV. Abteilung, Sektion für neuere Philologie. II D' amor non dey dire mas be. Quar no n' ai ni petit ni re? 9 Quar ben leu plus no m' en cove; Pero leumens Dona gran joy qui he'ii mante 12 Los aiziraens. III A totz Jörns m' es pres enaissi Qu' anc d' aquo qu' amiey nonjauzi 15 Ni o faray ni anc no fi, Qu' az esciens Fas mantas res que"l cor me di: 18 ,,Tot es niens". IV Per tal n' ai meyns de bon saber Quar vuelh so que no puesc aver, 21 E'l reproviers ne ditz [lo] ver Certanamens: ,,A bon coratge bon poder, 24 Qui's ben suffrens". V Ja no cera nuils liom ben fis Contr' amor si non 1' es aclis, 27 Et als estranhs et als vezis Non es consens, Et a totz sels d' aicel aizi 30 Obediens. VI Obediensa deu porlar A motas gens, qui vol amar, 33 E coven li que sapcha far Faigz avinens, E que*s gart en cort de parlar 36 Vilanamens. VII Del vers vos dig que mais en vau Qui ben 1' enten e n' a plus lau, 39 Que'l mot son fag tug per egau Coniinalmens, E'l sonet, qu' ieu mezeis me'n 42 iau, Bos e Valens. Damor non dei dire. mais ben. cals no i a ni petit ni ren. car ben leu plus, no men couen. pero leumenz. dona gran ioi qi ben manten. los iauzimenz. A tots iorns men es pres aissi. canc daqo ^) camei non iauzi ni farei ni anc nol fi qa escienz faz maintas ues qel cor me diz tot esnienz. Per tal nai meinz de bon saber. car uoil zo qieu non puesc auer. e sil te pro zi lei me diz uer. certanamews al bon coratge bon poder. qes ben sufrenz. Ja non sera nuls hom ben tanfins, contramor si noil es aclins. et als estraingz. et als uezins non es consenz et aicels plus daicels aizins obediens. (p. 460) Obedienza deu portar, a moutas qi uol ben amar. e couen li qi sapcha far faitz auinenz. e ques gart en cort de parlar uilanamenz. Del uers uos die qe mais ne uau. qi ben lenten. ni plus lesgau. comunalmen. el sonetz ieu mezeis men lau bons e ualens. 1) Das Wort ist nachträglich auspunktiert. \* Jahresbericht der Schles. Gesellschaft für vaterl. Cultur. VIII A Narbona, mas ieu no i vau, Sia ■ 1 prezens 45 Mos vers, e vuelh que d' aquest lau* m sia guirens. IX Mon Esteve, mas ieu no i vau, 48 Sia • 1 prezens Mos vers e vuelh que d' aquest lau Sia guirens. A narbona pos ieu non uau si al prezens del uers euoill, qwe daqest uers mi sia guirens. A mon esteuen, mos no i uau. si al prezens dest uers euoill. q?